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Corona: Harte Einschnitte sind unvermeidlich

Niemand will einen zweiten Lockdown in Sachsen. Doch mit Appellen an die Eigenverantwortung der Menschen kommt man nicht mehr weit. Ein Kommentar.

Maskenpflicht, Feiern, Sperrstunde: Wegen steigender Infektionszahlen setzt der Freistaat auf einheitliche Regeln und neue Einschränkungen.
Maskenpflicht, Feiern, Sperrstunde: Wegen steigender Infektionszahlen setzt der Freistaat auf einheitliche Regeln und neue Einschränkungen. © dpa/SZ

Sachsen ist Risikogebiet. Rechnet man alle Corona-Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen auf 100.000 Einwohner, ergibt sich für den gesamten Freistaat ein Wert von 53. Alarmstufe rot. Doch das scheint noch nicht angekommen zu sein.

Sachsens Regierung begnügt sich damit, verbindliche Vorgaben an die Landkreise und Großstädte zu machen, die dort eh schon durchgesetzt werden. Der Erzgebirgskreis hat schon vergangene Woche Kontaktbeschränkungen, Obergrenzen für Feiern und eine Sperrstunde erlassen. Andere Risikogebiete zogen nach.

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Niemand will einen zweiten Lockdown. Der komplette Stillstand des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens, eine Schließung von Läden, Restaurants und Schulen soll unbedingt vermieden werden. Aber wie?

Schon jetzt arbeiten die Gesundheitsämter an der absoluten Belastungsgrenze und in einigen Fällen darüber hinaus. Dass alle – im Schnitt 15 bis 25 – Kontakte eines Infizierten nachverfolgt werden können, ist unmöglich, wenn die Zahlen weiter so steigen. Dafür gibt es schlichtweg zu wenig Personal. Damit gäbe Sachsen aber das Instrument auf, mit dem bisher versucht wurde, die Pandemie im Griff zu behalten.

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Fakt ist, mit Appellen an die Eigenverantwortung der Menschen kommt man nicht mehr weit. Das haben die vergangenen Wochen gezeigt. Harte Einschnitte sind unvermeidlich, wenn man eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern will. Das sollte die Regierung auch klar kommunizieren.

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