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Weitere Schulen in Sachsen müssen schließen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in vier Landkreisen zu hoch - Schulen und Kitas schließen. Nach den Osterferien soll noch mehr getestet werden.

Wegen der Schulschließungen müssen die Schüler in Sachsen teilweise wieder zu Hause lernen.
Wegen der Schulschließungen müssen die Schüler in Sachsen teilweise wieder zu Hause lernen. © dpa

Dresden. Die sachsenweit steigenden Infektionszahlen haben Auswirkungen auf den Schulbetrieb. In den Landkreisen Nordsachsen, Zwickau und Erzgebirge müssen ab dem 22. März Kindertageseinrichtungen und Schulen wieder schließen. Darauf haben sich Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) und Kultusminister Christian Piwarz (CDU) nach Beratungen mit den Landkreisen verständigt.

Auch im Landkreis Meißen müssen die Einrichtungen wieder schließen. Der Kreis hat am Freitag den fünften Werktag in Folge den Grenzwert überschritten.

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„Es ist eine schwere Entscheidung“, sagte Köpping am Donnerstag. „Die Infektionszahlen sind einfach zu hoch.“ Kultusminister Piwarz verwies auf die Corona-Verordnung. „Wir haben klare Regeln“, sagte er.

Nach der sächsischen Corona-Schutzverordnung müssen Schulen und Kitas wieder schließen, wenn die Zahl der Neuinfektion pro 100.000 Einwohner in einer Woche in einer Region an fünf Werktagen über 100 liegt. Ausnahmen sind nur möglich, wenn ein regional begrenzter Hotspot verantwortlich ist, oder die Zahlen insgesamt zurückgehen. Das sei für die betroffenen Kreise nicht der Fall, so Piwarz.

Die Stadt Chemnitz und die Kreise Mittelsachsen sowie Bautzen haben den Wert von 100 wieder unterschritten, dort ist eine Schließung der Einrichtungen nicht notwendig.

Ausgenommen von der Regelung sind die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen und Abschlussjahrgänge, sagte Piwarz. Sie können weiterhin ihre Schulen besuchen. In den betroffenen Landkreisen wird an Grundschulen und Kitas eine Notbetreuung eingerichtet – sie gilt für die gleichen Berufsgruppen wie vor der Öffnung im Februar.

"Wir legen die Kraft darauf, möglichst flächendeckend den Schul- und Kitabetrieb nach Ostern zu sichern", sagte Piwarz. Dies geschehe allerdings unter dem Vorbehalt, dass die Gesamtinzidenz nicht weiter steige. „Wir haben ein sehr diffuses Infektionsgeschehen, sind in einer wirklich schwierigen Situation.“ Wenn Sachsen nun wieder über der 100er-Grenze liege, „ist das keine gute Entwicklung“.

Flächendeckende Tests nach Ostern

Jetzt gelte es Wege zu suchen, wie Bildungsangebote unterbreitet werden könnten. Der Kultusminister sieht Änderungsbedarf für die Zeit nach den Osterferien. „Ziel muss es sein, dass die Öffnung von Schulen und Kitas durch ein intensives Testregime begleitet werden kann“, sagte er. Damit soll der Inzidenzwert nicht mehr alleinig ausschlaggebend für die Bewertung der Situation sein.

Es gibt Überlegungen, nach den Osterferien auch Grundschüler regelmäßig zu testen. Allerdings hänge das davon ab, ob genügend Selbsttests zur Verfügung stehen, so Piwarz. "Entschieden ist noch nichts."

Außerdem muss noch die Entscheidung des Oberverwaltungsgericht Bautzen abgewartet werden. Dem Gericht liegen insgesamt 38 Eilanträge zur Aussetzung der Testpflicht in Schulen vor.

Eltern und Lehrer verweigern Tests

Seit Mittwoch gilt an weiterführenden Schulen in Sachsen eine Testpflicht für die 240.000 Schülerinnen und Schüler und das gesamte Schulpersonal. Bis Freitag meldeten die Schulen rund 163.700 Selbsttests. Rund 10.000 Schüler und 1.530 Lehrer legten einen externen negativen Test vor.

Unter den rund 138.300 durchgeführten Selbsttests bei Schülern gab es 168 positive Ergebnisse. Bei den Lehrern sind 25.400 Tests erfasst worden. Darunter gab es 34 positive Ergebnisse. "Angesichts dieser geringen Infektionszahlen ist es unverantwortlich, insbesondere die Kinder als Beförderer dieser Pandemie zu stigmatisieren", so Kultusminister Christian Piwarz am Freitag.

3.400 Schüler und 25 Lehrer haben nach diesem Zwischenstand einen Test verweigert. Sie dürfen damit das Schulgelände nicht betreten und nicht am Präsenzunterricht teilnehmen.

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Vorgeschrieben ist, dass sich Schülerinnen und Schüler sich einmal wöchentlich testen müssen, das Schulpersonal zweimal in der Woche. Die nötigen Selbsttest für die kommende Woche bis zu den Osterferien seien schon bestellt. Die Lieferung sei zur Hälfte schon da, die andere Hälfte wird am Freitag erwartet, sagte Piwarz.

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