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Deutschland & Welt

Corona: Sachsen will Einkauf mit Termin ermöglichen

Impftermine für Erzieher und Lehrer buchbar, Kretschmer kündigt "Click & Meet" an, Dresdner Gericht urteilt zu Gewerbemiete - unser Newsblog.

Nach dem Willen von Sachsens MP Michael Kretschmer sollen Läden ab 8. März Termine zum Einkaufen anbieten können.
Nach dem Willen von Sachsens MP Michael Kretschmer sollen Läden ab 8. März Termine zum Einkaufen anbieten können. © dpa/Julian Stratenschulte

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

  • Erzieher und Lehrer können in Sachsen Impftermine buchen
  • Einkaufen mit Termin soll in Sachsen ab 8. März möglich sein
  • Das sind die aktuellen Corona-Regeln in Sachsen
  • Impftermine in Sachsen: Alle wichtigen Infos
  • Corona in Sachsen: 192.347 Infektionsfälle durch Labortests bestätigt (+846 zum Vortag), 7.562 Todesfälle (+49 zum Vortag), 7-Tage-Inzidenz: 66,2 (Vortag: 70,7)
  • Corona in Deutschland: 2.402.818 Infizierte (+ 8.007 zum Vortag), 68.740 Tote (+ 422 zum Vortag), 7-Tage-Inzidenz: 59,3 (Vortag: 60,5)

22.01 Uhr: Kinos wollen bundesweit Zeichen setzen

Vor Beginn der Berlinale wollen zahlreiche Kinos in Deutschland für eine Perspektive werben. Mehr als 300 Kinos sollen am Sonntagabend beleuchtet werden. "Nach vier Monaten wartet der Kinomarkt auf eine transparente, evidenzbasierte und verlässliche Wiedereröffnungsperspektive", teilte Christian Bräuer vom Branchenverband AG Kino in Berlin am Mittwoch mit. Die Kinos sind wegen der Pandemie bundesweit geschlossen, auch viele andere Einrichtungen in Deutschland sind vorerst zu. Die Berlinale findet zunächst auch online statt - die Filmfestspiele in Berlin werden diesmal geteilt: Am kommenden Montag beginnt ein digitaler Branchentreff, im Juni ist ein öffentliches Festival geplant.

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21.36 Uhr: In Sachsen sind nun Impftermine für Lehrer und Erzieher buchbar

Zur Absicherung von Kita- und Schulöffnungen werden Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen früher geimpft. Ursprünglich waren sie in der Prioritätengruppe drei vorgesehen, Anfang der Woche wurden sie in Gruppe zwei hochgestuft. Ab dem morgigen Donnerstag soll es für sie Impftermine geben. Gebucht werden können diese bereits jetzt online unter sachsen.impfterminvergabe.de. Bei ersten Buchungen am Mittwochabend wurden Impfwilligen Termine mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca vorgeschlagen. Pro Terminbuchung bekommen sie zwei Daten vorgeschlagen: Eine zeitnahe Erstimpfung und im Abstand von drei Monaten die Zweitimpfung. Weitere Informationen zu Hotline oder Lage der Impfzentren in Sachsen

21.03 Uhr: Gottleubaer Klinik darf wieder Patienten aufnehmen

Die Median-Klinik in Bad Gottleuba darf wieder neue Patienten aufnehmen. Gleichzeitig können Patienten auch abreisen. Der Landkreis hat seine Verfügung zur Komplett-Quarantäne der Einrichtung aufgehoben. Sie war verhängt worden, nachdem bei zwei Patientinnen die britische Mutationsvariante des Corona-Virus festgestellt worden war. Es waren die ersten Nachweise für die Mutante im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Mehr zur Situation der Klinik (SZ+)

Patienten dürfen in Gottleuba wieder an- und abreisen, das Besuchsverbot aber bleibt.
Patienten dürfen in Gottleuba wieder an- und abreisen, das Besuchsverbot aber bleibt. © Daniel Förster

20.50 Uhr: RKI-Papier entwirft Szenarien für Lockerungen oder Verschärfungen

Das Robert Koch-Institut hat ein eigenes Strategiepapier mit Stufen für verschiedene Maßnahmen in der Corona-Pandemie vorgelegt: Es unterbreitet Vorschläge für Szenarien zu vorsichtigen Lockerungen oder auch Verschärfungen. Sprecher der Bundesregierung bezeichneten es am Mittwoch als wichtigen Hinweis. In dem Papier ist unter anderem die Rede von der "Notwendigkeit einer klaren Zielstellung und transparenten Perspektive für die nächsten Monate". Das RKI schreibt, das Papier solle als "Hilfestellung" verstanden werden. Als Ziel führen die Autoren an, die Zahl schwerer Erkrankungen, Langzeitfolgen und Todesfälle zu minimieren und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Mehr über die Vorschläge des RKI

20.12 Uhr: Scholz: keine Steuererleichterung für Friseur-Dienstleistungen

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) will den Mehrwertsteuersatz für Friseur-Dienstleistungen nicht auf sieben Prozent senken. Einer entsprechenden Forderung vieler Friseure erteilte Scholz am Mittwochabend in einer Video-Diskussionsrunde mit Friseur- und Kosmetikbetrieben eine Absage. "Wir sind schon einen sehr weitreichenden, sehr teuren Schritt gegangen, was die Frage Gastronomie und Hotellerie betrifft, wo wir das gemacht haben", sagte Scholz. Eine entsprechende Steuererleichterung auch für Friseurbetriebe wäre eine "dauerhafte Komplikation für die Staatsfinanzierung, die wir nicht gut hinbekommen können", so Scholz weiter. Anfang Februar hatten sich die Koalitionsspitzen geeinigt, dass für Speisen in Restaurants und Cafés bis Ende 2022 ein verringerter Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gelte. Zuvor war die Ausnahmeregelung zunächst bis zum 30. Juni 2021 befristet gewesen.

Olaf Scholz ist Kanzlerkandidat der SPD für die Bundestagswahl. Er tritt als Direktkandidat im Wahlkreis Potsdam an - dort bewirbt sich auch Grünen-Chefin Annalena Baerbock um ein Mandat. Am Mittwoch war auch Start der digitalen Zukunftsgespräche, in denen Scholz mit Bürgern aus ganz Deutschland sprechen will - zum Beispiel über Corona-Hilfen, Bildung und Klimaschutz. Den Anfang machte er via Internet in Potsdam.

19.33 Uhr: Zahl der Corona-Intensivpatienten sinkt unter 3.000

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Deutschland ist unter die Marke von 3000 gesunken. Am Mittwoch wurden 2.955 Covid-19-Kranke auf Intensivstationen behandelt, wie aus Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervorgeht. Mehr als die Hälfte davon (59 Prozent) wurden beatmet. Zuletzt lag die Zahl der Corona-Intensivpatienten vor mehr als drei Monaten, Anfang November, unter 3.000. Bis Anfang Januar stieg sie dann auf mehr als 5.700. Seither sinkt sie kontinuierlich.

19.02 Uhr: Merkel pocht für Öffnungsstrategie auf umfassende Schnelltests

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) pocht für mögliche Lockerungen von Corona-Beschränkungen auf deutlich mehr Tests. "Eine intelligente Öffnungsstrategie ist mit umfassenden Schnelltests, gleichsam als Freitesten, untrennbar verbunden", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Dafür müssten noch offene Fragen geklärt und das ganze Vorgehen am 3. März mit den Regierungschefs der Bundesländer beraten werden. "Wie lange es dann dauert, bis ein solches System installiert ist, kann ich auf den Tag genau noch nicht sagen. Es wird aber im März sein." Merkel betonte, grundsätzlich könne ein Schnelltest zeigen, "dass jemand an genau dem Tag nicht infiziert ist, oder umgekehrt, dass jemand, obwohl noch symptomlos, bereits infiziert und auch ansteckend ist." Alle Menschen mit Symptomen sollten ohnehin PCR-Tests machen.

Die Kanzlerin versprach zudem, die Corona-Impfungen würden sich jetzt immer weiter beschleunigen. "Wir sprechen im Augenblick darüber, wie es logistisch gelingt, in einer Woche 7,5 bis 9,5 Millionen Dosen zu verimpfen." Die Impfzentren schafften das nicht allein, dazu würden noch niedergelassene Ärzte gebraucht. Mit Blick auf Zweifel am Mittel von Astrazeneca sagte Merkel, dies sei "ein zuverlässiger Impfstoff, wirkungsvoll und sicher". Er sei durch die Europäische Medizinagentur zugelassen und in Deutschland für Menschen unter 65 Jahren empfohlen.

Selbst impfen lassen will sich Angela Merkel, wenn sie nach der empfohlenen Priorisierung an der Reihe ist. Das sagte die Kanzlerin der FAZ
Selbst impfen lassen will sich Angela Merkel, wenn sie nach der empfohlenen Priorisierung an der Reihe ist. Das sagte die Kanzlerin der FAZ © dpa/Bernd Von Jutrczenka

18.49 Uhr: Schwedens Gastronomie soll früher schließen

Restaurants, Kneipen und Cafés bleiben in Schweden zwar weiterhin geöffnet, sollen aber wegen einer beunruhigenden Corona-Lage künftig um 20.30 Uhr schließen. Die Begrenzung solle ab dem 1. März und unabhängig davon gelten, ob das Lokal Alkohol ausschenkt oder nicht, sagte der Generaldirektor der schwedischen Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten, Johan Carlson, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Der Vorschlag wird nun zur behördlichen Überprüfung geschickt. Mehr zur Lage in Schweden

18.27 Uhr: Koalition plant hohe Bußgelder bei Verstößen gegen Impfverordnung

Verstöße gegen die Impfverordnung sollen künftig mit Bußgeldern bis 25.000 Euro bestraft werden. Wie das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" berichtete, sieht dies ein Änderungsantrag der Fraktionen von CDU/CSU und SPD für das Gesetz zur Fortgeltung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite vor. Aus Kreisen der Koalition wurden dem Evangelischen Pressedienst (epd) die Überlegungen bestätigt.

Die Beratungen darüber seien aber noch nicht abgeschlossen. Ein Verstoß gegen die Impfverordnung würde nach dem Entwurf künftig als Ordnungswidrigkeit eingestuft. In den vergangenen Wochen waren bundesweit Fälle bekanntgeworden, in denen sich Menschen haben impfen lassen, die noch nicht an der Reihe waren. Mehr dazu im Artikel Koalition will Impfvordrängler bestrafen

18.04 Uhr: Kretschmer: Shoppen mit Termin ab 8. März möglich

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer hat in Aussicht gestellt, dass ab 8. März in Sachsen das "Click & Meet"-Prinzip im Einzelhandel als nächster Öffnungsschritt gelten wird. Davon sollen vor allem kleinere Geschäfte profitieren, erklärte Kretschmer während einer Videokonferenz mit Einwohnern aus seinem Wahlkreis Görlitz am Mittwochabend. Was damit gemeint ist, steht im Artikel Kretschmer: Shoppen mit Termin ab 8. März möglich (SZ+)

Ministerpräsident Michael Kretschmer stellte sich am Mittwochnachmittag Fragen von Einwohnern aus seinem Wahlkreis Görlitz.
Ministerpräsident Michael Kretschmer stellte sich am Mittwochnachmittag Fragen von Einwohnern aus seinem Wahlkreis Görlitz. © SZ

17.48 Uhr: Dresdner Virologe: "Zugelassene Impfstoffe wirken gegen Mutationen"

Die Angst vor Mutationen, wie der aus Großbritannien stammenden Variante B.1.1.1.7., ist groß. In der neuen Folge des CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie, klärt der Dresdner Virologe Alexander Dalpke über die Gefahren auf und hat gute Nachrichten zur Wirksamkeit von den bisher zugelassenen Impfstoffen. "Die wirken alle, auch gegen die Mutationen", sagt der Virenforscher. Neben den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna hebt Dalpke in dem Podcast-Gespräch vor allem auch den des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca hervor. "Der ist nämlich besser als sein Ruf und könnte wahrscheinlich sogar eine höhere Wirksamkeit als die momentan beschriebenen rund 70 Prozent erzielen." Wie, das erklärt Dalpke ausführlich im CoronaCast.

Die aktuelle Folge hören Sie direkt über den hier eingebetteten Player. Weitere Abspielmöglichkeiten und Hintergründe zum Thema erfahren Sie in diesem Artikel: Wie wirken Impfungen gegen Mutationen?

17.32 Uhr: OLG Dresden: Gewerbemiete ist bei Lockdown-Schließung anzupassen

Die Gewerbemiete für einen Laden ist bei einem staatlich verordneten Lockdown anzupassen. Das entschied das Oberlandesgericht (OLG) Dresden am Mittwoch und bescherte damit einer Einzelhändlerin mit ihrer Berufung einen teilweisen Erfolg. "Eine Reduzierung der Kaltmiete um 50 Prozent sei gerechtfertigt, weil keine der Parteien eine Ursache für die Störung der Geschäftsgrundlage gesetzt oder sie vorhergesehen habe", teilte das OLG mit. Es sei im vorliegenden Fall angemessen, die damit verbundene Belastung gleichmäßig auf beide Parteien zu verteilen. Mehr zu diesem Urteil

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17.26 Uhr: US-Behörde stellt Impfstoff von Johnson & Johnson gutes Zeugnis aus

Wenige Tage vor der erwarteten Entscheidung über eine Notfallzulassung in den USA hat die US-Arzneimittelbehörde FDA dem Corona-Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson ein erstes gutes Zeugnis ausgestellt. Der Impfstoff erfülle die Kriterien für eine Notfallzulassung, hieß es in einem am Mittwoch von der FDA veröffentlichten Dokument. Rund vier Wochen nach Verabreichung biete der Impfstoff einen rund 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19-Krankheitsverläufen. Größere Sicherheitsbedenken gebe es keine.

Am Freitag will sich ein Berater-Komitee der FDA mit dem Anfang Februar eingereichten Antrag auf Notfallzulassung befassen, eine Entscheidung wird kurz danach erwartet. Es wäre - nach den Impfstoffen vom Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer und vom US-Pharma-Unternehmen Moderna - der dritte in den USA bedingt zugelassene Corona-Impfstoff - und der erste, der nur einmal gespritzt werden muss.

Mitte Februar hatte Johnson & Johnson auch einen Antrag auf Notfallzulassung bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA gestellt. Die EMA erklärte, man werde das Vakzin der Johnson & Johnson-Tochter Janssen-Cilag International N.V. in einem beschleunigten Verfahren prüfen. Der zuständige Ausschuss könnte seine Bewertung Mitte März abgeben.

17.02 Uhr: Schnelltests auf Porsche-Baustelle in Leipzig

Nach dem Corona-Ausbruch auf einer Baustelle des Autobauers Porsche in Leipzig gibt es dort jetzt tägliche Schnelltests für die Arbeiter. Aller zwei Tage werden zudem PCR-Tests gemacht, wie Porsche-Sprecherin Kristin Bergemann am Mittwoch sagte. Grundsätzlich hätten nur noch Menschen mit einem negativen PCR-Test Zutritt. Rund 150 Arbeiter auf der Baustelle für das neue Karosseriewerk des Autobauers sollen sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Die ersten Fälle fielen vorige Woche auf. Laut Porsche sind dort ungefähr 60 Firmen tätig. Berührungspunkte zu den Porsche-Mitarbeitern gebe es keine, Werk und Baustelle seien strikt getrennt. Darum seien für die Belegschaft des Autobauers keine weiteren Maßnahmen ergriffen worden.

16.44 Uhr: Kostenlose Testoffensive im Vogtland

Angesichts einer steigenden Zahl von Corona-Infektionen im Vogtland soll es künftig für alle Bewohner kostenlose Schnelltests geben. Insgesamt sollen in den nächsten Tagen 16 Testzentren ihren Betrieb aufnehmen, wie das Landratsamt am Mittwoch erklärte. Die meisten dieser Anlaufstellen, die über die ganze Region verteilt sind, sollen bereits an diesem Donnerstag starten. Zweimal wöchentlich könne sich jeder Einwohner testen lassen, hieß es. Von dem Angebot können auch Beschäftigte Gebrauch machen, die zur Arbeit ins Vogtland pendeln.

Zum Einsatz kommt ein Antikörper-Schnelltest. Bei einem positiven Ergebnis steht ein weiterführender PCR-Test an. Das Vogtland hat sachsenweit die höchste Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) lag dieser Wert am Mittwoch bei 170 und damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt (59).

