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Deutschland & Welt

Sachsens Ärzte drängen auf Impfungen in Praxen

Anzeichen auf Lockerungen im Sport, Corona-Wocheninzidenz in Sachsen sinkt, verzweifelte Lage in Tschechien - unser Newsblog.

Impfen sei eine Kernkompetenz der Hausärzte, so der Landesvorsitzende des Sächsischen Hausärzteverbandes.
Impfen sei eine Kernkompetenz der Hausärzte, so der Landesvorsitzende des Sächsischen Hausärzteverbandes. © María José López/Europa Press/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

12.19 Uhr: Mehr als 100 Neuinfektionen in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 105 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 22.303 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Vier Menschen verstarben seit Dienstag in Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer seit Pandemiebeginn vor einem Jahr auf 928 Opfer. Zudem wurden binnen eines Tages elf weitere Patienten ins Krankenhaus einwiesen. Als genesen gelten mittlerweile 20.531 Dresdner - 54 mehr als am Dienstag.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg seit dem Vortag von 65,9 auf 72,9. Da für mögliche Neubewertungen der Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt auch diesen Wert an. Er liegt heute bei 56,4, tags zuvor waren es noch 53.

11.44 Uhr: Tschechiens Kliniken melden Rekordzahl an Covid-19-Patienten

Die Krankenhäuser in Tschechien melden eine Rekordzahl an Covid-19-Patienten. Insgesamt werden 8.162 Menschen stationär behandelt, der höchste Wert seit Beginn der Corona-Pandemie, wie aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Darunter waren mehr als 1.660 besonders schwere Fälle, die künstlich beatmet werden müssen. In der Verwaltungsregion Pardubice in Ostböhmen wurde ein Notfallplan aktiviert, weil die Krankenhauskapazitäten vollständig erschöpft waren. Angesichts der verzweifelten Lage sollen nun auch weitgehend unerprobte Medikamente versuchsweise eingesetzt werden. Im Universitätskrankenhaus in Brünn (Brno) trafen etwa 10.000 Packungen des Antiparasitikums Ivermectin ein.

Derweil begannen große Firmen mit Corona-Massentests aller Mitarbeiter. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollen mehr als zwei Millionen Arbeiter und Angestellte mindestens einmal getestet werden. Das hatte die Regierung angeordnet. Die Behörden meldeten am Mittwoch 16.642 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden. Innerhalb von 7 Tagen steckten sich nach Berechnungen mehr als 780 Menschen je 100.000 Einwohner an. Seit Beginn der Pandemie gab es fast 1,3 Millionen bestätigte Infektionen und 20.941 Todesfälle.

Tschechiens Krankenhäuser sind am Limit. Jetzt werden auch teils unerprobte Medikamente eingesetzt.
Tschechiens Krankenhäuser sind am Limit. Jetzt werden auch teils unerprobte Medikamente eingesetzt. © Dalibor Glück/CTK/dpa

11.30 Uhr: Entwurf: Weitere Öffnungsschritte für Sport im Gespräch

Der Sport darf sich Hoffnungen auf mögliche weitere Lockerungen der bestehenden Beschränkungen. Vor den Beratungen von Bund und Ländern sind nun auch Lockerungen in Regionen im Gespräch, in denen lediglich eine Sieben-Tage-Inzidenz von 100 stabil unterschritten wird. Es könnte dort dann beispielsweise "Individualsport alleine oder zu zweit und Sport in Gruppen von bis zu zehn Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich" geben. Das geht aus einem aktualisierten Beschlussentwurf für die Gespräche am Nachmittag hervor. Das Papier trägt die Uhrzeit 7.30 Uhr und liegt der Deutschen Presse-Agentur aus mehreren voneinander unabhängigen Quellen vor. Bereits am Dienstag war ein Beschlussentwurf mit Öffnungsszenarien durchgesickert. Endgültige Entscheidungen werden erst am Ende des Bund-Länder-Gesprächs erwartet.

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11.17 Uhr: Sächsische Hausärzte wollen Corona-Impfungen übernehmen

Die Hausärzte in Sachsen drängen darauf, Impfungen gegen das Coronavirus in ihren Praxen zu übernehmen. "Es wird schon langsam skandalös, dass Menschen sterben oder schwer erkranken werden, weil große Mengen an Impfstoffen zwar vorhanden sind, aber nicht verabreicht werden", sagte der Landesvorsitzende des Sächsischen Hausärzteverbandes, Steffen Heidenreich, am Mittwoch in Chemnitz. Da die Impfgeschwindigkeit stark erhöht werden müsse, müssten die Hausarztpraxen schnell der zentrale Ort des Impfprogramms werden. Dies gelte umso mehr, da sich derzeit die Virus-Mutante B.1.1.7 stark ausbreite.

Schnellstmöglich sollte allen Menschen mit chronischen Erkrankungen oder einer hohen Anzahl an täglichen Kontakten zu anderen Menschen ein Impfangebot gemacht werden, betonte Heidenreich. "Wir Hausärztinnen und Hausärzte kennen unsere Patienten und können somit sehr schnell entscheiden und individuell priorisieren, um diese Menschen bestmöglich zu schützen." Impfen sei eine Kernkompetenz der Hausärzte. Damit diese regulär in die Impfkampagne eingebunden werden können, müsste zuvor die Impfverordnung vom Bund geändert werden. Derweil wird der Impf-Stau in Sachsen immer größer (SZ+)

11.01 Uhr: Zahl der Neuinfektionen in Polen auf höchstem Stand seit Monaten

In Polen haben die Behörden nach Angaben des Gesundheitsministeriums 15.698 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 verzeichnet - der höchste Stand seit Ende November. Dies seien fast doppelt so viele neue Fälle wie am Vortag, sagte Vize-Gesundheitsminister Waldemar Kraska am Mittwoch dem öffentlich-rechtlichen Sender Polskie Radio. Im gleichen Zeitraum seien 309 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. "Die heutigen Werte zeigen, dass die dritte Welle nicht nur Fakt ist, sondern auch Tempo aufnimmt", sagte Kraska. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Deutschland hat das Nachbarland als Risikogebiet eingestuft.

Kraska äußerte sich auch besorgt angesichts der steigenden Zahl von Patienten, die in Krankenhäusern wegen Covid-19 behandelt werden müssten. Derzeit seien es mehr als 15.000, sagte der Politiker. Mehr als 1.500 Beatmungsgeräte seien im Einsatz. Polen hat bislang rund 2,2 Millionen Menschen gegen Corona geimpft. Knapp 1,2 Millionen haben bereits zwei Impfdosen erhalten.

10.40 Uhr: Kretschmer: Größere Lockerungen wären fahrlässig

Mit einer Schweigeminute für alle Opfer der Corona-Pandemie hat der sächsische Landtag in Dresden eine Sondersitzung eröffnet. Auf Antrag der AfD war im Dresdner Landtag eine Sondersitzung einberufen worden - siehe Blogeintrag von 9.16 Uhr. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ergriff noch vor der Debatte das Wort und mahnte: "Vom Landtag muss ein Signal ausgehen, dass die Gefahr nicht zu Ende ist." Lockerungen müssten maßvoll sein und dürften auf keinen Fall ausufern. Sonst werde alles gefährdet, was in den vergangenen zwei Monaten durch extreme Belastungen erreicht wurde. Mehr zur Ansprache des MP im Artikel Kretschmer kritisiert Bund wegen Coronahilfen (SZ+)

Michael Kretschmer (CDU) spricht bei der Sondersitzung des Landestags am Mittwochvormittag.
Michael Kretschmer (CDU) spricht bei der Sondersitzung des Landestags am Mittwochvormittag. ©  dpa/Robert Michael

10.10 Uhr: Homeoffice-Potenzial laut Ifo-Institut nicht ausgeschöpft

Beinahe jeder dritte deutsche Arbeitnehmer hat im Februar von zu Hause aus gearbeitet - doch es könnten deutlich mehr sein. Das Ifo-Institut in München kommt auf Basis seiner monatlichen Konjunkturumfrage auf eine Quote von 30 Prozent der Beschäftigten, die zumindest teilweise im Homeoffice waren, wie es am Mittwoch mitteilte. Allerdings sei bei 56 Prozent der Arbeitnehmer das Arbeiten von zu Hause zumindest teilweise möglich.

Die Homeoffice-Quote unterscheidet sich dabei sowohl nach Wirtschaftssektor als auch nach Größe des Unternehmens. So ist sie in Großunternehmen mit gut 39 Prozent der Arbeitnehmer deutlich höher als bei kleinen und mittelständischen Betrieben mit 26 Prozent. Bei den Branchen reicht die Bandbreite von fast 41 Prozent im Dienstleistungssektor bis rund 10 Prozent im Einzelhandel und am Bau. In der Industrie sind es knapp 22 Prozent, im Großhandel 24 und im Handel 18.

9.51 Uhr: Dresdens OB hält Öffnungen für möglich

Um weitere Lockerungen der Corona-Vorgaben zu erlangen und Öffnungen zu ermöglichen, hofft Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert auf etwas Freiheit in den Landesvorgaben. Er wünsche sich eine „Corona-Experimentier-Klausel“, sagt Hilbert (FDP) im Gespräch mit sächsische.de. Dazu gehören Schnelltests und eine App, um sich sozusagen als coronafrei auszuweisen. Dresdens Stadtoberhaupt meint, dass dann – bei entsprechenden Infektionszahlen, mit Abstand und Maske – weitere Öffnungen denkbar wären. Zuerst könnten demnach Handel, Gastronomie und Reisen wieder möglich sein. Zudem übt Hilbert Kritik an Bund und Ländern, wegen unklarer Regelungen und der Kommunikation. „Wir brauchen Verlässlichkeit, wenn die Bürger sich weiter an die Regeln halten sollen.“ Das Interview mit Dresdens OB Hilbert (SZ+)

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert auf der Einkaufsmeile Prager Straße.
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert auf der Einkaufsmeile Prager Straße. © René Meinig

9.29 Uhr: Explosion bei Corona-Testzentrum in Holland

Bei einem Corona-Testzentrum im nordholländischen Bovenkarspel ist ein Sprengkörper explodiert. Personen kamen nicht zu Schaden, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Die Polizei geht von einer gezielten Aktion aus, wie ein Sprecher im Radio sagte. Das Zentrum befindet sich in der Kleinstadt rund 50 Kilometer nördlich von Amsterdam.

Kurz vor 7.00 Uhr explodierte bei dem Zentrum nach Polizeiangaben ein Metall-Rohr. Fünf Fensterscheiben seien zu Bruch gegangen. Zu dem Zeitpunkt war nur ein Wachmann anwesend, wie die Polizei mitteilte. Der sei nicht verletzt worden. Sprengstoff-Experten der Polizei untersuchten das Gelände nach möglichen weiteren Sprengsätzen. Angaben zu möglichen Tätern machte die Polizei nicht. Ende Januar war bei Protesten gegen den Lockdown in der Kleinstadt Urk im Nordosten Amsterdams ein Testzentrum angezündet worden.

9.16 Uhr: Landtag gedenkt mit Schweigeminute der Corona-Opfer

Der Sächsische Landtag will seine heutige Sitzung mit einer Schweigeminute beginnen, um so der Opfer der Corona-Pandemie zu gedenken. Seit Beginn der Viruskrise vor einem Jahr sind im Freistaat mittlerweile mehr als 7.800 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) teilte mit, dass er den Angehörigen der Opfer sein tiefempfundenes Beileid ausspreche. Menschen, die noch an der Krankheit leiden, wünsche er „Kraft und eine baldige Genesung“, hieß es in der Mitteilung.

Der Landtag berät ab 10 Uhr erneut über die Corona-Schutzmaßnahmen. Die Sondersitzung kam auf Antrag der AfD-Fraktion zustande und enthält den einzigen Tagesordnungspunkt unter den Titel "Endlos-Lockdown beenden - Bürger und Unternehmen eine klare Perspektive bieten". Die AfD hatte zuvor wiederholt ein Ende des Lockdowns gefordert, viele in der Partei halten die Schutzmaßnahmen für überzogen oder unnötig.

9.04 Uhr: Spahn will Impfgeschwindigkeit erhöhen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) möchte die Geschwindigkeit bei den Impfungen gegen das Corona-Virus weiter erhöhen. "Wir haben jetzt fünf Prozent der Deutschen erstgeimpft. Aber klar: Es braucht mehr Tempo", sagte Spahn am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Dazu solle in den Impfzentren nun mit einem "prinzipiengeleiteten Pragmatismus" flexibler entschieden werden, wer geimpft werden kann. Dabei sollten die Zentren aber weiterhin der festgelegten Einordnung in Impfgruppen folgen. Spahn verwies zudem darauf, dass der Zeitraum zwischen Erst- und Zweitimpfung beim Impfstoff von Biontech/Pfizer auf sechs Wochen verlängert werden könne, beim Impfstoff von Astrazeneca auf zwölf Wochen. So sollen mehr Menschen schneller eine erste Impfung erhalten. Neuen Studien zufolge wirke der Astrazeneca-Stoff auch bei Menschen über 65 Jahren sehr gut. Deshalb habe er die Ständige Impfkommission (Stiko) gebeten, ihre Empfehlungen anzupassen.

8.42 Uhr: Inzidenz in Sachsen gesunken

Die Rate der Corona-Neuinfektionen in Sachsen ist am Mittwoch gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat mit 74,3 an. Am Dienstagmorgen waren es noch 81,2, auch da wurde bereits der Wert des Vortages (84,3) unterschritten. Vor einer Woche betrug die Wocheninzidenz allerdings noch 66,2. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Noch höhere Werte als Sachsen werden heute nur aus Thüringen (124,5), Sachsen-Anhalt (86,1) und Bremen (75,3) gemeldet. Bundesweit sank die Ansteckungsrate leicht von 65,4 auf 64.

Die höchste Inzidenz der 13 Regionen in Sachsen hat nach wie vor der Vogtlandkreis. Dort lag sie am Mittwoch bei 215,9 (Dienstag 232,3). Auch der Kreis Nordsachsen sticht mit einem Wert von 145,6 heraus. Vergleichsweise niedrig sind die Zahlen des RKI in den kreisfreien Städten Leipzig (38,6) und Dresden (56,4). Die Angaben des Institus können allerdings von den Werten der lokalen Stellen und der Landesbehörden abweichen. Grund dafür sind Meldeverzögerungen.

8.15 Uhr: Landkreistag fordert Ladenöffnungen schon ab Montag

Die deutschen Landkreise haben vor den Bund-Länder-Beratungen rasche Lockerungen und Geschäftsöffnungen schon ab Montag gefordert. "Es braucht beim Bund-Länder-Treffen die Ansage, dass Geschäfte dort, wo die Corona-Lage im Griff ist, ab Montag wieder Kunden begrüßen dürfen", sagte der Präsident des Landkreistags, Reinhard Sager, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Voraussetzung seien Maske und Abstand - die Läden hätten aber die Wirksamkeit ihrer Hygienekonzepte bereits nachgewiesen.

Da es weniger Intensivpatienten und mehr Geimpfte gebe, sei es nicht akzeptabel, dass Baumärkte oder Friseure öffnen dürften und der Einzelhandel "weiter dichtbleiben soll", betonte Sager. Er forderte auch, dass etwa Ferienwohnungen über Ostern vermietet werden sollten. "Wir dürfen das Land nicht auch Ostern noch im Lockdown lassen, sollte sich das Infektionsgeschehen nicht wesentlich verschlechtern." Die Lockerungsbeschlüsse der Bund-Länder-Beratungen müssten "deutlich über die Pläne hinausgehen, die bis zum Dienstag bekanntgeworden sind", sagte Sager.

7.35 Uhr: Weitere Fälle der britischen Corona-Mutation in Dresden

Ganz in der Nähe Dresdens gibt es einen Corona-Ausbruch. Mehrere Fälle mit der britischen Virus-Variante sind an einer Ullersdorfer Kita festgestellt worden. Deshalb finden heute abermals Massentests in Radeberg statt. Nicht eingeladen sind die allerdings Dresdner, die in unmittelbarer Nachbarschaft leben beziehungsweise täglich zum Arbeiten in die Region pendeln. Denn an Dresdens Stadtgrenze endet der Test-Aufruf des Bautzner Landkreises. Die Landeshauptstadt plant derzeit keine eigenen Corona-Massentests, doch auch in Dresden breitet sich die britische Virusmutation aus. Das Gesundheitsamt erklärt, was getan wird (SZ+)

7.14 Uhr: Haseloff wirbt für Einsatz von russischem Corona-Impfstoff

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat sich für den Einsatz des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V in Deutschland ausgesprochen. "Wir sollten alles tun, was möglich ist, um das Impfen in Deutschland zu beschleunigen", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der Impfstoff Sputnik V müsste vorher jedoch von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA für den Einsatz zugelassen werden; diese Zulassung steht noch aus. Im Osten Deutschlands habe man eine lange Erfahrung mit russischen Impfstoffen. "Wir haben kein Problem mit Sputnik V. Ich bin als Kind schon mit einem russischen Präparat erfolgreich gegen Kinderlähmung geimpft worden (...) Ich würde mich jederzeit mit Sputnik V impfen lassen", sagte er. Allerdings würde er sich nicht vorzeitig und öffentlichkeitswirksam impfen lassen. Politiker sollten in solch einer Situation zuletzt an sich selbst denken.

Russland hatte den Impfstoff Sputnik V bereits im vorigen Sommer zugelassen, obwohl bis dahin wichtige Tests noch nicht erfolgt waren. Anfang Februar wurden im medizinischen Fachblatt "The Lancet" Daten zu einer wohl hohen Wirksamkeit des Vakzins veröffentlicht.

6.52 Uhr: Landkreis Nordsachsen drohen erneute Schulschließungen

Nach dem besonders von der Pandemie betroffenen Vogtlandkreis drohen nun auch dem Landkreis Nordsachsen erneute Schulschließungen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte am Dienstagabend bei einer Videokonferenz unter dem Titel „Zusammen gegen Corona“, dass dies angesichts der Infektionszahlen diskutiert werde. Nordsachsen weist schon länger Wocheninzidenzen von mehr als 100 aus, am Mittwochmorgen waren es 149,2. Zuletzt hatte der Kreis bereits die nächtliche Ausgangssperren und einen 15-Kilometer-Bewegungsradius wieder einführen müssen.

Die Videokonferenz, an der neben Kretschmer unter anderem Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD), Vogtlandkreis-Landrat Rolf Keil (CDU) und Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) teilnahmen, können Sie sich hier ansehen:

6.23 Uhr: Sachsens Handelsverband verlangt schnellstmögliche Öffnungen

Der Handelsverband Sachsen fordert vor den heutigen Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs deutliche Signale für Einzelhändler. "Wir erwarten (...) jetzt ein transparentes, klares, faires und verbindliches Konzept für eine schnellstmögliche und gerechte Öffnung des Einzelhandels", sagte René Glaser, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands, der dpa. Große Teile des des sächsischen Einzelhandels, die sich seit elf Wochen im Lockdown befinden, seien inzwischen finanziell ausgezehrt. "Schon jetzt sitzt beispielsweise der Textileinzelhandel auf Millionen von unverkauften Waren", so Glaser. Hinzu komme jetzt die Frühjahrsware, die bereits vor Monaten bestellt worden sei, geliefert werde und bezahlt werden müsse. "Liquidität ist aber nicht mehr vorhanden."

Man habe bereits flächendeckende Hygienemaßnahmen auf eigene Kosten umgesetzt und werde dies auch weiterhin gewährleisten. Glaser nannte als Beispiele Zugangsbeschränkungen, Desinfektionsmöglichkeiten oder die Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Zudem unterstütze der Einzelhandel auch die Bestrebungen nach einer Ausweitung der Test-Strategie und zur Nutzung digitaler Lösungen, um die gezielte Nachverfolgung von Infektionsketten zu beschleunigen.

