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Corona: Inzidenz in Deutschland steigt weiter

Bundesweit über 220.000 neue Fälle, Sachsens Landkreise schaffen Fallbearbeitung nicht mehr, kostenlose Bürgertests nur noch bis Mai - unser Newsblog.

 36 Min.
Blick auf das Display eines Smartphones mit der Corona-Warn-App: Die Zahl der Ansteckungen in Deutschland steigt.
Blick auf das Display eines Smartphones mit der Corona-Warn-App: Die Zahl der Ansteckungen in Deutschland steigt. © dpa/Julian Stratenschulte

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

6.31 Uhr: Landkreise in Sachsen kommen Corona-Fallbearbeitung nicht hinterher

Wegen der vielen Corona-Fälle in Sachsen kommen mehrere Kommunen mit der Bearbeitung nicht hinterher. Im Landkreis Bautzen etwa hat sich ein Rückstau von 1900 Fällen gebildet, wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilte. "Wir versuchen mit einer weiteren Optimierung und Automatisierung, die Prozesse zu verschlanken." Auch der Landkreis Görlitz meldet Bearbeitungsrückstände in verschiedenen Bereichen. Was die Gründe dafür sind und wie es in anderen Regionen in Sachsen aussieht, erfahren Sie hier im Artikel.

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Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes telefoniert mit Betroffenen. Die Fälle von an Corona Erkrankten könne die Landkreise und Kommunen in Sachsen kaum noch aufarbeiten.
Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes telefoniert mit Betroffenen. Die Fälle von an Corona Erkrankten könne die Landkreise und Kommunen in Sachsen kaum noch aufarbeiten. © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild (Archiv)

5.58 Uhr: Viele Krankenhäuser wegen Personalausfall im eingeschränkten Betrieb

Die Krankenhäuser in Deutschland haben während der Omikron-Welle mit einem massiven Personalausfall zu kämpfen. "Eine hohe Zahl von positiv getestetem Personal ist für viele Krankenhäuser sehr belastend", sagte der Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI, Gernot Marx, der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag). "So geben derzeit auch wieder 518 von 1320 Intensivstationen an, in einem eingeschränkten Betrieb zu arbeiten." In Nordrhein-Westfalen habe man "sehr deutlich einen Karnevalseffekt gespürt".

Die gleichen Sorgen macht sich der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. "Wir haben flächendeckend ein Problem mit Personalausfällen durch Quarantäne und Isolation", sagte Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag). "Eine aktuelle Umfrage des DKI zeigt, dass 75 Prozent der Krankenhäuser nicht mehr in der Lage sind, ihr normales Leistungsangebot anzubieten. Und ausschlaggebend dafür sind die Personalausfälle." Die hohen Inzidenzen ließen auch in den kommenden Wochen kein Durchatmen erwarten. Einzig positiv sei, dass die Belegung auf den Intensivstationen nicht weiter steigt.

Gaß warnte vor finanziellen Folgen für die Krankenhäuser durch Einschränkungen bei der Regelversorgung. Der Bund wolle zwar die Unterstützung für die Krankenhäuser aufrechterhalten: Die sogenannte Freihaltepauschale soll bis Mitte April sowie die Versorgungspauschale als Zuschlag für die Behandlung von Covid-Patienten bis Ende Juni weiter gezahlt werden. Doch das reiche nicht. "Ich kann die Politik und den Bundesgesundheitsminister nur dringend auffordern, auch über den April hinaus Klarheit zu schaffen, und das nicht nur für einen Monat, sondern langfristig", sagte Gaß. Die Krankenhäuser würden in jedem Monat eine Milliarde Euro durch den Wegfall des bisherigen Rettungsschirms verlieren.

5.16 Uhr: RKI registriert 222.080 Corona-Neuinfektionen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 1.733,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1.714,2 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1.585,4. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 222.080 Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 198.888 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 264 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 283 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 18.994.411 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Dienstag mit 14 904 100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 127.193.

Dienstag, 5.00 Uhr: Patientenschützer fordert Corona-Gratistests bis Jahresende

Die Stiftung Patientenschutz fordert kostenlose Corona-Tests bis zum Jahresende. "Es war im letzten Jahr ein Fehler, die Bürgertests abzuschaffen. Viel zu spät kamen sie dann zurück. Jetzt soll sich unter der neuen Bundesregierung Gleiches wiederholen", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur.

Die geltende Corona-Testverordnung, die auch die Kostenfreiheit der Bürgertests regelt, läuft am 31. März aus. Eine Verlängerung bis Ende Mai werde vorbereitet, sagte am Montag ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Zuerst hatte das Portal "Business Insider" darüber berichtet.

Die Antigentests hätten sich bewährt. "Schließlich kann so jedermann dafür sorgen, dass seine Infektion frühzeitig erkannt wird. Damit wird die Weitergabe unterbrochen", erklärte Brysch. Deshalb müsse Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) die gebührenfreien Tests bis Ende des Jahres garantieren.

Corona-Pandemie: Das geschah am Montag

21.15 Uhr: Kretschmann bezweifelt, dass Corona-Impfpflicht noch kommt

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann befürchtet, dass die allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus doch nicht kommen wird. "Daran darf man - wie es so aussieht - einige Zweifel haben", sagte der Grünen-Politiker am Montagabend im SWR-Fernsehen. "Es sieht im Moment nicht so aus, als ob sich der Bundestag da auf eine Linie einigen kann. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt."

Kretschmann hatte sich Ende November - mitten in der vierten Corona-Welle - für eine rasche Umsetzung einer allgemeinen Impfpflicht ausgesprochen. Während die Regierungschefs der Länder einhellig dafür plädieren, gehen im Bundestag die Meinungen stark auseinander. Die Ansichten gehen quer durch die Fraktionen, es ist im Moment unsicher, ob sich ein Antrag für eine Impfpflicht durchsetzt.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg. © Marijan Murat/dpa

20.20 Uhr: Sachsen will Corona-Regeln über den 2. April hinaus verlängern

Sachsens Regierung plant, die Corona-Regeln auch über den 2. April hinaus zu verlängern. Nach dem Willen von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) soll der Freistaat als Hotspot ausgewiesen werden. Das bestätigten Koalitionskreise der Sächsischen Zeitung. Dafür müsste allerdings der Landtag wegen der Corona-Situation eine bedrohliche Infektionslage feststellen. Dafür sei eine Sondersitzung am 29. März geplant.

19.20 Uhr: Ministerium schließt weitere Dresdner Schule

Weil sich mehr als 50 Schüler und Lehrer mit dem Coronavirus infiziert hatten, war in der vergangenen Woche die 36. Oberschule in Löbtau geschlossen worden. Nun hat das Kultusministerium eine weitere Schule vom Netz genommen. Darüber hinaus ist den Schülern anderer Schulen verboten worden, in die Schule zu kommen, wie die Landesregierung am Montag mitteilt.