16.30 Uhr: Bundesregierung setzt Impfstoff-Taskforce ein

Die Bundesregierung hat eine Taskforce eingesetzt, die sich um einen stärkeren Ausbau der Impfstoffproduktion gegen das Coronavirus in Deutschland kümmern soll. Es gehe darum, mit den betroffenen Unternehmen rechtzeitig gegenzusteuern, wenn Engpässe in der Impfstoff-Produktion drohten, teilten die Ministerien für Finanzen, Wirtschaft und Gesundheit am Mittwoch gemeinsam mit. Die Taskforce soll sich um die Beschaffung von Rohstoffen, die Produktion und Abfüllung der Impfstoffe und die erforderlichen Nebenprodukte wie Kochsalzlösung zum Verdünnen und Spritzen kümmern.

Wirtschaftsstaatssekretär Andreas Feicht soll die Leitung eines Staatssekretärsausschusses übernehmen. Die Taskforce selbst wird vom Chef der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Christoph Krupp, geleitet.

16.10 Uhr: Wo infizieren sich die Menschen im Landkreis Görlitz mit Corona?

Was landesweit zu beobachten ist, trifft nun auch auf den Landkreis Görlitz zu: Der Rückgang der täglichen Fallzahlen seit Mitte Januar setzt sich im Moment nicht fort. Mit 40 Neuinfektionen meldeten die Labore und Praxen dem Kreis-Gesundheitsamt in Görlitz genauso viele Fälle wie am Mittwoch vergangener Woche. Am Dienstag dieser Woche lag die Zahl der Neuinfektionen sogar über der der Vorwoche. Die Inzidenz ist nach Berechnungen des Kreises auf 72 leicht zurückgegangen, beim RKI auf 62 leicht gestiegen.

Nach Angaben des Landkreises sind die überwiegenden Ansteckungsherde private und berufliche Kontakte sowie Aufenthalte in medizinischen Einrichtungen. Aber auch mit Pflegeeinrichtungen steht ein Teil der Fälle in Verbindung. Allerdings gibt es keine Hotspots mehr.

15.39 Uhr: Mehr als 800 Corona-Neuinfektionen in Sachsen

In Sachsen wurden nach Angaben des Sozialministeriums vom Mittwochnachmittag binnen eines Tages 846 Neuinfektionen sowie 49 weitere Todesfälle registriert. Vor genau einer Woche waren es noch 693 Neuinfektionen. Seit Beginn der Pandemie gibt es nun insgesamt 192.347 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 7.562 Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. Rund 178.050 Menschen gelten schätzungsweise als wieder genesen.

Besonders von der Pandemie betroffen ist aktuell der Vogtlandkreis, wo innerhalb es innerhalb der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner 170,8 Neuinfektionen gab. Der niedrigste Wert dieser Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell in der Stadt Leipzig (36,2). Für den gesamten Freistaat wird die Inzidenz mit 66,2 (Vortag: 70,7) beziffert, deutschlandweit beträgt sie laut Robert Koch-Institut (RKI) durchschnittlich 59,3. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

15.30 Uhr: Erhöhtes Risiko bei mehr als der Hälfte der Deutschen

Vor allem wegen Alter und Vorerkrankungen ist laut einer Studie mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland über 15 Jahre der Risikogruppe für schwere Covid-19-Verläufe zuzurechnen. Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts (RKI) gehen in dieser Bevölkerungsgruppe von 36,5 Millionen Menschen mit erhöhtem Risiko aus, davon sehen sie 21,6 Millionen Menschen als Hochrisikogruppe. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten RKI-Studie hervor.

Als stark erhöht werten die Autoren das Corona-Risiko bei Menschen, die über 65 Jahre alt sind oder bestimmte Vorerkrankungen aufweisen (Diabetes mellitus, chronische Nierenbeschwerden, schwerste Form von Adipositas). Erhöhtes Risiko wird in der Studie bei Betroffenen mit einer Reihe weiterer Vorerkrankungen gesehen (darunter Bluthochdruck, Asthma sowie Herzinfarkt und Schlaganfall oder chronischen Folgebeschwerden). Zudem war der Hilfebedarf im Alltag ein Kriterium. Als Hauptrisikofaktor gelte mittlerweile ein höheres Lebensalter, schreiben die Autoren.

Die Risiken sind der Studie zufolge ungleich verteilt. "Im Saarland und in den ostdeutschen Bundesländern leben anteilig die meisten Menschen mit einem erhöhten Risiko", hieß es. Auch sind laut der Studie unter Menschen mit geringer Bildung größere Anteile der Risiko- und Hochrisikogruppe zuzurechnen als bei mittel und höher Gebildeten. Die Auswertung beruht auf einer Studie, für die rund 23.000 deutschsprachige Menschen ab 15 zwischen April 2019 und Oktober 2020 telefonisch befragt wurden.

15.18 Uhr: AfD beantragt Sondersitzung des Landtages zum Corona-Lockdown

Die AfD will am 3. März bei einer Sondersitzung des Sächsischen Landtages über ein Ende des Corona-Lockdowns debattieren. "Wir können nicht bis zur nächsten Landtagssitzung am 24. März warten. Zahlreiche Existenzen sind bereits zerstört, und die Schäden des Endlos-Lockdowns werden mit jedem Tag größer", erklärte AfD-Fraktionschef Jörg Urban am Mittwoch. Viele Bürger würden unter der andauernden Aussetzung ihrer Grundrechte leiden. "Ständig werden von der Regierung neue Grenzwerte für Öffnungen und neue Bedrohungsszenarien propagiert. Diese Hinhalte-Taktik zehrt an den Nerven der Bürger und bietet keinen langfristigen Lösungsansatz."

Eine Sondersitzung des Landtags kann durch einen Antrag der Regierung oder mindestens eines Viertels der Abgeordneten erwirkt werden. Die AfD stellt 38 von 119 Parlamentariern, also mehr als ein Viertel.

Jörg Urban, Vorsitzender der AfD in Sachsen, will über den Corona-Lockdown debattieren.
Jörg Urban, Vorsitzender der AfD in Sachsen, will über den Corona-Lockdown debattieren. © dpa/Sebastian Kahnert

15.05 Uhr: Sachsens Landessportbund und Fußball-Verband fordern Perspektiven

In Offenen Briefen haben der Landessportbund Sachsen (LSB) und der Sächsische Fußball-Verband (SFV) von der sächsischen Regierung Perspektiven für den organisierten Sport in der Corona-Pandemie gefordert. "Die pandemiebedingten Einschränkungen des vereinsbasierten Sports zeigen inzwischen massive Auswirkungen. Der sächsische Sport muss zeitnah stärker in den Fokus von Öffnungsszenarien genommen werden, denn die momentane Entwicklung gefährdet seine Vielfalt und Diversität", heißt es im LSB-Schreiben, das von Präsident Ulrich Franzen und Generalsekretär Christian Dahms unterzeichnet ist. Der Sportdachverband verweist auf die rund 20.000 Mitglieder, die im vergangenen Jahr aus den Vereinen ausgetreten sind. Dass davon 65 Prozent Kinder und Jugendliche sind, bezeichnet der LSB als alarmierend. "Der vorwiegend ehrenamtlich organisierte sächsische Vereinssport benötigt klare Bekenntnisse der Politik und der Regierung, gezielte Maßnahmen zum Wiedereinstieg und schnelle und unbürokratische Hilfen, um seinen wichtigen gesellschaftspolitischen Aufgaben nachkommen zu können", heißt es im LSB-Brief. Erst vor kurzem hatte Landessportbund-Geschäftsführer Christian Dahms im sächsische.de-Interview erklärt, dass der Neustart nicht leicht werde.

Ähnlich sieht es der Sächsische Fußball-Verband. Präsident Hermann Winkler schrieb, der Vereinssport müsse mit seiner gesundheitlichen, sozialen und gesellschaftlichen Bedeutung bei der nächsten Diskussion um neue Lockerungen unbedingt Beachtung finden und dürfe nicht mehr als Teil des Problems, sondern endlich als Teil der Lösung betrachtet werden. "Unsere Vereine haben sich bisher immer zurückgenommen, haben so ihren Beitrag geleistet, und das obwohl sie durchaus in der Lage sind, Hygienekonzepte verantwortungsvoll und wirksam umzusetzen. Das haben sie bewiesen. Wir fordern deshalb - besonders für unsere Kinder und Jugendlichen - dass zumindest der Trainingsbetrieb im Fußball und im gesamten Vereinssport ab dem 7. März 2021 wieder zugelassen wird", schrieb Winkler.

14.37 Uhr: Gemeinde im Zillertal wird wegen Corona-Häufung isoliert

Die österreichische Gemeinde Mayrhofen im Zillertal in Tirol wird wegen einer Häufung von Coronafällen isoliert. Dort wurde bei 29 von 42 Infizierten die zuerst in Südafrika aufgetauchte Coronavirus-Variante festgestellt. Von Samstag bis kommenden Mittwoch dürfen nur Personen mit einem negativen PCR-Coronatest das Gemeindegebiet verlassen, teilte das Land Tirol am Mittwoch mit. Die Bevölkerung wird zu zwei PCR-Tests verpflichtet. Schulen und Handel bis auf Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Apotheken in Mayrhofen blieben bis Mittwoch geschlossen. Auch im größeren Bezirk Schwaz soll das Testen intensiviert werden. Von den 238 Personen, die dort mit dem Virus infiziert seien, hätten 100 keine Symptome, teilte das Land mit. Infektionsquellen könnten nur mit mehr Testen aufgespürt werden.

14.13 Uhr: Spahn: Inzidenz von null ist unerreichbar

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) glaubt nicht daran, dass das Coronavirus jemals komplett verschwinden wird. Eine Inzidenz von null werde es auf Dauer nicht geben können, außer man ziehe eine Mauer um das Land, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Bundestag. "Wenn wir uns alle einschließen, dann sind wir vielleicht irgendwann bei einer Inzidenz null". Das sei allerdings auch kein Leben. Vielmehr gehe es darum, die richtige Balance zwischen bestmöglichem Infektionsschutz und Leben und Freiheit zu finden. "Gesundheitsschutz stärker gewichtet als andere Aspekte, aber nicht absolut", sagte Spahn. Mehr zur Befragung Spahns im Bundestag erfahren Sie hier.

14.01 Uhr: Prager Regierung erwägt so strengen Lockdown wie in erster Covid-Welle

Tschechien durchlebt nach den Worten von Ministerpräsident Andrej Babiš eine "extrem ernste Situation". Vor dem Gesundheitswesen stünden "Höllentage", sagte der Premier am Mittwoch nach einer Regierungssitzung. Es gehe darum, "eine totale Katastrophe abzuwenden". Babiš begründete seine große Sorge mit dem "dramatischen Anwachsen" von Patienten mit einem schweren Verlauf auf den Intensivstationen der Kliniken. "Wir müssen die Vorkehrungen verschärfen. Tun wir das nicht, dann gerät unser Gesundheitswesen in den kommenden zwei Wochen in riesige Probleme. Schon jetzt funktioniert es nur noch am Rande seiner Kräfte". sagte der Regierungschef.

Babiš kündigte für den Tagesverlauf Verhandlungen mit der Opposition im Parlament an, damit der Notstand verlängert werden könne. Er wolle auch mit Arbeitgebern und Gewerkschaften beraten. Seinen Worten nach werde Tschechien nicht um einen neuen strengen Lockdown wie in der ersten Corona-Welle vor einem Jahr herumkommen. Details der neuen Maßnahmen sollen auf einer Abendsitzung der Regierung beraten und beschlossen werden. Eine Rückkehr der Kinder in die Schulen, wie sie für Anfang März schon beschlossen war, schloss der Premier jedoch schon aus.

Die einzige Lösung sehe er in den Impfungen, betonte Babiš. Erst wenn eine große Menge von Menschen geimpft sei, könne man über Erleichterungen bei den Maßnahmen nachdenken. "Ich verstehe die Frustration der Menschen, aber auf solche Erleichterungen werden wir noch eine Weile warten müssen." Lesen Sie dazu auch: So verheerend ist die Lage in Tschechien (SZ+)

Ein Mann geht bei Nebel über die mittelalterliche Karlsbrücke. Die tschechische Regierung will die restriktiven Maßnahmen inmitten eines Anstiegs der hochansteckenden Coronavirus-Variante weiter verschärfen.
Ein Mann geht bei Nebel über die mittelalterliche Karlsbrücke. Die tschechische Regierung will die restriktiven Maßnahmen inmitten eines Anstiegs der hochansteckenden Coronavirus-Variante weiter verschärfen. © Petr David Josek/AP/dpa

13.51 Uhr: Ungarn beginnt Impfungen mit kritisiertem chinesischem Mittel

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat Ungarn am Mittwoch als bisher einziges EU-Land mit der Verabreichung des chinesischen Impfstoffs von Sinopharm begonnen. In den nächsten sieben Tagen sollen 275.000 Menschen mit dem in der EU nicht zugelassenen Mittel geimpft werden, erklärte die Oberste Amtsärztin Cecilia Müller in einer Online-Pressekonferenz. "Damit unternehmen wir einen wichtigen Schritt zum Schutz der Bevölkerung vor dem Coronavirus", fügte sie hinzu. In Ungarn gelangten bislang vor allem die Impfstoffe von Biontech-Pfizer, Moderna und Astrazeneca sowie in kleineren Mengen das russische Vakzin Sputnik V zum Einsatz.

Angesichts des Mangels an westlichen Impfstoffen setzt der rechtsnationale Ministerpräsident Viktor Orban verstärkt auf die russischen und chinesischen Produkte. In Ungarn erhielten sie eine Notzulassung, zum Teil ohne eigene substanzielle Überprüfung. Die Verabreichung des Sinopharm-Impfstoffes, die am Mittwoch begann, erfolgt durch die Hausärzte und auf freiwilliger Basis. In Fachkreisen schlägt dem chinesischen Impfstoff wegen fehlender Studien Skepsis entgegen.

Eine Frau hält in Budapest ein Päckchen mit Ampullen des von Sinopharm aus China hergestellten Corona-Impfstoffs in der Hand. Ungarn ist das erste der 27 Länder der EU, das den Impfstoff erhalten hat.
Eine Frau hält in Budapest ein Päckchen mit Ampullen des von Sinopharm aus China hergestellten Corona-Impfstoffs in der Hand. Ungarn ist das erste der 27 Länder der EU, das den Impfstoff erhalten hat. © Marton Monus/AP/dpa

13.36 Uhr: Giffey: Zulassung von Selbsttests ist "Meilenstein"

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat die Zulassung erster Corona-Selbsttests in Deutschland begrüßt. Dies sei ein "Meilenstein für viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens", sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch. Damit werde die Brücke zum Impfen noch einmal verbreitert, weitere Öffnungsschritte könnten damit erleichtert werden. "Vor allem für Kitas und Schulen sind die Selbsttestmöglichkeiten ein wichtiger Schlüssel dazu, die Sicherheit im Alltag weiter deutlich zu erhöhen", sagte Giffey. Ein Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte zuvor mitgeteilt, dass das Institut die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Tests zur Eigenanwendung durch Laien erteilt habe. Bei allen drei Tests würden die Proben durch einen Abstrich im vorderen Nasenbereich entnommen.

13.22 Uhr: Bisher 4.000 Tests bei Nordischer Ski-WM - Ein Verdachtsfall

Bei der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Oberstdorf hat die erste große Corona-Testreihe aller Beteiligten fast nur negative Befunde gebracht. Aus den ersten 4000 Tests hat sich lediglich ein Verdachtsfall ergeben, der sich nun in Quarantäne befindet, wie Geschäftsführer Moritz Beckers-Schwarz am Mittwoch bei der Auftakt-Pressekonferenz sagte. Zur Person und zu Einzelheiten machte der Funktionär keine Angaben. Die Veranstalter setzen bei dem Event neben regelmäßigen PCR-Tests auch Antigen-Tests ein. "Wir beobachten das sehr eng. Wir können schnell reagieren", sagte Beckers-Schwarz. Das Hygienekonzept für die bis 7. März dauernden Wettkämpfe war bis kurz vor WM-Beginn immer wieder nachgeschärft worden.

Athleten trainieren im Oberstdorfer Langlaufstadion vor auf den Tribühnen platzierten Pappfiguren, die die Zuschauer ersetzen sollen.
Athleten trainieren im Oberstdorfer Langlaufstadion vor auf den Tribühnen platzierten Pappfiguren, die die Zuschauer ersetzen sollen. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

13.07 Uhr: Polen will Grenzen zu Tschechien und der Slowakei kontrollieren

Polens Regierung plant nach Angaben von Gesundheitsminister Adam Niedzielski die Einführung von Kontrollen an seiner Grenze zu Tschechien und der Slowakei. Mit Blick auf die epidemiologische Situation in den beiden Nachbarländern wolle man den Verkehr an Polens südlicher Grenze einschränken, sagte Niedzielski am Mittwoch dem Radiosender Tok.fm. Voraussichtlich werde dies ab Samstag gelten. Genauere Details werde die Regierung im Laufe des Tages in einer Pressekonferenz bekannt geben.