5.50 Uhr: 9.019 Corona-Neuinfektionen registriert

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9.019 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 418 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 8.007 Neuinfektionen und 422 neue Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 64,0 - und damit etwas niedriger als am Vortag (65,4). Vor vier Wochen, am 3. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 82,9 gelegen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.460.030 nachgewiesene Corona-Infektionen, etwa 2.274.400 Menschengelten als genesen. Die Gesamtzahl der an oder mit dem Virus Verstorbenen stieg auf 70.881. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 0,94 (Vortag 1,01). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 94 weitere Menschen anstecken.

5.24 Uhr: US-Präsident verspricht Impfstoff für alle Erwachsenen bis Ende Mai

Die USA werden nach Worten von US-Präsident Joe Biden bereits "bis Ende Mai" genügend Impfstoff für alle Erwachsenen im Land haben. Bislang hatte Biden das Erreichen dieses Meilensteins bis Ende Juli angestrebt. Die jüngste Zulassung eines dritten Impfstoffs und die Bemühungen der Regierung, die Produktion der Präparate anzukurbeln, ermöglichten es, das Ziel noch schneller zu erreichen, sagte Biden am Dienstag im Weißen Haus. Die Lebens- und Arzneimittelbehörde der USA (FDA) hatte am Samstag eine Notfallzulassung für das Präparat von Johnson & Johnson erteilt. Der Konzern hat einen Vertrag mit der US-Regierung zur Lieferung von 100 Millionen Dosen des Impfstoffs bis Ende Juni geschlossen. Der Impfstoff soll nun auch vom konkurrierenden Pharmakonzern Merck produziert werden, wie die Regierung am Dienstag ankündigte.

Die US-Regierung bekommt bis spätestens Ende Juli von den zwei Herstellern der bereits zuvor genehmigten Impfstoffe, Biontech/Pfizer und Moderna, jeweils 300 Millionen Dosen. Bei den Impfungen sind je zwei Dosen nötig; die Menge allein wäre also ausreichend, um alle rund 260 Millionen Erwachsenen im Land zu versorgen. Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist bereits nach einer Spritze wirksam. Die Impfstoffe sind bislang nur für Erwachsene zugelassen.

Ampullen mit Dosen des Corona-Impfstoffes des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson
Ampullen mit Dosen des Corona-Impfstoffes des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson © Johnson & Johnson/AP

Mittwoch, 5.02 Uhr: Grenzstreit mit Brüssel: Bundesregierung weist Kritik zurück

Im Streit um die deutschen Grenzkontrollen in der Corona-Krise weist die Bundesregierung die Kritik der EU-Kommission entschieden zurück. "Im Interesse des Schutzes der Gesundheit" müsse man an den getroffenen Maßnahmen festhalten, schrieb der deutsche EU-Botschafter Michael Clauß an die Brüsseler Behörde. Sie seien verhältnismäßig, da sie auf das Mindestmaß beschränkt seien und Ausnahmen vorsähen, heißt es in dem Schreiben vom Montag, das der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel vorliegt. Die EU-Kommission hatte Deutschland vergangene Woche in einem Beschwerdebrief zu Lockerungen aufgefordert, weil mehrere Vorgaben unverhältnismäßig oder unbegründet seien. Auch fünf weitere Staaten wurden wegen ihrer Grenzmaßnahmen angeschrieben.

Deutschland hatte Tschechien, die Slowakei und weite Teile Tirols Mitte Februar zu Virusvariantengebieten erklärt. Von dort dürfen nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Es gibt aber Ausnahmen. Grundlage der Bedenken aus Brüssel ist, dass die EU-Staaten sich zuvor auf Empfehlungen für das Reisen innerhalb der EU geeinigt hatten.

Corona-Pandemie: Das geschah am Dienstag

21.47 Uhr: Jobcenter muss keine Kosten für FFP2-Masken übernehmen

Hartz-IV-Bezieher haben nach einer Entscheidung des Sozialgerichts Dresden keinen Anspruch auf zusätzliches Geld vom Jobcenter für den Kauf von FFP2-Masken. Ein Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz in dieser Sache sei am Montag abgelehnt worden, teilte das Gericht am Dienstag mit. Ein alleinstehender Arbeitsloser hatte verlangt, dass ihm zum Schutz vor dem Corona-Virus monatlich zwölf FFP2-Masken bezahlt werden. Er habe jedoch nicht nachweisen können, dass "unabweisbarer, besonderer Bedarf besteht", so das Gericht. Der Beschluss kann nicht angefochten werden.

Das Sozialgericht Karlsruhe hatte Mitte Februar entschieden, dass Hartz-IV-Empfängern monatlich 129 Euro mehr zum Arbeitslosengeld II gezahlt werden müssen. Dies solle zur Deckung des Mehrbedarfs für Corona-Schutzmasken dienen. Nachdem dieses Urteil bekannt wurde, gingen auch beim Sozialgericht Dresden einige Eilanträge dieser Art ein. Im nun vorliegenden Fall sahen die Richter den Einzelfall offensichtlich anders als ihre Kollegen in Karlsruhe.

Eine absolute Pflicht zum Tragen einer Maske mit höheren Schutz sei in der sächsischen Corona-Verordnung nur für wenige Ausnahmen etwa in der ambulanten Pflege vorgeschrieben. Dies träfe für den Antragsteller jedoch nicht zu. Für den Nahverkehr, beim Einkaufen und in Arztpraxen und Krankenhäusern reichten OP-Masken aus, die der Mann günstig im Discounter kaufen könne. Diese Masken würden bei korrekter Anwendung einen ausreichenden Fremd- und hinreichenden Eigenschutz bieten. Für deren Erwerb seien die Hartz-IV-Zahlungen ausreichend, die der Antragsteller bereits erhalte. In Sachsen gab es im Februar nahezu 240.000 Empfänger von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II, sogenannten Hartz-IV-Bezieher.

21.28 Uhr: Corona-Selbsttests auch bei Rossmann

Nach der Drogeriekette dm hat auch Rossmann angekündigt, ab Mitte kommender Woche Corona-Selbsttests zum Verkauf anzubieten. Voraussetzung sei, dass der Lieferant den Termin einhalte, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung des Unternehmens. Rossmann arbeite zudem "mit Hochdruck daran", zugelassene Tests weiterer Hersteller ins Sortiment aufzunehmen. Die Abgabemenge wird anfangs auf vier Stück pro Haushalt begrenzt.

Die Kette dm hatte bereits am Montag erklärt, dass Kunden ab kommender Woche Schnelltests zur Selbstanwendung kaufen können. Beide Drogerieketten nannten noch keinen genauen Preis für die Tests.

21.08 Uhr: Italien verlängert Corona-Reisesperren bis nach Ostern

Italien verlängert zentrale Corona-Beschränkungen wie die Reisesperren im Land um einen Monat bis nach Ostern. Außerdem müssen alle Schulen in Hochrisiko-Gebieten, sogenannten Roten Zonen, schließen. Das teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza in Rom mit. Ministerpräsident Mario Draghi unterschrieb am Dienstag ein entsprechendes Dekret.

Damit bleibt es in der ersten großen Reisezeit zu Ostern bis 6. April verboten, die Grenzen zwischen den 20 italienischen Regionen zu überqueren. Ausnahmen gibt es etwa für die Arbeit und in Notfällen. Minister Speranza und mehrere Experten wiesen darauf hin, dass die britische Virus-Variante in dem Mittelmeerland mit deutlich über 50 Prozent der Fälle vorherrschend sei.

20.34 Uhr: NOFV-Präsident Winkler hofft auf Corona-Hilfe für Regionalliga

Der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) kämpft um staatliche Millionenhilfen für seine Regionalligisten. "Wir haben berechnet, dass 85 bis 86 Prozent der Spieler dem Profi-Bereich zuzuordnen sind. Die verdienen mit dem Fußball ihr Geld. Und überhaupt: Für die meisten Vereine ist Regionalliga-Fußball ein hartes Geschäft", sagte Präsident Hermann Winkler der "Lausitzer Rundschau".

Der 57-Jährige hofft darauf, dass Clubs wie Energie Cottbus oder Lok Leipzig von den 200 Millionen Euro schweren Coronahilfen des Bundes profitieren können. "Viertliga-Fußball ist kein Hobbysport. Da steckt in den Regionen ja echte Wirtschaftskraft dahinter", betonte Winkler. "Zumal von diesem Geld im Bundesprogramm für das Jahr 2021 erst 65 Millionen Euro abgeflossen sind."

Außerdem bestätigte Winkler, dass man derzeit mit einem neuen TV-Partner verhandele. Der MDR als bisheriger Rechteinhaber will sich möglicherweise zurückziehen. "Wir verhandeln mit einem privaten Partner – aber MDR und RBB wollen wir weiter mit im Boot haben. Dabei geht es auch um das regionale Gefühl im Fußballosten. Wir steuern da auf eine charmante Lösung zu", sagte der Politiker. Unklar ist allerdings, wann die Nordost-Staffel fortgesetzt werden kann. Aktuell hängt dies vor allem am Berliner Senat, der den Clubs der Hauptstadt den Spielbetrieb untersagt. Deshalb ist ein sofortiges Ende der Spielzeit nicht vom Tisch.

20.17 Uhr: EU-Behörde entscheidet am 11. März über Johnson-Impfstoff

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) will am 11. März über die Empfehlung des Impfstoffes des US-Herstellers Johnson&Johnson entscheiden. Der zuständige Ausschuss für Humanmedizin werde dann zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen, teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit. Es wird erwartet, dass die Experten grünes Licht für die Zulassung in der EU geben. Formal muss dann noch die EU-Kommission zustimmen - das könnte noch am selben Tag geschehen.

Die Daten der Studien und Versuche des Unternehmens werden bereits von den EMA-Experten im laufenden Verfahren geprüft. Bisher sind in der EU drei Impfstoffe gegen das Coronavirus auf dem Markt. In den USA war der Wirkstoff am Wochenende zugelassen worden. Er ist von der J&J-Tochter Janssen in den Niederlanden entwickelt worden. Anders als bei den bisherigen Präparaten ist bei diesem Impfstoff nur eine Dosis erforderlich.

20.07 Uhr: Drosten: Anteil ansteckenderer Variante weiter gewachsen

Der Virologe Christian Drosten schätzt den Anteil der in Großbritannien entdeckten Corona-Variante B.1.1.7 an den Infektionen in Deutschland inzwischen auf ungefähr die Hälfte. Der Anteil dieser ansteckenderen Mutante werde weiter steigen, das sei unausweichlich, sagte der Leiter der Virologie an der Berliner Charité im Podcast "Coronavirus-Update" bei NDR-Info vom Dienstag. In Großbritannien gebe es mittlerweile nur noch Reste anderer Varianten, B.1.1.7 dominiere vollkommen. Die Maßnahmen dort seien strenger, so Drosten.

Neue Daten zur Varianten-Ausbreitung werden in dieser Woche vom Robert Koch-Institut (RKI) erwartet. Labore hatten vergangene Woche von einem Anteil von rund 30 Prozent von B.1.1.7 in Stichproben gesprochen. Ersten Studien zufolge verursacht die Mutante auch häufiger schwere Krankheitsverläufe. Ihre bessere Übertragbarkeit gilt als großes Risiko für Lockerungen.

19.55 Uhr: Sachsen will Corona-Tests nicht nur im Vogtland ausweiten

Sachsen will die Corona-Schnelltests massiv ausweiten, um die Pandemie weiter unter Kontrolle zu bringen. Bei einer "Vogtlandkonferenz" kündigte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag an, 40.000 zusätzliche Tests aus Beständen des Freistaates ins Vogtland zu geben und 20.000 nach Nordsachsen. Beide Landkreise sind derzeit besonders von Neuinfektionen betroffen. Das Vogtland stand am Dienstag mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 232,3 zu Buche und befand sich damit unter den zehn am stärksten betroffenen Landkreisen in Deutschland. Nordsachsen hatte einen Wert von 142,2. "Wir müssen testen, testen, testen", sagte Köpping.

Vogtland-Landrat Rolf Keil (CDU) gab einen Überblick zum aktuellen Infektionsgeschehen. Bislang seien im Vogtland 123 Mutationen des Coronavirus festgestellt worden - 25 Prozent aller in Sachsen bekannt gewordenen Mutationen. Seit vergangenem Freitag würden Massentests im Vogtland laufen. Am Montag habe man bei 4.732 Tests 27 positive Fälle registriert, am Dienstag bei 4.531 Tests 16 Fälle. Grundschulen und Kitas habe man wieder schließen müssen. Die Notbetreuung laufe, die Begeisterung halte sich in Grenzen, sagte der Landrat.

Bei der Konferenz war auch Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) zugeschaltet. Er erläuterte den "Tübinger Weg", der die baden-württembergische Stadt mit einem besonderen Schutz der Alten- und Pflegeheime und seit November 2020 mit Schnelltests im Stadtgebiet zu niedrigen Inzidenzwerten geführt hatte. Inzwischen würden in Tübingen auch Schüler und Lehrer regelmäßig getestet. Damit habe man den Bildungssektor wieder öffnen können, ohne ein Wiederaufflammen von Infektionen zu riskieren.

19.40 Uhr: Mitglied des Ethikrats fordert freien Tag nach der Impfung

Nach Ansicht des Ethikratsmitglieds Professor Wolfram Henn könnte ein freier Tag nach der Impfung die Impfbereitschaft in der Bevölkerung deutlich steigern. „Arbeitgeber, die an der Durchimpfung ihres Personals interessiert sind, könnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Tag nach der Impfung vom Erscheinen am Arbeitsplatz oder dem Homeoffice freistellen, ohne dass diese sich eigens krankmelden müssten“, erklärte Henn gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Berufstätige Impflinge wüssten dann schon im Voraus, dass sie mögliche Impfreaktionen „am nächsten Morgen ohne bürokratischen Aufwand durch simples Ausschlafen bekämpfen könnten“.

Unterdessen wird der Impf-Stau in Sachsen immer größer. Nachdem anfangs der Mangel an Impfstoff das größte Hemmnis war, behindern nun fehlende finanzielle und personelle Kapazitäten sowie die starre Prioritätenliste der Bundesregierung größere Fortschritte bei den Impfungen. Unter anderem sind in Sachsen zurzeit weit über 100.000 Impfdosen von Astrazeneca vorhanden beziehungsweise werden demnächst geliefert, für die bislang nicht genügend Impftermine und Impfwillige zur Verfügung standen. Wie das Impfen in Sachsen beschleunigt werden kann, erfahren Sie hier.

19.21 Uhr: Land Salzburg schränkt Ausreise aus zwei Hotspot-Gemeinden ein

Das österreichische Bundesland Salzburg führt für zwei Gemeinden eine Corona-Testpflicht bei der Ausreise ein. Die Maßnahme zur Eindämmung hoher Infektionszahlen gilt ab Freitag für Radstadt und Bad Hofgastein, wie die Landesregierung am Dienstag mitteilte. In den kommenden zwei Wochen müssen Jugendliche und Erwachsene einen negativen Test vorweisen, wenn sie diese Orte verlassen wollen.

In Bad Hofgastein und Radstadt wurden in den vergangenen sieben Tagen jeweils 71 und 57 Infektionen entdeckt. Die Wochen-Inzidenz von positiven Tests pro 100.000 Einwohnern liegt bei 1.042 beziehungsweise 1.168 - ein Vielfaches des gesamtösterreichischen Wertes von rund 160. "Wir müssen jetzt reagieren, denn die Corona-Neuinfektionen in den beiden Gemeinden gehen durch die Decke", sagte Salzburgs Landeschef Wilfried Haslauer in einer Stellungnahme. Im Februar hatte das Bundesland Tirol ähnliche Maßnahmen eingeführt.

19.09 Uhr: Unternehmen wollen Corona-Impfungen per Betriebsarzt durchführen

Angesichts des wachsenden Impfstaus dringen Deutschlands Arbeitgeber auf eine größere Rolle der Betriebsärzte in der Corona-Impfkampagne. "Es ist nicht akzeptabel, dass aktuell mehr als eine Millionen Impfstoffdosen, die nicht für Zweitimpfungen zurückgelegt wurden, trotz hoher Nachfrage nach Impfungen nicht verimpft worden sind", heißt es in einem Konzept der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Ergänzend zu den bisherigen Plänen von Bund und Ländern könnten laut BDA die Betriebsärztinnen und -ärzte einen stärkeren Beitrag zum schnellen Impfen leisten. Betriebsärzte könnten bei Unterstützung durch die Arbeitgeber Impfungen oftmals besonders effizient organisieren. In einem Beschlussentwurf für Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Lage an diesem Mittwoch heißt es dazu, Betriebsärzte könnten bereits einbezogen werden und sollten nun - im Lauf des zweiten Quartals - verstärkt eingebunden werden. Konkret fordert die BDA unter anderem, dass Betriebsärzte mit Impfstoff versorgt werden, die Vergütung geregelt wird und Dokumentationspflichten einfach geregelt werden.

18.52 Uhr: Inzwischen sechs Corona-Selbsttests mit Sonderzulassung

Mit Blick auf mögliche weitere Lockerungen von Corona-Beschränkungen können zusätzliche Selbsttests für zu Hause auf den Markt kommen. Am Dienstag wurden zwei weitere Sonderzulassungen erteilt, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte mitteilte. Insgesamt sind damit nun sechs Tests zur Anwendung für jedermann auf diesem Weg zugelassen. Die Selbsttests sollen frei in Apotheken, anderen Geschäften und im Internet zu kaufen sein. Der Einsatz von Tests soll nach Plänen der Bundesregierung deutlich ausgedehnt werden, um mögliche weitere Öffnungen abzusichern. Neben Selbsttests gehören dazu Schnelltests, die geschultes Personal etwa in Testzentren oder Praxen abnimmt. Positive Ergebnisse sollen dann aber mit genaueren PCR-Tests überprüft werden. Mehr zum Thema: Was, wenn der Selbsttest positiv ausfällt? (SZ+)

In Deutschland gibt es mittlerweile sechs zugelassene Test, die man zu Hause durchführen kann.
In Deutschland gibt es mittlerweile sechs zugelassene Test, die man zu Hause durchführen kann. © Emilio Morenatti/AP/dpa (Symbolbild)

18.31 Uhr: Merkel zurückhaltend bei Corona-Impfumstieg auf Hausarztpraxen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Hoffnungen auf eine sehr rasche und breite Anti-Corona-Impfkampagne über die Hausärzte gedämpft. Ab dem 1. April bekomme man deutlich mehr Impfstoff, dann werde man den Umstieg auch auf Hausarztpraxen machen müssen, sagte Merkel am Dienstag in einer Online-Sitzung der Unionsfraktion, wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern erfuhr. In der aktuellen Phase habe es aber noch keinen Sinn, Hausärzte generell mit einzubeziehen. Es solle allerdings Flexibilität ermöglicht werden, damit jeder Impfstoff verimpft werde. Vor allem beim Impfstoff von Astrazeneca gibt es derzeit einen Überschuss.

In Deutschland gebe es etwa 60.000 Hausarztpraxen, sagte Merkel nach diesen Informationen. Wenn man nun das Signal gebe, dass neben den Impfzentren alle Hausarztpraxen in die Impfungen einbezogen würden, bedeute das, dass ein Arzt in der Woche mindestens 100 Impfdosen bekommen müsse. "Sonst rennen ihm ja seine Patienten total die Bude ein", wurde die Kanzlerin zitiert. Derzeit bekomme man in der Woche jedoch zwischen einer Million und 1,5 Millionen Impfdosen.

18.13 Uhr: Mehr als nur Inzidenz: Infektionsschutzgesetz soll ergänzt werden

Bei der Verhängung oder Lockerung von Corona-Schutzmaßnahmen sollen weitere Kriterien neben dem Inzidenzwert an Bedeutung gewinnen. Auf eine entsprechende Ergänzung des Infektionsschutzgesetzes haben sich die Rechts- und Gesundheitspolitiker der Fraktionen von CDU/CSU und SPD am Dienstag geeinigt, wie beide Seiten bestätigten. So sollen künftig insbesondere auch die Zahl der gegen Covid-19 geimpften Personen und der R-Wert berücksichtigt werden. "Ergänzend wird in der Gesetzesbegründung ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass die Nennung dieser beider Kriterien nicht abschließend ist und insbesondere auch die Auslastung des Gesundheitswesens berücksichtigt werden muss", sagte der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Fechner.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gemeldet werden. Laut Robert Koch-Institut (RKI) lag dieser Wert am Dienstag bundesweit bei 65,4. Der R-Wert bildet hingegen ab, wie viele andere ein Infizierter ansteckt. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,01 (Vortag 1,08). 100 Infizierte stecken also rein rechnerisch 101 weitere Menschen an.

