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Deutschland & Welt

Kretschmer räumt Fehler bei Corona-Bewältigung ein

Gesundheitsministerium: zwei Gratis-Schnelltests pro Woche für jeden, Studie: Corona-Impfstoffe sind sehr effektiv, Sachsen: 50 weitere Tote - unser Newsblog.

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, hat Fehler bei der Bewältigung der Corona-Pandemie eingeräumt.
Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, hat Fehler bei der Bewältigung der Corona-Pandemie eingeräumt. © Robert Michael/dpa-Zentralbild (Symbolbild)

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

21.58 Uhr: Tschechien ordnet verpflichtende Corona-Massentests in Firmen an

Tschechien ordnet verpflichtende Corona-Massentests in allen mittleren und großen Unternehmen an. Das beschloss die Regierung unter Ministerpräsident Andrej Babis auf einer Kabinettssitzung am Montagabend. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollen rund 2,1 Millionen Arbeiter und Angestellte mindestens einmal getestet werden. Danach gelten wöchentliche Intervalle. Ausgenommen sind Kleinbetriebe mit weniger als 50 Beschäftigten. Für Firmen und Mitarbeiter ist die Teilnahme obligatorisch. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten der Corona-Antigen-Tests. Alternativ können auch Selbsttests zum Einsatz kommen, die mit umgerechnet rund zweieinhalb Euro je Test bezuschusst werden. Bei Missachtung drohen den Unternehmen empfindliche Geldstrafen.

Die Regierung reagiert damit auf Forderungen, stärker gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Büros und Fabrikhallen vorzugehen. Der Gewerkschaftsdachverband CMKOS hatte sich für eine einwöchige Zwangs-Betriebspause über Ostern ausgesprochen. "Wir stoppen die Industrie nicht", entgegnete Wirtschaftsminister Karel Havlicek. Viele deutsche Unternehmen nutzen Tschechien als sogenannte "verlängerte Werkbank".

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21.38 Uhr: Museumsbund will "schnellstmögliche Wiedereröffnung" der Museen

Vor den Gesprächen zwischen Bund und Ländern über mögliche Lockerungen in der Corona-Krise hat sich der Deutsche Museumsbund für eine rasche Öffnung der Museen stark gemacht. "Vor dem Hintergrund der zunehmenden psychischen Belastung und Vereinsamung kann der Museumsbesuch ein wichtiger Lichtblick sein, der Halt und Hoffnung gibt", heißt es in einer Mitteilung vom Montag in Berlin.

Aus Sicht des Interessenverbandes sind Museen "sichere Orte". Allerdings weisen Experten immer wieder darauf hin, dass bei einer hohen Zahl der Infektionen die Übertragungswege nicht geklärt sind. Zudem soll der Lockdown auch An- und Abreisen vermeiden. Der Museumsbund setzt sich dafür ein, "die gesellschaftliche Rolle der Museen zu berücksichtigen und sie schnellstmöglich wieder zu öffnen". Seit November sind Kultureinrichtungen erneut geschlossen.

Museen böten Anregungen, Austausch und geistige Erholung, hieß es. "Gerade ältere und von der Pandemie besonders betroffenen Menschen können in Museen einen wichtigen Teil ihres Alltags wiedergewinnen." Wenn vielen Kindern und Jugendlichen drohe, den Anschluss zu Schule und zum Bildungssystem zu verlieren, seien Museen mit ihren Bildungsangeboten unverzichtbar.

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21.21 Uhr: EU-Kommission: Mitte März Plan für "grünen Pass" für Corona-Geimpfte

Die EU-Kommission will am 17. März den Gesetzentwurf für einen "digitalen grünen Pass" vorlegen, der Corona-Impfungen, Covid-Erkrankungen und negative Tests vermerken soll. Ziel ist, einen sicheren Weg zur Aufhebung von Beschränkungen und zum Reisen in Europa zu finden. Dies kündigte Kommissions-Vizepräsident Margaritis Schinas am Montag in Brüssel an. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union hatten vorige Woche vereinbart, die Pläne für einen digitalen Impfpass voranzutreiben. Binnen drei Monaten sollen die technischen Voraussetzungen stehen, damit Corona-Geimpfte europaweit fälschungssicher ihre Immunisierung nachweisen können. Das könnte über ein einheitlich lesbares Dokument mit QR-Code geschehen, das man auf Papier oder auf dem Smartphone bei sich tragen könnte - ähnlich wie ein Bahnticket.

Dazu müssen nationale Systeme der 27 EU-Staaten vergleichbar ausgestaltet und digital verknüpft werden. Technisch ist dafür noch sehr viel vorzubereiten. Der geplante Gesetzentwurf würde den rechtlichen Rahmen stecken. "Damit der digitale grüne Pass aber ein Erfolg wird, brauchen wir die Unterstützung aller Mitgliedsstaaten", sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen bei einer Sitzung der CDU/CSU-Abgeordneten im Europaparlament. "Auch Sie in Deutschland müssen die Voraussetzungen dafür schaffen."

Neu ist bei der Ankündigung der EU-Kommission, dass das Dokument nicht nur ein Impfnachweis wäre, sondern auch frische negative Ergebnisse eines Corona-Tests anzeigen würde. Damit könnten auch Ungeimpfte erleichterten Zugang zu Reisen, Restaurants oder Veranstaltungen haben - wenn auch nur sehr befristet. Das Konzept lehnt sich an den in Israel eingeführten "grünen Pass" an.

Der EU-Corona-Impfpass soll sich an dem orientieren, den geimpfte Israelis bekommen, um Vorteile genießen zu können.
Der EU-Corona-Impfpass soll sich an dem orientieren, den geimpfte Israelis bekommen, um Vorteile genießen zu können. © Tal Shahar/POOL Yediot Ahronot/AP/dpa

21.08 Uhr: Datenschutzbehörde in Rom hat Bedenken gegen Corona-Impfpass

Italiens Datenschutzbehörde hat starke Bedenken gegen die Einführung eines europäischen Coronaschutz-Impfpasses geäußert. "Die Daten zum Impfstatus sind ohne Zweifel besonders heikle Daten, und der falsche Umgang mit ihnen kann schwerwiegende Folgen für das Leben und die Grundrechte von Menschen haben", teilte die Behörde mit dem Namen Garante Privacy am Montag in Rom mit. Ein solches digitales Impf-Dokument gilt bei vielen in der Europäischen Union als Baustein für die Normalisierung des Alltags mit dem Coronavirus.

Die EU-Kommission will nach eigenen Angaben am 17. März einen Gesetzentwurf für einen "digitalen grünen Pass" vorlegen, der Corona-Impfungen, Covid-Erkrankungen und negative Tests vermerken soll. Ziel ist es, einen sicheren Weg zur Aufhebung von Beschränkungen und zum Reisen in Europa zu finden, hieß es am Montag aus Brüssel. Die italienischen Datenschützer fürchten eine Diskriminierung von bestimmten Personengruppen, etwa Ungeimpften, und sehen die digitale Verarbeitung von Gesundheitsdaten als Risiko.

20.47 Uhr: Ministerpräsident Kretschmer: Wir haben einen Fehler gemacht

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hat Fehler bei der Bewältigung der Corona-Krise im Freistaat eingeräumt. "Wir haben einen Fehler mit den Erfahrungen aus dem Frühjahr 2020 gemacht", sagte er in einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" (Dienstag) aus Anlass des Jahrestages der ersten Corona-Infektion in Sachsen (2. März 2020). "Damals waren die Pflegeheime geschlossen, und die Menschen haben sehr unter der Einsamkeit gelitten. Das wollten wir auf keinen Fall wiederholen", so der Regierungschef.

"Nachdem klar wurde, wie bösartig das Virus in den Heimen wütet, haben wir das geändert", sagte Kretschmer. "Aber das Betretungsverbot und die Pflicht zu Schnelltests kamen zu spät. Rückblickend würde man manches anders machen. Jetzt geht es aber vor allem darum, aus diesen Fehlern für die Zukunft zu lernen."

20.30 Uhr: Altmaier: Noch im März weitere Öffnungen verantwortbar

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hält es für verantwortbar, den Lockdown der Wirtschaft noch im März weiter zu lockern. Das sagte der CDU-Politiker am Montagabend bei einer Veranstaltung des Mittelstands-Verbands BVMW. Wenn man die regionalen Umstände berücksichtige, könnten Öffnungen auch dort möglich sein, "wo die Inzidenzen vielleicht nicht ganz so stark gesunken sind, wie wir uns das eigentlich vorgestellt haben". Aspekte dafür könnten die Belastung der Gesundheitsämter, aber auch Schnell- und Selbsttests sein. Niemand wolle eine dritte Welle, betonte der Minister.

Altmaier deutete konkret Öffnungsmöglichkeiten für den Einzelhandel und die Außengastronomie an. "Jetzt kommt die Zeit, wo man draußen sitzen kann", sagte er. Letztlich sei es besser, wenn die Bürger in der Außengastronomie mit Hygienekonzept säßen als mit dem selbst gekauften Getränk irgendwo im Park. Zugleich müssten die Konzepte sicherstellen, dass soziale Kontakte nicht wieder von null auf hundert stiegen, etwa durch volle Innenstädte, Busse oder Bahnen.

20.16 Uhr: Merkel: Corona-Krise unterstreicht Bedeutung des Artenschutzes

Die Corona-Pandemie macht aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Bedeutung des Artenschutzes deutlich. "Denn der Rückgang der Artenvielfalt und das Vordringen des Menschen in sensible Naturräume erhöhen die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern", sagte Merkel am Montag in einem Grußwort zum 30-jährigen Bestehen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück. Die Pandemie habe einmal mehr auf dramatische Weise die Abhängigkeit von der Natur und der Umwelt ins Bewusstsein gerufen.

EU-Kommissionsvize Frans Timmermans sagte, der Politik bleibe nur noch wenig Zeit, um die Klima- und Biodiversitätskrise zu bewältigen. "Es ist wirklich fünf vor zwölf." Investitionen nach der Corona-Krise müssten daher in nachhaltige Zukunftsthemen erfolgen. Dabei dürfe keine Region zurückgelassen werden. Die EU strebt die Reduzierung der Treibhausgase bis 2030 um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 an und will den Kontinent bis 2050 klimaneutral machen.

19.59 Uhr: Sächsische Landesausstellung bis Ende 2021 digital

Die coronabedingt vorzeitig geschlossene Landesausstellung "Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen" kann jetzt digital besichtigt werden. Ein 360-Grad-Rundgang durch den Audi-Bau in Zwickau ermögliche den Blick in die mittlerweile abgebaute Schau, teilte das sächsische Kulturministerium am Montag in Dresden mit. Die digitale Tour vermittle einen lebendigen Eindruck von 500 Jahren sächsischer Industriegeschichte. Der Rundgang ist bis Ende 2021 kostenfrei auf der Seite der Landesausstellung unter www.boom-sachsen.de zu erleben. Die Besucherzahlen der 4. Sächsischen Landesausstellung waren wegen der Corona-Pandemie deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Rund 104.000 Gäste kamen in die Zentralausstellung nach Zwickau sowie in sechs dezentrale Ausstellungen.

Zunächst sollte die Schau vom 25. April bis 31. Dezember gezeigt werden. Mit dem zweiten Corona-Lockdown im November 2020 musste sie jedoch endgültig schließen. Die Laufzeit verkürzte sich von acht auf knapp vier Monate. Rund 18 Millionen Euro wurden in das Projekt investiert. Allein für die Zentralausstellung in Zwickau wurde ursprünglich mit rund 120.000 Besucherinnen und Besuchern gerechnet, für die gesamte Landesausstellung mit rund einer Viertelmillion Gäste. Die 3. Sächsische Landesausstellung 2011 in Görlitz zur mittelalterlichen Handelsstraße "via regia" hatten rund 170.000 Menschen besichtigt. Der Rundgang durch die 4. Sächsische Landesausstellung ist bis Ende 2021 kostenfrei unter www.boom-sachsen.de zu erleben.

Schauplatzausstellung "EisenbahnBoom." im Schauplatz Eisenbahn Chemnitz-Hilbersdorf.
Schauplatzausstellung "EisenbahnBoom." im Schauplatz Eisenbahn Chemnitz-Hilbersdorf. © PR/Johnny Ullmann

19.45 Uhr: Österreich startet Öffnung der Gastronomie im Bundesland Vorarlberg

Österreich geht trotz zuletzt deutlich gestiegener Corona-Zahlen seinen Weg der schrittweisen Öffnung des öffentlichen Lebens nun auf regionaler Ebene weiter. Aufgrund der vergleichsweise geringen Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen werde es ab 15. März im westlichsten Bundesland Vorarlberg zu Lockerungen kommen, kündigte Kanzler Sebastian Kurz am Montag an. Davon profitierten der Sport, die Kultur und die Gastronomie. Für den Rest des Landes gelte das Ziel, dass zu Ostern zumindest Gastronomie im Freien möglich werden solle. "Wir beginnen outdoor, bevor wir uns an weitere Indoor-Öffnungsschritte heranwagen können", sagte Kurz. Bei den Lockerungen sollten weiterhin Zutrittstests eine zentrale Rolle spielen. Jede Woche werde aktuell etwa ein Viertel der österreichischen Bevölkerung getestet, hieß es. Die Hoffnung ruhe auch auf der deutlichen Steigerung der Impfzahlen im März und April.

19.27 Uhr: Britische Studie: Corona-Impfstoffe sind sehr effektiv

Die Impfstoffe von Astrazeneca sowie Biontech und Pfizer haben sich nach einer neuen britischen Studie als sehr effektiv erwiesen. Beide Vakzine würden nach einer Dosis zu mindestens 60 Prozent schützen, teilte die Gesundheitsbehörde Public Health England am Montag mit. Noch besser sei die Wirkung auf Krankenhausaufenthalte: Diese würden bei über 80-Jährigen um 80 Prozent sinken. Auch die Sterblichkeit sei bereits nach einer Impfung deutlich zurückgegangen - um 85 Prozent bei über 70-Jährigen. Hier lagen zunächst nur Daten für den Impfstoff der Unternehmen Biontech und Pfizer vor.

"Wenn wir geduldig sind und diesem Impfprogramm Zeit geben, seine volle Wirkung zu entfalten, wird es uns hoffentlich in den nächsten Monaten eine ganz andere Welt ermöglichen", sagte der stellvertretende medizinische Chefberater der Regierung, Jonathan Van-Tam. Gesundheitsminister Matt Hancock betonte, in der Gruppe der über 80-Jährigen seien zuletzt deutlich weniger Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Auch die Zahl der Corona-Patienten in Kliniken sei deutlich zurückgegangen. Dies seien Effekte des Impfprogramms. Im Vereinigten Königreich haben bisher mehr als 20 Millionen Menschen eine erste Corona-Dosis erhalten. Das ist mehr als jeder dritte Erwachsene. Ziel der Regierung ist, bis Ende Juli allen Erwachsenen eine erste Impfung anzubieten.

Nach einer neuen Studie sind die Impfstoffe Astraceneca und Biontech/Pfizer sehr effektiv.
Nach einer neuen Studie sind die Impfstoffe Astraceneca und Biontech/Pfizer sehr effektiv. © Matthias Weber

19.05 Uhr: Spahn warnt vor schnellen Lockerungen

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor raschen Lockerungen der Corona-Regeln gewarnt. "Wir würden es uns allen nicht verzeihen, aber Sie auch Ihrer Regierung nicht, wenn wir jetzt zu schnell lockerten und auf einmal in vier oder sechs Wochen wieder vor ganz anderen Fragen stünden", sagte er am Montagabend bei einer Veranstaltung des Mittelstandsverbands BVMW. Auch er habe das Bedürfnis, einen Plan für Schritte zu mehr Normalität zu haben. "Aber wir schaffen grad halt nur eine schwierige Balance", räumte Spahn ein. Lockerungen könnten nur Schritt für Schritt passieren, allein die Öffnung von Schulen und Kitas führe zu Millionen Bewegungen jeden Tag. Zugleich zeigte sich der Minister optimistisch. "Wir haben den Weg raus aus der Pandemie begonnen", sagte er.

Dies könne das letzte Frühjahr in der Corona-Pandemie sein, möglicherweise habe man im April das Schlimmste hinter sich. Gerade beim Testen gebe es mit Schnell- und Selbsttests große Fortschritte, die auch konkrete Situationen im Alltag absichern könnten - Gastronomie- und Kinobesuche genauso wie Familientreffen. Auch das Impfen machen einen Unterschied, so gehe die Zahl der Krankenhausaufenthalte von Über-80-Jährigen deutlich zurück.

18.54 Uhr: Covid-erkrankte Mutter sieht Baby erstmals nach fünf Wochen

Fünf Wochen nach der Geburt hat eine schwer an Corona erkrankte Mutter in Großbritannien erstmals ihr Baby gesehen. Weil sie noch schwach sei, habe Ellie Wright (20) sich nicht aufgerichtet, aber die Hand ihres Sohnes Leo ergriffen, berichteten die Sender BBC und Sky News am Montag. Die junge Frau hatte sich in der 30. Schwangerschaftswoche infiziert. Allerdings konnte sie keine überlebensnotwendige Behandlung erhalten, bevor das Kind geboren war, wie das Krankenhaus in der mittelenglischen Stadt Walsall mitteilte.

Nachdem Leo per Kaiserschnitt zur Welt gekommen war, wurde seine Mutter für mehrere Wochen in ein künstliches Koma versetzt. Die 20-Jährige wird vermutlich lange brauchen, bis sie wieder fit ist. Nach Wochen künstlicher Beatmung müsse sie wieder Essen, Trinken, Sprechen und Gehen lernen, hieß es. Baby Leo aber entwickle sich prächtig und habe mittlerweile das Krankenhaus verlassen, sagte seine Großmutter Michelle Stankevitch.

18.40 Uhr: Weltweite Corona-Zahlen steigen wieder

Die weltweit gemeldeten Corona-Infektionszahlen steigen wieder. Nach sechs Wochen mit sinkender Tendenz gebe es nun wieder einen Zuwachs, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Montag in Genf. Abgesehen von Afrika und der Region im westlichen Pazifik sei überall ein Aufwärtstrend zu beobachten. "Das ist enttäuschend, aber nicht überraschend." Ursachen könnten die Corona-Lockerungen und die ansteckenderen Varianten des Virus sein - "und dass die Menschen weniger vorsichtig werden", sagte Tedros.

Der WHO-Chef ermahnte die internationale Gemeinschaft erneut, nicht allein auf Impfungen zu setzen. Grundsätzliche Hygieneregeln seien weiterhin Fundament der Pandemie-Bekämpfung. Erfreulich sei, dass endlich die Impfung von medizinischem Personal in den ärmeren Ländern begonnen habe, zum Beispiel in Ghana und der Elfenbeinküste. Bis Ende Mai erwarte die WHO, dass 237 Millionen Dosen Impfstoff zur Verteilung in 142 ärmeren Ländern bereitstünden. Tedros fügte hinzu: "Es ist bedauerlich, dass dies beinahe drei Monate nach dem Impfstart in manch besonders reichen Ländern passiert."

18.21 Uhr: Merkel will sich nicht öffentlich impfen lassen

Mit der erwarteten Lieferung von über einer Million Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs könnte sich der Impfstau in den Bundesländern bis Ende der Woche vergrößern. Bis Donnerstag sollen knapp 1,1 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca geliefert werden, insgesamt erhöht sich die Liefermenge damit auf fast 3,2 Millionen, wie aus Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorgeht.

Bis einschließlich Sonntag haben nach Zahlen des Robert Koch-Instituts aber nur rund 455.000 Menschen eine Impfung mit Astrazeneca erhalten. Davon sind rund 91.000 Menschen am Samstag und Sonntag geimpft worden. In der Frage nach der öffentlichen Impfung von Politikerinnen und Politikern, um das Image des Astrazeneca-Impfstoffs aufzupolieren, zeigte sich die Bundesregierung zurückhaltend.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich derzeit nicht im Fernsehen mit Astrazeneca-Impfstoff impfen lassen, wie Seibert deutlich machte. Das hatte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, vorgeschlagen. Seibert erläuterte, Merkel habe immer wieder gesagt, sie lasse sich dann impfen, wenn sie an der Reihe sei. Merkel sei zudem 66 Jahre alt, und derzeit sei der Impfstoff nur für Unter-65-Jährige empfohlen, so Seibert.

