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Corona: 16.774 Neuinfektionen in Deutschland

Durchimpfung wohl erst bis 2022, strengere Corona-Regeln im November, Dehoga Sachsen spricht von “Schock”, Reisewarnung für Türkei - der Newsblog.

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 16.774 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht.
Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 16.774 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. © Marius Becker/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

8.11 Uhr: Spahn verteidigt Corona-Maßnahmen - und ist "demütig"

City-Apotheken Dresden
365 Tage für Patienten da
365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat durch seine eigene Corona-Erkrankung einen anderen Blick auf die Pandemie gewonnen. Die Erfahrung habe ihn "demütig" gemacht, sagte der CDU-Politiker am Donnerstagmorgen in einem Telefon-Interview im WDR. Spahn stellte sich dort für eine halbe Stunde den Fragen der Zuhörer. Es gehe ihm selbst gut, er habe nur leichte Erkältungssymptome. Die Arbeit seines Gesundheitsamtes vor Ort habe er als professionell und unaufgeregt empfunden, sagte der Minister. Spahn ist derzeit in häuslicher Quarantäne.

Der Minister verteidigte die vom Bund und den Ländern bis Ende November vereinbarten harten Maßnahmen gegen die Pandemie. Das sei eine schwere Zeit für die Betroffenen, aber Kontakte müssten unbedingt verringert werden. Die Infektionszahlen stiegen gerade bei den Älteren wieder rasant. "Ich will nicht warten, bis die Intensivstationen überfüllt sind", sagte er. "Wenn sie überfüllt sind, ist es zu spät."

7.53 Uhr: VW hat Corona-Einbruch aus dem Frühjahr überwunden 

Der VW-Konzern bekommt die Folgen des tiefen Corona-Einbruchs zusehends besser in den Griff. Der weltgrößte Autohersteller meldete am Donnerstag für die ersten neun Monate des laufenden Jahres einen Vorsteuer-Gewinn von rund 2,3 Milliarden Euro. Das ist immer noch eine drastische Abnahme gegenüber dem Vorjahreswert von 14,6 Milliarden Euro - aber bereits eine deutliche Verbesserung zur Jahresmitte, als die Volkswagen-Gruppe hierbei mit einem Verlust von etwa 1,4 Milliarden Euro in die roten Zahlen gerutscht war.

Man sehe inzwischen eine "spürbare Erholung", erklärte das Unternehmen in Wolfsburg. Jedoch ist die Gesamtentwicklung 2020 aufgrund der schwachen Nachfrage weiterhin kritisch: Der Umsatz lag nach drei Vierteln des Jahres bei 155,5 Milliarden Euro und damit 16,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau, bei den Auslieferungen verbuchte die VW-Gruppe bis Ende September insgesamt ein Minus von 18,7 Prozent auf ungefähr 6,5 Millionen Fahrzeuge. Im September selbst hatte es wieder eine leichte Steigerung der Verkäufe gegeben.

Das neue Volkswagen-Elektroauto ID.4
Das neue Volkswagen-Elektroauto ID.4 © Peter Steffen/dpa

7.31 Uhr: Wieder gewaltsame Proteste in Italien 

In Italien ist es am Mittwochabend in mehreren Städten zu neuen Protesten gegen die verschärften Corona-Bestimmungen der gekommen. In der norditalienischen Stadt Verona gingen nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa rund 500 Menschen vornehmlich aus dem rechtsradikalen Spektrum auf die Straße. Sie warfen mit Glas und kippten vor Lokalen Tische und Stühle um. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt. Ebenfalls am Mittwochabend wurde ein Mitarbeiter eines italienischen TV-Senders bei gewalttätigen Protesten in Palermo auf Sizilien verletzt, wie Ansa berichtete. Dort sei es nach einer Demonstration von Lokalbesitzern gegen die Beschränkung ihrer Öffnungszeiten zu Flaschenwürfen und dem Abschießen von Feuerwerkskörpern gekommen. Auch andernorts gab es vereinzelt Kundgebungen. Die Polizei habe von einigen Beteiligten die Personalien aufgenommen.

Bereits seit dem Wochenende war es in Italien bei Demonstrationen gegen die Regierung mehrfach zu Gewalt gekommen. Politiker machten unter anderem Neo-Faschisten und jugendliche Straftäter für die Übergriffe verantwortlich.

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6.57 Uhr: Virologe: Umfassende Corona-Impfung wird bis 2022 dauern 

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut geht davon aus, dass eine Impfung der gesamten Bevölkerung gegen das Coronavirus auch bei schneller Entwicklung eines Impfstoffs Ende 2021 noch nicht abgeschlossen sein wird. Wenn man etwa pro Tag 100.000 Menschen impfen würde, brauche man 150 Tage, um 15 Millionen Menschen zu impfen, sagte der Virologe Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Dieses Tempo wäre nach Mertens Ansicht bereits eine Herausforderung.

"Der Start der Impfungen darf nicht übereilt passieren: Es kommt nicht darauf an, vier Wochen früher oder später mit dem Impfen anzufangen", sagte der Virologe. Vor allem Transport und Lagerung, die Einrichtung der regionalen Impfzentren und die bundesweit zeitgleiche Dokumentation der Impfungen müssten gut vorbereitet werden, ebenso die Auswertung der Sicherheitsaspekte und des medizinischen Impferfolgs.

6.41 Uhr: Leitender Intensivmediziner: "Müssen diesen Trend stoppen"

 Die starke Zunahme der Corona-Infektionen ist nach Ansicht des Leiters der Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Stefan Kluge (52), "absolut besorgniserregend". "Wir müssen diesen Trend stoppen, die Politik muss handeln", sagte der Klinikdirektor mit Blick auf die neuen Kontaktbeschränkungen. "Uns bleibt keine andere Wahl." Ein Blick auf die derzeit nur langsam steigende Zahl der Todesopfer tauge nicht zur Einschätzung der aktuellen Lage.

Mehr dazu hier: Corona-Lage "absolut besorgniserregend"

5.55 Uhr: Virologe: Nach "Lockdown Light" muss sich Verhalten ändern

Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer hält die geplanten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für sinnvoll, um die zweite Welle zu brechen - aber nur dann, wenn sich danach das Verhalten ändert. "Es steht und fällt damit, dass sich die Menschen bewusst sind, dass es ohne ihr Mitwirken nicht funktioniert", sagte der Laborleiter und Dozent.

Mit massiven Kontaktbeschränkungen gebe es eine gute Chance, die Infektionsketten zu durchbrechen, sagte Stürmer. Nur müssten die Menschen nach der "Rückkehr in den Normalbetrieb" wieder darauf achten, sich an bestimmte Maßnahmen wie das Lüften oder die AHA-Regeln - Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen - zu halten. "Sonst führt das in eine Endlosschleife", sagte Stürmer. Die Entwicklung der Fallzahlen habe gezeigt: "Die Menschen sind zu leichtsinnig geworden."

Die Chance auf ein "normales Weihnachten" sieht der Laborleiter indes nicht. "Das wäre wieder kontraproduktiv", sagte Stürmer. Die angedachten Maßnahmen würden jedoch ermöglichen, ein "etwas normaleres Weihnachten" zu feiern als unter massiven Kontaktbeschränkungen - "zwar nicht wie vor Corona, aber nicht nur mit der Familie und sonst gar nichts". 

5.38 Uhr: Bildungsministerin für Ausweitung der Maskenpflicht an Schulen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat eine Ausweitung der Maskenpflicht an Deutschlands Schulen im Kampf gegen das Coronavirus angeregt. "Wir müssen alles versuchen, die Schulen auch in den nächsten Wochen offen zu halten", sagte die CDU-Politikerin in Berlin. Alle in der Gesellschaft müssten sich an die neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie halten. Gleichzeitig müsse geklärt werden, wie der Schulbetrieb an die verschärfte Infektionslage angepasst werde. "Dabei wird auch über eine Ausweitung der Maskenpflichten nachzudenken sein, um eine Art Sicherheitspuffer für den Schulbetrieb zu schaffen."

Die CDU-Politikerin begrüßte den jüngsten Beschluss von Bund und Ländern, wonach Schulen und Kindergärten offen bleiben. "Die Corona-Zeit darf für die Schülerinnen und Schüler nicht zu einer verlorenen Zeit werden", sagte sie. Die Belastung der Familien dürfte nicht noch gesteigert werden. "Die Schulen dürfen aber auch weiter nicht zu Corona-Hotspots werden", betonte die Ministerin.

Denkbar sei auch die vermehrte Teilung von Unterricht. "Es ist besser, vielleicht an manchen Orten den Präsenzunterricht zu Gunsten von mehr Abstand zu reduzieren, als am Ende gar keinen Unterricht in der Schule anbieten zu können." Ebenso könne die teils schon praktizierte Mischung von Präsenz- und Distanzunterricht sinnvoll sein.

Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung © Bernd von Jutrczenka/dpa

5.25 Uhr: Neuer Höchstwert: 16.774 Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 16.774 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Donnerstagmorgen hervor. Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 14.964 Fällen. Am Donnerstag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter 11.287 Neuinfektionen gemeldet. Damit hatte der Wert erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland die Marke von 10.000 überschritten.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 481.013 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 29.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 89 auf insgesamt 10.272. Das RKI schätzt, dass rund 339.200 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Mittwoch bei 1,03 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Dienstag bei 1,17. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. 