"Wir können die zum Teil erheblichen Grundrechtseingriffe nicht allein an den Inzidenzwerten ausrichten", sagte Fechner. "Wenn etwa ein Großteil der älteren Bevölkerung geimpft ist und hauptsächlich Jüngere infiziert sind, wenn der R-Wert niedrig ist oder wenn das Gesundheitssystem nicht überlastet ist, dann besteht für die Bevölkerung keine so große Gefahr, als dass erhebliche Grundrechtseingriffe wie Ausgangssperren oder Betriebsschließungen gerechtfertigt sind."

17.59 Uhr: Delitzscher Oberbürgermeister fordert Impfeinsatz vor Ort

Mit einem Appell für Impfungen vor Ort hat sich der Oberbürgermeister von Delitzsch, Manfred Wilde, an die sächsische Landesregierung gewandt. "Wir brauchen Impfeinsätze vor Ort und das schnell", erklärte der parteilose Kommunalpolitiker am Dienstag. Die 25.000-Einwohner-Stadt Delitzsch ist 70 Kilometer vom Kreisimpfzentrum Belgern entfernt. Etwa 5.000 Menschen in Delitzsch seien älter als 70 Jahre, so Wilde. Viele kämen mit dem Online-Impfportal nicht zurecht und riefen dutzende Male vergeblich bei der Impfhotline an. "Die Geduld der Menschen ist am Ende und mittlerweile auch meine."

Mehr als zwei Monate nach Beginn der Impfungen seien in Nordsachsen nicht einmal fünf Prozent der Bevölkerung geimpft. Für einen Impfeinsatz in Delitzsch bot Wilde das Bürgerhaus an. Die wenigen in Sachsen eingesetzten Impfbusse kämen nicht einmal in die Nähe der Stadt, so der Oberbürgermeister. An Impfungen durch Ärzte vor Ort sei noch lange nicht zu denken.

Für die meisten Bewohner von Delitzsch ist das nächste Impfzentrum viel zu weit weg.
Für die meisten Bewohner von Delitzsch ist das nächste Impfzentrum viel zu weit weg. © Christoph Soeder/dpa (Symbolbild)

17.41 Uhr: Immer mehr junge Menschen suchen psychotherapeutische Hilfe

Immer mehr Kinder und Jugendliche sind in psychotherapeutischer Behandlung. Wie die Barmer am Dienstag mitteilte, gingen bei ihr im Corona-Jahr 2020 insgesamt 6,3 Prozent mehr Anträge von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 24 Jahren ein als im Vorjahr - insgesamt 44.000. Berücksichtigt wurden neben Anträgen auf eine klassische Psychotherapie auch Anträge auf Akutbehandlungen, die auf eine kurzfristige Verbesserung der Symptomatik ausgerichtet sind. Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich damit fort. Innerhalb von elf Jahren hat sich die Zahl junger Psychotherapie-Patienten bei der Barmer mehr als verdoppelt, wie aus dem aktuellen Arztreport der Krankenkasse hervorgeht. Demnach erhielten im Jahr 2019 rund 823.000 Kinder und Jugendliche psychotherapeutische Unterstützung - 104 Prozent mehr als noch im Jahr 2009.

Während Jungen besonders häufig im Alter um elf Jahre betroffen waren, zeigt sich bei Mädchen ein Altersgipfel um 17 Jahre. Von den jungen Barmer-Patienten im vergangenen Jahr erhielten rund 20 Prozent erstmals eine klassische Psychotherapie. Meist waren laut Arztreport Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen ausschlaggebend.

17.25 Uhr: Merkel kündigt umfassende Teststrategie für April bis Juni an

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine breite und monatelange Teststrategie angekündigt, die nach dem Corona-Lockdown die geplanten Lockerungen absichern soll. Dies werde nach Einschätzung der Bundesregierung für die Monate April, Mai und Juni benötigt, sagte Merkel am Dienstag in einer Online-Sitzung der Unionsfraktion, wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern erfuhr. Später werde das Impfen so dominante Wirkungen haben, dass eine Teststrategie in solchem Umfang nicht mehr notwendig sei.

Corona-Selbsttests seien neben den Antigen-Schnelltests noch nicht in großem Umfang verfügbar, sagte Merkel demnach. Neben den drei bereits zugelassenen Selbsttests gebe es 96 Anträge auf Zulassung - man rechne damit, dass um die 40 Produzenten valide Angebote machen könnten. Nun müsse man herausfinden, in welchem Umfang diese Tests kurzfristig zur Verfügung stünden. Man brauche sicherlich den Monat März, um eine umfassende Sicherheitsstrategie für Öffnungen aufzubauen, betonte Merkel weiter. Priorität sollten hier Schulen und Kitas haben. Würden wieder alle Schüler in die Schule und alle Kitakinder in die Kita gehen, seien das mindestens 15 Millionen Menschen. Wenn man diese zwei Mal je Woche teste und dies zwischen 3 und 5 Euro koste, seien das Kosten von mehreren 100 Millionen Euro im Monat.

17.06 Uhr: Andrang bei Corona-Massentest in Radeberg

Der Aufruf zu einem Corona-Massentest für Einwohner von Radeberg und Umgebung ist am Dienstag auf große Resonanz gestoßen. Wie das Landratsamt Bautzen mitteilte, hatten sich bis zum frühen Nachmittag 410 Menschen einem Schnelltest unterzogen. Bis dahin war keine Infektion nachgewiesen worden. Das Landratsamt hatte sich zu dem Massentest entschlossen, nachdem eine Ausbreitung von Virusvarianten in der Region nachweisbar war. Der Aufruf richtet sich an Einwohner von Radeberg, Großröhrsdorf, Lichtenberg, Ottendorf-Okrilla, Wachau und Arnsdorf.

Nach Angaben der Behörden sind aktuell 469 Personen im Landkreis mit dem Coronavirus infiziert. Binnen eines Tages waren elf nachgewiesene Neuinfektionen dazugekommen. Seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr starben im Landkreis Bautzen 722 Menschen an oder mit einer Covid-19-Erkrankung. Die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche - lag am Dienstag bei 87,7. 56 Corona-Patienten würden derzeit im Krankenhaus behandelt, elf davon auf einer Intensivstation, hieß es. Am Wochenende hatte das Landratsamt von 53 Verdachtsfällen auf die britische Virusvariante berichtet. Besonders betroffen sei eine Kita in Ullersdorf mit zehn Fällen.

Bewohner der Region warten vor der Sporthalle des Berufsschulzentrums Radeberg auf den Massentest.
Bewohner der Region warten vor der Sporthalle des Berufsschulzentrums Radeberg auf den Massentest. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

16.49 Uhr: Studie: Frauen sind im Homeoffice schlechter dran

Frauen im Homeoffice werden von ihren Arbeitgebern schlechter mit Computern, Handy oder einem Bürostuhl versorgt als Männer. Das geht aus einer Studie im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums hervor, die am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde. Das Bonner Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) gibt darin einen aktuellen Überblick über die Verbreitung von Homeoffice, Corona-Schutzmaßnahmen der Arbeitgeber und das Belastungsempfinden der Arbeitnehmer. Die Studie, die auf einer Mitte Februar erfolgten, repräsentativen Forsa-Umfrage unter Beschäftigten basiert, kommt auch zu dem Ergebnis, dass die Corona-Arbeitsschutzverordnung von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zu mehr Heimarbeit beiträgt.

Insgesamt kümmern sich die Arbeitgeber durchaus um die Ausstattung ihrer Beschäftigten zu Hause: 85 Prozent stellen einen Computer, ein Laptop oder Tablet, knapp die Hälfte ein Smartphone. Nur jeder zehnte Arbeitnehmer wird indes auch bei der Einrichtung des Arbeitsplatzes unterstützt. Was in der Studie zum Homeoffice noch auffiel, erfahren Sie hier.

16.37 Uhr: Übersterblichkeit in Sachsen auch im Januar weit über Durchschnitt

In Sachsen sind im Januar im Vergleich zu früheren Jahren überdurchschnittlich viele Menschen gestorben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts gab es im ersten Monat des Jahres 2.930 Todesfälle - 57 Prozent mehr als im Durchschnitt der Januar-Monate 2017 bis 2020. Die sogenannte Übersterblichkeit lag im Freistaat damit mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Dort pendelte sich der Wert bei 20 Prozent ein.

16.26 Uhr: Sachsen-AfD sieht bei Covid-19 keine Pandemie

Die sächsische AfD hält die Regeln gegen das Coronavirus für unverhältnismäßig. Es sei "völlig überzogen, von einer Pandemie zu sprechen", wenn Sterbezahlen gleich blieben oder sogar leicht nach unten gingen, sagte Partei- und Fraktionschef Jörg Urban am Dienstag in Dresden. Es habe 2020 keine Übersterblichkeit in Deutschland gegeben, wenn man die Überalterung der Gesellschaft berücksichtige. Die Zahlen sprächen eine klare Sprache. Weltweit gehe das Infektionsgeschehen zurück. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Krankheit bereits vor einem Jahr zur Pandemie erklärt und jetzt mitgeteilt, dass die Fallzahlen fast überall wieder anstiegen.

Das Statistische Bundesamt bezifferte die vorläufige Zahl der Sterbefälle in Deutschland fürs vergangene Jahr auf mindestens 980.000. Im Jahr zuvor waren es knapp 940.000. "Der Schätzung der Sterbefälle liegen sowohl die vorläufigen Ergebnisse bis einschließlich September 2020 als auch eine Sonderauswertung der Sterbefallzahlen auf Basis der Rohdaten bis einschließlich der 50. Kalenderwoche zugrunde. Auf dieser Grundlage wurde der derzeit zu beobachtende, offenbar auch mit der Corona-Pandemie zusammenhängende Anstieg der Sterbefälle fortgeschätzt", hieß es vom Statistischen Bundesamt wörtlich.

Für Mittwoch hat die AfD eine Sondersitzung des Landtages beantragt. Unter dem Titel "Endlos-Lockdown beenden" fordert sie die sofortige Aufhebung. Man habe mit dem Antrag nicht bis zur nächsten regulären Sitzung Ende März warten wollen, weil sich die Schäden als Folge des Lockdowns jeden Tag vergrößerten und die Gefährdung jeden Tag abnehme.

Särge mit Verstorbenen, viele davon an Corona, stehen vor der Einäscherung im zum Sarglager umfunktionierten Andachtsraum im Krematorium in Meißen.
Särge mit Verstorbenen, viele davon an Corona, stehen vor der Einäscherung im zum Sarglager umfunktionierten Andachtsraum im Krematorium in Meißen. © Robert Michael/dpa-Zentralbild

16.04 Uhr: Dobrindt: Astrazeneca-Impfstoff schnell über Hausärzte impfen

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat sich angesichts des Impfstaus beim Corona-Impfstoff von Astrazeneca dafür ausgesprochen, diesen Impfstoff für andere Gruppen freizugeben. Man müsse sehr schnell dafür sorgen, dass der Impfstoff von Astrazeneca über die Hausärzte verabreicht werden könne, da nur diese wüssten, welche Personen mit Vorerkrankungen gefährdet seien, sagte Dobrindt am Dienstag vor Online-Beratungen der Unionsfraktion im Bundestag. Dies sei über die Impfzentren nicht zu organisieren. Dazu müsse man "nicht weiter abwarten, bis Impfstoffe auf Halde liegen". Es sei jetzt schon erkennbar, dass mit dem Impfstoff von Astrazeneca zusätzliche Gruppen geimpft werden könnten, wenn man die Impfungen über die Hausärzte organisiere, betonte Dobrindt.

Bis Donnerstag sollen knapp 1,1 Millionen Dosen des Vakzins geliefert werden, insgesamt erhöht sich die Liefermenge damit auf fast 3,2 Millionen, wie aus Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Vor den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten über mögliche Lockerungen der Corona-Beschränkungen an diesem Mittwoch betonte Dobrindt, es müsse eine klare Perspektive für die kommenden Wochen und Ostern geben. Die in der Bevölkerung stark ausgeprägte Erwartung, dass es zu Erleichterungen und Lockerungen komme, müsse neben dem Infektionsgeschehen eine große Rolle spielen. Viele hätten über Ostern Urlaub, es gebe den Wunsch nach Bewegung.

15.43 Uhr: Augustusburg trotzt der Pandemie mit Modellprojekt

Testen statt abwarten: Die Stadt Augustusburg bei Chemnitz will mit einem touristischen Modellprojekt einen Weg aus dem Corona-Lockdown finden. Gäste, die künftig ein Hotel, Museum oder Restaurant in Augustusburg besuchen möchten, sollen das nach einem erfolgreichen Schnelltest auch dürfen, kündigte Bürgermeister Dirk Neubauer (SPD) am Dienstag an. Die Stadt richtet dafür ein Zentrum für kostenlose Schnelltests ein und bildet gut 20 Leute als "Schnelltester" aus. Getestete Touristen sollen dann auf getestetes Personal treffen, hieß es. Neubauer zufolge können sich Touristen online für den Test anmelden und einen Zeitslot buchen, damit die Wartezeit vor Ort nicht zu lange ausfällt. Wer ein negatives Ergebnis hat, bekommt die Eintrittskarte für touristische Angebote elektronisch per Handy-App oder ausgedruckt. Was die Stadt noch vor hat und was der Plan für das Hotels und Gaststätten bedeutet, erfahren Sie im Artikel Wie der Corona-Schnelltest zur Eintrittskarte wird

Wer Schloss Augustusburg im Erzgebirge besuchen will, soll künftig dort nach einem negativen Schnelltest Eintritt bekommen
Wer Schloss Augustusburg im Erzgebirge besuchen will, soll künftig dort nach einem negativen Schnelltest Eintritt bekommen © Jan Woitas/dpa-Zentralbild (Archiv)

15.22 Uhr: Impfkampagne für 142 Länder bis Ende Mai

Das internationale Impfstoffprogramm Covax will bis Ende Mai knapp 240 Millionen Dosen gegen Covid-19 vor allem an arme Länder ausliefern. Die Dosen seien für insgesamt 142 Länder bestimmt, erklärte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag in Genf. Die internationale Kampagne zum Impfschutz sei bereits in Ghana und der Elfenbeinküste angelaufen, betonte Tedros. In den nächsten Tagen sollen weitere Länder wie Angola und Kambodscha Impfstoffe erhalten.

Der WHO-Chef betonte, dass Marktmechanismen nicht genügten, um Menschen in armen Ländern mit Corona-Vakzinen zu versorgen. Deshalb sei das Covax-Programm, das von freiwilligen Beiträgen internationaler Geber finanziert wird, notwendig. Den Angaben nach ist Deutschland einer der größten Geber für Covax. Seth Berkley, Chef der Impfstoffallianz Gavi, erklärte, nach vorläufigen Planungen sollen bis Ende Mai 237 Millionen Dosen des Wirkstoffes Astra-Zeneca/Oxford geliefert werden. Zudem sei die Verteilung von 1,2 Millionen Dosen des Biontech-Pfizer-Serums geplant. Die WHO prangert die stark ungleiche Verteilung von Corona-Impfstoffen zwischen armen und reichen Ländern an. Die Menschen in armen Ländern dürften nicht übergangen werden. Insgesamt will das Impfstoffprogramm Covax mindestens zwei Milliarden Impfdosen im laufenden Jahr ausliefern.

15.05 Uhr: Mehr Corona-Neuinfektionen als vor einer Woche in Sachsen

Das sächsische Sozialministerium hat am Dienstag binnen eines Tages 538 Neuinfektionen sowie 49 weitere Todesfälle registriert. Vor genau einer Woche waren es 496 Neuinfektionen. Seit Beginn der Pandemie gibt es nun insgesamt 195.251 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 7.847 Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. Rund 180.450 Menschen gelten schätzungsweise als wieder genesen.

Besonders von der Pandemie betroffen ist weiterhin der Vogtlandkreis, wo innerhalb der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner 232,3 Neuinfektionen gab. Der niedrigste Wert dieser Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell im Landkreis Görlitz (52,2). Für den gesamten Freistaat wird die Inzidenz mit 81,2 (Vortag: 84,3) beziffert, deutschlandweit ist sie laut Robert Koch-Institut (RKI) auf 65,4 gestiegen. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

14.52 Uhr: Polizei ermittelt nach Corona-Protesten in Dresden

Nach Protesten am Montagabend in Dresden gegen die Anti-Corona-Maßnahmen ermittelt die Polizei gegen mehrere Teilnehmer. Eine 55-jährige Frau habe auf der Versammlung am Altmarkt ein Plakat mit verfassungswidrigen Symbolen gezeigt, teilte die Polizeidirektion am Dienstag in Dresden mit. Das Plakat sei sichergestellt worden. Zudem sei ein Ermittlungsverfahren gegen einen 47-jährigen Redner der Versammlung eingeleitet worden. Er stehe im Verdacht, einen anwesenden Journalisten beleidigt zu haben, hieß es.

Wie die Polizei weiter mitteilte, stellten die Beamten auf der Versammlung zudem vier Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung fest. So trugen den Angaben zufolge drei Teilnehmer keine Mund-Nasenbedeckung. Ein weiterer Teilnehmer habe Alkohol in der Öffentlichkeit getrunken. Gegen die vier Personen liegen Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten vor. Mehr dazu erfahren Sie hier

Polizisten kontrollieren am Montagabend auf der Marienbrücke vor der Altstadtkulisse die Einhaltung der Corona-Maßnahmen.
Polizisten kontrollieren am Montagabend auf der Marienbrücke vor der Altstadtkulisse die Einhaltung der Corona-Maßnahmen. © Robert Michael/dpa-Zentralbild

14.33 Uhr: Leipzig vor unruhigem Corona-Protestwochenende

Leipzig steht erneut ein unruhiges Demonstrations-Wochenende bevor. Für Samstag sind mehrere Auto-Proteste gegen die Anti-Corona-Maßnahmen angemeldet, wie die Leipziger Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte. Sie starten in verschiedenen Regionen Sachsens und sollen am Nachmittag in eine Kundgebung an der Neuen Messe mit mehr als 1.000 angemeldeten Pkw münden. Auf der Neuen Messe befindet sich das Leipziger Corona-Impfzentrum. Die Veranstaltung steht unter dem Motto "Eintreten für Grundrechte, Menschenrechte, Frieden und Freiheit". Anmelder seien jeweils natürliche Personen. Abschließende Entscheidungen zum tatsächlichen Verlauf seien noch nicht getroffen worden, "da die Abstimmungen mit dem Gesundheitsamt und der Polizeidirektion noch laufen", erklärte ein Sprecher.

Auch zahlreiche Gegenveranstaltungen wurden angemeldet. Das Aktionsbündnis "Leipzig nimmt Platz" plant eine Menschenkette mit 1.000 Teilnehmern entlang der Route eines der geplanten Autokorsos. In der Leipziger Innenstadt will das Bündnis unter dem Motto "Querdenken ausbremsen" eine Fahrrad-Sternfahrt veranstalten, die am Mittag in eine Kundgebung mit rund 600 Teilnehmern auf dem zentralen Augustusplatz münden soll. Insgesamt sind in Leipzig für Samstag den Angaben nach 15 Versammlungen angemeldet worden.

In Leipzig war am 7. November 2020 eine bundesweite Demonstration der "Querdenken"-Bewegung mit mehreren Zehntausend Teilnehmern aus dem Ruder gelaufen. Es kam zu gewaltsamen Angriffen auf Polizisten und Journalisten, Masken- und Abstandpflicht wurden größtenteils ignoriert.