Die zweite Komplettschließung in nur einer Woche betrifft die 151. Oberschule im Hechtviertel. Laut Kultusministerium sind vier von sieben Lehrern per Schnelltest positiv getestet worden. Die Schüler müssen daher zu Hause lernen. Bis einschließlich 25. März, diesen Freitag, bleibt die Schule dicht.

18.15 Uhr: Corona-Tests wohl bis Ende Mai kostenlos

Bis Ende Mai soll es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zunächst weiterhin kostenlose Corona-Bürgertests geben. Am 31. März läuft zwar die geltende Corona-Testverordnung aus, die auch die Bürgertests enthält. Sie würden aber weiterhin bezahlt, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag auf Nachfrage. Eine entsprechende Verordnung werde vorbereitet, diese solle bis Ende Mai gelten. Das Portal "Business Insider" hatte zuerst darüber berichtet: Angesichts zuletzt wieder gestiegener Infektionszahlen wolle die Bundesregierung die Frist verlängern. Gesundheits- und Finanzministerium hätten sich darauf geeinigt, die Finanzierung der Tests durch den Bund vorerst weitere zwei Monate zu gewährleisten.

17.24 Uhr: Corona: 3G-Regeln in Bulgarien entfallen

In Bulgarien ist trotz der EU-weit niedrigsten Impfquote gegen Covid-19 die 3G-Regel nach fünf Monaten abgeschafft worden. Für den Zutritt etwa zu Einkaufsmalls oder Lokalen sowie kulturellen und sportlichen Einrichtungen brauchen ab Montag Kunden und Besucher sowie das Personal keine Zertifikate mehr, die eine Covid-Impfung, Genesung oder einen negativen Test nachweisen. In dem südöstliche EU-Land haben nur 29,5 Prozent der Bevölkerung einen vollen Impfschutz erhalten, 10,1 Prozent auch eine Booster-Dosis. Ärzte und Experten beklagen einen beunruhigenden Rückgang der neuen Impfwilligen, nachdem die Regierung angekündigt hatte, dass die "grünen Zertifikate" wegfallen würden.

Die Abschaffung der 3G-Regel wurde mit den stabil sinkenden Covid-Fallzahlen in dem Balkanland begründet. Die Sieben-Tage-Inzidenz fiel aktuell auf 166,6 pro 100 000 Menschen - in Deutschland lag sie am Montag bundesweit rund zehn Mal höher bei 1714,2. Die Maskenpflicht etwa in Supermärkten oder öffentlichen Verkehrsmitteln bleibt aber in Bulgarien weiter erhalten. Allerdings wird das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes oft nicht korrekt eingehalten und kaum kontrolliert.

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16.20 Uhr: Impfpflicht - SPD will mit Union "Korridore" ausloten

In der Debatte um eine allgemeine Corona-Impfpflicht will die SPD-Fraktion mit der Union über mögliche Kompromisse sprechen. Man wolle ausloten, "ob es möglicherweise Korridore gibt, auf die wir uns zubewegen können", sagte Fraktionschef Rolf Mützenich am Montag. Ebenso wolle man mit Abgeordneten sprechen, die sich anderen Anträgen angeschlossen hätten. Er halte angesichts der hohen Infektionszahlen eine allgemeine Impfpflicht weiter für erforderlich, sagte Mützenich.

Der Bundestag stimmt voraussichtlich im April ohne sonst übliche Fraktionsvorgaben über die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus ab. Mehrere Anträge liegen vor. Den größten Rückhalt hat im Bundestag bisher der Entwurf für eine Impfpflicht ab 18 Jahre, den mehr als 230 Abgeordneten unterstützen. Vorgelegt hat ihn eine Gruppe um den Grünen-Experten Janosch Dahmen und SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese. Daneben gibt es den Entwurf einer Gruppe um den FDP-Abgeordneten Andrew Ullmann für eine Beratungspflicht und dann eine mögliche Impfpflicht ab 50 Jahre. Eine Gruppe um FDP-Vize Wolfgang Kubicki lehnt eine Impfpflicht ab. Auch Union und AfD haben Anträge vorgelegt.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat sich bereits dafür ausgesprochen, dass die Entwürfe für eine Impfpflicht ab 18 und ab 50 Jahre zusammengeführt werden.

15.08 Uhr: 7.756 Neuinfektionen in Sachsen

Sachsens Gesundheitsministerium hat am Montag 7.756 Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet. Damit steigt die absolute Zahl der registrierten Infektionen auf 1.181.544. Todesfälle an oder mit Corona wurden wie schon am Vortag keine registriert. Mit einer Inzidenz von 2320,1 ist Sachsen nach Mecklenburg-Vorpommern das Bundesland mit der zweithöchsten Inzidenz bundesweit. Regionaler Spitzenreiter ist die Stadt Leipzig (Inzidenz 2.680,5) gefolgt vom Landkreis Leipzig (2.680,3). Am niedrigsten sind die Werte im Kreis Görlitz (1.609,6) und im Kreis Ziwckau (1966,5).

15.00 Uhr: Kultursenat fordert Beistand für Kulturbranche nach der Pandemie

Der Sächsische Kultursenat hat Hilfe für die Kulturbranche auch nach der Corona-Pandemie angemahnt. Notwendig seien als direkte finanzielle Unterstützung etwa Programme für einen Neustart, teilte das Expertengremium am Montag in Dresden mit. Dabei müsse es besonders um die soziale Sicherung von prekär beschäftigten Künstlerinnen und Künstlern sowie Soloselbstständigen gehen. Gleiches gelte für Kleinunternehmen. Der Aufwand für Anträge sollte möglichst gering gehalten und zugesagte Förderungen nicht verschoben werden.

Was während der Pandemie mühsam bewahrt wurde, dürfe nun nicht Forderungen nach Einsparungen auf Ebene der Kommunen und des Landes zum Opfer fallen, hieß es weiter. Es gelte unter anderem auch auf Schulen einzuwirken, dass sie bald wieder kulturelle Angebote nutzen. Zudem brauche es eine Dokumentation jener strukturellen Probleme in der Kultur, "die unter dem Druck der Pandemie unübersehbar wurden".

"Die Kunst und Kultur Sachsens befindet sich in einer wichtigen Phase des Aufbruchs. Es gilt die Menschen zurückzugewinnen und zukunftsfähige Strukturen zu etablieren. Zur Bewältigung dieser Herausforderung braucht es ein klares Signal der Unterstützung", erklärte Friederike Koch-Heinrichs, Präsidenten des Kultursenates. In ihm arbeiten 24 Persönlichkeiten auf ehrenamtlicher Basis mit.

12.47 Uhr: Seniorenorganisation fordert Corona-Impfpflicht für alle Erwachsenen

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen wirbt bei den Bundestagsabgeordneten für eine allgemeine Corona-Impfpflicht für alle Erwachsenen. "Stellen Sie sicher, dass wir im Herbst 2022 nicht erneut eine Corona-Welle mit täglich mehr als 200.000 Erkrankungen und mehr als 200 Todesfällen haben", heißt es in einem Schreiben an die Fraktionen und die Gesundheitspolitiker der Parteien, dessen Inhalt am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Eine Impfpflicht für alle Erwachsenen biete die einzige Chance, rechtzeitig eine endemische Lage in Deutschland zu erreichen. Dem Bundestag liegen insgesamt fünf verschiedene Anträge für oder gegen eine allgemeine Corona-Impfpflicht vor.