Niedzielski hatte vor kurzem zum Thema einer möglichen Einführung von Grenzkontrollen an den EU-Binnengrenzen gesagt, Polen erwäge, nur noch Reisende in Land zu lassen, die einen negativen Covid-Test vorweisen können. Nach Angaben des Gesundheitsministers registrierte Polen am Mittwoch 12 146 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. "Wir haben einen sehr dynamischen Anstieg von Tag zu Tag", sagte Niedzielski. Die Regierung erwäge deshalb, die vor zwei Wochen eingeführten Lockerungen der Corona-Restriktionen wieder rückgängig zu machen und Hotels und Skigebiet erneut zu schließen.

12.51 Uhr: Spahn dringt auf mehr Impftempo - Weiter Stau bei Astrazeneca

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dringt auf höheres Tempo bei Impfungen in den Impfzentren. Die Länder hätten Kapazitäten von bis zu 300.000 Impfungen am Tag gemeldet, im Moment fänden bis zu 150.000 am Tag statt, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in ZDF. Deswegen gehe er davon aus, "dass das jetzt auch deutlich hochgefahren wird". Die Länder hätten nachvollziehbarerweise beim Bund genügend Dosen angemahnt. "Jetzt ist Impfstoff da." (RKI zu geimpften Dosen)

Einen Stau gibt es vor allem beim Mittel des Herstellers Astrazeneca. Laut Bundesministerium sind inzwischen mehr als 1,4 Millionen Dosen an die Länder geliefert worden - gespritzt wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Dienstag jedoch nur rund 239.000 Dosen. Dabei ist das Bild in den Bundesländern unterschiedlich: In Sachsen liegen demnach noch knapp 95 Prozent auf Halde, in Baden-Württemberg und Hessen knapp 94 Prozent, in Hamburg dagegen nur 66 Prozent. Mehr lesen Sie im Artikel Spahn: Inzidenz von null ist unerreichbar

12.33 Uhr: Umfrage: Auch geimpfte Heimbewohner bleiben isoliert

Die Bewohnerinnen und Bewohner von Altenheimen bleiben nach Angaben des BIVA-Pflegeschutzbundes auch nach Impfungen gegen das Coronavirus weiterhin isoliert und teilweise von der Außenwelt abgeschottet. Sie blieben meist selbst dann isoliert, wenn bereits beide Impfungen erfolgt seien und sie damit den vollen Impfschutz erreicht hätten, teilte die Interessenorganisation für Pflegebedürftige am Mittwoch in Bonn mit. Das habe eine Umfrage des Verbandes ergeben. Für die Aufhebung der Isolierung von Pflegeheimbewohnern nach Erreichen des vollen Impfschutzes hatte sich jüngst der Ethikrat ausgesprochen. Doch die Bundesländer haben es laut Pflegeschutzbund bisher versäumt, die geltenden Schutzverordnungen für Heime in diesem Sinne anzupassen.

Die bundesweite Online-Umfrage des BIVA-Pflegeschutzbundes hat nach den Angaben ergeben, dass sich bei 80 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner, die bereits vollständig geimpft wurden, die Besuchssituation nicht gebessert hat und die Beschränkungen nicht aufgehoben wurden. Bei zehn Prozent der Befragten seien die Schutzmaßnahmen sogar verschärft worden. "Die Umfrage zeichnet ein erschütterndes Bild und weist auf die Schwerfälligkeit der verantwortlichen Behörden und die Verunsicherung der Einrichtungen hin", kritisierte Manfred Stegger, Vorsitzender des BIVA-Pflegeschutzbundes.

In Heimen bleiben die Bewohner auch nach der Corona-Impfung weitestgehend isoliert.
In Heimen bleiben die Bewohner auch nach der Corona-Impfung weitestgehend isoliert. © dpa/Archiv

12.17 Uhr: Spahn schlägt Kombination von Schnell- und Selbsttests vor

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat mit Blick auf das weitere Vorgehen in der Corona-Krise eine Kombination aus mehr Schnelltests sowie Selbsttests für jedermann vorgeschlagen. "Es stehen mittlerweile deutlich mehr Schnelltests und nun zusätzlich auch Selbsttests zur Verfügung", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch. Darin liege in dieser Phase der Pandemie eine Chance - auch mit ansteckenderen Virusmutationen. "Mit mehr Testen finden wir bisher unentdeckte Infektionen." Zu Schnelltests, die durch geschultes Personal abgenommen werden müssen, erläuterte Spahn: "Mehr Schnelltests können uns helfen, mehr Sicherheit im Alltag zu bekommen. Wenn wir die Großmutter besuchen wollen, für Pflegebedürftige im Heim oder beim Reisen."

Selbsttests könnten dagegen perspektivisch Sicherheit in konkreten Situationen geben, sagte Spahn: "Bevor man eine Veranstaltung besucht, sich die Haare schneiden lässt oder ins Theater geht." Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat jetzt die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Selbsttests erteilt, die man auch ohne Schulung zu Hause machen kann. Mehr zu den drei jetzt in Deutschland zugelassenen Selbsttests erfahren Sie hier.

12.05 Uhr: Falschbehauptung: Weidel unterschreibt Unterlassungserklärung

Um einen Rechtsstreit mit der Stadt Überlingen um Falschbehauptungen gegen das dortige Ordnungsamt zu beenden, hat AfD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel eine Unterlassungserklärung unterschrieben. Die Erklärung sei am Montag unterzeichnet worden, teilte ein Sprecher der Politikerin am Mittwoch mit. Zuvor hatte sich Weidel bereits telefonisch und später auch öffentlich über ihren Twitter-Kanal bei der zuständigen Behörde entschuldigt. Die Kommune am Bodensee hatte dennoch auf eine Unterlassungserklärung gepocht.

Weidel hatte nach Angaben der Stadt Ende Januar bei einer Rede in Schwäbisch Gmünd das Ordnungsamt bezichtigt, verdeckt zu ermitteln und Corona-Verstöße zu provozieren, um diese anschließend mit einem hohen Bußgeld zu sanktionieren. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamts soll sich demnach mit Absicht ohne Mundschutz in einer Bäckerei in der Stadt am Bodensee bedienen lassen haben, um von der Verkäuferin dann 2500 Euro Bußgeld zu kassieren. Allerdings erwiesen sich die Behauptungen als falsch. Weidel hatte erklärt, dass sie entsprechende Aussagen eines Überlinger Bürgers über einen vermeintlichen Vorfall in einer Bäckerei fälschlicherweise nicht verifiziert habe.

11.52 Uhr: Elfjährige sucht per Flaschenpost Brieffreunde in Corona-Zeit

Eine Elfjährige hat per Flaschenpost neue Brieffreundschaften in der Corona-Krise gesucht - und Freunde bei der Polizei gefunden. Beamte der Wasserschutzpolizei hätten schon Anfang Januar bei einer Boots-Streife auf der Weser im Landkreis Nienburg (Niedersachsen) einen Gegenstand im Wasser treiben sehen, der sich als Flaschenpost herausstellte, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Darin fanden sie einen Brief der Elfjährigen aus dem nahen Bücken. Sie notierten Name und Anschrift der Absenderin und setzten die Flasche zurück ins Wasser.

Angesichts des kreativen Versuchs, zu Corona-Zeiten Kontakt zu anderen Menschen herzustellen, wollten die Beamten die Elfjährige mit einem Geschenk und einer Besichtigung des Polizeikommissariats überraschen, wie die Behörde mitteilte. Mitte Februar kam es schließlich zu dem Besuch - unter Einhaltung der Corona-Bestimmungen. Die Elfjährige erklärte den Angaben zufolge, zu Weihnachten sei eine leere Punschflasche übrig geblieben. Gemeinsam mit ihrer Mutter sei dann die Idee entstanden, eine Flaschenpost zu versenden. Ihre Mutter habe auf diesem Wege mal eine Brieffreundin gewonnen.

Wasserschutzpolizisten haben in der Weser eine Flaschenpost gefunden und die Absenderin zu sich eingeladen.
Wasserschutzpolizisten haben in der Weser eine Flaschenpost gefunden und die Absenderin zu sich eingeladen. © Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg

11.40 Uhr: Gemeldete Corona-Infektionen gehen weltweit langsamer zurück

Die weltweit gemeldeten Corona-Infektionszahlen gehen weiter zurück, aber langsamer als zuvor. Zum sechsten Mal in Folge verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Wochenvergleich einen Rückgang bei den Neuansteckungen, dieses mal um elf Prozent, wie am Mittwoch aus ihrem jüngsten Wochenbericht hervorging. Die Zahlen umfassen Meldungen bis zum 21. Februar. In der Vorwoche lag der Rückgang bei 16 Prozent. Nur in den Regionen Südostasien und östliches Mittelmeer wurden etwas mehr Infektionen gemeldet als in der Vorwoche. Zum dritten Mal ging die Zahl der Todesfälle pro Woche zurück, um 20 Prozent auf rund 66.000.

Der Rückgang sei "wahrscheinlich" das Ergebnis der vielerorts verhängten Schutzmaßnahmen. Damit sind unter anderem Handhygiene, Abstand halten und Einschränkungen gemeint, die auf Kontaktreduzierung abzielen. Auch zur Eindämmung der neuen und ansteckenderen Varianten seien diese Maßnahmen absolut wichtig. Die zuerst in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 sei inzwischen in 101 Ländern nachgewiesen worden.

11.27 Uhr: Sozialverbände und Handel fordern Steuervorteile für Spenden

Ein Bündnis von Sozial- und Handelsverbänden fordert angesichts voller Lager durch die Corona-Pandemie eine Abschaffung der Steuernachteile für Sachspenden. Derzeit sei die Vernichtung von Waren für den Handel finanziell vorteilhafter als eine wohltätige Spende, erklärte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt am Mittwoch in Berlin. Während die Umsatzsteuer bei der Vernichtung für den Händler entfalle, sei dies bei einer Spende nicht der Fall. "Das ist absurd", sagte die Mitinitiatorin des Bündnisses "#SpendenStattVernichten".

Während der Schließung von Geschäften in der Corona-Pandemie sind vor allem in der Textilbranche viele Waren unverkauft liegen geblieben. Göring-Eckardt sagte, in den Lagern befänden sich derzeit rund 500 Millionen Kleidungsstücke und Schuhe. Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtverbandes, Ulrich Schneider, sagte, gleichzeitig würden solche Dinge von vielen armen Menschen dringend benötigt. Sein Verband unterstützt das Bündnis und dessen Forderung. Würde das Steuerrecht in dem Punkt nicht geändert, "die Wegwerfgesellschaft wäre auf einem völlig neuen Niveau angekommen", sagte er.

11.15 Uhr: Grüne: Bundesregierung muss bei globalen Kampf gegen Corona mehr tun

Die Grünen fordern von der Bundesregierung mehr Einsatz bei der weltweiten Bekämpfung der Corona-Pandemie mit Impfstoffen und Schnelltests. Es seien "große Ungleichheiten beim Zugang zu den Impfstoffen" zu beobachten, schreibt die Grünen-Bundestagsfraktion in einem Antrag. "Zwei Drittel der Menschen weltweit müssen auf eine Impfung voraussichtlich noch bis zu drei Jahre warten." Besonders in Afrika seien lange Wartezeiten absehbar.

Nach einer Übersicht der Vereinten Nationen haben bislang zehn Länder 75 Prozent der vorhandenen Impfstoffe gegen das Corona-Virus verwendet. Mehr als 130 Staaten haben demnach noch keine einzige Dosis erhalten. Fraktionschef Anton Hofreiter bezeichnete die bisherigen Maßnahmen zur globalen Pandemiebekämpfung als ungenügend. "So lange das Virusgeschehen global unkontrolliert bleibt, ist das Risiko weiterer Mutationen und Infektionswellen auch hier bei uns sehr hoch. Daher ist eine globale Impfstoffverteilung in unserem eigenen Interesse", sagte er.

10.52 Uhr: Handel, Vermieter und Mode-Macher warnen vor Lockdown-Verlängerung

Große deutsche Handelsketten, Shopping-Center-Betreiber und Modehersteller haben gemeinsam eine zeitnahe Öffnungsperspektive für den Einzelhandel gefordert. Der Eigentümer des größten deutschen Schuhhändlers Deichmann, Heinrich Deichmann, sagte, immer mehr Einzelhändler kämen in eine bedrohliche Lage. Es bestehe "die akute Gefahr, dass viele Menschen in der Branche in den nächsten Monaten ihren Arbeitsplatz verlieren und dass Ladenschließungen zur Verödung von urbanen Räumen führen". Der stationäre Handel brauche "zeitnah alternative Öffnungskonzepte für eine sichere, kontrollierte und verantwortungsvolle Perspektive".

Alexander Otto, Chef des Shopping-Center-Betreibers ECE, betonte, viele Händler stünden schon jetzt mit dem Rücken zur Wand. Sie könnten einen immer weiter andauernden Lockdown nicht mehr lange durchhalten. Man werde die Innenstädte nicht mehr wiedererkennen. Dabei hätten Studien gezeigt, dass der Handel kein Infektionstreiber sei. Rund 80 Prozent der Kundenkontakte fänden ohnehin im geöffneten Lebensmittelhandel statt. Dennoch gebe es dort keine erhöhten Infektionszahlen. Viele andere Einzelhändler wollen nicht mehr auf Zugeständnisse der Politik warten. Handelsketten wie Obi, MediaMarktSaturn und Breuninger haben deshalb bereits bei mehreren Gerichten Eilanträge auf Aussetzung der Ladenschließungen eingereicht.

10.37 Uhr: Landrat spricht sich für Osterreiten mit Hygienekonzept aus

Der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) hat sich trotz Corona-Krise für das traditionelle Osterreiten ausgesprochen. "Das Osterreiten ist für die katholischen Sorben und für die Bürgerinnen und Bürger in der Lausitz ein bedeutendes Fest", sagte Harig am Mittwoch. Deshalb habe sich der CDU-Kreisvorstand dafür ausgesprochen, das Osterreiten mit entsprechendem Hygienekonzept zu veranstalten. Die Abstimmung zwischen Osterreitern und Staatsregierung stimmten optimistisch, hieß es.

Im vergangenen Jahr musste das traditionelle Osterreiten aufgrund der Corona-Pandemie erstmals flächendeckend abgesagt werden. "Seitdem haben wir viel über diese Krankheit gelernt und können mit dem neu gewonnenen Wissen auch Entscheidungen treffen, die für eine umsichtige Durchführung des Osterreitens sprechen", erklärte Harig. Seit Jahrhunderten tragen Reiter am Ostersonntag die Botschaft von der Auferstehung Christi zu Ross in die kirchlichen Nachbargemeinden. Eine christliche Botschaft, die gerade in dieser schwierigen Zeit für die Menschen "unheimlich wichtig" sei.

Zu Pferde in Frack und Zylinder verkünden die sorbischen Osterreiter seit Jahrhunderten die Kunde von der Auferstehung Jesu.
Zu Pferde in Frack und Zylinder verkünden die sorbischen Osterreiter seit Jahrhunderten die Kunde von der Auferstehung Jesu. © Matthias Hiekel/dpa-Zentralbild (Archiv)

10.25 Uhr: Zwickau-Vorstand für schnelle Stadionöffnung ohne Impfnachweis

Marketingvorstand Matthias Krauß von Drittligist FSV Zwickau hat sich für eine zeitnahe Teilöffnung von Fußballstadien ausgesprochen. "Es müssen Konzepte erarbeitet werden, um zügig eine Teilbefüllung der Stadien zu ermöglichen. Bestenfalls geschieht dies schon im Frühjahr. Jedes Spiel, das verstreicht, ist, was den Ertrag anbelangt, eine verlorenes", sagte Krauß dem Online-Portal "Tag24". Es brauche in dieser schwierigen Zeit zudem "Signale, die der Bevölkerung ein Licht am Ende des Tunnels geben", erklärte der Zwickauer Veranstaltungsmanager.

Um das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, zu senken, kann sich Krauß unter anderem Schnelltests an den Stadioneingängen vorstellen: "Auch wenn viele Bauchschmerzen haben, sehe ich eine Kontaktnachverfolgung zielführend. Jeder Stadionbesucher wird zum Beispiel über eine App erfasst und die personenbezogenen Daten für vier Wochen gespeichert." Die Idee, den Zutritt zum Stadion nur mit einem Impfnachweis zu erlauben, lehnt Krauß dagegen ab.

9.50 Uhr: Ghana erhält als erstes Land Corona-Impfstoff von Covax-Initiative

Als erstes Land der Welt hat Ghana Corona-Impfstoff von der internationalen Covax-Initiative erhalten. Bei der ersten Ladung handele es sich um 600.000 Dosen des Astrazeneca-Wirkstoffs, wie es in einer Mitteilung des UN-Kinderhilfswerks (Unicef) vom Mittwoch hieß. Diese Lieferung repräsentiere den Beginn der wohl größten Beschaffungs- und Versorgungs-Initiative von Impfstoffen in der Geschichte. "Dies ist ein monumentales Ereignis", hieß es.