14.12 Uhr: SPD-Chef kritisiert Merkel und Unionsminister

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hat die Arbeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Unionsminister in der Corona-Krise scharf kritisiert. „Wir haben eine Regierungschefin, die in der Koordinierung in dieser Krise einiges vermissen lässt“, sagte Walter-Borjans der „Augsburger Allgemeinen“ über den Koalitionspartner. Die derzeit besonders geforderten Verantwortungsträger in der Union würden „ihrer Aufgabe nicht gerecht“. Er bezog sich damit besonders auf Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU). Bei beiden sei, „vorsichtig formuliert, eine Menge Luft nach oben.“

So scharfe Worte eines Parteivorsitzenden über seinen Koalitionspartner sind eher ungewöhnlich - allerdings hat der Wahlkampf begonnen, am 26. September wird ein neuer Bundestag gewählt. Vieles werde derzeit von Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) und den SPD-Ministern ausgebügelt, führte Walter-Borjans weiter aus. „Je näher wir der Wahl kommen, desto mehr spürt man, dass es nicht nur auf das Wollen ankommt, sondern auch auf das Können.“ Und: „Die Leistung der Kabinettsmitglieder von CDU und CSU in dieser Regierung liegt nun wirklich erkennbar hinter der der SPD.“

Norbert Walter-Borjans, Bundesvorsitzender der SPD
Norbert Walter-Borjans, Bundesvorsitzender der SPD © Fabian Strauch/dpa

13.54 Uhr: Polizei prüft mutmaßliches Foto von Polizisten ohne Abstand und Maske

Die Thüringer Polizei prüft ein Gruppenfoto vor dem Erfurter Dom, auf dem mehrere Polizisten mutmaßlich ohne ausreichend Abstand und ohne Masken zu sehen sind. "Wir sind noch auf der Suche nach dem Originalfoto und wollen ganz sicher gehen", sagte der Sprecher der Landespolizeidirektion, Patrick Martin, am Dienstag. Zuvor hatte die "Thüringer Allgemeine" berichtet.

Das Bild soll am Samstag in Erfurt entstanden sein, als Hunderte Polizisten aus mehreren Bundesländern den Domplatz abriegelten, weil eine illegale Demonstration von Gegnern der Corona-Politik befürchtet wurde. Der Einsatz mit massiver Polizeipräsenz verlief ruhig.

Martin erläuterte, dass an dem Tag einige Beamte auch schwarze Masken trugen. Das Foto, das unter anderem in sozialen Medien verbreitet wurde, sei von schlechter Qualität. Daher wolle man auf dem Original prüfen, ob tatsächlich zu wenig Abstand eingehalten und keine Masken getragen worden seien.

Nach Angaben der Thüringer Landespolizeidirektion handelte es sich um Polizisten der Bereitschaftspolizei Sachsen, die auf dem Foto posierten. Die sächsische Polizei habe volle Kooperation zugesagt, so Martin. Demnach soll ein Bericht erstellt und nach Thüringen geschickt werden. Die Thüringer Polizei werde dann die nötigen Informationen an die Stadt Erfurt weiterreichen. Den Polizisten drohen Ordnungswidrigkeitsverfahren und Bußgeld.

13.27 Uhr: WHO hält Ende der Corona-Pandemie in diesem Jahr für unrealistisch

Die Weltgesundheitsorganisation rechnet nicht mit einem baldigen Ende der Corona-Pandemie. "Es wäre sehr verfrüht und unrealistisch zu glauben, dass wir bis Ende des Jahres mit diesem Virus fertig werden", sagte WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan in Genf. Bei klugem Handeln könnten jedoch "die Krankenhauseinweisungen, die Todesfälle und die Tragödie beendet werden, die mit dieser Pandemie einhergehen".

Der Fokus der WHO sei weiter darauf gerichtet, die Infektionen so gering wie möglich zu halten und so viele Menschen wie möglich zu impfen. Im Vergleich zu vor zehn Wochen sei die Situation viel besser, sagte Ryan mit Blick auf die Auslieferung erster Impfstoffe gegen das Virus. "Noch stehen wir aber vor einer großen Herausforderung", betonte er. Noch habe das Virus die Oberhand. Die Kontrolle über die Pandemie könne aber beschleunigt werden, wenn die Impfstoffe begännen, sich signifikant auf die Übertragungsdynamik und das Übertragungsrisiko auszuwirken.

13.02 Uhr: Sächsisches Gastgewerbe erwartet klaren Fahrplan für Wiedereröffnung

Der Landesverband Sachsen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) erwartet einen klaren Fahrplan für die Wiedereröffnung der Betriebe der Branche. "Die Maßnahmen sollten bundeseinheitlich sein und die Perspektiven für Gastronomie und Hotellerie gleichermaßen gelten", sagte am Dienstag in Dresden Axel Klein, Hauptgeschäftsführer des Dehoga Sachsen. Es müssten konkrete, nachvollziehbare Kriterien genannt werden, was, wann und wie wieder möglich sein werde, so Klein.

Dauerhaft stabil niedrige Inzidenzen seien wichtig, um eine haltbare Öffnung zu gewährleisten und nicht in wenigen Wochen in den nächsten Lockdown zu gehen. "Diese könnten durch kluge Teststrategien gewährleistet bleiben."

Zugleich verlangte Klein eine schnelle Auszahlung von zugesagten Hilfen für die Branche. Dazu erwarte der Verband, dass die Sächsische Aufbaubank bei der Antragsbearbeitung personell breiter aufgestellt werde und die Bearbeitung der Anträge umgehend erfolge. Es dürfe sich "nicht wieder eine Bugwelle" aufbauen, die zu einer späten Antragsbearbeitung und -auszahlung führe.

12.46 Uhr: RKI: Bundesweit Fünf-Prozent-Marke bei Corona-Impfungen erreicht

Mehr als zwei Monate nach Beginn der Impfungen gegen das Coronavirus haben rund fünf Prozent der Bevölkerung mindestens eine Dosis erhalten. Den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge wurden bislang etwa 6,4 Millionen Dosen des Impfstoffs verabreicht (Stand 2.3., 8.00 Uhr). Davon haben rund 4,2 Millionen Menschen eine Erstimpfung und fast 2,2 Millionen bereits die Zweitimpfung bekommen. Zum zweiten Mal wurden im Bundesdurchschnitt bisher 2,6 Prozent der Einwohner gepikst.

Bei den Erstimpfungen führt Thüringen die Liste im Ländervergleich mit einer Quote von 5,7 Prozent an, Brandenburg ist mit 4,3 Prozent bislang das Schlusslicht. Bei den Zweitimpfungen liegt Rheinland-Pfalz (3,4 Prozent) vorn, die kleinste Quote haben derzeit Hessen und Niedersachsen (2,2 Prozent). Bei den meisten Geimpften handelt es sich laut RKI-Statistik um alte Menschen, Personal in Krankenhäusern und Altenheimen sowie Pflegeheimbewohner.

12.18 Uhr: Knapp 100 Neuinfektionen in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 97 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 22.198 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Fünf Menschen verstarben seit Montag in Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer seit Krisenbeginn im März 2020 auf 924 Opfer. Zudem wurden binnen eines Tages acht weitere Patienten ins Krankenhaus einwiesen. Als genesen gelten mittlerweile 20.477 Dresdner - 61 mehr als am Montag.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg seit dem Vortag von 64,5 auf 65,5. Da für mögliche Neubewertungen der Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt auch diesen Wert an. Er liegt heute bei 53, tags zuvor waren es noch 59,4. Die Differenzen zwischen den Zahlen der lokalen Behörde und dem RKI kommen durch Meldeverzögerungen zustande. Alle Zahlen aus Dresden (SZ+)

11.55 Uhr: Lockdown möglicherweise bis Ende März

Nach wochenlangem Corona-Lockdown planen Bund und Länder ab kommender Woche weitere Öffnungsschritte, teils regional abgestuft und abhängig von den jeweiligen Sieben-Tage-Inzidenzen. Das geht aus einem vorläufigen Beschlussentwurf für die Bund-Länder-Runde an diesem Mittwoch hervor. Demnach soll der Lockdown zwar grundsätzlich bis 28. März verlängert werden. Doch schon ab nächstem Montag könnten wieder Treffen des eigenen mit einem weiteren Haushalt möglich sein, beschränkt auf fünf Personen, Kinder bis 14 Jahre nicht mitgezählt. Wesentlicher Punkt bei den Öffnungen soll demnach eine umfangreiche Teststrategie sein. Was noch in dem Papier steht, erfahren Sie im Artikel Lockdown-Verlängerung bis Ende März geplant

11.38 Uhr: Impfstoff aus Sachsen in Tschechien eingetroffen

Aus Deutschland sind 15.000 zusätzliche Impfstoff-Dosen im stark von Corona betroffenen Tschechien eingetroffen. Das bestätigte eine Sprecherin der Verwaltungsregion mit Sitz in Karlovy Vary (Karlsbad) am Dienstag. Sachsen, Thüringen und Bayern hatten die gemeinsame Spende angekündigt, die für die grenznahen Corona-Hotspots im Westen Tschechiens bestimmt ist. Die Regierung in Prag gab noch 1.800 Dosen aus den eigenen knappen Beständen hinzu. In den Bezirken Cheb, Sokolov und Karlovy Vary liegt die 7-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner nach Angaben des Gesundheitsministeriums jeweils bei 597, 1002 und 936.

Es handelt sich um Impfstoff der Firma Astrazeneca, für den die Behörden in Tschechien anders als Deutschland keine Altersobergrenze festgelegt haben. Der Präsident der Karlsbader Region, Petr Kulhanek, sprach von einer "Geste der Hilfsbereitschaft". Mit dem zusätzlichen Impfstoff könne das Übertragungsrisiko im Grenzgebiet gesenkt werden. Zudem könne man nun die Hausärzte früher an der Impfkampagne für Menschen im Alter von mehr als 70 Jahren beteiligen.

11.20 Uhr: Österreich will sich bei Impfstoffen nicht mehr auf EU verlassen

Österreich will sich bei Impfstoffen gegen das Coronavirus nicht mehr auf die EU verlassen. Die Europäische Arzneimittelagentur sei zu langsam bei den Zulassungen für Impfstoffe, erklärte Kanzler Sebastian Kurz am Dienstag in Wien. Österreich werde deshalb eng mit Dänemark und Israel bei der Erforschung und Produktion von Impfstoffen der zweiten Generation gegen mögliche Virus-Varianten zusammenarbeiten, so Kurz im Vorfeld eines für Donnerstag geplanten Israel-Besuchs. Er sei zwar froh, dass EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen so früh die Initiative für die Beschaffung von Impfstoff ergriffen habe, "wir müssen uns aber jetzt schon rechtzeitig auf weitere gefährliche #COVID19 Mutationen vorbereiten", schrieb Kurz auf Twitter. Experten rechneten damit, dass jährlich rund sechs Millionen Österreicherinnen und Österreicher geimpft werden müssten. "Die Pandemie wird uns noch lange Zeit beschäftigen mit verschiedenen Mutationen."

Die Präsidentin des österreichischen Verbands der Impfstoffhersteller, Renée Gallo-Daniel, erklärte im ORF-Radio, es sei wichtig, lokal eine Impfstoffproduktion zu haben. Zwar dauerten die Errichtung oder auch nur die Umrüstung einer Produktionsstätte Monate bis viele Jahre. Es sei aber sinnvoll, längerfristig zu denken und für künftige Pandemien gerüstet zu sein.

10.51 Uhr: Jugendärzte warnen vor flächendeckenden Schnelltests für Schüler

Deutschlands Jugendärzte und medizinische Fachgesellschaften warnen eindringlich vor Corona-Massentests an Schulen. Flächendeckende Schnell- beziehungsweise Selbsttests bei Schülerinnen und Schülern ohne Symptome wären "weder gerechtfertigt noch angemessen", schreiben vier führende Organisationen in einer gemeinsamen Stellungnahme. Die zu erwartende hohe Zahl an falsch negativen und falsch positiven Ergebnissen würde mehr Schaden anrichten als nutzen, sagte Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) der "Neuen Osnabrücker Zeitung" . Häufige Testungen wären gerade für junge Schulkinder sehr belastend, befürchten die Fachgesellschaften. Zu denen zählen neben dem BVKJ auch die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Bund und Länder wollen am Mittwoch eine Schnelltest-Strategie beschließen, die Lockerungen der Corona-Beschränkungen ermöglichen soll.

Auch Gesundheitsämter sehen Schnelltests kritisch, wie jüngst ein Mitarbeiter der Behörde des Landkreises Meißen im CoronaCast von Sächsische.de erklärt. Demnach seien technische Fragen, wie etwa Testergebnisse überhaupt übermittelt und geprüft werden sollen, noch vollkommen unklar. Die ganze Folge CoronaCast hören Sie über den hier eingebundenen Player. Mehr Hintergründe dazu lesen Sie in diesem Artikel: "Schnelltests werfen uns wieder zurück"

10.26 Uhr: Wie Sachsen das Corona-Jahr bewerten

Das ist wahrlich kein Jubiläum zum feiern: Es ist nun ein Jahr her, da erreichte das Coronavirus Sachsen. Am 2. März kehrte ein Mann aus Dippoldiswalde von einer Busreise aus Italien zurück. Der 69-Jährige gilt als der erste bekannte Infizierte im Freistaat. Nur wenige ahnten damals, welche Folgen die Pandemie haben wird. Bis heute summiert sich die Zahl der bestätigten Fälle auf fast 200.000. Für fast 8.000 Menschen nahm die Ansteckung einen tödlichen Verlauf.

Wir wollten wissen, wie die Sachsen diese Zeit bewerten. Bereits im Juli 2020 haben wir schon einmal mehrere repräsentative Umfragen gemeinsam mit den Meinungsforschern von Civey gestartet und ausgewertet. Die gleichen Fragen haben wir nun noch einmal gestellt. Die Ergebnisse erfahren Sie im Artikel So bewerten die Sachsen das Corona-Jahr (SZ+)

Erinnern Sie sich? Ein Polizeiauto steht während des ersten Lockdowns im März 2020 auf der menschenleeren Prager Straße in Dresden.
Erinnern Sie sich? Ein Polizeiauto steht während des ersten Lockdowns im März 2020 auf der menschenleeren Prager Straße in Dresden. ©  Archiv: Ronald Bonss

10.13 Uhr: Arbeitslosigkeit in Sachsen wegen Corona weiter gestiegen

Erstmals seit Jahren ist die Arbeitslosigkeit in einem Februar in Sachsen wieder gestiegen. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Männer und Frauen kletterte um mehr als 1500 auf rund 140.500 (Stichtag: 11. Februar), wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Chemnitz mitteilte. Die Experten führten dies auf die anhaltende Corona-Pandemie zurück. Üblicherweise sinke die Arbeitslosigkeit im Februar, erklärte Geschäftsführer Klaus-Peter Hansen. Doch in den vergangenen Wochen hätten weniger Menschen eine neue Beschäftigung aufnehmen oder eine Qualifizierung beginnen können. Die Arbeitslosenquote wurde für Sachsen mit 6,6 Prozent ausgewiesen. Mehr zum Arbeitsmarkt in Sachsen

9.57 Uhr: Neue Steuerregel: PC sofort abschreiben

Das Homeoffice ist für Viele noch Realität. Die gute Nachricht: Wer sich neue Hard- oder Software anschaffen muss, profitiert von einer steuerlichen Neuerung. Denn die Ausgaben können abgesetzt werden. Bisher mussten die Kosten oft über die Nutzungsdauer verteilt werden, erklärt der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine. Das ist jetzt anders: Rückwirkend zum 01.01.2021 haben sich bei der steuerlichen Behandlung von Computern, deren Komponenten und Software erhebliche Vereinfachungen ergeben. Mehr zu dieser steuerlichen Neuregelung

9.25 Uhr: Viele Dresdner Kinder in Quarantäne

Reichlich 400 Kinder, Schüler, Erzieher und Lehrer müssen zu Hause ausharren, bis sie wieder an ihre Kita oder Grundschule zurückkehren dürfen. Da es an ihren Einrichtungen Corona-Fälle gab, sind sie in Quarantäne geschickt worden. Weitere werden heute dazukommen, wenn das Gesundheitsamt seine Nachforschungen abgeschlossen hat. Ein Überblick über die aktuelle Lage (SZ+)

9.01 Uhr: Lockdown trifft Einzelhandel zu Jahresbeginn hart

Der Corona-Lockdown hat die Geschäfte vieler Einzelhändlern in Deutschland zu Beginn des Jahres 2021 belastet. Bereinigt um Preiserhöhungen setzten die Unternehmen im Januar 4,5 Prozent und nominal 3,9 Prozent weniger um als im Dezember 2020, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Zur Bekämpfung der Pandemie war das öffentliche Leben eingeschränkt worden. Abgesehen von Geschäften des täglichen Bedarfs sind Einzelhandelsgeschäfte seit dem 16. Dezember 2020 geschlossen, in Sachsen zwei Tage früher.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank der Umsatz real um 8,7 Prozent und nominal um 7,4 Prozent. Besonders hart traf es erneut den Textilhandel, die Erlöse brachen real um 76,6 Prozent gegenüber Januar 2020 ein. Der Online- und Versandhandel profitierte dagegen von den Geschäftsschließungen und setzte 31,7 Prozent mehr um als ein Jahr zuvor. Auch der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren machte bessere Geschäfte (plus 4,3 Prozent). Möbelhändler und Heimwerkermärkte verzeichneten hingegen einen deutlichen Umsatzrückgang (43,2 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat.

Ein Plakat mit der Aufschrift "Hier stirbt der Modehandel" hängt im Schaufenster eines Kölner Geschäftes.
Ein Plakat mit der Aufschrift "Hier stirbt der Modehandel" hängt im Schaufenster eines Kölner Geschäftes. © dpa/Oliver Berg

8.22 Uhr: Leipzig-Rückspiel gegen Liverpool wohl auch in Budapest

Das Achtelfinal-Rückspiel der Champions League zwischen RB Leipzig und dem FC Liverpool soll einem Medienbericht zufolge aufgrund von Reisebeschränkungen «wahrscheinlich» ebenfalls in Budapest stattfinden. Das berichtete die "Times", nachdem dem gastgebenden englischen Meister von Trainer Jürgen Klopp für die Partie am 10. März mehrere andere Optionen nicht zur Verfügung stehen. Die Stadien von Feyenoord Rotterdam und Udinese Calcio sollen ebenfalls angefragt worden sein. Bereits das erste Aufeinandertreffen wurde Ende Februar in Budapest ausgetragen, Liverpool siegte 2:0.

Dass nun auch das Rückspiel in die ungarische Hauptstadt verlegt wird, hat sich lange abgezeichnet. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hatte den Klopp-Club bereits vor dem Hinspiel um eine zweite Verlegung gebeten, da Leipzig nach der Rückkehr aus England aufgrund der Corona-Beschränkungen der Bundesregierungen eine zweiwöchige Quarantäne drohen würde. Einzig eine Meinungsänderung der Gesundheitsbehörden würde Leipzig die Reise nach Liverpool ermöglichen, diese ist jedoch nicht absehbar.

8.07 Uhr: Ansteckungsrate in Sachsen steigt im Wochenvergleich

Trotz eines leichten Rückgangs am Dienstag ist die Rate der Corona-Neuinfektionen in Sachsen im Wochenvergleich angestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat am Dienstag mit 81,2 an. Tags zuvor waren es noch 84,3. Vor einer Woche betrug die Wocheninzidenz allerdings noch 70,7. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Noch höhere Werte als Sachsen werden heute nur aus Thüringen (125,2), Sachsen-Anhalt (92,6) und Bremen (81,3) gemeldet. Bundesweit stagniert die Ansteckungsrate, die heute mit 65,4 angegeben wird. Am Vortag waren es 65,8.

Die höchste Inzidenz der 13 Regionen in Sachsen hat nach wie vor der Vogtlandkreis. Dort lag sie am Dienstag bei 232,3 (Montag 230,5). Vergleichsweise niedrig sind die Zahlen in den drei kreisfreien Städten Dresden (53) Leipzig (55,1) und Chemnitz (59,7). Auch hier stiegen die Zahlen trotz leichter Rückgänge an manchen Tagen insgesamt- alle drei Städte hatten kürzlich noch Werte unterhalb der 50er-Marke, mit Ausnahme Dresdens sogar Zahlen um den 35er-Inzidenz-Grenzwert.

