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So geht es jetzt an Sachsens Schulen weiter

Mehr Tests, Maskenpflicht im Unterricht, keine generelle Schließung: Damit es Präsenzunterricht geben kann, hat Sachsen die Regeln verschärft. Ein Überblick.

Der Präsenzunterricht findet in Sachsen nur mit Maske und Tests statt.
Der Präsenzunterricht findet in Sachsen nur mit Maske und Tests statt. © Philipp von Ditfurth/dpa (Symbolbild)

Dresden. Sachsens Schüler kehren nach den Osterferien am Montag in ihre Schulen zurück. Es gilt weiterhin eingeschränkter Regelbetrieb: Die Klassen 1 bis 4 an Grund- und Förderschulen werden in festen Klassen unterrichtet. An den weiterführenden Schulen findet Wechselunterricht statt.

Zwei wöchentliche Tests für alle Pflicht

Ab dem 12. April müssen sich alle Schüler, Lehrkräfte und das übrige Schulpersonal zweimal in der Woche auf das Coronavirus testen lassen. Das gilt nach der neuen Corona-Schutzverordnung auch für Grundschüler. Schüler ohne negativen Test dürfen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen.

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„Nur durch die Testungen und die verschärften Schutzmaßnahmen ist wieder mehr Präsenzunterricht für Kinder und Jugendliche realisierbar“, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Freitag. „Ich bitte alle Eltern, Schüler und Lehrkräfte die Regeln zu achten und dafür zu sorgen, dass Schulen möglichst sichere Ort bleiben.“

Die Schulbesuchspflicht ist allerdings für alle Schularten und Klassenstufen ausgesetzt, Eltern können ihre Kinder abmelden. Die Abmeldung müsse durch Belange des Infektionsschutzes motiviert sein; ein Ab-und Anmelden für einzelne Wochentage komme nicht in Betracht, heißt es. Die Kinder und Jugendlichen müssen dann die Lernzeit zuhause verbringen und werden mit Lernaufgaben versorgt. Mit einer vollumfänglichen Betreuung wie im Präsenzunterricht könne allerdings nicht gerechnet werden.

Schüler testen sich selbst

In den vergangenen Tagen hat das Landesamt für Schule und Bildung einen Großteil der Schulen mit Selbsttestkits ausgestattet, teilt das Kultusministerium mit. Die restlichen Schulen werden am Wochenende beliefert. Es stünden genügend Tests zur Verfügung, heißt es. Pro Woche sind etwa 1,2 Millionen Selbsttests nötig, davon etwa 90.000 für das Kita-Personal.

Die Tests werden in der Regel im Klassenverband durchgeführt. Die Kinder wenden die Tests selbst an, der Tupfer muss dabei nicht mehr tief in die obere Nasenhöhle eingeführt werden, sondern nur etwa zwei Zentimeter tief in jedes Nasenloch.

Es besteht auch die Möglichkeit, Tests zu Hause durchzuführen und das Ergebnis mit einem Formular zu bestätigen. „Gerade bei den Jüngsten haben Eltern Bedenken und Ängste“, sagte Sprecherin Susann Meerheim. „Sie gehen davon aus, dass ihre Kinder die Testung zu Hause unter Aufsicht und Hilfe der Eltern besser bewerkstelligen.“ Sie weist aber auch darauf hin, dass es sich bei einer Falschauskunft um eine Ordnungswidrigkeit handelt.

Maskenpflicht im Unterricht ab Klasse 5

Als zusätzliche Maßnahme für den Gesundheitsschutz neben den Hygieneregeln müssen Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 sowie Lehrkräfte ab Montag eine Maske im Unterricht tragen. Verlangt wird ein medizinischer Mund-Nase-Schutz oder eine FFP2-Maske.

Auf dem Gelände der Schule und im Schulgebäude gilt eine Maskenpflicht für alle Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, sonstiges Personal und Eltern. Im Außenbereich kann auf das Tragen der Maske verzichtet werden, wenn ein ausreichender Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird.

Keine generellen Schulschließungen

Sachsenweite Schulschließungen sind nicht mehr an die allgemeinen Inzidenzwerte oder die Bettenbelegung in den Krankenhäusern gekoppelt, teilte das Kultusministerium mit. Ob Schulen geschlossen werden müssen, ist nur noch vom Infektionsgeschehen an der jeweiligen Einrichtung abhängig.

Prüfungen werden durchgeführt

Für die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen findet der Unterricht wie bisher in Präsenz statt. Grundsätzlich werden nur prüfungsrelevante Fächer und Lernstoffe unterrichtet. Die Abschlussprüfungen sollen in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie ordnungsgemäß stattfinden. Darauf hatten sich die Kultusminister der Länder am Donnerstagabend verständigt.

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Die Abiturprüfungen in Sachsen beginnen am 23. April. Die Abiturientinnen und Abiturienten können zwischen diesem und dem Zweittermin ab 17. Mai wählen, wenn sie sich noch nicht genügend vorbereitet fühlen. Die Abschlussprüfungen an den Ober- und Hauptschulen starten am 31. Mai.

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