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Corona: Kretschmer rechnet mit weiteren Einschnitten

Schulen und Kitas bleiben in Sachsen offen, Länder erwägen stufenweisen Lockdown, Leipzig erreicht kritischen Wert - unser Newsblog.

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, hat sich am Dienstag erneut mit den Landräten und den Oberbürgermeistern der kreisfreien Städte getroffen.
Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, hat sich am Dienstag erneut mit den Landräten und den Oberbürgermeistern der kreisfreien Städte getroffen. © dpa-Zentralbild

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

20.52 Uhr: Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt mit Coronavirus infiziert

Die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie fühle sich gut und habe keine Symptome, teilte die 58-Jährige am Dienstag bei Twitter mit. Sie werde aus der Distanz weiter arbeiten. Der Großraum der mexikanischen Hauptstadt ist mit 22 Millionen Einwohnern einer der bevölkerungsreichsten der Welt.
Das nordamerikanische Land hat bisher weltweit die viertmeisten Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Mehr als 89.000 Menschen starben nach offiziellen Zahlen.

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Claudia Sheinbaum, Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt.
Claudia Sheinbaum, Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt. © dpa

20.34 Uhr: New Yorker sollten über Feiertage nicht verreisen

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hat die Bewohner der Millionenmetropole aufgefordert, wegen der Coronavirus-Pandemie über die in den kommenden Monaten anstehenden Feiertage nicht zu verreisen. "Wir haben eine echte Bedrohung einer zweiten Welle hier in New York und wir kämpfen dagegen, aber wir dürfen das nicht auf die leichte Schulter nehmen", sagte der demokratische Politiker am Dienstag bei einer Pressekonferenz. "Ich hasse es, das sagen zu müssen, aber ich rufe alle New Yorker auf, den Bundesstaat über die Feiertage nicht zu verlassen."

20.01 Uhr: Lettland verhängt weitere Corona-Einschränkungen

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen verhängt Lettland weitere Einschränkungen für die Bevölkerung. Die Regierung in Riga setzte am Dienstag die erlaubte Teilnehmerzahl bei privaten Feiern auf zehn Personen herab. Bei öffentlichen Veranstaltungen dürfen sich in dem baltischen EU-Land künftig nicht mehr als 300 Personen zusammenfinden. Beide Regeln gelten vom 30. Oktober an für den Innen- und Außenbereich. Die Regierung beschloss zudem, den Lehrbetrieb für die Klassen 7 bis 12 für zwei weitere Wochen bis zum 15. November auf Fernunterricht umgestellt zu lassen. An Hochschulen gilt dies bis zum Jahresende.

19.38 Uhr: Auch Linke sagt ihren Parteitag ab

Nach der CDU
hat auch die Linke ihren Parteitag zur Wahl einer neuen Parteispitze abgesagt. Der Parteivorstand beschloss am Dienstag, dass das schon einmal von Juni auf Ende dieses Monats verschobene Treffen erneut nicht stattfinden kann. "Die weiter ansteigenden Corona-Infektionszahlen machen diesen Schritt leider unausweichlich", teilte die Partei mit. Eigentlich sollte bei einem verkürzten Parteitag an diesem Freitag in Erfurt über die Nachfolge der Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger entschieden werden. Beide sind seit acht Jahren im Amt. Es würden nun alternative Möglichkeiten für einen Parteitag mit Wahlen geprüft, hieß es weiter. Der Parteivorstand am 7. und 8. November darüber beraten. Diskutiert wird nach Informationen der "Rheinischen Post" über eine Verschiebung des Parteitags ins nächste Jahr, über eine dezentrale Veranstaltung an verschiedenen Standorten möglichst noch in diesem Jahr oder einen baldigen digitalen Parteitag mit anschließender Briefwahl, die zwei bis drei Monate dauern könnte.

19.22 Uhr: Dynamos Heimspiel vor 999 Zuschauern

Der Verein passt sein Hygienekonzept wegen der steigenden Infektionszahlen an und vermeidet eine Geisterkulisse. Wie schon zum Ost-Duell gegen Magdeburg dürfen auch am Samstag zur Partie gegen Meppen maximal 999 Zuschauer ins Rudolf-Harbig-Stadion.

Wie zum Ost-Duell gegen Magdeburg dürfen auch am Samstag zur Partie gegen Meppen maximal 999 Zuschauer ins Rudolf-Harbig-Stadion.
Wie zum Ost-Duell gegen Magdeburg dürfen auch am Samstag zur Partie gegen Meppen maximal 999 Zuschauer ins Rudolf-Harbig-Stadion. ©  dpa/Robert Michael

19.10 Uhr: "Lockdown" oder nicht - worüber Merkel und die Länder jetzt beraten

Kommt es wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen nun doch wieder zum flächendeckenden Stillstand in Deutschland wie im Frühjahr? An diesem Mittwoch schalten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder erneut zusammen und beraten über das weitere Vorgehen.

Diskutiert wurde vor den Beratungen zumindest über ein vorübergehendes Herunterfahren des öffentlichen Lebens in Deutschland - allerdings anders als im Frühjahr mit mehr Ausnahmen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sprach am Dienstag von einem möglichen "temporären, zeitlich begrenzten Block" von "drei, möglicherweise vier Wochen". SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach plädierte für einen "Wellenbrecher-Shutdown" und schlug eine zweiwöchige bundesweite Schließung von Restaurants, Bars, Kneipen, Kulturstätten, Fitnessstudios und Vereinen bei Offenhaltung von Schulen, Kitas und "essenziellen Geschäften" vor. Hier gibt es die Übersicht zu wichtigen Fragen, die am Mittwoch Thema sind.

18.45 Uhr: Ex-Präsident Obama attackiert erneut Nachfolger Trump

Eine Woche vor der US-Wahl hat Ex-Präsident Barack Obama seinem Nachfolger Donald Trump im Kampf gegen die Corona-Pandemie erneut Versagen vorgeworfen. "Er hat es vermasselt", sagte der Demokrat am Dienstag bei einem Wahlkampfauftritt in der Stadt Orlando im umkämpften US-Bundesstaat Florida. "Wir sind das größte, wohlhabendste, mächtigste Land der Welt und wir können das irgendwie nicht in den Griff bekommen, weil unsere Regierung ihren Job nicht gemacht hat", sagte Obama. 

Effektiveres Handeln der Regierung hätte Tausende Menschenleben retten können, sagte er. Präsident Trump habe die Pandemie "ignoriert" und weigere sich, dafür Verantwortung zu übernehmen, sagte Obama. "Aber wissen Sie was, so funktioniert der Job nicht. Sie müssen rund um die Uhr verantwortlich sein", sagte er. "Den ganzen Tag Fernsehschauen und Sachen erfinden, löst keine Probleme", sagte Obama mit Blick auf den Republikaner Trump. Erst kürzlich hatte Obama seinen Vorgänger scharf kritisiert.

Barack Obama hat wiederholt seinen Nachfolger für dessen Corona-Management kritisiert.
Barack Obama hat wiederholt seinen Nachfolger für dessen Corona-Management kritisiert. © dpa/Matt Slocum

18.12 Uhr: Hope-Konzert in Dresdner Kreuzkirche abgesagt

Noch bis zuletzt wurde gehofft und gebangt, doch der derzeitige Anstieg der Corona-Zahlen im Land und speziell in Dresden ließ am Ende keine andere Entscheidung zu: Das für Freitag in der Kreuzkirche geplante Hope-Jubiläumskonzert muss abgesagt werden, wie Initiatorin Viola Klein am Dienstag bestätigte.

17.48 Uhr: Altenberger wundern sich über viele Tschechen in Supermärkten

Wegen ihrer steil steigenden Corona-Zahlen hatte die tschechische Regierung vorerst bis zum 3. November den Notstand ausgerufen. Seit dem 22. Oktober können keine Touristen mehr nach Tschechien reisen, und im Land haben nur noch Geschäfte zur Grundversorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und Drogerieartikeln geöffnet.

Zu den neuesten Beschränkungen gehört ein Ausgangsverbot ab 21 bis 5 Uhr. Ohnehin sind außerhalb der Wohnung neben den nötigen Wegen zur Arbeit und zur Familie nur Spaziergänge und Sport im Freien erlaubt - ein Lockdown also, wie ihn die Deutschen ähnlich im März erlebten. Und vor dem sie nun Angst haben. Vor diesem Hintergrund wundern sich die Altenberger über die vielen Tschechen in ihren Supermärkten.

