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Corona: Uneinheitlichkeit ist die neue Chance

In Deutschland sollte statt zentraler Vorgaben stärker auf Einzelfallentscheidungen gesetzt werden, jedes Bundesland für sich. Ein Kommentar.

Drei Monate Corona-Lockdown hinterlässt Spuren.
Drei Monate Corona-Lockdown hinterlässt Spuren. © dpa

Schon bald wird sich dieses Land drei Monate lang im Corona-Lockdown befinden. Und die Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel hat noch immer keine passende Antwort auf eine genau so einfache wie drängende Frage: Wie lange geht das noch so weiter?

Der Dauerverweis auf die anhaltend hohen Infektionszahlen ist in dieser Situation natürlich legitim. Allerdings ist das nicht die Antwort, die bleibt man den Bürgern weiter schuldig. Und deshalb muss die Bundesregierung aufpassen. Das Vertrösten auf eine unbestimmte Zeit irgendwann in diesem Jahr belastet die Gesellschaft mehr als man es in Berlin wahrhaben will. Längst gären viele neue Fragen und auch immer mehr Zweifel und Wut.

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In Zeiten von Internet und globaler Vernetzung entgeht den Menschen nämlich nicht, dass es in etlichen Ländern wesentlich besser läuft als im vermeintlichen Musterstaat Deutschland. Anderswo wird schneller geimpft, gibt es verbindliche Perspektivpläne für Lockerungen, aussichtsreiche Test-Strategien samt dem dafür notwendigen Material und im Fall des EU-Aussteigers Großbritannien sogar die Ankündigung, im Sommer haben wir es geschafft. Warum schaffen wir das nicht?

Von einem Land, das weltweit über eine der stärksten Volkswirtschaften sowie über einen modernen Forschungsverbund verfügt, darf schon etwas mehr Erfolg erwartet werden. So lange der aber ausbleibt, ist nicht nur das Virus gefährlich. Auch das Vertrauen in diesen Staat ist bedroht, was gerade im Jahr einer Bundestagswahl doppelt gefährlich ist.

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So eigenartig es auch klingt, ist in puncto Öffnung nun sogar die langanhaltende Uneinigkeit der Bundesländer beim Kampf gegen die Virus-Ausbreitung die neue Chance. Statt zentraler Vorgaben, mit denen man nie allen unterschiedlichen Lagen vor Ort gerecht werden kann, sollte Deutschland stärker auf Einzelfallentscheidungen setzen – Schule, Handel, Tourismus, Kultur und Sport. In den Bundesländern kann besser eingeschätzt werden, was vor Ort schon geht und was noch nicht. Diese Flexibilität könnte uns einer Antwort schneller näherbringen als das bisherige Ausharren und Abwarten.

E-Mail an Gunnar Saft

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