Corona-Pandemie: Das passierte am Mittwoch

21.58 Uhr: Bislang mehr als 5000 Corona-Fälle bei Vereinten Nationen

Bei den Vereinten Nationen hat es seit Beginn der Pandemie weltweit bislang mehr als 5.000 Corona-Fälle gegeben. Mindestens 5.325 Infektionen mit dem Virus seien bislang verzeichnet worden, sagte ein UN-Sprecher am Mittwoch in New York. 64 Menschen im Dienst der UN seien bislang nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. In der Hauptverwaltung der UN in New York habe es bislang mindestens 130 Fälle gegeben. Die Vereinten Nationen haben weltweit mehrere Zehntausend Mitarbeiter, dazu kommen die Mitarbeiter und Beteiligten der Unterorganisationen.

21.02 Uhr: Virusängste beschleunigen die Börsen-Talfahrt

Der wichtigsten US-Standardwerte-Indizes Dow Jones Industrial und S&P 500 sind am Mittwoch weiter ins Rutschen gekommen. Dabei sackte der Dow auch wieder unter die Marke von 27 000 Punkten. Die technologielastigen Nasdaq-Börsen, die noch am Dienstag in einer Gegenbewegung zugelegt hatten, wurden ebenfalls vom Abwärtssog erfasst.
Die sich zuspitzende Corona-Krise sorgt unter den Anlegern für wachsende Ängste. Von einer Panik könne zwar noch keine Rede sein, aber die Nervosität steige deutlich, sagte etwa Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus Axi zu den Talfahrten der Märkte in Europa und den USA.

20.15 Uhr: Macron führt Ausgangsbeschränkungen wieder ein

Mit Ausgangsbeschränkungen im ganzen Land verschärft Frankreich seinen Kampf gegen die zweite Welle der Corona-Pandemie. Die Beschränkungen sollen von Freitag an gelten, kündigte Staatschef Emmanuel Macron am Mittwochabend in einer Fernsehansprache an.

19.34 Uhr: Positiver Corona-Test bei Görlitzer Bischof

Bischof Wolfgang Ipolt ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt gibt es vier Coronafälle in der Bischofsverwaltung, betroffen ist auch Ipolts Generalvikar Alfred Hoffmann, teilte das Bistum Görlitz am Mittwoch mit. Offenbar geht es den Infizierten aber ganz gut, denn das Bistum geht davon aus, dass Ipolt seinen Dienst nach der Quarantäne am Freitag dieser Woche wieder antritt. Bei Hoffmann dauert sie bis einschließlich Freitag.

19.02 Uhr: Dehoga Sachsen spricht von “Schock”

Der Dehoga Hotel- und Gaststättenverband Sachsen ist über die Beschlüsse Ministerpräsidentenkonferenz mit Angela Merkel bestürzt. Hauptgeschäftsführer Axel Klein spricht von einem „Schock“. Im Gegensatz zu ungeregelten Zusammenkünften in Privaträumen sei das Gastgewerbe nicht vordergründig für Infektionsketten verantwortlich, beruft sich der Dehoga-Chef des Landes auf Erkenntnisse des Robert-Koch-Instituts. In den Betrieben sei die Umsetzung der Corona-Regeln bestens gewährleistet, würden Gäste zu deren Einhaltung angehalten. „Jetzt werden sie unverschuldet in Mithaftung genommen für grobe Fahrlässigkeit einiger weniger“, schimpft der Regionalchef des Berufsverbandes, Interessenvertretung von knapp einem Drittel der rund 9.000 Gastgewerbebetriebe im Freistaat mit etwa 60.000 Beschäftigten.

Axel Klein
Axel Klein © Christian Juppe

18.30 Uhr: Merkel warnt vor "nationaler Gesundheitsnotlage"

Deutschland muss wegen der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine "akute nationale Gesundheitsnotlage" vermeiden. "Wir müssen handeln, und zwar jetzt", sagte die Kanzlerin am Mittwoch nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. "Die Kurve muss wieder abflachen." Man brauche jetzt im November eine befristete "nationale Kraftanstrengung", sagte Merkel und sprach von harten und belastenden Maßnahmen.

18.01 Uhr: Fast 25.000 Corona-Neuinfektionen in Italien

In Italien hat die Anzahl der binnen eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen fast die Marke von 25.000 erreicht. Wie die Behörden in Rom am Mittwoch mitteilten, wurden 24.991 neue Corona-Fälle registriert. In dem Land mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern starben in 24 Stunden zudem 205 Menschen mit oder an dem Virus. Erst am Sonntag war in Italien die Schwelle von 20.000 Neuinfektionen überschritten worden.
Seit Beginn der Pandemie im Februar gab es in dem Mittelmeerland nun fast 590.000 bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. Die Zahl der Corona-Toten stieg auf 37.905.

17.35 Uhr: Sächsischer Politiker kritisiert "Hammer-Lockdown"

Der sächsische FDP-Politiker Torsten Herbst hält die geplanten neuen Corona-Beschränkungen in Deutschland für völlig überzogen. "Im Vorfeld war viel von 'Soft Lockdown' und 'Shutdown light' die Rede - was jetzt beschlossen wurde, ist eher ein 'Hammer-Lockdown'", erklärte der Dresdner Bundestagsabgeordnete am Mittwoch.

Die Einschränkungen träfen Bürger und zahlreiche Unternehmen mit voller Wucht: "Es entsteht der Eindruck, als hätten Kanzlerin und Länderchefs nichts aus den Fehlern der Maßnahmen in der ersten Corona-Welle und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen gelernt. Man schießt weiter mit der Schrotflinte auf die Probleme, statt mit gezielten Maßnahmen vorzugehen."

17.12 Uhr: Corona-Krisengipfel beschließt massive Einschränkungen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder haben am Mittwoch in einer Video-Konferenz über schärfere Corona-Regeln beraten. Auf folgende Maßnahmen wurde sich am Nachmittag geeinigt:

  • Schulen und Kindergärten sollen weiter offen bleiben

  • Groß- und Einzelhandel bleiben offen -  nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter.

  • Gastronomiebetriebe sollen vom 2. November für den restlichen Monat geschlossen werden (Davon ausgenommen sein soll die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause, Kantinen sollen offen bleiben dürfen.)

  • Vorerst keine touristischen Übernachtungsangebote - Touristische Übernachtungsangebote im Inland sind im November verboten. Diese dürfen nur noch für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen gemacht werden.

  • Profisport nur noch ohne Zuschauer. Das gilt auch für die Fußballbundesliga.

  • Kontakte in Öffentlichkeit sollen drastisch beschränkt werden - Bund und Länder wollen angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen den gemeinsamen Aufenthalt in der Öffentlichkeit nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes mit maximal zehn Personen gestatten. Dies gelte verbindlich, Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen würden von den Ordnungsbehörden sanktioniert.

  • Freizeiteinrichtungen sollen weitgehend geschlossen werden - Bund und Länder wollen wegen der Corona-Krise Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, im November deutschlandweit weitgehend untersagen. So sollen Theater, Opern oder Konzerthäuser vom 2. November an bis Ende des Monats schließen.

  • Gottesdienste bleiben erlaubt - Allerdings müssten die Hygienekonzepte unbedingt eingehalten werden.

  • Firmen sollen Homeoffice ermöglichen - Bund und Länder fordern die Unternehmen angesichts hoher Corona-Infektionszahlen eindringlich auf, Heimarbeit zu ermöglichen - wo immer dies umsetzbar ist.

  • Corona-Nothilfen für Unternehmen - Der Bund plant milliardenschwere Nothilfen für Unternehmen, die von den vorübergehenden Schließungen zur Eindämmung des Coronavirus betroffen sind. Erstattet werden sollen Umsatzausfälle, die Finanzhilfe soll ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro haben.

Deutschlandweit sollen die Maßnahmen bereits vom 2. November (Montag) an und nicht wie ursprünglich in der Beschlussvorlage des Bundes vorgesehen vom 4. November an in Kraft treten.

Die Maßnahmen gelten nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ganz Deutschland. "Die Beschlüsse gelten bundesweit", sagte Merkel. Alle müssten sie durch Allgemeinverordnungen umsetzen. Thüringen werde noch das Parlament befassen. "Aber so, wie es hier steht, gilt es bundesweit." In den vergangenen Monaten waren die Bundesländer bei ihren Corona-Schutzmaßnahmen unterschiedlich vorgegangen. Immer wieder waren bundesweit einheitlichere Regeln gefordert worden.

16.50 Uhr: Tourismusmesse ITB im kommenden Jahr nur digital

Die Reisemesse ITB soll im kommenden Jahr aufgrund der Corona-Krise nur online durchgeführt werden. "Die ITB Berlin 2021 findet von Dienstag bis Freitag, 9. bis 12. März, ausschließlich für Fachbesucher und rein digital statt", teilten die Organisatoren am Mittwoch mit. "Wir haben ein Alternativkonzept entwickelt, mit dem wir als weltweit führende Reisemesse unseren Partnern und Kunden wieder eine verlässliche Plattform für globales Netzwerken, Business und Content bieten", hieß es.

