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OP, FFP, KN 95 oder N 95 – Welche Maske ist die richtige?

Ab Donnerstag sind medizinische Masken Pflicht. Doch die Verwirrung ist groß. Ein Leitfaden für die Wahl des passenden Maskentyps.

Man achte auf das Kleingedruckte: Die Norm EN 149:2001 weist darauf hin, dass es sich um eine zertifizierte FFP2-Maske handelt.
Man achte auf das Kleingedruckte: Die Norm EN 149:2001 weist darauf hin, dass es sich um eine zertifizierte FFP2-Maske handelt. © dpa

Maske rauf, Maske runter: Das wird uns ab heute noch öfter beschäftigen als bisher. So will es die neue Corona-Schutzverordnung. Statt der Alltagsmasken sind in bestimmten Situation zudem nur noch höherwertige Masken erlaubt. Doch wer blickt bei den vielen Typen noch durch?

Die neuen Maskenregeln

In öffentlichen Verkehrsmitteln, vor und in Geschäften, in Gesundheitseinrichtungen und Kirchen sowie unter bestimmten Bedingungen auch in Betrieben sind medizinische Masken Pflicht, umgangssprachlich oft OP-Masken genannt.

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In Pflegeeinrichtungen müssen Besucher, in Justizvollzugsanstalten und Flüchtlingsunterkünften sowohl Personal als auch Besucher die höherwertigen FFP2-Masken oder den vergleichbaren Standard KN95/N95 tragen. Das Gleiche gilt für Beschäftigte von ambulanten Pflegediensten.

Medizinische Masken

Medizinischer Mund-Nasen-Schutz ist ein Medizinprodukt, das einer Prüfnorm entsprechen muss, erläutert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Die sogenannten chirurgischen beziehungsweise OP-Masken bestehen aus Papier oder Vlies und wurden ursprünglich entwickelt, um das Operationsfeld vor einer bakteriellen Verunreinigung durch den Operateur zu schützen.

Ihre Filtereigenschaften sind definiert und geprüft. Beim Kauf sollte man auf die Kennzeichnung als medizinische Maske nach DIN EN 14683:2019 achten, betont das Sächsische Sozialministerium. Je nach bakterieller Filterleistung unterscheidet man die Typen I, II und II R. Diese Klassifizierung ist im Rahmen der Corona-Vorschriften aber unerheblich.

Medizinische Masken bieten einen Schutz des Gegenübers vor infektiösen Tröpfchen und einen geringen Eigenschutz. Nachteil: Weil Atemluft an den Rändern vorbeiströmen kann, schützen diese Masken weniger vor Aerosolen als FFP-Masken. In der bisher einzigen randomisierten Interventionsstudie zur Effektivität von OP-Masken wurde keine Verringerung der Infektionsrate festgestellt. Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) sind diese Masken daher weniger gut geeignet, die Übertragung des Coronavirus von Mensch zu Mensch zu verhindern.

FFP-Masken

Die sogenannten FFP-Masken sind keine Medizinprodukte, sondern zählen zur persönlichen Schutzausrüstung. Die Abkürzung steht für „Filtering Face Piece“, also sinngemäß für partikelfiltrierenden Atemschutz; umgangssprachlich wird auch der Begriff Feinstaubmaske benutzt. Sie bestehen in der Regel aus Kunststofffasern, die zu einem Vlies mit dreidimensionalem Gangsystem verarbeitet werden. Es hält insbesondere größere Partikel fern. Die Oberfläche ist zudem elektrostatisch aufgeladen. Dies wehrt vor allem kleinere Partikel und Aerosole ab, die bei der Atmung abgegeben werden.

Die tatsächliche Effektivität hängt allerdings wesentlich davon ab, wie dicht die Maske sitzt, heißt es in der aktuellen Stellungnahme der DGP. Durch inkorrekte Handhabung und mangelhafte Passform werde keine ausreichende Schutzwirkung erzielt. Die Experten fordern deshalb mehr Aufklärung der Bevölkerung. Bartträgern wird von einer FFP-Maske abgeraten. Masken mit Ausatemventil sollten generell vermieden werden, weil sie keinen Fremdschutz bieten.