17.32 Uhr: Strengste Besucherregeln im Fachkrankenhaus Coswig

Wer derzeit einen Angehörigen im Krankenhaus besuchen will, hat inzwischen ohnehin mitbekommen, dass die Regeln verschärft worden sind. Doch es gibt noch Unterschiede zwischen den Krankenhäusern - etwa zwischen dem Fachkrankenhaus Coswig, zuständig für Lungenkrankheiten und den Elblandkliniken, welche Krankenhäuser in Radebeul, Meißen und Riesa betreiben.

17.15 Uhr: Hygienekonzept des Dresdner Augustusmarktes genehmigt

Der Augustusmarkt ist Dresdens zweitgrößter Weihnachtsmarkt und der einzige große Markt auf der Neustädter Elbseite.  Wie der Veranstalter nun mitteilt, wurde das Hygienekonzept des Augustusmarktes auf der Hauptstraße genehmigt. Damit hat der Weihnachtsmarkt eine entscheidende Hürde zur Durchführung genommen. Eckpunkte der Hygienemaßnahmen sind die Einfriedung des Areals, Einlasskontrollen, die Kontaktnachverfolgung und eine moderate Entzerrung der Marktpagoden. Dafür kann das Marktgelände um den kompletten Neustädter Markt erweitert werden.

Der Weihnachtsmarkt auf der Hauptstrasse in der Neustadt.
Der Weihnachtsmarkt auf der Hauptstrasse in der Neustadt. © Ronald Bonß

16.51 Uhr: Gericht kippt Beherbergungsverbot in Sachsen-Anhalt

Das Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt hat das seit Juni geltende Beherbergungsverbot vorläufig außer Vollzug gesetzt. Der Antragsteller, ein Inhaber und Betreiber von Ferienwohnungen in Naumburg, hatte formal-rechtliche Bedenken geltend gemacht und hielt die Verbotsregelung für "weder geeignet noch erforderlich, um das Ziel der Eindämmung der Corona-Pandemie zu erreichen", wie das Gericht am Montag in Magdeburg mitteilte. Sein Antrag hatte vor Gericht Erfolg.

Nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts spricht derzeit Überwiegendes dafür, dass das Beherbergungsverbot rechtswidrig ist. Wegen der damit einhergehenden Verletzung des Antragstellers in seinem Grundrecht auf Berufsausübungsfreiheit werde das Verbot für unwirksam zu erklären sein, heißt es. Der mit dem Beherbergungsverbot verbundene Eingriff in die Berufsausübungsfreiheit genüge voraussichtlich nicht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.

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16.21 Uhr: Christmette im Vatikan online

Die Weihnachtsfeierlichkeiten mit dem Papst werden nach Angaben eines Diplomaten wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr in privatem Rahmen stattfinden und online ausgestrahlt. Der Geistliche Botschaftsrat der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl, Monsignore Oliver Lahl, sagte am Dienstag, dazu habe es eine entsprechende Verbalnote des Vatikans gegeben.
Demnach waren die Feierlichkeiten mit Papst Franziskus wegen der Pandemie ohne Anwesenheit diplomatischer Vertreter geplant. Eine Bestätigung durch den Vatikan stand dazu zunächst aus. An der traditionell am 24. Dezember abgehaltenen Christmette im Petersdom nehmen normalerweise vom Vatikan akkreditierte Diplomaten und ausgewählte Mitglieder der Öffentlichkeit teil.

15.50 Uhr: Krisengespräch in Dresden - Schulen sollen offen bleiben

Sachsens Regierung hat sich am Dienstag angesichts stark steigender Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen erneut mit den kommunalen Spitzenverbänden getroffen.  Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) betonte, dass Schulen und Kindergärten offen bleiben müssen. Am Montag soll der Regelbetrieb wieder starten. Zugleich schloss Kretschmer am Vorabend der Video- Konferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weitere Beschränkungen nicht aus. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) kündigte eine neue Corona-Verordnung nach der Beratung der Länderchefs mit Merkel an. "Ich wünsche mir, dass wir zu einer Lösung kommen, ich sehe sie auch", sagte der Regierungschef. Dabei rechnet er mit weiteren Einschnitten.

In Sachsen sind binnen eines Tages 330 neue Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Dienstag stieg die Gesamtzahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie damit auf 14.169. 283 Menschen starben an oder mit einer Covid-19-Erkrankung, das sind vier Todesfälle mehr als am Vortag. Derzeit würden 595 Infizierte im Krankenhaus behandelt, 128 davon auf der Intensivstation. Den größten Zuwachs an Neuinfektionen innerhalb eines Tages gab es im Erzgebirgskreis (55), gefolgt von Leipzig (51) und dem Vogtlandkreis (50).

15.30 Uhr: AfD hält neue Corona-Einschränkungen für nutzlos

Die AfD-Bundestagsfraktion will sich mit aller Kraft gegen einen Lockdown zur Eindämmung des Coronavirus stemmen. Das kündigte ihr Vorsitzender Alexander Gauland am Dienstag an - einen Tag vor geplanten Beratungen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten. "Der immense Schaden steht in keinem Verhältnis zum nicht nachweisbaren Nutzen", sagte Gauland.
Die Verantwortlichen versuchten ihre Hilflosigkeit angesichts von "saisonbedingt steigenden Fallzahlen" mit "immer drastischeren Forderungen" zu kaschieren, kritisierte der 79-Jährige. Dies sei nichts weiter als ein "gefährlicher Aktionismus", der großen wirtschaftlichen Schaden anrichten würde.

14.50 Uhr: Neue Obergrenzen für Veranstaltungen in Berlin

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen gelten in Berlin bald niedrigere Obergrenzen für Veranstaltungen. Drinnen dürfen dann nur noch maximal 300 Menschen zu Tagungen, Messen oder Sportveranstaltungen zusammenkommen statt bisher 1.000, draußen nur noch 500 statt bisher 5.000 Menschen. Darauf verständigte sich der Senat am Dienstag

14.27 Uhr: Am 11.11. Alkoholverbot in Köln

Am 11.11. soll es in Köln ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum geben. Die Corona-Pandemie mache das unumgänglich, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) am Dienstag. "Deswegen werden wir neben den bereits bestehenden Kontaktbeschränkungen und Sperrzeiten zusätzlich am 11.11. ganztägig und auf dem gesamten Stadtgebiet ein Alkoholkonsumverbot und ein Alkoholverkaufsverbot außerhalb von Gaststätten erlassen", sagte Reker. Der traditionelle Karnevalsauftakt müsse in diesem Jahr aufgrund der Pandemie leider ausfallen.

Jecken feiern 2019 den Auftakt der Karnevalssession. In diesem Jahr fällt der traditionelle Karnevalsauftakt aus.
Jecken feiern 2019 den Auftakt der Karnevalssession. In diesem Jahr fällt der traditionelle Karnevalsauftakt aus. © dpa

14.04 Uhr: Berliner Senat verlängert Sperrstunde

Die umstrittene Sperrstunde zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Berlin wird um zunächst zwei Wochen bis zum 14. November verlängert. Das kündige Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Dienstag am Rande einer Senatssitzung an. Der rot-rot-grüne Senat sei fest davon überzeugt, dass die nächtliche Sperrstunde nebst Alkoholverbot ein richtiges Instrument in der Corona-Krise sei. Es sei solange notwendig, solange die Infektionszahlen sehr hoch seien. Man gehe zudem davon aus, dass sich die Sperrstunde bundesweit durchsetzen werde. Sie gilt in Berlin seit gut zwei Wochen in der Zeit von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr.

13.44 Uhr: Länder erwägen stufenweisen Lockdown

Ein Teil der Landesregierungen erwägt einen schrittweisen Lockdown. In einem Entwurf für einen Beschlussvorschlag für das Bund-Länder-Treffen am Mitwoch, der in den SPD-geführten Ländern plus Thüringen diskutiert wird, ist von einem "schrittweisen Herunterfahren des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens" die Rede. Dies könne notwendig werden, wenn alle anderen Maßnahmen nicht reichten, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, zitiert der Spiegel aus dem Papier. Der Plan unterscheidet sich damit nicht grundsätzlich von den derzeitigen Verhältnissen. Die sehen vor, dass bei weiterer Zunahme der Infektionsfälle oberhalb bestimmter Schwellen die Schutzmaßnahmen verschärft werden.