18 Uhr: Ministerium schlägt zwei Gratis-Schnelltests pro Woche für alle vor

Mit Blick auf mögliche weitere Corona-Öffnungen hat das Bundesgesundheitsministerium Überlegungen für deutlich mehr Tests für alle Bürger konkretisiert. Jedermann soll demnach zweimal wöchentlich kostenlos einen Schnelltest durch geschultes Personal machen lassen können - etwa in Testzentren oder Praxen, aber auch bei weiteren Dienstleistern. Das geht aus einem neuen Vorschlag des Ministeriums von Montag hervor, der auch den Ländern zugeleitet wurde. Diese Möglichkeiten zu "Bürgertests" sollen vorerst bis Ende Juni angeboten werden, für Anfang Juni ist eine Evaluation geplant. Der konkrete Starttermin im März ist laut dem Vorschlag noch offen.

Damit in kurzer Zeit ausreichend Testkapazitäten entstehen, solle der Kreis der damit zu beauftragenden Stellen um Dienstleister erweitert werden, die etwa schon an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen in kurzer Frist Testzentren aufgebaut haben, heißt es im Papier. Das Ergebnis eines solchen Schnelltests soll man schriftlich oder digital ausgehändigt bekommen - auch zur Vorlage bei Behörden nach der Einreise aus bestimmten Risikogebieten oder etwa beim Besuch von Pflegeheimen. Denkbar wäre dies demnach auch als Voraussetzung zum Betreten bestimmter Einrichtungen. Bei einem positiven Ergebnis soll man dann gleich direkt vor Ort noch eine weitere Probe nehmen lassen können, um das Ergebnis mit einem genaueren PCR-Tests zu überprüfen.

Eine Frau unterzieht sich einem Corona-Schnelltest in einem Testzentrum.
Eine Frau unterzieht sich einem Corona-Schnelltest in einem Testzentrum. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild

17.47 Uhr: Bundeswehr betreibt Impfzentrum im Saarland - Bundesweite Premiere

Im Saarland werden Corona-Schutzimpfungen nun auch von Bundeswehrsoldaten in einer Kaserne verabreicht. In Lebach sei am Montag das bundesweit erste von der Bundeswehr betriebene Impfzentrum gestartet, sagte der Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis. "Das Besondere heute hier ist: Es ist das erste, das auch auf einer Bundeswehr-Liegenschaft betrieben wird." Der Standort könnte Vorbild sein für mögliche andere Impfzentren der Bundeswehr in Deutschland. Bei ausreichender Verfügbarkeit von Impfstoff seien rund 300 Impfungen pro Tag möglich. Die Termine für die Saarländer, die in Lebach gegen Corona geimpft werden wollen, werden über das zentrale Online-Buchungssystem des Landes oder eine Telefon-Hotline vergeben. In Saarland gibt es damit nun vier Impfzentren.

17.30 Uhr: Corona-Fälle bei Jahn Regensburg: Pokalspiel gegen Bremen abgesagt

Das DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen dem SSV Jahn Regensburg und Werder Bremen ist abgesagt worden. Wie der Deutsche Fußball-Bund am Montag mitteilte, kann die für Dienstag angesetzte Partie nach mehreren Corona-Fällen bei den Regensburgern nicht wie geplant stattfinden, ein neuer Termin steht noch nicht fest.

17.20 Uhr: Corona-Schnelltests sollen bald im Einzelhandel zu haben sein

Große Einzelhändler planen den baldigen freien Verkauf von Corona-Schnelltests zur Selbstanwendung. "Wir rechnen mit einer Verfügbarkeit für unsere Kunden frühestens ab dem 9. März, sofern die Lieferzusagen des Herstellers eingehalten werden können", erklärte der zuständige Geschäftsführer der Drogeriemarktkette dm, Sebastian Bayer, am Montag in Karlsruhe. Man sei im engen Austausch mit dem Bundesgesundheitsministerium und mit anderen Behörden. Das Unternehmen betonte, dass die Tests bei richtiger Anwendung eine hohe Zuverlässigkeit hätten.

Andere Einzelhändler planen ebenfalls den Einstieg in dieses Produktsegment, machen dies aber von der Verfügbarkeit abhängig und nennen noch keinen Termin für den Verkaufsstart. Aldi Süd will den Verkauf "in Kürze" starten. Auch Edeka sitzt an dem Vorhaben, macht hierbei aber keine Angaben für einen möglichen Verkaufsbeginn. Lidl und Rewe teilten mit, so eine Sortimentserweiterung zu prüfen.

17.03 Uhr: Sachsens Kultusminister will alle Lehrkräfte impfen lassen

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) plädiert für eine zeitnahe Impfung aller Lehrkräfte und des Schulpersonals. Es wäre ein wichtiger Beitrag, damit alle Schülerinnen und Schüler wieder unterrichtet werden können, erklärte Piwarz am Montag in Dresden. Laut einer Umfrage des sächsischen Kultusministeriums wollen sich 90 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Schulen im Freistaat impfen lassen. Das sei ein starkes Signal, erklärte Piwarz. Denn ebenso wie das medizinische Personal erfüllten Pädagoginnen und Pädagogen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Die Möglichkeit einer Impfung müsse daher auch ihnen gewährt werden. Bislang besteht nur eine Impfberechtigung für Lehrerinnen und Lehrer sowie des Personals an Grund- und Förderschulen.

16.51 Uhr: Erster Friseurtermin nach Lockdown - Haarschnitt für 422 Euro

Satte 422 Euro hat sich ein Kunde in Bayreuth den ersten Haarschnitt nach dem Lockdown kosten lassen. Das Geld soll an die Bayreuther Tafel und ein Projekt für trauernde Kinder gespendet werden. "Er war glückselig, dass die Wolle endlich runter konnte", erzählte Friseur Andreas Nuissl, der die Idee für die Versteigerung des ersten Termins hatte, am Montag. "Wolle im wahrsten Sinne des Wortes - bei seinen Naturlocken sah er aus wie ein Schaf." Im Oktober sei der 43-jährige Handwerker das letzte Mal beim Friseur gewesen, sagte Nuissl. Mehr dazu erfahren Sie hier

Seit heute haben die Frisörsalons wieder geöffnet und der Ansturm ist groß.
Seit heute haben die Frisörsalons wieder geöffnet und der Ansturm ist groß. © Arne Dedert/dpa

16.40 Uhr: Astrazeneca-Impfstau droht weiter zu wachsen

Mit der erwarteten Lieferung von über einer Million Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs könnte sich der Impfstau in den Bundesländern bis Ende der Woche vergrößern. Bis Donnerstag sollen knapp 1,1 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca geliefert werden, insgesamt erhöht sich die Liefermenge damit auf fast 3,2 Millionen, wie aus Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Bis einschließlich Sonntag haben nach Zahlen des Robert Koch-Instituts aber nur rund 455.000 Menschen eine Impfung mit Astrazeneca erhalten. Davon sind rund 91.000 Menschen am Samstag und Sonntag geimpft worden.

Trotz großer Mengen zunächst ungenutzten Impfstoffs will die Bundesregierung das Präparat von Astrazeneca nicht für Impfungen jenseits der festgelegten Vorranggruppen freigeben. Eine grundsätzliche Freigabe verfolge die Bundesregierung zu diesem Zeitpunkt nicht, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zuletzt eine weniger starre Priorisierung für Astrazeneca ins Gespräch gebracht, um den Rückstand möglichst schnell abzubauen. Warum sich die Astrazeneca-Impfstoffe in den Kühlschränken der Impfzentren stapeln, ist seit Tagen unklar.

16.27 Uhr: Sächsische Minister mahnen Öffnungskonzepte an

Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch dringt auf eine klare Öffnungsperspektive im Corona-Lockdown. Gemeinsam mit Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt (beide CDU) plädierte sie am Montag in Dresden für Perspektiven in den Bereichen Kultur, Gastronomie und Tourismus sowie für den Einzelhandel und die Veranstaltungswirtschaft. Für Öffnungsschritte sollten dabei nicht statische Inzidenzwerte herangezogen werden, sondern das tatsächliche, individuelle Infektionsrisiko.

Klepsch und Schmidt sehen insbesondere die ländlichen Regionen und die Tourismuswirtschaft durch die Corona-Pandemie gefährdet. Es drohe eine "langfristige Verödung der Ortskerne", erklärte Schmidt. "Natürlich müssen wir das Infektionsgeschehen im Blick behalten", erklärte Klepsch. Mit einer stringenten Teststrategie und einer immer höheren Impfquote sei aber eine schrittweise Öffnung möglich. Auch dürfe nicht vergessen werden, dass die genannten Branchen einen entsprechenden Vorlauf zur Wiedereröffnung benötigten.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht dagegen derzeit noch keine Möglichkeit für weitreichende Lockerungen. Ihm zufolge sind nur kleine Schritte möglich. Auch für die weiterführenden Schulen gibt es laut Kretschmer zeitnah kaum eine Öffnungsperspektive. Bund und Länder wollen am Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten.

16.08 Uhr: Wann Roland Kaiser nun nach Riesa kommt

Schon im vergangenen Jahr musste das Konzert von Schlagersänger Roland Kaiser in Riesa pandemiebedingt verschoben werden. Nach dem 13. März 2020 war zunächst ein Termin im Mai angepeilt worden. Nachdem sich die Hoffnung auf ein baldiges Abflachen der Coronazahlen nicht erfüllte, gab der Veranstalter Semmel Concerts schließlich bekannt, Roland Kaiser werde erst am 26. März 2021 in der Sachsenarena singen. Dass dieser Termin unrealistisch sein würde, ist schon länger klar - schließlich dient die Sachsenarena derzeit als Impfzentrum, die Halle ist dafür durchgängig bis in den Juni vermietet. Nun hat Semmel Concerts auch offiziell eine erneute Verschiebung verkündet - und einen neuen Termin für das Konzert benannt.

Roland Kaiser - hier vor der Semperoper in Dresden - singt später in der Sachsenarena.
Roland Kaiser - hier vor der Semperoper in Dresden - singt später in der Sachsenarena. © Sven Ellger

15.45 Uhr: Dresdner Ärztin soll Corona-Impfstoff gestohlen haben

Eine Dresdner Ärztin steht im Verdacht, am Sonntagvormittag mehrere Dosen eines Corona-Impfstoffs beim Einsatz eines mobilen Impfteams gestohlen zu haben. Das bestätigte ein Polizeisprecher am Montag auf SZ-Nachfrage. Demnach wurden nach jetzigem Kenntnisstand fünf Impfdosen entwendet, offenbar der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer. Mehr dazu lesen Sie hier (SZ+)

15.12 Uhr: Knapp 200 Corona-Neuinfektionen und 50 weitere Tote in Sachsen

In Sachsen wurden nach Angaben des Sozialministeriums vom Montagnachmittag binnen eines Tages 191 Neuinfektionen sowie 50 weitere Todesfälle registriert. Vor genau einer Woche waren es noch 232 Neuinfektionen. Allerdings liegen die Zahlen an Montagen aufgrund von weniger Testungen am Wochenende meist niedriger als an den anderen Werktagen. Seit Beginn der Pandemie gibt es nun insgesamt 194.713 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 7.798 Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. Rund 179.900 Menschen gelten schätzungsweise als wieder genesen.

Besonders von der Pandemie betroffen ist weiterhin der Vogtlandkreis, wo innerhalb es innerhalb der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner 230,5 Neuinfektionen gab. Der niedrigste Wert dieser Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell in der Stadt Leipzig (55,5). Für den gesamten Freistaat wird die Inzidenz mit 84,3 (Vortag: 77,8) beziffert, deutschlandweit ist sie laut Robert Koch-Institut (RKI) auf 65,8 gestiegen (Vortag: 63,8). Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

"Corona positiv" steht auf einem Sarg mit einem Verstorbenen, der an oder mit dem Coronavirus gestorben ist, welcher im Kühlraum des Krematoriums Döbeln steht.
"Corona positiv" steht auf einem Sarg mit einem Verstorbenen, der an oder mit dem Coronavirus gestorben ist, welcher im Kühlraum des Krematoriums Döbeln steht. © Robert Michael/dpa-Zentralbild

14.52 Uhr: Bund mahnt: Keine Sorglosigkeit bei Corona-Öffnungen

Die Bundesregierung mahnt vor den Beratungen mit den Ländern über mögliche weitere Lockerungen von Corona-Beschränkungen weiter ein vorsichtiges Vorgehen an. "Wir sind jetzt in einer Phase der Hoffnungen, Gott sei Dank. Aber es kann und darf nicht eine Phase der Sorglosigkeit sein", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Er verwies auf sinkende Zahlen der Corona-Patienten auf Intensivstationen, anziehende Impfungen und in absehbarer Zeit massenhaft zur Verfügung stehende Schnelltests. Andererseits gebe es bei den Neuinfektionen seit einigen Tagen eine steigende Tendenz, zudem breiteten sich neue, ansteckendere Virus-Varianten weiter aus.

Seibert betonte, dass es bei Schulen, Kitas und nun unter anderem auch bei Friseuren bereits "eine große Öffnungswelle" gebe. Daher sei es sinnvoll, jetzt zunächst die Auswirkungen zu beobachten und dann umsichtig mögliche nächste Schritte zu gehen. Es gelte zu vermeiden, dass man Öffnungsschritte dann wieder zurücknehmen müsse. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten wollen an diesem Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten.

14.35 Uhr: Brandenburg sieht keine Impfung aller über 18 in Hotspots

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hat zurückhaltend auf Vorschläge aus Sachsen und Bayern nach einer Ausweitung der Impfungen reagiert. "Ich denke, wir haben jetzt erstmal alle Hände voll zu tun, die Prio 1 noch zu impfen", sagte Nonnemacher am Montag in Potsdam mit Blick auf die Impfungen für über 80-Jährige, Pflegeheimbewohner und Mitarbeiter in Medizin und Pflege. Es seien auch sehr große Gruppen, für die nun mit dem Impfstoff von Astrazeneca Impfungen möglich wurden - für Menschen mit schweren Vorerkrankungen und mit Behinderungen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte vorgeschlagen, der gesamten Bevölkerung über 18 Jahren in Hotspot-Regionen an der Grenze bald ein Impfangebot machen zu können. Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) dringt vor den Corona-Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch auf eine Änderung des Impfkonzepts. Spätestens im April, wenn mehr Impfstoff komme, müsse jede Dose verabreicht werden,sagte Söder. Er regte etwa auch an, ältere Schüler vor den Abiturprüfungen zu impfen.

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne)
Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) © Soeren Stache/dpa

14.14 Uhr: Händler pochen in Brief an Merkel auf Öffnung ihrer Shops

Deutschlands Elektronikhändler haben in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Dringlichkeit für ein baldiges Öffnen ihrer Geschäfte untermauert. "Für immer mehr Unternehmer ist die Entwicklung existenzgefährdend", heißt es in dem Schreiben an die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder, den die Chefs von Conrad Electronic, Euronics, Media Markt, Saturn und weiteren Firmen unterschrieben haben. Nach ihrer Auffassung besteht im Einzelhandel kein erhöhtes Infektionsrisiko. Ein sicheres Einkaufen sei möglich - auch vor Erreichen des Inzidenzwerts von 50.

Seit Mitte Dezember sind die Elektronikgeschäfte - wie weite Teile des Einzelhandels auch - geschlossen. Seither hat die Branche hierzulande dem Schreiben zufolge etwa zwei Milliarden Euro an Einnahmenverlusten hinnehmen müssen. "Wir fordern eine sofortige Öffnung des stationären Technik-Einzelhandels unter Einhaltung aller
notwendigen Hygiene- und Gesundheitsschutzmaßnahmen", so die Autoren.

Auch Spielwarenhändler schrieben einen Brief mit den gleichen Argumenten, sie mussten nach eigenen Angaben etwa 300 Millionen Euro Umsatzeinbußen hinnehmen. Unter diesen Händlern sind Firmen wie Vedes, Spiele Max, Rofu Kinderland und Galeria Karstadt Kaufhof.

13.49 Uhr: Kontakte zwischen Mitarbeitern größtes Corona-Risiko in Kitas

Viele Corona-Infektionen in Kindergärten lassen sich offenbar darauf zurückführen, dass Erzieherinnen und Erzieher ihre Kollegen anstecken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des rheinland-pfälzischen Landesuntersuchungsamts und der Universität Heidelberg. Die Behörde empfahl, bei Hygienekonzepten für Kindergärten künftig einen besonderen Schwerpunkt auf Kontakte im Kollegenkreis zu legen - etwa in Pausen- und Besprechungsräumen.

Die Wissenschaftler hatten für ihre Untersuchungen die Daten rheinland-pfälzischer Gesundheitsämter zwischen September und Dezember 2020 geprüft. In diesem Zeitraum waren insgesamt 784 Erstinfektionen an Schulen und in Kindergärten durch Labortests bestätigt worden, die unter den betreuten Kindern, Jugendlichen und beim Personal zu 329 Folgefällen führten. Für 441 der 784 sogenannten Indexfälle lagen detaillierte Angaben über die Anzahl der Kontaktpersonen und zu den Ergebnissen von Corona-Tests im Umfeld der Einrichtungen vor.

Demnach infizierten sich in Kindergärten und Schulen jeweils ein bis zwei Prozent der engen Kontakte einer positiv getesteten Person ebenfalls mit dem Coronavirus. In Kindergärten führte eine Infektion bei einem Erwachsenen durchschnittlich zu 1,26 weiteren Fällen in der Einrichtung, wobei in der Mehrzahl andere Mitarbeiter betroffen waren. Ein infiziertes Kita-Kind gab das Virus im Kindergarten im Schnitt an 0,66 andere Personen weiter, überwiegend an andere Kinder.

13.20 Uhr: Verdi pocht auf Schutz für Beschäftigte bei Corona-Öffnungen

Vor den Bund-Länder-Beratungen zu möglichen weiteren Öffnungen des Corona-Lockdowns pocht die Gewerkschaft Verdi auf Schutz für die Beschäftigten. Auch wenn jetzt durch eine Reihe von Wirtschaftsverbänden massiver Druck aufgebaut werde, müsse die Begrenzung des Infektionsgeschehens weiterhin Priorität haben, sagte der Vorsitzende Frank Werneke am Montag.

Nötig sei endlich eine Schutzstrategie etwa für Erzieherinnen und Erzieher und Mitarbeiter im Einzelhandel. Es sei gut, dass Beschäftigte in Kitas und Schulen nun früher geimpft werden sollten, sagte Werneke. "Jetzt müssen die Länder aber Tempo machen, damit die Einrichtungen den Kindern wieder ohne unvertretbare Risiken offenstehen können."

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen an diesem Mittwoch über das weitere Corona-Vorgehen beraten.

12.58 Uhr: Tschechische Polizei patrouilliert an Bezirksgrenzen

Das extrem von der Corona-Pandemie betroffene Tschechien hat die Bewegungsfreiheit seiner Bürger für mindestens drei Wochen massiv eingeschränkt. Die Menschen dürfen ihren Bezirk nur noch in Ausnahmefällen verlassen. Am Montagmorgen begann die Polizei mit scharfen Kontrollen auf Straßen und in Zügen. In Zweifelsfällen wollen die Beamten zu Beginn noch Nachsicht walten lassen. Wenn aber jemand offensichtlich die Regeln missachte, werde das selbstverständlich bestraft, betonte ein Sprecher. Dazu sei es auch schon gekommen, für eine Bilanz sei es aber noch zu früh. Es drohen Bußgelder in Höhe von umgerechnet knapp 400 Euro. Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Tschechien schränkt Mobilität massiv ein".