Die Covax-Initiative wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Impfallianz Gavi gegründet, um Länder mit kleinen und mittlerem Einkommen mit Corona-Impfstoffen zu versorgen. Die Initiative will nach eigenen Angaben in diesem Jahr knapp zwei Milliarden Dosen liefern. In Afrika wurden der panafrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC zufolge bisher rund 3,8 Millionen Corona-Fälle und etwa 102.000 Tote verzeichnet. Im westafrikanischen Ghana mit seinen rund 30,4 Millionen Einwohnern ist es demnach bislang zu rund 80 700 Corona-Infektionen gekommen.

9.25 Uhr: Erste drei Corona-Selbsttests für Laien sind zugelassen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Tests zur Eigenanwendung durch Laien erteilt. Das teilte ein Sprecher am Mittwoch mit. Bei allen drei Tests würden die Proben durch einen Abstrich im vorderen Nasenbereich entnommen. Dieser könne nach den von den Herstellern vorgelegten Studien jeweils durch Laien sicher durchgeführt werden, erklärte das Bundesinstitut weiter. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zufolge solle die in den nächsten Tagen in Geschäften erhältlich sein. Er erwähnte Discounter. Bei dem Bundesinstitut waren mit Stand 12. Februar fast 30 Anträge auf eine Sonderzulassung entsprechender Tests gestellt worden.

Gesundheitsminister Spahn sagte am Mittwochmorgen im ZDF: "Ich gehe davon aus, dass wir schon nächste Woche weitere genehmigen können, Sonderzulassungen aussprechen können." Den regulären Weg, Medizinprodukte auf den Markt zu bringen, stellt hingegen die CE-Kennzeichnung durch Zertifizierungsstellen dar. Unabhängig von den Sonderzulassungen erwartete das Bundesinstitut auch auf dem regulären Weg weitere Antigen-Tests zur Laienanwendung. Schnelltest gelten neben den Impfungen als ein wichtiger Baustein bei der Eindämmung der Pandemie. Das Thema hat durch die rasante Ausbreitung der als noch ansteckender geltenden Corona-Variante, die zuerst in Großbritannien entdeckt worden war, sowie die erfolgten Öffnungsschritte bei Kitas und Schulen weiter an Bedeutung gewonnen. Mehr zu den Selbsttests erfahren Sie hier.

9.01 Uhr: Depressionshilfe: Psychische Folgen von Corona-Maßnahmen erfassen

Der Vorsitzende der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, Ulrich Hegerl, fordert eine systematische Erfassung der psychischen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen. "Derartige unerwünschte Folgen für Menschen mit psychischen oder anderen Erkrankungen müssen ebenso sorgfältig erfasst werden wie die Zahlen der Corona-Statistiken", sagte Hegerl den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Nur dann können wir das an Leid und Tod, was wir verhindern, mit dem ins Verhältnis setzen, was wir verursachen." Notwendig wäre nach Ansicht Hegerl für die Diskussion weiterer Corona-Maßnahmen ein engmaschig tagendes Expertengremium mit Ärzten aus verschiedenen Fachbereichen sowie Psychologen, Soziologen, Epidemiologen und Gesundheitspolitkern, das in systematischer Weise eine Nutzen-Risikoabschätzung vornimmt.

Der Jugendpsychiater Paul Plener bekräftigte den Zeitungen zufolge, dass Schulöffnungen unter strengen Corona-Maßnahmen dringend geboten seien. "Je länger die Pandemie dauert, umso weniger können wir uns allein an den Infektionszahlen orientieren, sondern müssen auch die langfristigen Folgen betrachten", sagte der Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Wien. "Auch psychische Erkrankungen und durch die Pandemie verursachte geringere Bildungschancen sind lebensverkürzend."

Während des Corona-Lockdowns sind viele Menschen an Depressionen erkrankt.
Während des Corona-Lockdowns sind viele Menschen an Depressionen erkrankt. © Peter Steffen/dpa (Symbolfoto)

8.44 Uhr: Deutsche Wirtschaft im Schlussquartal 2020 um 0,3 Prozent gewachsen

Die deutsche Wirtschaft ist trotz der Einführung erneuter Corona-Beschränkungen zum Jahresende 2020 stärker gewachsen, als zunächst angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. In einer ersten Berechnung war die Wiesbadener Behörde von einem Wachstum von 0,1 Prozent ausgegangen.

8.29 Uhr: Ein Drittel der Deutschen gegen Einschnitte und Impfung

Gegen die Einschränkung von Freiheitsrechten in der Pandemie und gegenüber einer Corona-Impfung gibt es einer Umfrage zufolge deutliche Vorbehalte. Ein Drittel der Bürger in Deutschland (33 Prozent) lehnt Eingriffe in die Freiheitsrechte zur Pandemie-Bekämpfung "eher" oder "voll und ganz" ab. Und 34 Prozent wollen sich nicht impfen lassen, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten repräsentativen Befragung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervorgeht.

Für die Erhebung hat das Norstat Institut Ende 2020 mehr als 1.000 Erwachsene befragt. Nach Einschätzung der Stiftung in Gütersloh fällt die ablehnende Haltung gegenüber Impfung und Freiheits-Einschränkungen unter besonders leistungs- und erfolgsorientierten Menschen überdurchschnittlich hoch aus. Die Corona-Krise verschärfe Wertekonflikte, die zuvor schon schwelten, meinte Yasemin El-Menouar, Mitautorin der Studie "Zwischen individueller Freiheit und Gemeinwohl".

Rund 45 Prozent der Befragten zeigten sich zudem überzeugt, dass die Krise auch positive Auswirkungen haben könne - mit Blick auf Klimaschutz und soziales Miteinander. Und 82 Prozent stimmten der Aussage zu, dass die Pandemie die Notwendigkeit eines tiefgreifenden Wandels der Gesellschaft vor Augen führe.

8.16 Uhr: Corona-Krise reißt Milliarden-Löcher in Staatshaushalt

Der deutsche Staat hat im Corona-Krisenjahr 2020 deutlich mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung wiesen ein Defizit von 139,6 Milliarden Euro aus, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Erste Berechnungen der Behörde hatten ein Minus von 158,2 Milliarden Euro ergeben.

8.04 Uhr: Schülervertreter befürchten düstere Zukunftsaussichten

Die Bundesschülerkonferenz warnt angesichts der Corona-Pandemie vor düsteren Zukunftsaussichten für die derzeitige Schülergeneration. Zwar dürfe man aktuell ein gewisses Maß an positiver Energie nicht verlieren, sagte der Generalsekretär Dario Schramm der Deutschen Presse-Agentur. "Dennoch habe ich große Sorge, wenn es um die Frage geht, was diese Pandemie für Auswirkungen hat." Besonders machten ihm die Aussichten für ohnehin schon abgehängte Schüler aus wirtschaftlich schwächeren Familien Sorgen. Mit Blick auf die Themen Bewerbung, Ausbildungsplätze, Praktika sagte Schramm, der ganze Bereich Berufsvorbereitung leide massiv unter der Situation.

Ähnliche Einschätzungen kommen von der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA). Man sehe "mit Sorge", dass viele Schülerinnen und Schüler während der Schulschließungen nicht erreicht würden und zuhause zu wenig Kompensation fänden. Wie die BDA auf Anfrage weiter mitteilte, leidet aktuell besonders die berufliche Orientierung. Viele Schülerinnen und Schüler hätten nicht die Möglichkeit ein Betriebspraktikum zu machen. Nach mehr als zwei Monaten ohne Unterricht in der Schule hatten Grundschulen in den meisten Bundesländern zuletzt wieder eingeschränkt aufgemacht. Wie lange die Einrichtungen geöffnet bleiben, ist jedoch wegen der unsicheren Corona-Lage unklar. Für die meisten älteren Schüler besteht noch keine Aussicht auf Rückkehr in ihre Schulen, nur für Abschlussklassen gibt es Ausnahmen.

7.41 Uhr: Stiko-Vorsitzender warnt vor Abkehr von Impfreihenfolge

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) des Robert-Koch-Instituts, Thomas Mertens, warnt davor, die empfohlene Reihenfolge der Corona-Schutzimpfungen aufzuheben. "Es darf nicht passieren, dass zum Beispiel schwer kranke Risikopatienten leer ausgehen, weil ganze Berufsgruppen mit starker Lobby unabhängig von der evidenzbasierten Prioritätsstufe vorgezogen werden", sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Vorrangiges Ziel der Impfungen sei es, gegen das individuelle Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung zu schützen. Am Montagabend hatten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern darauf verständigt, Erzieherinnen und Erzieher sowie Beschäftigte an Grund- und Förderschulschulen in die Priorisierungsgruppe 2 aufzunehmen. Bislang waren sie in der Gruppe 3 eingestuft.

Zugleich zeigte Mertens aber auch Verständnis für pragmatische Lösungen, falls bei Verimpfungen Serum übrig bleibt. So blieben beim Impfstoff von Astra-Zeneca "aus weitgehend irrationalen Gründen" jeden Tag viele Impfstoffdosen liegen, erklärte er. In der Praxis sei es für die Beschäftigten in den Impfzentren aber oft schwierig, zu identifizieren, wer im konkreten Fall der nächste in der Reihenfolge sei. "Hier sollte es unbedingt in allen Impfzentren Listen geben, die festlegen, wer an die Reihe kommt, wenn Dosen übrig bleiben", betonte Mertens. Damit kein Impfstoff verworfen wird, könne man dann auch "geeignete Kandidaten aus nachfolgenden Prioritätsgruppen vorziehen".

7.20 Uhr: Wie kommen junge Menschen mit der Corona-Pandemie klar?

"Mein Alltag ist sehr eintönig geworden." Dieses Fazit eines Befragten könnte sinnbildlich für das Leben stehen, das viele junge Menschen in der Corona-Zeit führen. Alltag bedeutet für viele junge Menschen seit Monaten vor allem Homeschooling, wenig persönliche Kontakte, kaum Ausgeh- und Feiermöglichkeiten und Urlaub zu Hause. Von Abwechslung kaum eine Spur und ein Ende nicht absehbar. Seine Jugend mitten in einer Pandemie zu erleben - wie fühlt sich das an? Sächsische.de hat versucht, es mit einer Umfrage im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge herauszufinden. Das Ergebnis finden Sie hier. (SZ+)

7.04 Uhr: FDP fordert Schnelltest-Regelung nach dem Vorbild Österreichs

Mit einer Regelung für Schnelltests nach dem Vorbild Österreichs will die FDP den Weg für stufenweise Lockerungen in der Corona-Pandemie freimachen. Ein entsprechender Antrag soll noch diese Woche in den Bundestag eingebracht werden. Ziel sei, dass Hersteller über eine "einfache und unbürokratische Selbstverpflichtung bestätigen, dass bei Eigenanwendung ein entsprechendes Sicherheits- und Leistungsniveau erreicht wird und dass die Funktionstauglichkeit und die Einsatztauglichkeit für den geplanten Zweck gewährleistet ist". Anschließend soll aber ein Zulassungsverfahren durchlaufen werden."

Beim Testen müssen wir auf die Tube drücken, nicht auf die Bremse", sagte der FDP-Abgeordnete Andrew Ullmann dazu der Deutschen Presse-Agentur. "Die FDP-Fraktion fordert ein schnelles und vereinfachtes Zulassen der Selbsttests. In Österreich hat sich dieses Verfahren bereits bewährt. Dort sind Selbsttests schon Teil des Alltags und Teil der Öffnungsstrategie." Ullmann ist Professor in Würzburg und leitet dort das Institut für Infektiologie. Er ist FDP-Obmann im Gesundheitsausschuss. "Die Bundesregierung möchte die Zulassung von Selbsttests über das herkömmliche Verfahren durchführen. Das benötigt jedoch vier bis acht Wochen", kritisierte Ullmann. Angesichts der pandemiebedingten Ausnahmesituation dürfe nicht so lange gewartet werden.

6.46 Uhr: Von der Leyen mahnt Berlin zu Verhältnismäßigkeit bei Grenzkontrollen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Bundesregierung zu Verhältnismäßigkeit bei den verschärften Corona-Grenzkontrollen ermahnt. "Pauschale Grenzschließungen sind problematisch", sagte die CDU-Politikerin der "Augsburger Allgemeinen". Im schlimmsten Fall werde dadurch die soziale Infrastruktur eines Nachbarlandes stillgelegt. Deshalb sei es gut, dass Deutschland Ausnahmen eingeführt habe. Der innereuropäische Streit über Grenzschließungen zur Eindämmung der Pandemie ist an diesem Donnerstag auch Thema eines Online-Gipfels der EU.

Hintergrund sind verschärfte Einreiseregeln, auch von Deutschland. Die Bundesrepublik hat Tschechien, die Slowakei und weite Teile Tirols zu sogenannten Virusvariantengebieten erklärt. Von dort dürfen nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es für Lkw-Fahrer und Pendler. Weiteres Thema der Videokonferenz sind die Bemühungen um eine Beschleunigung der Impfkampagnen innerhalb der EU.

6.34 Uhr: Sachsen spielen während Corona-Pandemie mehr Lotto denn je

Die sächsische Lottogesellschaft hat im Corona-Jahr 2020 den höchsten Umsatz ihrer Geschichte gemacht. Hohe Jackpots vor allem im zweiten Halbjahr hätten viele Spieler angezogen, sagte Lotto-Chef Frank Schwarz in Leipzig. Die Tipper setzten insgesamt 328 Millionen Euro ein - ein Plus von 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Einbußen wegen Corona habe es praktisch kaum gegeben. Nur 40 der rund 1.200 Annahmestellen im Land hätten wegen der Pandemie geschlossen werden müssen - etwa, weil die Betreiber in Quarantäne mussten.

Von den Spieleinsätzen wurden 161 Millionen Euro als Gewinne ausgeschüttet. Vier Tipper erzielten Millionenbeträge. 123 Millionen Euro führte Sachsenlotto für das Gemeinwohl ab. Der Betrag setzt sich zusammen aus 65 Millionen Euro an Reinerträgen und 57 Millionen Euro Lotterie- und Sportwettensteuer. Mit den Erträgen der Staatslotterie unterstützt das Land unter anderem Sport- und Kulturangebote.

6.23 Uhr: Berechnung: Wie stark verändert Corona-Typ B.1.1.7 das Sterberisiko?

Eine Corona-Infektion geht für jeden Menschen mit einem gewissen Sterberisiko einher. Für die zunächst in Großbritannien nachgewiesene Variante B.1.1.7 hat der Stuttgarter Mathematiker Christian Hesse dies nun aufzuschlüsseln versucht. "Das nach Infektion mit der britischen Mutante bestehende Sterberisiko ist für 80-Jährige mehr als 1.000 Mal so hoch wie für 20-Jährige", erklärte er zu seiner Rechnung. Ohne Corona liege dieser Faktor bei Männern bei rund 130, bei Frauen bei 200 - bei einem Senior ist der Tod immer wahrscheinlicher als bei einem jungen Menschen.

Der Wissenschaftler der Stuttgarter Universität bezieht sich bei den Daten auf die sogenannte Infektionssterblichkeit. Das ist der Anteil der Corona-Toten unter allen Infizierten, ob getestet oder nicht. Für eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung muss dafür unter anderem mittels Blutproben der Immunstatus ermittelt werden, um auch frühere, unentdeckt gebliebene Corona-Infektionen festzustellen. Auf Basis von britischen Analysen hat Hesse so die Gefährlichkeit des Corona-Typs B.1.1.7 berechnet. Ableiten lässt sich demnach, dass eine Infektion mit der Mutante für 55-jährige Männer und 35-jährige Frauen das normale Sterblichkeitsrisiko in diesem Alter wohl verdoppelt. Für 80-jährige Männer und 60-jährige Frauen werde es verdreifacht.

6.11 Uhr: Sportler dürfen nicht zur Eröffnungsfeier der Nordischen Ski-WM

Die Eröffnungsfeier der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf wird coronabedingt ohne Sportler stattfinden. "Auch wir werden die Eröffnungsfeier nur im Fernsehen sehen", sagte der Sportliche Leiter der deutschen Langläufer Andreas Schlütter. "Vielleicht werden wir uns im Hotel zumindest virtuell zusammenschalten." Die Eröffnungsfeier mit einer Lichtshow ist am Mittwochabend um 20.00 Uhr angesetzt und wird im Livestream bei BR24 übertragen.

