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Lokale Corona-Inzidenzen in Sachsen sinken deutlich

Im Freistaat überschreiten nur noch drei Gemeinden die 1000er-Inzidenz. Dort steigen die Zahlen aber stark. So ist die Lage in Sachsens Gemeinden.

In Seiffen im Erzgebirge gab es laut Sozialministerium in den letzten sieben Tagen keine Corona-Ansteckung. Die Zahl dieser Gemeinden in Sachsen steigt.
In Seiffen im Erzgebirge gab es laut Sozialministerium in den letzten sieben Tagen keine Corona-Ansteckung. Die Zahl dieser Gemeinden in Sachsen steigt. © Ronald Bonß

Zeigt der Lockdown in Sachsen endlich Wirkung? Ein Blick auf die Infektionszahlen zeigt, dass sie leicht sinken. Doch Grund, sich zurückzulehnen, sei das nicht, heißt es aus der Landesregierung. Vor allem die Todeszahlen in der vergangenen Woche waren traurige Rekorde. Doch am Montag vermeldete das Gesundheitsministerium 448 Neuinfektionen in 24 Stunden. Nach dem Wochenende sind die Zahlen vom oft niedriger weil weniger getestet wird - doch eine so geringe Zahl an gemeldeten Neuinfektionen hat es in Sachsen seit Monaten nicht gegeben. Doch gilt das für den ganzen Freistaat?

Gradmesser für die Betroffenheit ist die 7-Tage-Inzidenz. Das ist die Anzahl der positiv getesteten Personen innerhalb von sieben Tagen auf 100.000 Einwohner gerechnet. Damit soll das Infektionsgeschehen zwischen Bundesländern und Landkreisen vergleichbar dargestellt werden. Und ohne ein Absinken dieser Zahlen sind keine Lockerungen in Sicht.

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Sachsen befindet sich laut Robert Koch-Institut derzeit noch bei einer Inzidenz von 244, vergangene Woche lag sie fast bei 300. Die Tendenz fällt zwar - doch bis zur oft genannten Zielgröße von 50 dürfte es noch Wochen, wenn nicht Monate dauern.

Inzidenz mit Vorsicht zu genießen

Seit dem 5. Januar veröffentlicht das Sächsische Sozialministerium diese Inzidenzzahlen für die einzelnen Gemeinden im Freistaat. Das Ministerium weist darauf hin, dass die Zahlen möglicherweise nicht komplett mit den gemeldeten Fällen der Landesuntersuchungsanstalt übereinstimmen: Sie werden im Verlauf mehrerer Tage zusammengestellt und sind nicht immer tagesaktuell.

In der vergangenen Woche war beispielsweise der Kurort Rathen als Sachsens Hotspot angegeben mit einer Inzidenz von über 2.000. Doch es gab dort nur sieben Neuinfektionen - wie kann das sein? Da Rathen nur über 349 Einwohner verfügt, kam der hohe Wert zustande. Gerade bei niedrigen Einwohnerzahlen ist die Inzidenz also mit Vorsicht zu genießen.

Vor zwei Wochen wurde die Gemeinde Rosenbach bei Löbau mit 24 Fällen und einer Inzidenz von über 1.500 aufgeführt, die Gemeinde hatte aber vom örtlichen Gesundheitsamt nur sieben Fälle gemeldet bekommen. Nachfragen ergaben, dass einige Gesundheitsämter in Einzelfällen zwei Orte zusammenrechneten, und einer Gemeinde anlasteten. Der zweite Ort hatte dann also weniger Fälle als in Wahrheit. Trotzdessen geben die Zahlen einen guten Überblick über mögliche regionale Hotspots.

Mittelsachsen ist neuer Problem-Landkreis

Der offizielle "Hotspot" der letzten Woche, der Kurort Rathen, hat in den vergangenen sieben Tagen nur drei Fälle, weshalb die Inzidenz dort auf 860 absinkt. Das ist immer noch ein vergleichsweise hoher Wert und der dritthöchste im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, aber bei drei Infizierten ist der Begriff Hotspot nicht mehr angebracht.

Das im gleichen Landkreis liegende Rosenthal-Bielatal, ist zwar immer noch der Ort mit der höchsten Inzidenz in der Region, allerdings gab es in den letzten 7 Tagen nur 14 Neuinfektionen, während es in der Woche zuvor 30 unter den 1.660 Einwohnern waren. Damit sinkt die Inzidenz von 1.891 auf weniger als die Hälfte mit 883. Im Allgemeinen sind die Inzidenzen im Kreis SOE deutlich gesunken. In der vergangenen Woche gab es drei Orte mit einer Inzidenz über 1.000 - jetzt gar keinen mehr.

Dieser Trend zieht sich durch den ganzen Freistaat. Gab es in der vergangenen Woche noch sieben Gemeinden mit einer Inzidenz über 1.000, sind es jetzt nur noch drei. Zwei davon jedoch in einem Landkreis, der in der vergangenen Woche keine derart auffälligen Gemeinden verzeichnete: Kreis Mittelsachsen.

Lunzenau war bereits in der Vorwoche die betroffenste Gemeinde im Kreis, und hat in den letzten sieben Tagen 54 Neuinfektionen unter den 4.147 Einwohnern, was die Inzidenz von 892 auf 1.302 wachsen lässt. Danach folgt die Stadt Hartha, mit 82 Fällen auf 6.940 Einwohner und einer Inzidenz von 1.180, die damit die zweitbetroffenste Gemeinde im Kreis bleibt. Beide Orte haben vergleichsweise hohe Einwohnerzahlen, was die Messung der Inzidenz stützt.