Der Entwurf sieht vor, dass demnächst in Privatwohnungen nur Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen dürfen oder maximal zwei haushalt-ferne Personen hinzukommen dürfen. Bei familiären Anlässen wie Beerdigungen, Hochzeiten, Taufen und ähnlichem sollen maximal 15 Teilnehmer zugelassen sein. Das Ziel: Die Lage bis Weihnachten so entspannen, dass dann wieder mehr Menschen zusammenkommen können.

Sollte das nicht reichen, skizziert der Entwurf ein schrittweises weiteres Herunterfahren des öffentlichen Lebens im Land, darunter

  • Halbierung der geltenden Höchstgrenzen für Veranstaltungen, dann weitere Reduzierungen
  • Schließung der Theater, Museen, Messen und Veranstaltungen
  • Hochschulunterricht in der Regel digital
  • Über die Sperrstunden hinausgehende Einschränkungen der Gastronomie; im Extremfall könnte nur noch Außer-Haus-Verkauf erlaubt werden.
  • Aussetzen des Vereinssports
  • Schließung von Betrieben mit körpernahen Dienstleistungen wie Massage oder Friseure
  • Schließung von Fitnessstudios, Schwimmbädern und Saunen
  • Schließung gewerblicher Unterkünfte, um Reisen auf ein möglichst geringes Maß zu reduzieren
  • Schließung des Einzelhandels für nicht notwendige Güter des täglichen Bedarfs

13.35 Uhr: Neuer Höchststand bei Corona-Toten im Iran

Der Iran hat am Dienstag so viele Corona-Tote gemeldet wie noch nie zuvor. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben binnen 24 Stunden 346 Covid-19-Patienten. Im gleichen Zeitraum wurden fast 7.000 Neuinfektionen registriert, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen. Damit liegt die Gesamtzahl der Corona-Toten seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar im Iran bei 33.299, die der Infizierten bei 581.824.

13.15 Uhr: Chef der Jazztage Dresden wehrt sich gegen Kritik an Hygienekonzept

Die Umsetzung des Hygienekonzepts der Jazztage Dresden mit Besuchergruppen ohne Abstand oder Maske sorgte zuletzt für Diskussionen - nun haben die Veranstalter die Kritik zurückgewiesen. "Wir haben uns eins zu eins an das von der Stadt genehmigte Hygienekonzept gehalten", sagte der Intendant des Festivals, Kilian Forster, auf Anfrage am Dienstag.

Bei einem Konzert am Sonntagabend hatten einander fremde Besucher ohne Abstand und Maske in Zehnergruppen beisammengesessen. "In den freiwilligen Infektionsgruppen saßen Besucher, die sich zuvor bereiterklärt hatten, neben anderen Personen zu sitzen", erläuterte Forster. Dies sei der Stadt auch so vorgestellt worden. "Wir haben an die Eigenverantwortung der Besucher plädiert, schließlich ist Kultur auch seelische Nahrung." Zudem sei ein Bereich eingerichtet worden, in dem die Abstände beachtet worden und das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht gewesen sei.

Die Stadt Dresden betonte am Dienstag, dass in dem Hygienekonzept die Bildung von Infektionsgemeinschaften aus Hausständen genehmigt worden sei. Das Gesundheitsamt forderte den Veranstalter auf, unverzüglich sein Vorgehen zu ändern. "Insgesamt ist es sehr bedauerlich, dass das Vorgehen eines Veranstalters eine ganze Branche in die Kritik bringt und damit die sehr guten und durchdachten Hygienekonzepte der Kulturbranche in Frage stellt", hieß es in einer Stellungnahme. Mehr dazu: So war der Ganser-Auftritt (SZ+)

13.00 Uhr: Auch Leipzig erreicht kritischen Wert

Nach einem starken Anstieg der Corona-Infektionen binnen weniger Tage verschärft nun auch die Stadt Leipzig die Maßnahmen zu Eindämmung der Pandemie. Über das vergangene Wochenende habe das Gesundheitsamt 128 neue Infektionen registriert, teilte die Stadt am Dienstag mit. Dadurch stieg der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche auf 35,1. Grund für die steigenden Zahlen in Leipzig sind demnach vor allem Infektionen in vier Altenpflegeheimen und zwei Asylunterkünften.

Zu den Maßnahmen zählen unter anderem eine Sperrstunde in der Gastronomie zwischen 23.00 Uhr und 05.00 Uhr, eine Kontaktverfolgung der Gäste in Gaststätten und Restaurants sowie eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Bei privaten Feiern sind nur noch maximal 25 Gäste erlaubt, Veranstaltungen unter freiem Himmel sind nur noch mit höchstens 250 Besuchern möglich, in geschlossenen Räumen gilt grundsätzlich eine Obergrenze von 150 Personen.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) appellierte an Bewohner, die Schutzmaßnahmen ernst zu nehmen, um sich selbst und besonders gefährdete Menschen vor einer Ansteckung zu schützen. "Schulen und Kitas müssen so lange wie möglich geöffnet bleiben, die Wirtschaft muss weiter laufen können."

12.33 Uhr: Spanien will Steuern für Reiche erhöhen 

Die linke spanische Regierung setzt bei der Bekämpfung der Corona-Folgen auf höhere Steuern für Reiche und mehr Geld für soziale Aufgaben. Ministerpräsident Pedro Sánchez und sein Koalitionspartner, Vizeregierungschef Pablo Iglesias, kündigten am Dienstag höhere Abgaben für große Wirtschaftsunternehmen sowie für Besserverdienende ab 200.000 Euro Jahreseinkommen und Vermögen ab einem Wert von zehn Millionen Euro an.

Im Haushaltsentwurf für 2021, der Gesamtausgaben von 196,1 Milliarden Euro vorsieht, sind auch 27 Milliarden Euro an nicht rückzahlbaren EU-Hilfen in der Corona-Krise als Einnahmen eingeplant. Sánchez betonte, der Haushaltsentwurf solle die in Spanien besonders heftigen Corona-Folgen mildern, die Wirtschaft modernisieren und den Sozialstaat stärken. Iglesias ergänzte, die neoliberalen Zeiten mit Ausgabenkürzungen seien vorbei.

12.14 Uhr: Keine belegten Infektionen durch angebliche Superspreaderin 

Einer 26 Jahre alten Frau, die im Verdacht stand, in Bayern vielleicht Dutzende Menschen mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, können keine Infektionen nachgewiesen werden. Das Landratsamt in Garmisch-Partenkirchen hat nach Angaben eines Sprechers jedenfalls keine Kontaktpersonen ermitteln können, die durch die positiv getestete Frau infiziert worden sind. Die Hintergründe gibt es hier: "Superspreaderin" fälschlich beschuldigt

12.05 Uhr: Lauterbach für "Wellenbrecher-Shutdown" 

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wirbt für eine befristete Schließung zahlreicher Einrichtungen für zwei Wochen, um den starken Anstieg der Corona-Infektionen zu stoppen. "Wenn wir den Sonderweg Deutschlands retten wollen, auch besser durch die zweite Welle zu kommen, dann muss ein Wellenbrecher-Shutdown jetzt kommen", sagte Lauterbach am Dienstag.

Konkret gehe es um ein Konzept, "bei dem man über zwei Wochen hinweg mit Ankündigung - in der Regel mit einer Woche Vorlauf - bundesweit Einrichtungen schließt: Restaurants, Bars, Kneipen, alle Kulturstätten, Fitnessstudios, Vereine. Offen bleiben aber Schulen, Kitas und essenzielle Geschäfte." Private Treffen müssten auf ein absolutes Minimum reduziert werden. In Betrieben sollte so viel Homeoffice gemacht werden wie möglich.

"Wenn dieses Konzept sehr früh ergriffen wird, kann es uns für eine längere Zeit aus dem exponentiellen Wachstum der Infektionszahlen herausbringen, wenn dieses noch nicht zu lange gelaufen ist", sagte Lauterbach. "In dieser Situation sind wir jetzt. Wenn wir es jetzt nicht beschließen, ist aus meiner Sicht ein kompletter Lockdown auch mit Schulen, der viel länger dauern könnte, in einigen Wochen unabwendbar."