15.45 Uhr: Reisewarnung für die ganze Türkei

Die Bundesregierung setzt die Reisewarnung für die ganze Türkei wegen der Corona-Pandemie zum 9. November wieder in Kraft. Die bisher bestehende Ausnahmeregelung für die Touristenregionen Aydin, Izmir, Muğla und Antalya am Mittelmeer würden nur noch bis zum 8. November gelten, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch in seinen Reisehinweisen für die Türkei im Internet mit.

14.35 Uhr: Scholz will Firmen bis zu 75 Prozent der Umsatzausfälle ersetzen

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will Firmen, die besonders von der Corona-Krise getroffen sind, große Teile ihres Umsatzausfalls ersetzen. Wie die "Bild"-Zeitung am Mittwoch berichtete, könnte bei kleinen Betrieben bis zu 75 Prozent, bei größeren bis zu 70 Prozent der Lücke gestopft werden. Vergleichsmaßstab sind die Umsätze des Vorjahresmonats. Scholz schlug die Maßnahme demnach bei einer Sitzung im Kanzleramt vor - es werde aber noch darüber beraten. Die Kosten bezifferte er auf sieben bis zehn Milliarden Euro für vier Wochen.

14.30 Uhr: Kabinett beschließt neue Regeln zu Corona-Verdienstausfällen

Für Verdienstausfälle in der Corona-Krise sollen teils neue Regeln kommen. So sollen Entschädigungsansprüche für Eltern bis März 2021 verlängert werden, wie das Bundeskabinett am Mittwoch beschloss. Diese sollen außerdem auch dann bestehen, wenn einzelne Kinder zu Hause betreut werden müssen, weil sie vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt sind. Bisher sind Entschädigungen möglich, wenn Schulen oder Kitas ganz geschlossen werden und keine andere Betreuung möglich ist. Eltern, die nicht zur Arbeit gehen, können 67 Prozent des Nettoeinkommens als Entschädigung vom Staat erhalten. Wann das Gesetz in Kraft treten soll, lesen Sie hier.

14.16 Uhr: Labor liefert falsch positive Corona-Testergebnisse

Ein Medizinlabor aus Augsburg hat nach Angaben des Bezirks Oberbayern mehrere Dutzend falsch positive Corona-Testergebnisse geliefert. Der Fehler sei im Isar-Amper-Klinikum in Taufkirchen (Vils) am Samstag aufgefallen, sagte Bezirkssprecherin Susanne Büllesbach am Mittwoch.
In der bezirkseigenen Klinik wurden demnach nach der Analyse durch das Labor in Schwaben an einem Tag 60 positive Tests registriert. Dies kam den Mitarbeitern des Krankenhauses merkwürdig vor. "Uns ist die schiere Menge an positiven Tests aufgefallen", sagte die Sprecherin. Eine Nachuntersuchung, die ebenfalls durch den Dienstleister aus Augsburg vorgenommen wurde, ergab, dass tatsächlich nur 2 der 60 Patienten sich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Demnach waren 58 Tests falsch.

13.50 Uhr: Lauterbach: "Große Gruppen im privaten Raum sind ein No-Go"

Die Menschen in Deutschland sollen sich wegen der starken Corona-Ausbreitung nach Ansicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach derzeit auch nicht mehr in großen Gruppen in Wohnungen treffen. "Große Gruppen im privaten Raum sind ein No-Go", sagte Lauterbach am Mittwoch. Natürlich gelte die "Unverletzlichkeit der Wohnung" nach Artikel 13 Grundgesetz. "Diese stellt niemand infrage - auch ich nicht", sagte Lauterbach. "Es muss aber auch klar sein: Jetzt ist nicht die Zeit, in größeren Gruppen zu feiern - nicht im Restaurant, nicht im Club und auch nicht in den Wohnungen."
Er sagte: "Die Rückverfolgungen werden dadurch unmöglich gemacht, und die Unterbrechung der zweiten Welle wird verhindert." Das Ziel sei klar: "Den exponentiellen Anstieg von Infizierten, Erkrankten und Toten bremsen." Der Weg dazu sei auch klar: "Wir alle müssen unsere Kontakte massiv reduzieren." Im Frühling habe das geklappt. "Alle haben mitgemacht. Das müssen wir wiederholen."

Karl Lauterbach (SPD)
Karl Lauterbach (SPD) © dpa

13.10 Uhr: Experten sprechen sich gegen Lockdown aus

Ärzte und Wissenschaftler haben sich gegen ein breites Herunterfahren des Alltagslebens zur Corona-Eindämmung ausgesprochen und werben für größere Bemühungen um Akzeptanz. "Eine pauschale Lockdown-Regelung ist weder zielführend noch umsetzbar", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am Mittwoch. Man könne nicht das ganze Land "Wochen und Monate in eine Art künstliches Koma" versetzen, auch angesichts bleibender Schäden für Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft. Nötig seien zielgerichtete Maßnahmen zur Eindämmung. Essentiell für ein Gelingen sei die Kooperation der Bevölkerung etwa bei Regeln zu Abstand und Masken.

Gassen sagte, es sei falsch, "nur mit düsterer Miene apokalyptische Bedrohungsszenarien aufzuzeichnen". Die Kunst sei aber, keinesfalls zu verharmlosen. Um die Bevölkerung zur Mitarbeit anzuhalten, sollte man "auf Gebote setzen und nicht überwiegend auf Verbote". In einem Positionspapier, das nach KBV-Angaben mehrere weitere Ärzteverbände unterstützen, wird auch ein bundeseinheitliches Ampelsystem für eine transparente Darstellung des Infektionsgeschehens angeregt. Sie sollte nicht nur auf der Zahl der Corona-Neuinfektionen beruhen.

12.47 Uhr: IHK Dresden sieht Gastro-Branche in Gefahr

Die Industrie- und Handelskammer Dresden (IHK) sieht im Falle eines neuen Lockdowns Tausende Gastronomiebetriebe in ihrer Existenz bedroht. "Der jüngste Anstieg der Infektionszahlen ist zweifelsohne besorgniserregend, weshalb weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Pandemiegeschehens unumgänglich sind. Diese müssen aber auch geeignet und zielgerichtet sein", erklärte IHK- Hauptgeschäftsführer Detlef Hamann am Mittwoch in Dresden. Eine zweite, länger anhaltende Schließung der Gastronomie gehöre aber nicht dazu.

Hamann zufolge ist ein solcher Schritt doppelt gefährlich. Zum einen für die rund 6200 Mitgliedsbetriebe aus der Gastronomie im Bereich der IHK Dresden, die schon seit Wochen und Monaten um ihren Fortbestand kämpfen. "Gefährlich aber auch, weil eine Schließung die Gefahr birgt, mehr Menschen aus den Restaurants ins nachweislich unsichere, private Umfeld zu verdrängen, und so neue Infektionsherde entstehen zu lassen."

11.58 Uhr: Hacker greifen Webseite des Robert Koch-Instituts an 

Cyberkriminelle haben am vergangenen Donnerstag die Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) zeitweise lahmgelegt. Der Angriff sei morgens zwischen 8.00 und 10.00 Uhr erfolgt, sagte ein Sprecher des Informationstechnikzentrums Bund (ITZBund). Es habe sich um einem sogenannten DDOS-Angriff (Distributed Denial of Service) gehandelt.

Mehr dazu hier: Hacker-Angriff aufs RKI

11.51 Uhr: Kretschmer: Umsatzausfall der Unternehmen bei Lockdown ersetzen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat im Fall eines Lockdowns Unterstützung für die Wirtschaft verlangt. "Zentral ist: Der Umsatzausfall einer vierwöchigen Schließung muss den Unternehmern ersetzt werden", twitterte der CDU-Politiker am Mittwoch.

11.23 Uhr: Polen verzeichnet mehr als 18.000 Corona-Neuinfektionen 

In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals die Marke von 18.000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 18.820 neue Fälle hinzu, die meisten davon (rund 2800) in der Region Großpolen im Westen das Landes. Das teilte das polnische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Im gleichen Zeitraum starben 236 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus.

Der bisherige Rekordwert war mit 16.300 Fällen erst am Dienstag erreicht worden. Seit Beginn der Pandemie gab es in Polen 4.851 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner. Polen wird von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestuft. 

11.02 Uhr: Kretschmer bittet um Unterstützung der Gesundheitsämter 

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hat die Bediensteten des Freistaates angesichts stark steigender Corona-Infektionen um Unterstützung der Gesundheitsämter gebeten. Dieses Vorhaben hatte Kretschmer bereits am Montag gegenüber Sächsische.de angekündigt. 

Für die Kontaktnachverfolgung werde das dringend benötigt, schrieb er am Mittwoch in einem Brief an die Landesdiener. Nach Rücksprache mit ihren Vorgesetzten könnten sie sich im Beteiligungsportal des Landes anmelden. Die Kolleginnen und Kollegen in den Gesundheitsämtern der Landkreise und kreisfreien Städte seien an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt.

"Bereits im Frühjahr ist es uns gemeinsam gelungen, die Ausbreitung des Virus zurückzudrängen. Wir wissen also genau, was zu tun ist, damit uns dies erneut gelingt. Es kommt auf jede und jeden Einzelnen an", betonte Kretschmer. Die Regierung sei fest entschlossen, die Infektionsdynamik unter Kontrolle zu behalten, um die Gesundheit der Bevölkerung zu sichern und einen zweiten Lockdown mit umfassenden Beschränkungen für das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben zu vermeiden.

