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Sachsen

Neuartige Pollenanalyse aus Leipzig

Die weltweit schnellste Methode soll Allergien beherrschbar machen. Auch eine Verbindung zu Corona wird von den Forschern untersucht.

Blütenstaub ist eine Volksplage und führt bei jedem dritten Pollenallergiker zu Asthma.
Blütenstaub ist eine Volksplage und führt bei jedem dritten Pollenallergiker zu Asthma. © Wolfgang Wittchen

Leipzig. Es ist gerade mal Winter. Doch für die Meteorologen hat die Pollensaison bereits begonnen. In geschützten Lagen sind vor allem Haselpollen unterwegs, teils auch die der Erle. Ab der frühlingswarmen Wochenmitte wird dies dann auch ganz real für so einige spürbar.

Was und wie viel wovon in der Luft mitfliegt, das kann ein in Leipzig weltweit erstmals in dieser Art entwickeltes automatisches Mikroskopieverfahren bestimmen. Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) sowie der TU Ilmenau erkennen mit ihrer Entwicklung binnen Minuten Hunderte Pollenarten und zählen sie auch. Eine neuartige Verknüpfung von automatisierter Mikroskopie, Bilderkennung und Künstlicher Intelligenz macht dies möglich. An der Form und der Oberfläche sieht das System, von welcher Pflanze die Pollen stammen, berichtet Susanne Dunker, tätig am UFZ und iDiv.

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Bisher ist die Pollenanalyse schwierig, aufwendig und langwierig. Manuell dauert dies am Mikroskop Stunden. Auch deshalb gibt es bundesweit nur 38 Pollen-Messstationen, zwei davon in Sachsen. Daraus wird die gesamte bundesweite Pollenbelastung vom Deutschen Wetterdienst berechnet. Dunkers Team baut ab dieser Woche in Leipzig vier ihrer neuen Pollenfallen auf. Klingt wenig. „Das ist innerhalb einer Stadt schon richtig viel.“ Auf etwa 20 Stationen will dies ihr Team später erweitern. Das wäre aber durchaus auch eine bundesweite Option für bessere Pollenvorhersagen. Das sei ein wichtiger Beitrag, um die Luftqualität genauer zu kennen. Wichtig für Mediziner, Umweltämter, aber ebenso für die Landwirtschaft.

Transport von Coronaviren

Dass Pollen Umweltgifte und Bakterien, auch krankmachende, über weite Strecken transportieren können, ist bekannt. Driften mit ihnen aber auch Coronaviren? Italienische Forscher haben in Bergamo zumindest nachgewiesen, dass sich die Viren auch auf Feinstaub verbreiten. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt von iDiv und der Universität Leipzig wird das jetzt für Pollen mithilfe der automatisierten Analyse untersucht. Die ersten Pollenproben sollen schon am Dienstag in die Labors der Uni-Virologie gegeben werden.

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Weil Hasel und Erle anfangen zu blühen, müssen sich Allergiker an den kommenden, frühlingshaften Tagen auf eine erhöhte Belastung einstellen.

Susanne Dunker hatte im Frühjahr bereits Proben einer Leipziger Messstation genommen. Das Zwischenergebnis ist eine gute Nachricht in schlechten Zeiten: Alle Pollenproben waren damals ohne Viren. Und auch im Laborversuch gelang es den Viren nicht, sich anzuheften. „Das ist gut, bietet aber noch keine Gewissheit“, sagt Dunker leicht optimistisch. Um die zu bekommen, wird ihr Team nun die Pollen-Analysen direkt in den Hotspots fortsetzen.

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