Karl Lauterbach (SPD)
Karl Lauterbach (SPD) © Kay Nietfeld/dpa

11.55 Uhr: Merkel warnt vor ausgesprochen schwieriger Corona-Situation 

Angesichts der zugespitzten Corona-Lage in Deutschland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf die Beachtung des Wissenstands als Maßstab für Einschränkungen gepocht. "Wir wissen heute etwas mehr über das Virus", sagte Merkel am Dienstag in Berlin, einen Tag vor neuen Beratungen mit den Ministerpräsidenten zur Corona-Krise. Merkel sagte: "Wir wissen, wie wir uns schützen können. Wir können zielgerichteter vorgehen. Aber wir sehen auch bei den steigenden Zahlen, dass wenn wir das, was wir wissen über das Virus, nicht einhalten, dass wir dann wieder in Situationen kommen, die ausgesprochen schwierig sind."

11.28 Uhr: Polen erstmals mit mehr als 16.000 Neuinfektionen 

In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals die Marke von 16.000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 16.300 neue Fälle hinzu, die meisten davon in der Region um die Hauptstadt Warschau (3.529). Das teilte das polnische Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Im gleichen Zeitraum starben 132 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Der bisherige Rekordwert war mit 13.632 Fällen am vergangenen Freitag erreicht worden. 

11.20 Uhr: Russland verschärft Maskenpflicht 

Angesichts von täglich mehr als 16.000 neuen Corona-Fällen verschärft Russland die Sicherheitsvorkehrungen. Die Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor ordnete am Dienstag eine Maskenpflicht an allen Orten an, wo sich mehr als 50 Menschen aufhalten können. Ein Mund-Nasen-Schutz ist demnach etwa in Fahrstühlen, auf Parkplätzen und in Taxis Pflicht. In der Hauptstadt Moskau muss der Mund-Nasen-Schutz bereits in allen öffentlichen Verkehrsmitteln und in Supermärkten getragen werden.

Zudem empfahl die Behörde den jeweiligen Regionen in Russland eine Sperrstunde für Bars, Restaurants und Diskotheken. Sie sollte zwischen 23.00 und 6.00 Uhr am Morgen gelten. Die Entscheidung darüber solle vor Ort getroffen werden. Die Moskauer müssen bereits einen QR-Code anfordern, wenn sie in den Nachtstunden tanzen gehen oder Bars aufsuchen. Bei einem Corona-Fall erhalten die Besucher eine SMS und werden aufgefordert, sich testen zu lassen.

11.14 Uhr: Plauen sagt Weihnachtsmarkt ab

In Plauen wird es in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie keinen Weihnachtsmarkt geben. Hohe Auflagen und ein aktuell steigendes Infektionsgeschehen hätten die Verantwortlichen zur Absage bewegt, teilte die Stadt am Dienstag mit. "Eine Adventszeit ohne unseren traditionsreichen Weihnachtsmarkt mit den Buden in den Straßen rundherum ist schwer vorstellbar. Und doch sind wir nach langer Abwägung und zum Schutz der Bevölkerung zu dem Schluss gekommen, den Markt ausfallen zu lassen", sagte Bürgermeisterin Kerstin Wolf laut einer Mitteilung.

Nach Angaben der Stadt liegt die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Vogtland aktuell bei mehr als 70 Infektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. 

10.42 Uhr: Ein Geisterspiel kostet Dynamo rund 300.000 Euro

Die Beschränkungen der Zuschauerzahlen bei Heimspielen treffen den Fußballdrittligisten Dynamo Dresden hart. In einem Interview spricht Enrico Kabus, Leiter Finanzen und derzeit Interimsgeschäftsführer des Vereins, offen über Zahlen. Demnach würden bei jedem Spiel ohne Zuschauer rund 300.000 Euro Einnahmen fehlen. Zuletzt durften nur noch 999 statt 30.000 Fans ins Stadion. Zwar könne Dynamo die Defizite bisher ausgleichen, jedoch würden bei einem langen Anhalten der aktuellen Situation "harte Personalentscheidungen" auf die 80-köpfige Belegschaft des Vereins zukommen. Weitere Hintergründe dazu lesen Sie in diesem Artikel: Dynamo macht erhebliche Verluste wegen Corona (SZ+)

10.26 Uhr: Deutscher Arbeitsmarkt entwickelt sich trotz Corona stabil

Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt für den Oktober trotz der überall steigenden Corona-Zahlen immer noch leicht nach oben. Das teilt das Nürnberger Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit mit. Das Barometer stieg im Oktober um 0,1 Punkte auf 100,2 Punkte - der Wert 100 markiert eine neutrale Situation, bei 110 würde auf dem Arbeitsmarkt eine sehr günstige Situation herrschen.

9.51 Uhr: Brinkhaus will Parlamentsbeteiligung angehen - bei nächster Pandemie 

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus will den Vorschlag von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) zur stärkeren Beteiligung des Parlaments in der Krise angehen - allerdings erst für die nächste Pandemie. Schäuble habe zu Recht gemahnt, ob denn ordentlich durch ein Gesetz abgebildet sei, wenn Grundrechte so lange eingeschränkt würden und ob der Bundestag nicht zwischendurch darüber entscheiden müsse, sagte Brinkhaus am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". "Das werden wir auch jetzt in Ruhe angehen und werden uns überlegen, wie wir es bei der nächsten Pandemie dann auch so machen können, dass die Bedenken des Bundestagspräsidenten berücksichtigt werden."

Zu einer stärkeren Beteiligung des Bundestags während der Corona-Pandemie sagte er: "Wo es exekutiv schneller Entscheidungen bedarf, da müssen wir das den Ministerpräsidenten und der Bundesregierung überlassen", sagte er. "Und das ist die Gewaltenteilung." Er räumte aber ein, dass das Infektionsschutzgesetz auf kürzere Infektionen ausgelegt sei, etwa auf eine lokale Maserninfektion.

Etliche Politiker wünschen sich eine Beteiligung des Bundestags an Entscheidungen während der Corona-Pandemie.
Etliche Politiker wünschen sich eine Beteiligung des Bundestags an Entscheidungen während der Corona-Pandemie. © Britta Pedersen/dpa

9.27 Uhr: Streit nach CDU-Parteitags-Absage

Nach der Kritik von CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz an der Verschiebung des Parteitags hat CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak betont, dass Überlegungen zum Gesundheitsschutz ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen seien. "Der Grund für die Verschiebung des Präsenzparteitages war die Infektionslage in Deutschland", sagte er am Dienstag im Deutschlandfunk. Merz hatte Teilen des "Parteiestablishments" vorgeworfen, ihn als CDU-Chef verhindern zu wollen und gesagt, die Absage sei "der letzte Teil der Aktion 'Merz verhindern' in der CDU".

Der Bundesvorstand hatte am Montag beschlossen, dass der geplante Präsenzparteitag am 4. Dezember in Stuttgart mit 1001 Delegierten angesichts der stark steigenden Infektionszahlen nicht mehr zu halten sei. Wenn auch Anfang des neuen Jahres kein Präsenzparteitag möglich sei, solle ein digitaler Parteitag abgehalten werden.

Alles zur Parteitags-Absage: CDU verschiebt Wahlparteitag

9.22 Uhr: Easyjet verkauft Flugzeuge - und mietet sie zurück

Der britische Billigflieger Easyjet kämpft in der Corona-Krise weiterhin ums finanzielle Überleben. Zur Stärkung seiner Finanzkraft hat das Unternehmen neun weitere Jets vom Typ Airbus A320 an zwei Leasing-Gesellschaften verkauft, um sie dann über einen Zeitraum von nahezu zehn Jahren wieder zurück zu mieten.

Laut einer Mitteilung vom Dienstag hat Easyjet damit 398,6 Millionen US-Dollar (337 Mio Euro) erlöst. Das Unternehmen besitzt nach Abschluss der beiden jüngsten Leasing-Deals nach eigenen Angaben noch 152 unbelastete Flugzeuge selbst. Das seien 44 Prozent der Flotte. Man werde die Märkte weiterhin beobachten, so das Unternehmen.