10.11 Uhr: Viele Menschen meiden Busse und Bahnen 

Die Corona-Pandemie hat die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen in Deutschland drastisch einbrechen lassen. Von April bis Juni waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Mittwoch drei Viertel weniger Personen im Fernverkehr unterwegs als im Vorjahreszeitraum. Der Bahn-Fernverkehr brach um 71 Prozent ein, der Linienverkehr mit Fernbussen kam mit einem Minus von 96 Prozent fast zum Erliegen.

Den Eisenbahn-Nahverkehr nutzten nach vorläufigen Ergebnissen 59 Prozent weniger Menschen. Vorläufige Zahlen zeigen für den Liniennahverkehr mit Bussen mindestens ein Minus von 36 Prozent und für Straßenbahnen von mindestens 41 Prozent. Es sei davon auszugehen, dass die Zahlen die tatsächliche Situation nicht vollständig abbildeten - unter anderem, weil viele Pendler Zeitkarten besitzen, deren tatsächliche Nutzung unklar sei, erklärte das Bundesamt in Wiesbaden.

9.48 Uhr: Erneut mehr als 15.000 Corona-Neuinfektionen in Tschechien 

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hat in Tschechien nach vier Tagen wieder einen Rekordwert erreicht. Innerhalb von 24 Stunden kamen 15.663 neue Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium in Prag am Mittwoch bekanntgab. Seit Beginn der Pandemie wurden damit insgesamt 284.033 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 und 2.547 Todesfälle registriert. Der EU-Mitgliedstaat hat knapp 10,7 Millionen Einwohner. Gemessen an der Einwohnerzahl zählt Tschechien neben Belgien zu den von der Pandemie am schwersten betroffenen Ländern.

Die Regierung unter dem Ministerpräsidenten und Multimilliardär Andrej Babis hat strikte Anti-Corona-Maßnahmen getroffen, um die Infektionskurve abzuflachen. Erstmals gilt eine nächtliche Ausgangssperre in der Zeit von 21.00 bis 4.59 Uhr. In Prag wird der öffentliche Nahverkehr entsprechend eingeschränkt. Die Menschen sind angehalten, auch tagsüber weitgehend zu Hause zu bleiben. Firmen und Behörden sollen nach dem Wunsch der Regierung ihren Mitarbeitern, wenn möglich, Arbeit im Homeoffice anbieten. 

Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis. Erstmals gilt in Tschechien eine nächtliche Ausgangssperre.
Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis. Erstmals gilt in Tschechien eine nächtliche Ausgangssperre. © Kenzo Tribouillard/AFP Pool/AP/dpa

9.06 Uhr: Altmaier will Soloselbstständigen in der Kultur helfen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat weitere Finanzhilfen für Soloselbstständige im Kulturbereich in Aussicht gestellt. "Wir werden in den nächsten Wochen ganz intensiv auch über dieses Thema reden", sagte er am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin. Eine Pleitewelle und eine tiefgreifende Veränderung der Kulturlandschaft infolge der Corona-Pandemie solle verhindert werden. "Die Kultur gehört zur Identität unseres Landes", so Altmaier.

Die Soforthilfen im Frühjahr über bis zu 15.000 Euro seien auch für Soloselbstständige verfügbar gemacht worden, sagte Altmaier. Der Minister räumte aber ein, dass diese Hilfe für Kosten vorgesehen gewesen seien - also für Soloselbstständige, die ein Büro besäßen oder Geräte gemietet hätten, weniger für jemanden, "der zu Hause in seinem Kleiderschrank oder Wohnzimmerschrank die Trompete aufbewahrt hat".

Soloselbstständige hätten zudem die Möglichkeit, Grundsicherung zu beantragen. "Das schreckt aber viele ab, weil sie glauben, dass das ein Schritt ist, den man ihnen nicht zumuten kann", sagte Altmaier. "Deshalb reden wir über zumutbare Alternativen." 

8.40 Uhr: RKI meldet 14.964 neue Corona-Fälle

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Mittwochmorgen 14.964 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet - das ist ein Rekord seit Beginn der Pandemie. Die Werte sind mit denen aus dem Frühjahr allerdings nur bedingt vergleichbar, da inzwischen deutlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden. Am Mittwoch vor einer Woche hatte die Zahl bei 7.595 gelegen. Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland verzeichnet worden.

Die Gesamtzahl der Corona-Fälle in Deutschland lag am Mittwochmorgen bei 464.239, die Zahl der Todesfälle bei 10.183 (85 mehr als am Vortag). Die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen lag bundesweit bei 93,6. In der Woche zuvor (21.10.) hatte das RKI eine Inzidenz von 51,5 Fällen gemeldet. Nach RKI-Angaben haben rund 70 Prozent der Kreise eine Inzidenz von über 50.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 1,17 (Vortag: 1,37). Das bedeutet, dass 10 Infizierte knapp 12 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. 

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Dienstag bei 1,21. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. 

7.45 Uhr: Dresdner Gastronomen zwischen Sorge und Hoffnung

Mit den neuen Corona-Einschränkungen fürchten Dresdner Gastronomen, den Winter nicht zu überstehen. Ein Sorgenbericht mit Aufruf zur Hoffnung: "Jetzt regiert wieder die Angst" (SZ+)

Ute Stöhr hat im Dresdner "Schießhaus" Plexiglaswände zwischen den Sitzplätzen aufgestellt. Das Infektionsrisiko sei bei ihr niedrig.
Ute Stöhr hat im Dresdner "Schießhaus" Plexiglaswände zwischen den Sitzplätzen aufgestellt. Das Infektionsrisiko sei bei ihr niedrig. © Sven Ellger

6.10 Uhr: Hilfsbereitschaft in Corona-Zeiten: Befragung zeigt positiven Trend 

Auch wenn Einzelne im Supermarkt um Toilettenpapier rangeln und auf der Straße über die Sinnhaftigkeit der Maskenpflicht gestritten wird: Insgesamt hat sich das soziale Miteinander in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie eher verbessert. Das zeigen die Ergebnisse einer anonymen Online-Befragung des Basel Institut of Commons and Economics. Die Forscher um den Soziologen Alexander Dill hatten die Teilnehmer der Befragung zwischen Mai und September dieses Jahres aufgerufen, auf einer Skala von 1 (niedrig) bis 10 (sehr hoch) anzukreuzen, wie sie etwa die Hilfsbereitschaft oder die Gastfreundschaft der Menschen in ihrer Umgebung beurteilen.

Das soziale Klima wurde demnach mit 7,1 Punkten besser bewertet als im Vorjahr (6,7). Auch die von den Befragten im Alltag erlebte Hilfsbereitschaft nahm zu: von 7 in 2019 auf diesmal 7,3 Punkte. 

Mehr dazu lesen Sie hier: Mehr Hilfsbereitschaft in Corona-Zeiten

5.49 Uhr: Klare Mehrheit der Deutschen zufrieden mit Corona-Krisenmanagement 

Eine klare Mehrheit der Deutschen ist weiterhin zufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur bewerteten 57 Prozent das Regierungshandeln eher positiv. Nur 36 Prozent sagten dagegen, sie seien eher unzufrieden. Sieben Prozent machten keine Angaben.

Allerdings ist die Unterstützung für das Krisenmanagement inzwischen geringer als noch Anfang April während der ersten Corona-Welle, als drastische Einschränkungen des öffentlichen Lebens verordnet wurden. Damals sagten 67 Prozent, sie seien eher zufrieden, und nur 28 Prozent zeigten sich eher unzufrieden.

5.30 Uhr: Auf Bürger kommen massive Einschränkungen im Alltag zu

Mit drastischen Kontaktbeschränkungen will der Bund im November die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen. Unter anderem sollen Gastronomiebetriebe wie Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen geschlossen und touristische Übernachtungsangebote im Inland verboten werden, wie aus einem Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder hervorgeht. Außerdem will der Bund Veranstaltungen untersagen, die der Unterhaltung dienen. Schulen, Kindergärten und den Einzelhandel will der Bund aber offen halten. Ziel ist, dass die Menschen in Deutschland mit Familie und Freunden Weihnachten feiern können. 

Mehr dazu hier: Corona-Maßnahmen: Was der Bund plant

Corona-Pandemie: Das passierte am Dienstag

22.01 Uhr: Spanien meldet höchste Zahl an Corona-Toten seit Monaten

In Spanien sind innerhalb eines Tages so viele Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus erfasst worden wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Binnen 24 Stunden seien aus den Regionen insgesamt 267 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstagabend in Madrid mit. Die höchste Werte waren in Spanien Ende März und Anfang April mit zum Teil deutlich mehr als 900 Toten innerhalb eines Tages registriert worden.
Die Gesamtzahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 belief sich auf 35.298. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte unterdessen um 18.418 auf gut 1,1 Millionen.

21.50 Uhr: Bushido mit Coronavirus infiziert

Rapper Bushido hat sich mit dem Coronavirus infiziert. "Auch wenn ich alle Vorgaben sehr ernst genommen habe, habe ich heute einen positiven Corona-Test erhalten", teilte der 42-Jährige am Dienstag auf Instagram mit. Er habe Symptome, schrieb er in einer Story auf seinem Account. "Nehmt die Sache ernst und achtet auf eure Mitmenschen", so der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi heißt und weiter: "Ich konnte euch Aluhüte noch nie verstehen." Damit verwies er wohl auf jene, die die Gefahren des Virus abstreiten und Verschwörungstheorien darüber verbreiten.