12.33 Uhr: Neue Software hilft bei Vermittlung von Rest-Impfstoff

Um übrig gebliebenen, bereits aufgetauten Biontech-Impfstoff noch an die Leute bringen zu können, nutzt das Impfzentrum der Stadt Duisburg eine neu entwickelte Software namens "Impfbrücke". Aus einer Liste von Impfwilligen aus der jeweils priorisierten Gruppe werden dabei per Zufallsgenerator Personen ausgewählt und per SMS angeschrieben, wie Stadtsprecherin Anja Kopka am Montag berichtete. Wer das Angebot annehme, könne sich noch am selben Tag impfen lassen. "Es geht um etwa 15 Dosen am Tag." Die Erfahrungen seien gut.

Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" über die in Köln entwickelte Software berichtet. "Für jede Impfdosis verschickt das Programm derzeit SMS an drei Personen gleichzeitig", sagte Manuel Hüttel von dem Software-Start-up "Lit labs" der Zeitung. "Wer zuerst zusagt, bekommt den Termin. Hat nach 30 Minuten keiner reagiert, werden drei neue Personen kontaktiert." In Duisburg sei ein Prototyp des Systems im Einsatz.

11.44 Uhr: Kretschmer schließt Impfpflicht erneut nicht völlig aus

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) schließt eine spätere Impfpflicht für eine Corona-Schutzimpfung weiter nicht völlig aus. Momentan stelle sich diese Frage aber noch nicht, sagte er am Montag in einer gemeinsamen Online-Pressekonferenz mit seinem bayerischen Amtskollegen Markus Söder (CSU). Man dürfe in dieser Situation nicht zu schnell "nie" sagen.

Wer sich nicht impfen lassen wolle, werde seine Grundrechte aber nicht verlieren, sagte Kretschmer: "Das wäre ja noch schöner." Derzeit gebe es nicht genügend Impfstoff, um jeden zu impfen, der das wolle. "Deshalb kann man diese Frage jetzt nicht beantworten."

Söder wollte mit Blick auf eine mögliche Impfpflicht nicht so weit gehen. Es müsse aber eine andere Form von Wahrnehmung geben: "Es ist doch ganz klar: Wenn sich jemand nicht impfen lassen will und jemand anderes impft sich, warum soll der, der sich impfen lässt, dann die entsprechenden Nachteile in Kauf nehmen." Das sei nicht gerecht. "Wer sich impfen lässt, schützt sich und andere." Für diejenigen müsse sich das Leben so weit wie möglich normalisieren.

11.33 Uhr: DFB-Pokal-Viertelfinale wird wohl abgesagt

Dem DFB-Pokal-Viertelfinalspiel zwischen dem SSV Jahn Regensburg und Werder Bremen am Dienstag (18.30 Uhr) droht die Absage. Beim Fußball-Zweitligisten aus der Oberpfalz seien weitere Corona-Fälle aufgetreten. Dies berichtete Geschäftsführer Christian Keller bei der Pressekonferenz am Montag und sagte, dass der Verein daher mit einer Verlegung der Partie rechne. Das gesamte Betreuerteam und die Mannschaft müsse nun voraussichtlich in Quarantäne.

11.19 Uhr: Filmnächte und Stadtfest in Dresden - das sagen die Veranstalter

Können sie stattfinden oder nicht? Die Dresdner bangen wegen der Corona-Pandemie um ihre Feste. Nun stehen ein paar Entscheidungen schon fest. Optimistisch schauen die Filmnächte-Veranstalter in die Zukunft. "Wir planen mit einem Eröffnungstermin für die Filmnächte in Dresden am 24. Juni", sagt Sprecherin Daniela Möckel. Zunächst seien erst einmal nur Filme geplant. Ob Konzerte stattfinden, sei noch unklar. Was das Dresdner Stadtfest angeht, gibt es auch noch keine klare Aussage. "Wir haben mit der Stadtverwaltung vereinbart, dass wir uns Ende März dazu abstimmen", so Frank Schröder, der das Stadtfest für die Stadt veranstaltet. "Es könnte stattfinden", macht Schröder ein wenig Hoffnung.

10.57 Uhr: Internet-Falle für Impftermine

Einen Termin für eine Corona-Schutzimpfung zu bekommen, ist auch für ab 80-Jährige immer noch Glücksache. Denn trotz sich verbessernden Nachschubs ist besonders der für Senioren vorgesehene Impfstoff von Pfizer/Biontech immer noch Mangelware. Der 82-jährige Rentner Eckhard Kindler aus Rosenhain in Sachsen hatte bisher nicht nur kein Glück - bei ihm kam nämlich auch noch Pech dazu. Bei dem Versuch, sich per Internet für einen Impftermin anzumelden, geriet er auf eine Internet-Seite, deren Adresse der des wahren Impfportals des Freistaats zum Verwechseln ähnlich ist - und den Rentner komplett verwirrte.

Eckhard Kindler zeigt die Internet-Seite, die ihn beim Versuch verwirrte, sich für eine Impfung anzumelden.
Eckhard Kindler zeigt die Internet-Seite, die ihn beim Versuch verwirrte, sich für eine Impfung anzumelden. © Markus van Appeldorn

10.28 Uhr: Bayern und Sachsen schmieden Anti-Corona-Allianz

Bayern und Sachsen wollen im Kampf gegen Corona noch enger zusammenarbeiten. Bei einer Videokonferenz kündigten die beiden Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und Michael Kretschmer (CDU) einen Plan an, um gemeinsam gegen die Pandemie vorzugehen. Kretschmer (CDU) plädiert für eine Erweiterung der Kategorien beim Impfen gegen das Coronavirus. Neben die Empfehlungen der ständigen Impfkommission müssten auch andere Kriterien treten. Mit Blick auf das von hoher Infektionsdynamik geprägte Vogtland sagte der Regierungschef, er habe den Wunsch, dass dort allen Erwachsenen im Alter über 18 Jahren ein Impfangebot gemacht werden könne. Das sei ein Thema für die Bund-Länder-Runde am Mittwoch. Beide Ministerpräsidenten kündigten zudem Hilfen für Tschechien an, unter anderem Impfdosen und Tests. Mehr zum Kretschmer-Söder-Termin

9.39 Uhr: Corona-Krise bremst Anstieg der Tarifverdienste

Die Corona-Krise hat den Anstieg der Tarifverdienste in Deutschland 2020 gebremst. Einschließlich Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld lagen die Entgelte der Tarifbeschäftigten zwar um 2,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Dies ist nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes aber der geringste Zuwachs seit 2016 mit damals ebenfalls 2,1 Prozent. Die Wiesbadener Behörde bestätigte am Montag ihre vorläufigen Angaben aus dem Dezember. 2019 waren die Tarifverdienste noch um durchschnittlich 3,2 Prozent gestiegen. Positiv aus Sicht der Beschäftigten: Die Tarifverdienste legten im vergangenen Jahr trotz der Lohnzurückhaltung vieler Arbeitgeber wegen der Pandemie deutlich stärker zu als die Verbraucherpreise mit 0,5 Prozent. Unter dem Strich haben viele Arbeitnehmer damit rechnerisch mehr Geld in der Tasche, sofern sie nicht Einbußen durch die Corona-Krise hinnehmen mussten.

Überdurchschnittlich stiegen die Tarifverdienste im Jahr 2020 vor allem im öffentlichen Dienst, wo sich neben regulären Tariferhöhungen auch Corona-Prämien positiv auswirkten. Steigerungen gab es nach Angaben des Bundesamtes etwa im Bereich Erziehung und Unterricht (plus 3,0 Prozent) und in der Öffentlichen Verwaltung (plus 2,9 Prozent). Im Gesundheits- und Sozialwesen verdienten die Tarifbeschäftigten im Vergleich zum Vorjahr 2,5 Prozent mehr. Deutlich unterdurchschnittlich erhöhten sich die Tarifverdienste dagegen im Verarbeitenden Gewerbe (plus 0,7 Prozent). Im Baugewerbe, das als eine der wenigen Branchen relativ gut durch die Krise gekommen ist, gab es mit 1,0 Prozent ebenfalls eine Lohnsteigerung unter dem Durchschnitt.

9.07 Uhr: Ansteckungsrate in Sachsen steigt weiter

Die Rate der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Sachsen im Wochenvergleich weiter angestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag mit 84,3 an. Einen höheren Wert gab es im Freistaat zuletzt am 9. Februar, als das RKI die Zahl 91,3 meldete. Vor einer Woche betrug die Wocheninzidenz noch 74,8. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Noch höhere Werte als Sachsen werden heute nur aus Thüringen (126,5) und Sachsen-Anhalt (92,0) gemeldet. Bremen liegt mit einer Wocheninzidenz von 82,9 etwa auf sächsischem Niveau. Bundesweit steigt die Ansteckungsrate ebenfalls, von 63,8 am Sonntag auf nun 65,8.

Die höchste Neuansteckungsrate der 13 Regionen in Sachsen hat nach wie vor der Vogtlandkreis. Dort lag die Inzidenz am Montag bei 230,5. Danach folgte Nordsachsen mit 166,4. Vergleichsweise niedrig sind die Zahlen in den drei kreisfreien Städten Leipzig (55,5), CHemnitz (55,6) und Dresden (59,4). Doch auch hier stiegen die Zahlen - alle drei Städte hatten zuletzt bereits Werte unterhalb der 50er-Marke, mit Ausnahme Dresdens sogar Zahlen um den 35er-Inzidenz-Grenzwert.

8.25 Uhr: Corona-Schnelltests sollen laut Kanzleramtschef kostenlos sein

Laut Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sollen die Bürger und Bürgerinnen für die Corona-Schnelltests nichts bezahlen müssen. "Das soll kostenlos sein", sagte Braun am Sonntag in der ARD-Sendung "Anne Will". Geplant sei, dass die Menschen die Tests in vom Gesundheitsamt beauftragten Testzentren durchführen könnten. "Das kann das kommunale Testzentrum sein, das können Ärzte und Apotheker sein", so Braun vor den für Mittwoch anstehenden Gesprächen von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuletzt für mögliche Lockerungen in der Pandemie auf deutlich mehr Tests gepocht. Ursprünglich hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt, dass ab 1. März das Angebot für alle Bürger kommen solle, sich kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests testen zu lassen. Nun soll erst bei dem Bund-Länder-Treffen darüber beraten werden.

8.00 Uhr: Lohnt sich „Click & Collect“ für Dresdens Händler?

Seit zwei Wochen können auch Dresdner Händler Waren zum Abholen anbieten. Sachsen hatte das sogenannte „Click & Collect“ als letztes Bundesland wieder erlaubt. Doch wie wird das Angebot in der Landeshauptstadt angenommen? Höchst unterschiedlich: Für manche Geschäfte lohnt sich das Geschäft, andere Händler schwanken zwischen Ernüchterung und Verzweiflung. Sächsische.de hat sich in Dresden umgehört. Wie es den Händlern geht, lesen Sie im Artikel "Bei uns bilden sich Schlangen" (SZ+)

7.22 Uhr: Große Mehrheit der Deutschen will endlich Lockerungen

Zweieinhalb Monate nach Beginn des harten Corona-Lockdowns ist es nach Auffassung einer großen Mehrheit der Deutschen Zeit für Lockerungen. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zufolge sind nur noch gut ein Drittel für eine Beibehaltung (26 Prozent) oder Verschärfung (9 Prozent) der geltenden Einschränkungen. 43 Prozent meinen dagegen, der Lockdown sollte bei den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Mittwoch weiter gelockert werden. 17 Prozent sind sogar für eine komplette Rückkehr zur Normalität. Mehr zur Umfrage im Artikel Lockdown: Große Mehrheit für Lockerung

6.57 Uhr: Mannschaftssportverbände fordern Öffnung für Vereinssport

Die fünf größten Mannschaftssportverbände in Deutschland fordern eine Aufhebung der Corona-Beschränkungen im Vereinssport. "Es wird langsam Zeit, dass die Kinder wieder die Chance bekommen, ihren Sport zu treiben. Das brauchen (…) auch wir in den Verbänden und in den Vereinen vor Ort, um in unseren Sportarten einigermaßen eine Perspektive entwickeln zu können", sagte Andreas Michelmann, Sprecher der Initiative Teamsport Deutschland, im Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Initiative mit Sitz in Berlin ist die Interessengemeinschaft von Deutscher Basketball Bund, Deutscher Eishockey Bund, Deutscher Fußball-Bund, Deutscher Handballbund und Deutscher Volleyball-Verband.

Handballbund-Präsident Michelmann, hauptberuflich Oberbürgermeister der Stadt Aschersleben in Sachsen-Anhalt, fordert als Sprecher, dass die Politik bei der bevorstehenden Konferenz von Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten am Mittwoch Öffnungsperspektiven anbietet. "Wir haben für alle unsere Sportarten Hygienekonzepte entwickelt, die wirken. Wir können sie aber nur anwenden, wenn Sport generell erlaubt wird", sagte Michelmann.

6.23 Uhr: Kino-Betreiber fordern eine Perspektive

Vor dem heutigen Beginn der in diesem Jahr virtuellen Berlinale haben zahlreiche Kinobetreiber in Deutschland eine Perspektive für ihre Häuser gefordert. Mehrere Filmtheater wurden am Sonntagabend beleuchtet. Nach Angaben des Branchenverbands AG Kino hatten sich mehr als 300 Kinos angemeldet. Die Kinos sind, wie viele andere Einrichtungen in Deutschland auch, seit November wieder geschlossen.

Mit ihrer Aktion wollten die Betreiber auch einen Appell an die Politik senden: "Gebt uns eine Öffnungsperspektive". An der bundesweiten Aktion nahmen auch Kinos in Sachsen teil – etwa in Dresden. Mehr dazu im Artikel Dresdner Kinos leuchten für die Hoffnung (SZ+)

Auch das Dresdner Programmkino Ost zeigte sich in rot.
Auch das Dresdner Programmkino Ost zeigte sich in rot. © Marion Doering

5.47 Uhr: 4.732 Corona-Neuinfektionen und 60 neue Todesfälle registriert

Deutschlands Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 4.732 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden 60 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 4.369 Neuinfektionen und 62 neue Todesfälle. Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen allerdings meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 65,8 - und damit höher als am Vortag (63,8). Vor vier Wochen, am 1. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 91 gelegen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.447.068 nachgewiesene Corona-Infektionen in Deutschland, die Zahl der Genesenen liegt bei 2.255.500. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 70.105. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 1,08 (Vortag 1,11). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 108 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

5.16 Uhr: Friseure und Fußpfleger dürfen wieder Kunden empfangen

Nach gut zehnwöchiger Corona-Schließzeit dürfen Friseure und Fußpflege-Betriebe in Sachsen ab heute wieder Kunden empfangen. Der Freistaat geht diesen Schritt, obwohl die Infektionszahlen derzeit eher stagnieren und mancherorts wieder steigen. Allerdings gibt es für die Öffnung strenge Auflagen. So müssen sich Inhaber und Mitarbeiter wöchentlich testen lassen, medizinische Masken sind Pflicht. Durch gestaffelte Zeitfenster soll eine Ansammlung von Kunden vermieden werden. Im Vogtlandkreis mit derzeit hohen Infektionszahlen müssen Kunden ein negatives Testergebnis vorlegen.

Auch Fahrschulen und Musikschulen dürfen in Sachsen in eingeschränktem Maße wieder Leistungen anbieten. Auch hier muss sich das Personal wöchentlich testen lassen. Trotz Öffnung ist das Handwerk aufgebracht - über Auflagen und Kosten. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Der Frust vor dem Lockendown (SZ+)

Montag, 4.59 Uhr: Mehrheit gegen Zuschauer-Rückkehr in dieser Saison

Die Mehrheit der Deutschen ist gegen eine Rückkehr von Zuschauern in die Bundesliga-Stadien noch in dieser Saison. 61 Prozent der Bundesbürger wollen laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur nicht, dass vor dem Ende der Spielzeit im Mai wieder Fußballfans in den Arenen zugelassen werden. Vor den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderchefs über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise am Mittwoch waren nur 23 Prozent der Befragten dafür, die Stadiontore bald wieder für Zuschauer zu öffnen.

Ende Oktober des Vorjahres hatten Bund und Länder beschlossen, angesichts steigender Corona-Fallzahlen Fans wieder gänzlich auszuschließen. Seither spielt die Bundesliga wie auch alle anderen Profiligen wieder vor leeren Rängen. Zuletzt hatte die Deutsche Fußball Liga gemeinsam mit anderen Organisationen aus Sport und Kultur ein Konzept von Experten und Wissenschaftlern unterstützt, das eine Zuschauer-Rückkehr unter strengen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen ermöglichen soll.

Corona-Pandemie: Das geschah am Sonntag

18.27 Uhr: Kinderärzte fordern Schul- und Kita-Öffnung

Vor den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie fordern die Kinderärzte eine rasche Öffnung von Schulen und Kitas. "Auch nach dem Auftreten von Virusmutationen bleibt es dabei, dass Kinder und Jugendliche keine Treiber der Pandemie sind", sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Sonntag. "Deshalb können und müssen alle Schulen und die Kitas umgehend wieder geöffnet werden. Sie spielen im Infektionsgeschehen keine nennenswerte Rolle."

Eine weitere Schließung der Schulen würde die Kollateralschäden für Kinder und Jugendliche massiv erhöhen, warnte Fischbach. Die psychischen, sozialen und emotionalen Beeinträchtigungen seien nach einem Jahr im Corona-Ausnahmezustand jetzt im zweiten Lockdown noch stärker als im ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr. Neben Vereinsamung, Depression, aggressivem Verhalten und innerfamiliären Konflikten sei auch eine Zunahme der Fettleibigkeit aufgrund von Bewegungsmangel zu beobachten. "Je länger der Lockdown dauert, desto massiver werden aller Voraussicht nach die Langzeitfolgen sein", sagte Fischbach.

18.05 Uhr: Dresdner Jurist hält Querdenken-Klage für Unsinn

Die "Querdenken"-Bewegung in Dresden will eine Unterschriftensammlung starten, um alle zu verklagen, „die uns nötigen, Masken zu tragen“. Konkret hat es die Initiative auf Richter des Oberverwaltungsgerichts Bautzen (OVG) abgesehen, weil diese im Dezember „alle regierungskritischen Demos“ verboten hätten und alle Eilanträge abgelehnten. Wenn es nach "Querdenken 351" geht, sollen sich die Richter nun wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verantworten. Der Dresdner Anwalt und Hochschullehrer nennt das „ganz großen Unsinn“. Warum? Das lesen Sie im Artikel Dresdner Jurist hält Querdenken-Klage für Unsinn (SZ+)

17.50 Uhr: Bayern und Sachsen schmieden Anti-Corona-Allianz

Bayern und Sachsen wollen im Kampf gegen Corona noch enger als bisher zusammenarbeiten. Am Montagvormittag wollen die beiden Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und Michael Kretschmer (CDU) einen Zehn-Punkte-Plan für das gemeinsame Vorgehen gegen die Pandemie vorstellen. Söder hatte eine engere Kooperation zuletzt schon angekündigt, etwa was Test- und Quarantänekonzepte angeht - Ziel sei insgesamt ein möglichst einheitliches Vorgehen.

Bayern und Sachsen sind durch ihre Grenzen zu Tschechien derzeit besonders herausgefordert: Landkreise in Grenznähe zählen seit einiger Zeit zu den auffälligsten Corona-Hotspots in Deutschland. Deshalb laufen inzwischen auch verschärfte Kontrollen an den Grenzen zum Nachbarland Tschechien.

17.15 Uhr: Mehr als 20 Millionen Menschen in Großbritannien haben Erstimpfung

Mehr als 20 Millionen Menschen haben in Großbritannien eine erste Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten, das sind etwa 30 Prozent. Das teilte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Sonntag mit. In Großbritannien wird anders als in Deutschland sowohl der Astrazeneca-Impfstoff als auch das Präparat von Biontech und Pfizer im Abstand von bis zu zwölf Wochen verabreicht, damit so viele Menschen wie möglich schnell eine Erstimpfung erhalten können. Die Zahl der für den vollen Impfschutz notwendigen Zweitimpfungen lag in dem Land zuletzt noch bei unter einer Million. Nach Berechnungen der "Financial Times" wirkt sich der rapide Fortschritt des britischen Impfprogramms bereits auf Neuinfektionen, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle aus. Demnach sinken die Zahlen bei den bereits zu großen Teilen geimpften über 80-Jährigen deutlich schneller als bei jüngeren Altersgruppen.