Easyjet hat in dem Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr wegen der Corona-Krise den ersten Jahresverlust seiner Geschichte eingeflogen und will auf eine Dividende verzichten. Ende September verfügte die Airline nach zahlreichen Kapitalmaßnahmen über Barreserven von rund 2,3 Milliarden Pfund (2,53 Mrd Euro) und saß auf einem Schuldenberg von 1,1 Milliarden Pfund.

8.51 Uhr: Ifo: Exporterwartungen verschlechtern sich spürbar 

Die Exporterwartungen der deutschen Unternehmen haben sich im Oktober verschlechtert. Der Indikator für das verarbeitende Gewerbe lag 3,7 Punkte niedriger als im Vormonat bei 6,6 Punkten, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag in München mitteilte. Grund für die zunehmenden Sorgen seien die steigenden Corona-Infektionszahlen. Im September war noch ein Höchststand seit 2018 erreicht worden.

Sowohl in der Nahrungs- und Getränkeindustrie als auch in der Bekleidungsbranche wird laut Ifo mit rückläufigen Exporten gerechnet. Hier dürfte vor allem die Sorge vor einer erneuten flächendeckenden Schließung der europäischen Innenstädte zur Eindämmung der Infektionszahlen auf die Stimmung drücken. Weniger Sorgen machen sich die Hersteller von elektronischen und optischen Geräten. 

7.42 Uhr: Sachsens Gesundheitsämter bekommen Unterstützung

Die sächsische Landesregierung will im Kampf gegen das Corona-Virus ihre Kräfte bei der Nachverfolgung von Infektionsketten bündeln. Dazu sollen Landesbedienstete in den nächsten Wochen und Monaten die Gesundheitsämter unterstützen - mehr dazu lesen Sie hier: Landesbedienstete sollen in Gesundheitsämtern aushelfen (SZ+)

7.02 Uhr: Fast zwei Drittel der Deutschen rechnen mit einem Lockdown 

Fast zwei Drittel der Deutschen rechnen damit, dass es wegen der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen wieder zu Schließungen von Geschäften, Restaurants oder Schulen kommen wird. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sagten 63 Prozent, dass sie einen solchen Lockdown erwarten. Nur 23 Prozent glauben nicht daran, 13 Prozent machten keine Angaben.

Im Gegensatz zu den flächendeckenden Maßnahmen des Frühjahrs gibt es jetzt zur Eindämmung der zweiten Corona-Welle vor allem Gegenmaßnahmen in den sogenannten Hotspots, also Städten und Regionen mit hohen Infektionszahlen. Dazu gehören eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum und eine Sperrstunde für die Gastronomie.

Härtere Maßnahmen könnten aber folgen. Wegen der angespannten Corona-Lage beraten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bereits am Mittwoch in einer Video-Konferenz über das weitere Vorgehen. 

6.42 Uhr: Genug Intensivbetten, aber zu wenig Pflegepersonal 

Intensivmediziner warnen vor Engpässen bei der Versorgung von Covid-19-Patienten wegen des Fehlens von Pflegepersonal. "Wir haben einen dramatischen Mangel an Pflegekräften", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag).

Es gebe inzwischen "ausreichend Kapazitäten an freien Intensivbetten und Beatmungsgeräten". Das allein helfe aber nicht weiter, "wenn wir kein Personal haben, um die Patienten zu versorgen". Hierin liege "das viel größere Problem". Grob geschätzt fehlten bundesweit 3.500 bis 4.000 Fachkräfte für die Intensivpflege, sagte Janssens.

6.22 Uhr: Neue Corona-Verordnung in Dresden in Kraft getreten

Dresden ist seit letzter Woche Corona-Risikogebiet. Darum hat die Stadt eine neue Allgemeinverfügung erlassen, die seit Dienstag, 0 Uhr, gilt. Unter anderem gibt es nun eine erweiterte Maskenpflicht auch im Freien. Für diese Gebiete gilt sie: Hier gilt in Dresden Maskenpflicht im Freien

Maskenpflicht, Feiern, Alkohol, Demos: Die neuen Dresdner Corona-Maßnahmen im Überblick. (SZ+)

In Teilen Dresdens muss nun auch im Freien Maske getragen werden.
In Teilen Dresdens muss nun auch im Freien Maske getragen werden. © Symbolbild/Sebastian Gollnow/dpa

5.37 Uhr: Ausschreitungen bei Protesten in Italien

Bei Protesten gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Italien ist es in mehreren Städten zu Ausschreitungen sowie Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Hunderte Menschen gingen am Montagabend in Turin und Mailand gegen die Beschränkungen auf die Straße, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Polizei habe unter anderem Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt, die mit Steinen und Flaschen geworfen hätten.

Zuvor war es bereits am Freitagabend in Neapel und am Samstagabend in Rom zu Gewalt bei Anti-Corona-Demonstrationen gekommen. Grund für die Proteste sind unter anderem neue Maßnahmen der Regierung.

In ganz Italien müssen seit Montag alle Restaurants und Bars um 18.00 Uhr für Gäste schließen. Auch Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen. Ein Großteil der italienischen Gymnasialschüler wird vorerst online unterrichtet.

Italien, Turin: Menschen protestieren am Montagabend gegen die Restriktionsmaßnahmen der Regierung zur Eindämmung der Verbreitung von COVID-19.
Italien, Turin: Menschen protestieren am Montagabend gegen die Restriktionsmaßnahmen der Regierung zur Eindämmung der Verbreitung von COVID-19. © Claudio Furlan/LaPresse/dpa

5.26 Uhr: 11.409 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Dienstagmorgen 11.409 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Am Dienstag vor einer Woche hatte die Zahl bei 6.868 gelegen. Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden. Die Zahl der Todesfälle überstieg am Wochenende die Marke von 10.000.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 449.275 Menschen mit dem Virus infiziert (Stand: 27.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 42 auf insgesamt 10.098. Das RKI schätzt, dass rund 326.700 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,37 (Vortag: 1,45). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp 14 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Montag bei 1,30. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. 

22.02 Uhr: Tschechien verhängt nächtliche Ausgangssperre

Angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen hat die Regierung in Tschechien eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Von Mittwoch an dürfen die Menschen zwischen 21.00 Uhr und 4.59 Uhr ihre Häuser nicht mehr verlassen, wie der demnächst aus dem Amt scheidende Gesundheitsminister Roman Prymula nach der Kabinettssitzung am Montagabend bekanntgab. Die bisherigen Maßnahmen hätten nur wenig Wirkung gezeigt, sagte der 56-Jährige. Seit Beginn der Pandemie wurden in Tschechien insgesamt 263.572 Corona-Infektionen und 2.337 Todesfälle registriert.

21.30 Uhr: Sachsens Kabinett trifft sich mit Kommunen

Sachsens Regierung trifft sich am Dienstag angesichts stark steigender Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen erneut mit den kommunalen Spitzenverbänden. Das Treffen wurde am Montag kurzfristig angekündigt. Im Anschluss wollen Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sowie die Präsidenten des Sächsischen Landkreistages und des Städte- und Gemeindetages, Landrat Frank Vogel aus dem Erzgebirgskreis und der Radebeuler Oberbürgermeister Bert Wendsche, die Medien informieren. Man wolle über die Corona-Situation und das weitere Vorgehen zur Eindämmung der Pandemie beraten, hieß es.

21.02 Uhr: Corona-Sorgen schicken US-Börsen auf Talfahrt

Sorgen über steigende Neuinfektionen und schwindende Hoffnungen auf weitere Corona-Wirtschaftshilfen vor den US-Präsidentschaftswahlen haben die US-Börsen zum Wochenstart schwer belastet. Überraschend schwache Daten vom Häusermarkt trugen ihr Übriges zur angeschlagenen Stimmungslage bei. Der Dow Jones Industrial sackte am Montag direkt zum Handelsstart unter die Marke von 28.000 Punkten und weitete seine Verluste im Verlauf noch weiter aus, bis er den tiefsten Stand seit Ende September erreichte.

20.34 Uhr: Lübecker Weihnachtsmarkt abgesagt

Wegen steigender Coronazahlen hat die Hansestadt Lübeck den kompletten Weihnachtsmarkt abgesagt. Zudem finden die Nordischen Filmtage in diesem Jahr nur digital statt, wie die Stadt am Montag mitteilte. Von Dienstag an gelte zudem in der gesamten Lübecker Altstadt eine Maskenpflicht. Dadurch solle versucht werden, den sprunghaften Anstieg der Infektionen in der Stadt einzudämmen, sagte Bürgermeister Jan Lindenau (SPD).