21.20 Uhr:  Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Italien

Bei Protesten gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Italien hat es gewalttätige Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. Die Zahl der Neuinfektionen erreichte unterdessen einen neuen Höchststand - innerhalb eines Tages wurden fast 22.000 Fälle gemeldet.

In Rom gerieten am Dienstagabend auf der zentralen Piazza del Popolo mehrere Hundert Menschen - darunter Anhänger der neo-faschistischen Partei Forza Nuova - mit der Polizei aneinander. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, zündeten Demonstranten Mülleimer an und beschädigten geparkte Fahrräder und Motorroller, die Polizei setzte Wasserwerfer ein.
Nach Ausschreitungen in Mailand und Turin in der Nacht zum Dienstag wurden mindestens sechs Menschen festgenommen, wie Ansa meldete. Dutzende wurden Polizeiangaben zufolge abgeführt.

Bei Protesten gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat es in Rom gewalttätige Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben.
Bei Protesten gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat es in Rom gewalttätige Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. © AP

20.52 Uhr: Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt mit Coronavirus infiziert

Die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie fühle sich gut und habe keine Symptome, teilte die 58-Jährige am Dienstag bei Twitter mit. Sie werde aus der Distanz weiter arbeiten. Der Großraum der mexikanischen Hauptstadt ist mit 22 Millionen Einwohnern einer der bevölkerungsreichsten der Welt.
Das nordamerikanische Land hat bisher weltweit die viertmeisten Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Mehr als 89.000 Menschen starben nach offiziellen Zahlen.

20.34 Uhr: New Yorker sollten über Feiertage nicht verreisen

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hat die Bewohner der Millionenmetropole aufgefordert, wegen der Coronavirus-Pandemie über die in den kommenden Monaten anstehenden Feiertage nicht zu verreisen. "Wir haben eine echte Bedrohung einer zweiten Welle hier in New York und wir kämpfen dagegen, aber wir dürfen das nicht auf die leichte Schulter nehmen", sagte der demokratische Politiker am Dienstag bei einer Pressekonferenz. "Ich hasse es, das sagen zu müssen, aber ich rufe alle New Yorker auf, den Bundesstaat über die Feiertage nicht zu verlassen."

20.01 Uhr: Lettland verhängt weitere Corona-Einschränkungen

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen verhängt Lettland weitere Einschränkungen für die Bevölkerung. Die Regierung in Riga setzte am Dienstag die erlaubte Teilnehmerzahl bei privaten Feiern auf zehn Personen herab. Bei öffentlichen Veranstaltungen dürfen sich in dem baltischen EU-Land künftig nicht mehr als 300 Personen zusammenfinden. Beide Regeln gelten vom 30. Oktober an für den Innen- und Außenbereich. Die Regierung beschloss zudem, den Lehrbetrieb für die Klassen 7 bis 12 für zwei weitere Wochen bis zum 15. November auf Fernunterricht umgestellt zu lassen. An Hochschulen gilt dies bis zum Jahresende.

19.38 Uhr: Auch Linke sagt ihren Parteitag ab

Nach der CDU
hat auch die Linke ihren Parteitag zur Wahl einer neuen Parteispitze abgesagt. Der Parteivorstand beschloss am Dienstag, dass das schon einmal von Juni auf Ende dieses Monats verschobene Treffen erneut nicht stattfinden kann. "Die weiter ansteigenden Corona-Infektionszahlen machen diesen Schritt leider unausweichlich", teilte die Partei mit. Eigentlich sollte bei einem verkürzten Parteitag an diesem Freitag in Erfurt über die Nachfolge der Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger entschieden werden. Beide sind seit acht Jahren im Amt. Es würden nun alternative Möglichkeiten für einen Parteitag mit Wahlen geprüft, hieß es weiter. Der Parteivorstand am 7. und 8. November darüber beraten. Diskutiert wird nach Informationen der "Rheinischen Post" über eine Verschiebung des Parteitags ins nächste Jahr, über eine dezentrale Veranstaltung an verschiedenen Standorten möglichst noch in diesem Jahr oder einen baldigen digitalen Parteitag mit anschließender Briefwahl, die zwei bis drei Monate dauern könnte.

19.22 Uhr: Dynamos Heimspiel vor 999 Zuschauern

Der Verein passt sein Hygienekonzept wegen der steigenden Infektionszahlen an und vermeidet eine Geisterkulisse. Wie schon zum Ost-Duell gegen Magdeburg dürfen auch am Samstag zur Partie gegen Meppen maximal 999 Zuschauer ins Rudolf-Harbig-Stadion.

Wie zum Ost-Duell gegen Magdeburg dürfen auch am Samstag zur Partie gegen Meppen maximal 999 Zuschauer ins Rudolf-Harbig-Stadion.
Wie zum Ost-Duell gegen Magdeburg dürfen auch am Samstag zur Partie gegen Meppen maximal 999 Zuschauer ins Rudolf-Harbig-Stadion. ©  dpa/Robert Michael

19.10 Uhr: "Lockdown" oder nicht - worüber Merkel und die Länder jetzt beraten

Kommt es wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen nun doch wieder zum flächendeckenden Stillstand in Deutschland wie im Frühjahr? An diesem Mittwoch schalten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder erneut zusammen und beraten über das weitere Vorgehen.

Diskutiert wurde vor den Beratungen zumindest über ein vorübergehendes Herunterfahren des öffentlichen Lebens in Deutschland - allerdings anders als im Frühjahr mit mehr Ausnahmen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sprach am Dienstag von einem möglichen "temporären, zeitlich begrenzten Block" von "drei, möglicherweise vier Wochen". SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach plädierte für einen "Wellenbrecher-Shutdown" und schlug eine zweiwöchige bundesweite Schließung von Restaurants, Bars, Kneipen, Kulturstätten, Fitnessstudios und Vereinen bei Offenhaltung von Schulen, Kitas und "essenziellen Geschäften" vor. Hier gibt es die Übersicht zu wichtigen Fragen, die am Mittwoch Thema sind.

18.45 Uhr: Ex-Präsident Obama attackiert erneut Nachfolger Trump

Eine Woche vor der US-Wahl hat Ex-Präsident Barack Obama seinem Nachfolger Donald Trump im Kampf gegen die Corona-Pandemie erneut Versagen vorgeworfen. "Er hat es vermasselt", sagte der Demokrat am Dienstag bei einem Wahlkampfauftritt in der Stadt Orlando im umkämpften US-Bundesstaat Florida. "Wir sind das größte, wohlhabendste, mächtigste Land der Welt und wir können das irgendwie nicht in den Griff bekommen, weil unsere Regierung ihren Job nicht gemacht hat", sagte Obama. 

Effektiveres Handeln der Regierung hätte Tausende Menschenleben retten können, sagte er. Präsident Trump habe die Pandemie "ignoriert" und weigere sich, dafür Verantwortung zu übernehmen, sagte Obama. "Aber wissen Sie was, so funktioniert der Job nicht. Sie müssen rund um die Uhr verantwortlich sein", sagte er. "Den ganzen Tag Fernsehschauen und Sachen erfinden, löst keine Probleme", sagte Obama mit Blick auf den Republikaner Trump. Erst kürzlich hatte Obama seinen Vorgänger scharf kritisiert.

Barack Obama hat wiederholt seinen Nachfolger für dessen Corona-Management kritisiert.
Barack Obama hat wiederholt seinen Nachfolger für dessen Corona-Management kritisiert. © dpa/Matt Slocum

18.12 Uhr: Hope-Konzert in Dresdner Kreuzkirche abgesagt

Noch bis zuletzt wurde gehofft und gebangt, doch der derzeitige Anstieg der Corona-Zahlen im Land und speziell in Dresden ließ am Ende keine andere Entscheidung zu: Das für Freitag in der Kreuzkirche geplante Hope-Jubiläumskonzert muss abgesagt werden, wie Initiatorin Viola Klein am Dienstag bestätigte.

17.48 Uhr: Altenberger wundern sich über viele Tschechen in Supermärkten

Wegen ihrer steil steigenden Corona-Zahlen hatte die tschechische Regierung vorerst bis zum 3. November den Notstand ausgerufen. Seit dem 22. Oktober können keine Touristen mehr nach Tschechien reisen, und im Land haben nur noch Geschäfte zur Grundversorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und Drogerieartikeln geöffnet.

Zu den neuesten Beschränkungen gehört ein Ausgangsverbot ab 21 bis 5 Uhr. Ohnehin sind außerhalb der Wohnung neben den nötigen Wegen zur Arbeit und zur Familie nur Spaziergänge und Sport im Freien erlaubt - ein Lockdown also, wie ihn die Deutschen ähnlich im März erlebten. Und vor dem sie nun Angst haben. Vor diesem Hintergrund wundern sich die Altenberger über die vielen Tschechen in ihren Supermärkten.

17.32 Uhr: Strengste Besucherregeln im Fachkrankenhaus Coswig

Wer derzeit einen Angehörigen im Krankenhaus besuchen will, hat inzwischen ohnehin mitbekommen, dass die Regeln verschärft worden sind. Doch es gibt noch Unterschiede zwischen den Krankenhäusern - etwa zwischen dem Fachkrankenhaus Coswig, zuständig für Lungenkrankheiten und den Elblandkliniken, welche Krankenhäuser in Radebeul, Meißen und Riesa betreiben.