16.46 Uhr: Färöer-Inseln erstmals seit Juli 2020 ohne aktiven Corona-Fall

Die Färöer-Inseln haben erstmals seit Juli 2020 keinen aktiven Corona-Fall mehr. Am Wochenende prangte eine blaue Null in der entsprechenden Auflistung auf der Corona-Webseite der Inselgruppe, nachdem dort bereits am späten Freitagabend zu lesen gewesen war: "Covid-free - for now" (Covid-frei - vorerst). Die vorerst letzte infizierte Person ist demnach am Freitag als gesund erklärt und aus der Quarantäne entlassen worden.

Die Färöer-Inseln mit ihren rund 50.000 Einwohnern zählen offiziell zum dänischen Königreich, sind aber weitgehend autonom. Sie liegen im Nordatlantik etwa auf halber Strecke zwischen Schottland und Island. Bislang sind auf den Inseln 658 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden - bei mehr als 230.000 Tests. 657 der Infektionen sind überstanden, eine Person ist gestorben.

Die Färöer-Inseln sind nun erstmal frei vom Coronavirus
Die Färöer-Inseln sind nun erstmal frei vom Coronavirus © Archivbild: dpa/Thomas Eisenhuth

16.10 Uhr: Impfstoff-Hilfe aus Deutschland für Tschechien

Sachsen, Bayern und Thüringen wollen Tschechien mit Corona-Impfstoff aushelfen. Ab Montag sei die Lieferung von insgesamt 15.000 Impfstoff-Dosen an das Nachbarland geplant, sagte Sachsens Regierungssprecher Ralph Schreiber am Sonntag. Zuvor hatte MDR Aktuell darüber berichtet. Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) kündigte an, der Freistaat werde einige Tausend Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs aus der für den Fall von Lieferausfällen angelegten Sicherheitsreserve zur Verfügung stellen. "Ich halte diese Hilfsmaßnahme angesichts der Tragödie für alternativlos".

Die tschechische Regierung werde demnach über die weitere Verteilung entscheiden. Tschechien hat gegenwärtig die höchste Infektionsrate in der ganzen EU. Tschechiens Präsident Milos Zeman hatte zuvor gesagt, dass die Corona-Pandemie in seinem Land spätestens im September ausgestanden sein könnte. Alle, die eine Impfung bekommen möchten, würden bis dahin geimpft sein, sagte Zeman dem TV-Sender CNN Prima News, wie die Nachrichtenagentur CTK am Sonntag meldete. Auch glaube er, dass die "leicht wahnsinnige Gruppe", die eine Impfung ablehne, bis dahin ihre Meinung geändert habe.

15.56 Uhr: Chemnitz schließt Kita wegen britischer Mutation

Die Stadt Chemnitz schließt aufgrund mehrerer Corona-Infektionen eine Kindertagestätte. Die Einrichtung mit dem Namen „Glückskäfer“ soll für die kommenden 14 Tage geschlossen bleiben, teilte das städtische Gesundheitsamt am Sonntag mit. Zuvor seien dort mehrere Kinder und Erzieherinnen positiv auf die britische Mutante des Virus getestet worden. Auch die Familien der Betroffenen sollen sich nun zu Hause isolieren, hieß es. Das Gesundheitsamt sei derzeit dabei, mit allen Betroffenen Kontakt aufzunehmen.

15.37 Uhr: Fast 40 Menschen feiern Corona-Party in Berliner Wohnung

Die Polizei hat eine illegale Party mit fast 40 Gästen in Berlin-Charlottenburg wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln aufgelöst. Anwohner aus einem Mehrfamilienhaus beschwerten sich in der Nacht zum Sonntag über den Lärm aus einer Wohnung, wie die Beamten mitteilten. Als die Sicherheitskräfte kurz vor Mitternacht klingelten und klopften, erklärte der 55 Jahre alte Wohnungsinhaber, es werde eine Party gefeiert. Nachdem die Polizei im Flur zunächst ein Dutzend leicht bekleidete Personen entdeckte, zählten die Beamten in der 70 Quadratmeter großen Wohnung 15 Frauen und 21 Männer. Alle Party-Gäste im Alter von 19 bis 55 Jahren erhielten Anzeigen wegen Verstößen gegen die Infektionsschutz-Verordnung. Sie mussten die Wohnung verlassen. Ein 50-Jähriger wurde jedoch aggressiv und schubste einen Polizisten aus der Wohnungstür. Er wurde mit Handfesseln festgenommen und muss sich nun wegen des Angriffs auf Vollstreckungsbeamte verantworten.

15.01 Uhr: Tschechien soll russischen Impfstoff Sputnik V bekommen

Tschechien rechnet mit einer Lieferung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V. Er habe sich mit einer entsprechenden Anfrage an seinen russischen Kollegen Wladimir Putin gewandt, erläuterte Präsident Milos Zeman am Samstag bei CNN Prima News. "Wenn ich richtig informiert bin, wird diesem Wunsch nachgekommen", sagte der 76-Jährige. Bei der Zulassung würde ihm eine Genehmigung durch die tschechische Arzneimittelbehörde SUKL "vollauf genügen". Dem schloss sich am Sonntag in einem Interview der Zeitung "MF Dnes" auch Ministerpräsident Andrej Babiš an. Dabei hatte der Regierungschef noch vor kurzem betont, er wolle erst die Freigabe durch die Europäische Arzneimittel-Agentur abwarten. Als bislang einziges EU-Land hat Ungarn mit der Verabreichung des russischen Covid-19-Impfstoffes begonnen.

In Tschechien werden bislang die Impfstoffe von Pfizer-Biontech, Moderna und Astrazeneca verwendet. In der Bevölkerung wächst angesichts der Infektionszahlen die Kritik, dass die Impfkampagne zu langsam verlaufe. Mehr zur Situation in Tschechien erfahren Sie auch in unserem aktuellen Podcast. Darin spricht unser Korrespondent Hans-Jörg Schmidt darüber, wie Tschechien in die jetzige Situation gekommen ist und welche Auswege es gibt. Das Gespräch hören Sie über den hier eingebetteten Player. Weitere Abspielmöglichkeiten und Hintergründe erfahren Sie in diesem Artikel: "Prag hat komplett die Kontrolle verloren"

14.09 Uhr: Knapp 400 Corona-Neuinfektionen in Sachsen

In Sachsen wurden nach Angaben des Sozialministeriums vom Sonntagnachmittag binnen eines Tages 392 Neuinfektionen sowie fünf weitere Todesfälle registriert. Vor genau einer Woche waren es noch 380 Neuinfektionen. Allerdings liegen die Zahlen am Wochenende aufgrund von weniger Testungen meist niedriger als an Werktagen. Seit Beginn der Pandemie gibt es nun insgesamt 194.522 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 7.748 Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. Rund 179.500 Menschen gelten schätzungsweise als wieder genesen.

Besonders von der Pandemie betroffen ist weiterhin der Vogtlandkreis, wo innerhalb es innerhalb der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner 205,8 Neuinfektionen gab. Der niedrigste Wert dieser Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell in der Stadt Chemnitz (49,5). Für den gesamten Freistaat wird die Inzidenz mit 77,8 (Vortag: 78) beziffert, deutschlandweit beträgt sie laut Robert Koch-Institut (RKI) durchschnittlich 63,8. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

13.52 Uhr: Aufruf zum Corona-Massentest in Radeberg

Nach der Ausbreitung von Virusvarianten in der Region Radeberg im Kreis Bautzen ruft das Landratsamt zu einem Massentest auf. Am Dienstag können sich die Menschen per Schnelltest testen lassen, wie das Amt am Sonntag mitteilte. Termine sind bereits buchbar. So solle das Infektionsgeschehen in und um Radeberg eingedämmt werden. Der Aufruf richtet sich an die Einwohner von Radeberg, Großröhrsdorf, Lichtenberg, Ottendorf-Okrilla, Wachau und Arnsdorf. Im Kreis Bautzen gebe es inzwischen 53 Verdachtsfälle auf die britische Virusvariante. Besonders betroffen sei eine Kita in Ullersdorf mit zehn Fällen. Mehr dazu im Corona-Ticker für den Landkreis Bautzen (SZ+)

13.25 Uhr: Einreiseregeln für französische Grenzregion werden verschärft

Im Kampf gegen die Ausbreitung gefährlicher Mutationen des Coronavirus wird die Einreise aus der französischen Grenzregion Moselle nach Deutschland erschwert. Mit Wirkung ab Dienstag stufte die Bundesregierung die an das Saarland und Rheinland-Pfalz grenzende Region am Sonntag als sogenanntes Virusvariantengebiet ein, wie das Robert Koch-Institut im Internet bekannt gab. Einreisende aus dem Départment müssen künftig bei Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ein Schnelltest ist dabei ausreichend. Fluggesellschaften sowie Bus und Bahnunternehmen dürfen keine Passagiere mehr aus Moselle nach Deutschland befördern. Ausgenommen davon sind aber unter anderem deutsche Staatsbürger und in Deutschland lebende Ausländer. Auch der Warenverkehr soll nicht beeinträchtigt werden.

Stationäre Grenzkontrollen wie an den Grenzen zu Tschechien und zum österreichischen Bundesland Tirol soll es an der Grenze zu Frankreich nach dpa-Informationen nicht geben. Im Département Moselle war es in den vergangenen Wochen zum verstärkten Auftreten der Coronavirus-Varianten gekommen. Nach Angaben von Premierminister Jean Castex handelt es sich bei 60 Prozent der positiven Fälle in Moselle um die südafrikanische Variante.

13.01 Uhr: Festnahmen bei Corona-Demo in Kopenhagen

Bei einer Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen sind in Kopenhagen acht Personen festgenommen worden. Ihnen werden Verstöße gegen das Feuerwerksgesetz und andere Ordnungswidrigkeiten vorgeworfen, wie die Polizei der dänischen Hauptstadt in der Nacht zum Sonntag mitteilte. Zu der Demonstration hatten sich auf Facebook mehr als 1.300 Menschen angemeldet. Laut Polizei hatten sich zunächst knapp 600 Menschen am Samstagabend zu der Demo versammelt, weitere schlossen sich demnach später an, so dass zu einem Zeitpunkt bis zu 1.200 dabei waren, wie die Nachrichtenagentur Ritzau berichtete.

Die Organisatoren kritisieren die dänische Regierung für die anhaltenden Corona-Maßnahmen im Land. Sie halten auch nichts davon, Mund-Nasen-Schutz zu tragen, manche stellen die vom Coronavirus ausgehende Gefahr gänzlich in Frage. Am Montag werden einige der dänischen Beschränkungen gelockert. Unter anderem öffnet der Großteil des Einzelhandels wieder, wie die Regierung am Mittwoch bekanntgegeben hatte.

Ein Polizeifahrzeug steht mit Blaulicht vor Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen.
Ein Polizeifahrzeug steht mit Blaulicht vor Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen. © M.C. Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa

12.35 Uhr: Immunologe schlägt Astrazeneca-Impfung für Merkel im Live-TV vor

Um der Skepsis gegen den Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland zu begegnen, hat sich ein führender Immunologe dafür ausgesprochen, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) live im Fernsehen mit dem Präparat impfen lässt. Das sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, dem britischen öffentlich-rechtlichen Rundfunksender BBC in einem Radiointerview, das am Sonntag ausgestrahlt wurde. Es sei bereits abzusehen, dass die Ständige Impfkommission das Vakzin auch für die über 65-Jährigen empfehlen werde, so Watzl. "Wenn Angela Merkel zu diesem Zeitpunkt ins Live-Fernsehen gehen würde und mit dem Impfstoff geimpft würde, wäre das natürlich großartig", so der Immunologe.

Der Astrazeneca-Impfstoff habe ein reines PR-Problem, betonte Watzl in dem Interview. Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie werde in den kommenden Tagen eine Stellungnahme veröffentlichen, "in der wir klar die Fakten darlegen, dass dies ein sicherer und effektiver Impfstoff auch für Ältere ist", sagte der Wissenschaftler. Er forderte aber auch von der Politik die Botschaft, dass die Menschen sich impfen lassen.

12.07 Uhr: Dresden meldet 23 neue Corona-Fälle

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 23 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 22.083 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Weitere Todesopfer sind am Sonntag nicht zu beklagen, weshalb die Zahl der seit Krisenbeginn im März 2020 Verstorbenen bei 912 Opfern verharrt. Zwei weitere Patienten mussten allerdings ins Krankenhaus einwiesen werden. Als genesen gelten mittlerweile 20.345 Dresdner - fünf mehr als am Samstag.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg seit dem Vortag von 62,3 auf 63,4. Da für mögliche Neubewertungen der Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt auch diesen Wert an. Er liegt heute bei 58,9, tags zuvor waren es noch 53,3. Alle Zahlen aus Dresden (SZ+)

Menschenleer zeigt sich die Dresdner Münzgasse mit ihren wegen des Lockdowns geschlossenen Kneipen und Restaurants.
Menschenleer zeigt sich die Dresdner Münzgasse mit ihren wegen des Lockdowns geschlossenen Kneipen und Restaurants. © Jürgen Lösel

11.25 Uhr: Söder warnt vor zu weitreichenden Öffnungen

Drei Tage vor der nächsten Bund-Länder-Runde zu Corona hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor zu weitreichenden Öffnungen gewarnt. "Öffnen ja - aber mit Vorsicht. Sonst droht ein Blindflug in die dritte Welle", sagte Söder der "Bild am Sonntag". "Wir dürfen mit Deutschland keine Experimente machen, sondern brauchen eine nachhaltige Öffnungsmatrix. Es geht nur Schritt für Schritt." Am Mittwoch wollen Bundesregierung und Länderministerpräsidenten über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten.

11.10 Uhr: Lehrerverband will Zusatzjahr für schwache Schüler

Der Deutsche Lehrerverband plädiert angesichts großer Lernrückstände wegen Corona für ein Zusatzjahr für schwache Schüler. In den nächsten Tage wolle der Verband dazu einen eigenen Vorschlag vorlegen, sagte Präsident Heinz-Peter Meidinger der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Im vergangenen Jahr waren in fast allen Bundesländern sämtliche Schüler versetzt worden. Dies werde allerdings dazu führen, "dass viele Schüler den Anschluss nicht mehr schaffen können", sagte Meidinger.

Er schlägt deshalb ein freiwilliges Zusatzjahr vor. "Aber nicht komplett in allen Fächern, sondern in eigenen Lerngruppen, in denen der Stoff wiederholt wird, in dem es Defizite gibt", erläuterte der Verbandspräsident. Die Schüler würden also gewissermaßen sitzenbleiben, aber nicht in allen Fächern noch mal dasselbe büffeln, sondern nur da, wo sie Nachholbedarf haben. Es solle kein verpflichtendes Jahr für alle sein, sondern speziell für Kinder, bei denen Ferienkurse und Nachhilfe nicht mehr weiterhelfen. Allerdings solle es möglich sein, freiwillig an einem solchen Jahr teilzunehmen, etwa um die Noten zu verbessern. Für den Schuldienst könnten Ruheständler reaktiviert werden und Teilzeitkräfte ermutigt werden, ihre Unterrichtsstunden aufzustocken, sagte Meidinger. Außerdem sollten die abgehängten Schüler von ehrenamtliche Mentoren begleitet werden.

10.28 Uhr: Star-Figuren sollen in New Yorker Lokal für Abstand sorgen

Auf ein Steak mit Audrey Hepburn oder ein Bierchen mit Jon Hamm: Ein New Yorker Steak-Restaurant hat Wachsfiguren von Stars aufgestellt, um seinen Gästen in der Corona-Pandemie beim Abstandhalten zu helfen. Die Wachsfiguren stammten aus dem Museum Madame Tussauds und sollten bis Anfang März in dem Lokal Peter Luger im Stadtteil Brooklyn bleiben, teilten die Betreiber beider Einrichtungen mit. Zu sehen sind unter anderem die Schauspieler Jon Hamm und Audrey Hepburn (1929-1993) sowie der Moderator Jimmy Fallon.

Den Restaurants in New York war in der Pandemie erst vor kurzem erlaubt worden, ihre Innenräume wieder mit eingeschränkter Kapazität und unter Einhaltung von Masken-, Hygiene- und Abstandsregeln zu öffnen.

Moderator Jimmy Fallon sitzt wächsern im Peter Luger Steakhouse im Stadtteil Brooklyn.
Moderator Jimmy Fallon sitzt wächsern im Peter Luger Steakhouse im Stadtteil Brooklyn. © Kevin Hagen/FR170574 AP/dpa

9.45 Uhr: Kretschmer schließt Impfpflicht nicht aus

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat vor der am kommenden Mittwoch stattfindenden Bund-Länder-Konferenz eine Corona-Impfpflicht nicht völlig ausgeschlossen. Der CDU-Politiker sprach in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ lediglich davon, dass er eine solche Pflicht zum aktuellen Zeitpunkt ablehne. „Immer dann, wenn ich über Zwang spreche, machen Menschen zu, die ansonsten noch erreichbar wären.“ Deswegen sei jetzt der falsche Zeitpunkt für diese Debatte, so Kretschmer. Allerdings könne sich das später ändern: „Wenn 60, 70 Prozent geimpft sind, dann kann man noch mal über die Impfpflicht reden“, so Kretschmer.

Mit seinen Äußerungen in dem Zeitungsinterview setzt sich Sachsens Ministerpräsident von der bisherigen Linie der Bundespolitik ab. Sowohl Kanzlerin Angela Merkel als auch Gesundheitsminister Jans Spahn (beide CDU) lehnen eine solche Pflicht bislang kategorisch ab und debattieren allenfalls über kleinere Vorteile für Geimpfte.

9.07 Uhr: Keine Ausnahmen für von Grenzschließung betroffene Familien

Familien, die nach der Schließung der deutsch-tschechischen Grenze getrennt sind, können vorerst nicht mit Erleichterungen rechnen. Der Freistaat Sachsen wird keine weiteren Ausnahmen in die Corona-Quarantäne-Verordnung aufnehmen, informierte das Sozialministerium in Dresden auf dpa-Anfrage. Schätzungen, wie viele Betroffene es gibt, lägen nicht vor. "Ausnahmen wurden von Beginn an auf ein notwendiges Mindestmaß beschränkt." Der Regierung sei bewusst, dass die Verordnung für einzelne Personen Härten zur Folge habe. Die Bestimmungen sind auch ein Fall für die Justiz. Dem Oberverwaltungsgericht liege ein Eilantrag vor, der sich gegen die Regeln für Einreisende aus sogenannten Virusvarianten-Gebieten wie Tschechien richtet, teilte ein Gerichtssprecher mit. Moniert werde etwa, dass die Quarantäneverpflichtung bei grenzüberschreitenden Familienverhältnissen "die besonders schutzwürdigen persönlichen Kontakte zwischen Eltern und Kindern" unmöglich mache. Mehr zu den Folgen der Grenzschließungen für Paare und Familien im Artikel Wenn Grenzen Familien trennen

8.04 Uhr: Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson erhält Notfallzulassung in USA

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Corona-Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson eine Notfallzulassung erteilt. Das teilte jetzt die FDA mit. Bei dem Impfstoff handelt es sich um das erste Präparat, das nur einmal gespritzt werden muss. Anfang Februar hatte Johnson & Johnson die Notfallzulassung für den von seiner Pharmasparte entwickelten Corona-Impfstoff bei der FDA beantragt. Mitte Februar folgte der Antrag bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA. Die EMA erklärte, man werde das Vakzin der Johnson & Johnson-Tochter Janssen-Cilag International N.V. in einem beschleunigten Verfahren prüfen. Der zuständige Ausschuss könnte seine Bewertung Mitte März abgeben. Mehr zur Johnson & Johnson-Notfallzulassung

7.52 Uhr: RKI registriert 7.890 Corona-Neuinfektionen und 157 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 7.890 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden 157 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 7.676 Neuinfektionen und 145 neue Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 63,8 - und damit so hoch wie am Vortag (63,8). Vor vier Wochen, am 31. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 90,2 gelegen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.442.336 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.248 400 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 70.045.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 1,11 (Vortag 1,08). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 108 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

7.30 Uhr: Umfrage: Drei Viertel wollen Öffnung des Handels im März

Eine Mehrheit der Menschen wünscht sich einer Umfrage zufolge eine Öffnung des Einzelhandels noch im März. In einer Befragung des Insa-Meinungsforschungsinstituts für die "Bild am Sonntag" sprachen sich 75 Prozent dafür aus, dass die Geschäfte im März wieder öffnen, 17 Prozent waren dagegen. Bei Restaurants wollen 54 Prozent der Befragten eine Öffnung im März, 35 Prozent lehnten dies ab. Auch bei Hotels (45 zu 37 Prozent), Kosmetiksalons (44 zu 32 Prozent) und Museen (42 zu 35 Prozent) überwogen die Öffnungsbefürworter. Anders sah es bei Kinos und Theatern aus. Hier sind 35 für eine Öffnung im März, aber 46 Prozent dagegen. Auch bei der Öffnung von Sportstätten und Fitnessstudios (40 zu 41) gab es mehr Gegner als Befürworter einer Öffnung. Am Mittwoch beraten Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie.