Papp-Aufsteller dienen im Skiprungstadion in Oberstdorf auf der Tribüne als Publikum. Das darf wegen der Corona-Pandemie nicht zur WM kommen.
Papp-Aufsteller dienen im Skiprungstadion in Oberstdorf auf der Tribüne als Publikum. Das darf wegen der Corona-Pandemie nicht zur WM kommen. © Daniel Karmann/dpa

5.47 Uhr: 8.007 Corona-Neuinfektionen und 422 neue Todesfälle registriert

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 8.007 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 422 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 7.556 Neuinfektionen und 560 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 59,3 - und damit niedriger als am Vortag (60,5). Vor vier Wochen, am 27. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 101,0 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.402.818 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 24.02., 03.10 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.217.700 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 68.740.

5.25 Uhr: Friseure verlängern Öffnungszeiten, Preise bleiben stabil

Die Friseure in Deutschland bereiten sich nach mehrmonatiger Schließung auf einen Kunden-Ansturm vor. Der Andrang sei vielleicht noch größer als nach dem ersten Lockdown, viele Salons seien bis Ende März ausgebucht, sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Jörg Müller, vor der Öffnung am kommenden Montag. Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, verlängerten viele Betriebe ihre Öffnungszeiten. Mit einer Preissteigerung wie nach dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr rechnet der Verband diesmal nicht.

Möglich ist die Öffnung auch dieses Mal nur unter Einhaltung eines strengen Hygienekonzepts. "Wir halten einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern ein und tragen eine medizinische Maske. Umhänge werden nach jedem Kunden gewechselt und der Arbeitsplatz desinfiziert", sagte Müller. Zudem arbeiteten Friseure ausschließlich nach vorheriger Terminvergabe.

Mittwoch, 5 Uhr: Rollende Impfstation für drei Tage im Vogtland

Der Testlauf einer rollenden Impfstationen wird fortgesetzt. Am Mittwoch macht die mobile Einheit des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) für drei Tage Halt in Adorf (Vogtlandkreis). Die Impfung ist vorgesehen für über 80-Jährige, die nicht in einer Pflegeeinrichtung leben, aber mobil eingeschränkt sind. "Wir stellen an den drei Tagen insgesamt 360 Impfdosen zur Verfügung", erläuterte Kai Kranich, Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Sachsen. Am vergangenen Wochenende sei der Einsatz mobiler Stationen in Bannewitz (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) und Großhartmannsdorf (Mittelsachsen) bereits ein großer Erfolg gewesen.

Neben Adorf haben die obervogtländischen Städte Bad Elster, Bad Brambach, Markneukirchen, Schöneck und Klingenthal die Impfung in dem zur Arztpraxis umgebauten Sattelauflieger organisiert. In Zusammenarbeit mit den Pflegediensten habe man sich zunächst auf die Menschen konzentriert, die am wenigsten mobil sind, erklärte Adorfs Bürgermeister Rico Schmidt (SPD).

Für den DRK-Sprecher ist das Engagement der Gemeinden entscheidend für den Erfolg. Schließlich seien sie für die Infrastruktur und die Organisation wie die Ansprache der Zielgruppe verantwortlich, erläuterte Kai Kranich. Wie schnell die Gemeinden aber sein können, zeigt das Beispiel von Adorf und den Nachbargemeinden. "Wir wurden Mitte vergangener Woche informiert, hatten tags darauf gleich die erste Lagebesprechung und haben alles hinbekommen", sagte Rico Schmidt.

Das mobile Impfzentrum des DRK ist derzeit testweise in Sachsen unterwegs.
Das mobile Impfzentrum des DRK ist derzeit testweise in Sachsen unterwegs. © Daniel Schäfer

Corona-Pandemie: Das geschah am Dienstag

22.01 Uhr: Strobl fordert von Merkel geringere Fixierung auf Inzidenzwerte

CDU-Bundesvize Thomas Strobl fordert von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eine geringere Fixierung auf Inzidenzwerte im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Der Inzidenzwert dürfe nicht mehr alleine als Maßstab für Corona-Maßnahmen herangezogen werden, schreibt Strobl in einem Brief an die Kanzlerin vom Dienstag.

Neben der Anzahl der Neuinfektionen sollten auch die Anzahl der Tests, der Anteil der positiven Testergebnisse sowie weitere Parameter wie die Auslastung der Krankenhäuser und die Kapazitäten der zuständigen Gesundheitsämter einbezogen werden, so Strobl. "Damit können wir künftig ein aussagekräftigeres und valideres Bild über die Situation der Corona-Pandemie in unseren Städten und Gemeinden ermitteln und wichtige Lockerungen ermöglichen."

Thomas Strobl (CDU), Minister für Inneres.
Thomas Strobl (CDU), Minister für Inneres. © dpa

21.40 Uhr: Streit über Grenzschließungen wird Thema bei EU-Gipfel

Der innereuropäische Streit über Grenzschließungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird am Donnerstag Thema bei einer Videokonferenz der EU-Staats- und Regierungschefs. Das richtige Gleichgewicht zwischen Beschränkungen und dem reibungslosen Waren- und Dienstleistungsverkehr im Binnenmarkt zu finden, bleibe eine Herausforderung, schrieb EU-Ratspräsident Charles Michel am Dienstag in seinem Einladungsschreiben zu den Beratungen. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, könnten weiterhin restriktive Maßnahmen für nicht erforderliche Reisen notwendig sein. Dennoch sei auch der Güter- und Dienstleistungsverkehr im Binnenmarkt von wesentlicher Bedeutung.

Hintergrund des Streits sind verschärfte Einreiseregeln von Ländern wie Deutschland. So hatte die Bundesrepublik zuletzt Tschechien, die Slowakei und weite Teile Tirols zu sogenannten Virusvariantengebieten erklärt. Von dort dürfen aktuell nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es unter anderem für Lastwagenfahrer und Grenzgänger mit systemrelevanten Berufen.

21.10 Uhr: EU-Kreise: Womöglich weitere Lieferengpässe bei Astrazeneca

Beim Corona-Impfstoffhersteller Astrazeneca drohen weitere Lieferengpässe. Unternehmensvertreter hätten der Europäischen Union auch für das zweite Quartal mögliche Produktionsausfälle in Europa angezeigt, sagte ein EU-Vertreter am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Doch könnten diese Mengen theoretisch aus anderen Impfstofffabriken des Herstellers wettgemacht werden. Es gebe noch keinen akzeptierten Lieferplan für das Quartal.

Der EU-Vertreter reagierte damit auf Medienberichte, wonach Astrazeneca die Lieferung im zweiten Quartal von 180 auf 90 Millionen Dosen halbieren wolle. Dies sei so nicht zu bestätigen, hieß es. Offiziell teilte die Kommission mit, die Verhandlungen mit Astrazeneca über den Lieferplan liefen noch. Das Unternehmen sei dabei, den Plan "zu verfeinern und zu konsolidieren, auf Grundlage aller verfügbaren Produktionsstätten in Europa und außerhalb". Die Kommission erwarte "einen verbesserten Vorschlag für einen Lieferplan".

Astrazeneca hatte bereits Ende Januar überraschend eine drastische Kürzung der Liefermenge an die EU angekündigt: Statt 80 Millionen Dosen wollte das britisch-schwedische Unternehmen wegen Produktionsengpässen in Europa nur 31 Millionen an die EU liefern. Schließlich sagte die Firma 40 Millionen Dosen für die Zeit bis Ende März zu. Es sei jedoch unklar, ob diese Menge wirklich erreicht werde, hieß es aus EU-Kreisen.

20.40 Uhr: Irland bleibt bis April im Lockdown

In Irland soll bis mindestens zum 5. April die höchste Stufe der Corona-Maßnahmen gelten. Das sagte Premierminister Micheal Martin am Dienstag im Regierungssitz in Dublin. Die Schulen sollen allerdings schrittweise bereits vom kommenden Monat an wieder geöffnet werden.

Die Infektionszahlen seien zwar rückläufig, so Martin. Doch die britische Virus-Variante B.1.1.7 habe die Situation stark verändert. Inzwischen seien 90 Prozent aller Neuinfektionen in dem Land auf den sich schneller ausbreitenden Virus-Typ zurückzuführen. "Die Wahrheit ist, dass dies die Dynamik erheblich verändert hat, und wir müssen sehr vorsichtig sein, wenn wir die nächsten Schritte voran machen", sagte der irische Premier.

20.16 Uhr: Median Klinik Bad Gottleuba wegen Mutation abgeriegelt

Für die Klinik Gottleuba herrscht ab jetzt nicht nur ein Besuchsverbot, sondern auch ein Aufnahmestopp und ein Abreiseverbot. Patienten, die zur Rehabilitation in der Klinik sind, dürfen nicht nicht abreisen. Grund dafür sind zwei Patienten die positiv auf die britische Variante des Coronavirus getestet worden sind. Es sind die ersten Fälle der Mutation B.1.1.7 im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Über 700 Personen müssen jetzt getestet werden. (SZ+)

19.45 Uhr: Spahn: Lehrer und Kita-Beschäftigte ab Mittwoch impfen

Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher an Kitas sollen von Mittwoch an gegen Corona geimpft werden können. "Beschäftigte in Kitas, in der Kindertagespflege, in Grund- & Förderschulen können ab morgen von den Ländern geimpft werden", teilte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter mit. "Unsere entsprechende Verordnung tritt dann in Kraft."

Nach Angaben aus seinem Ministerium soll die Verordnung am Mittwoch im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Spahn erwartet so "zusätzliche Sicherheit" in einem Umfeld, in dem Abstand und Maske nicht immer möglich seien. Seit Montag sind Grundschulen und Kitas in zehn Bundesländern teilweise wieder geöffnet.

In Sachsen sollen Lehrer an Grund- und Förderschulen, Erzieher und Tagespflegepersonal mit dem Impfstoff Astrazeneca geimpft werden. Sie können voraussichtlich ab Donnerstag Termine dafür buchen, sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping im Interview mit sächsische.de

19.19 Uhr: Humorzone Dresden abgesagt

Die siebte Auflage des Dresdner Humorzonen-Festivals ist abgesagt worden. "Lange pflegten wir in unserem Büro das zarte Pflänzchen der Hoffnung, im März doch noch ein Festival auf die Beine stellen zu können", teilte Veranstalterin Katina Haubold am Dienstag mit. "Leider müssen wir nun feststellen: Die Hoffnung stirbt zuletzt – aber sie stirbt." Das weiterhin hohe Infektionsrisiko in der Corona-Pandemie habe keine andere Entscheidung zugelassen.

Während die meisten der 60 geplanten Veranstaltungen auf 2022 verschoben wurden, konnten einige Termine auch auf den Sommer verlegt werden. So soll die A-cappella-Band Basta am 20. August im Innenhof des Boulevardtheaters auftreten. Bereits für den 9. Juni ist ein Auftritt der Kabarettistin Lisa Eckhart in der Jungen Garde geplant. Am selben Ort soll am 29. Juni Markus Krebs seine Witze erzählen.

18.46 Uhr: Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hebt 15-Kilometer-Regel auf

Ausflüge in die Sächsische Schweiz sind ab Mittwoch wieder möglich. Das Landratsamt Pirna setzt die 15-Kilometer-Regel für Besorgungen und Aktivitäten an der frischen Luft außer Kraft. Wie eine Sprecherin des Landkreises weiter mitteilte, fällt auch die nächtliche Ausgangssperre ab Mittwochmitternacht.

Die vom Robert-Koch-Institut ermittelte maßgebliche Inzidenzwert liegt für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge seit sieben Tagen unter 100. Bereits nach fünf Tagen hätte gelockert werden können. Nach einer kurzfristig wieder zurückgenommenen Lockerung vergangene Woche entschied sich der Landkreis aber zunächst dafür, nur noch den eigenen – in der letzten Zeit höheren – Zahlen zu vertrauen. Die abermalige Lockerung erfolgte jetzt mit Blick auf die Gesamtlage in Kitas, Schulen und Krankenhäusern, hieß es.

18.31 Uhr: Bayern öffnet Baumärkte - Kritik aus Baden-Württemberg

Ungeachtet einer Seitwärtsbewegung bei den Corona-Infektionen lockert Bayern die Schutzmaßnahmen. Vom kommenden Montag an können Kunden ganz regulär wieder in Baumärkten und Gartencentern einkaufen, sich beim Friseur die Haare und im Nagelstudio die Fingernägel schneiden lassen können, beschloss das Kabinett bei seiner Sitzung am Dienstag.

Von den Nachbarn aus Baden-Württemberg kam umgehend Kritik. Man sei irritiert angesichts der Kehrtwende des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), sagte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet der dpa in Stuttgart. "Bisher war er immer der harte Hund, jetzt fängt er an, eine Sache nach der anderen Sache zu öffnen", sagte Hoogvliet. "Ich weiß nicht, was das soll." Die Baumärkte waren wie die Geschäfte vieler anderer Branchen im Lockdown geschlossen worden.

Kunden stehen mit Einkaufswagen in einem Hornbach-Baumarkt vor den Kassen an.
Kunden stehen mit Einkaufswagen in einem Hornbach-Baumarkt vor den Kassen an. © Archivbild: dpa/Sven Hoppe

18.12 Uhr: Gastro- und Reisebranche plant "1000-Personen-Polittalk" in Dresden

Die Initiative "Leere Stühle" plant einen "Polittalk" mit 1.000 Teilnehmern unter freiem Himmel in Dresden, um auf die Lage der seit Monaten geschlossenen Unternehmen aufmerksam zu machen. In der Initiative sind unter anderem Vertreter der Gastro- und Reisebranche, von Fitnessstudios und des Einzelhandels zusammengeschlossen. Sie fordern eine wirtschaftliche Perspektive und einen Plan für Öffnungen - und das möglichst schnell.

Für den "Polittalk" am 1. März auf dem Neumarkt in Dresden habe neben anderen Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) zugesagt, teilte die Initiative mit. Es solle eine Fragerunde werden. Die 1.000-Personen-Grenze gibt derzeit die sächsische Corona-Schutzverordnung vor. Größere Versammlungen sind nicht zugelassen.

17.53 Uhr: Sterbefälle in der sechsten Kalenderwoche auf Vorjahresniveau

Die Zahl der Sterbefälle in Deutschland lag in der zweiten Februarwoche auf dem Niveau des gleichen Zeitraums der Vorjahre. Insgesamt wurden in der sechsten Kalenderwoche (8. bis 14. Februar) 20.468 Todesfälle registriert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Das entspreche dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2020. Im gesamten Januar 2021 lagen die Sterbefallzahlen demnach noch 20 Prozent über dem Durchschnitt der vier Vorjahre. In der ersten Februarwoche sei es dann nur noch ein Anstieg von drei Prozent gewesen.

Ein Vergleich mit der Zahl der beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Covid-19-Todesfälle sei derzeit bis einschließlich der 4. Kalenderwoche möglich, erklärte das Bundesamt. In dieser Woche (25. bis 31. Januar) starben laut RKI 3720 an oder mit Covid-19, damit sei die Zahl gegenüber der Vorwoche um 755 Fälle gesunken. Die gesamte Sterbefallzahl lag in dieser Woche bei 22 406 Menschen. Das sind zwölf Prozent mehr als im Schnitt der vier Vorjahre. Auf Länderebene liegen die Zahlen bis Ende der dritten Woche des Jahres vor. Die höchste Differenz zum Durchschnitt der Vorjahre weisen in dieser Woche Sachsen-Anhalt mit plus 56 Prozent (370 Fälle) und Sachsen mit plus 52 Prozent (581 Fälle) auf.

17.29 Uhr: Porsche in Leipzig unterbricht Baustellenbetrieb wegen Corona

150 Corona-Fälle haben den Bau der neuen Karosserie-Halle bei Porsche in Leipzig ausgebremst. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, wurden der Baustellenbetrieb vorübergehend unterbrochen und die Zutrittsregeln angepasst. "Der Zutritt zur Baustelle ist nur noch mit negativem PCR-Test möglich. Zusätzlich wurden ein eigenes Testzentrum für die Baustelle errichtet sowie vorsorglich ein engmaschiges Testsystem eingeführt", hieß es. Mehr dazu im Artikel 150 Corona-Fälle auf Porsche-Baustelle in Leipzig (SZ+)

17.05 Uhr: Warteschlange vor Dresdner Corona-Impfzentrum

Vor dem Impfzentrum in der Dresdner Messe kam es am Dienstag aufgrund eines technischen Problems zu Warteschlangen von Dutzenden Impfwilligen. Am Mittag standen hier 50 bis 60 Menschen, die auf ihre zuvor terminlich vereinbarte Coronaschutzimpfung für diesen Tag warteten, darunter Ärzte und Pflegekräfte. Ältere wurden gebeten, Platz zu nehmen. Dazu wurden Stühle und Bänke vor der Messe aufgestellt. Alle Wartenden erhielten Zettel mit Nummern, die dann aufgerufen wurden. Mehr zur Schlange vor dem Impfzentrum Dresden (SZ+)

Zahlreiche Menschen stehen vor dem Impfzentrumin der Messe Dresden.
Zahlreiche Menschen stehen vor dem Impfzentrumin der Messe Dresden. © dpa/Robert Michael

16.49 Uhr: Merkel konkretisiert Vorstellungen für Öffnungsstrategie

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre Vorstellungen für vorsichtige Öffnungsschritte in Kombination mit vermehrten Testmöglichkeiten in der Corona-Pandemie konkretisiert. Es gebe drei Stränge, bei denen man Schritt für Schritt öffnen wolle, sagte Merkel nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern am Dienstag in einer Online-Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Die Kanzlerin nannte die persönlichen Kontaktbeschränkungen sowie den Bildungs- und den Wirtschaftsbereich.