17.15 Uhr: Hygienekonzept des Dresdner Augustusmarktes genehmigt

Der Augustusmarkt ist Dresdens zweitgrößter Weihnachtsmarkt und der einzige große Markt auf der Neustädter Elbseite.  Wie der Veranstalter nun mitteilt, wurde das Hygienekonzept des Augustusmarktes auf der Hauptstraße genehmigt. Damit hat der Weihnachtsmarkt eine entscheidende Hürde zur Durchführung genommen. Eckpunkte der Hygienemaßnahmen sind die Einfriedung des Areals, Einlasskontrollen, die Kontaktnachverfolgung und eine moderate Entzerrung der Marktpagoden. Dafür kann das Marktgelände um den kompletten Neustädter Markt erweitert werden.

Der Weihnachtsmarkt auf der Hauptstrasse in der Neustadt.
Der Weihnachtsmarkt auf der Hauptstrasse in der Neustadt. © Ronald Bonß

16.51 Uhr: Gericht kippt Beherbergungsverbot in Sachsen-Anhalt

Das Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt hat das seit Juni geltende Beherbergungsverbot vorläufig außer Vollzug gesetzt. Der Antragsteller, ein Inhaber und Betreiber von Ferienwohnungen in Naumburg, hatte formal-rechtliche Bedenken geltend gemacht und hielt die Verbotsregelung für "weder geeignet noch erforderlich, um das Ziel der Eindämmung der Corona-Pandemie zu erreichen", wie das Gericht am Montag in Magdeburg mitteilte. Sein Antrag hatte vor Gericht Erfolg.

Nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts spricht derzeit Überwiegendes dafür, dass das Beherbergungsverbot rechtswidrig ist. Wegen der damit einhergehenden Verletzung des Antragstellers in seinem Grundrecht auf Berufsausübungsfreiheit werde das Verbot für unwirksam zu erklären sein, heißt es. Der mit dem Beherbergungsverbot verbundene Eingriff in die Berufsausübungsfreiheit genüge voraussichtlich nicht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.

16.21 Uhr: Christmette im Vatikan online

Die Weihnachtsfeierlichkeiten mit dem Papst werden nach Angaben eines Diplomaten wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr in privatem Rahmen stattfinden und online ausgestrahlt. Der Geistliche Botschaftsrat der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl, Monsignore Oliver Lahl, sagte am Dienstag, dazu habe es eine entsprechende Verbalnote des Vatikans gegeben.
Demnach waren die Feierlichkeiten mit Papst Franziskus wegen der Pandemie ohne Anwesenheit diplomatischer Vertreter geplant. Eine Bestätigung durch den Vatikan stand dazu zunächst aus. An der traditionell am 24. Dezember abgehaltenen Christmette im Petersdom nehmen normalerweise vom Vatikan akkreditierte Diplomaten und ausgewählte Mitglieder der Öffentlichkeit teil.

15.50 Uhr: Krisengespräch in Dresden - Schulen sollen offen bleiben

Sachsens Regierung hat sich am Dienstag angesichts stark steigender Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen erneut mit den kommunalen Spitzenverbänden getroffen.  Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) betonte, dass Schulen und Kindergärten offen bleiben müssen. Am Montag soll der Regelbetrieb wieder starten. Zugleich schloss Kretschmer am Vorabend der Video- Konferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weitere Beschränkungen nicht aus. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) kündigte eine neue Corona-Verordnung nach der Beratung der Länderchefs mit Merkel an. "Ich wünsche mir, dass wir zu einer Lösung kommen, ich sehe sie auch", sagte der Regierungschef. Dabei rechnet er mit weiteren Einschnitten.

In Sachsen sind binnen eines Tages 330 neue Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Dienstag stieg die Gesamtzahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie damit auf 14.169. 283 Menschen starben an oder mit einer Covid-19-Erkrankung, das sind vier Todesfälle mehr als am Vortag. Derzeit würden 595 Infizierte im Krankenhaus behandelt, 128 davon auf der Intensivstation. Den größten Zuwachs an Neuinfektionen innerhalb eines Tages gab es im Erzgebirgskreis (55), gefolgt von Leipzig (51) und dem Vogtlandkreis (50).

15.30 Uhr: AfD hält neue Corona-Einschränkungen für nutzlos

Die AfD-Bundestagsfraktion will sich mit aller Kraft gegen einen Lockdown zur Eindämmung des Coronavirus stemmen. Das kündigte ihr Vorsitzender Alexander Gauland am Dienstag an - einen Tag vor geplanten Beratungen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten. "Der immense Schaden steht in keinem Verhältnis zum nicht nachweisbaren Nutzen", sagte Gauland.
Die Verantwortlichen versuchten ihre Hilflosigkeit angesichts von "saisonbedingt steigenden Fallzahlen" mit "immer drastischeren Forderungen" zu kaschieren, kritisierte der 79-Jährige. Dies sei nichts weiter als ein "gefährlicher Aktionismus", der großen wirtschaftlichen Schaden anrichten würde.

14.50 Uhr: Neue Obergrenzen für Veranstaltungen in Berlin

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen gelten in Berlin bald niedrigere Obergrenzen für Veranstaltungen. Drinnen dürfen dann nur noch maximal 300 Menschen zu Tagungen, Messen oder Sportveranstaltungen zusammenkommen statt bisher 1.000, draußen nur noch 500 statt bisher 5.000 Menschen. Darauf verständigte sich der Senat am Dienstag

14.27 Uhr: Am 11.11. Alkoholverbot in Köln

Am 11.11. soll es in Köln ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum geben. Die Corona-Pandemie mache das unumgänglich, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) am Dienstag. "Deswegen werden wir neben den bereits bestehenden Kontaktbeschränkungen und Sperrzeiten zusätzlich am 11.11. ganztägig und auf dem gesamten Stadtgebiet ein Alkoholkonsumverbot und ein Alkoholverkaufsverbot außerhalb von Gaststätten erlassen", sagte Reker. Der traditionelle Karnevalsauftakt müsse in diesem Jahr aufgrund der Pandemie leider ausfallen.

Jecken feiern 2019 den Auftakt der Karnevalssession. In diesem Jahr fällt der traditionelle Karnevalsauftakt aus.
Jecken feiern 2019 den Auftakt der Karnevalssession. In diesem Jahr fällt der traditionelle Karnevalsauftakt aus. © dpa

14.04 Uhr: Berliner Senat verlängert Sperrstunde

Die umstrittene Sperrstunde zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Berlin wird um zunächst zwei Wochen bis zum 14. November verlängert. Das kündige Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Dienstag am Rande einer Senatssitzung an. Der rot-rot-grüne Senat sei fest davon überzeugt, dass die nächtliche Sperrstunde nebst Alkoholverbot ein richtiges Instrument in der Corona-Krise sei. Es sei solange notwendig, solange die Infektionszahlen sehr hoch seien. Man gehe zudem davon aus, dass sich die Sperrstunde bundesweit durchsetzen werde. Sie gilt in Berlin seit gut zwei Wochen in der Zeit von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr.

13.44 Uhr: Länder erwägen stufenweisen Lockdown

Ein Teil der Landesregierungen erwägt einen schrittweisen Lockdown. In einem Entwurf für einen Beschlussvorschlag für das Bund-Länder-Treffen am Mitwoch, der in den SPD-geführten Ländern plus Thüringen diskutiert wird, ist von einem "schrittweisen Herunterfahren des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens" die Rede. Dies könne notwendig werden, wenn alle anderen Maßnahmen nicht reichten, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, zitiert der Spiegel aus dem Papier. Der Plan unterscheidet sich damit nicht grundsätzlich von den derzeitigen Verhältnissen. Die sehen vor, dass bei weiterer Zunahme der Infektionsfälle oberhalb bestimmter Schwellen die Schutzmaßnahmen verschärft werden.

Der Entwurf sieht vor, dass demnächst in Privatwohnungen nur Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen dürfen oder maximal zwei haushalt-ferne Personen hinzukommen dürfen. Bei familiären Anlässen wie Beerdigungen, Hochzeiten, Taufen und ähnlichem sollen maximal 15 Teilnehmer zugelassen sein. Das Ziel: Die Lage bis Weihnachten so entspannen, dass dann wieder mehr Menschen zusammenkommen können.

Sollte das nicht reichen, skizziert der Entwurf ein schrittweises weiteres Herunterfahren des öffentlichen Lebens im Land, darunter

  • Halbierung der geltenden Höchstgrenzen für Veranstaltungen, dann weitere Reduzierungen
  • Schließung der Theater, Museen, Messen und Veranstaltungen
  • Hochschulunterricht in der Regel digital
  • Über die Sperrstunden hinausgehende Einschränkungen der Gastronomie; im Extremfall könnte nur noch Außer-Haus-Verkauf erlaubt werden.
  • Aussetzen des Vereinssports
  • Schließung von Betrieben mit körpernahen Dienstleistungen wie Massage oder Friseure
  • Schließung von Fitnessstudios, Schwimmbädern und Saunen
  • Schließung gewerblicher Unterkünfte, um Reisen auf ein möglichst geringes Maß zu reduzieren
  • Schließung des Einzelhandels für nicht notwendige Güter des täglichen Bedarfs

13.35 Uhr: Neuer Höchststand bei Corona-Toten im Iran

Der Iran hat am Dienstag so viele Corona-Tote gemeldet wie noch nie zuvor. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben binnen 24 Stunden 346 Covid-19-Patienten. Im gleichen Zeitraum wurden fast 7.000 Neuinfektionen registriert, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen. Damit liegt die Gesamtzahl der Corona-Toten seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar im Iran bei 33.299, die der Infizierten bei 581.824.