19.59 Uhr: SPD Sachsen-Anhalt verschiebt Parteitag auf nächstes Jahr

Die SPD Sachsen-Anhalt hat wegen der immer schneller steigenden Corona-Infektionszahlen im Land ihren für nächste Woche geplanten Parteitag verschoben. Das teilte die Partei am Montag nach einer Videoschalte des Landesvorstands mit. Der Parteitag, auf dem die Sozialdemokraten eigentlich ihr Programm für die Landtagswahl im kommenden Jahr beschließen wollten, soll nun Anfang 2021 nachgeholt werden. Dafür werde auch die Möglichkeit eines digitalen Parteitags geprüft, hieß es in einer Mitteilung.  Ursprünglich hatte der Parteitag mit 120 Delegierten am Samstag kommender Woche in Magdeburg stattfinden sollen.

19.24 Uhr: Osnabrücker Gastronom darf in Sperrstunde öffnen

Das Verwaltungsgericht in Osnabrück hat dem Eilantrag eines Osnabrücker Gaststättenbetreibers gegen die in der niedersächsischen Corona-Verordnung geregelte Sperrstunde stattgegeben. Er darf nach der Entscheidung vom Montag seine Gaststätte deshalb vorläufig auch in der Zeit von 23.00 bis 6.00 Uhr öffnen, wie das Gericht mitteilte. Für andere Gastwirte gelte dies jedoch nicht, da es sich nicht um eine Entscheidung in einem vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) zu führenden Normenkontrollverfahren handele.

Der Gastronom hatte sich mit seinem Eilantrag konkret gegen die Sperrzeit gewandt, die ab einer Inzidenz von 35 oder mehr Fällen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen eingreift. Er argumentierte, dass die Regelung seine grundgesetzlich geschützte Berufsausübungsfreiheit unverhältnismäßig einschränke. Zur Begründung ihrer Entscheidung führte die Kammer aus, die genannte Sperrzeitregelung sei nicht von einer Ermächtigungsgrundlage gedeckt.

Insbesondere nach den von der Kammer ausgewerteten Daten des Robert-Koch-Instituts habe sich bislang nicht abgezeichnet oder sei gar belegt, dass es in Gastronomiebetrieben mit entsprechendem Hygienekonzept zu einem nennenswerten Anstieg der Infektionszahlen gekommen sei, hieß es. Vielmehr komme dem Infektionsumfeld "Speisestätten" nur eine untergeordnete Bedeutung im Vergleich zu Fallhäufungen im Zusammenhang mit größeren (privaten) Feiern zu.

18.50 Uhr: WHO warnt vor Überlastung der Krankenhäuser

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einer Überlastung der Krankenhäuser in Europa durch die sich schnell ausbreitende Corona-Pandemie gewarnt. Die Intensivstationen der Hospitäler füllten sich zu schnell mit Covid-19-Patienten, betonte der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Montag in Genf.
Die Hospitäler kämen an ihre Kapazitätsgrenzen. Jeder Einzelne müsse sich an die Schutzkonzepte halten und beispielsweise physischen Abstand vor anderen Menschen halten, betonte Tedros. Der WHO-Generaldirektor erklärte, er verstehe, dass die Menschen angesichts der wieder eskalierenden Pandemie müde und frustriert seien. Die Menschen litten mental und körperlich.

17.40 Uhr: Erstmals mehr als 1.000 Neuinfektionen in Dänemark

Dänemark hat erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 1.000 Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag verzeichnet. Wie am Montag aus Zahlen des staatlichen Gesundheitsinstituts SSI hervorging, wurden seit Sonntag 1.056 neue Corona-Fälle registriert. SSI-Direktor Kåre Mølbak wies aber darauf hin, dass diese Zahl wegen technischer Probleme diesmal 28 statt 24 Stunden umfasse und das Niveau somit in etwa bei dem vom Sonntag liege.
Am Sonntag hatten die Dänen mit 945 Neuinfektionen einen Höchststand vermeldet. Dänemark testet allerdings viel mehr als im Frühjahr, weshalb sich die Zahlen nur bedingt mit denjenigen aus dem März oder April vergleichen lassen.

17.32 Uhr: Landkreis Meißen ist jetzt Risikogebiet

Als letzter Landkreis springt auch in - nur noch in Leipzig befinden sich die Fallzahlen im grünen Bereich. Im Landkreis Meißen ist der Inzidenzwert auf 57,1 angestiegen. Am Sonntag waren es erst etwas mehr als 42 Personen, die in den letzten sieben Tagen positiv auf das neuartige Corona-Virus getestet wurden: Seitdem verzeichnete das Landratsamt 29 Neuinfektionen. 

17.15 Uhr: Lockdown im bayerischen Landkreis Rottal-Inn

Angesichts extrem gestiegener Corona-Zahlen gelten im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn ab Dienstag um 00.00 Uhr strikte Ausgangsbeschränkungen. Das teilte am Montag ein Sprecher des Landratsamtes in Pfarrkirchen mit. Am Sonntag lag der Schwellenwert in dem Kreis laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bei etwa 228 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Neben dem Landkreis Berchtesgadener Land ist Rottal-Inn aktuell der zweite Landkreis in Bayern mit Ausgangsbeschränkungen. In anderen Bundesländern gibt es bisher keine vergleichbar strikten Ausgangsbeschränkungen. Schulen und Kindergärten werden geschlossen und Veranstaltungen abgesagt, wie es in einer Mitteilung heißt.

16.56 Uhr: Über 1.250 Menschen im Landkreis Bautzen in Quarantäne

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Bautzen ist leicht gefallen - von 122 auf 119. Das liegt daran, dass am Montag nur 15 neue Corona-Fälle gemeldet wurden, nachdem am Sonntag lediglich vier Tests stattfanden. An den vergangenen Tagen lagen die Zahlen deutlich höher. Allein am Wochenende hatte das Landratsamt insgesamt 154 Neu-Infektionen in die Statistik aufgenommen.

Aktuell gelten 523 Menschen als infiziert; davon werden zwölf in einer Klinik behandelt. 1.252 Frauen, Männer und Kinder sind in Quarantäne. Mehr dazu lesen im Newsblog unserer Bautzner Kollegen.

16.45 Uhr: Chaos um Coronatest in Großschönau

Durch ein Versehen im Gesundheitsamt sitzt eine Großschönauer Familie seit fast drei Wochen in Quarantäne. Am Montag bekommt sie die erlösende Nachricht.

Cindy Rücker und Florian Güttler sitzen mit den Kindern Lionel (5) und Kilian (zwei Monate) seit fast drei Wochen in ihrer Neubauwohnung fest.
Cindy Rücker und Florian Güttler sitzen mit den Kindern Lionel (5) und Kilian (zwei Monate) seit fast drei Wochen in ihrer Neubauwohnung fest. © Rafael Sampedro

16.40 Uhr: Bund und Länder beraten erneut Corona-Regeln

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Mittwoch erneut mit den Ministerpräsidenten in einer Videokonferenz über die sich zuspitzende Entwicklung der Corona-Pandemie beraten. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin mit. Im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr sollten nach "Bild"-Informationen Schulen und Kitas dann jedoch weiter geöffnet bleiben, außer in Regionen mit katastrophal hohen Infektionszahlen. Das Blatt spricht von einem "Lockdown light". Auch der Einzelhandel solle mit neuen Einschränkungen offen bleiben. Laut "Bild" will das Kanzleramt vor allem bei Gastronomie und Veranstaltungen hart vorgehen.

16.30 Uhr: Neue Beschränkungen in Norwegen

Die Norweger sollen wegen der auch bei ihnen steigenden Corona-Zahlen ab Mittwoch nicht mehr als fünf Gäste in ihren eigenen vier Wänden begrüßen. Das teilte die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg am Montag auf einer Pressekonferenz in Oslo mit. Private Zusammenkünfte an öffentlichen Orten werden zugleich landesweit auf maximal 50 Teilnehmer begrenzt; bislang lag die Grenze bei 200.
Darüber hinaus werden Arbeitskräfte aus Ländern, die die EU als Risikogebiete bezeichnet, ab Samstag nicht wie bisher von der obligatorischen Zehn-Tages-Quarantäne ausgenommen. Dazu zählen laut Solberg unter anderem Polen, Frankreich und Großbritannien.