7.21 Uhr: Großteil der Deutschen würde Öffnung für Nachwuchsfußball begrüßen

Ein Großteil der Deutschen würde es einer Umfrage zufolge begrüßen, wenn Kinder und Jugendliche bald wieder in den Vereinen Fußball spielen dürften. In einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur beantworteten 47 Prozent die Frage, ob die Bundesregierung und die Länder das bei ihren Beratungen beschließen sollten, mit Ja. Rund ein Drittel (35 Prozent) war dagegen, 18 Prozent positionierten sich nicht. Seit Monaten bremst der Lockdown die Nachwuchssportler im Hobby- und Leistungsbereich. Seit Anfang November darf nicht mehr gespielt, nicht einmal mehr trainiert werden.

In Bayern hatte es zuletzt Signale von politischer Seite gegeben, dass Lockerungen im Amateursport nahen könnten. An diesem Mittwoch wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Pandemie sprechen. Große Sorge bereitet Politik und Experten aber weiterhin die Verbreitung von Virusmutationen.

6.55 Uhr: Trump wurde offenbar vor Auszug aus Weißem Haus geimpft

Der frühere US-Präsident Donald Trump und seine Ehefrau Melania sollen noch vor ihrem Auszug aus dem Weißen Haus gegen das Coronavirus geimpft worden sein. Das berichteten die "New York Times" und der Nachrichtensender CNN unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Trump-Berater. Um Vertrauen in die Sicherheit der Impfstoffe zu stiften, hatten sich unter anderen der neue US-Präsident Joe Biden, Vizepräsidentin Kamala Harris und zuvor auch Ex-Vizepräsident Mike Pence öffentlich impfen lassen. Trump dagegen verknüpfte das Thema Impfen vor allem mit Eigenwerbung: Er sieht es auch als seinen Verdienst an, dass so schnell Impfstoffe entwickelt wurden.

Mitte Dezember hatte die damalige Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, gesagt, Trump sei offen für eine Impfung und wolle die Amerikaner auch dazu ermuntern. Pläne für eine Impfung Trumps gebe es aber nicht, sagte sie damals. Donald und Melania Trump waren im vergangenen Herbst an Covid-19 erkrankt. Der Ex-Präsident musste deswegen im Krankenhaus behandelt werden. Trumps Amtszeit endete am 20. Januar.

Donald Trump winkt beim Verlassen des Weißen Hauses am Ende seiner Amtszeit: KUrz zuvor soll er geimpft worden sein.
Donald Trump winkt beim Verlassen des Weißen Hauses am Ende seiner Amtszeit: KUrz zuvor soll er geimpft worden sein. © Alex Brandon/AP/dpa

6.23 Uhr: Slowakei erhält russischen Impfstoff Sputnik V

Die Slowakei hat eine erste Lieferung des russischen Impfstoffs Sputnik V erhalten. Der populistisch-konservative Regierungschef Igor Matovic und Gesundheitsminister Marek Krajci eilten am Montag persönlich zum Flughafen der ostslowakischen Stadt Kosice, um die ersten 200.000 Impfdosen in Empfang zu nehmen. Nach organisatorischen Vorbereitungen könne man in rund zwei Wochen beginnen, die ersten 100.000 Bürger zu impfen, erklärte Krajci am Flughafen. Regierungschef Matovic gab bekannt, dass die Slowakei insgesamt zwei Millionen Impfdosen aus Russland bestellt habe, die schrittweise bis Juni geliefert würden. Bis kurz vor der Landung in Kosice hatte die Regierung geheim gehalten, dass sie ein Flugzeug zum Abholen der Impfstoffe nach Russland geschickt hatte.

Sputnik V war im August in Russland als weltweit erster Impfstoff für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben worden, obwohl bis dahin wichtige Tests gefehlt hatten. Nach Anfang Februar im medizinischen Fachblatt "The Lancet" veröffentlichten Daten hat das Vakzin eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent.

5.40 Uhr: 3.943 Corona-Neuinfektionen und 358 neue Todesfälle

Deutschlands Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3.943 Corona-Neuinfektionen und 358 weitere Todesfälle gemeldet. Vor genau einer Woche waren es 3.883 Neuinfektionen und 415 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.25 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 65,4 - und damit etwas niedriger als am Vortag (65,8). Vor vier Wochen, am 2. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 90 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.451.011 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.264.600 an. Die Gesamtzahl der Verstorbenen stieg auf 70.463. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,01 (Vortag 1,08). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken.

5.17 Uhr: Twitter will Falschinformationen über Corona-Impfungen kennzeichnen

Twitter hat ein stärkeres Vorgehen gegen die Verbreitung falscher Informationen über Corona-Impfungen angekündigt. Ab sofort würden Tweets, die irreführende Informationen rund um das Thema enthalten könnten, entsprechend gekennzeichnet, teilte der Kurznachrichtendienst mit Verweis auf die Ausweitung der Verteilung von Impfstoffen gegen das Coronavirus mit.

Twitter hatte in der Frühphase der Pandemie vergangenes Jahr zunächst seine Definition zu "schädlichen" Inhalten ausgeweitet und dann ein härteres Vorgehen gegen Tweets mit falschen Informationen über das Coronavirus angekündigt. Seit der Einführung der neuen Corona-Richtlinie hat das Unternehmen nach eigenen Angaben weltweit mehr als 8.400 Tweets entfernt und Maßnahmen gegen 11,5 Millionen Konten ergriffen.

Dienstag, 5.02 Uhr: Massentest in Radeberg: Behörde erweitert Öffnungsdauer

Nach der Ausbreitung von Virusvarianten in der Stadt Radeberg und Umgebung findet heute ein Massentest für Bewohner der Region statt. Das Landratsamt rechnet mit bis zu 500 Teilnehmern. Auf diese Weise soll die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. Der Aufruf richtet sich an Einwohner von Radeberg, Großröhrsdorf, Lichtenberg, Ottendorf-Okrilla, Wachau und Arnsdorf. Nach Angaben der Behörden gibt es im Landkreis Bautzen inzwischen 53 Verdachtsfälle auf die britische Virusvariante. Besonders betroffen sei eine Kita in Ullersdorf mit zehn Fällen. Die Tests werden in der Sporthalle des Berufsschulzentrums Radeberg vorgenommen. Um einen möglichen Andrang der Testwilligen zu meistern, wurden die Öffnungszeiten um zwei Stunden bis 19 Uhr verlängert. Mehr zum Massentest in der Region (SZ+)

Corona-Pandemie: Das geschah am Montag:

21.58 Uhr: Tschechien ordnet verpflichtende Corona-Massentests in Firmen an

Tschechien ordnet verpflichtende Corona-Massentests in allen mittleren und großen Unternehmen an. Das beschloss die Regierung unter Ministerpräsident Andrej Babis auf einer Kabinettssitzung am Montagabend. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollen rund 2,1 Millionen Arbeiter und Angestellte mindestens einmal getestet werden. Danach gelten wöchentliche Intervalle. Ausgenommen sind Kleinbetriebe mit weniger als 50 Beschäftigten. Für Firmen und Mitarbeiter ist die Teilnahme obligatorisch. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten der Corona-Antigen-Tests. Alternativ können auch Selbsttests zum Einsatz kommen, die mit umgerechnet rund zweieinhalb Euro je Test bezuschusst werden. Bei Missachtung drohen den Unternehmen empfindliche Geldstrafen.

Die Regierung reagiert damit auf Forderungen, stärker gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Büros und Fabrikhallen vorzugehen. Der Gewerkschaftsdachverband CMKOS hatte sich für eine einwöchige Zwangs-Betriebspause über Ostern ausgesprochen. "Wir stoppen die Industrie nicht", entgegnete Wirtschaftsminister Karel Havlicek. Viele deutsche Unternehmen nutzen Tschechien als sogenannte "verlängerte Werkbank".

21.38 Uhr: Museumsbund will "schnellstmögliche Wiedereröffnung" der Museen

Vor den Gesprächen zwischen Bund und Ländern über mögliche Lockerungen in der Corona-Krise hat sich der Deutsche Museumsbund für eine rasche Öffnung der Museen stark gemacht. "Vor dem Hintergrund der zunehmenden psychischen Belastung und Vereinsamung kann der Museumsbesuch ein wichtiger Lichtblick sein, der Halt und Hoffnung gibt", heißt es in einer Mitteilung vom Montag in Berlin.

Aus Sicht des Interessenverbandes sind Museen "sichere Orte". Allerdings weisen Experten immer wieder darauf hin, dass bei einer hohen Zahl der Infektionen die Übertragungswege nicht geklärt sind. Zudem soll der Lockdown auch An- und Abreisen vermeiden. Der Museumsbund setzt sich dafür ein, "die gesellschaftliche Rolle der Museen zu berücksichtigen und sie schnellstmöglich wieder zu öffnen". Seit November sind Kultureinrichtungen erneut geschlossen.

Museen böten Anregungen, Austausch und geistige Erholung, hieß es. "Gerade ältere und von der Pandemie besonders betroffenen Menschen können in Museen einen wichtigen Teil ihres Alltags wiedergewinnen." Wenn vielen Kindern und Jugendlichen drohe, den Anschluss zu Schule und zum Bildungssystem zu verlieren, seien Museen mit ihren Bildungsangeboten unverzichtbar.

21.21 Uhr: EU-Kommission: Mitte März Plan für "grünen Pass" für Corona-Geimpfte

Die EU-Kommission will am 17. März den Gesetzentwurf für einen "digitalen grünen Pass" vorlegen, der Corona-Impfungen, Covid-Erkrankungen und negative Tests vermerken soll. Ziel ist, einen sicheren Weg zur Aufhebung von Beschränkungen und zum Reisen in Europa zu finden. Dies kündigte Kommissions-Vizepräsident Margaritis Schinas am Montag in Brüssel an. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union hatten vorige Woche vereinbart, die Pläne für einen digitalen Impfpass voranzutreiben. Binnen drei Monaten sollen die technischen Voraussetzungen stehen, damit Corona-Geimpfte europaweit fälschungssicher ihre Immunisierung nachweisen können. Das könnte über ein einheitlich lesbares Dokument mit QR-Code geschehen, das man auf Papier oder auf dem Smartphone bei sich tragen könnte - ähnlich wie ein Bahnticket.

Dazu müssen nationale Systeme der 27 EU-Staaten vergleichbar ausgestaltet und digital verknüpft werden. Technisch ist dafür noch sehr viel vorzubereiten. Der geplante Gesetzentwurf würde den rechtlichen Rahmen stecken. "Damit der digitale grüne Pass aber ein Erfolg wird, brauchen wir die Unterstützung aller Mitgliedsstaaten", sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen bei einer Sitzung der CDU/CSU-Abgeordneten im Europaparlament. "Auch Sie in Deutschland müssen die Voraussetzungen dafür schaffen."

Neu ist bei der Ankündigung der EU-Kommission, dass das Dokument nicht nur ein Impfnachweis wäre, sondern auch frische negative Ergebnisse eines Corona-Tests anzeigen würde. Damit könnten auch Ungeimpfte erleichterten Zugang zu Reisen, Restaurants oder Veranstaltungen haben - wenn auch nur sehr befristet. Das Konzept lehnt sich an den in Israel eingeführten "grünen Pass" an.

Der EU-Corona-Impfpass soll sich an dem orientieren, den geimpfte Israelis bekommen, um Vorteile genießen zu können.
Der EU-Corona-Impfpass soll sich an dem orientieren, den geimpfte Israelis bekommen, um Vorteile genießen zu können. © Tal Shahar/POOL Yediot Ahronot/AP/dpa

21.08 Uhr: Datenschutzbehörde in Rom hat Bedenken gegen Corona-Impfpass

Italiens Datenschutzbehörde hat starke Bedenken gegen die Einführung eines europäischen Coronaschutz-Impfpasses geäußert. "Die Daten zum Impfstatus sind ohne Zweifel besonders heikle Daten, und der falsche Umgang mit ihnen kann schwerwiegende Folgen für das Leben und die Grundrechte von Menschen haben", teilte die Behörde mit dem Namen Garante Privacy am Montag in Rom mit. Ein solches digitales Impf-Dokument gilt bei vielen in der Europäischen Union als Baustein für die Normalisierung des Alltags mit dem Coronavirus.

Die EU-Kommission will nach eigenen Angaben am 17. März einen Gesetzentwurf für einen "digitalen grünen Pass" vorlegen, der Corona-Impfungen, Covid-Erkrankungen und negative Tests vermerken soll. Ziel ist es, einen sicheren Weg zur Aufhebung von Beschränkungen und zum Reisen in Europa zu finden, hieß es am Montag aus Brüssel. Die italienischen Datenschützer fürchten eine Diskriminierung von bestimmten Personengruppen, etwa Ungeimpften, und sehen die digitale Verarbeitung von Gesundheitsdaten als Risiko.

20.47 Uhr: Ministerpräsident Kretschmer: Wir haben einen Fehler gemacht

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hat Fehler bei der Bewältigung der Corona-Krise im Freistaat eingeräumt. "Wir haben einen Fehler mit den Erfahrungen aus dem Frühjahr 2020 gemacht", sagte er in einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" (Dienstag) aus Anlass des Jahrestages der ersten Corona-Infektion in Sachsen (2. März 2020). "Damals waren die Pflegeheime geschlossen, und die Menschen haben sehr unter der Einsamkeit gelitten. Das wollten wir auf keinen Fall wiederholen", so der Regierungschef.

"Nachdem klar wurde, wie bösartig das Virus in den Heimen wütet, haben wir das geändert", sagte Kretschmer. "Aber das Betretungsverbot und die Pflicht zu Schnelltests kamen zu spät. Rückblickend würde man manches anders machen. Jetzt geht es aber vor allem darum, aus diesen Fehlern für die Zukunft zu lernen."

20.30 Uhr: Altmaier: Noch im März weitere Öffnungen verantwortbar

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hält es für verantwortbar, den Lockdown der Wirtschaft noch im März weiter zu lockern. Das sagte der CDU-Politiker am Montagabend bei einer Veranstaltung des Mittelstands-Verbands BVMW. Wenn man die regionalen Umstände berücksichtige, könnten Öffnungen auch dort möglich sein, "wo die Inzidenzen vielleicht nicht ganz so stark gesunken sind, wie wir uns das eigentlich vorgestellt haben". Aspekte dafür könnten die Belastung der Gesundheitsämter, aber auch Schnell- und Selbsttests sein. Niemand wolle eine dritte Welle, betonte der Minister.

Altmaier deutete konkret Öffnungsmöglichkeiten für den Einzelhandel und die Außengastronomie an. "Jetzt kommt die Zeit, wo man draußen sitzen kann", sagte er. Letztlich sei es besser, wenn die Bürger in der Außengastronomie mit Hygienekonzept säßen als mit dem selbst gekauften Getränk irgendwo im Park. Zugleich müssten die Konzepte sicherstellen, dass soziale Kontakte nicht wieder von null auf hundert stiegen, etwa durch volle Innenstädte, Busse oder Bahnen.

20.16 Uhr: Merkel: Corona-Krise unterstreicht Bedeutung des Artenschutzes

Die Corona-Pandemie macht aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Bedeutung des Artenschutzes deutlich. "Denn der Rückgang der Artenvielfalt und das Vordringen des Menschen in sensible Naturräume erhöhen die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern", sagte Merkel am Montag in einem Grußwort zum 30-jährigen Bestehen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück. Die Pandemie habe einmal mehr auf dramatische Weise die Abhängigkeit von der Natur und der Umwelt ins Bewusstsein gerufen.

EU-Kommissionsvize Frans Timmermans sagte, der Politik bleibe nur noch wenig Zeit, um die Klima- und Biodiversitätskrise zu bewältigen. "Es ist wirklich fünf vor zwölf." Investitionen nach der Corona-Krise müssten daher in nachhaltige Zukunftsthemen erfolgen. Dabei dürfe keine Region zurückgelassen werden. Die EU strebt die Reduzierung der Treibhausgase bis 2030 um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 an und will den Kontinent bis 2050 klimaneutral machen.

19.59 Uhr: Sächsische Landesausstellung bis Ende 2021 digital

Die coronabedingt vorzeitig geschlossene Landesausstellung "Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen" kann jetzt digital besichtigt werden. Ein 360-Grad-Rundgang durch den Audi-Bau in Zwickau ermögliche den Blick in die mittlerweile abgebaute Schau, teilte das sächsische Kulturministerium am Montag in Dresden mit. Die digitale Tour vermittle einen lebendigen Eindruck von 500 Jahren sächsischer Industriegeschichte. Der Rundgang ist bis Ende 2021 kostenfrei auf der Seite der Landesausstellung unter www.boom-sachsen.de zu erleben. Die Besucherzahlen der 4. Sächsischen Landesausstellung waren wegen der Corona-Pandemie deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Rund 104.000 Gäste kamen in die Zentralausstellung nach Zwickau sowie in sechs dezentrale Ausstellungen.

Zunächst sollte die Schau vom 25. April bis 31. Dezember gezeigt werden. Mit dem zweiten Corona-Lockdown im November 2020 musste sie jedoch endgültig schließen. Die Laufzeit verkürzte sich von acht auf knapp vier Monate. Rund 18 Millionen Euro wurden in das Projekt investiert. Allein für die Zentralausstellung in Zwickau wurde ursprünglich mit rund 120.000 Besucherinnen und Besuchern gerechnet, für die gesamte Landesausstellung mit rund einer Viertelmillion Gäste. Die 3. Sächsische Landesausstellung 2011 in Görlitz zur mittelalterlichen Handelsstraße "via regia" hatten rund 170.000 Menschen besichtigt. Der Rundgang durch die 4. Sächsische Landesausstellung ist bis Ende 2021 kostenfrei unter www.boom-sachsen.de zu erleben.

Schauplatzausstellung "EisenbahnBoom." im Schauplatz Eisenbahn Chemnitz-Hilbersdorf.
Schauplatzausstellung "EisenbahnBoom." im Schauplatz Eisenbahn Chemnitz-Hilbersdorf. © PR/Johnny Ullmann

19.45 Uhr: Österreich startet Öffnung der Gastronomie im Bundesland Vorarlberg

Österreich geht trotz zuletzt deutlich gestiegener Corona-Zahlen seinen Weg der schrittweisen Öffnung des öffentlichen Lebens nun auf regionaler Ebene weiter. Aufgrund der vergleichsweise geringen Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen werde es ab 15. März im westlichsten Bundesland Vorarlberg zu Lockerungen kommen, kündigte Kanzler Sebastian Kurz am Montag an. Davon profitierten der Sport, die Kultur und die Gastronomie. Für den Rest des Landes gelte das Ziel, dass zu Ostern zumindest Gastronomie im Freien möglich werden solle. "Wir beginnen outdoor, bevor wir uns an weitere Indoor-Öffnungsschritte heranwagen können", sagte Kurz. Bei den Lockerungen sollten weiterhin Zutrittstests eine zentrale Rolle spielen. Jede Woche werde aktuell etwa ein Viertel der österreichischen Bevölkerung getestet, hieß es. Die Hoffnung ruhe auch auf der deutlichen Steigerung der Impfzahlen im März und April.

19.27 Uhr: Britische Studie: Corona-Impfstoffe sind sehr effektiv

Die Impfstoffe von Astrazeneca sowie Biontech und Pfizer haben sich nach einer neuen britischen Studie als sehr effektiv erwiesen. Beide Vakzine würden nach einer Dosis zu mindestens 60 Prozent schützen, teilte die Gesundheitsbehörde Public Health England am Montag mit. Noch besser sei die Wirkung auf Krankenhausaufenthalte: Diese würden bei über 80-Jährigen um 80 Prozent sinken. Auch die Sterblichkeit sei bereits nach einer Impfung deutlich zurückgegangen - um 85 Prozent bei über 70-Jährigen. Hier lagen zunächst nur Daten für den Impfstoff der Unternehmen Biontech und Pfizer vor.