Die meisten Unterstützer hat derzeit der Vorschlag von Vertretern der Koalition aus SPD, Grünen und FDP für die Impfpflicht ab 18, eine Mehrheit im Parlament zeichnet sich aber dafür nicht ab. Die Bundesarbeitsgemeinschaft argumentierte, angesichts der hohen Zahl der Todesfälle und der langfristigen Krankheitsfolgen, auch für zuvor gesunde Personen, sei eine allgemeine Impfpflicht der eindeutig bessere Weg, als die Pandemie weitgehend ungehemmt laufen zu lassen. Eine Impfpflicht sei "verhältnismäßig und angemessen".

Verbrauchte Spritzen für die Impfung liegen in einer Krankenhaus-Impfstelle. Seniorenorganisationen fordern von Politikern den Einsatz für eine Corona-Impfpflicht für alle Erwachsenen.
Verbrauchte Spritzen für die Impfung liegen in einer Krankenhaus-Impfstelle. Seniorenorganisationen fordern von Politikern den Einsatz für eine Corona-Impfpflicht für alle Erwachsenen. © Martin Schutt/dpa-Zentralbild (Symbolbild)

12.11 Uhr: Noch eine Booster-Impfungen für über 75-Jährige in England

In England können über 75-Jährige seit Montag eine weitere Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Auch Bewohner von Altenheimen sowie über 12-Jährige mit Immunschwächen dürfen sich für den "Frühlingsbooster" (Spring Booster) melden, der sechs Monate nach der dritten Impfung angeboten wird. Nach dieser Zeitspanne lässt nach Einschätzung von Experten die Immunität wieder nach. Insgesamt sind etwa fünf Millionen Menschen im größten britischen Landesteil zu der vierten Corona-Impfung berechtigt. Nikki Kanani vom Gesundheitsdienst NHS verwies auf die auch in Großbritannien wieder steigenden Neuinfektionen und warb bei besonders gefährdeten Menschen darum, die Booster-Möglichkeit zu nutzen.

Gesundheitsminister Sajid Javid schloss nicht aus, dass über 50-Jährige im Herbst ebenfalls eine Auffrischungsimpfung erhalten. In England gibt es keine Corona-Regeln mehr. So müssen sich Infizierte nicht mehr isolieren. Javid verteidigte das Vorgehen und appellierte an den gesunden Menschenverstand der Betroffenen. Vom 1. April an soll es auch keine kostenlosen Corona-Tests mehr geben.

11.38 Uhr: Strand statt Selbstisolation: Geldstrafe für Australiens Chefcoach

Wenige Tage vor dem wichtigen WM-Qualifikationsspiel gegen Japan ist gegen den australischen Fußball-Nationaltrainer Graham Arnold wegen eines Verstoßes gegen Corona-Auflagen eine Geldstrafe verhängt worden. Der 58-Jährige müsse 25.000 australische Dollar (16.700 Euro) Bußgeld zahlen, weil er am Wochenende trotz eines positiven Corona-Tests und angeordneter Selbstisolation an einem Strand bei Sydney spazieren gegangen sei, berichtete die australische Nachrichtenagentur AAP am Montag unter Berufung auf den nationalen Verband Football Australia (FA). Das Geld soll dem Roten Kreuz gespendet werden und Flutopfern zugute kommen.

"Wir haben heute versucht, in dieser Angelegenheit so schnell wie möglich zu handeln, und haben eine beträchtliche Geldstrafe verhängt, was unterstreicht, wie wichtig es uns ist, dass unsere Vertreter die Regierungsprotokolle einhalten", sagte FA-Chef James Johnson. Arnold zeigte sich reumütig. "Ich entschuldige mich aufrichtig für meine Fehleinschätzung am Sonntag", teilte er mit.

11.01 Uhr: Wegen Corona: VW-Werke in Nordostchina stehen weiter still

Volkswagen muss den Produktionsstopp wegen des Corona-Lockdowns in drei Werken in der nordostchinesischen Metropole Changchun bis Dienstag verlängern. Wie eine Sprecherin am Montag in Peking mitteilte, läuft die Produktion in den Werken in Shanghai allerdings weiter. In Changchun sind ein VW-Werk, ein Audi-Werk sowie ein Komponentenwerk betroffen. Alle drei werden gemeinsam mit dem chinesischen Partner FAW betrieben.

Die Behörden von Changchun hatten vor mehr als einer Woche einen Lockdown für die Neun-Millionen-Metropole angeordnet, nachdem die Corona-Zahlen in der Provinzhauptstadt von Jilin deutlich angestiegen waren. China wird gegenwärtig von seiner schlimmsten Corona-Welle seit Beginn der Pandemie vor gut zwei Jahren überrollt. Das bevölkerungsreichste Land der Welt verfolgt eine Null-Covid-Strategie und reagiert mit Ausgangssperren, Massentests, Verkehrsbeschränkungen und Quarantäne auf lokale Ausbrüche. Auch hat sich das Land weitgehend vom Ausland abgeschottet.

10.29 Uhr: Prozess um tödlichen Maskenpflicht-Streit unterbrochen

Der Prozess um den tödlichen Schuss auf einen Tankstellen-Mitarbeiter im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein ist am Montag kurz nach der Verlesung der Anklage unterbrochen worden. In der auf eine Stunde angesetzten Unterbrechung sollte der Verteidigung Gelegenheit gegeben werden, erst kürzlich vorgelegte Akten der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz einzusehen. Die umfangreichen Unterlagen waren laut Staatsanwaltschaft erst am Donnerstag eingegangen. Die Verteidigung zeigte sich überrascht von der Entwicklung. In den Unterlagen soll es unter anderem um Chat-Protokolle und deren Auswertung gehen.

Laut Staatsanwaltschaft soll der 50-jährige Angeklagte einen 20 Jahre alten Mitarbeiter einer Tankstelle Mitte September 2021 mit einem Revolver getötet haben, nachdem dieser den Kunden mehrfach auf die coronabedingte Maskenpflicht hingewiesen hatte. Die Tat hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt.

Idar-Oberstein: Blumen und Kerzen sind vor der Tankstelle aufgestellt, in der ein Mitarbeiter am 18. September von einem Mann erschossen wurde.
Idar-Oberstein: Blumen und Kerzen sind vor der Tankstelle aufgestellt, in der ein Mitarbeiter am 18. September von einem Mann erschossen wurde. © Birgit Reichert/dpa

10.15 Uhr: Trotz Corona mehr als 700 neue Meister im sächsischen Handwerk

Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Krise haben im vergangenen Jahr 708 Männer und Frauen des sächsischen Handwerks ihren Meisterabschluss gemacht. Dies seien 85 mehr als im Jahr 2020, teilte der Sächsische Handwerkstag am Montag in Dresden mit. Möglich gewesen sei dies durch den flexiblen Umstieg auf digitale Lernformate bei den Meisterkursen. Die meisten Meisterabschlüsse gab es den Angaben zufolge in den Berufen Kfz-Techniker, Karosserie- und Fahrzeugbauer sowie Elektrotechniker und Orthopädieschuhmacher. Zuwächse habe es auch bei Friseuren, Bäckern sowie Installateuren/Heizungsbauern gegeben.