13.15 Uhr: Chef der Jazztage Dresden wehrt sich gegen Kritik an Hygienekonzept

Die Umsetzung des Hygienekonzepts der Jazztage Dresden mit Besuchergruppen ohne Abstand oder Maske sorgte zuletzt für Diskussionen - nun haben die Veranstalter die Kritik zurückgewiesen. "Wir haben uns eins zu eins an das von der Stadt genehmigte Hygienekonzept gehalten", sagte der Intendant des Festivals, Kilian Forster, auf Anfrage am Dienstag.

Bei einem Konzert am Sonntagabend hatten einander fremde Besucher ohne Abstand und Maske in Zehnergruppen beisammengesessen. "In den freiwilligen Infektionsgruppen saßen Besucher, die sich zuvor bereiterklärt hatten, neben anderen Personen zu sitzen", erläuterte Forster. Dies sei der Stadt auch so vorgestellt worden. "Wir haben an die Eigenverantwortung der Besucher plädiert, schließlich ist Kultur auch seelische Nahrung." Zudem sei ein Bereich eingerichtet worden, in dem die Abstände beachtet worden und das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht gewesen sei.

Die Stadt Dresden betonte am Dienstag, dass in dem Hygienekonzept die Bildung von Infektionsgemeinschaften aus Hausständen genehmigt worden sei. Das Gesundheitsamt forderte den Veranstalter auf, unverzüglich sein Vorgehen zu ändern. "Insgesamt ist es sehr bedauerlich, dass das Vorgehen eines Veranstalters eine ganze Branche in die Kritik bringt und damit die sehr guten und durchdachten Hygienekonzepte der Kulturbranche in Frage stellt", hieß es in einer Stellungnahme. Mehr dazu: So war der Ganser-Auftritt (SZ+)

13.00 Uhr: Auch Leipzig erreicht kritischen Wert

Nach einem starken Anstieg der Corona-Infektionen binnen weniger Tage verschärft nun auch die Stadt Leipzig die Maßnahmen zu Eindämmung der Pandemie. Über das vergangene Wochenende habe das Gesundheitsamt 128 neue Infektionen registriert, teilte die Stadt am Dienstag mit. Dadurch stieg der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche auf 35,1. Grund für die steigenden Zahlen in Leipzig sind demnach vor allem Infektionen in vier Altenpflegeheimen und zwei Asylunterkünften.

Zu den Maßnahmen zählen unter anderem eine Sperrstunde in der Gastronomie zwischen 23.00 Uhr und 05.00 Uhr, eine Kontaktverfolgung der Gäste in Gaststätten und Restaurants sowie eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Bei privaten Feiern sind nur noch maximal 25 Gäste erlaubt, Veranstaltungen unter freiem Himmel sind nur noch mit höchstens 250 Besuchern möglich, in geschlossenen Räumen gilt grundsätzlich eine Obergrenze von 150 Personen.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) appellierte an Bewohner, die Schutzmaßnahmen ernst zu nehmen, um sich selbst und besonders gefährdete Menschen vor einer Ansteckung zu schützen. "Schulen und Kitas müssen so lange wie möglich geöffnet bleiben, die Wirtschaft muss weiter laufen können."

12.33 Uhr: Spanien will Steuern für Reiche erhöhen 

Die linke spanische Regierung setzt bei der Bekämpfung der Corona-Folgen auf höhere Steuern für Reiche und mehr Geld für soziale Aufgaben. Ministerpräsident Pedro Sánchez und sein Koalitionspartner, Vizeregierungschef Pablo Iglesias, kündigten am Dienstag höhere Abgaben für große Wirtschaftsunternehmen sowie für Besserverdienende ab 200.000 Euro Jahreseinkommen und Vermögen ab einem Wert von zehn Millionen Euro an.

Im Haushaltsentwurf für 2021, der Gesamtausgaben von 196,1 Milliarden Euro vorsieht, sind auch 27 Milliarden Euro an nicht rückzahlbaren EU-Hilfen in der Corona-Krise als Einnahmen eingeplant. Sánchez betonte, der Haushaltsentwurf solle die in Spanien besonders heftigen Corona-Folgen mildern, die Wirtschaft modernisieren und den Sozialstaat stärken. Iglesias ergänzte, die neoliberalen Zeiten mit Ausgabenkürzungen seien vorbei.

12.14 Uhr: Keine belegten Infektionen durch angebliche Superspreaderin 

Einer 26 Jahre alten Frau, die im Verdacht stand, in Bayern vielleicht Dutzende Menschen mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, können keine Infektionen nachgewiesen werden. Das Landratsamt in Garmisch-Partenkirchen hat nach Angaben eines Sprechers jedenfalls keine Kontaktpersonen ermitteln können, die durch die positiv getestete Frau infiziert worden sind. Die Hintergründe gibt es hier: "Superspreaderin" fälschlich beschuldigt

12.05 Uhr: Lauterbach für "Wellenbrecher-Shutdown" 

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wirbt für eine befristete Schließung zahlreicher Einrichtungen für zwei Wochen, um den starken Anstieg der Corona-Infektionen zu stoppen. "Wenn wir den Sonderweg Deutschlands retten wollen, auch besser durch die zweite Welle zu kommen, dann muss ein Wellenbrecher-Shutdown jetzt kommen", sagte Lauterbach am Dienstag.

Konkret gehe es um ein Konzept, "bei dem man über zwei Wochen hinweg mit Ankündigung - in der Regel mit einer Woche Vorlauf - bundesweit Einrichtungen schließt: Restaurants, Bars, Kneipen, alle Kulturstätten, Fitnessstudios, Vereine. Offen bleiben aber Schulen, Kitas und essenzielle Geschäfte." Private Treffen müssten auf ein absolutes Minimum reduziert werden. In Betrieben sollte so viel Homeoffice gemacht werden wie möglich.

"Wenn dieses Konzept sehr früh ergriffen wird, kann es uns für eine längere Zeit aus dem exponentiellen Wachstum der Infektionszahlen herausbringen, wenn dieses noch nicht zu lange gelaufen ist", sagte Lauterbach. "In dieser Situation sind wir jetzt. Wenn wir es jetzt nicht beschließen, ist aus meiner Sicht ein kompletter Lockdown auch mit Schulen, der viel länger dauern könnte, in einigen Wochen unabwendbar."

Karl Lauterbach (SPD)
Karl Lauterbach (SPD) © Kay Nietfeld/dpa

11.55 Uhr: Merkel warnt vor ausgesprochen schwieriger Corona-Situation 

Angesichts der zugespitzten Corona-Lage in Deutschland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf die Beachtung des Wissenstands als Maßstab für Einschränkungen gepocht. "Wir wissen heute etwas mehr über das Virus", sagte Merkel am Dienstag in Berlin, einen Tag vor neuen Beratungen mit den Ministerpräsidenten zur Corona-Krise. Merkel sagte: "Wir wissen, wie wir uns schützen können. Wir können zielgerichteter vorgehen. Aber wir sehen auch bei den steigenden Zahlen, dass wenn wir das, was wir wissen über das Virus, nicht einhalten, dass wir dann wieder in Situationen kommen, die ausgesprochen schwierig sind."

11.28 Uhr: Polen erstmals mit mehr als 16.000 Neuinfektionen 

In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals die Marke von 16.000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 16.300 neue Fälle hinzu, die meisten davon in der Region um die Hauptstadt Warschau (3.529). Das teilte das polnische Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Im gleichen Zeitraum starben 132 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Der bisherige Rekordwert war mit 13.632 Fällen am vergangenen Freitag erreicht worden. 

11.20 Uhr: Russland verschärft Maskenpflicht 

Angesichts von täglich mehr als 16.000 neuen Corona-Fällen verschärft Russland die Sicherheitsvorkehrungen. Die Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor ordnete am Dienstag eine Maskenpflicht an allen Orten an, wo sich mehr als 50 Menschen aufhalten können. Ein Mund-Nasen-Schutz ist demnach etwa in Fahrstühlen, auf Parkplätzen und in Taxis Pflicht. In der Hauptstadt Moskau muss der Mund-Nasen-Schutz bereits in allen öffentlichen Verkehrsmitteln und in Supermärkten getragen werden.

Zudem empfahl die Behörde den jeweiligen Regionen in Russland eine Sperrstunde für Bars, Restaurants und Diskotheken. Sie sollte zwischen 23.00 und 6.00 Uhr am Morgen gelten. Die Entscheidung darüber solle vor Ort getroffen werden. Die Moskauer müssen bereits einen QR-Code anfordern, wenn sie in den Nachtstunden tanzen gehen oder Bars aufsuchen. Bei einem Corona-Fall erhalten die Besucher eine SMS und werden aufgefordert, sich testen zu lassen.