"Wenn wir geduldig sind und diesem Impfprogramm Zeit geben, seine volle Wirkung zu entfalten, wird es uns hoffentlich in den nächsten Monaten eine ganz andere Welt ermöglichen", sagte der stellvertretende medizinische Chefberater der Regierung, Jonathan Van-Tam. Gesundheitsminister Matt Hancock betonte, in der Gruppe der über 80-Jährigen seien zuletzt deutlich weniger Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Auch die Zahl der Corona-Patienten in Kliniken sei deutlich zurückgegangen. Dies seien Effekte des Impfprogramms. Im Vereinigten Königreich haben bisher mehr als 20 Millionen Menschen eine erste Corona-Dosis erhalten. Das ist mehr als jeder dritte Erwachsene. Ziel der Regierung ist, bis Ende Juli allen Erwachsenen eine erste Impfung anzubieten.

Nach einer neuen Studie sind die Impfstoffe Astraceneca und Biontech/Pfizer sehr effektiv.
Nach einer neuen Studie sind die Impfstoffe Astraceneca und Biontech/Pfizer sehr effektiv. © Matthias Weber

19.05 Uhr: Spahn warnt vor schnellen Lockerungen

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor raschen Lockerungen der Corona-Regeln gewarnt. "Wir würden es uns allen nicht verzeihen, aber Sie auch Ihrer Regierung nicht, wenn wir jetzt zu schnell lockerten und auf einmal in vier oder sechs Wochen wieder vor ganz anderen Fragen stünden", sagte er am Montagabend bei einer Veranstaltung des Mittelstandsverbands BVMW. Auch er habe das Bedürfnis, einen Plan für Schritte zu mehr Normalität zu haben. "Aber wir schaffen grad halt nur eine schwierige Balance", räumte Spahn ein. Lockerungen könnten nur Schritt für Schritt passieren, allein die Öffnung von Schulen und Kitas führe zu Millionen Bewegungen jeden Tag. Zugleich zeigte sich der Minister optimistisch. "Wir haben den Weg raus aus der Pandemie begonnen", sagte er.

Dies könne das letzte Frühjahr in der Corona-Pandemie sein, möglicherweise habe man im April das Schlimmste hinter sich. Gerade beim Testen gebe es mit Schnell- und Selbsttests große Fortschritte, die auch konkrete Situationen im Alltag absichern könnten - Gastronomie- und Kinobesuche genauso wie Familientreffen. Auch das Impfen machen einen Unterschied, so gehe die Zahl der Krankenhausaufenthalte von Über-80-Jährigen deutlich zurück.

18.54 Uhr: Covid-erkrankte Mutter sieht Baby erstmals nach fünf Wochen

Fünf Wochen nach der Geburt hat eine schwer an Corona erkrankte Mutter in Großbritannien erstmals ihr Baby gesehen. Weil sie noch schwach sei, habe Ellie Wright (20) sich nicht aufgerichtet, aber die Hand ihres Sohnes Leo ergriffen, berichteten die Sender BBC und Sky News am Montag. Die junge Frau hatte sich in der 30. Schwangerschaftswoche infiziert. Allerdings konnte sie keine überlebensnotwendige Behandlung erhalten, bevor das Kind geboren war, wie das Krankenhaus in der mittelenglischen Stadt Walsall mitteilte.

Nachdem Leo per Kaiserschnitt zur Welt gekommen war, wurde seine Mutter für mehrere Wochen in ein künstliches Koma versetzt. Die 20-Jährige wird vermutlich lange brauchen, bis sie wieder fit ist. Nach Wochen künstlicher Beatmung müsse sie wieder Essen, Trinken, Sprechen und Gehen lernen, hieß es. Baby Leo aber entwickle sich prächtig und habe mittlerweile das Krankenhaus verlassen, sagte seine Großmutter Michelle Stankevitch.

18.40 Uhr: Weltweite Corona-Zahlen steigen wieder

Die weltweit gemeldeten Corona-Infektionszahlen steigen wieder. Nach sechs Wochen mit sinkender Tendenz gebe es nun wieder einen Zuwachs, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Montag in Genf. Abgesehen von Afrika und der Region im westlichen Pazifik sei überall ein Aufwärtstrend zu beobachten. "Das ist enttäuschend, aber nicht überraschend." Ursachen könnten die Corona-Lockerungen und die ansteckenderen Varianten des Virus sein - "und dass die Menschen weniger vorsichtig werden", sagte Tedros.

Der WHO-Chef ermahnte die internationale Gemeinschaft erneut, nicht allein auf Impfungen zu setzen. Grundsätzliche Hygieneregeln seien weiterhin Fundament der Pandemie-Bekämpfung. Erfreulich sei, dass endlich die Impfung von medizinischem Personal in den ärmeren Ländern begonnen habe, zum Beispiel in Ghana und der Elfenbeinküste. Bis Ende Mai erwarte die WHO, dass 237 Millionen Dosen Impfstoff zur Verteilung in 142 ärmeren Ländern bereitstünden. Tedros fügte hinzu: "Es ist bedauerlich, dass dies beinahe drei Monate nach dem Impfstart in manch besonders reichen Ländern passiert."

18.21 Uhr: Merkel will sich nicht öffentlich impfen lassen

Mit der erwarteten Lieferung von über einer Million Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs könnte sich der Impfstau in den Bundesländern bis Ende der Woche vergrößern. Bis Donnerstag sollen knapp 1,1 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca geliefert werden, insgesamt erhöht sich die Liefermenge damit auf fast 3,2 Millionen, wie aus Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorgeht.

Bis einschließlich Sonntag haben nach Zahlen des Robert Koch-Instituts aber nur rund 455.000 Menschen eine Impfung mit Astrazeneca erhalten. Davon sind rund 91.000 Menschen am Samstag und Sonntag geimpft worden. In der Frage nach der öffentlichen Impfung von Politikerinnen und Politikern, um das Image des Astrazeneca-Impfstoffs aufzupolieren, zeigte sich die Bundesregierung zurückhaltend.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich derzeit nicht im Fernsehen mit Astrazeneca-Impfstoff impfen lassen, wie Seibert deutlich machte. Das hatte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, vorgeschlagen. Seibert erläuterte, Merkel habe immer wieder gesagt, sie lasse sich dann impfen, wenn sie an der Reihe sei. Merkel sei zudem 66 Jahre alt, und derzeit sei der Impfstoff nur für Unter-65-Jährige empfohlen, so Seibert.

18 Uhr: Ministerium schlägt zwei Gratis-Schnelltests pro Woche für alle vor

Mit Blick auf mögliche weitere Corona-Öffnungen hat das Bundesgesundheitsministerium Überlegungen für deutlich mehr Tests für alle Bürger konkretisiert. Jedermann soll demnach zweimal wöchentlich kostenlos einen Schnelltest durch geschultes Personal machen lassen können - etwa in Testzentren oder Praxen, aber auch bei weiteren Dienstleistern. Das geht aus einem neuen Vorschlag des Ministeriums von Montag hervor, der auch den Ländern zugeleitet wurde. Diese Möglichkeiten zu "Bürgertests" sollen vorerst bis Ende Juni angeboten werden, für Anfang Juni ist eine Evaluation geplant. Der konkrete Starttermin im März ist laut dem Vorschlag noch offen.

Damit in kurzer Zeit ausreichend Testkapazitäten entstehen, solle der Kreis der damit zu beauftragenden Stellen um Dienstleister erweitert werden, die etwa schon an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen in kurzer Frist Testzentren aufgebaut haben, heißt es im Papier. Das Ergebnis eines solchen Schnelltests soll man schriftlich oder digital ausgehändigt bekommen - auch zur Vorlage bei Behörden nach der Einreise aus bestimmten Risikogebieten oder etwa beim Besuch von Pflegeheimen. Denkbar wäre dies demnach auch als Voraussetzung zum Betreten bestimmter Einrichtungen. Bei einem positiven Ergebnis soll man dann gleich direkt vor Ort noch eine weitere Probe nehmen lassen können, um das Ergebnis mit einem genaueren PCR-Tests zu überprüfen.

Eine Frau unterzieht sich einem Corona-Schnelltest in einem Testzentrum.
Eine Frau unterzieht sich einem Corona-Schnelltest in einem Testzentrum. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild

17.47 Uhr: Bundeswehr betreibt Impfzentrum im Saarland - Bundesweite Premiere

Im Saarland werden Corona-Schutzimpfungen nun auch von Bundeswehrsoldaten in einer Kaserne verabreicht. In Lebach sei am Montag das bundesweit erste von der Bundeswehr betriebene Impfzentrum gestartet, sagte der Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis. "Das Besondere heute hier ist: Es ist das erste, das auch auf einer Bundeswehr-Liegenschaft betrieben wird." Der Standort könnte Vorbild sein für mögliche andere Impfzentren der Bundeswehr in Deutschland. Bei ausreichender Verfügbarkeit von Impfstoff seien rund 300 Impfungen pro Tag möglich. Die Termine für die Saarländer, die in Lebach gegen Corona geimpft werden wollen, werden über das zentrale Online-Buchungssystem des Landes oder eine Telefon-Hotline vergeben. In Saarland gibt es damit nun vier Impfzentren.

17.30 Uhr: Corona-Fälle bei Jahn Regensburg: Pokalspiel gegen Bremen abgesagt

Das DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen dem SSV Jahn Regensburg und Werder Bremen ist abgesagt worden. Wie der Deutsche Fußball-Bund am Montag mitteilte, kann die für Dienstag angesetzte Partie nach mehreren Corona-Fällen bei den Regensburgern nicht wie geplant stattfinden, ein neuer Termin steht noch nicht fest.

17.20 Uhr: Corona-Schnelltests sollen bald im Einzelhandel zu haben sein

Große Einzelhändler planen den baldigen freien Verkauf von Corona-Schnelltests zur Selbstanwendung. "Wir rechnen mit einer Verfügbarkeit für unsere Kunden frühestens ab dem 9. März, sofern die Lieferzusagen des Herstellers eingehalten werden können", erklärte der zuständige Geschäftsführer der Drogeriemarktkette dm, Sebastian Bayer, am Montag in Karlsruhe. Man sei im engen Austausch mit dem Bundesgesundheitsministerium und mit anderen Behörden. Das Unternehmen betonte, dass die Tests bei richtiger Anwendung eine hohe Zuverlässigkeit hätten.

Andere Einzelhändler planen ebenfalls den Einstieg in dieses Produktsegment, machen dies aber von der Verfügbarkeit abhängig und nennen noch keinen Termin für den Verkaufsstart. Aldi Süd will den Verkauf "in Kürze" starten. Auch Edeka sitzt an dem Vorhaben, macht hierbei aber keine Angaben für einen möglichen Verkaufsbeginn. Lidl und Rewe teilten mit, so eine Sortimentserweiterung zu prüfen.

17.03 Uhr: Sachsens Kultusminister will alle Lehrkräfte impfen lassen

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) plädiert für eine zeitnahe Impfung aller Lehrkräfte und des Schulpersonals. Es wäre ein wichtiger Beitrag, damit alle Schülerinnen und Schüler wieder unterrichtet werden können, erklärte Piwarz am Montag in Dresden. Laut einer Umfrage des sächsischen Kultusministeriums wollen sich 90 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Schulen im Freistaat impfen lassen. Das sei ein starkes Signal, erklärte Piwarz. Denn ebenso wie das medizinische Personal erfüllten Pädagoginnen und Pädagogen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Die Möglichkeit einer Impfung müsse daher auch ihnen gewährt werden. Bislang besteht nur eine Impfberechtigung für Lehrerinnen und Lehrer sowie des Personals an Grund- und Förderschulen.

16.51 Uhr: Erster Friseurtermin nach Lockdown - Haarschnitt für 422 Euro

Satte 422 Euro hat sich ein Kunde in Bayreuth den ersten Haarschnitt nach dem Lockdown kosten lassen. Das Geld soll an die Bayreuther Tafel und ein Projekt für trauernde Kinder gespendet werden. "Er war glückselig, dass die Wolle endlich runter konnte", erzählte Friseur Andreas Nuissl, der die Idee für die Versteigerung des ersten Termins hatte, am Montag. "Wolle im wahrsten Sinne des Wortes - bei seinen Naturlocken sah er aus wie ein Schaf." Im Oktober sei der 43-jährige Handwerker das letzte Mal beim Friseur gewesen, sagte Nuissl. Mehr dazu erfahren Sie hier

Seit heute haben die Frisörsalons wieder geöffnet und der Ansturm ist groß.
Seit heute haben die Frisörsalons wieder geöffnet und der Ansturm ist groß. © Arne Dedert/dpa

16.40 Uhr: Astrazeneca-Impfstau droht weiter zu wachsen

Mit der erwarteten Lieferung von über einer Million Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs könnte sich der Impfstau in den Bundesländern bis Ende der Woche vergrößern. Bis Donnerstag sollen knapp 1,1 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca geliefert werden, insgesamt erhöht sich die Liefermenge damit auf fast 3,2 Millionen, wie aus Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Bis einschließlich Sonntag haben nach Zahlen des Robert Koch-Instituts aber nur rund 455.000 Menschen eine Impfung mit Astrazeneca erhalten. Davon sind rund 91.000 Menschen am Samstag und Sonntag geimpft worden.

Trotz großer Mengen zunächst ungenutzten Impfstoffs will die Bundesregierung das Präparat von Astrazeneca nicht für Impfungen jenseits der festgelegten Vorranggruppen freigeben. Eine grundsätzliche Freigabe verfolge die Bundesregierung zu diesem Zeitpunkt nicht, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zuletzt eine weniger starre Priorisierung für Astrazeneca ins Gespräch gebracht, um den Rückstand möglichst schnell abzubauen. Warum sich die Astrazeneca-Impfstoffe in den Kühlschränken der Impfzentren stapeln, ist seit Tagen unklar.

16.27 Uhr: Sächsische Minister mahnen Öffnungskonzepte an

Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch dringt auf eine klare Öffnungsperspektive im Corona-Lockdown. Gemeinsam mit Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt (beide CDU) plädierte sie am Montag in Dresden für Perspektiven in den Bereichen Kultur, Gastronomie und Tourismus sowie für den Einzelhandel und die Veranstaltungswirtschaft. Für Öffnungsschritte sollten dabei nicht statische Inzidenzwerte herangezogen werden, sondern das tatsächliche, individuelle Infektionsrisiko.

Klepsch und Schmidt sehen insbesondere die ländlichen Regionen und die Tourismuswirtschaft durch die Corona-Pandemie gefährdet. Es drohe eine "langfristige Verödung der Ortskerne", erklärte Schmidt. "Natürlich müssen wir das Infektionsgeschehen im Blick behalten", erklärte Klepsch. Mit einer stringenten Teststrategie und einer immer höheren Impfquote sei aber eine schrittweise Öffnung möglich. Auch dürfe nicht vergessen werden, dass die genannten Branchen einen entsprechenden Vorlauf zur Wiedereröffnung benötigten.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht dagegen derzeit noch keine Möglichkeit für weitreichende Lockerungen. Ihm zufolge sind nur kleine Schritte möglich. Auch für die weiterführenden Schulen gibt es laut Kretschmer zeitnah kaum eine Öffnungsperspektive. Bund und Länder wollen am Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten.

16.08 Uhr: Wann Roland Kaiser nun nach Riesa kommt

Schon im vergangenen Jahr musste das Konzert von Schlagersänger Roland Kaiser in Riesa pandemiebedingt verschoben werden. Nach dem 13. März 2020 war zunächst ein Termin im Mai angepeilt worden. Nachdem sich die Hoffnung auf ein baldiges Abflachen der Coronazahlen nicht erfüllte, gab der Veranstalter Semmel Concerts schließlich bekannt, Roland Kaiser werde erst am 26. März 2021 in der Sachsenarena singen. Dass dieser Termin unrealistisch sein würde, ist schon länger klar - schließlich dient die Sachsenarena derzeit als Impfzentrum, die Halle ist dafür durchgängig bis in den Juni vermietet. Nun hat Semmel Concerts auch offiziell eine erneute Verschiebung verkündet - und einen neuen Termin für das Konzert benannt.

Roland Kaiser - hier vor der Semperoper in Dresden - singt später in der Sachsenarena.
Roland Kaiser - hier vor der Semperoper in Dresden - singt später in der Sachsenarena. © Sven Ellger

15.45 Uhr: Dresdner Ärztin soll Corona-Impfstoff gestohlen haben

Eine Dresdner Ärztin steht im Verdacht, am Sonntagvormittag mehrere Dosen eines Corona-Impfstoffs beim Einsatz eines mobilen Impfteams gestohlen zu haben. Das bestätigte ein Polizeisprecher am Montag auf SZ-Nachfrage. Demnach wurden nach jetzigem Kenntnisstand fünf Impfdosen entwendet, offenbar der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer. Mehr dazu lesen Sie hier (SZ+)

15.12 Uhr: Knapp 200 Corona-Neuinfektionen und 50 weitere Tote in Sachsen

In Sachsen wurden nach Angaben des Sozialministeriums vom Montagnachmittag binnen eines Tages 191 Neuinfektionen sowie 50 weitere Todesfälle registriert. Vor genau einer Woche waren es noch 232 Neuinfektionen. Allerdings liegen die Zahlen an Montagen aufgrund von weniger Testungen am Wochenende meist niedriger als an den anderen Werktagen. Seit Beginn der Pandemie gibt es nun insgesamt 194.713 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 7.798 Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. Rund 179.900 Menschen gelten schätzungsweise als wieder genesen.

Besonders von der Pandemie betroffen ist weiterhin der Vogtlandkreis, wo innerhalb es innerhalb der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner 230,5 Neuinfektionen gab. Der niedrigste Wert dieser Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell in der Stadt Leipzig (55,5). Für den gesamten Freistaat wird die Inzidenz mit 84,3 (Vortag: 77,8) beziffert, deutschlandweit ist sie laut Robert Koch-Institut (RKI) auf 65,8 gestiegen (Vortag: 63,8). Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

"Corona positiv" steht auf einem Sarg mit einem Verstorbenen, der an oder mit dem Coronavirus gestorben ist, welcher im Kühlraum des Krematoriums Döbeln steht.
"Corona positiv" steht auf einem Sarg mit einem Verstorbenen, der an oder mit dem Coronavirus gestorben ist, welcher im Kühlraum des Krematoriums Döbeln steht. © Robert Michael/dpa-Zentralbild

14.52 Uhr: Bund mahnt: Keine Sorglosigkeit bei Corona-Öffnungen

Die Bundesregierung mahnt vor den Beratungen mit den Ländern über mögliche weitere Lockerungen von Corona-Beschränkungen weiter ein vorsichtiges Vorgehen an. "Wir sind jetzt in einer Phase der Hoffnungen, Gott sei Dank. Aber es kann und darf nicht eine Phase der Sorglosigkeit sein", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Er verwies auf sinkende Zahlen der Corona-Patienten auf Intensivstationen, anziehende Impfungen und in absehbarer Zeit massenhaft zur Verfügung stehende Schnelltests. Andererseits gebe es bei den Neuinfektionen seit einigen Tagen eine steigende Tendenz, zudem breiteten sich neue, ansteckendere Virus-Varianten weiter aus.

Seibert betonte, dass es bei Schulen, Kitas und nun unter anderem auch bei Friseuren bereits "eine große Öffnungswelle" gebe. Daher sei es sinnvoll, jetzt zunächst die Auswirkungen zu beobachten und dann umsichtig mögliche nächste Schritte zu gehen. Es gelte zu vermeiden, dass man Öffnungsschritte dann wieder zurücknehmen müsse. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten wollen an diesem Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten.