Ältester Absolvent des Jahrgangs war ein 1964 geborener Elektrotechniker aus Chemnitz, jüngster Absolvent ein im Jahr 2001 geborener Tischler aus Dresden. Derzeit sind laut Handwerkstag in Sachsen rund 56.000 Handwerksbetriebe und handwerksähnliche Gewerbe gemeldet. Diese beschäftigen mehr als 300.000 Menschen.

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9.48 Uhr: Chef der Krankenhausgesellschaft Gaß wirbt für allgemeine Impfpflicht

Der Vorstandschef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, hat sich erneut für eine Corona-Impfpflicht ausgesprochen. "Letztlich ist es ja nicht zu vermitteln, dass dann im Herbst sich die Menschen auf unseren Intensivstationen um die Fälle kümmern müssen, die es versäumt haben oder es nicht für notwendig gehalten haben, sich impfen zu lassen", sagte Gaß am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Mit Blick auf den Herbst sei die Krankenhausgesellschaft daher absolut für die allgemeine Impfpflicht. Derzeit wird seinen Angaben zufolge ein Großteil der Covid-Patienten auf den Normalstationen der Krankenhäuser behandelt.

Er rechne in den kommenden Wochen zwar nicht mit einer Überlastung der Intensivstationen, aber den Krankenhäusern fehle Personal, erklärte Gaß. Wegen Corona-Infektionen, Überlastung oder häuslicher Isolationen seien die Personalausfälle um die 20 Prozent höher als vor der Pandemie. An diesem Montag sollen die verschiedenen Vorschläge für eine Impfpflicht in einer Expertenanhörung des Bundestags erörtert werden.

9.06 Uhr: Corona-Infektionen in Sachsen: Zweithöchste Inzidenz in Deutschland

Sachsen gehört weiterhin zu den negativen Spitzenreitern bei der Corona-Wochen-Inzidenz. Mit 2.320,1 (Vortag: 2.232,9) belegt der Freistaat nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag im Ländervergleich den zweiten Platz - nur Mecklenburg-Vorpommern hat mehr Infektionsfälle. Den niedrigsten Wert hat Berlin mit 1.071,9. Bundesweit lag die Inzidenz bei 1.714,2 und ist damit nach leichtem Rückgang am Sonntag jetzt wieder gestiegen. Der Wert gibt an, wie viele Neuinfektionen es pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab.

Die höchsten Werte in Sachsen haben aktuell der Landkreis und die Stadt Leipzig mit 2686,3 beziehungsweise 2680,5. Unter dem Wert von 2.000 liegen von den 13 Regionen nur die Landkreise Görlitz mit 1609,6, Zwickau mit 1.966,5 und die Stadt Dresden mit 1.988,8.

8.24 Uhr: Experten-Anhörung zur Corona-Impfpflicht im Bundestag

In der Debatte um eine allgemeine Corona-Impfpflicht in Deutschland sollen die verschiedenen Vorschläge am Montag in einer Expertenanhörung des Bundestags erörtert werden. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sprach sich in einer Stellungnahme dafür aus, dass die Pflicht für alle Erwachsenen kommen und "von einer breiten politischen Basis getragen" werden sollte. Sie verwies auf die schon eingeführte Impfpflicht für Klinikpersonal. Angesichts der weiterhin angespannten Lage in den Stationen sei nicht länger vermittelbar, dass Mitarbeiter dies akzeptieren müssten, Patienten sich aber allein nach persönlicher Abwägung für oder gegen Impfungen entscheiden könnten.

Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie erläuterte in ihrer Stellungnahme, trotz intensiver Anstrengungen sei es nicht gelungen, zu einer ausreichend hohen Impfquote zu kommen. Eine Impfpflicht für Erwachsene biete die Möglichkeit, dies "sicher zu erreichen". Eine weitere Eingrenzung auf Menschen ab 50 Jahre oder Risikogruppen werde nicht empfohlen. Eine zusätzliche Schutzwirkung durch Verringern der Virus-Zirkulation über Impfungen möglichst vieler Personen sei "für das Ziel der Senkung der Krankheitslast unverzichtbar".

Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte befürwortete in seiner Stellungnahme eine Impfpflicht für alle Volljährigen. "Ungeimpfte Erwachsene schränken mit ihrem Verhalten insbesondere die Grundrechte der Kinder ein. Das halten wir für nicht hinnehmbar." Im Bundestag hat der Entwurf für eine Impfpflicht ab 18 Jahre, den mehr als 230 Abgeordneten unterstützen, bisher den größten Rückhalt.

7.32 Uhr: Weißer Ring Sachsen: Folgen häuslicher Gewalt in Pandemie-Zeit lange sichtbar

Die Folgen gestiegener häuslicher Gewalt in der Corona-Pandemie werden nach Einschätzung des Weißen Rings noch lange sichtbar sein. "Wir sehen schon jetzt einen deutlichen Anstieg der Anfragen zu diesem Thema. Aber viele Betroffene brauchen Jahre, bevor sie sich melden", sagte Mandy Hennig, stellvertretende Vorsitzende des Landesverbands Sachsen. "Frauen haben durchschnittlich sieben Versuche hinter sich, bis sie es tatsächlich schaffen, sich aus einer toxischen Beziehung zu lösen." Daher würden sich die Folgen in diesem Bereich erst in den kommenden Jahren in voller Wucht entladen.

Die Zahl der Hilfesuchenden bei häuslicher Gewalt sei bereits im ersten Pandemie-Jahr 2020 gestiegen, zum vergangenen Jahr habe die Opferschutzorganisation einen weiteren Anstieg verzeichnet. "Es gibt auch Fälle, in denen Männer Opfer häuslicher Gewalt werden. Sie melden sich aber eher über unsere Online-Beratung", sagte Hennig. Die Hemmschwelle sei dann niedriger.

Eine weitere Kriminalitätsform mit steigenden Zahlen sei in der Pandemie der Betrug, sagte Hennig. Betrüger hätten schnell die Verunsicherung vor allem älterer Menschen ausgenutzt und ihnen etwa am Telefon vorgegaukelt, dass ihre Verwandten mit Corona im Krankenhaus lägen und finanzielle Hilfe bräuchten. "Es ist Wahnsinn, mit welcher Energie und Kreativität Kriminelle ihre Strategien anpassen", sagte sie. Der Weiße Ring beobachte mit Besorgnis, welche Verbrechen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg auftauchen könnten.