Doch auch am unteren Ende steigen die Zahlen im Kreis Mittelsachsen. Drei Städte, die in der letzten Woche keine Neuinfektion verzeichneten, sind nun jenseits der 150: die Stadt Sayda (171,4), Lichtenberg/Erzgebirge (148,6) und Rechenberg-Bienenmühle (109).

Kaum noch einzelne Risikogebiete

Ebenfalls die 1.000er-Grenze überschreitet Hirschstein im Kreis Meißen, mit 20 Fällen auf 1.950 Einwohner und einer Inzidenz von 1.025,6. Die Stadt Lommatzsch (165) hingegen behält die niedrige Inzidenz im Kreis, bei nur acht Neuinfektionen auf über 4.000 Einwohner.

Nur sehr knapp unter 1.000 liegt Oderwitz im Landkreis Görlitz. Hier gibt es 50 Neuinfektionen unter den 5.002 Einwohnern in den letzten sieben Tagen. Das sind genau so viele wie in der Woche zuvor, weshalb die Inzidenz unverändert hoch bei 999,6 liegt. Gut im Landkreis sieht es hingegen in Jonsdorf aus: Laut Zahlen des Ministeriums gibt es hier seit zwei Wochen keine Ansteckungen.

In zwei Landkreisen lassen sich kaum noch einzelne Risikogebiete identifizieren. Das ist zum einen der Kreis Bautzen, in dem die betroffensten Gemeinden Lichtenberg, Räckelwitz und Schwepnitz nur leicht über der 500er-Inzidenz und damit im sächsischen Mittelfeld liegen, das hat es im Landkreis seit der regelmäßigen Veröffentlichung der Zahlen nicht gegeben. Noch weniger angespannt ist die Lage nur im Landkreis Nordsachsen, wo keine Gemeinde die 500er-Inzidenz übersteigt.

Kreis Bautzen

  • 1. Lichtenberg, 7-Tage-Inzidenz: 556,2
  • 2. Räckelwitz, 530,5
  • 3. Schwepnitz, 524,6
    ...
  • 55. Spreetal, 0
  • 56. Großnaundorf, 0
  • 57. Puschwitz, 0

Erzgebirgskreis

  • 1. Gornau, 769,8
  • 2. Stollberg, 663,7
  • 3. Johanngeorgenstadt, 487,6
    ...
  • 57. Tannenberg, 0
  • 58. Niederdorf, 0
  • 59. Seiffen, 0

Kreis Görlitz

  • 1. Oderwitz, 999,6
  • 2. Trebendorf, 585,5
  • 3. Quitzdorf am See, 564,5
    ...
  • 51. Groß Düben, 0
  • 52. Königshain, 0
  • 53. Jonsdorf, 0

Kreis Leipzig

  • 1. Bennewitz, 826,3
  • 2. Grimma, 496,6,
  • 3. Lossatal, 446,4
    ...
  • 28. Markranstädt, 95,1
  • 29. Belgershain, 59,6
  • 30. Elstertrebnitz, 0

Kreis Meißen

  • 1. Hirschstein, 1.025,9
  • 2. Gröditz, 960,2
  • 3. Thiendorf, 718,1
    ...
  • 23. Radebeul, 218,3
  • 24. Moritzburg, 216,2
  • 25. Lommatzsch, Stadt, 165

Mittelsachsen

  • 1. Lunzenau, 1.302,1
  • 2. Hartha, 1.180
  • 3. Leisnig, 885,6
    ...
  • 51. Sayda, Stadt, 171,4
    52. Lichtenberg/Erzg., 148,6
  • 53. Rechenberg-Binenemühle, 109,0

Nordsachsen

  • 1. Wermsdorf, 480,7
  • 2. Mockrehna, 456,3
  • 3. Dreiheide, 428,2
    ...
  • 28. Elsnig, 71,7
  • 29. Laußig, 54,9
  • 30. Löbnitz, 0

Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

  • 1. Rosenthal-Bieletal, 882,7
  • 2. Rathmannsdorf, 877,2
  • 3. Rathen, 859,6
    ...
  • 34. Hermsdorf/Erzg., 130,2
  • 35. Königstein, 95,8
  • 36. Wehlen, 63,7

Vogtlandkreis

  • 1. Steinberg, 875
  • 2. Bad Elster, 680,3
  • 3. Bösenbrunn, 613
    ...
  • 35. Falkenstein, 188,8
  • 36. Triebel, 163,7
  • 37. Theuma, 98,1

Kreis Zwickau

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  • 1. Langenbernsdorf, 861,8
  • 2. Crimmitschau, 468,7
  • 3. Wilkau-Haßlau, 435
    ...
  • 31. Waldenburg, 73,9
  • 32. Oberwiera, 0
  • 33. Hirschfeld, 0

Kreisfreie Städte

  • Leipzig, 198,1 (vorher 190,2)
  • Dresden, 178,9 (vorher 196,3)
  • Chemnitz, 129,5 (vorher 216,8)

Die Zahlen zu allen Gemeinden finden Sie auf der Webseite des sächsischen Sozialministeriums.

Stand: 18. Januar 2021

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