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Eltern fordern Aussetzen der Schulbesuchspflicht

Sachsens Landeselternrat spricht sich für einen Wechsel zwischen Präsenz- und Digitalunterricht aus. Das würde das Infektionsrisiko minimieren.

Um die Schüler und Lehrer zu schützen, gilt in Sachsens Schulen Maskenpflicht.
Um die Schüler und Lehrer zu schützen, gilt in Sachsens Schulen Maskenpflicht. © dpa-Zentralbild

Dresden. Der sächsische Landeselternrat hat sich gegen das strikte Festhalten am Präsenzunterricht ausgesprochen. Die anhaltende pandemische Situation erfordere ein Umdenken in der Bildungspolitik, heißt es in einer vom Landeselternrat am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme. Das "verbohrte Festhalten am Präsenzunterricht und Regelbetrieb" sei in der gegenwärtigen Situation mit hohen Inzidenzzahlen nicht mehr nachzuvollziehen.

"Uns ist es wichtig, dass neben dem Recht auf Bildung auch das Recht auf gesundheitliche Unversehrtheit in den Blick genommen wird", so der Landeselternrat. Dazu sei die Schulbesuchspflicht vorübergehend aufzuheben und in ein Wechselmodell von Präsenz und einem Lernen zu Hause überzugehen. Nur so könnten "wenigstens ansatzweise" notwendige Corona-Abstände eingehalten werden.

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An Grundschulen sollte lediglich ein Klassenleiterunterricht angeboten werden, um weitergehende Kontakte zu vermeiden. Auch eine Fokussierung auf nur einen Teil der Fächer könnte laut Landeselternrat hilfreich sein.

Außerdem fordern die Eltern den zusätzliche Kapazitäten im Nahverkehr. Fahrzeuge und Busfahrer, die gerade wegen des Verbots von touristischen Reisen nicht im Einsatz sind, könnten eingesetzt werden, "um die Situation im ÖPNV so zu entspannen, dass wenigstens ansatzweise etwas mehr Abstand eingehalten wird", heiß es im Schreiben des erweiterten Vorstandes.

Vom Regelbetrieb "meilenweit entfernt"

Sachsens Kultusminister will generell am Präsenzunterricht festhalten und nur in Ausnahmefällen davon abweichen. Die Forderung nach eingeschränktem Schulbetrieb möge aus epidemiologischer Sicht verständlich sein, „aber aus pädagogischer Sicht wäre dies verheerend“, sagte Christian Piwarz (CDU).

Die Lehrkräfte sind jedoch anderer Meinung: Nach einer Umfrage der Bildungsgewerkschaft GEW hält es eine große Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer für den richtigen Weg, die Klassen zu verkleinern. Der sächsische Lehrerverband spricht sich hingegen dafür aus, dass die Schulen auch während der zweiten Welle der Corona-Pandemie geöffnet bleiben. „Ein flächendeckender Schulbetrieb mit halben Klassen findet unter den befragten Lehrkräften keine mehrheitliche Zustimmung“, heißt es vom Verband.

Von einem Regelbetrieb seien Sachsens Schulen derzeit ohnehin "meilenweit entfernt", heißt es in dem Brief des Landeselternrats weiter. Es gebe nicht nur infizierte Schüler, Lehrer und Personen, sondern auch Kontaktpersonen, die sich in Quarantäne befinden. Einige Schulen seien zeitweise geschlossen, manche Kinder zum zweiten oder dritten Mal in Quarantäne. (mit epd)

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