6.51 Uhr: Prozess um Tankstellen-Mord in Idar-Oberstein startet

Rund ein halbes Jahr nach dem Mord an einem Tankstellen-Mitarbeiter in Idar-Oberstein muss sich ab heute ein 50-jähriger Mann vor dem Landgericht Bad Kreuznach verantworten. Ihm wird vorgeworfen, den Tankstellen-Mitarbeiter Mitte vergangenen September in einem Streit um die Maskenpflicht erschossen zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten zudem illegalen Waffenbesitz vor. Die Tat hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Bis Mitte Mai sind insgesamt zwölf Verhandlungstermine geplant. Der Mann sitzt aktuell in der JVA Rohrbach in Untersuchungshaft.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hatte der Beschuldigte sich "seit langem durch die zur Bekämpfung der Corona-Pandemie angeordneten Beschränkungen belastet gefühlt" und daher beschlossen, "ein Zeichen zu setzen".

6.03 Uhr: Lauterbach: Keine Leistungskürzungen trotz Krankenkassendefizit

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach schließt Leistungskürzungen bei der medizinischen Versorgung angesichts der Finanzlücken in der gesetzlichen Krankenversicherung aus. "Ich habe mich festgelegt: Ich werde nichts streichen", sagte der SPD-Politiker dem "Tagesspiegel" (Montag). "Die Leute sollten wissen, dass hier jetzt keiner kommt, der ihnen die Leistungen kürzt", betonte Lauterbach mit Blick auf die anstehenden Haushaltsberatungen im Bundestag. "Das werde ich durchhalten", sagte der Minister.

Den gesetzlichen Krankenkassen fehlen Schätzungen zufolge im kommenden Jahr rund 17 Milliarden Euro. "Dass wir uns in einer schwierigen Situation befinden, ist klar", räumte Lauterbach ein. Viele Gesetze aus der vergangenen Legislaturperiode trieben die Kosten. Auch fehlten Einnahmen wegen der Corona-Pandemie. Lauterbach ließ Wege zur Finanzierung der Lücke offen. "Ich werde hier nicht scheibchenweise darüber diskutieren, was vielleicht kommen wird oder auch nicht." Der Minister hatte Anfang März angedeutet, dass auf die gesetzlich Versicherten 2023 steigende Beiträge zukommen könnten.

5.39 Uhr: Krisenstabschef Breuer: Corona-Impfzentren nicht aufgeben

Mit Blick auf den kommenden Herbst will der Leiter des Corona-Krisenstabes im Kanzleramt, Generalmajor Carsten Breuer, die Leistungsfähigkeit der Impfzentren aufrecht erhalten. Bei weiteren nötigen Impfungen sei Grundvoraussetzung, dass die Infrastruktur stehe, "von der Logistik bis zum Stich in den Oberarm", sagte Breuer der Deutschen Presse-Agentur. Er mahnte: "Wir müssen jetzt überlegen, ob wir wirklich Impfzentren schließen können und wenn, wie schnell wir sie dann wieder aufwachsen lassen können." Es müsse geklärt werden, zu welchem Anteil niedergelassene Ärzte dann die Impfungen übernehmen könnten und was durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst abgedeckt sei.

"Ziel muss es sein, dass wir falls nötig, und ich denke da in Worst-Case-Szenarien, dass wir dann innerhalb kürzester Zeit die gesamte Bevölkerung, also alle Impfwilligen in Deutschland, auch impfen können", sagte Breuer. Ende November hatte Olaf Scholz (SPD), damals designierter Bundeskanzler, den Offizier als neuen Corona-Koordinator der künftigen Bundesregierung vorgestellt. Breuer hatte zuvor die Amtshilfe der Bundeswehr geleitet, die Länder und Kommunen anfordern können, wenn sie ihre Aufgaben nicht mehr alleine erfüllen können.

Montag, 5.05 Uhr: RKI registriert 92.314 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz steigt auf 1.714,2

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist wieder leicht gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 1.714,2 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1.708,7 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1.543,0. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 92.314 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 92.378 Ansteckungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 18.772.331 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 13 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 19 Todesfälle. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 126.929. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Montag mit 14.680.700 an.

Corona-Pandemie - das geschah am Sonntag:

17.49 Uhr: NRW-Ministerpräsident Wüst bleibt vorerst in Israel in Quarantäne

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) bleibt nach einer Corona-Infektion vorerst in Israel. Die israelischen Behörden hätten Wüst zwar mitgeteilt, dass er nach den Vorgaben der örtlichen Gesundheitsbehörden als genesen gelte, sagte eine Sprecherin der Staatskanzlei am Sonntag auf Anfrage. Wüst habe jedoch entschieden, sich an den in Nordrhein-Westfalen und Deutschland geltenden, strengeren Regeln zu orientieren. Ihm gehe es weiterhin gut. Wann der NRW-Regierungschef nach Deutschland zurückkehrt, teilte die Staatskanzlei nicht mit.

In Deutschland gilt bei einer Corona-Infektion eine Isolationsdauer von zehn Tagen. Ab dem siebten Tag können sich Infizierte aber freitesten, wenn sie zuvor 48 Stunden symptomfrei waren. Wüst war am vergangenen Montag während einer Dienstreise in Israel positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sonntag waren sieben Tage vergangen. Der Regierungschef könnte nach Ablauf der regulären zehntägigen Isolation etwa Mitte der Woche nach Deutschland zurückkehren.

16.59 Uhr: Corona: Eriksens Rückkehr zum dänischen Nationalteam verzögert sich

Die Rückkehr von Fußballprofi Christian Eriksen zur dänischen Nationalmannschaft verzögert sich wegen einer Corona-Infektion um einige Tage. Zwar wird der 30-Jährige nicht wie geplant am Montag zum Team reisen, sein Länderspiel-Comeback soll der 30-Jährige dennoch wie geplant am kommenden Samstag geben. "Wir erwarten, Christian so schnell wie möglich im Laufe der Woche zu sehen", wurde Dänemarks Nationalcoach Kasper Hjulmand auf dem Twitter-Kanal dänischen Fußballverbands (DBU) zitiert. "Wir freuen uns darauf, ihn im Team zu haben und rechnen mit ihm in den spannenden Testspielen gegen die Niederlande und Serbien."

Eriksens Verein FC Brentford hatte vor dem Premier-League-Spiel bei Leicester City am Sonntag mitgeteilt, dass der Mittelfeldspieler coronabedingt nicht zur Verfügung steht. Der Däne hatte erst am 26. Februar nach neunmonatiger Pause sein Comeback auf dem Rasen gegeben. Zuvor hatte er seine letzte Partie am 12. Juni 2021 bei der Fußball-EM gespielt. Während Dänemarks Gruppenspiel gegen Finnland in Kopenhagen war er mit einem Herzstillstand zusammengebrochen und musste reanimiert werden. Daraufhin wurde ihm ein Defibrillator eingesetzt.