Bis zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 3. März sollten hier Öffnungsschritte erarbeitet werden, machte Merkel demnach deutlich. Dann solle vereinbart werden, unter welchen Umständen diese Schritte gemacht werden könnten. Bei jedem Öffnungsschritt müsse es das Ziel sein, ein wieder exponentielles Wachstum der Infektionszahlen auch angesichts der verschiedenen Mutationen zu verhindern. Man wolle einen Pfad bis in den Sommer hinein finden, bei dem man auch die Wirkung des Impfens deutlich sehen werde. Und bei dem möglichst nichts wieder geschlossen werden müsse, was geöffnet worden sei.

Am besten könne man sich Pakete vornehmen, bei denen man nicht nur aus einem Strang etwas nehme, sondern wo man sinnvoll versuche, aus den verschiedenen Lebensbereichen Dinge zusammenzuführen, schlug Merkel demnach vor. Nach den einzelnen Öffnungsschritten müsse überprüft werden, dass man nicht wieder in ein exponentielles Wachstum komme. Sollte dies geschehen, werde man sehr schnell wieder in einer Situation sein, in der das Gesundheitswesen überlastet sein könne. Bei einem Verdopplungszyklus von 10 oder 14 Tagen sei man dann sehr schnell bei sehr hohen Zahlen.

16.28 Uhr: Corona-Lage auf Mallorca inzwischen besser als in Deutschland

Die Corona-Lage auf des Deutschen liebster Urlaubs-Insel Mallorca und auf den anderen Balearen verbessert sich im Zuge des strengen Lockdowns weiterhin rapide. Die spanische Region meldete am Dienstag nur noch 52 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind die niedrigsten Werte seit Ende Juli. Mit rund 46 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gehören die Balearen, die im Dezember lange die schlimmsten Zahlen ganz Spaniens hatten, inzwischen zu den Regionen des Landes mit den besten Werten. Mallorca hat aktuell auch bessere Zahlen als fast alle deutsche Regionen. Nach Angaben des Robert Koch Instituts lag die Sieben-Tage-Inzidenz zum Beispiel in Sachsen bei 70,7 und in Bayern bei 58. "Spitzenreiter" ist Thüringen mit 120. Nicht nur bei den Infektionen gibt es eine positive Entwicklung auf den Balearen. Auch die Lage in den Krankenhäusern entspannt sich zusehends. Die Zahl der Intensivpatienten mit Covid ging am Dienstag um fünf auf 60 zurück. Noch vor einem Monat waren es 128 gewesen.

Auf Mallorca herrscht ein strenger Lockdown. Seit dem 13. Januar und mindestens noch bis Montag müssen unter anderem alle Restaurants, Cafés und Bars geschlossen bleiben. Die Gastronomen der Inseln sind nach einem Treffen mit Vertretern der Regionalregierung von Ministerpräsidentin Francina Armengol aber hoffnungsfroh, dass diese Woche eine Lockerung der Einschränkungen angekündigt werden wird.

Menschen sitzen im Park "Parc de la mar" in Palma.
Menschen sitzen im Park "Parc de la mar" in Palma. © Clara Margais/dpa

16.13 Uhr: Sachsen-Anhalt öffnet Baumärkte zum 1. März

In Sachsen-Anhalt öffnen am Montag neben Schulen und Friseuren auch Bau- und Gartenmärkte, Blumenläden sowie Fahr- und Flugschulen. Dies habe das Landeskabinett beschlossen, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Dienstag in Magdeburg. Ein Grund sei, "dass wir auch saisonbedingt diese Angebote benötigen", sagte Haseloff. Zugleich legte die Landesregierung ihre Pläne für weitere Lockerungen vor. Diese sollen laut dem sogenannten Sachsen-Anhalt-Plan 2021 in vier Stufen erfolgen. So sind jeweils Lockerungen geplant, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner die 50 und die 35 unterschreitet.

Weitere Lockerungen soll es geben, wenn die Inzidenz jeweils konstant für drei beziehungsweise sechs Wochen unter dem Wert von 35 bleibt. Die Lockerungen beziehen sich jeweils zugleich auf nahezu alle Branchen und gesellschaftlichen Bereiche, in denen dann je nach Stufe schrittweise immer mehr möglich werden soll, wie Staatskanzleichef Rainer Robra (CDU) erläuterte. Dies gelte auch für die Kontaktbeschränkungen. So soll die Zahl der Personen, die man aus einem anderen Haushalt treffen darf, bereits ab einer Inzidenz unter 50 von einer auf fünf steigen, unter einer Inzidenz von 35 sollen es zehn Personen sein. Das Kabinett wolle den Plan am 2. März beschließen und tags darauf in die Corona-Beratungen von Bund und Ländern einbringen.

15.54 Uhr: EU unter Top3 bei Impfstoff-Auslieferung

Die Auslieferung der Corona-Impfstoffe wächst von Woche zu Woche rasant. Das berichtete der internationale Pharmaverband IFPMA am Dienstag unter Verweis auf eine Aufstellung der Datenplattform Airfinity. Die EU ist unter den Top 3-Empfängern. IFPMA-Generaldirektor Thomas Cueni wehrte sich im Gespräch mit der Journalistenvereinigung ACANU in Genf gegen Vorwürfe, die Industrie liefere eher an reiche Länder als an das von den Vereinten Nationen aufgesetzte Solidarprojekt Covax, das Impfstoffe für alle Länder, auch mit kleinen und mittleren Einkommen kauft.

In der Woche bis 22. Februar blieb nach diesen Angaben der Impfstoff von Biontech/Pfizer der meist ausgelieferte, mit gut 82 Millionen Dosen, plus vier Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Die chinesische Firma Sinovac lieferte 74,4 Millionen (plus 46 Prozent), Astrazeneca 55 Millionen (plus 22 Prozent) und Moderna fast 50 Millionen (plus zehn Prozent). Am rasantesten legte das Mittel der chinesischen Firma Sinopharm zu: um 286 Prozent auf knapp 30 Millionen Dosen. Der Sputnik V-Impfstoff verblieb bei 8,3 Millionen Dosen. Im Gesamtjahr dürften zehn Milliarden Dosen produziert werden, schätzte James Robinson von der "Koalition für Innovationen in der Epidemievorbeugung" (CEPI).

Die meisten aller bislang ausgelieferten Impfdosen gingen in die USA: gut 26 Prozent. Mit 14,7 Prozent lag dahinter China, gefolgt von der EU mit 12,6 Prozent, Indonesien mit gut 5,8 Prozent und Großbritannien mit knapp 5,8 Prozent, wie der Verband berichtete. Abgesehen von China seien im Großen und Ganzen die meisten Dosen an die am schwersten betroffenen Länder und Regionen gegangen, sagte Cueni. Dass Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen nicht zum Zuge kämen, stimme nicht. Auf den nächsten Plätzen folgten Indien, Brasilien, die Türkei, Russland, Israel und Marokko.

15.10 Uhr: Knapp 500 Corona-Neuinfektionen in Sachsen

In Sachsen wurden nach Angaben des Sozialministeriums vom Dienstagnachmittag binnen eines Tages 496 Neuinfektionen sowie 31 weitere Todesfälle registriert. Vor genau einer Woche waren es 446 Neuinfektionen und 67 Verstorbene. Seit Beginn der Pandemie gibt es nun insgesamt 191.501 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 7.513 Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. Rund 177.450 Menschen gelten schätzungsweise als wieder genesen.

Besonders von der Pandemie betroffen ist aktuell der Vogtlandkreis, wo innerhalb es innerhalb der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner 173,9 Neuinfektionen gab. Der niedrigste Wert dieser Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell in den Städten Leipzig (44) und Chemnitz (36,1). Für den gesamten Freistaat wird die Inzidenz mit 70,7 (Vortag: 74,8) beziffert, deutschlandweit beträgt sie laut Robert Koch-Institut (RKI) durchschnittlich 60,5. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

14.58 Uhr: EU erwartet Einigung im Grenzstreit mit Deutschland

Im Streit mit Deutschland über verschärfte Grenzkontrollen in der Corona-Krise erwartet die EU-Kommission eine Einigung. "Wir sehen Bewegung bei der deutschen Regierung, um zu einem Konsens zu kommen", sagte Vizepräsident Margaritis Schinas am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.

EU-Innenkommissarin Ylva Johansson machte klar, dass sie von Deutschland erwarte, die gemeinsamen Empfehlungen der EU-Staaten zu erfüllen und Grenzen so weit wie möglich offen zu halten. "Es waren die Mitgliedsstaaten selbst, die darüber entschieden haben", sagte die Schwedin der dpa. Man müsse sicherstellen, dass Waren weiter fließen und Grenzpendler zur Arbeit könnten. "Wir können nicht eine Situation haben, in der ein Mitgliedsstaat etwas zustimmt und es dann nicht befolgt." Sie erwarte, dass die Länder sich an die gemeinsamen Beschlüsse hielten.

14.43 Uhr: Rund 30 Prozent der Corona-Viren sind mutiert

Die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 breitet sich nach Beobachtung eines großen Laborverbands in Deutschland weiter aus. Während sich die Rate der positiven Corona-Tests insgesamt in den vergangenen Wochen verringert habe, sei der Anteil der Mutante gewachsen, sagte Michael Müller, der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), am Dienstag in einer Videoschalte. In untersuchten Stichproben aus der vergangenen Woche habe der Anteil bei annähernd 30 Prozent gelegen. Die Angaben bilden die Ansteckungen von ungefähr ein bis zwei Wochen zuvor ab.

Müller sprach von einer erwartbaren Zunahme. In dieser Woche laufe in den Laboren wieder eine Erhebung für das Robert Koch-Institut (RKI). In dessen Berichten zur Entwicklung der Mutanten sind die ALM-Daten ein Baustein. Zuletzt hatte das RKI von einem Anstieg der britischen Variante von knapp 6 auf rund 22 Prozent in Stichproben binnen zwei Wochen berichtet.

Von den rund 934.000 Labortests in der Woche vom 15. bis 21. Februar waren nach ALM-Daten 6,47 Prozent positiv, die Auslastung habe bei 50 Prozent gelegen. Auf ansteckendere Virusvarianten wird davon allerdings nur ein Bruchteil untersucht. Die ALM-Auswertungen basieren auf Daten von rund 170 Laboren und stellen den Angaben nach rund 90 Prozent des Testgeschehens in Deutschland dar.

14.30 Uhr: Verwirrung um polnische Grenzkontrollen

Wollen die Polen Grenzkontrollen nach Sachsen oder nicht? Die Informationen dazu sind inkonsistent. Während mehrere polnische Medien von "Grenzschließungen" sprechen, hatte sich der Gesundheitsminister dazu nicht geäußert. Wahrscheinlicher ist die Wiedereinführung von Grenzkontrollen, denn ähnlich wie Deutschland verlangt auch Polen bei Einreise einen Corona-Test.

Was polnische Medien genau schreiben und was Deutsche beim Grenzübergang erlebt haben lesen Sie hier.

14.10 Uhr: Köpping: Neue Impfordnung am Donnerstag

Am Donnerstag will Sachsen die neue Impfreihenfolge veröffentlichen. Dann soll klar sein, welche Personengruppen sich demnächst mit dem britsch-schwedischen Impfstoff Astrazeneca impfen lassen können dürfen. Neben Lehrern und Erziehern sollen sich auch beispielsweise Polizisten und Sicherheitskräfte, die in ihrem Arbeitsalltag einer hohen Infektionsgefahr ausgesetzt sind, immunisieren lassen können. Mehr dazu im Artikel Sachsens Lehrer und Erzieher werden geimpft (SZ+)

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping am Dienstag bei der Kabinetts-Pressekonferenz.
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping am Dienstag bei der Kabinetts-Pressekonferenz. © Screenshot: SZ

13.41 Uhr: DRK-Chef: Änderung der Reihenfolge sorgt für Probleme im Portal

Die Änderungen in der Impfreihenfolge sorgen für Probleme im Buchungsportal. Das sagte Sachsens DRK-Chef Rüdiger Unger am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Vor allem die Erbringung der Nachweise durch Lehrer und Erzieher sei eine Herausforderung, so Unger. Am Donnerstag sollen auch diese Personengruppe den Impfstoff Astrazeneca erhalten, der nur für Personen unter 65 Jahren geeignet ist. In Sachsen hatten sich durch eine Panne bereits vor einigen Tagen Lehrkräfte für Termine eintragen können - darauf ging Unger nur am Rande mit einer scherzhaften Bemerkung ein. Eine Öffnung am Donnerstag sei zwar geplant, doch nicht 100-prozentig sicher, machte Petra Köpping klar. Auch Polizisten und Sicherheitskräfte, die einem hohem Infektionsrisiko ausgesetzt sind, sollen sich impfen lassen können.

Zudem habe der Test der mobilen Impfzentren "besser funktioniert als gedacht." Der Tests hatte in Bannewitz stattgefunden - in den kommenden Tagen soll das Konzept noch in größeren Gemeinden getestet werden. Bisher liege die Quote des verlorenen Impfstoffes bei 0,5 Prozent - nur eine von 200 Impfdosen geht demnach kaputt. Nach Einschätzung des DRK-Chefs eine sehr gute Quote.

13.31 Uhr: Zusätzlich 60 Millionen für Impfungzentren

Laut Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) habe es in Sachsen inzwischen 252.105 Impfungen gegeben. Das bedeute eine Impfquote von 4,2 Prozent, womit Sachsen nun erstmals vor dem Bundesschnitt liegt. Ab Donnerstag sollen in Sachsen nun auch Grundschullehrer und Erzieher mit dem Impfstoff Astrazeneca geimpft werden sollen. Köpping stellte auch in Aussicht, dass bald alle Lehrkräfte Termine bekommen können.

Außerdem soll das Impfangebot erweitert werden. Bisher können in den sächsischen Impfzentren 13.000 Menschen am Tag geimpft werden - Köpping ist das zu wenig. Deshalb habe das Kabinett am Dienstag zunächst 60 Millionen Euro zur Erweiterung der sächsischen Impfkampagne bewilligt. Ein Großteil des Geldes wird für mehr Personal und längere Öffnungszeiten gebraucht.

Darüber hinaus soll die Zahl der Impfstrecken verdoppelt werden - von 26 auf 52. Diese Erweiterungen seien schon vorbereitet und geplant, der finanzielle Rahmen müsse in Details noch mit Finanzminister Vorjohann (CDU) besprochen werden, auch der Landtag muss noch zustimmen. Zuvor war bekannt geworden, dass das Sozialministerium eigentlich 178 Millionen Euro benötigt. Köpping bezeichnete diese Zahl jedoch als "Zwischenstand" und zeigte sich über die Veröffentlichung sichtlich verärgert.

13.22 Uhr: Staatskanzleichef Schenk: "Zweite Pandemie" baut sich auf

Am Dienstag stellte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) zusammen mit Staatskanzleichef Oliver Schenk (CDU) und Sachsens DRK-Chef Rüdiger Unger nach der Kabinettssitzung die aktuellsten Beschlüsse und Entwicklungen Corona-Pandemie vor.

Oliver Schenk wies auf die stagnierenden, teilweise sogar steigenden 7-Tage-Inzidenzen in den sächsischen Landkreisen hin und machte dafür die britische Corona-Mutation verantwortlich. Deshalb seien heute zwei Experten im Kabinett zu Gast gewesen, darunter Michael Meyer-Hermann vom Helmholtz-Institut. Man wolle sich vor allem auf die Ministerpräsidenten-Konferenz in der kommenden Woche vorbereiten. Die Experten hätten vor den Mutationen gewarnt und von einer "zweiten Pandemie" gesprochen.

Da die schnellere Verbreitung ein wesentlicher Bestandteil der Mutation sei, beeinflusst das auch die Kontaktverfolgung, die anspruchsvoller werde. Mit Lockerung sei demnach nicht so bald zu rechnen.

Die Pressekonferenz können Sie hier anschauen.