14.35 Uhr: Brandenburg sieht keine Impfung aller über 18 in Hotspots

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hat zurückhaltend auf Vorschläge aus Sachsen und Bayern nach einer Ausweitung der Impfungen reagiert. "Ich denke, wir haben jetzt erstmal alle Hände voll zu tun, die Prio 1 noch zu impfen", sagte Nonnemacher am Montag in Potsdam mit Blick auf die Impfungen für über 80-Jährige, Pflegeheimbewohner und Mitarbeiter in Medizin und Pflege. Es seien auch sehr große Gruppen, für die nun mit dem Impfstoff von Astrazeneca Impfungen möglich wurden - für Menschen mit schweren Vorerkrankungen und mit Behinderungen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte vorgeschlagen, der gesamten Bevölkerung über 18 Jahren in Hotspot-Regionen an der Grenze bald ein Impfangebot machen zu können. Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) dringt vor den Corona-Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch auf eine Änderung des Impfkonzepts. Spätestens im April, wenn mehr Impfstoff komme, müsse jede Dose verabreicht werden,sagte Söder. Er regte etwa auch an, ältere Schüler vor den Abiturprüfungen zu impfen.

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne)
Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) © Soeren Stache/dpa

14.14 Uhr: Händler pochen in Brief an Merkel auf Öffnung ihrer Shops

Deutschlands Elektronikhändler haben in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Dringlichkeit für ein baldiges Öffnen ihrer Geschäfte untermauert. "Für immer mehr Unternehmer ist die Entwicklung existenzgefährdend", heißt es in dem Schreiben an die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder, den die Chefs von Conrad Electronic, Euronics, Media Markt, Saturn und weiteren Firmen unterschrieben haben. Nach ihrer Auffassung besteht im Einzelhandel kein erhöhtes Infektionsrisiko. Ein sicheres Einkaufen sei möglich - auch vor Erreichen des Inzidenzwerts von 50.

Seit Mitte Dezember sind die Elektronikgeschäfte - wie weite Teile des Einzelhandels auch - geschlossen. Seither hat die Branche hierzulande dem Schreiben zufolge etwa zwei Milliarden Euro an Einnahmenverlusten hinnehmen müssen. "Wir fordern eine sofortige Öffnung des stationären Technik-Einzelhandels unter Einhaltung aller
notwendigen Hygiene- und Gesundheitsschutzmaßnahmen", so die Autoren.

Auch Spielwarenhändler schrieben einen Brief mit den gleichen Argumenten, sie mussten nach eigenen Angaben etwa 300 Millionen Euro Umsatzeinbußen hinnehmen. Unter diesen Händlern sind Firmen wie Vedes, Spiele Max, Rofu Kinderland und Galeria Karstadt Kaufhof.

13.49 Uhr: Kontakte zwischen Mitarbeitern größtes Corona-Risiko in Kitas

Viele Corona-Infektionen in Kindergärten lassen sich offenbar darauf zurückführen, dass Erzieherinnen und Erzieher ihre Kollegen anstecken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des rheinland-pfälzischen Landesuntersuchungsamts und der Universität Heidelberg. Die Behörde empfahl, bei Hygienekonzepten für Kindergärten künftig einen besonderen Schwerpunkt auf Kontakte im Kollegenkreis zu legen - etwa in Pausen- und Besprechungsräumen.

Die Wissenschaftler hatten für ihre Untersuchungen die Daten rheinland-pfälzischer Gesundheitsämter zwischen September und Dezember 2020 geprüft. In diesem Zeitraum waren insgesamt 784 Erstinfektionen an Schulen und in Kindergärten durch Labortests bestätigt worden, die unter den betreuten Kindern, Jugendlichen und beim Personal zu 329 Folgefällen führten. Für 441 der 784 sogenannten Indexfälle lagen detaillierte Angaben über die Anzahl der Kontaktpersonen und zu den Ergebnissen von Corona-Tests im Umfeld der Einrichtungen vor.

Demnach infizierten sich in Kindergärten und Schulen jeweils ein bis zwei Prozent der engen Kontakte einer positiv getesteten Person ebenfalls mit dem Coronavirus. In Kindergärten führte eine Infektion bei einem Erwachsenen durchschnittlich zu 1,26 weiteren Fällen in der Einrichtung, wobei in der Mehrzahl andere Mitarbeiter betroffen waren. Ein infiziertes Kita-Kind gab das Virus im Kindergarten im Schnitt an 0,66 andere Personen weiter, überwiegend an andere Kinder.

13.20 Uhr: Verdi pocht auf Schutz für Beschäftigte bei Corona-Öffnungen

Vor den Bund-Länder-Beratungen zu möglichen weiteren Öffnungen des Corona-Lockdowns pocht die Gewerkschaft Verdi auf Schutz für die Beschäftigten. Auch wenn jetzt durch eine Reihe von Wirtschaftsverbänden massiver Druck aufgebaut werde, müsse die Begrenzung des Infektionsgeschehens weiterhin Priorität haben, sagte der Vorsitzende Frank Werneke am Montag.

Nötig sei endlich eine Schutzstrategie etwa für Erzieherinnen und Erzieher und Mitarbeiter im Einzelhandel. Es sei gut, dass Beschäftigte in Kitas und Schulen nun früher geimpft werden sollten, sagte Werneke. "Jetzt müssen die Länder aber Tempo machen, damit die Einrichtungen den Kindern wieder ohne unvertretbare Risiken offenstehen können."

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen an diesem Mittwoch über das weitere Corona-Vorgehen beraten.

12.58 Uhr: Tschechische Polizei patrouilliert an Bezirksgrenzen

Das extrem von der Corona-Pandemie betroffene Tschechien hat die Bewegungsfreiheit seiner Bürger für mindestens drei Wochen massiv eingeschränkt. Die Menschen dürfen ihren Bezirk nur noch in Ausnahmefällen verlassen. Am Montagmorgen begann die Polizei mit scharfen Kontrollen auf Straßen und in Zügen. In Zweifelsfällen wollen die Beamten zu Beginn noch Nachsicht walten lassen. Wenn aber jemand offensichtlich die Regeln missachte, werde das selbstverständlich bestraft, betonte ein Sprecher. Dazu sei es auch schon gekommen, für eine Bilanz sei es aber noch zu früh. Es drohen Bußgelder in Höhe von umgerechnet knapp 400 Euro. Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Tschechien schränkt Mobilität massiv ein".

12.33 Uhr: Neue Software hilft bei Vermittlung von Rest-Impfstoff

Um übrig gebliebenen, bereits aufgetauten Biontech-Impfstoff noch an die Leute bringen zu können, nutzt das Impfzentrum der Stadt Duisburg eine neu entwickelte Software namens "Impfbrücke". Aus einer Liste von Impfwilligen aus der jeweils priorisierten Gruppe werden dabei per Zufallsgenerator Personen ausgewählt und per SMS angeschrieben, wie Stadtsprecherin Anja Kopka am Montag berichtete. Wer das Angebot annehme, könne sich noch am selben Tag impfen lassen. "Es geht um etwa 15 Dosen am Tag." Die Erfahrungen seien gut.

Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" über die in Köln entwickelte Software berichtet. "Für jede Impfdosis verschickt das Programm derzeit SMS an drei Personen gleichzeitig", sagte Manuel Hüttel von dem Software-Start-up "Lit labs" der Zeitung. "Wer zuerst zusagt, bekommt den Termin. Hat nach 30 Minuten keiner reagiert, werden drei neue Personen kontaktiert." In Duisburg sei ein Prototyp des Systems im Einsatz.

11.44 Uhr: Kretschmer schließt Impfpflicht erneut nicht völlig aus

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) schließt eine spätere Impfpflicht für eine Corona-Schutzimpfung weiter nicht völlig aus. Momentan stelle sich diese Frage aber noch nicht, sagte er am Montag in einer gemeinsamen Online-Pressekonferenz mit seinem bayerischen Amtskollegen Markus Söder (CSU). Man dürfe in dieser Situation nicht zu schnell "nie" sagen.

Wer sich nicht impfen lassen wolle, werde seine Grundrechte aber nicht verlieren, sagte Kretschmer: "Das wäre ja noch schöner." Derzeit gebe es nicht genügend Impfstoff, um jeden zu impfen, der das wolle. "Deshalb kann man diese Frage jetzt nicht beantworten."

Söder wollte mit Blick auf eine mögliche Impfpflicht nicht so weit gehen. Es müsse aber eine andere Form von Wahrnehmung geben: "Es ist doch ganz klar: Wenn sich jemand nicht impfen lassen will und jemand anderes impft sich, warum soll der, der sich impfen lässt, dann die entsprechenden Nachteile in Kauf nehmen." Das sei nicht gerecht. "Wer sich impfen lässt, schützt sich und andere." Für diejenigen müsse sich das Leben so weit wie möglich normalisieren.

11.33 Uhr: DFB-Pokal-Viertelfinale wird wohl abgesagt

Dem DFB-Pokal-Viertelfinalspiel zwischen dem SSV Jahn Regensburg und Werder Bremen am Dienstag (18.30 Uhr) droht die Absage. Beim Fußball-Zweitligisten aus der Oberpfalz seien weitere Corona-Fälle aufgetreten. Dies berichtete Geschäftsführer Christian Keller bei der Pressekonferenz am Montag und sagte, dass der Verein daher mit einer Verlegung der Partie rechne. Das gesamte Betreuerteam und die Mannschaft müsse nun voraussichtlich in Quarantäne.

11.19 Uhr: Filmnächte und Stadtfest in Dresden - das sagen die Veranstalter

Können sie stattfinden oder nicht? Die Dresdner bangen wegen der Corona-Pandemie um ihre Feste. Nun stehen ein paar Entscheidungen schon fest. Optimistisch schauen die Filmnächte-Veranstalter in die Zukunft. "Wir planen mit einem Eröffnungstermin für die Filmnächte in Dresden am 24. Juni", sagt Sprecherin Daniela Möckel. Zunächst seien erst einmal nur Filme geplant. Ob Konzerte stattfinden, sei noch unklar. Was das Dresdner Stadtfest angeht, gibt es auch noch keine klare Aussage. "Wir haben mit der Stadtverwaltung vereinbart, dass wir uns Ende März dazu abstimmen", so Frank Schröder, der das Stadtfest für die Stadt veranstaltet. "Es könnte stattfinden", macht Schröder ein wenig Hoffnung.

10.57 Uhr: Internet-Falle für Impftermine

Einen Termin für eine Corona-Schutzimpfung zu bekommen, ist auch für ab 80-Jährige immer noch Glücksache. Denn trotz sich verbessernden Nachschubs ist besonders der für Senioren vorgesehene Impfstoff von Pfizer/Biontech immer noch Mangelware. Der 82-jährige Rentner Eckhard Kindler aus Rosenhain in Sachsen hatte bisher nicht nur kein Glück - bei ihm kam nämlich auch noch Pech dazu. Bei dem Versuch, sich per Internet für einen Impftermin anzumelden, geriet er auf eine Internet-Seite, deren Adresse der des wahren Impfportals des Freistaats zum Verwechseln ähnlich ist - und den Rentner komplett verwirrte.

Eckhard Kindler zeigt die Internet-Seite, die ihn beim Versuch verwirrte, sich für eine Impfung anzumelden.
Eckhard Kindler zeigt die Internet-Seite, die ihn beim Versuch verwirrte, sich für eine Impfung anzumelden. © Markus van Appeldorn

10.28 Uhr: Bayern und Sachsen schmieden Anti-Corona-Allianz

Bayern und Sachsen wollen im Kampf gegen Corona noch enger zusammenarbeiten. Bei einer Videokonferenz kündigten die beiden Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und Michael Kretschmer (CDU) einen Plan an, um gemeinsam gegen die Pandemie vorzugehen. Kretschmer (CDU) plädiert für eine Erweiterung der Kategorien beim Impfen gegen das Coronavirus. Neben die Empfehlungen der ständigen Impfkommission müssten auch andere Kriterien treten. Mit Blick auf das von hoher Infektionsdynamik geprägte Vogtland sagte der Regierungschef, er habe den Wunsch, dass dort allen Erwachsenen im Alter über 18 Jahren ein Impfangebot gemacht werden könne. Das sei ein Thema für die Bund-Länder-Runde am Mittwoch. Beide Ministerpräsidenten kündigten zudem Hilfen für Tschechien an, unter anderem Impfdosen und Tests. Mehr zum Kretschmer-Söder-Termin

9.39 Uhr: Corona-Krise bremst Anstieg der Tarifverdienste

Die Corona-Krise hat den Anstieg der Tarifverdienste in Deutschland 2020 gebremst. Einschließlich Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld lagen die Entgelte der Tarifbeschäftigten zwar um 2,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Dies ist nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes aber der geringste Zuwachs seit 2016 mit damals ebenfalls 2,1 Prozent. Die Wiesbadener Behörde bestätigte am Montag ihre vorläufigen Angaben aus dem Dezember. 2019 waren die Tarifverdienste noch um durchschnittlich 3,2 Prozent gestiegen. Positiv aus Sicht der Beschäftigten: Die Tarifverdienste legten im vergangenen Jahr trotz der Lohnzurückhaltung vieler Arbeitgeber wegen der Pandemie deutlich stärker zu als die Verbraucherpreise mit 0,5 Prozent. Unter dem Strich haben viele Arbeitnehmer damit rechnerisch mehr Geld in der Tasche, sofern sie nicht Einbußen durch die Corona-Krise hinnehmen mussten.

Überdurchschnittlich stiegen die Tarifverdienste im Jahr 2020 vor allem im öffentlichen Dienst, wo sich neben regulären Tariferhöhungen auch Corona-Prämien positiv auswirkten. Steigerungen gab es nach Angaben des Bundesamtes etwa im Bereich Erziehung und Unterricht (plus 3,0 Prozent) und in der Öffentlichen Verwaltung (plus 2,9 Prozent). Im Gesundheits- und Sozialwesen verdienten die Tarifbeschäftigten im Vergleich zum Vorjahr 2,5 Prozent mehr. Deutlich unterdurchschnittlich erhöhten sich die Tarifverdienste dagegen im Verarbeitenden Gewerbe (plus 0,7 Prozent). Im Baugewerbe, das als eine der wenigen Branchen relativ gut durch die Krise gekommen ist, gab es mit 1,0 Prozent ebenfalls eine Lohnsteigerung unter dem Durchschnitt.

8.25 Uhr: Corona-Schnelltests sollen laut Kanzleramtschef kostenlos sein

Laut Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sollen die Bürger und Bürgerinnen für die Corona-Schnelltests nichts bezahlen müssen. "Das soll kostenlos sein", sagte Braun am Sonntag in der ARD-Sendung "Anne Will". Geplant sei, dass die Menschen die Tests in vom Gesundheitsamt beauftragten Testzentren durchführen könnten. "Das kann das kommunale Testzentrum sein, das können Ärzte und Apotheker sein", so Braun vor den für Mittwoch anstehenden Gesprächen von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuletzt für mögliche Lockerungen in der Pandemie auf deutlich mehr Tests gepocht. Ursprünglich hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt, dass ab 1. März das Angebot für alle Bürger kommen solle, sich kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests testen zu lassen. Nun soll erst bei dem Bund-Länder-Treffen darüber beraten werden.

8.00 Uhr: Lohnt sich „Click & Collect“ für Dresdens Händler?

Seit zwei Wochen können auch Dresdner Händler Waren zum Abholen anbieten. Sachsen hatte das sogenannte „Click & Collect“ als letztes Bundesland wieder erlaubt. Doch wie wird das Angebot in der Landeshauptstadt angenommen? Höchst unterschiedlich: Für manche Geschäfte lohnt sich das Geschäft, andere Händler schwanken zwischen Ernüchterung und Verzweiflung. Sächsische.de hat sich in Dresden umgehört. Wie es den Händlern geht, lesen Sie im Artikel "Bei uns bilden sich Schlangen" (SZ+)

7.22 Uhr: Große Mehrheit der Deutschen will endlich Lockerungen

Zweieinhalb Monate nach Beginn des harten Corona-Lockdowns ist es nach Auffassung einer großen Mehrheit der Deutschen Zeit für Lockerungen. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zufolge sind nur noch gut ein Drittel für eine Beibehaltung (26 Prozent) oder Verschärfung (9 Prozent) der geltenden Einschränkungen. 43 Prozent meinen dagegen, der Lockdown sollte bei den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Mittwoch weiter gelockert werden. 17 Prozent sind sogar für eine komplette Rückkehr zur Normalität. Mehr zur Umfrage im Artikel Lockdown: Große Mehrheit für Lockerung

6.57 Uhr: Mannschaftssportverbände fordern Öffnung für Vereinssport

Die fünf größten Mannschaftssportverbände in Deutschland fordern eine Aufhebung der Corona-Beschränkungen im Vereinssport. "Es wird langsam Zeit, dass die Kinder wieder die Chance bekommen, ihren Sport zu treiben. Das brauchen (…) auch wir in den Verbänden und in den Vereinen vor Ort, um in unseren Sportarten einigermaßen eine Perspektive entwickeln zu können", sagte Andreas Michelmann, Sprecher der Initiative Teamsport Deutschland, im Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Initiative mit Sitz in Berlin ist die Interessengemeinschaft von Deutscher Basketball Bund, Deutscher Eishockey Bund, Deutscher Fußball-Bund, Deutscher Handballbund und Deutscher Volleyball-Verband.

Handballbund-Präsident Michelmann, hauptberuflich Oberbürgermeister der Stadt Aschersleben in Sachsen-Anhalt, fordert als Sprecher, dass die Politik bei der bevorstehenden Konferenz von Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten am Mittwoch Öffnungsperspektiven anbietet. "Wir haben für alle unsere Sportarten Hygienekonzepte entwickelt, die wirken. Wir können sie aber nur anwenden, wenn Sport generell erlaubt wird", sagte Michelmann.

6.23 Uhr: Kino-Betreiber fordern eine Perspektive

Vor dem heutigen Beginn der in diesem Jahr virtuellen Berlinale haben zahlreiche Kinobetreiber in Deutschland eine Perspektive für ihre Häuser gefordert. Mehrere Filmtheater wurden am Sonntagabend beleuchtet. Nach Angaben des Branchenverbands AG Kino hatten sich mehr als 300 Kinos angemeldet. Die Kinos sind, wie viele andere Einrichtungen in Deutschland auch, seit November wieder geschlossen.

Mit ihrer Aktion wollten die Betreiber auch einen Appell an die Politik senden: "Gebt uns eine Öffnungsperspektive". An der bundesweiten Aktion nahmen auch Kinos in Sachsen teil – etwa in Dresden. Mehr dazu im Artikel Dresdner Kinos leuchten für die Hoffnung (SZ+)

Auch das Dresdner Programmkino Ost zeigte sich in rot.
Auch das Dresdner Programmkino Ost zeigte sich in rot. © Marion Doering

5.47 Uhr: 4.732 Corona-Neuinfektionen und 60 neue Todesfälle registriert

Deutschlands Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 4.732 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden 60 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 4.369 Neuinfektionen und 62 neue Todesfälle. Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen allerdings meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 65,8 - und damit höher als am Vortag (63,8). Vor vier Wochen, am 1. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 91 gelegen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.447.068 nachgewiesene Corona-Infektionen in Deutschland, die Zahl der Genesenen liegt bei 2.255.500. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 70.105. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 1,08 (Vortag 1,11). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 108 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

5.16 Uhr: Friseure und Fußpfleger dürfen wieder Kunden empfangen

Nach gut zehnwöchiger Corona-Schließzeit dürfen Friseure und Fußpflege-Betriebe in Sachsen ab heute wieder Kunden empfangen. Der Freistaat geht diesen Schritt, obwohl die Infektionszahlen derzeit eher stagnieren und mancherorts wieder steigen. Allerdings gibt es für die Öffnung strenge Auflagen. So müssen sich Inhaber und Mitarbeiter wöchentlich testen lassen, medizinische Masken sind Pflicht. Durch gestaffelte Zeitfenster soll eine Ansammlung von Kunden vermieden werden. Im Vogtlandkreis mit derzeit hohen Infektionszahlen müssen Kunden ein negatives Testergebnis vorlegen.