Corona-Pandemie: Das geschah am Samstag

18.10 Uhr: Kinderhilfswerk gegen "Sommerschulen"

Der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, hat Forderungen nach sogenannten Sommerschulen gegen Lernrückstände in der Corona-Pandemie zurückgewiesen. "Grundsätzlich brauchen Kinder und Jugendliche die schulfreie Zeit, um einfach ungezwungen miteinander zu lachen, zu spielen, gemeinsam schöne Momente zu erleben und mal etwas anderes zu sehen als die eigenen vier Wände", sagte Krüger der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Es wäre aus seiner Sicht "ein fatales Signal, die Kinder jetzt für die Unzulänglichkeiten des Bildungssystems in den Sommerferien büßen zu lassen". Lernrückstände dürften nicht als Malus angesehen werden und die Schuld nicht bei den Kindern und Familien gesucht werden, sagte Krüger.

Statt Unterricht in den Sommerferien forderte er offene, freiwillige und kostenfreie Angebote. Sie sollten "nicht einfach die Stundentafel verlängern, sondern mehr spielerisch, projektbezogen und an der Lebensrealität der Kinder ausgerichtet notwendigen Lernstoff wiederholen, anders erklären und Freude an Bildung vermitteln". Hier sollten mit finanzieller Unterstützung des Bundes entsprechende Angebote gemacht werden. Wichtig sei zudem "die kurzfristige Entrümpelung der Lehrpläne, um beim Schließen von Lernlücken eine Überforderung der Kinder unbedingt zu vermeiden", ergänzte Krüger. Außerdem sollten verstärkt Kinder- und Jugendfreizeiten in den Sommerferien angeboten werden: "Kinder vermissen ihre Freundinnen und Freunde und den Austausch mit Gleichaltrigen."

17.42 Uhr: Corona: Polizei setzt Demonstrationsverbot in Erfurt durch

Die Polizei hat am Samstag in Erfurt eine geplante Demonstration von Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen verhindert. Dazu wurden unter anderem der Domplatz weiträumig abgesperrt und bereits an Einfallstraßen der Landeshauptstadt "massenweise Kontrollstellen" errichtet, wie ein Sprecher der Landespolizeidirektion Thüringen am Nachmittag mitteilte. Die Bundespolizei kontrollierte auf dem Hauptbahnhof und in den "Schwerpunktzügen" verstärkt das Tragens von Mund-Nasen-Bedeckungen, hieß es. Das von der Stadt ausgesprochene und vom Oberverwaltungsgericht bestätigte Verbot werde konsequent durchgesetzt, so der Sprecher weiter.

So habe es um den Domplatz eine Reihe von Platzverweisen gegenüber "Uneinsichtigen" gegeben. Etwa 50 einzelne Fußgänger, die zur geplanten Kundgebung wollten, seien abgewiesen worden. Auch die Zahl der abgewiesenen Fahrzeuge schätzte der Polizeisprecher gegen 17 Uhr auf insgesamt rund 50. Über die Anzahl der im Einsatz befindlichen Polizisten machte er keine Angaben. Auch in Magdeburg, wo Ersatz-Kundgebungen geplant waren, wurden die entsprechenden Versammlungen verboten. Zu der Kundgebung gegen die Corona-Auflagen in Erfurt waren ursprünglich bis zu 10.000 Teilnehmer erwartet worden. Die Stadt Erfurt hatte diese mit Verweis auf das Infektionsschutzgesetz verboten. Dagegen hatten die Veranstalter ohne Erfolg geklagt.

Hunderte Einsatzkräfte der Polizei zeigen wie hier am Domplatz in Erfurt Präsenz, um konsequent die Verbotsverfügung gegen eine Demonstration der sogenannten Querdenker durchzusetzen.
Hunderte Einsatzkräfte der Polizei zeigen wie hier am Domplatz in Erfurt Präsenz, um konsequent die Verbotsverfügung gegen eine Demonstration der sogenannten Querdenker durchzusetzen. © Michael Reichel/dpa-Zentralbild

17.22 Uhr: Dreyer sieht Bußgeld für Impfdrängler als angemessenes Signal

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat sich für hohe Bußgelder ausgesprochen, sollte sich jemand bei Corona-Impfungen vordrängeln. Sie finde solches Verhalten "wirklich rücksichtslos den Gruppen gegenüber, die ein sehr hohes Risiko haben, sehr schwer zu erkranken, wenn sie nicht geimpft werden", sagte sie dem Tagesspiegel. "Ich finde den Vorschlag für ein Bußgeld für die Impfdrängler angemessen. Das wäre ein starkes Signal", sagte sie mit Blick auf Überlegungen der großen Koalition im Bund, bis zu 25.000 Euro Bußgeld für solche Fälle zu verhängen.

"Aber es muss auch klar sein, dass kein Impfstoff weggeworfen wird", sagte die Ministerpräsidentin. In Rheinland-Pfalz gebe es klare Regeln. "Wenn Impfstoff absehbar übrig ist an dem Tag, werden einfach Menschen kontaktiert aus der gleichen Prioritätengruppe. In Gruppe 1 sind ja auch Rettungsorganisationen oder ambulante Pflegedienste."

16.54 Uhr: Spahn nahm am Tag vor positivem Corona-Test an Essen in Leipzig teil

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat am Tag, bevor er selbst im Oktober ein positives Corona-Testergebnis erhalten hat, an einem Abendessen mit mehreren Personen teilgenommen. Laut Kalendereintrag sei Spahn bei dem Essen von 20 Uhr bis rund 21.30 Uhr anwesend gewesen, teilte sein Bundestagsbüro am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Am Vormittag darauf hatte Spahn noch an einer Sitzung des Bundeskabinetts in Berlin teilgenommen, bevor sein Ministerium die Infektion des Ministers mitteilte.

Der "Spiegel" hatte berichtet, Spahn habe am 20. Oktober an einem Abendessen mit etwa einem Dutzend Unternehmern in Leipzig teilgenommen. Am Morgen habe Spahn noch im ZDF darauf hingewiesen, dass es die Hauptansteckungspunkte beim Feiern und Geselligsein gebe, privat oder bei Veranstaltungen wie einer Party. "Die damals gültigen Regeln der sächsischen Corona-Schutz-Verordnung wurden nach Bestätigung des Gastgebers eingehalten", teilte Spahns Büro mit. Alle Teilnehmer des Abendessens seien nach der Positivtestung dem zuständigen Gesundheitsamt als Kontaktpersonen gemeldet und parallel auch durch Spahn oder den Gastgeber informiert worden. Alle hätten sich, so weit bekannt, in Quarantäne begeben und seien nach Angaben des Gastgebers negativ getestet worden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). © Kay Nietfeld/dpa

16.25 Uhr: Grenzkontrollen aus Tschechien und Tiro werden verlängert

Die Bundesregierung will das so genannte Beförderungsverbot für Einreisende aus sogenannten Virusvarianten-Gebieten bis 17. März verlängern. Das berichtet die "Funke Mediengruppe", der ein entsprechender Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums vorliegt. "Mit einem deutlich verringerten Eintrag von Virusvarianten sollen weitere Infektionen möglichst verhindert werden", heißt es demnach in dem Papier. Aktuell gilt das Beförderungsverbot, das derzeit auch Einreisen aus Tschechien und weite Teile des österreichischen Bundeslandes Tirol umfasst, bis 3. März. Nach dem Verbot dürfen Reiseunternehmen, Bahnen und Fluggesellschaften niemanden aus den Mutationsgebieten nach Deutschland befördern. Im Prinzip dürfen von dort nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen. Unter anderem für Berufspendler, die in systemrelevanten Branchen arbeiten, gibt es Ausnahmen.

Menschen, die nach Deutschland einreisen, sollen ab Montag zudem eine Corona-SMS der Bundesregierung erhalten, wenn sich ihr Handy in das deutsche Mobilfunknetz einbucht. "Damit werden sie über die in der Bundesrepublik Deutschland geltenden Einreise- und Infektionsschutzbestimmungen informiert sowie auf geltende Infektionsschutzmaßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 hingewiesen", heißt es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums vom Samstag.

16.03 Uhr: Politiker werben für europäischen Trauerakt für Corona-Tote

Der FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff unterstützt den Vorschlag von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), dass die EU-Staaten in einem gemeinsamen Trauerakt der Corona-Todesopfer gedenken. "Das wäre ein starkes Signal für die europäische Wertegemeinschaft", sagte Lambsdorff den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe. Der Zusammenhalt in der Europäischen Union habe sich in der Corona-Pandemie als enorm wichtig erwiesen. "Diesem europäischen Geist sollte auch in der gemeinsamen Trauer um die Opfer Ausdruck verliehen werden."

Zuvor hatte Bundesaußenminister Maas den Funke-Zeitungen gesagt: "Über eine halbe Million EU-Bürgerinnen und -Bürger haben mittlerweile in Verbindung mit einer Corona-Infektion ihr Leben verloren. Ich würde mir sehr wünschen, dass wir der Verstorbenen auch in einem europäischen Akt gemeinsam gedenken." Das wäre ein sichtbares Zeichen, "dass wir nicht nur die Pandemie gemeinsam bekämpfen, sondern auch in unserer Trauer um die Opfer vereint sind". Von den Wirtschaftshilfen über die wechselseitige Aufnahme von Intensivpatienten bis zur Impfstoffbeschaffung sei Corona eine gesamteuropäische Herausforderung. Die Bundesregierung gedenkt der mittlerweile fast Corona-Toten in Deutschland mit einem ökumenischen Gottesdienst und einer staatlichen Gedenkfeier am 18. April in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin.

15.43 Uhr: Ein einziger Corona-Fall: Lockdown für neuseeländische Stadt Auckland

Nach der Meldung einer einzigen Corona-Neuinfektion in der neuseeländischen Stadt Auckland ist ein Lockdown von mindestens einer Woche verhängt worden. Das gab Premierministerin Jacinda Ardern am Samstag bekannt. Sie wisse wie frustrierend das sei, sagte Ardern. Zurzeit sei unklar wie es zu der Ansteckung gekommen sei. Die Gesundheitsbehörden seien dabei, eine Gen-Sequenzierung des nachgewiesenen Corona-Virus durchzuführen und Kontakte nachzuverfolgen.

In Auckland gab es bereits am 14. Februar einen dreitägigen Lockdown, nachdem drei Corona-Neuinfektionen in einer Familie aufgetreten waren. Ab Sonntagfrüh (Ortszeit) sind in der größten Stadt Neuseelands unter anderem Schwimmbäder, Museen, Kinos und Spielplätze geschlossen. Schulen bleiben weiterhin geöffnet, bieten jedoch nur Notbetreuung an. Zahlungen müssen ohne Bargeld erfolgen. Im Rest des Landes sind Versammlungen von mehr als 100 Menschen verboten. Neuseeland gilt als Musterland in der Corona-Pandemie. In dem Land mit 4,8 Millionen Einwohnern wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bisher 2016 Infektionsfälle nachgewiesen, 26 Menschen sind nach einer bestätigten Corona-Infektion gestorben.

Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland, hat einen Lockdown über Auckland verhängt.
Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland, hat einen Lockdown über Auckland verhängt. © Nick Perry/AP/dpa

15.29 Uhr: Impfkommission überdenkt Empfehlung zu Astrazeneca-Vakzin

Die Ständige Impfkommission in Deutschland (Stiko) will ihre Empfehlung zum Impfstoff des Herstellers Astrazeneca überdenken. Es werde "sehr bald zu einer neuen, aktualisierten Empfehlung kommen", sagte der Chef der Kommission, Thomas Mertens, am Freitagabend im ZDF-"heute journal". Die Stiko hatte - anders als die EU-Arzneimittelbehörde EMA - den Impfstoff vorerst nur für Menschen zwischen 18 und 64 Jahren empfohlen, weil Daten zur Wirkung bei Älteren fehlen. Das Vakzin trifft bei vielen Menschen auf Vorbehalte. "Das Ganze ist irgendwie schlecht gelaufen", räumte Mertens ein.

Er rechtfertigte aber die Stiko-Entscheidung mit einer dünnen Datenlage. "Wir hatten die Daten, die wir hatten und haben auf der Basis dieser Daten die Empfehlung gegeben. Aber wir haben nie den Impfstoff kritisiert. Wir haben nur kritisiert, dass die Datenlage für die Altersgruppe über 65 nicht gut oder nicht ausreichend war." Ansonsten sei der Impfstoff "sehr gut" und er werde "jetzt durch hinzukommende neue Daten noch besser in der Einschätzung", betonte Mertens.

14.54 Uhr: Italien verschärft Corona-Regeln - deutliche Lockerung auf Sardinien

Italien will ab Montag die Corona-Beschränkungen in einigen Teilen des Landes verschärfen. Für die süditalienischen Regionen Basilikata und Molise gelten dann ein Lockdown, in der wirtschaftsstarken Lombardei sowie den Marchen und dem Piemont die mittel-strengen Regeln der Orangen Zone. Dazu unterzeichnete Gesundheitsminister Roberto Speranza eine Verordnung, wie sein Ministerium am Samstag in Rom mitteilte.

Dagegen könnte auf der Insel Sardinien etwas Normalität zurückkehren. Sie soll in die Weiße Zone fallen. Ursprünglich ist vorgesehen, dass dort alle Beschränkungen aus dem Corona-Dekret entfallen und stattdessen spezifische Regeln vereinbart werden. Dafür muss eine Region drei Wochen lang einen Inzidenzwert von unter 50 Fällen je 100 000 Einwohner erreichen. Über die Modalitäten wird mit der Regierung Sardiniens noch verhandelt. Es wäre das erste Mal, dass eine Region in diese Kategorie fällt.

14.06 Uhr: Mehr als 450 Corona-Neuinfektionen in Sachsen

In Sachsen wurden nach Angaben des Sozialministeriums vom Sonnabendnachmittag binnen eines Tages 459 Neuinfektionen sowie 48 weitere Todesfälle registriert. Allerdings sind insbesondere bei den Verstorbenen auch Fälle nachgemeldet worden - etwa aus dem Landkreis Bautzen. Am Sonnabend vor einer Woche wurden noch 446 Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Pandemie gibt es nun insgesamt 194.130 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 7.743 Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. Rund 179.350 Menschen gelten schätzungsweise als wieder genesen.

Besonders von der Pandemie betroffen ist im Freistaat nach wie vor der Vogtlandkreis, wo innerhalb es innerhalb der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner 238,5 Neuinfektionen gab. Die niedrigste Wocheninzidenz weist aktuell mit 48,3 die Stadt Chemnitz aus. Für den gesamten Freistaat wird die Inzidenz mit 78,0 (Vortag: 75,3) beziffert, deutschlandweit beträgt sie laut Robert Koch-Institut (RKI) durchschnittlich 63,8. Die meisten neuen Infektionsfälle wurden am Sonnabend mit 65 aus dem landkreis Bautzen gemeldet. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

13.53 Uhr: Größere Präsenz-Feiern trotz Corona im NRW-Innenministerium

Trotz Corona-Pandemie hat es im nordrhein-westfälischen Innenministerium noch bis Januar 2021 Beförderungsfeiern als Präsenzveranstaltungen gegeben - darunter zwei größere. Am 23. November seien zunächst 26 Personen befördert worden, nach einstündiger Pause und "gründlicher Lüftung" dann weitere 18 Personen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Samstag. Neben den Beförderten seien bei dieser größeren Feier - aus Infektionsschutzgründen auf die zwei separaten Veranstaltungen aufgeteilt - auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) und Staatssekretär Jürgen Mathies sowie einige wenige weitere Personen anwesend gewesen.

Die Feiern hätten "unter besonders strikten Corona-Schutzvorkehrungen" und im größten Saal des Ministeriums stattgefunden, betonte der Sprecher. Es habe nach diesem Veranstaltungstag "gesichert keine positiven Fälle, keinerlei Infektionsgeschehen" gegeben. Reul war Mitte Februar positiv auf das Coronavirus getestet worden - er hatte sich mit der besonders ansteckenden britischen Variante infiziert. Auch Mathies war Mitte Februar in Quarantäne gegangen. In einer E-Mail an seine Mitarbeiter hatte Reul zudem vor einigen Tagen von zehn weiteren Kollegen und Personenschützern berichtet, die noch akut infiziert seien.

13.26 Uhr: Umfrage: Mehrheit der Deutschen für Impfpass nach Vorbild Israels

Eine große Mehrheit der Deutschen wünscht sich einen Corona-Impfpass, der den Besuch von Theatern, Fitnessstudios, Sportereignissen oder auch Reiseerleichterungen ermöglicht. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sind 16 Prozent dafür, einen solchen "Grünen Pass" nach dem Vorbild Israels sofort einzuführen. Weitere 44 Prozent meinen, man sollte damit warten, bis alle Menschen in Deutschland ein Impfangebot bekommen haben. Nach derzeitiger Planung soll das bis zum 21. September der Fall sein. Nur 35 Prozent lehnen die Einführung eines Passes, der Geimpften Vorteile gegenüber nicht Geimpften ermöglicht, grundsätzlich ab.

Israel hatte am vergangenen Sonntag einen sogenannten Grünen Pass eingeführt, der Genesenen und Geimpften in der Corona-Krise zahlreiche Erleichterungen gewährt. Auch für Nicht-Geimpfte wurden zwar Einschränkungen gelockert, sie erhielten aber deutlich weniger Freiheiten zurück.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben sich zwar am Donnerstag darauf verständigt, dass innerhalb der nächsten drei Monate ein europäischer Impfpass entwickelt werden soll. Unklar ist aber noch, welche Erleichterungen damit verbunden sein werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich grundsätzlich offen dafür gezeigt, Geimpften Vorteile zu gewähren - aber erst zu einem späteren Zeitpunkt. "Wenn wir genügend Menschen ein Impfangebot gemacht haben werden und sich einige partout nicht impfen lassen wollen, wird man überlegen müssen, ob es in bestimmten Bereichen Öffnungen und Zugänge nur für Geimpfte geben soll", sagte Merkel in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview er "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Kritiker halten ein solches Vorgehen für eine Impfpflicht durch die Hintertür.

Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel, spricht bei einer Pressekonferenz in einem Fitnessstudio vor der Wiedereröffnung der Filiale Petach Tikwa und hält ein Smartphone in der Hand mit der geöffneten App des Grünen Impfpasses.
Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel, spricht bei einer Pressekonferenz in einem Fitnessstudio vor der Wiedereröffnung der Filiale Petach Tikwa und hält ein Smartphone in der Hand mit der geöffneten App des Grünen Impfpasses. © Tal Shahar/POOL Yediot Ahronot/AP/dpa

12.38 Uhr: Patientenschützer rügen Mangel an Schnelltests

Patientenschützer haben die Pläne von Bund und Ländern, weitere Öffnungsschritte mit Hilfe von flächendeckenden Corona-Schnelltests abzusichern, als "reines Wunschdenken" kritisiert. "Selbst für Hunderttausende geimpfte Pflegeheimbewohner gibt es keine Freiheitsrechte, weil die täglichen Schnelltests für Besucher und Altenpflegekräfte fehlen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe. Schon für diese vergleichbar kleine Gruppe gelinge es nicht, genügend Schnelltests zu organisieren. "Wie soll es dann in Einkaufszentren, Schulen, Universitäten, Kneipen oder Kinos funktionieren?" warnte der Patientenschützer.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hatten am Donnerstag erklärt, mögliche Lockerungen von den pandemiebedingten Einschränkungen könnten mit dem Einsatz von Schnelltests verbunden werden. "Eine intelligente Öffnungsstrategie ist mit umfassenden Schnelltests, gleichsam als Freitesten, untrennbar verbunden", sagte Merkel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das Vorgehen solle bei den Beratungen mit den Ministerpräsidenten am kommenden Mittwoch besprochen werden. Schnelltests werden von geschultem Personal vorgenommen und kommen bereits regelmäßig zum Beispiel in Pflegeheimen zum Einsatz. Zu unterscheiden sind sie von den Selbsttests, die nun auch in Deutschland auf den Markt kommen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erteilte am Mittwoch Sonderzulassungen für drei der sogenannten Antigen-Tests, mit denen sich jeder selbst testen kann.

12.22 Uhr: Virus-Varianten: Biden warnt vor Gefahr erneut steigender Fallzahlen

US-Präsident Joe Biden hat angesichts neuer Coronavirus-Varianten vor der Gefahr erneut steigender Fallzahlen in der Pandemie gewarnt. "Das Schlimmste, was wir jetzt tun können, ist, in unserer Wachsamkeit nachzulassen", sagte Biden am Freitagabend (Ortszeit) bei einem Besuch in Houston im Bundesstaat Texas. Er rief die Amerikaner dazu auf, sich impfen zu lassen. "Die Impfungen sind sicher", sagte er. "Ich schwöre Ihnen, sie sind sicher und wirksam." Biden appellierte außerdem an seine Landsleute, Masken zu tragen. Er betonte erneut, es sei keine politische Aussage, ob man einen Mund-Nasen-Schutz trage oder nicht.

US-Forscher haben sich zuletzt besorgt über neue Coronavirus- Varianten in Kalifornien und New York gezeigt. Die täglichen Fallzahlen in den USA liegen weit unterhalb von denen zu Jahresbeginn. In den vergangenen Tagen stagnierten sie aber oberhalb der Marke von 70.000. Seit Beginn der Pandemie sind in den USA mehr als 510.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus ums Leben gekommen.

11.54 Uhr: Städte- und Gemeindebund fordert "Corona-Notbremse"

In der Öffnungsdebatte vor der Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch hat sich der Städte- und Gemeindebund für eine "Corona-Notbremse" ausgesprochen. Sie wäre bei "dramatischen Entwicklungen" der Pandemie sinnvoll, damit Öffnungen auch wieder rückgängig gemacht werden könnten, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Landsberg forderte zudem, dass in der Diskussion über Lockerungen die Belastung des Gesundheitssystems stärker berücksichtigt wird, "nicht nur national, sondern auch regional". Die alleinige Fokussierung auf Inzidenzwerte sei nicht der richtige Maßstab.

Darüber hinaus müsse durch eine Schnell- und Selbsttest-Strategie zusätzliche Sicherheit gewonnen werden. "Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass ein negativer Eigentest, den man mit einem Screenshot auf dem Smartphone dokumentiert, einen erleichterten Zugang zu Restaurants oder öffentlichen Veranstaltungen für einen Zeitraum von etwa 72 Stunden ermöglicht", verdeutlichte Landsberg. Außerdem schlug er kleine Schritte bei Lockerungen vor. "So ist es zum Beispiel denkbar, bei Restaurants und Gaststätten vorrangig die Außengastronomie zu öffnen und im Innenbereich noch mehr Fläche pro Gast vorzusehen."

11.16 Uhr: Bundeswahlleiter: Bundestagswahl darf kein Superspreader-Event werden

Bundeswahlleiter Georg Thiel hat angesichts der Corona-Pandemie eine einheitliche Regelung für die Bundestagswahl am 26. September gefordert. "Ich bin der Ansicht, dass die Maskenpflicht im Wahllokal strikt befolgt werden muss. Die Bundestagswahl darf nicht zum Superspreader-Event werden", sagte Thiel den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zudem hoffe er, dass bis zur Wahl alle Wahlhelfer geimpft seien. Feste Zeitfenster, in denen die Bürger ihre Stimmen abgeben können, hält Thiel nicht für sinnvoll. "Das kann ich mir schon organisatorisch gar nicht vorstellen." Stattdessen schlägt er größere Wahllokale vor. Altenheime sollten gemieden werden - "dafür könnten wir verstärkt auf Räumlichkeiten in Sporthallen, Theatern oder Museen zurückgreifen", so Thiel.

Thiel rechnet in Zeiten der Pandemie außerdem mit einer größeren Zahl an Briefwählern. Der Bundeswahlleiter trat dabei Behauptungen entgegen, die Briefwahl sei anfällig für Fälschungen. "Die Briefwahl gibt es seit 1957, und wir haben bis heute keine Anhaltspunkte für Unregelmäßigkeiten in einem Ausmaß, dass sie das Wahlergebnis beeinflussen könnten", sagte Thiel. Insofern könne er mit gutem Gewissen sagen: "Die Briefwahl ist sicher."

10.54 Uhr: Drei positive Corona-Tests bei Nordischer Ski-WM in Oberstdorf

Bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf sind drei Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Betroffen sind zwei Mitglieder des italienischen Skisprung-Teams der Frauen sowie ein Mitglied von Sloweniens Delegation der Skisprung-Frauen, wie der Weltverband Fis am Samstagmorgen mitteilte. Alle drei Personen wurden sofort isoliert, hieß es weiter. Namen wurden nicht genannt. Die örtliche Gesundheitsbehörde ermittelte zudem eine weitere Kontaktperson, die sich nun ebenfalls in Quarantäne befindet. Bei den Titelkämpfen im Allgäu werden alle Beteiligten engmaschig getestet. Alle sechs Tage ist ein PCR-Test zu absolvieren, dazwischen müssen alle zwei Tage Antigen-Tests gemacht werden. Bei den ersten 4.000 Tests bis zum WM-Beginn hatte es nur einen Verdachtsfall gegeben. Die WM findet coronabedingt komplett ohne Zuschauer statt.

Skispringerinnen aus Österreich, Slowenien und Norwegen (l-r) stehen nach dem Wettkampf in Oberstdorf zusammen vor den Papp-Zuschauern.
Skispringerinnen aus Österreich, Slowenien und Norwegen (l-r) stehen nach dem Wettkampf in Oberstdorf zusammen vor den Papp-Zuschauern. © Daniel Karmann/dpa

10.35 Uhr: Dreyer: "Die Menschen sind total gestresst"

Der Corona-Lockdown setzt den Bürgern nach Ansicht der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) zunehmend zu. Die Menschen machten zwar immer noch diszipliniert mit, sagte Dreyer der "Saarbrücker Zeitung". "Aber dass sie total gestresst sind von Corona ist ja auch klar." Das betreffe vor allem jene, die um ihre Existenz bangten, und auch jene, die an der Grenze der Belastung seien - wie beispielsweise Familien.

Dreyer rechnete damit, dass beim nächsten Corona-Gipfel der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 3. März ein "Perspektivplan" beschlossen werde. "Wir arbeiten zwischen den Ländern und dem Bund im Hintergrund sehr hart daran, die unterschiedlichen Vorstellungen, die es dazu gibt, zusammen zu führen", sagte Dreyer. "Das wird bis Mittwoch auch gelingen." Nach den Schulen und Kitas sowie den Friseuren gehe es nun zuerst um Perspektiven für den Einzelhandel und für die Kultur. Ebenso werde man über Gastronomie im Außenbereich und die Öffnung von Hotels und Ferienwohnungen sprechen. "Perspektivplan heißt aber nicht: Morgen ist alles offen", betonte die SPD-Politikerin.

10.04 Uhr: Müller: "Wir können nicht dauerhaft im Lockdown leben"

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat sich trotz fortdauernder Pandemie für vorsichtige Lockerungen ausgesprochen. Dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel" sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, "wir können nicht dauerhaft im Lockdown leben". Eine "No Covid"-Strategie, wie von manchen Wissenschaftlern vorgeschlagen, sei aus Gesundheitsperspektive zwar das richtige Ziel. "Das kann für uns aber nicht der einzige Maßstab sein, weil es nur langfristig und sehr schwer zu erreichen ist." Laut Müller drohten in diesem Fall "fatale Folgen" in den Bereichen Soziales, Bildung und Wirtschaft. Müller ergänzte, auch er wolle "die Inzidenz von zehn erreichen". Die Frage sei aber: "Will ich das im kompletten Lockdown erreichen oder versuchen auf dem Weg dahin schon ein paar Dinge möglich zu machen."

"Ich sehe mich eher auf dem zweiten Weg", so der Regierende. Nach der vergangenen Ministerpräsidentenkonferenz hätten die Länder deshalb damit begonnen, die Schulen schrittweise zu öffnen und die Friseure aufzumachen. "Als Drittes wären dann, verbunden mit der 35er-Inzidenz und sinkenden Werten oder verstärktem Testeinsatz, Einzelhandel und Kultur dran", sagte Müller. Berlins Regierungschef warnt aber vor zu schnellen Öffnungen: "Die erneut steigenden Zahlen bereiten mir große Sorge. Genau wegen dieser Gefahr vor allem durch die Mutanten gehen wir so vorsichtig bei möglichen Öffnungsschritten vor."

9.30 Uhr: Großbritannien nimmt Abschied von "Captain Tom"

Großbritannien sagt goodbye zu seinem Pandemie-Helden: Rekordspendensammler Tom Moore ("Captain Tom") soll an diesem Samstag mit militärischen Ehren bestattet werden. Der 100 Jahre alte Weltkriegsveteran war am 2. Februar nach einer Coronavirus-Infektion in einem Krankenhaus im englischen Bedford gestorben. Die Trauerfeier soll nach Angaben seiner Tochter "ziemlich spektakulär" werden. Uhrzeit und Ort wurden auf Wunsch seiner Familie zunächst geheim gehalten. Sechs Soldaten sollen demnach den Sarg zum Krematorium tragen. Dazu sollen Salutschüsse abgefeuert werden und ein Hornspieler werde das als "Last Post" bezeichnete militärische Signal spielen. Wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie werden nur acht Familienmitglieder teilnehmen.

"Meine Schwester und ich haben die Beerdigung geplant, die mein Vater sich gewünscht hat", sagte Moores Tochter Lucy Teixeira der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge. Ihr Vater habe sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, wie er sich seine Beisetzung vorgestellt habe. Einen Wunsch habe sie aber nicht erfüllen können. Welcher das ist, erfahren Sie hier,

Sir Tom Moore, Weltkriegsveteran und Rekord-Spendensammler, zeigt am 17. Juli 2020 nach seinem Ritterschlag durch die Queen am Schloss Windsor seine Medaille.
Sir Tom Moore, Weltkriegsveteran und Rekord-Spendensammler, zeigt am 17. Juli 2020 nach seinem Ritterschlag durch die Queen am Schloss Windsor seine Medaille. © Chris Jackson/PA Wire/dpa

8.55 Uhr: US-Repräsentantenhaus stimmt Bidens Corona-Konjunkturpaket zu

Das US-Repräsentantenhaus hat dem von US-Präsident Joe Biden vorgeschlagenen Konjunkturpaket gegen die Corona-Krise im Umfang von 1,9 Billionen US-Dollar (rund 1,6 Billionen Euro) zugestimmt. Die von Bidens Demokraten dominierte Parlamentskammer verabschiedete den Gesetzesentwurf am Samstagmorgen (Ortszeit) mit knapper Mehrheit von 219 zu 212 Stimmen. In einem nächsten Schritt muss der Senat zustimmen, wo ein Teil von Bidens Plan vorab einen Rückschlag erlitt: Die für die Verfahrensregeln in dieser Kammer zuständige Beamtin entschied, dass der landesweite Mindestlohn nicht im Rahmen des Konjunkturpakets auf 15 US-Dollar pro Stunde erhöht werden kann.

Biden zeigte sich enttäuscht, ließ aber mitteilen, er respektiere die Entscheidung. Er forderte den Kongress auf, seinen "Amerikanischen Rettungsplan" nun schnell zu verabschieden. Der Umfang der Maßnahmen entspräche fast zehn Prozent der US-Wirtschaftsleistung. Die Republikaner lehnen ein so umfangreiches Paket ab. Der Kongress hatte erst Ende Dezember ein Hilfspaket in Höhe von rund 900 Milliarden Dollar verabschiedet. Nach der Zuspitzung der Pandemie in den USA hatte der Kongress im vergangenen Frühjahr außerdem schon Konjunkturpakete in Höhe von fast drei Billionen Dollar beschlossen. Der Schuldenberg der US-Regierung ist seither schnell angestiegen.

8.25 Uhr: Corona-Ansteckungsrate in Sachsen steigt weiter an

Die Rate der Neuansteckungen mit dem Coronavirus steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag die Inzidenz im Freistaat am Samstag bei 78,0. Im Vergleich: Am Vortag lag die Ansteckungsrate noch bei 75,3. Auch die bundesweite Rate nehme derzeit weiter zu und liege am Samstag bei 63,8. Der Wert gibt an, wie viele von 100.000 Menschen sich binnen sieben Tagen infiziert haben. Negativer Spitzenreiter ist in Sachsen weiterhin der Vogtlandkreis. Auch dort, an der Grenze zu Tschechien, steigt die Inzidenz weiter an und lag am Samstag bei 238,5. Seit Beginn der Pandemie haben sich in Sachsen 193.707 Menschen angesteckt. 7.707 Corona-Patienten starben.

8.13 Uhr: Experte rechnet mit starkem Anstieg der Corona-Infektionen

Die dritte Welle der Corona-Pandemie wird nach Berechnungen des Saarbrücker Pharmazie-Professors Thorsten Lehr ähnlich stark ausfallen wie die zweite. "Ich gehe schon davon aus, dass wir wieder so Zustände wie vor Weihnachten bekommen werden", sagte der Experte für Corona-Prognosen in Saarbrücken. Er rechnete damit, dass in der erste Aprilhälfte wieder Sieben-Tage-Inzidenzen um 200 erreicht werden könnten. Zwei Entwicklungen seien für den erneuten Anstieg der Corona-Zahlen verantwortlich. Zum einen sei die britische Mutante, die wohl um die 35 Prozent ansteckender sei, in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. "Sie wird auch hier die Oberhand gewinnen und weiter ansteigen bis in den 90-plus-Bereich", sagte Lehr nach Analyse der jüngsten Zahlen des "Covid-Simulators" an der Universität des Saarlandes.

Zum anderen sehe er seit Mitte Februar wieder mehr Kontakte, die zu höheren Zahlen geführt hätten. "Ich befürchte, das hat ein bisschen was mit einer Lockdown-Müdigkeit zu tun. Und auch vielleicht mit einem Wiederanlaufen des normalen Lebens in gewissen Bereichen." Nun stehen Öffnungen bevor - wie die der Friseure und anderer Betriebe ab dem 1. März oder weiterer Schritte ab dem 8. März. "Auch wenn die Lockerungen moderat sind, werden sie sich auswirken." Die Wirkung der Impfungen sei momentan noch kaum zu sehen. Das liege daran, dass über 95 Prozent noch nicht geimpft seien. Effekte sehe man erst, wenn man 30 Prozent der Bevölkerung geimpft habe. "Bei einem optimistischen Szenario würde ich erwarten, dass wir das vielleicht im Juni geschafft haben."

Sonnabend 8 Uhr: RKI registriert 9.762 Neuinfektionen und 369 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9.762 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 369 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Samstag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9.164 Neuinfektionen und 490 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.14 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bundesweit bei 63,8 - und damit etwas höher als am Vortag (62,6). Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stagnierte sie allerdings und stieg leicht, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte. Vor vier Wochen, am 30. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 90,9 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Der Höchststand von 1.244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.434.446 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.243.200 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 69.888.Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 1,08 (Vortag 1,05). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 108 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Corona-Pandemie: Das geschah am Freitag

21.58 Uhr: Braun: Corona-Tests können Öffnungsperspektiven ermöglichen

Corona-Schnelltests und Selbsttests spielen Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) zufolge bei der Bekämpfung der Pandemie und dem weiteren Vorgehen eine wichtige Rolle. Der Aufbau von Kapazitäten und die Durchführung von Tests sei in der nächsten Zeit das "zentrale Instrument", sagte er am Freitagabend beim digitalen Jahresempfang der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Wiesbaden. "Wir werden in Zukunft alle wesentlich häufiger getestet werden." Wenn man auf diese Weise schaffe, die Infektionszahlen gut zu stabilisieren, "dann haben wir eine Menge Öffnungsperspektiven".

Angesichts der als ansteckender geltenden Virusmutationen müsse man auf dem Weg aus dem Lockdown sehr vorsichtig vorgehen, damit die Zahlen nicht wieder nach oben schnellen, betonte Braun. Es gehe darum, in "kleinen, vorsichtigen Schritten" etwas zu ermöglichen. Das Schlimmste wäre: "Wir machen auf, stellen fest, es klappt nicht und dann sind die Zahlen wieder hoch und machen wieder relativ streng zu."

21.20 Uhr: Britische Corona-Variante in Chemnitz nachgewiesen

In Chemnitz ist erstmals die britische Mutation des Corona-Virus nachgewiesen worden. Ärzte hätten die Variante bei einer Chemnitzerin festgestellt, teilte die Stadt mit. Die Stadt Chemnitz weist aktuell die niedrigste Wocheninzidenz mit 35,3 aus. Das Gesundheitsamt meldet heute insgesamt 38 Covid-Neuinfektionen. Unterdessen wird das Corona-Virus offenbar wieder verstärkt in Schulen und Kitas hineingetragen. Nach Angaben aus dem Rathaus sind fünf Schulen und sieben Kindergärten betroffen.

20.56 Uhr: Vogtlandkreis verlangt negativen Corona-Test für Friseurbesuch

Die Inzidenz im Vogtlandkreis liegt bei über 200. Aus diesem Grund gibt es neue Auflagen im Lankreis. Wie die Freie Presse berichtet, ist für den Friseur-Termin nun ein negativer Corona-Test notwendig. Dasselbe gilt für die Fußpflege. So steht es in der neuen Allgemeinverfügung für den Vogtlandkreis, die ab Samstag gilt. Darin ist auch die erneute Schließung von Kitas, Grund- und Förderschulen ab nächster Woche festgeschrieben. Das hatte der Landkreis schon am Donnerstag angekündigt. All diese Maßnahmen seien nötig, um den Anstieg der Inzidenz zu bremsen, sagte Landrat Rolf Keil. Außerdem soll schnell ein zweites Impfzentrum in Plauen in Betrieb gehen.

Zum Thema Friseure in Sachsen lesen Sie mehr in diesem Text: "Der Frust vor dem Lockendown"

20.30 Uhr: Kommen regelmäßige Schnelltests an Sachsens Schulen?

In Sachsens Schulen sollen regelmäßige Schnell- und Selbsttests für mehr Sicherheit im Schulbetrieb unter Pandemiebedingungen sorgen. „Ich erwarte, dass die nun zugelassenen einfachen Schnell- und Selbsttests zügig zur Anwendung kommen“, sagt Bildungspolitikerin Christin Melcher (Grüne). Das Land müsse einen flächendeckenden, regelmäßigen Einsatz sicherstellen, entsprechende Mengen beschaffen und Schülerinnen und Schülern sowie pädagogischem Personal kostenlos zur Verfügung stellen.

