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Der versäumte Corona-Sommer

Aus der ersten Pandemie-Welle im Frühjahr hätte man auch in Sachsen mehr lernen müssen. Was alles versäumt wurde. Ein Kommentar von Annette Binninger.

Wer kommt auf die Idee, ausgerechnet die größte Risikogruppe mit dem Angebot von drei kostenlosen FFP2-Masken persönlich in die Apotheke zu locken und sie damit völlig unnötig zu gefährden, fragt sich Annette Binninger.
Wer kommt auf die Idee, ausgerechnet die größte Risikogruppe mit dem Angebot von drei kostenlosen FFP2-Masken persönlich in die Apotheke zu locken und sie damit völlig unnötig zu gefährden, fragt sich Annette Binninger. © Angelika Warmuth/dpa

Wenn der Winter und damit hoffentlich die schlimmste Zeit der Corona-Krise vorüber ist, wird man sich hoffentlich irgendwann mal näher mit der Frage beschäftigen, warum so viel Zeit nach der ersten Pandemie-Welle im Frühjahr vertan wurde. Warum hat man nicht die Lehren aus den Versäumnissen und Problemen gezogen und danach gehandelt? Man hätte sich auf Bundes- und Landesebene besser vorbereiten können und müssen, auf das, was die Virologen für Herbst und Winter vorausgesagt haben.

Es beginnt mit dem Blick in Pflege- und Altenheime. Dort infizieren und sterben noch immer zu viele Menschen. Warum ist der Schutz dieser seit Anfang der Pandemie klar erkennbaren Risikogruppe nicht längst deutlich verbessert worden? Da werden den Heimen seit Kurzem Schnelltests quasi zum „Selbermachen“ zugeschickt, doch viele sind überfordert, auch dies noch leisten zu müssen, weil es beim Personal längst nicht mehr reicht. Wer kommt auf die Idee, ausgerechnet die größte Risikogruppe mit dem Angebot von drei kostenlosen FFP2-Masken persönlich in die Apotheke zu locken und sie damit völlig unnötig zu gefährden? Statt die schützenden Masken einfach nach hause zu schicken.

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Und mit Blick auf die Schulen: Wie kann es sein, dass die digitale Unterrichtshilfe „Lernsax“ vom ersten Tag an schlappmacht? Warum sind noch immer so viele Lehrer kaum in der Lage, Lernen zuhause sinnvoll zu unterstützen? Wo ist der große Digitalisierungsschub steckengeblieben? Die Liste der Fragen ließe sich noch sehr lange fortsetzen. Leider. Irgendwann wird es darauf Antworten geben müssen.

E-Mail an Annette Binninger

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