Sachsens Staatskanzleichef Oliver Schenk.
Sachsens Staatskanzleichef Oliver Schenk. © Screenshot: SZ

13.07 Uhr: Tschechische Patienten sollen nach Sachsen gebracht werden

Erste Corona-Patienten aus Tschechien stehen offenkundig vor der Überstellung nach Sachsen. Wie das Gesundheitsministerium auf einer Pressekonferenz sagte, hätten die sächsischen Behörden auf Anfrage zunächst neun Intensivbetten anbieten können.

Wann mit dem Transport zu rechnen ist und in welche Kliniken, blieb zunächst offen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte dieser Tage gegenüber dem Tschechischen Fernsehen die Bereitschaft erneuert, dem Nachbarland in der derzeit kritischen Corona-Lage unter die Arme zu greifen.

Wie auf der Pressekonferenz betont wurde, ist die Situation in den tschechischen Krankenhäusern mittlerweile mehr als kritisch. Es gebe nicht nur zu wenige Intensivbetten, es fehle auch an qualifiziertem Pflegepersonal.

Die Regierung in Prag hatte sich lange gesträubt, Hilfsangebote aus Sachsen und Bayern anzunehmen. Gesundheitsminister Jan Blatný sagte dazu, man wolle nicht das Signal aussenden, dass sich Tschechien nicht allein um seine Bevölkerung sorgen könne. Premier Andrej Babiš hatte vergangene Woche auf einem Gipfeltreffen der Visegrád-Staaten seine Amtskollegen aus Warschau und Budapest um Hilfe gebeten.

12.48 Uhr: Infektionsforscher: Corona-Inzidenz "kein stabiler Indikator"

Für den Epidemiologen Gérard Krause ist der Sieben-Tage-Wert bei den Corona-Infektionen allein eine unzureichende Grundlage für einen Stufenplan. Er halte die Konzentration auf die Inzidenz für problematisch, da sie "kein stabiler Indikator" sei, der die Schwere der Pandemie abbildet, sagte der Forscher des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung am Dienstag in einer Anhörung der niedersächsischen Landtagsfraktionen von Grünen und FDP. So sei der Sieben-Tage-Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner abhängig von der Zahl der durchgeführten Tests. Außerdem fehlten Daten über die Ausbreitung des Virus in bestimmten Alters- oder Berufsgruppen, etwa bei den Lehrern. Darüber hinaus müssten die Krankheitslast, etwa schwere Verläufe, und die Eindämmbarkeit, etwa die Länge von Infektionsketten, stärker berücksichtigt werden.

Die Physikerin Viola Priesemann, die in Göttingen eine Max-Planck-Forschungsgruppe leitet, warnte in der Anhörung, eine voreilige Lockerung des Lockdowns könne zu anhaltend hohen Fallzahlen und damit zu andauernden Einschränkungen führen. Viele Lockerungen auf einen Schlag erschwerten es zudem nachzuvollziehen, welche Maßnahme welchen Effekt hat. Priesemann warb daher für ein Plädoyer der Politik für niedrige Fallzahlen. "Einen "Lockdown light forever" hatten wir in den letzten Monaten schon zur Genüge", sagte sie.

12.31 Uhr: Knapp 60 Neuinfektionen in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 57 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 21.782 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Sechs Menschen verstarben seit Montag in Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer seit Krisenbeginn im März 2020 auf 879 Opfer. Zudem wurden binnen eines Tages acht weitere Patienten ins Krankenhaus einwiesen. Als genesen gelten mittlerweile 20.127 Dresdner - 79 mehr als am Montag.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, fiel seit dem Vortag von 62 auf 59,4. Da für mögliche Neubewertungen der Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt auch diesen Wert an. Er liegt heute bei 48,7, tags zuvor waren es noch 59,8.

12.23 Uhr: Warum Schnelltests für Gesundheitsämter zum Problem werden könnten

Der ursprünglich für den 1. März geplante Start der Schnelltests für Jedermann ist vertagt. Am Montag hat das Corona-Kabinett der Bundesregierung das Vorhaben von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kassiert. Manche Experten und vor allem die Gesundheitsämter haben die Tests ohnehin kritisch gesehen. Gründe gebe es dafür verschiedene. Einer sei, dass etwa nicht geklärt sei, auf welche Weise die Ämter die Ergebnisse solcher Tests erhalten sollen. Das erklärt Maik Riße, Verfahrensbetreuer vom Gesundheitsamt Meißen, in der neuen Folge CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie. In dem Gespräch beschreibt Riße den schwierigen Weg, den die Gesundheitsämter im vergangenen Jahr gehen mussten, um überhaupt die nötige Technik einzurichten, die einen reibungslosen Datenaustausch zwischen Test-Laboren und Ämtern ermöglicht. "Bis November haben wir noch Faxe und PDF-Dateien bekommen, die jemand abtippen musste", erklärt er. Mit den Schnelltests bestünde nun die Gefahr, dass die Entwicklungen "wieder obsolet" würden.

Den CoronaCast hören Sie direkt über den hier eingebetteten Player. Weitere Abspielmöglichkeiten und Hintergründe zum Thema erfahren Sie in diesem Artikel: "Schnelltests werfen uns wieder zurück"

12.00 Uhr: Deutschland verlängert Grenzkontrollen um acht Tage

Die Grenzkontrollen an den Übergängen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol werden bis zum 3. März verlängert. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Dienstag auf Nachfrage bestätigte, sollen die seit dem 14. Februar geltenden Verbote und Regeln für Einreisen von dort unverändert beibehalten werden. Die Bundesregierung hatte Tschechien, die Slowakei und weite Teile Tirols in Österreich zu sogenannten Virusvariantengebieten erklärt. Von dort dürfen aktuell nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es für Lastwagenfahrer und Grenzgänger mit systemrelevanten Berufen. Sie müssen einen negativen Corona-Test mitführen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Die Regeln waren zunächst für zehn Tage eingeführt worden. Stand Dienstagmorgen sind seit Beginn der Kontrollen am 14. Februar an sächsischen Übergängen bisher 35.000 Personen überprüft und rund 8.500 abgewiesen worden. Wie die Kontrollen genau ablaufen, hat der Sprecher der Bundespolizei Pirna, Christian Meinhold, im CoronaCast von Sächsische.de vergangene Woche erklärt.

Mehrere der Vorgaben seien unverhältnismäßig oder unbegründet, hieß es in einem Beschwerdebrief der EU-Kommission an den deutschen EU-Botschafter Michael Clauß in Brüssel. "Wir glauben, dass das nachvollziehbare Ziel Deutschlands - der Schutz der öffentlichen Gesundheit in einer Pandemie - durch weniger restriktive Maßnahmen erreicht werden könnte", führte die Kommission darin weiter aus. Die Bundesregierung wies die Vorwürfe aus Brüssel aber am Dienstag zurück.

Deutsche Polizeibeamte kontrollieren bei der Einreise ein Fahrzeug am tschechisch-deutschen Grenzübergang Petrovice/Bahratal im Erzgebirge.
Deutsche Polizeibeamte kontrollieren bei der Einreise ein Fahrzeug am tschechisch-deutschen Grenzübergang Petrovice/Bahratal im Erzgebirge. © Ondøej Hájek/CTK/dpa

11.40 Uhr: Übernachtungszahlen in Berlin sacken auf Niveau von 2001 ab

Wegen der Corona-Krise sind die Touristenzahlen in Berlin im vergangenen Jahr eingebrochen: Rund 4,95 Millionen Gäste kamen 2020 in die Hauptstadt und damit so viele wie zuletzt im Jahr 2001, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Dienstag mitteilte. Im Vergleich zum Rekordjahr 2019 ging die Zahl der Besucher um fast 65 Prozent zurück. Damals zählten die Statistiker noch mehr als 14 Millionen Touristen in Berlin. Über einen Zeitraum von fünf Monaten blieben laut den Statistikern Vermietungen und gewerbliche Übernachtungen zu touristischen Zwecken in der Hauptstadt verboten. Hinzu kam die Absage zahlreicher Großveranstaltungen. Getragen wurden die Besucherzahlen vor allem von Gästen aus dem Inland. Mehr als drei Viertel der Berliner Touristen kam im vergangenen Jahr aus Deutschland.

11.16 Uhr: Handball-Weltverband sagt alle Nachwuchs-Weltmeisterschaften 2021 ab

Der Handball-Weltverband hat die Weltmeisterschaften im männlichen Nachwuchs der U21 in Ungarn und der U19 in Griechenland wegen der Corona-Krise abgesagt. "Der Ausfall dieser beiden Turniere trifft zwei zuletzt mit Silbermedaillen erfolgreiche Mannschaften und damit all unsere Spieler sportlich hart", kommentierte Jochen Beppler, Chef-Bundestrainer Nachwuchs des Deutschen Handballbundes, am Dienstag die Entscheidung. "Unsere Top-Talente der Jahrgänge 2000/01 und 2002/03 haben damit weder EM noch WM gespielt. Damit fehlen elementare Bausteine in der individuellen Entwicklung." Ebenfalls endgültig abgesagt wurden die Weltmeisterschaften der U18 und U20 im weiblichen Nachwuchs. Gemeinsam mit den Vereinen will der DHB an Modellen arbeiten, wie die Ausfälle bestmöglich kompensiert werden können.

10.58 Uhr: Nach Razzia im Rathaus - Stadträte wollen Halles OB Dienst verbieten

Mehrere Stadträte wollen Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) nach dessen vorzeitiger Corona-Impfung die Dienstgeschäfte verbieten. Eine entsprechende Sondersitzung sei für den 15. März einberufen worden, teilte die Stadtratsvorsitzende Katja Müller (Linke) am Dienstag mit. Die Einberufung der Sitzung sei von der Mehrheit der Stadträte unterstützt worden. Beamten kann nach dem Beamtenstatusgesetz "aus zwingenden dienstlichen Gründen die Führung der Dienstgeschäfte verboten werden".

Ein zwingender Grund könnte beispielsweise Verdunklungsgefahr bei der Aufklärung der Impfaffäre sein. Dieses Verbot gilt maximal für drei Monate und erlischt wenn bis dato kein Disziplinarverfahren oder ein sonstiges Verfahren, das auf die Rücknahme der Ernennung oder auf Beendigung des Beamtenverhältnisses gerichtet ist, eingeleitet wurde. Wiegand hatte vor mehr als zwei Wochen eingeräumt, geimpft worden zu sein, obwohl er nach der Impfreihenfolge der Ständigen Impfkommission noch nicht an der Reihe gewesen wäre.

10.12 Uhr: Müller enttäuscht von späterer Einführung der Gratis-Tests

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Michael Müller (SPD), hat enttäuscht darauf reagiert, dass die kostenlosen Massentests später kommen sollen als erwartet. "Es ist zum wiederholten Mal so, dass von Seiten des Bundesgesundheitsministers Dinge angekündigt wurden, die dann so oder zumindest so schnell nicht kommen", sagte Müller im ZDF-"Morgenmagazin". In den Schulen beispielsweise müssten nun wieder vermehrt die bekannten Schutzmaßnahmen gelten - zumindest bis die Test- und Impfkapazitäten hochgefahren werden können. Auch wenn es eine "Gratwanderung" sei, bekräftigte Müller, dass die schrittweisen Schulöffnungen verantwortbar seien.

Eine Konsequenz der späteren Ankunft der Gratis-Selbsttests könne ältere Schülerinnen und Schüler treffen. Es ist Müller zufolge möglich, "dass zum Beispiel in der Schule die nächsten Klassenstufen nicht so schnell in die Schule kommen können wie man es sich vielleicht erhofft hat". Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuletzt immer wieder angekündigt, dass ab 1. März das Angebot für alle Bürger kommen solle, sich kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests testen zu lassen

9.46 Uhr: Bis zu 7,3 Millionen Kinder wegen Lockdowns ohne Vereinssport

Wegen des Corona-Lockdowns fällt für bis zu 7,3 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland der Vereinssport aus. Gut die Hälfte aller Mädchen und Jungen im Alter von 0 bis 18 Jahren waren Anfang 2020 Mitglied in einem Sportverein, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Am größten sei der Anteil bei den Sieben- bis unter 15-Jährigen: In dieser Altersgruppe seien 70,5 Prozent der insgesamt rund 5,9 Millionen Kinder und Jugendlichen in einem Sportverein angemeldet, dabei deutlich mehr Jungen (79,4 Prozent) als Mädchen (61,1 Prozent). Der Vereinssport war im ersten Jahr der Corona-Pandemie stärker eingeschränkt als viele andere Lebensbereiche. Seit November vergangenen Jahres sind Sporthallen und -plätze wieder größtenteils geschlossen, konkrete Lockerungen sind derzeit noch nicht in Aussicht.

Am anderen Ende der Alterspyramide betrifft der Sport-Lockdown vor allem Seniorinnen und Senioren, die den Sport häufig im Sinne aktiver Gesundheitsprävention betreiben, wie die Statistiker weiter erklärten. Von den 22,5 Millionen Menschen in Deutschland, die älter als 60 sind, gehörten 20,8 Prozent oder 4,7 Millionen einem Sportverein an. Insgesamt waren in Deutschland zum Jahresbeginn 2020 etwa 24,2 Millionen Frauen und Männer aktive oder passive Mitglieder in den rund 90.000 beim Deutschen Olympischen Sportbund registrierten Vereinen. Das entspricht 29,1 Prozent der Bevölkerung.

9.20 Uhr: Sachsens Sozialministerium braucht mehr Geld für Impfungen

Das sächsische Sozialministerium ist in seiner ursprünglichen Vorlage für die Impfzentren, die ins Kabinett eingebracht werden soll, offenbar von zu geringen Zahlen ausgegangen. Nach einem Schreiben, das Sächsische.de vorliegt, geht die erste Vorlage von 13 Impfzentren und 30 mobilen Teams aus, die 13.000 Personen in Sachsen pro Tag impfen sollten. Dokumentation, Aufklärung und die Betreuung der derzeit geimpften älteren Personen seien allerdings weitaus intensiver als gedacht, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Auch bei der nächsten Gruppe, die geimpft wird, werde der Aufwand größer als gedacht bleiben. "Um diesen Mehraufwand zu bewältigen und die geplanten Abläufe im Impfzentrum sicherzustellen, ist ein um circa ein Drittel erhöhter Personaleinsatz der vom DRK organisierten Mitarbeiter erforderlich. Nur so können die avisierten Kapazitäten erreicht werden", heißt es in der inzwischen überarbeiteten Vorlage.

Wenn die Impfstoffe wie jetzt geplant auch geliefert werden, könnten nach Angaben des bei den Impfzentren federführenden DRK im Juni bis zu 56.000 Impfungen am Tag verteilt werden. Das Ministerium wolle dafür die Impfzentren in einem ersten Schritt länger öffnen - von 7 bis 22 Uhr. Ab März soll dann die Zahl der Impfstrecken von jetzt 26 auf dann 76 ausgebaut werden. Nach Berechnungen des Ministeriums sind für die Kapazitätserweiterung 178 Millionen Euro zusätzlich nötig. Bislang wurden 110 Millionen Euro aus dem Corona-Bewältigungsfond für Impfungen bereitgestellt. Das Sozialministerium will am Mittwoch seine überarbeitete Vorlage im Kabinett einbringen, am Donnerstag sollte über die Impfstrategie und die Kosten entschieden werden.

9.05 Uhr: Görlitzer Coronahelden-Märchenbuch kommt gut an

Als die Sächsische Zeitung und sächsische.de vor Kurzem über Schüler des Augustum-Annen-Gymnasiums und ihr Coronahelden-Märchenbuch informierten, wurde das in der Landeshauptstadt Dresden interessiert gelesen. Das hatte Folgen. Gudrun Mewes, die Deutschlehrerin der Mädchen und Jungen, die sich im Vorjahr als Märchenautoren ausprobierten, erhielt eine Email aus dem sächsischen Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Einem Mitarbeiter in der Abteilung Kunst gefiel die Idee mit dem Märchenbuch so gut, dass er auf private Kosten gleich 15 Bücher kaufte. Was der Mitarbeiter mit dem Büchern zum Wohle von Kindern vorhatte, erfahren Sie hier.

Fünftklässler vom Augustum-Annen-Gymnasium Görlitz schrieben während des Lockdowns ein Märchenbuch über Corona-Helden.
Fünftklässler vom Augustum-Annen-Gymnasium Görlitz schrieben während des Lockdowns ein Märchenbuch über Corona-Helden. © Gabriela Lachnit

8.47 Uhr: Dreyer fordert konkreten Stufenplan für Weg aus Corona-Lockdown

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat vor Beratungen von Bund und Ländern einen konkreten Stufenplan für den Weg aus den Corona-Beschränkungen gefordert. Ein solcher Plan müsse an "klare Inzidenzwerte, Testmöglichkeiten und die Impfquote" gekoppelt werden, sagte Dreyer der "Rheinischen Post". Heute beginnt eine Arbeitsgruppe mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) und den Chefs der Staatskanzleien dazu mit Beratungen. Das nächste Treffen der Regierungschefs von Bund und Ländern ist für den 3. März geplant.