16.06 Uhr: 50 Festnahmen bei Demo gegen Corona-Beschränkungen

Bei den Protesten gegen Corona-Beschränkungen hat die Berliner Polizei am Sonntag 50 Menschen vorübergehend festgenommen. Es seien 64 Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, Landfriedensbruchs, Angriffs und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie wegen versuchter Gefangenenbefreiung eingeleitet worden, teilte die Polizei am Montag mit. Zudem wurden 71 Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen Verstößen gegen den Infektionsschutz geschrieben. Bei den Polizeieinsätzen seien 18 Kräfte verletzt worden. Bei mehreren Kundgebungen und einem Aufzug waren demnach rund 650 Polizeibeamte im Einsatz.

Polizisten tragen einen Teilnehmer der Demonstration gegen die Corona-Auflagen auf dem Alexanderplatz weg.
Polizisten tragen einen Teilnehmer der Demonstration gegen die Corona-Auflagen auf dem Alexanderplatz weg. © dpa

15.50 Uhr: Nürnberg sagt weltberühmten Christkindlesmarkt ab

Der weltberühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Das teilte die Stadt Nürnberg mit Blick auf die steigenden Corona-Fallzahlen am Montag mit. "Uns fällt diese Entscheidung sehr schwer. Der Christkindlesmarkt mit seiner großen Tradition gehört zu Nürnberg", sagte Oberbürgermeister Marcus König (CSU).

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen bewegt sich auch in Nürnberg in Richtung des Schwellenwerts von 100 und mehr Infektionen innerhalb von sieben Tagen. Zurzeit liegt dieser nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums bei 76,01. "Es ist davon auszugehen, dass die Schwelle noch in nächster Zeit über 100 steigt und die Corona-Ampel des Ministeriums auf dunkelrot umspringt", sagte König.

15.30 Uhr: In Sterbefällen Heimbesuche trotz Infektionen

In dramatischen Fällen wie der Sterbebegleitung sollten Altenpflegeheime nach Auffassung der Diakonie alles daran setzen, Besuche von Angehörigen möglich zu machen. "Sollte es aufgrund eines Infektionsgeschehens zu einer Schließung der Einrichtung kommen, appellieren wir an alle Beteiligten, Träger und Seelsorgende, die Sterbebegleitung und das seelsorgerische Angebot aufrechtzuerhalten", sagte der Vorstandssprecher der Diakonie Niedersachen, Hans-Joachim Lenke.

15.04 Uhr: Fast 1.500 Corona-Neuinfektionen über das Wochenende in Sachsen

In Sachsen hat die Zahl laborbestätigter Corona-Neuinfektionen über das Wochenende stark zugenommen. Laut der aktuellen Statistik des Gesundheitsministeriums vom Montag stieg die Zahl der seit Pandemiebeginn registrierten Infektionen mit Sars-Cov-2 um .1444 auf insgesamt 13.839. Sieben weitere Menschen sind an oder mit dem Coronavirus gestorben und damit insgesamt 279 im Freistaat. Der Anteil der Gestorbenen an den bestätigten Infektionsfällen liegt derzeit bei zwei Prozent. Laut Schätzungen gelten 8.500 Menschen als genesen.
Mit 421 Fällen den höchsten Zuwachs verzeichnete der Erzgebirgskreis. Mit dem Spitzenwert von 195,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche hat er den kritischen Wert von 50 für ein Corona-Risikogebiet weit überschritten.

14.50 Uhr: Trump spielt Corona herunter und macht die Medien verantwortlich

US-Präsident Donald Trump hat die Gefahr des Coronavirus erneut heruntergespielt und den Medien vorgeworfen, die Pandemie aus politischen Gründen aufzubauschen. Die Anzahl der Neuinfektionen steige nur, weil in den USA so viel getestet werde, erklärte Trump am Montag in einem Tweet. Er sprach von einer "Verschwörung der Fake News Medien".  Die "korrupten" und falsch informierenden Medien schlachteten die Pandemie gezielt bis zur Wahl am 3. November aus, um ihm zu schaden, schrieb Trump. "Am 4. November wird sich das Thema völlig verändern."
Die Anzahl der täglich gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist in den USA zuletzt auf rund 70.000 gestiegen.

14.16 Uhr: Beliebte Weihnachtsmärkte in Prag fallen aus

Die traditionsreichen Weihnachtsmärkte im Prager Stadtzentrum fallen in diesem Jahr aus. Grund sei die Corona-Pandemie, teilte die Betreibergesellschaft Taiko in Absprache mit der Stadtverwaltung am Montag mit. Auf dem Altstädter Ring mit dem Rathaus wird demnach nur ein Baum für Weihnachtsatmosphäre sorgen. Es wird sich um eine 19 Meter hohe Fichte handeln, die derzeit noch auf einem Privatgrundstück nahe der tschechischen Hauptstadt steht. Der Baumschmuck soll angesichts der Lage schlicht ausfallen.

14.08 Uhr: Litauen erneut mit Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

In Litauen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen erneut einen Höchststand erreicht. Einen Tag nach der entscheidenden Runde der Parlamentswahl wurden am Montag 766 positive Tests innerhalb von 24 Stunden registriert. Dies teilte die Gesundheitsbehörde in Vilnius mit. Der bisherige Rekordwert vom Sonntag lag bei 603.
Litauen mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 10.949 bestätigte Infektionen und 136 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. "Wir haben die erste Corona-Welle gut gemeistert, aber die zweite Welle erhebt sich immer noch. Wir haben nicht viel Zeit, um wesentliche Entscheidungen zu treffen", schrieb Präsident Gitanas Nauseda nach der Wahl auf Facebook.

13.55 Uhr: Zwei weitere Dresdner an Corona gestorben

Die Zahl der Dresdner Corona-Todesopfer ist am Montag auf 15 gestiegen. Wie das Gesundheitsamt mitteilte, wird der Tod von zwei weiteren Menschen auf eine Infektion mit dem Virus zurückgeführt. Es handle sich um Erkrankte, bei denen der Erreger nachgewiesen wurde und die laut Totenschein an Covid 19 starben. Außerdem ist ein weiterer Dresdner ins Krankenhaus eingewiesen worden. Das sind die neuesten Zahlen.

13.40 Uhr: SPD will Dresdner Weihnachtsmärkte absagen

Die SPD-Fraktion des Dresdner Stadtrates findet ein Festhalten am Striezelmarkt in Anbetracht der hohen Infektionszahlen nicht länger vertretbar. "Ein Festhalten am Striezelmarkt ist emotional nachvollziehbar, aber vor dem Hintergrund der Pandemie nicht länger vertretbar", heißt es in einer Mitteilung. Was die Betreiber der  Weihnachtsmärkte zu der  SPD-Forderung sagen, lesen Sie hier.

13.30 Uhr: Schäuble ruft Abgeordnete zum Einhalten der Corona-Regeln auf

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat erneut eindringlich an alle Abgeordneten appelliert, durch ein Einhalten der Corona-Regeln im Parlament ein Ausbreiten der Pandemie zu verhindern. Vor dem Bundestag lägen die letzten sechs Sitzungswochen des Jahres, heißt es in einem Schreiben des CDU-Politikers vom Montag an alle 709 Abgeordneten, das der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. "Sie fallen in eine Phase, in der die Pandemie auch in Deutschland an Wucht gewinnt."

Von dem Appell können sich insbesondere die AfD-Abgeordneten und ihre Mitarbeiter angesprochen fühlen. Während die Sicherheitsregeln von allen anderen Fraktionen akzeptiert und eingehalten werden, stoßen sie in der AfD auf starken Widerstand. Zuletzt hatten 19 Abgeordnete und 9 Mitarbeiter Schäuble zwingen wollen, eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung zu unterschreiben, in der er zusagt, die Anordnung zur Maskenpflicht in allen Gebäuden des Bundestags zurückzunehmen. Dies hatte Schäuble jedoch strikt zurückgewiesen.