Auch das Kultusministerium sieht im Einsatz von Selbsttests für Schüler und Lehrer eine sehr gute Möglichkeit, Infektionen rechtzeitig zu erkennen. „Insofern streben wir den Einsatz von Selbsttests an Schulen an“, teilt Sprecher Dirk Reelfs mit. Bereits Ende Januar wurde an drei Schulen der Einsatz von Selbsttests geprobt. Damit seien „sehr gute Erfahrungen“ gemacht worden. Entscheidend sei nun das Ergebnis der Bund-Länder-Beratungen am 3. März.

20.06 Uhr: Corona-Fall: Regionalligist Energie Cottbus in Quarantäne

Der Fußball-Regionalligist Energie Cottbus muss den Trainingsbetrieb wegen eines Corona-Falls vorerst aussetzen. Wie der Club am Freitag mitteilte, begaben sich die komplette Mannschaft sowie Trainer- und Betreuerstab nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt Cottbus bis auf Weiteres in häusliche Quarantäne. Am Freitagnachmittag war bei einem Spieler ein Corona-Test positiv ausgefallen. Dieser hat sich offenbar im familiären Umfeld angesteckt, da dort nach Auskunft des Vereins zuvor ebenfalls ein positiver Corona-Befund aufgetreten war.

19.48 Uhr: Portugal will fünf Prozent seiner Impfstoffe mit Afrika teilen

Portugals Regierungschef António Costa hat angekündigt, dass sein Land fünf Prozent der Corona-Impfstoffe mit afrikanischen Ländern teilen werde. Dabei habe er vor allem Länder im Blick, in denen Portugiesisch gesprochen werde, sagte er am Freitag nach zweitägigen Videoberatungen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union. Damit folgt Portugal einem Vorschlag von Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron, der geworben hatte, die reicheren Länder sollten möglichst schnell vier bis fünf Prozent ihrer Impfstoffmengen abgeben. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warb dafür, Impfstoffe zu teilen.

19.25 Uhr: OVG bestätigt Verbot von Versammlung von Corona-Politik-Gegnern

Das Thüringer Oberverwaltungsgericht hat das Verbot einer in Erfurt geplanten Versammlung gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen bestätigt. Die Entscheidung der Stadt, die Kundgebung zu untersagen, sei mit Blick auf die Infektionslage gerechtfertigt, teilte das OVG am Freitagabend mit. "Die Zahl der Geimpften und die Zahl der Genesenen gäben noch keine Veranlassung von dieser Bewertung abzurücken", hieß es. Die Stadt Erfurt hatte die für Samstag geplante Kundgebung, für die bis zu 10.000 Teilnehmer angemeldet waren, untersagt. Das Verwaltungsgericht Weimar hatte dieses Verbot in erster Instanz bestätigt.

18.54 Uhr: Biontech-Chef: Deutliche Infektions-Veränderung erst Ende Mai

Biontech-Chef Ugur Sahin geht laut einem Interview mit dem "Spiegel" davon aus, dass die Infektionsrate in Deutschland erst "ab Ende Mai oder Anfang Juni einen deutlichen impfstoffbedingten Rückgang verzeichnen" könnte. "Wir haben das Problem, dass B.1.1.7 nun auch hier anfängt zu grassieren. Ab Mitte März sollte sich bei der zuerst geimpften älteren Bevölkerung die Mortalität reduzieren, wenn die Impfungen weiter vorangehen", erklärte Sahin. "Bis zum Spätsommer sollten wir die Pandemie deutlich besser unter Kontrolle haben, wenn sich genügend Menschen impfen lassen", sagte der 55-Jährige. Das bedeute nicht, dass es keine neuen Ansteckungen mehr gebe. "Aber, dass wir ein normales Leben haben können."

Auf die Frage, ob spätestens nächstes Jahr eine dritte Impfdosis für die Menschen nötig sei, sagte Sahin: "Ich glaube, ja. Allein schon, um den breiten Impfschutz in der Bevölkerung aufrechtzuerhalten." Es könnte auch alle zwei Jahre eine Auffrischungsimpfung geben, die an die dann grassierenden Varianten angepasst sei. "Ähnlich wie bei der Grippe. Das könnte für uns dann die neue Normalität sein."

18.31 Uhr: Corona bremst Taschendiebe in Sachsen aus

In Sachsen haben Bahnreisende im vergangenen Jahr deutlich weniger Taschendiebstähle angezeigt als im Jahr zuvor. Die Zahl der erfassten Fälle sank auf 95. Das waren 125 weniger als im Vorjahr, wie eine Anfrage der FDP im Bundestag ergab. Wegen der Corona-Pandemie waren 2020 deutlich weniger Bahnreisende unterwegs. "Nach Auffassung der Bundesregierung sind die Bahnhöfe und Züge in Deutschland sicher", heißt es in der Antwort des Bundesinnenministeriums, die der dpa vorliegt. Denn die Zahl aller Straftaten in Bahnhöfen und Zügen ging 2020 bundesweit deutlich zurück. Auch die Zahl der erfassten Taschendiebstähle sank: 2020 wurden 4.043 Taten erfasst, 2019 waren es noch mehr als 6.100.

Die Station im Freistaat, an dem die Bundespolizei die meisten Straftaten insgesamt registriert, war wie im Vorjahr der Leipziger Hauptbahnhof. Dort wurden 2.038 Straftaten angezeigt. Es folgen die Bahnhöfe Dresden Hauptbahnhof und Dresden-Neustadt mit 948 und 433 registrierten Straftaten.

18.09 Uhr: In Sachsen fehlt die Impfbereitschaft beim Pflegepersonal

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat an das Personal in Pflegeheimen appelliert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Die bisherige Bereitschaft von sächsischen Pflegerinnen und Pflegern zum Impfen sei nicht zufriedenstellend, sagte Köpping am Freitag in Dresden. Der Anteil an Geimpften liege demnach in dieser Gruppe bei etwa 20 bis 25 Prozent. Dagegen sind laut Köpping rund 80 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner in den Pflegeheimen bereit, sich impfen zu lassen.

Bei der Impfbereitschaft in den Pflegeeinrichtungen zeige sich ein sehr differenziertes Bild, sagte Köpping weiter. In den Städten sei das Einverständnis höher als in manchen ländlichen Regionen. Zum Teil müsse noch sehr viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Lesen Sie dazu auch:

17.52 Uhr: Tschechien vor erneuter Verschärfung des Lockdowns

Die Corona-Mutation B.1.1.7., auch britische Variante genannt, bringt Tschechiens Gesundheitssystem ans Limit. SZ-Korrespondent Hans-Jörg Schmidt spricht im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie, über die Lage im Hotspot Europas. Demnach berate die Regierung in Prag seit mehreren Tagen intensiv das weitere Vorgehen. Geplant sei nun eine Verschärfung des bereits bestehenden Lockdowns. "Ab 1. März soll das Land bis auf die Industrie komplett herunterfahren. Es sollen jetzt auch Ausgangsbeschränkungen kommen, so dass sich die Tschechen nur noch in ihren Kreisen bewegen dürfen", so Schmidt.

In dem Podcast spricht der Korrespondent darüber, wie Tschechien in seine jetzige Situation gekommen ist und welche Auswege es gibt. Es geht um russischen Impfstoff, eine Glaubwürdigkeitskrise der Politik und volle Intensivstationen. Das Gespräch hören Sie über den hier eingebetteten Player. Weitere Abspielmöglichkeiten und Hintergründe erfahren Sie in diesem Artikel: "Prag hat komplett die Kontrolle verloren"

17.32 Uhr: RKI verschärft Empfehlung zu neuen Corona-Varianten

Angesichts der Ausbreitung ansteckenderer Varianten des Coronavirus in Deutschland verschärft das Robert Koch-Institut (RKI) eine Empfehlung für Ärzte. Bei einer Infektion mit einer der Varianten oder dem Verdacht darauf sollten Patienten - unabhängig von der Schwere, dem Alter oder einem Krankenhausaufenthalt - vorsorglich 14 Tage isoliert werden, heißt es in einer am Freitag aktualisierten Empfehlung des Bundesinstituts. Vor dem Verlassen der Isolierung sollte außerdem ein Antigentest oder ein PCR-Test gemacht werden. Hintergrund sei eine noch unzureichende Datenlage zur Ausscheidung von Erregern. Zuvor enthielt die Empfehlung zu besorgniserregenden Virus-Varianten keine Angabe zur Dauer einer Isolierung, wie das RKI auf Anfrage erläuterte.

17.06 Uhr: Wirtschaftsminister schlägt Testkonzept für Öffnungen vor

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig hat sich in der Diskussion um die Wiederöffnung von Einzelhandel und Gastronomie für eine neue Linie ausgesprochen. Künftig sollte im Kampf gegen die Corona-Seuche verstärkt auf Testkonzepte statt allein auf Inzidenzwerte gesetzt werden, teilte der SPD-Politiker am Freitag mit. Den Vorschlag habe er auch bei der Wirtschaftsministerkonferenz eingebracht. "Mit den bisherigen starren Voraussetzungen wäre es uns wohl kaum möglich, gerade durch die Mutation, bald weitere Öffnungskonzepte zu verfolgen", so Dulig. Bisher gelten Inzidenzzahlen von 50 oder 35 als Richtwerte für die Aufhebung von Verboten. Unter Inzidenz wird hier die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen verstanden.

Kulturelle Einrichtungen, Einzelhandel und Gastgewerbe sollten nach Duligs Vorstellung ihre Hygienekonzepte um etwa Schnelltest-Möglichkeiten vor Ort erweitern. Kunden und Gäste könnten auch selbst entsprechende Negativtests mit sich führen. Die vom Bundesgesundheitsministerium angekündigten Schnelltests könnten ein Schlüssel sein, hieß es. Auch für Menschen mit der zweiten Impfung könnte es erweiterte Zugangsmöglichkeiten geben.

Zudem könnten über App gestützte Zugangskontrollsysteme, die mit den Gesundheitsämtern verlinkt seien, die Sicherheit eines Testkonzepts erhöhen. Dulig will seine Pläne auch dem Kabinett präsentieren. Der Wirtschaftsminister sieht mit seinem Öffnungskonzept vor allem einen Vorteil: "Es verschiebt Öffnungsperspektiven nicht immer wieder neu entlang eines letztlich nicht beherrschbaren Inzidenzfaktors - mit allen wirtschaftlichen und Akzeptanz- und Frustrationsrisiken, die damit einhergehen."

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig
Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig © Ronald Bonß

16.47 Uhr: Britische Corona-Mutation breitet sich in Dresden aus

Die mutierten Virus-Varianten machen auch um Dresden keinen Bogen: Bei 41 Menschen konnten mittlerweile Mutationen des Coronavirus festgestellt werden, teilte das Gesundheitsamt am Freitag auf Anfrage von sächsische.de mit. Ganz klar dominiere die britische Mutante, heißt es. Damit hat sich die Zahl der festgestellten Mutanten innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt. Mitte der vergangenen Woche konnten sie noch bei lediglich 13 Dresdnern nachgewiesen werden. Mehr dazu im Artikel Corona-Mutation: Dutzende Fälle in Dresden entdeckt (SZ+)

16.32 Uhr: Bundesregierung erklärt Malta zum Corona-Hochrisikogebiet

Wegen hoher Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung das beliebte Urlaubsland Malta ab Sonntag als Hochrisikogebiet eingestuft. Das bedeutet, dass dann schon bei der Einreise nach Deutschland ein negativer Corona-Test vorgezeigt werden muss. Die Pflicht zu einer zehntägigen Quarantäne, von der man sich erst nach fünf Tagen durch einen weiteren Test befreien kann, bleibt unverändert bestehen.

Das Robert Koch-Institut gab diese und einige weitere Änderungen der Corona-Risikoliste am Freitag im Internet bekannt. Als "Hochinzidenzgebiete" gelten die Länder, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen über 200 lag. Malta wird am Sonntag als 29. Land in diese Kategorie aufgenommen. In dem kleinen EU-Land gab es in den vergangenen Tagen jeweils um die 200 neue Infektionsfälle innerhalb von 24 Stunden, am Freitag waren es 258.

Neue Virusvariantengebiete wurden nicht ausgewiesen. Für diese Regionen gelten noch strengere Einreiseregeln. 15 Länder und Regionen mit einer starken Verbreitung besonders gefährlicher Mutationen gehören in diese Kategorie, darunter Tschechien, das österreichische Bundesland Tirol und die Slowakei.

Blick auf die bei Touristen beliebte blaue Lagune der maltesischen Insel Comino: Das kleine EU-Land im Mittelmeer ist nun zum "Hochinzidenzgebiet" geworden.
Blick auf die bei Touristen beliebte blaue Lagune der maltesischen Insel Comino: Das kleine EU-Land im Mittelmeer ist nun zum "Hochinzidenzgebiet" geworden. © SZ/Mirko Jakubowsky

16.14 Uhr: Biontech-Impfung reduziert laut Studie asymptomatische Infektionen

Eine einzelne Dosis des Impfstoffs von Biontech/Pfizer kann einer britischen Untersuchung zufolge bereits nach zwölf Tagen die Zahl der asymptomatischen Coronavirus-Infektionen auf ein Viertel reduzieren. Das gibt Anlass zur Hoffnung, dass die Impfung nicht nur symptomatische Krankheitsverläufe verhindert, sondern auch dabei helfen kann, die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Bei der noch nicht in einem Fachmagazin veröffentlichten Untersuchung, an der unter anderem Wissenschaftler der Universität Cambridge beteiligt waren, wurden mehrere Tausend symptomfreie Mitarbeiter im britischen Gesundheitssystem zwischen dem 18. und 31. Januar auf das Virus getestet. Bei der Untersuchung ging es speziell um die Schutzwirkung bei nur einer Dosis. Eigentlich sind bei dem Biontech/Pfizer-Impfstoff zwei Dosen im Abstand von einigen Wochen vorgesehen.

Im Untersuchungszeitraum erhielten 0,80 Prozent der nicht-geimpften Personen ein positives Testergebnis (26 von 3.252). Unter Geimpften, deren erste Dosis mindestens 12 Tage zurücklag, waren es 0,20 Prozent (4 von 1.989). "Das sind großartige Neuigkeiten, der Pfizer-Impfstoff gewährt nicht nur Schutz gegen eine Erkrankung von Sars-CoV-2, sondern hilft auch dabei, Infektionen zu verhindern und reduziert das Potenzial, dass das Virus an andere weitergegeben werden kann", sagte Mike Weekes, Spezialist vom Cambridge University Hospitals NHS Foundation Trust (CUH), einer Mitteilung zufolge.

15.46 Uhr: Britische Mutation in Kita im Landkreis Bautzen

Die britische Mutante des Coronavirus ist offenbar im Landkreis Bautzen aufgetreten. Das teilt das Landratsamt mit. Nach Angaben von Cynthia Thor besteht bei 22 Personen der Verdacht, dass sie damit infiziert sind. „Darunter sind mehrere Kinder aus der Kita in Ullersdorf“, so die Sprecherin. Entdeckt wurde die Variante, die auch unter der Bezeichnung B.1.1.7. bekannt ist, durch die standardisierte Überprüfung der Tests auf Mutationen durch die Landesuntersuchungsanstalt. Mehr dazu im Artikel Corona-Mutante in Ullersdorfer Kita (SZ+)

15.18 Uhr: Biontech-Gründer erhalten Verdienstorden der Bundesrepublik

Die Biontech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin erhalten das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Die Auszeichnung soll dem Forscher-Ehepaar am 19. März in Schloss Bellevue durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht werden, wie das Bundespräsidialamt am Freitag in Berlin mitteilte.

Die beiden Wissenschaftler "verbinden medizinische Grundlagenforschung mit deren Übersetzung in eine praktische Nutzung", heißt es in der Begründung. Mit der Entwicklung und Zulassung eines Impfstoffes gegen Covid-19 hätten Türeci und Sahin einen "entscheidenden Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie geleistet". Die Preisverleihung ist laut Bundespräsidialamt die erste persönliche Ordensaushändigung des Bundespräsidenten in diesem Jahr.

Özlem Türeci und Ugur Sahin
Özlem Türeci und Ugur Sahin © Biontech/dpa

15.01 Uhr: Slowakei verlängert Notstand bis 19. März

Das slowakische Parlament hat einer Verlängerung des wegen der Corona-Pandemie geltenden Notstands zugestimmt. Nach einer mit Unterbrechungen bereits seit Mittwoch geführten Plenumsdebatte stimmte am Freitag eine große Mehrheit der anwesenden Abgeordneten für den Regierungsantrag. Der zum 1. Oktober ausgerufene und mehrmals verlängerte Notstand gilt nun vorerst bis zum 19. März. Unter anderem erlaubt der Notstand die Zwangsrekrutierung und -verlegung von Gesundheitspersonal und das Verbot von Versammlungen. Seit Jahresbeginn besteht eine Ausgangssperre, die sich aber wegen unübersichtlicher Ausnahmen schwer kontrollieren lässt.

In der Slowakei wurden bisher fast 7.000 Corona-Tote verzeichnet. Bis Freitag gab es den slowakischen Gesundheitsbehörden zufolge 303.420 bestätigte Corona-Fälle seit Ausbruch der Pandemie. In dem Land leben 5,5 Millionen Einwohner. Nach Angaben der EU-Agentur ECDC lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in der Slowakei binnen 14 Tagen zuletzt bei 526. Mit 239,3 Corona-Toten pro eine Million Einwohner in den vergangenen 14 Tagen liegt die Slowakei derzeit vor allen anderen Staaten in Europa.

14.50 Uhr: Mehr als 650 Corona-Neuinfektionen in Sachsen

In Sachsen wurden nach Angaben des Sozialministeriums vom Freitagnachmittag binnen eines Tages 663 Neuinfektionen sowie 94 weitere Todesfälle registriert. Allerdings sind insbesondere bei den Verstorbenen auch Fälle nachgemeldet worden - etwa aus dem Landkreis Bautzen. Am Freitag vor einer Woche wurden noch 522 Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Pandemie gibt es nun insgesamt 193.671 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 7.695 Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. Rund 179.050 Menschen gelten schätzungsweise als wieder genesen.

Besonders von der Pandemie betroffen ist im Freistaat nach wie vor der Vogtlandkreis, wo innerhalb es innerhalb der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner 212,4 Neuinfektionen gab. Die niedrigste Wocheninzidenz weist aktuell mit 35,3 die Stadt Chemnitz aus. Für den gesamten Freistaat wird die Inzidenz mit 75,3 (Vortag: 71,3) beziffert, deutschlandweit beträgt sie laut Robert Koch-Institut (RKI) durchschnittlich 62,6. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

14.19 Uhr: Hausärzteverband: Impfungen in Praxen könnten sofort beginnen

Die Hausärzte sehen sich in der Lage, ohne großen Vorlauf mit der Corona-Impfung in den Praxen zu starten. "Wir können sofort loslegen. Das ist kein Problem, wenn die Impfstoffe wie in die Impfzentren auch an die Praxen verteilt werden", sagte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Große logistische Herausforderungen sehe er nicht, denn die Impfstoffe, auch der von Biontech, ließen sich im normalen Kühlschrank mehrere Tage lagern. Selbst wenn Impflinge ihre Termine versäumten, bereite das keine Schwierigkeiten: "Dann suchen wir aus dem Computer die Adressen derjenigen Patienten raus, die als nächstes dran wären." Damit sei gewährleistet, dass die vorgegebene Prioritäten beim Impfen eingehalten werden, so der Verbandschef, der rund 30.000 niedergelassene Ärzte vertritt.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) erwartet "einen Impfstart mit dem Vakzin von Biontech für die Praxen in den nächsten sechs bis acht Wochen", wie ein KBV-Sprecher der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" sagte. Apotheken und Großhandel haben demnach ein Vertriebskonzept für den empfindlichen Stoff vorgelegt

14.01 Uhr: Brauer sollen Kosten für verdorbenes Bier ersetzt bekommen

Brauereien bekommen wegen der Corona-Beschränkungen die Kosten für verdorbenes Bier ersetzt. Dies sei bei einer Schalte der Länder mit den zuständigen Bundesministerien beschlossen worden, sagte ein Sprecher des bayerischen Wirtschaftsministeriums am Freitag. Dies soll im Rahmen der Überbrückungshilfe III geschehen. Das Bundesfinanzministerium bestätigte, dass "Hersteller und Großhändler von verderblicher Ware für die Gastronomie und den Garten- und Gemüsebau" die Überbrückungshilfe für verderbliche Waren in Anspruch nehmen können. Brauereien haben während der aktuellen Einschränkungen das Problem, dass Fassbier kaum zu verkaufen ist, weil Gaststätten geschlossen haben und es keine Volksfeste gibt. Da bei immer mehr Fässern das Ablaufdatum näher rückt oder überschritten wird, musste zuletzt nach Angaben der Brauer in Deutschland Bier im Millionenwert weggeschüttet werden. Manche Brauereien verschenkten das Bier auch.