Dreyer sagte, ein "Perspektivplan" sei nicht gleichbedeutend mit einer raschen Rückkehr zur Normalität. "Aber wir brauchen konkrete und verbindliche Zielmarken, an denen die Menschen sich orientieren können. Das steigert auch die Akzeptanz, wenn wir die Maßnahmen noch verlängern müssen." Zudem müssten die Unternehmen dringend "Planungsmöglichkeiten" bekommen. Das Wirtschaftsministerium unter Ressortchef Peter Altmaier (CDU) machte sie dafür verantwortlich, dass Finanzhilfen nicht schnell genug verteilt worden seien.

8.13 Uhr: Ethikratsvorsitzende sieht schnelle Lehrer-Impfungen kritisch

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, sieht das Vorziehen von Beschäftigten in Grundschulen und Kindertagesstätten bei Corona-Impfungen kritisch. Sie könne das politische Ziel nachvollziehen, die Schulen und Kindertagesstätten möglichst schnell und sicher wieder zu öffnen, sagte Buyx am Dienstag im Deutschlandfunk. Doch diese politische Entscheidung sei eine Abkehr vom Prinzip, zunächst die besonders gefährdeten Gruppen zu impfen. Buyx sagte, sie hätte sich gewünscht, man hätte für einen sicheren Schulbetrieb andere Mittel genutzt und nannte den Einsatz von Schnelltests. Sie hoffe nun, dass die Zahl der verfügbaren Impfdosen kurzfristig so stark steige, dass ein "harscher Verteilungskampf" ausbleibe. Die Kriterien zur Priorisierung bei den Covid-19-Impfungen waren vom Ethikrat mit entwickelt worden. Mehr zur Meinung der Ethikratsvorsitzenden erfahren Sie hier.

Alena Buyx, Vorsitzende Deutscher Ethikrat.
Alena Buyx, Vorsitzende Deutscher Ethikrat. © Michael Kappeler/dpa

7.22 Uhr: Cornelia Funke kritisiert Umgang mit Kindern in Corona-Pandemie

Nach Ansicht von Schriftstellerin Cornelia Funke wird den Interessen von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie zu wenig Beachtung geschenkt. "Das ist seit Jahren ein akutes Thema. Kinder und Jugendliche kommen immer nur am Rande vor", sagte sie der "Mannheimer Morgen" (Dienstagsausgabe). Durch Corona sei das noch dramatischer geworden. "Kinder werden zu kleinen Erwachsenen dressiert, anstatt zu sagen: Das ist unsere Zukunft und sollte das Kostbarste in unserem Leben sein", kritisierte die 62-Jährige. Ihr Leben sei zu organisiert und zu behütet. "Kinder haben eigentlich kaum eigene Zeit und eigenen Raum. Da muss sich fundamental viel ändern", so Funke. Nach der Pandemie müsse es ein Zurück nach draußen geben.

Kinder müssten die Welt und das Leben erfahren können. Funke sagte der Zeitung weiter: "Wir brauchen nicht noch mehr Dogmatismus. Wir müssen der Welt wieder erlauben, ein bisschen wilder zu werden, auch auf Kosten von Sicherheiten." Die deutsche Autorin wohnt auf einer Avocadofarm in Kalifornien, bis 2005 lebte sie in Hamburg. Funke ("Tintenherz") hat weltweit mehr als 20 Millionen Bücher verkauft.

Autorin Cornelia Funke macht sich Sorgen um die Kinder in der Pandemie.
Autorin Cornelia Funke macht sich Sorgen um die Kinder in der Pandemie. © Uli Deck/dpa

6.58 Uhr: Chef der Impfkommission erwartet Einsatz von Impfnachweisen

Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, rechnet mit dem Einsatz digitaler Impfnachweise, um gegen das Coronavirus geimpften Menschen den Zugang zum Beispiel zu Kulturveranstaltungen oder Restaurants wieder zu ermöglichen. "In der Lebensvorsorge, in Kliniken oder Heimen, kommt das nicht infrage. Aber im privatrechtlichen Bereich - bei Kinos, Theatern, Restaurants und auf Fluglinien kann ich mir einen solchen Nachweis sicher vorstellen", sagte Mertens der "Bild"-Zeitung. "International ist das ja schon vielfach eingeführt", weshalb der Einsatz digitaler Impfnachweise in Deutschland gar nicht zu verhindern sei, sagte Mertens: "Wichtig ist, dass zunächst das Impfangebot ausreicht, um niemanden zu benachteiligen." Auch der Ethikrat habe bereits Impfnachweise im privaten Sektor nicht ausgeschlossen, sagte der Virologe.

Die Bundesregierung will die Voraussetzungen für einen digitalen Impfnachweis schaffen und unterstützt die beim EU-Gipfel im Januar besprochene europäische Lösung. Die Mitgliedsstaaten hatten damals Leitlinien für einen Impfnachweis besprochen, der zunächst ausschließlich für medizinische Zwecke verwendet werden soll. Auf einen späteren Zeitpunkt verschoben die Mitgliedstaaten die Entscheidung, ob ein solcher Impfnachweis auch im Alltag Anwendung finden sollte, etwa um Zutritt in Restaurants zu bekommen oder reisen zu können. Ausnahmen für Geimpfte von den geltenden Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatte auch die Bundesregierung bislang noch ausgeschlossen.

6.40 Uhr: DOSB begrüßt Plan zum Wiedereinstieg des Amateursports

DOSB-Präsident Alfons Hörmann begrüßt den von der Sportministerkonferenz am Montag beschlossenen Plan, wie der Amateur- und Breitensport nach dem Stillstand in der Pandemie wieder in Bewegung kommen könnte. "Mit diesem einstimmigen Beschluss hat die Sportministerkonferenz den schrittweisen Wiedereinstieg anhand eines sechsstufigen Rückkehrmodells in Ergänzung der DOSB-Leitplanken vorbereitet", sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes. Zunächst werde mit kleineren Gruppen und nur mit Aktivitäten im Freien begonnen. Danach solle es in zunehmendem Maße und stufenweise in den Normalbetrieb gehen", sagte Hörmann. Diese Beschlussfassung werde nun an die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten weitergeleitet, "mit dem Ziel der baldigen Umsetzung, wenn das Pandemie-Geschehen und die Inzidenzentwicklung es zulassen" würden.

Die nächsten Beratungen im Bundeskanzleramt über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise ist für den 3. März vorgesehen. "Bei dieser schrittweisen Rückkehr des Sports soll ein besonderes Augenmerk auf die begünstigte Behandlung von Kindern und Jugendlichen gelegt werden", erklärte Hörmann. "Ergänzt werden soll dies durch eine gemeinsame nationale Kampagne von Sport und Politik, um die existenziell bedeutende Mobilisierung der Mitglieder für den Vereinssport massiv zu unterstützen."

6.18 Uhr: Telefonseelsorge: Deutlich mehr Beratung via Mail und Chat

Die Corona-Pandemie hat deutliche Auswirkungen auf die Arbeit der Telefonseelsorge in Deutschland. Auffällig sei die deutliche Steigerung der Beratungskontakte per Mail und Chat, unter den Beratungsthemen sei "Einsamkeit der Spitzenreiter", heißt es in einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Auswertung der Jahresstatistik 2020: "Auch beim Thema Suizidalität gab es - entgegen bisheriger Erkenntnisse - eine Steigerung." Insgesamt habe es gegenüber 2019 erkennbare Verschiebungen gegeben, die sich mit der Pandemie-Situation erklären ließen. Die Steigerung bei den eingegangenen Anrufen liegt den Angaben zufolge bei fünf Prozent, bei den tatsächlich geführten Beratungsgesprächen am Telefon sogar bei rund zehn Prozent.

Weitaus höher sei die Zunahme bei den Mailkontakten mit rund 28 Prozent. Spitzenreiter sei das Chat-Angebot, das eine Steigerung von mehr als 70 Prozent erfuhr. Mit mehr als 7.500 geschulten Ehrenamtlichen in 104 Städten oder Regionen ist die Telefonseelsorge deutschlandweit tätig. Als eine der ersten Suizidpräventionseinrichtungen wurde sie 1956 in der alten Bundesrepublik gegründet.

Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, oder jemanden kennen, der suizidgefährdet ist, suchen Sie Hilfe. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800/1110111 und 0800/1110222. Auch ein Kontakt per Chat und E-Mail ist möglich: www.telefonseelsorge.de

5.54 Uhr: RKI registriert 3.883 Neuinfektionen und 415 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3.883 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 415 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Dienstag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 3.856 Neuinfektionen und 528 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.11 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 60,5 - und damit etwas niedriger als am Vortag (61,0). Vor vier Wochen, am 26. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 107,6 gelegen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.394.811 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 23.02., 03.11 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.207.700 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 68.318.

5.42 Uhr: Bundesfamilienministerin würde sich demonstrativ impfen lassen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey würde sich nach eigener Aussage auch öffentlichkeitswirksam gegen Corona impfen lassen, um möglicher Impfskepsis entgegenzuwirken. Die SPD-Politikerin sagte der Deutschen Presse-Agentur, man habe in der Bundesregierung entschieden, sich einzureihen, so wie alle anderen auch. "Wir lassen uns impfen, wenn wir dran sind." Für den Fall, dass eine Situation eintreten sollte, in der zwar genügend Impfstoff vorhanden ist, es aber in der Bevölkerung eine "abwartende Haltung" gibt, plädierte Giffey jedoch dafür, dass sich Politiker demonstrativ impfen lassen. "Dann kommt der Punkt, wo wir auch mit gutem Beispiel vorangehen müssen. Und ich bin dazu bereit", sagte die Ministerin.

Franziska Giffey (SPD) ist Bundesfamilienministerin
Franziska Giffey (SPD) ist Bundesfamilienministerin © Bernd von Jutrczenka/dpa

5.15 Uhr: Forscher halten 35er-Inzidenz für unrealistisch

Mit der offenbar raschen Ausbreitung einer ansteckenderen Corona-Mutante in Deutschland rückt die Zielmarke von 35 bei der Sieben-Tage-Inzidenz aus Expertensicht in die Ferne. Ohne zusätzliche Maßnahmen erscheine das Erreichen dieses Werts "bis auf weiteres unrealistisch", erklärte der Leiter des Fachgebiets Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik an der TU Berlin, Kai Nagel, der Deutschen Presse-Agentur. Seine Gruppe modelliert das Infektionsgeschehen in Berlin unter anderem mit anonymisierten Mobilfunkdaten. Nagel zufolge sind die Ergebnisse übertragbar auf die Lage bundesweit.

Die vor Weihnachten zunächst in Großbritannien entdeckte Mutante B.1.1.7 breitet sich nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von vergangener Woche auch hierzulande aus: Binnen zwei Wochen wuchs der Anteil in Stichproben von knapp 6 auf 22 Prozent. Berücksichtige man die deutlich erhöhte Ansteckungswahrscheinlichkeit, sei die Situation laut Modell "deutlich kritischer als bisher von uns vorhergesagt", erläuterte Nagel. "Bei reiner Beibehaltung der jetzigen Maßnahmen bekommen wir dann laut Modell eine dritte Welle; jede Art von Öffnungen vergrößert diese Welle."

Dienstag, 5 Uhr: Mehr als eine halbe Million Corona-Tote in den USA

Seit Beginn der Pandemie sind in den USA mehr als 500.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging am Montag (Ortszeit) aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore hervor. Allein seit Anfang Januar waren demnach bereits mehr als 150.000 Todesfälle zu beklagen. Der JHU zufolge gibt es in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, inzwischen 28,2 Millionen bestätigte Infektionen.

Die Webseite der Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der US-Gesundheitsbehörde CDC. In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Nach CDC-Angaben waren bis Montagmorgen 497.415 Todesfälle gemeldet worden.

Die USA sind in absoluten Zahlen das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten jedoch in einigen europäischen Ländern höher. In den USA starben den Johns-Hopkins-Daten zufolge rund 152 Menschen pro 100.000 Einwohner. In Belgien liegt dieser Wert bei 192, in Großbritannien bei 181, in Italien bei 158. In Deutschland sind demnach 82 Menschen pro 100.000 Einwohner gestorben. Experten gehen zudem in vielen Ländern bei Infektionen und Todesfällen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Corona-Pandemie: Das geschah am Montag

22.00 Uhr: Kinos in New York dürfen mit Einschränkungen wieder öffnen

Die in der Corona-Pandemie seit rund einem Jahr geschlossenen Kinos in der Millionenmetropole New York dürfen ab der kommenden Woche mit Einschränkungen wieder öffnen. Es dürften nur ein Viertel der Plätze besetzt werden, pro Filmvorführung dürften nicht mehr als 50 Menschen anwesend sein, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Montag bei einer Pressekonferenz. Zudem müssten Masken-, Abstands- und Hygieneregeln beachtet werden. Auch Lüften gehöre zu den Bedingungen.

Damit verkündete der Gouverneur schon zum wiederholten Mal innerhalb weniger Wochen neue Lockerungen: Zuvor hatte er unter anderem mitgeteilt, dass Vergnügungsparks und Vergnügungseinrichtungen in Innenräumen wie beispielsweise Trampolin-Zentren oder Spielhallen demnächst wieder öffnen dürfen. Außerdem waren Stadien wieder eingeschränkt für Großveranstaltungen freigegeben und die Innenräume der Restaurants, Cafés und Bars bei eingeschränkter Kapazität wieder geöffnet worden.

21.42 Uhr: "Querdenken" plant Großdemo in Dresden

Die Dresdner Initiative „Querdenken 351“ plant eine nächste Großkundgebung am 13. März am Dresdner Königsufer. "Dann wollen wir ohne Beschränkungen demonstrieren", so Markus Fuchs, der Sprecher der Initiative, mit Blick auf Masken-Auflagen und Teilnehmeranzahl.

Mehrere hundert Menschen, die die Corona-Maßnahmen ablehnen, demonstrierten am Montagabend auf dem Altmarkt. Sie feierten ihren Autokorso vom Sonnabend, er habe „Dresden wachgerüttelt“, so Fuchs. Weiter kritisierte er, dass sowohl Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) als auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert Gesprächsangebote der Initiative abgelehnt hätten. OB Hilbert habe mitgeteilt, er habe nicht den Eindruck, dass mit den Querdenkern ein konstruktives Gespräch möglich sei, so Fuchs: „Das zeigt, wie arrogant die Politik ist.“

Der Querdenken-Autokorso vom Wochenende sei ein starkes Signal gewesen, sagte Markus Fuchs, der Sprecher der Initiative am Montagabend in Dresden. Die Gruppe plant bereits eine neue Großveranstaltung.
Der Querdenken-Autokorso vom Wochenende sei ein starkes Signal gewesen, sagte Markus Fuchs, der Sprecher der Initiative am Montagabend in Dresden. Die Gruppe plant bereits eine neue Großveranstaltung. © René Meinig

21.20 Uhr: Städtetag sieht großen Handlungsbedarf in Innenstädten

Der Deutsche Städtetag sieht großen Handlungsbedarf angesichts deutlicher Veränderungen in den Innenstädten auch infolge der Coronakrise. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Eine wachsende Zahl von Einzelhändlern und Restaurantbesitzern gibt auf, Geschäfte stehen leer. Der Leerstand ist in einigen Städten besorgniserregend." Der Online-Handel boome, und Corona habe diesen Wandel verstärkt.

"Deshalb müssen wir Alternativen finden, wie leere Ladenlokale oder Büroflächen neu genutzt werden können - mit einem bunten Mix an Mietern, über den Einzelhandel hinaus", so Dedy. "Wir wollen die Veränderung der Innenstädte aktiv gestalten, denn lebendige Innenstädte prägen die Stadt." Dazu gebe es in dieser Woche auch Beratungen mit den Spitzen aus fast 100 Städten. Am Donnerstag will der Städtetag dazu informieren.

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20.44 Uhr: Sachsens Öffnungsplan steht auf der Kippe

Seit Wochen arbeitet Sachsens Staatsregierung an einem eigenen Konzept, mit dem man Kriterien für die künftige Aufhebung von Corona-Schutzmaßnahmen festlegen will. Im Vorfeld der für den 3. März geplanten neuen Verhandlungsrunde zwischen der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten der Länder steht dieser sächsische Öffnungsplan allerdings auf der Kippe.

Nach sächsische.de-Informationen will die Staatsregierung den Entwurf, der unter anderem anhand von Inzidenzwerten detaillierte Vorgaben für bestimmte Lockerungen macht, vorerst nicht verbindlich beschließen.

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