Für FFP-Masken wird die europäische Prüfnorm EN 149:2001+A:2009 zugrunde gelegt. Dabei werden allerdings nur die nach innen gerichtete Leckage – der Luftanteil, der beim Einatmen nicht durchs Filtermedium strömt – und die erlaubten Widerstände des Maskenmaterials gemessen. Somit zielt das Prüfverfahren lediglich auf den Selbstschutz des Trägers und nicht den Schutz anderer Menschen.

Und selbst da gibt es offenbar Probleme. Die Fachgesellschaft der Lungenärzte weist auf eine Untersuchung von 15 verschiedenen FFP-Masken hin, die in einer Klinik während der Coronapandemie zur Verfügung standen. Ein Drittel dieser Masken habe die vorgegebene Filterleistung zum Teil deutlich unterschritten – „obwohl diese Masken einen Aufdruck der Norm und teilweise auch eine komplette CE-Nummer aufwiesen.“ Die Fachgesellschaft empfiehlt deshalb eine Überprüfung aller Masken, die im Rahmen eines Sonderzulassungsverfahrens genehmigt wurden.

FFP-Masken gibt es in drei verschiedenen Klassen. FFP1-Masken haben eine Abscheideleistung von 80 Prozent und schützen unter anderem vor ungiftigen Stäuben wie Zellstoff, Zement, Gips, Kalkstein oder Pollen. FFP2-Masken müssen mindestens 92 Prozent der in der Luft befindlichen Partikel auffangen und schützen vor giftigen Stäuben wie Betonstaub und Granit, aber auch vor Aerosolen in der Umgebungsluft, mithin vor Viren, Bakterien und Schimmel. Die höchste Schutzklasse FFP3 bietet auch bei hoher Belastung der Atemluft einen zuverlässigen Schutz. Diese Masken filtern bis zu 99 Prozent der Atemluft-Belastung.

FFP2-Masken, die jetzt vermehrt gefordert werden, müssen laut Sozialministerium die Norm EN 149:2001 erfüllen – dies muss auch so auf der Maske angegeben sein. Eine weitere Bedingung sind zwei Trägebänder, damit die Maske so eng wie möglich am Kopf anliegt.

N95

In den USA wird der Standard N95 benutzt. Zertifizierte Masken müssen folgende Angaben aufweisen: Herstellerfirma, die Kennzeichnung TC-84A-XXXX-NIOSH, die Losnummer, die Filterbezeichnung (N95) und die Modellnummer. Der Standard garantiert eine Filterleistung von mindestens 95 Prozent. Im Gegensatz zu FFP-Masken wird beim Testverfahren nach N95 auch die Dichtigkeit der Masken gemessen. Produzenten können sich bei der Herstellung der Maskenform an einer Testbatterie von normierten Kunstköpfen orientieren, die durch die Vermessung von Tausenden US-Bürgern erstellt wurden.

KN95

Masken, die in China zertifiziert werden, tragen die Kennzeichnung KN95. Der ursprüngliche Standard GB2626-2006 wurde Mitte vorigen Jahres von der Norm GB 2626 -2019 abgelöst und erfüllt im Wesentlichen die gleichen Anforderungen wie die US-amerikanischen Atemschutzmasken N95.

Das CE-Kennzeichen

Häufig tragen Masken auch ein CE-Zeichen. Es zeigt an, dass das Produkt nach Auffassung der Firma, die es in den Handel bringt, den besonderen Anforderungen entspricht. Steht dahinter noch eine vierstellige Kennnummer, hat eine offizielle Stelle dies bestätigt.

Die Wirksamkeit

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  • Jeder Mund-Nasen-Schutz kann ein- und ausgeatmete Partikel abschirmen. Je nach Maskentyp ist die Wirksamkeit aber unterschiedlich groß.
  • Entscheidend sind die Filterleistung des Maskengewebes und die Leckage.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin hält Masken mit folgenden Eigenschaften für ideal: hohe Filterleistung des Gewebes für atembare Teilchen, geringer Luftwiderstand des Gewebes und guter Abschluss am Gesicht.

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