Dänemarks Fußballer Christian Eriksen während einer Trainingseinheit mit der dänischen Nationalmannschaft im Sommer 2021.
Dänemarks Fußballer Christian Eriksen während einer Trainingseinheit mit der dänischen Nationalmannschaft im Sommer 2021. © Tim Goode/PA Wire/dpa (Archiv)

15.53 Uhr: Demonstration für Ende der Corona-Beschränkungen in Dresden

Mehrere Tausend Menschen haben am Sonntag in Dresden für ein Ende aller Corona-Maßnahmen demonstriert. Dazu hatte die Initiative Querdenken 351 aufgerufen und einen "Freedom Day" gefordert. Angemeldet waren nach Angaben der Stadt 4.000 Teilnehmer. Die Polizei wollte die genaue Zahl nicht beziffern, bestätigte aber die Schätzung von mehreren Tausend. Auf Plakaten sprachen sich die Demonstranten etwa gegen eine Corona-Impfpflicht aus. Auf einem Banner hieß es: "Coronamaßnahmen beenden: Kretschmer verhaften!" Zudem wurden Russland-Fahnen geschwenkt - offensichtlich aus Solidarität mit dem Land, das derzeit in der Ukraine Krieg führt.

Teilnehmer einer Demonstration von Gegnern der Corona-Maßnahmen tragen auf dem Altmarkt ein Banner "Kretschmer verhaften" Querdenken 351 Dresden hat zusammen mit 24 weiteren Initiativen zur gemeinsamen Großdemo aufgerufen.
Teilnehmer einer Demonstration von Gegnern der Corona-Maßnahmen tragen auf dem Altmarkt ein Banner "Kretschmer verhaften" Querdenken 351 Dresden hat zusammen mit 24 weiteren Initiativen zur gemeinsamen Großdemo aufgerufen. © Robert Michael/dpa-Zentralbild

15.02 Uhr: Sachsen meldet 7.402 neue Infektionen - Niveau der Vorwoche

Sachsens Gesundheitsministerium hat am Sonntag 7.402 Corona-Neuinfektionen seit dem Vortag gemeldet. Zum Vergleich: Vor genau einer Woche waren es 7.344 neue Infektionen. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Sachsen stieg damit auf aktuell 1.173.957. In den vergangenen 24 Stunden gab es den Angaben nach keine weiteren Todesfälle. Die Zahl der Menschen in Sachsen, die an oder mit dem Corona-Virus gestorben sind, liegt bei 14.536 gestiegen. Die Zahl der Genesenen wurde mit 981.400 angegeben.

Die Zahl der in sächsischen Krankenhäusern behandelten Corona-Patienten, die für weitere Beschränkungen neben der Inzidenz wichtig ist, lag am Samstag bei 1.371 auf Normalstationen (86,5 % Auslastung, 9 weniger als am Vortag) und bei 152 auf Intensivstationen (63,1 % Auslastung, 19 weniger als am Vortag). Damit bleibt die Zahl der Corona-Patienten auf Normalstationen knapp über dem kritischen Belastungswert von 1.300. Für die Intensivstationen beträgt dieser 420.

14.27 Uhr: Gastspiel des BSV Sachsen Zwickau in Leverkusen wegen Corona abgesagt

Das für den heutigen Sonntag angesetzte Gastspiel der Handballerinnen des BSV Sachsen Zwickau beim TSV Bayer Leverkusen kann nicht ausgetragen werden. Beim Team der Gastgeberinnen sind weitere positive Covid-19-Testergebnisse aufgetreten. Daraufhin sind sind beide Vereine übereingekommen, die Partie zu verlegen. Die spielleitende Stelle gab dem Antrag statt. Das teilte der sächsische Bundesligist auf seiner Homepage mit. Der Aufsteiger aus Zwickau bestreitet sein nächstes Spiel am Mittwoch, 19.30 Uhr, beim mitteldeutschen Rivalen SV Union Halle-Neustadt. Auch die für Sonntag angesetzte Begegnung der Saalestädterinnen gegen Borussia Dortmund musste wegen Coronafälle bei den Gästen verlegt werden.

13.31 Uhr: Beatles-Ausstellung sorgt für Besucherandrang

Die Beatles-Ausstellung mit dem Titel "Come together" im Ernst-Barlach-Museum in Wedel (Kreis Pinneberg) hat in den ersten beiden Wochen zahlreiche Besucher angezogen. "Come together tut gut: 1.250 Besucherinnen und Besucher in den ersten zehn Tagen. Das sind viele Besucher für unser Museum und die Besucherzahlen steigen täglich", sagte Geschäftsführerin Heike Stockhaus. Das sei vor allem mitten in der Corona-Zeit sehr überraschend. "Die Museen haben eigentlich alle verhaltene Besucherzahlen zu vermelden. Die Menschen sind zurückhaltend, was Kulturangebote angeht." Die Beatles dagegen sind ein Besuchermagnet. Die Ausstellung nähert sich der weltberühmten Band mit Fotos, Videos und Objekten aus verschiedenen Perspektiven.

12.35 Uhr: Corona-Krankheitswelle im Radsport - Denk: "Ist ein Teufelskreis"

Manager Ralph Denk war angesichts der vielen Erkrankungen im Radsport ratlos. "Ich bin auch kein Mediziner. Aber klar ist, in früheren Jahren hatten wir kein Corona, es gab keine Impfungen und auch weniger Atemwegserkrankungen als jetzt. Und da spreche ich für das gesamte Peloton", sagte der Chef des deutschen Radrennstalls Bora-hansgrohe nach dem Frühjahrsklassiker Mailand-Sanremo. Zahlreiche Fahrer wie Weltmeister Julian Alaphilippe (Frankreich), Europameister Sonny Colbrelli (Italien) oder Ex-Sieger John Degenkolb mussten für den ersten Klassiker der Saison passen. Besonders hart getroffen hat es Denks Rennstall.

"19 Fahrer von 30 sind momentan angeschlagen", berichtete Denk. Dazu gehört unter anderem der deutsche Meister Max Schachmann, eigentlich eine Bank beim Frühjahrsklassiker in Norditalien. Aber Schachmann ist mit einer Infektion außer Gefecht gesetzt. Wegen einer Erkrankung der Atemwege fehlte auch Sprinter Sam Bennett. Gar nur mit fünf statt der sieben möglichen Rennfahrer ging Bora in Mailand an den Start. "Das ist ein Teufelskreis. Man ist verpflichtet, an den Rennen teilzunehmen und kann jetzt nicht sagen, man lässt Mailand-Sanremo aus. Man hat aber nächste Woche ein anderes WorldTour-Rennen in Katalonien. Da ist man auch verpflichtet", erzählt Denk.

11.37 Uhr: Lehrerverband warnt vor "Durchseuchung" von Schulen

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, warnt angesichts der steigenden Corona-Zahlen vor einem schnellen Wegfall der Maskenpflicht an den Schulen. Damit würden die Schulen "zur Durchseuchung freigegeben", sagte Meidinger dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Sonntag): "Mir bereitet es große Sorgen, wie schnell die Maskenpflicht in den Schulen in vielen Bundesländern jetzt wegfällt - und das, obwohl wir uns noch immer mitten in der Omikron-Welle befinden und die Infektionszahlen wieder steigen."

