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So sollen Sachsens Schulen digitaler werden

In der Corona-Zeit ist der Fernunterricht an Sachsens Schulen nicht selten an der Technik gescheitert. Wie ist der Stand jetzt?

Für den digitalen Unterricht werden Lehrkräfte mit Tablets und Laptops ausgestattet.
Für den digitalen Unterricht werden Lehrkräfte mit Tablets und Laptops ausgestattet. © dpa

Dresden. Noch fünf Wochen, dann sind Sommerferien. Damit geht ein besonderes Schuljahr zu Ende – monatelange Schulschließungen, getrennte Klassen und digitaler Unterricht zu Hause waren eine Belastung für Schüler und Lehrer.

Im neuen Schuljahr soll das so nicht mehr stattfinden, die Kultusminister der Länder haben sich darauf verständigt, dass alle Schulen nach den Sommerferien „dauerhaft im Regelbetrieb (...) mit allen Schulfächern und Unterrichtsstunden“ besucht werden sollen.

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Trotzdem müsse die Digitalisierung weiter vorangetrieben werden, fordert die Bildungsgewerkschaft GEW. Schüler und Lehrer müssen fähig sein, „im Notfall komplett auf digitalen Unterricht umzusteigen“, sagt Sachsens GEW-Chefin Uschi Kruse. Das scheitere derzeit an der fehlenden Hard- und Software, an personeller Unterstützung und an der Zeit, die für die pädagogische Auseinandersetzung notwendig ist.

Doch auch das soll sich ändern. Bund und Land haben mit dem Digitalpakt viel Geld in die Technik investiert.

Lehrer bekommen Laptops

Sachsens Lehrerinnen und Lehrer können demnächst Dienstlaptops bekommen. Kultusminister Christian Piwarz (CDU) hat eine entsprechende Förderverordnung unterschrieben. Insgesamt stehen etwa 28 Millionen Euro zur Verfügung. „Wir können damit die Lehrkräfte mit rund 37.000 Dienstlaptops ausstatten“, sagt Piwarz. „Damit werden bessere Bedingungen für einen in der Pandemie notwendigen Fernunterricht geschaffen.“ Die Einlösung des Versprechens, dass jeder Lehrer einen Dienstlaptop oder ein -tablet zur Verfügung gestellt bekommt, sei nötig, um zukünftig guten Unterricht abzusichern, fordert Sachsens Philologenverband, der die Gymnasiallehrer vertritt.

Beantragt werden muss das Geld für die Laptops, Notebooks und Tablets von den Schulträgern – also Kommunen und freien Trägern. Die Schulen entscheiden, wie viele und welche Geräte sie brauchen – dafür sei eine enge Abstimmung mit Lehrern und Kommunen nötig, teilt das Kultusministerium mit. Auch bereits beschaffte Computer können mit dem Geld finanziert werden. Die Laptops, Tablets und Notebooks oder das Zubehör werden den Lehrern für ihre Arbeit nur geliehen, sie bleiben im Eigentum des Schulträgers. Er bestimmt auch, mit welcher Software die Geräte ausgestattet werden und sichert Wartung und Support ab. Für die IT-Administration stellen Bund und Land noch einmal knapp 25 Millionen Euro zur Verfügung.

Hilfe für Schüler

Bereits im vergangenen Jahr gab es ein Förderprogramm für Computer, die an Schülerinnen und Schüler ausgeliehen werden können. Damit sollte allen Kindern und Jugendlichen die bestmögliche Förderung, Teilhabe und Chancengerechtigkeit ermöglicht werden. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass vor allem Kinder aus einkommensschwachen Familien nicht alle ein eigenes Gerät zu Hause haben, mit dem sie am digitalen Unterricht teilnehmen können. Dafür standen knapp 28 Millionen Euro zur Verfügung, die in Sachsen komplett bewilligt wurden. Die Schulträger haben rund 39.000 Geräte angeschafft.

Keine Sommerschule

Im Gegensatz zu 2020 wird es in den diesjährigen Sommerferien kein spezielles Lernprogramm für Sachsens Schüler geben. Für dieses Jahr verweist das Kultusministerium auf das Bundes-Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“. Um Lerndefizite bei Schülern und Schülerinnen aufzuholen, sind für die nächsten zwei Jahre 47,5 Millionen Euro geplant, teilte das Ministerium mit. Das Land gibt für zusätzliche Maßnahmen an Schulen die gleiche Summe dazu.

Geplant sind unter anderem spezielle Förder- und Nachhilfe-Angebote, der Ausbau von Ganztagsangeboten, Schulassistenz und Schulsozialarbeit sowie Kinder- und Jugendfreizeiten. Mit dem Programm könnten vor allem Schülerinnen und Schüler Unterstützung bekommen, die Hilfe am dringendsten benötigten. Laut Ministerium sollen die Schulen eigenverantwortlich über die genaue Ausgestaltung der Angebote und die Zusammenarbeit mit Partnern entscheiden.

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Mit Blick auf das neue Schuljahr fordert der sächsische Philologenverband sowohl das Kultusministerium als auch die Landesämter für Schule und Bildung auf, den Präsenzunterricht abzusichern. „Die Bildung unserer Schülerinnen und Schüler verdient endlich Priorität“, sagt der Vorsitzende Thomas Langer. „Schulschließungen oder Distanzunterricht von mehreren Monaten darf es nie wieder geben!“

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