Auch Fahrschulen und Musikschulen dürfen in Sachsen in eingeschränktem Maße wieder Leistungen anbieten. Auch hier muss sich das Personal wöchentlich testen lassen. Trotz Öffnung ist das Handwerk aufgebracht - über Auflagen und Kosten. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Der Frust vor dem Lockendown (SZ+)

Montag, 4.59 Uhr: Mehrheit gegen Zuschauer-Rückkehr in dieser Saison

Die Mehrheit der Deutschen ist gegen eine Rückkehr von Zuschauern in die Bundesliga-Stadien noch in dieser Saison. 61 Prozent der Bundesbürger wollen laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur nicht, dass vor dem Ende der Spielzeit im Mai wieder Fußballfans in den Arenen zugelassen werden. Vor den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderchefs über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise am Mittwoch waren nur 23 Prozent der Befragten dafür, die Stadiontore bald wieder für Zuschauer zu öffnen.

Ende Oktober des Vorjahres hatten Bund und Länder beschlossen, angesichts steigender Corona-Fallzahlen Fans wieder gänzlich auszuschließen. Seither spielt die Bundesliga wie auch alle anderen Profiligen wieder vor leeren Rängen. Zuletzt hatte die Deutsche Fußball Liga gemeinsam mit anderen Organisationen aus Sport und Kultur ein Konzept von Experten und Wissenschaftlern unterstützt, das eine Zuschauer-Rückkehr unter strengen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen ermöglichen soll.

Corona-Pandemie: Das geschah am Sonntag

18.27 Uhr: Kinderärzte fordern Schul- und Kita-Öffnung

Vor den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie fordern die Kinderärzte eine rasche Öffnung von Schulen und Kitas. "Auch nach dem Auftreten von Virusmutationen bleibt es dabei, dass Kinder und Jugendliche keine Treiber der Pandemie sind", sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Sonntag. "Deshalb können und müssen alle Schulen und die Kitas umgehend wieder geöffnet werden. Sie spielen im Infektionsgeschehen keine nennenswerte Rolle."

Eine weitere Schließung der Schulen würde die Kollateralschäden für Kinder und Jugendliche massiv erhöhen, warnte Fischbach. Die psychischen, sozialen und emotionalen Beeinträchtigungen seien nach einem Jahr im Corona-Ausnahmezustand jetzt im zweiten Lockdown noch stärker als im ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr. Neben Vereinsamung, Depression, aggressivem Verhalten und innerfamiliären Konflikten sei auch eine Zunahme der Fettleibigkeit aufgrund von Bewegungsmangel zu beobachten. "Je länger der Lockdown dauert, desto massiver werden aller Voraussicht nach die Langzeitfolgen sein", sagte Fischbach.

18.05 Uhr: Dresdner Jurist hält Querdenken-Klage für Unsinn

Die "Querdenken"-Bewegung in Dresden will eine Unterschriftensammlung starten, um alle zu verklagen, „die uns nötigen, Masken zu tragen“. Konkret hat es die Initiative auf Richter des Oberverwaltungsgerichts Bautzen (OVG) abgesehen, weil diese im Dezember „alle regierungskritischen Demos“ verboten hätten und alle Eilanträge abgelehnten. Wenn es nach "Querdenken 351" geht, sollen sich die Richter nun wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verantworten. Der Dresdner Anwalt und Hochschullehrer nennt das „ganz großen Unsinn“. Warum? Das lesen Sie im Artikel Dresdner Jurist hält Querdenken-Klage für Unsinn (SZ+)

17.50 Uhr: Bayern und Sachsen schmieden Anti-Corona-Allianz

Bayern und Sachsen wollen im Kampf gegen Corona noch enger als bisher zusammenarbeiten. Am Montagvormittag wollen die beiden Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und Michael Kretschmer (CDU) einen Zehn-Punkte-Plan für das gemeinsame Vorgehen gegen die Pandemie vorstellen. Söder hatte eine engere Kooperation zuletzt schon angekündigt, etwa was Test- und Quarantänekonzepte angeht - Ziel sei insgesamt ein möglichst einheitliches Vorgehen.

Bayern und Sachsen sind durch ihre Grenzen zu Tschechien derzeit besonders herausgefordert: Landkreise in Grenznähe zählen seit einiger Zeit zu den auffälligsten Corona-Hotspots in Deutschland. Deshalb laufen inzwischen auch verschärfte Kontrollen an den Grenzen zum Nachbarland Tschechien.

17.15 Uhr: Mehr als 20 Millionen Menschen in Großbritannien haben Erstimpfung

Mehr als 20 Millionen Menschen haben in Großbritannien eine erste Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten, das sind etwa 30 Prozent. Das teilte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Sonntag mit. In Großbritannien wird anders als in Deutschland sowohl der Astrazeneca-Impfstoff als auch das Präparat von Biontech und Pfizer im Abstand von bis zu zwölf Wochen verabreicht, damit so viele Menschen wie möglich schnell eine Erstimpfung erhalten können. Die Zahl der für den vollen Impfschutz notwendigen Zweitimpfungen lag in dem Land zuletzt noch bei unter einer Million. Nach Berechnungen der "Financial Times" wirkt sich der rapide Fortschritt des britischen Impfprogramms bereits auf Neuinfektionen, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle aus. Demnach sinken die Zahlen bei den bereits zu großen Teilen geimpften über 80-Jährigen deutlich schneller als bei jüngeren Altersgruppen.

16.46 Uhr: Färöer-Inseln erstmals seit Juli 2020 ohne aktiven Corona-Fall

Die Färöer-Inseln haben erstmals seit Juli 2020 keinen aktiven Corona-Fall mehr. Am Wochenende prangte eine blaue Null in der entsprechenden Auflistung auf der Corona-Webseite der Inselgruppe, nachdem dort bereits am späten Freitagabend zu lesen gewesen war: "Covid-free - for now" (Covid-frei - vorerst). Die vorerst letzte infizierte Person ist demnach am Freitag als gesund erklärt und aus der Quarantäne entlassen worden.

Die Färöer-Inseln mit ihren rund 50.000 Einwohnern zählen offiziell zum dänischen Königreich, sind aber weitgehend autonom. Sie liegen im Nordatlantik etwa auf halber Strecke zwischen Schottland und Island. Bislang sind auf den Inseln 658 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden - bei mehr als 230.000 Tests. 657 der Infektionen sind überstanden, eine Person ist gestorben.

Die Färöer-Inseln sind nun erstmal frei vom Coronavirus
Die Färöer-Inseln sind nun erstmal frei vom Coronavirus © Archivbild: dpa/Thomas Eisenhuth

16.10 Uhr: Impfstoff-Hilfe aus Deutschland für Tschechien

Sachsen, Bayern und Thüringen wollen Tschechien mit Corona-Impfstoff aushelfen. Ab Montag sei die Lieferung von insgesamt 15.000 Impfstoff-Dosen an das Nachbarland geplant, sagte Sachsens Regierungssprecher Ralph Schreiber am Sonntag. Zuvor hatte MDR Aktuell darüber berichtet. Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) kündigte an, der Freistaat werde einige Tausend Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs aus der für den Fall von Lieferausfällen angelegten Sicherheitsreserve zur Verfügung stellen. "Ich halte diese Hilfsmaßnahme angesichts der Tragödie für alternativlos".

Die tschechische Regierung werde demnach über die weitere Verteilung entscheiden. Tschechien hat gegenwärtig die höchste Infektionsrate in der ganzen EU. Tschechiens Präsident Milos Zeman hatte zuvor gesagt, dass die Corona-Pandemie in seinem Land spätestens im September ausgestanden sein könnte. Alle, die eine Impfung bekommen möchten, würden bis dahin geimpft sein, sagte Zeman dem TV-Sender CNN Prima News, wie die Nachrichtenagentur CTK am Sonntag meldete. Auch glaube er, dass die "leicht wahnsinnige Gruppe", die eine Impfung ablehne, bis dahin ihre Meinung geändert habe.

15.56 Uhr: Chemnitz schließt Kita wegen britischer Mutation

Die Stadt Chemnitz schließt aufgrund mehrerer Corona-Infektionen eine Kindertagestätte. Die Einrichtung mit dem Namen „Glückskäfer“ soll für die kommenden 14 Tage geschlossen bleiben, teilte das städtische Gesundheitsamt am Sonntag mit. Zuvor seien dort mehrere Kinder und Erzieherinnen positiv auf die britische Mutante des Virus getestet worden. Auch die Familien der Betroffenen sollen sich nun zu Hause isolieren, hieß es. Das Gesundheitsamt sei derzeit dabei, mit allen Betroffenen Kontakt aufzunehmen.

15.37 Uhr: Fast 40 Menschen feiern Corona-Party in Berliner Wohnung

Die Polizei hat eine illegale Party mit fast 40 Gästen in Berlin-Charlottenburg wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln aufgelöst. Anwohner aus einem Mehrfamilienhaus beschwerten sich in der Nacht zum Sonntag über den Lärm aus einer Wohnung, wie die Beamten mitteilten. Als die Sicherheitskräfte kurz vor Mitternacht klingelten und klopften, erklärte der 55 Jahre alte Wohnungsinhaber, es werde eine Party gefeiert. Nachdem die Polizei im Flur zunächst ein Dutzend leicht bekleidete Personen entdeckte, zählten die Beamten in der 70 Quadratmeter großen Wohnung 15 Frauen und 21 Männer. Alle Party-Gäste im Alter von 19 bis 55 Jahren erhielten Anzeigen wegen Verstößen gegen die Infektionsschutz-Verordnung. Sie mussten die Wohnung verlassen. Ein 50-Jähriger wurde jedoch aggressiv und schubste einen Polizisten aus der Wohnungstür. Er wurde mit Handfesseln festgenommen und muss sich nun wegen des Angriffs auf Vollstreckungsbeamte verantworten.

15.01 Uhr: Tschechien soll russischen Impfstoff Sputnik V bekommen

Tschechien rechnet mit einer Lieferung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V. Er habe sich mit einer entsprechenden Anfrage an seinen russischen Kollegen Wladimir Putin gewandt, erläuterte Präsident Milos Zeman am Samstag bei CNN Prima News. "Wenn ich richtig informiert bin, wird diesem Wunsch nachgekommen", sagte der 76-Jährige. Bei der Zulassung würde ihm eine Genehmigung durch die tschechische Arzneimittelbehörde SUKL "vollauf genügen". Dem schloss sich am Sonntag in einem Interview der Zeitung "MF Dnes" auch Ministerpräsident Andrej Babiš an. Dabei hatte der Regierungschef noch vor kurzem betont, er wolle erst die Freigabe durch die Europäische Arzneimittel-Agentur abwarten. Als bislang einziges EU-Land hat Ungarn mit der Verabreichung des russischen Covid-19-Impfstoffes begonnen.

In Tschechien werden bislang die Impfstoffe von Pfizer-Biontech, Moderna und Astrazeneca verwendet. In der Bevölkerung wächst angesichts der Infektionszahlen die Kritik, dass die Impfkampagne zu langsam verlaufe. Mehr zur Situation in Tschechien erfahren Sie auch in unserem aktuellen Podcast. Darin spricht unser Korrespondent Hans-Jörg Schmidt darüber, wie Tschechien in die jetzige Situation gekommen ist und welche Auswege es gibt. Das Gespräch hören Sie über den hier eingebetteten Player. Weitere Abspielmöglichkeiten und Hintergründe erfahren Sie in diesem Artikel: "Prag hat komplett die Kontrolle verloren"

14.09 Uhr: Knapp 400 Corona-Neuinfektionen in Sachsen

In Sachsen wurden nach Angaben des Sozialministeriums vom Sonntagnachmittag binnen eines Tages 392 Neuinfektionen sowie fünf weitere Todesfälle registriert. Vor genau einer Woche waren es noch 380 Neuinfektionen. Allerdings liegen die Zahlen am Wochenende aufgrund von weniger Testungen meist niedriger als an Werktagen. Seit Beginn der Pandemie gibt es nun insgesamt 194.522 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 7.748 Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. Rund 179.500 Menschen gelten schätzungsweise als wieder genesen.

Besonders von der Pandemie betroffen ist weiterhin der Vogtlandkreis, wo innerhalb es innerhalb der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner 205,8 Neuinfektionen gab. Der niedrigste Wert dieser Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell in der Stadt Chemnitz (49,5). Für den gesamten Freistaat wird die Inzidenz mit 77,8 (Vortag: 78) beziffert, deutschlandweit beträgt sie laut Robert Koch-Institut (RKI) durchschnittlich 63,8. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

13.52 Uhr: Aufruf zum Corona-Massentest in Radeberg

Nach der Ausbreitung von Virusvarianten in der Region Radeberg im Kreis Bautzen ruft das Landratsamt zu einem Massentest auf. Am Dienstag können sich die Menschen per Schnelltest testen lassen, wie das Amt am Sonntag mitteilte. Termine sind bereits buchbar. So solle das Infektionsgeschehen in und um Radeberg eingedämmt werden. Der Aufruf richtet sich an die Einwohner von Radeberg, Großröhrsdorf, Lichtenberg, Ottendorf-Okrilla, Wachau und Arnsdorf. Im Kreis Bautzen gebe es inzwischen 53 Verdachtsfälle auf die britische Virusvariante. Besonders betroffen sei eine Kita in Ullersdorf mit zehn Fällen. Mehr dazu im Corona-Ticker für den Landkreis Bautzen (SZ+)

13.25 Uhr: Einreiseregeln für französische Grenzregion werden verschärft

Im Kampf gegen die Ausbreitung gefährlicher Mutationen des Coronavirus wird die Einreise aus der französischen Grenzregion Moselle nach Deutschland erschwert. Mit Wirkung ab Dienstag stufte die Bundesregierung die an das Saarland und Rheinland-Pfalz grenzende Region am Sonntag als sogenanntes Virusvariantengebiet ein, wie das Robert Koch-Institut im Internet bekannt gab. Einreisende aus dem Départment müssen künftig bei Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ein Schnelltest ist dabei ausreichend. Fluggesellschaften sowie Bus und Bahnunternehmen dürfen keine Passagiere mehr aus Moselle nach Deutschland befördern. Ausgenommen davon sind aber unter anderem deutsche Staatsbürger und in Deutschland lebende Ausländer. Auch der Warenverkehr soll nicht beeinträchtigt werden.

Stationäre Grenzkontrollen wie an den Grenzen zu Tschechien und zum österreichischen Bundesland Tirol soll es an der Grenze zu Frankreich nach dpa-Informationen nicht geben. Im Département Moselle war es in den vergangenen Wochen zum verstärkten Auftreten der Coronavirus-Varianten gekommen. Nach Angaben von Premierminister Jean Castex handelt es sich bei 60 Prozent der positiven Fälle in Moselle um die südafrikanische Variante.

13.01 Uhr: Festnahmen bei Corona-Demo in Kopenhagen

Bei einer Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen sind in Kopenhagen acht Personen festgenommen worden. Ihnen werden Verstöße gegen das Feuerwerksgesetz und andere Ordnungswidrigkeiten vorgeworfen, wie die Polizei der dänischen Hauptstadt in der Nacht zum Sonntag mitteilte. Zu der Demonstration hatten sich auf Facebook mehr als 1.300 Menschen angemeldet. Laut Polizei hatten sich zunächst knapp 600 Menschen am Samstagabend zu der Demo versammelt, weitere schlossen sich demnach später an, so dass zu einem Zeitpunkt bis zu 1.200 dabei waren, wie die Nachrichtenagentur Ritzau berichtete.

Die Organisatoren kritisieren die dänische Regierung für die anhaltenden Corona-Maßnahmen im Land. Sie halten auch nichts davon, Mund-Nasen-Schutz zu tragen, manche stellen die vom Coronavirus ausgehende Gefahr gänzlich in Frage. Am Montag werden einige der dänischen Beschränkungen gelockert. Unter anderem öffnet der Großteil des Einzelhandels wieder, wie die Regierung am Mittwoch bekanntgegeben hatte.

Ein Polizeifahrzeug steht mit Blaulicht vor Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen.
Ein Polizeifahrzeug steht mit Blaulicht vor Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen. © M.C. Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa

12.35 Uhr: Immunologe schlägt Astrazeneca-Impfung für Merkel im Live-TV vor

Um der Skepsis gegen den Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland zu begegnen, hat sich ein führender Immunologe dafür ausgesprochen, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) live im Fernsehen mit dem Präparat impfen lässt. Das sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, dem britischen öffentlich-rechtlichen Rundfunksender BBC in einem Radiointerview, das am Sonntag ausgestrahlt wurde. Es sei bereits abzusehen, dass die Ständige Impfkommission das Vakzin auch für die über 65-Jährigen empfehlen werde, so Watzl. "Wenn Angela Merkel zu diesem Zeitpunkt ins Live-Fernsehen gehen würde und mit dem Impfstoff geimpft würde, wäre das natürlich großartig", so der Immunologe.

Der Astrazeneca-Impfstoff habe ein reines PR-Problem, betonte Watzl in dem Interview. Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie werde in den kommenden Tagen eine Stellungnahme veröffentlichen, "in der wir klar die Fakten darlegen, dass dies ein sicherer und effektiver Impfstoff auch für Ältere ist", sagte der Wissenschaftler. Er forderte aber auch von der Politik die Botschaft, dass die Menschen sich impfen lassen.

12.07 Uhr: Dresden meldet 23 neue Corona-Fälle

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 23 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 22.083 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Weitere Todesopfer sind am Sonntag nicht zu beklagen, weshalb die Zahl der seit Krisenbeginn im März 2020 Verstorbenen bei 912 Opfern verharrt. Zwei weitere Patienten mussten allerdings ins Krankenhaus einwiesen werden. Als genesen gelten mittlerweile 20.345 Dresdner - fünf mehr als am Samstag.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg seit dem Vortag von 62,3 auf 63,4. Da für mögliche Neubewertungen der Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt auch diesen Wert an. Er liegt heute bei 58,9, tags zuvor waren es noch 53,3. Alle Zahlen aus Dresden (SZ+)

Menschenleer zeigt sich die Dresdner Münzgasse mit ihren wegen des Lockdowns geschlossenen Kneipen und Restaurants.
Menschenleer zeigt sich die Dresdner Münzgasse mit ihren wegen des Lockdowns geschlossenen Kneipen und Restaurants. © Jürgen Lösel

11.25 Uhr: Söder warnt vor zu weitreichenden Öffnungen

Drei Tage vor der nächsten Bund-Länder-Runde zu Corona hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor zu weitreichenden Öffnungen gewarnt. "Öffnen ja - aber mit Vorsicht. Sonst droht ein Blindflug in die dritte Welle", sagte Söder der "Bild am Sonntag". "Wir dürfen mit Deutschland keine Experimente machen, sondern brauchen eine nachhaltige Öffnungsmatrix. Es geht nur Schritt für Schritt." Am Mittwoch wollen Bundesregierung und Länderministerpräsidenten über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten.

11.10 Uhr: Lehrerverband will Zusatzjahr für schwache Schüler

Der Deutsche Lehrerverband plädiert angesichts großer Lernrückstände wegen Corona für ein Zusatzjahr für schwache Schüler. In den nächsten Tage wolle der Verband dazu einen eigenen Vorschlag vorlegen, sagte Präsident Heinz-Peter Meidinger der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Im vergangenen Jahr waren in fast allen Bundesländern sämtliche Schüler versetzt worden. Dies werde allerdings dazu führen, "dass viele Schüler den Anschluss nicht mehr schaffen können", sagte Meidinger.

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Er schlägt deshalb ein freiwilliges Zusatzjahr vor. "Aber nicht komplett in allen Fächern, sondern in eigenen Lerngruppen, in denen der Stoff wiederholt wird, in dem es Defizite gibt", erläuterte der Verbandspräsident. Die Schüler würden also gewissermaßen sitzenbleiben, aber nicht in allen Fächern noch mal dasselbe büffeln, sondern nur da, wo sie Nachholbedarf haben. Es solle kein verpflichtendes Jahr für alle sein, sondern speziell für Kinder, bei denen Ferienkurse und Nachhilfe nicht mehr weiterhelfen. Allerdings solle es möglich sein, freiwillig an einem solchen Jahr teilzunehmen, etwa um die Noten zu verbessern. Für den Schuldienst könnten Ruheständler reaktiviert werden und Teilzeitkräfte ermutigt werden, ihre Unterrichtsstunden aufzustocken, sagte Meidinger. Außerdem sollten die abgehängten Schüler von ehrenamtliche Mentoren begleitet werden.

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