Besonders problematisch sei das Ende der Maskenpflicht, wenn gleichzeitig auch noch die Testpflicht an den Schulen in einigen Bundesländern stark eingeschränkt oder beendet werde, kritisierte der Verbandspräsident. Ein zu schnelles Ende der Vorsichtsmaßnahmen nehme auch keine Rücksicht auf Kinder mit Vorerkrankungen und auf Familien mit Risikopersonen im Haushalt oder engeren Umfeld.

Der lehrerverband plädiert dafür, dass in Schulen Masken aufbehalten werden sollten.
Der lehrerverband plädiert dafür, dass in Schulen Masken aufbehalten werden sollten. © dpaBernd Weißbrod/dpa (Symbolfoto)

10.24 Uhr: Neuer Rekord: Inzidenz in Sachsen steigt weiter an

Sachsen gehört weiterhin zu den negativen Spitzenreitern bei der Corona-Wocheninzidenz. Das Robert Koch-Institut hat sie am Sonntag für Sachsen mit 2.232,9 angegeben. Der Wert gibt an, wie viele Menschen von 100.000 in den vergangenen sieben Tagen an Corona erkrankt sind. Am Samstag lag der Wert noch bei 2.212,3. Er ist deit dem 10. März nahezu täglich auf einen neuen Rekordwert gestiegen, bis auf einen einmaligen Rückgang am 16. März.

Mit der aktuellen Inzidenz liegt Sachsen deutlich über dem erstmals seit längerer Zeit auf 1.708,7 gesunkenen bundesweiten Wert. Der Freistaat hat damit die dritthöchste Inzidenz unter allen Bundesländern. Mit 2.490,0 und 2.277,3 haben nur Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland einen noch höhere. Über 2.000 liegen derzeit auch Bayern und Thüringen. Den niedrigsten Wert hat das RKI für den Stadtstaat Hamburg mit 1.102,3 ermittelt.

Der Hotspot in Sachsen ist mit einer Inzidenz von 2.732,9 der Vogtlandkreis, gefolgt vom Landkreis Leipzig (2.637,1) und der Stadt Chemnitz (2.553,6). Die niedrigsten Werte haben der Landkreis Görlitz mit 1.568,1, die Landeshauptstadt Dresden (1.932,5) und der Landkreis Zwickau (1.933,4). Unter 2.000 liegt noch der Landkreis Mittelsachsen mit 1.971,3.

9.40 Uhr: Erste bundesweite Corona-Schutzregeln fallen weg

Nach mehreren Monaten fallen in Deutschland erste bundesweite Corona-Schutzauflagen weg. Fürs Zugfahren mit der Deutschen Bahn werden von diesem Sonntag an keine 3G-Nachweise als Geimpfte, Genesene oder Getestete mehr benötigt, wie das Infektionsschutzgesetz nunmehr festlegt. Die Maskenpflicht im öffentlichen Nah- und Fernverkehr gilt aber weiter. Aufgehoben ist nun auch die gesetzliche Verpflichtung zu 3G-Zutrittsnachweisen am Arbeitsplatz. Künftig sollen die Unternehmen selbst die Gefährdungslage einschätzen und in betrieblichen Hygienekonzepten Schutzmaßnahmen festlegen können.

Das Ende dieser 3G-Regeln gehört zu Änderungen der bundesweiten Rechtsgrundlage, die der Bundestag mit Stimmen der Ampel-Koalition am Freitag beschlossen hatte. Damit sind den Ländern nur noch wenige allgemeine Schutzvorgaben etwa zu Masken und Tests in Einrichtungen für gefährdete Gruppen wie Pflegeheimen und Kliniken möglich. Für regionale "Hotspots" können aber weitergehende Beschränkungen kommen, wenn das Landesparlament für diese eine besonders kritische Corona-Lage feststellt. Alle Länder wollen noch eine Übergangsfrist nutzen und bisherige Regeln bis längstens 2. April aufrechterhalten.

9.03 Uhr: DGB-Chef fordert Beibehaltung der Homeoffice-Pflicht

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, fordert eine rasche Rücknahme von Corona-Lockerungen. "Wir haben Rekord-Inzidenzen, und im Herbst kann sich die Lage noch einmal verschlechtern", sagte Hoffmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag/Print Montag). "Ich plädiere dafür, das Infektionsschutzgesetz und auch die Covid-Arbeitsschutzverordnung rasch nachzuschärfen. Wir dürfen nicht riskieren, dass der Arbeitsplatz wieder zu einem Infektionsherd wird."

Trotz hoher Infektionszahlen und massiver Kritik aus den Ländern sind eine Reihe bundesweiter Corona-Auflagen nun ausgelaufen. Fürs Zugfahren mit der Deutschen Bahn zum Beispiel werden seit diesem Sonntag keine 3G-Nachweise als Geimpfte, Genesene oder Getestete mehr benötigt. Aufgehoben ist nun auch die gesetzliche Verpflichtung zu 3G-Zutrittsnachweisen am Arbeitsplatz. Künftig sollen die Unternehmen selbst die Gefährdungslage einschätzen und in betrieblichen Hygienekonzepten Schutzmaßnahmen festlegen können.

Hoffmann betonte: "Unter den Bedingungen der Pandemie sollte die Homeoffice-Pflicht beibehalten werden." Zwar hielten viele Unternehmen über den 20. März hinaus auf der Basis von Betriebsvereinbarungen am Homeoffice fest. Allerdings gebe es auch Unternehmen, die Homeoffice partout nicht wollten. "Deshalb brauchen wir die Verpflichtung."

Sonntag, 7.45 Uhr: RKI registriert 131.792 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 1708,7

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist nach einer längeren Phase des Anstiegs erstmals wieder gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 1.708,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1.735,0 gelegen, vor einer Woche bei 1.526,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 131.792 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.04 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 146.607 Ansteckungen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 18.680.017 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.


Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden zudem 49 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 50 Todesfälle gewesen. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 126.916. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Sonntagmorgen mit 14.528.800 an.

Corona-Pandemie: Das geschah am Samstag

17.35 Uhr: Bei der Bahn entfällt ab Sonntag die 3G-Zugangsregel

Fahrgäste der Deutschen Bahn können die Züge von diesem Sonntag an wieder ohne 3G-Nachweise als Geimpfte, Genesene oder Getestete nutzen. Der Konzern setzt damit die neuen Vorgaben zum Infektionsschutz um, wie ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur sagte. In Fern- und Nahverkehrszügen gilt demnach aber weiter die Pflicht, FFP2-Masken oder medizinische Masken zu tragen. In der Bordgastronomie bleibt die 3G-Regel zudem bundesweit bestehen.

Das Ende der 3G-Zugangsregel für Züge gehört zu den Änderungen des Infektionsschutzgesetzes, die der Bundestag am Freitag beschlossen hat. Bundesweit festgelegt wird darin weiterhin, dass im Fernverkehr mit ICE und Intercity wie auch in Flugzeugen Maskenpflicht gilt. Für den Nahverkehr mit Bussen und Bahnen können dies die Länder weiter anordnen. Falls dies noch nicht geregelt ist, gilt die Maskenpflicht auch dort in einer bis 2. April laufenden Frist über die Bundesregel.