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) wertete es als "wichtigen Erfolg unserer Politik, dass die Stimmen der bayerischen Brauer in Berlin gehört wurden und sie nun eine Erstattung für ihr überschüssiges Fassbier erhalten". Zudem forderte er eine Öffnungsperspektive für die Gastronomie. Auch aus anderen Bundesländern hatte es zuletzt Rufe nach Hilfen für die Brauwirtschaft gegeben.

Bier in den Gully schütten. Diese bittere Stunde ist mit dem langen Lockdown für zahlreiche Brauer, Getränkehändler und Gastronomen in Deutschland herangerückt.
Bier in den Gully schütten. Diese bittere Stunde ist mit dem langen Lockdown für zahlreiche Brauer, Getränkehändler und Gastronomen in Deutschland herangerückt. © Brauerei C. & A. Veltins GmbH/dpa (Symbolbild)

13.50 Uhr: Günther: Impfnachweis für Inlandsreisen vorstellbar

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hält es für denkbar, Inlandsreisen jenen Bürgern zu ermöglichen, die ihre Corona-Impfung mit einem Impfpass nachweisen können. "Ich kann mir das auf jeden Fall vorstellen", sagte der CDU-Politiker in der RTL/ntv-Sendung "Frühstart" am Freitag. "Ich glaube ohnehin, dass Öffnungen in dem Bereich nur möglich sind, wenn wir bestimmte Restriktionen machen." Den von der EU geplanten europäischen Impfpass bezeichnete er als sinnvolles Instrument. Sobald allen Bürgern ein Impfangebot gemacht worden sei, könne man mit Hilfe eines solchen Passes weitere Öffnungsschritte verantworten.

Der Ministerpräsident sprach sich dafür aus, Lockerungen außerdem an den Einsatz von Schnelltests zu knüpfen. "Wenn die Schnelltests jetzt alle zugelassen werden, wenn das einfach handhabbar ist, kann das definitiv eine Möglichkeit sein, um weitere Öffnungsschritte überhaupt zu ermöglichen." Vor der nächsten Bund-Länder-Runde am Mittwoch forderte Günther, dem Einzelhandel Lockerungsperspektiven zu geben, so wie verabredet. "Der Einzelhandel ist der Bereich, der jetzt auch früher geöffnet werden kann." Falls die Infektionszahlen noch nicht ganz so niedrig seien, könnten Läden zwar noch nicht komplett aufmachen, zum Beispiel aber Shopping nach Terminvergabe anbieten.

13.38 Uhr: Fluglinie Czech Airlines beantragt Insolvenz

Die tschechische Fluglinie Czech Airlines (CSA) hat Insolvenz beantragt. Die Corona-Krise habe das Unternehmen in die Zahlungsunfähigkeit getrieben, teilte eine Sprecherin am Freitag mit. Der Antrag sei beim Amtsgericht in Prag gestellt worden. Die Gläubiger unterstützten die angestrebte Neuaufstellung. Der Flugbetrieb bleibe in vollem Umfang aufrechterhalten. Hintergrund der Entscheidung ist, dass ein staatliches Schuldenmoratorium für Unternehmen ausläuft, die von der Corona-Krise besonders stark betroffen sind. Die im Oktober 1923 gegründete Fluggesellschaft ist eine der ältesten weltweit. Czech Airlines beschäftigt derzeit rund 430 Mitarbeiter - rund 300 weniger als noch vor einem Jahr. Mehr dazu erfahren Sie hier.

13.26 Uhr: Großteil der Pflegeheimbewohner ist gegen Corona geimpft

Rund zwei Monate nach dem Start der Impfkampagne in Deutschland hat die große Mehrheit der besonders anfälligen Pflegeheimbewohner in Deutschland eine Corona-Impfung erhalten. Mehr als 795.000 von ihnen wurde eine erste Dosis gespritzt, mehr als 550.000 auch schon die zweite, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (Stand: Freitag 10 Uhr) hervorgeht. Insgesamt wird von rund 900.000 Menschen in solchen Einrichtungen ausgegangen. Senioren in Gemeinschaftsunterkünften gelten als besonders gefährdet für schwere und tödliche Verläufe.

"Das Risiko, an Corona zu erkranken, hat sich für unsere höchstbetagten Bürgerinnen und Bürger deutlich reduziert", betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag. Die allermeisten Pflegeheimbewohner hätten das Impfangebot angenommen, mehr als 40 Prozent der bisher eingesetzten Dosen seien Menschen über 80 Jahren verabreicht worden. Die Fallzahlen bei den Über-80-Jährigen nähmen weiter ab, obwohl es nach wie vor Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen und Krankenhäusern gebe, betonte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. "Das ist wahrscheinlich schon ein Effekt der Impfung."

Hanna Hertzsch, 85-jährige Bewohnerin im Pflegeheim Haus an der Linde im Landkreis Zwickau, wird von Impfarzt Axel Stelzner gegen Corona geimpft.
Hanna Hertzsch, 85-jährige Bewohnerin im Pflegeheim Haus an der Linde im Landkreis Zwickau, wird von Impfarzt Axel Stelzner gegen Corona geimpft. © Robert Michael/dpa

13.10 Uhr: Bundestag stimmt für Corona-Zuschuss für Geringverdiener

Geringverdiener, Langzeitarbeitslose und Sozialhilfebezieher erhalten in der Corona-Krise weitere Unterstützung. Der Bundestag billigte am Freitag ein Hilfspaket, das einen Zuschuss zur Grundsicherung vorsieht. So sollen erwachsene Geringverdiener, Langzeitarbeitslose und Sozialhilfebezieher pauschal einen Zuschuss von einmalig 150 Euro bekommen. Das Sozialministerium begründet den Zuschuss mit höheren Ausgaben durch die Pandemie, etwa für Hygieneartikel und zusätzliche Mahlzeiten zu Hause. Das Geld soll im ersten Halbjahr ausgezahlt werden. Zugleich sieht das sogenannte Sozialschutz-Paket III vor, dass es auch weiterhin schnell gehen soll, Leistungen aus den Grundsicherungssystemen zu beantragen - langwierige Prüfungen bleiben bis Jahresende ausgesetzt.

Der erleichtere Zugang in die Grundsicherung wird also bis zum 31. Dezember 2021 verlängert. Hier geht es auch um Soloselbstständige, Kulturschaffende oder Menschen, die für geringe Löhne arbeiten und für die es in der Corona-Krise finanziell eng werden kann. "Wir stärken den Sozialstaat für alle, die ihn jetzt oder in Zukunft brauchen", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Katja Mast. Der Opposition gehen die Hilfen indes nicht weit genug.

12.55 Uhr: Bundestag billigt Corona-Steuerentlastungen

Familien, Gaststätten sowie Firmen und Selbstständige sollen bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie weitere steuerliche Hilfen erhalten. Der Bundestag billigte am Freitag in Berlin mit den Stimmen von Union und SPD sowie FDP und AfD das Dritte Corona-Steuerhilfegesetz, mit dem Entlastungen verlängert werden. Linke und Grüne enthielten sich. Die Opposition kritisierte die Pläne als unzureichend.

Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass Familien in diesem Jahr wie schon 2020 einen einmaligen Kinderbonus von 150 Euro für jedes kindergeldberechtigte Kind bekommen. Zudem soll den seit Monaten geschlossenen Restaurants steuerlich geholfen werden. Auf Speisen in der Gastronomie soll weiter der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 statt 19 Prozent anfallen. Das kann aber erst wirken, wenn die Gastronomie wieder öffnet - deshalb soll die Steuersenkung auch bis Ende 2022 gelten. Ferner sollen Unternehmen, die in der Corona-Krise Verluste machen, durch eine Steuerhilfe liquider werden. In größerem Umfang als bisher sollen sie Verluste aus 2020 und 2021 steuerlich mit Gewinnen aus dem Vorjahr verrechnen können. Was das Gesetz noch vorsieht, erfahren Sie hier.

12.42 Uhr: Borjans: So schnell wie möglich raus aus dem Lockdown

Der SPD-Bundesvorsitzende Norbert Walter-Borjans hat eine möglichst rasche Beendigung des derzeitigen Lockdowns gefordert. Aus ihm müsse man "so schnell wie möglich heraus", sagte er am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". "Die Innenstädte verändern sich, wir haben drohende Insolvenzen." Allerdings dürfe Deutschland nicht in "Hip-Hop-Geschichten" wie andere Länder verfallen, also schnelle Öffnungen und Schließungen veranlassen. "Wir müssen Schritt für Schritt Orientierung geben. Wir müssen gucken, ob wir von dem Inzidenzwert 35 runterkommen können", betonte Borjans. Entscheidend hierfür sei der Impffortschritt bei den gefährdeten Altersgruppen.

Zu dem umstrittenen Impfstoff Astrazeneca bemerkte der SPD-Chef: "Astrazeneca hat eine gute Wirkung und es sollte nicht so sein, dass daraus ein Ladenhüter wird." Das Präparat hat in der Öffentlichkeit mit einem Imageproblem zu kämpfen, weil es unter anderem eine etwas schwächere Wirksamkeit als andere hat und in Deutschland nur für unter 65-Jährige verwendet werden kann. Dadurch ist es schon zu vielen Impftermin-Absagen gekommen und das Vakzin blieb mancherorts liegen. Borjans zufolge darf das in der Pandemie nicht passieren. Verantwortliche sollten sicherstellen, "dass der Impfstoff auf Deutsch gesagt nicht vergammelt". Daher forderte der SPD-Chef in puncto Impfreihenfolge mehr Flexibilität.

12.28 Uhr: Insgesamt mehr als 22.000 Corona-Fälle in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 66 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 22.007 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Sechs Menschen verstarben seit Donnerstag in Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer seit Krisenbeginn im März 2020 auf 911 Opfer. Zudem wurden binnen eines Tages vier weitere Patienten ins Krankenhaus einwiesen. Als genesen gelten mittlerweile 20.338 Dresdner - 86 mehr als am Donnerstag.

Die Wocheninzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg seit dem Vortag von 64,1 auf 66,6. Da für mögliche Neubewertungen der Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt auch diesen Wert an. Er liegt heute bei 55,7, tags zuvor waren es noch 51,4. Alle Zahlen aus Dresden (SZ+)

12.17 Uhr: Fast 20.000 Corona-Tote seit Pandemiebeginn in Tschechien

In Tschechien ist die Zahl der Corona-Toten seit Beginn der Pandemie auf fast 20.000 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium in Prag am Freitag mitteilte, starben 19.999 Menschen, die zuvor positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden waren. Die Zahl der jemals Infizierten stieg innerhalb von 24 Stunden um 14.457 auf mehr als 1,2 Millionen. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

Das Kabinett in Prag hat inzwischen offiziell grünes Licht für Gespräche mit Deutschland und Polen über eine mögliche Übernahme von Corona-Intensivpatienten gegeben. Dazu soll es nach Aussage von Gesundheitsminister Jan Blatny aber erst kommen, wenn es unbedingt nötig ist. Das Gesundheitssystem sei in manchen Regionen am Limit. Fast 7.200 Covid-19-Patienten sind im Krankenhaus in Behandlung. Die Regierung spricht sich für einen härteren Lockdown aus. Ministerpräsident Andrej Babis schwebt vor, die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung einzuschränken. Die Menschen sollen für drei Wochen mit wenigen Ausnahmen wie dem Weg zur Arbeit ihren jeweiligen Bezirk nicht mehr verlassen dürfen.

12.04 Uhr: Fast 10.000 Menschen an sächsischer Grenze zu Tschechien abgewiesen

Bei Grenzkontrollen an den sächsischen Übergängen zu Tschechien sind seit Beginn der Maßnahmen fast 10.000 Menschen zurückgewiesen worden. "Vom 14. Februar bis heute Morgen musste 9.957 Menschen die Einreise verweigert werden", sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Pirna am Freitag. Eine konkrete Aufteilung der Gründe für die Abweisung nannte er nicht. Die Bundesregierung hatte Tschechien zum sogenannten Virusvariantengebiet erklärt und die Grenzkontrollen sowie Einreiseverbote zunächst bis kommenden Mittwoch (3. März) verlängert. Von dort dürfen aktuell nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen.

Ausnahmen gibt es unter anderem für Lastwagenfahrer und Grenzgänger mit systemrelevanten Berufen, wie Ärzte und Pflegepersonal. Zudem müssen sie einen negativen Corona-Test mitführen, der nicht älter als 48 Stunden ist, und sich online registriert haben. In den ersten vier Tagen nach Beginn der Maßnahmen am 14. Februar war laut Bundespolizei die Zahl der Abweisungen besonders hoch. "Zu dem damaligen Zeitpunkt waren viele Reisende wohl noch nicht auf die Regeln eingestellt und hatten sich vermutlich nicht umfassend informiert", betonte der Sprecher. Es hatten sich kilometerlange Staus gebildet. Nun habe sich die Situation aber entspannt.

Bundespolizisten kontrollieren Mitte Februar Einreisende in der Nähe des A17-Grenzübergangs bei Breitenau zu Tschechien.
Bundespolizisten kontrollieren Mitte Februar Einreisende in der Nähe des A17-Grenzübergangs bei Breitenau zu Tschechien. © Tino Plunert/dpa-Zentralbild

11.45 Uhr: Kretschmer will Aufarbeitung des sächsischen Corona-Managements

Der sächsische Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hat sich für eine umfassende Aufarbeitung des Krisenmanagements in der Corona-Pandemie ausgesprochen. Dabei schwebt ihm ein externes Gremium wie die Kirchbach-Kommission vor. Die Expertenrunde unter Leitung des früheren Bundeswehrgenerals Hans-Peter von Kirchbach hatte die Abläufe im Freistaat während der Jahrhundertfluten an der Elbe 2002 und 2013 untersucht und Empfehlungen für den künftigen Umgang mit Hochwasser gegeben. "Das kann ich mir auch hier sehr gut vorstellen", sagte Kretschmer am Freitag in Dresden mit Blick auf die Pandemie. Kretschmer räumte ein, dass die Politik mit einigen Ankündigungen Erwartungen geweckt habe und diese nicht immer erfüllen konnte. Wie er das künftig vermeiden will, lesen Sie hier.

11.24 Uhr: RKI: Selbsttests sind keine Wunderwaffe

Das Robert Koch-Institut hat vor einer Überschätzung von Selbsttests in der Pandemie-Bekämpfung gewarnt. "Selbsttests sind keine Wunderwaffe", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag. Die Erwartung, dass man sich für bestimmte Situationen "freitesten" könne, sei nicht hundertprozentig zu erfüllen. Ein negatives Ergebnis sei eine Momentaufnahme und schließe eine Infektion nicht aus. "Man kann trotzdem infiziert sein und andere anstecken", betonte er. Deshalb sei es wichtig, sich und andere auch weiter durch Abstandhalten, Maskentragen, Hygiene und Lüften zu schützen. Schnelltests seien aber ein Werkzeug bei der Eindämmung der Pandemie, sagte Wieler. Positiv sei, dass sie mehr Infektionen aufdecken würden. "Das mächtigste Werkzeug neben uns selbst sind die Impfungen", sagte Wieler. Sie seien der direkte, gemeinsame Weg aus der Pandemie. Mehr dazu im Artikel Was, wenn der Selbsttest positiv ausfällt? (SZ+)

Die Mitarbeiterin einer öffentlichen Schule in Barcelona führt das Stäbchen für einen Selbsttest in ihre Nase ein.
Die Mitarbeiterin einer öffentlichen Schule in Barcelona führt das Stäbchen für einen Selbsttest in ihre Nase ein. © Emilio Morenatti/AP/dpa

10.50 Uhr: Sachsen mit höherer Corona-Ansteckungsrate als Bundesschnitt

Sachsen bewegt sich bei der Rate der Neuansteckungen mit dem Coronavirus weiter über dem Bundesschnitt. Das Robert Koch-Institut gab die Inzidenz für den Freistaat am Freitag mit 75,3 an. Bundesweit lag der Wert bei 62,6. Er gibt an, wie viele von 100.000 Menschen sich binnen sieben Tagen infiziert haben. Die Ansteckungsraten nehmen derzeit zu.

Negativer Spitzenreiter ist in Sachsen weiterhin der Vogtlandkreis. Dort, an der Grenze zu Tschechien, lag die Inzidenz am Freitag bei 212,4, damit liegt er bei den bundesweit höchsten Inzidenzwert auf dem vierten Platz. Schulen und Kitas müssen im Vogtland wieder schließen. Gefolgt wird das Vogtland vom Landkreis Nordsachsen mit einer Inzidenz von 143,1. Relativ niedrige Werte melden weiterhin die Großstädte mit 35,3 in Chemnitz, 48,6 und Leipzig und 55,7 in Dresden. Seit Beginn der Pandemie haben sich in Sachsen laut RKI 193.105 Menschen angesteckt. 7.613 Corona-Patienten starben.

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10.17 Uhr: Sächsische Lehramtsstudenten fordern Absage der schriftlichen Staatsexamensprüfung

Obwohl die Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS) zusammen mit allen sächsischen Lehramtsvertretungen vergangene Woche gefordert hat, dass das sächsische Kultusministerium (SMK) die schriftliche Staatsexamensprüfung digital durchführen soll, plant das Kultusministerium weiterhin eine Präsenzprüfung. Darüber informiert die KSS am Freitag in einer Mitteilung, die Sächsische.de vorliegt. „Unser Offener Brief an das SMK, in welchem wir die Sorge der Studierenden über die immer noch zu hohen Infektionszahlen in Sachsen geäußert haben, blieb bisher unbeantwortet. Obwohl die Universitäten fast alle Prüfungen digitalisiert haben, besteht das Ministerium bei der bildungswissenschaftlichen Staatsexamensklausur weiterhin auf der Durchführung in Präsenz", heißt es in der Mitteilung. Die Erwartung, dass die Infektionsrate bis zur Prüfung stark fällt, hält die Konferenz "für höchst riskant“, erklärt Johanna Mehler, Referentin für Lehramt der KSS.

„Für diese Prüfung versammeln sich bis zu 700 Studierende an einem Standort, die aus ganz Sachsen und sogar anderen Bundesländern anreisen würden. Sollte der sachsenweite 7-Tage-Inzidenzwert bis Mitte März nicht unter 35 liegen, halten wir die Durchführung in Präsenz für unzumutbar und fordern deshalb die Absage der bildungswissenschaftlichen Klausur“, fügt Mehler hinzu. Der Senat der Universität Leipzig, dem größten sächsischen Studienstandort der Lehrerinnen- und Lehrerbildung, richtete aufgrund der dramatischen Lage einen Appell an das SMK, die Prüfung Mitte März im Fall einer sachsenweiten Inzidenz über 35 endgültig abzusagen.

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