Abgeordnete der AfD zeigten sich zuletzt demonstrativ ohne Maske im Bundestag.
Abgeordnete der AfD zeigten sich zuletzt demonstrativ ohne Maske im Bundestag. © Michael Kappeler/dpa

13.15 Uhr: Pharmaziekette bietet Corona-Schnelltests in Großbritannien an

Die Pharmaziekette Boots will in den kommenden Wochen in Großbritannien Corona-Schnelltests anbieten, deren Ergebnisse schon in zwölf Minuten vorliegen. Das könnte Folgen für die Entscheidungen der Politik im Umgang mit Corona haben. Der Kunde bekommt nach Unternehmensangaben noch am selben Tag das Ergebnis des Abstrich-Tests mitgeteilt. Der Service wird in ausgewählten Geschäften erhältlich sein, wie das Unternehmen in London mitteilte.

Das neue Angebot sei für Menschen ohne Symptome geeignet, die zum Beispiel vor einer Reise zu Verwandten vorsichtshalber testen lassen wollten, ob sie selbst ansteckend sein könnten. Es sei aber derzeit nicht als Nachweis bei Flugreisen ausreichend, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Der Service kostet 120 Pfund (etwa 133 Euro). "Wir hoffen, dass wir damit auch Druck vom (staatlichen Gesundheitsdienst) NHS nehmen können", sagte Boots-Geschäftsführer Seb James.

12.50 Uhr: CDU-Spitze verschiebt Parteitag zur Vorsitzendenwahl ins nächste Jahr

Die CDU-Spitze verschiebt angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage den für den 4. Dezember in Stuttgart geplanten Parteitag zur Wahl eines neuen Vorsitzenden ins nächste Jahr. Der Parteitag mit seinen 1.001 Delegierten solle im neuen Jahr idealerweise in Präsenz stattfinden, teilte Generalsekretär Paul Ziemiak am Montag nach den Gremiensitzungen mit. Mehr dazu: CDU verschiebt Wahl-Parteitag

12.07 Uhr: Mallorcas sehnsüchtiger Blick auf die Kanaren

Eigentlich sollte Mallorca im Oktober voller Touristen sein, die in den Herbstferien noch einmal die Sonne genießen wollen. Doch mit dem erneuten Notstand in Spanien liegt auch die liebste Insel der Deutschen brach. Die Hoteliers und Gastronomen Mallorcas blickten am Wochenende neidisch auf die Kanaren. Die Atlantik-Inseln vor der Westküste Afrikas wurden von Deutschland von der Liste der Risikogebiete gestrichen. Nach monatelanger Zwangspause trafen dort am Samstag und Sonntag wieder die ersten Flugzeuge voller Urlauber ein. Mehr Infos zur aktuellen Situation auf den spanischen Ferieninseln gibt es hier: Geisterinsel Mallorca, Chillen auf Teneriffa

Spanien, Los Cristianos: Touristen genießen die Sonne am Strand La Playa de Las Vistas. Deutsche und britische Touristen trafen am Wochenende auf der Kanareninsel ein, nachdem die Kanaren wieder von der Risikoliste gestrichen worden sind.
Spanien, Los Cristianos: Touristen genießen die Sonne am Strand La Playa de Las Vistas. Deutsche und britische Touristen trafen am Wochenende auf der Kanareninsel ein, nachdem die Kanaren wieder von der Risikoliste gestrichen worden sind. © Andres Gutierrez/dpa

11.55 Uhr: Infektionszahlen drücken Stimmung in Unternehmen 

Die Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich im Oktober wegen steigender Corona-Infektionszahlen eingetrübt. Das Ifo-Geschäftsklima fiel gegenüber dem Vormonat um 0,5 Punkte auf 92,7 Punkte, wie das Ifo-Institut am Montag in München mitteilte. Der Rückgang war stärker als erwartet. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 93,0 Punkte gerechnet.

Damit ist die jüngste Erholungsphase des wichtigen Konjunkturindikators zunächst unterbrochen. Zuvor war der Ifo-Index fünf Monate in Folge gestiegen - nach einem drastischen Einbruch im März und April.

"Angesichts steigender Infektionszahlen nehmen die Sorgen der deutschen Wirtschaft zu", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten". Die Bewertung der aktuelle Situation hat sich allerdings etwas verbessert. 

10.10 Uhr: Österreichs Kanzler erwägt zweiten Lockdown

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat einen zweiten Lockdown in den Raum gestellt. Sollte es nicht gelingen, den aktuell starken Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen zu stoppen, dann wäre das die Ultima Ratio, sagte Kurz am Montag in Wien. Kriterium dafür sei die Lage in den Kliniken. "Kein Land der Welt wird es zulassen, dass die Intensivmedizin überfordert wird," so Kurz. In Österreich ist der drohende Zusammenbruch des Gesundheitssystems gesetzliche Voraussetzung für einen Lockdown.

Jüngst hatte sich Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) noch sehr zuversichtlich gezeigt, dass die bisher eingeleiteten Maßnahmen ausreichen würden, die Entwicklung unter Kontrolle zu bringen. Dazu zählt seit Sonntag eine Obergrenze von sechs Personen bei privaten Feiern in Innenräumen und von zwölf Menschen im Freien. Zuletzt waren in Österreich praktisch täglich Rekordwerte bei den Neuinfektionen verzeichnet worden. Die Entwicklung ist aktuell deutlich schlechter als in Deutschland.

Sebastian Kurz, Bundeskanzler von Österreich
Sebastian Kurz, Bundeskanzler von Österreich © Hans Punz/APA/dpa

9.29 Uhr: Lockdown trifft besonders Kneipen und Bars 

Die Gastronomie in Deutschland hat seit dem Corona-Lockdown im Frühjahr beträchtlich an Umsatz eingebüßt. Zwischen März und August nahmen Restaurants, Cafés, Caterer und Bars preisbereinigt 40,5 Prozent weniger Geld ein als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.

Im kompletten Lockdown-Monat April fielen die Umsätze mit einem Minus von gut 68 Prozent demnach am stärksten. Mit der Öffnung im Mai erholten sich die Geschäfte zwar kontinuierlich. Im August lag der Erlösrückgang aber immer noch bei gut 22 Prozent, so die Wiesbadener Statistiker. Angesichts von Sperrstunden und Kontaktbeschränkungen in Corona-Hotspots zur Eindämmung der Pandemie kommen nun wieder neue Herausforderungen auf die Gastronomie zu.

Innerhalb der Branche besonders betroffen waren Lokale, die ihr Geld mit Getränkeausschank verdienen: Dort, etwa bei Kneipen und Bars, fiel der Umsatz von März bis August um mehr als 45 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Restaurants, Gaststätten und Imbisslokale konnten dagegen mit Lieferdiensten und Ab-Haus-Verkäufen etwas Boden gut machen und büßten noch etwa 29 Prozent der Erlöse ein.

8.36 Uhr: Schule startet in mehreren Bundesländern mit neuen Corona-Regeln 

Nach zwei Wochen Herbstferien kehren Schüler aus mehreren Bundesländern zurück in den Unterricht - teils mit neuen Corona-Auflagen. Jungen und Mädchen in Nordrhein-Westfalen müssen nun etwa ab der 5. Klasse auch im Unterricht wieder eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Maskenpflicht soll zunächst bis zu den Weihnachtsferien am 22. Dezember gelten.

Stoßlüften und bei Corona-Warnstufe Rot Maske tragen, heißt es ab Montag in Rheinland-Pfalz. Warnstufe Rot bedeutet mindestens 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Dann soll die Maskenpflicht auch auf den Unterricht ausgeweitet werden. Im Saarland ist diese bereits für alle Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse für zwei Wochen verpflichtend.

In Niedersachsen und Bremen gibt es dagegen zum Schulstart keine generelle Maskenpflicht im Unterricht. Das Kultusministerium empfiehlt diese allerdings Mädchen und Jungen ab der 5. Klasse, wenn ihre Schule in einem Corona-Hotspot liegt.

Auch in Berlin und Brandenburg sind die Herbstferien vorbei. In der Hauptstadt müssen Schüler der Oberstufe sowie aller Berufsschulen und Oberstufenzentren eine Maske im Unterricht tragen. In Brandenburg gilt die Maskenpflicht in allen Bereichen der Schulen wie Fluren und Essenräumen, aber nicht im Unterricht und auf dem Pausenhof.

Neue Corona-Regeln gelten auch zum Schulstart in Sachsen-Anhalt. So sind unter anderem vorerst Klassenfahrten ins Ausland gestrichen, zudem muss in vielen Bereichen der Schulgebäude eine Maske getragen werden.

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