16.20 Uhr: Sachsen meldet 11.287 Neuinfektionen und acht weitere Todesfälle

Sachsens Gesundheitsministerium hat am Samstag 11.287 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Zum Vergleich: Vor genau einer Woche waren es 9.010 neue Infektionen. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Sachsen stieg damit auf aktuell 1.166.555. In den vergangenen 24 Stunden wurden zudem acht weitere Todesfälle registriert. Damit ist die Zahl der Menschen in Sachsen, die an oder mit dem Corona-Virus gestorben sind, auf 14.536 gestiegen.

Die Zahl der in sächsischen Krankenhäusern behandelten Corona-Patienten, die für weitere Beschränkungen neben der Inzidenz wichtig ist, lag am Samstag bei 1.380 auf Normalstationen (87,1 % Auslastung, 3 weniger als am Vortag) und bei 171 auf Intensivstationen (67,6 % Auslastung, 5 mehr als am Vortag). Damit bleibt die Zahl der Corona-Patienten auf Normalstationen über den kritischen Belastungswert von 1.300. Für die Intensivstationen beträgt dieser kritische Wert 420.

14.47 Uhr: Disco erteilt Niedersachsens Regierungschef Weil Hausverbot

Aus Verärgerung über die in Niedersachsen geltende Maskenpflicht in Clubs und Diskotheken hat Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in einer ostfriesischen Disco Hausverbot bekommen. In Niedersachsen gilt in Diskotheken wegen Corona eine Maskenpflicht beim Gehen, Stehen und Tanzen. Niedersachsen stehe mit dieser Regelung ziemlich alleine da, sagte der Betriebsleiter von "Deckers Disco" in Großefehn, Hendrick Becker, der "Ostfriesen-Zeitung". Der Bund habe die Hilfen für Unternehmen bei freiwilliger Schließung ab März aufgehoben. "Das bedeutet, das Land möchte uns zur Umsetzung seines Kurses dazu zwingen, unwirtschaftlich zu öffnen."

Die Diskotheken-Betreiber in Niedersachsen sorgen sich, dass wegen der strengen Corona-Auflagen keine Gäste kommen, aber sie für die wirtschaftlichen Folgen keinen Ausgleich in Anspruch nehmen können.

13.38 Uhr: Streeck: "In Ruhe gelassen zu werden hat Vorteile"

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat mit seinem in der Corona-Pandemie stark gewachsenen Bekanntheitsgrad die Anonymität schätzen gelernt. "In Ruhe gelassen zu werden hat Vorteile", sagte er der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). Sein Leben habe sich nicht nur beruflich, sondern auch privat um 180 Grad gedreht.

Seit das Coronavirus Deutschland erreicht hat, ist der Virologe des Uniklinikums Bonn einer der gefragtesten Experten. Früh schon hatte er sich auf die Fährte des Virus gemacht, als er begann, im Kreis Heinsberg zu forschen, einem der ersten Corona-Hotspots der Republik.

"Ich wurde auch schon mal auf der Straße angepöbelt – von Menschen aus dem Querdenkerspektrum", sagte Streeck. Der positive Zuspruch sei aber im Vergleich viel größer. "Manchmal rufen Leute aus dem Auto heraus mir zu: "Kopf hoch, Herr Streeck, machen Sie weiter so", mir werden Blumen oder Bücher ins Büro geschickt."

In den Sozialen Medien habe er sich daran gewöhnt, dass dort Beschimpfungen und Drohungen an der Tagesordnung seien. "Man muss sich aber bewusst machen, dass dies nur ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung ist. Zweimal erhielt ich Morddrohungen, da habe ich dann Bekanntschaft mit dem Staatsschutz gemacht."

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck
Der Bonner Virologe Hendrik Streeck © Federico Gambarini/dpa

12.21 Uhr: Tempo der Corona-Impfungen nimmt weiter ab

Das Tempo beim Impfen gegen Corona nimmt weiter ab. Am Freitag wurden mindestens 60.000 Dosen verabreicht, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag (9.07 Uhr) hervorgeht. Hinzu kommen in der Regel noch einige Nachmeldungen. Am Freitag vor einer Woche waren es 94.334 Impfungen - am 4. März waren es 109.409 Stück.

Mittlerweile haben 75,8 Prozent der Bevölkerung (mindestens 63,1 Millionen Menschen) einen Grundschutz erhalten, für den meist zwei Spritzen nötig sind. 58,2 Prozent (48,4 Millionen) haben zusätzlich eine Auffrischungsimpfung bekommen. Mindestens einmal geimpft sind 76,5 Prozent (63,6 Millionen).

Eine große Gruppe von 23,5 Prozent der Bevölkerung (19,5 Millionen Menschen) ist laut dem Impfdashboard des Gesundheitsministeriums weiterhin ungeimpft. Für 4,8 Prozent (vier Millionen) ist allerdings bisher kein Impfstoff zugelassen, weil sie vier Jahre oder jünger sind.

Das RKI weist seit längerem darauf hin, dass die ausgewiesenen Zahlen als Mindestimpfquoten zu verstehen sind. Das RKI geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt als auf dem Dashboard angegeben.

11.48 Uhr: Einzelhandelsverbandschef Genth fordert Corona-Impfpflicht

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, hat sich erneut für eine Impfpflicht ausgesprochen. "Noch lässt sich verhindern, dass wir in einigen Monaten erneut vor erheblichen Einschränkungen mit dramatischen Folgen stehen", sagte Genth der "Passauer Neuen Presse". Notwendig dafür sei eine Steigerung der Impfquote. "Freiwilligkeit war leider offenbar kein zielführender Weg. Daher muss nun endlich eine allgemeine Impfpflicht beschlossen und umgesetzt werden."

Dass Bund und Länder sich in der Corona-Politik nicht auf eine einheitliche Linie einigen konnten, bezeichnete Genth als "bedauerlich". "Wichtig ist ein einheitliches Vorgehen in besonders vom Infektionsgeschehen getroffenen Regionen, um Planungssicherheit für Händlerinnen und Händler zu schaffen."

Der Bundestag hatte am Freitag das umstrittene neue Infektionsschutzgesetz verabschiedet, das ein Auslaufen der meisten bundesweiten Corona-Auflagen an diesem Sonntag vorsieht. Es ermöglicht den Ländern aber, übergangsweise noch zwei Wochen - bis zum 2. April - die meisten Schutzmaßnahmen beizubehalten.

10.59 Uhr: Chemnitzer Oberbürgermeister Schulze mit Corona infiziert

Der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Ein PCR-Test sei positiv ausgefallen, teilte die Stadt am Samstag mit. Der 50-Jährige sei geboostert und werde seine Amtsgeschäfte weiter wahrnehmen - allerdings im Homeoffice.

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In Sachsens drittgrößter Stadt lag die Wocheninzidenz nach Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Samstagmorgen zuletzt bei 2.610,1 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und damit höher als landesweit im Freistaat (2.212,3). Chemnitz hat knapp 244.000 Einwohner.

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