11.14 Uhr: Plauen sagt Weihnachtsmarkt ab

In Plauen wird es in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie keinen Weihnachtsmarkt geben. Hohe Auflagen und ein aktuell steigendes Infektionsgeschehen hätten die Verantwortlichen zur Absage bewegt, teilte die Stadt am Dienstag mit. "Eine Adventszeit ohne unseren traditionsreichen Weihnachtsmarkt mit den Buden in den Straßen rundherum ist schwer vorstellbar. Und doch sind wir nach langer Abwägung und zum Schutz der Bevölkerung zu dem Schluss gekommen, den Markt ausfallen zu lassen", sagte Bürgermeisterin Kerstin Wolf laut einer Mitteilung.

Nach Angaben der Stadt liegt die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Vogtland aktuell bei mehr als 70 Infektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. 

10.42 Uhr: Ein Geisterspiel kostet Dynamo rund 300.000 Euro

Die Beschränkungen der Zuschauerzahlen bei Heimspielen treffen den Fußballdrittligisten Dynamo Dresden hart. In einem Interview spricht Enrico Kabus, Leiter Finanzen und derzeit Interimsgeschäftsführer des Vereins, offen über Zahlen. Demnach würden bei jedem Spiel ohne Zuschauer rund 300.000 Euro Einnahmen fehlen. Zuletzt durften nur noch 999 statt 30.000 Fans ins Stadion. Zwar könne Dynamo die Defizite bisher ausgleichen, jedoch würden bei einem langen Anhalten der aktuellen Situation "harte Personalentscheidungen" auf die 80-köpfige Belegschaft des Vereins zukommen. Weitere Hintergründe dazu lesen Sie in diesem Artikel: Dynamo macht erhebliche Verluste wegen Corona (SZ+)

10.26 Uhr: Deutscher Arbeitsmarkt entwickelt sich trotz Corona stabil

Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt für den Oktober trotz der überall steigenden Corona-Zahlen immer noch leicht nach oben. Das teilt das Nürnberger Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit mit. Das Barometer stieg im Oktober um 0,1 Punkte auf 100,2 Punkte - der Wert 100 markiert eine neutrale Situation, bei 110 würde auf dem Arbeitsmarkt eine sehr günstige Situation herrschen.

9.51 Uhr: Brinkhaus will Parlamentsbeteiligung angehen - bei nächster Pandemie 

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus will den Vorschlag von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) zur stärkeren Beteiligung des Parlaments in der Krise angehen - allerdings erst für die nächste Pandemie. Schäuble habe zu Recht gemahnt, ob denn ordentlich durch ein Gesetz abgebildet sei, wenn Grundrechte so lange eingeschränkt würden und ob der Bundestag nicht zwischendurch darüber entscheiden müsse, sagte Brinkhaus am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". "Das werden wir auch jetzt in Ruhe angehen und werden uns überlegen, wie wir es bei der nächsten Pandemie dann auch so machen können, dass die Bedenken des Bundestagspräsidenten berücksichtigt werden."

Zu einer stärkeren Beteiligung des Bundestags während der Corona-Pandemie sagte er: "Wo es exekutiv schneller Entscheidungen bedarf, da müssen wir das den Ministerpräsidenten und der Bundesregierung überlassen", sagte er. "Und das ist die Gewaltenteilung." Er räumte aber ein, dass das Infektionsschutzgesetz auf kürzere Infektionen ausgelegt sei, etwa auf eine lokale Maserninfektion.

Etliche Politiker wünschen sich eine Beteiligung des Bundestags an Entscheidungen während der Corona-Pandemie.
Etliche Politiker wünschen sich eine Beteiligung des Bundestags an Entscheidungen während der Corona-Pandemie. © Britta Pedersen/dpa

9.27 Uhr: Streit nach CDU-Parteitags-Absage

Nach der Kritik von CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz an der Verschiebung des Parteitags hat CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak betont, dass Überlegungen zum Gesundheitsschutz ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen seien. "Der Grund für die Verschiebung des Präsenzparteitages war die Infektionslage in Deutschland", sagte er am Dienstag im Deutschlandfunk. Merz hatte Teilen des "Parteiestablishments" vorgeworfen, ihn als CDU-Chef verhindern zu wollen und gesagt, die Absage sei "der letzte Teil der Aktion 'Merz verhindern' in der CDU".

Der Bundesvorstand hatte am Montag beschlossen, dass der geplante Präsenzparteitag am 4. Dezember in Stuttgart mit 1001 Delegierten angesichts der stark steigenden Infektionszahlen nicht mehr zu halten sei. Wenn auch Anfang des neuen Jahres kein Präsenzparteitag möglich sei, solle ein digitaler Parteitag abgehalten werden.

Alles zur Parteitags-Absage: CDU verschiebt Wahlparteitag

9.22 Uhr: Easyjet verkauft Flugzeuge - und mietet sie zurück

Der britische Billigflieger Easyjet kämpft in der Corona-Krise weiterhin ums finanzielle Überleben. Zur Stärkung seiner Finanzkraft hat das Unternehmen neun weitere Jets vom Typ Airbus A320 an zwei Leasing-Gesellschaften verkauft, um sie dann über einen Zeitraum von nahezu zehn Jahren wieder zurück zu mieten.

Laut einer Mitteilung vom Dienstag hat Easyjet damit 398,6 Millionen US-Dollar (337 Mio Euro) erlöst. Das Unternehmen besitzt nach Abschluss der beiden jüngsten Leasing-Deals nach eigenen Angaben noch 152 unbelastete Flugzeuge selbst. Das seien 44 Prozent der Flotte. Man werde die Märkte weiterhin beobachten, so das Unternehmen.

Easyjet hat in dem Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr wegen der Corona-Krise den ersten Jahresverlust seiner Geschichte eingeflogen und will auf eine Dividende verzichten. Ende September verfügte die Airline nach zahlreichen Kapitalmaßnahmen über Barreserven von rund 2,3 Milliarden Pfund (2,53 Mrd Euro) und saß auf einem Schuldenberg von 1,1 Milliarden Pfund.

8.51 Uhr: Ifo: Exporterwartungen verschlechtern sich spürbar 

Die Exporterwartungen der deutschen Unternehmen haben sich im Oktober verschlechtert. Der Indikator für das verarbeitende Gewerbe lag 3,7 Punkte niedriger als im Vormonat bei 6,6 Punkten, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag in München mitteilte. Grund für die zunehmenden Sorgen seien die steigenden Corona-Infektionszahlen. Im September war noch ein Höchststand seit 2018 erreicht worden.

Sowohl in der Nahrungs- und Getränkeindustrie als auch in der Bekleidungsbranche wird laut Ifo mit rückläufigen Exporten gerechnet. Hier dürfte vor allem die Sorge vor einer erneuten flächendeckenden Schließung der europäischen Innenstädte zur Eindämmung der Infektionszahlen auf die Stimmung drücken. Weniger Sorgen machen sich die Hersteller von elektronischen und optischen Geräten. 

7.42 Uhr: Sachsens Gesundheitsämter bekommen Unterstützung

Die sächsische Landesregierung will im Kampf gegen das Corona-Virus ihre Kräfte bei der Nachverfolgung von Infektionsketten bündeln. Dazu sollen Landesbedienstete in den nächsten Wochen und Monaten die Gesundheitsämter unterstützen - mehr dazu lesen Sie hier: Landesbedienstete sollen in Gesundheitsämtern aushelfen (SZ+)

7.02 Uhr: Fast zwei Drittel der Deutschen rechnen mit einem Lockdown 

Fast zwei Drittel der Deutschen rechnen damit, dass es wegen der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen wieder zu Schließungen von Geschäften, Restaurants oder Schulen kommen wird. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sagten 63 Prozent, dass sie einen solchen Lockdown erwarten. Nur 23 Prozent glauben nicht daran, 13 Prozent machten keine Angaben.

Im Gegensatz zu den flächendeckenden Maßnahmen des Frühjahrs gibt es jetzt zur Eindämmung der zweiten Corona-Welle vor allem Gegenmaßnahmen in den sogenannten Hotspots, also Städten und Regionen mit hohen Infektionszahlen. Dazu gehören eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum und eine Sperrstunde für die Gastronomie.

Härtere Maßnahmen könnten aber folgen. Wegen der angespannten Corona-Lage beraten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bereits am Mittwoch in einer Video-Konferenz über das weitere Vorgehen. 

6.42 Uhr: Genug Intensivbetten, aber zu wenig Pflegepersonal 

Intensivmediziner warnen vor Engpässen bei der Versorgung von Covid-19-Patienten wegen des Fehlens von Pflegepersonal. "Wir haben einen dramatischen Mangel an Pflegekräften", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag).

Es gebe inzwischen "ausreichend Kapazitäten an freien Intensivbetten und Beatmungsgeräten". Das allein helfe aber nicht weiter, "wenn wir kein Personal haben, um die Patienten zu versorgen". Hierin liege "das viel größere Problem". Grob geschätzt fehlten bundesweit 3.500 bis 4.000 Fachkräfte für die Intensivpflege, sagte Janssens.

6.22 Uhr: Neue Corona-Verordnung in Dresden in Kraft getreten

Dresden ist seit letzter Woche Corona-Risikogebiet. Darum hat die Stadt eine neue Allgemeinverfügung erlassen, die seit Dienstag, 0 Uhr, gilt. Unter anderem gibt es nun eine erweiterte Maskenpflicht auch im Freien. Für diese Gebiete gilt sie: Hier gilt in Dresden Maskenpflicht im Freien

Maskenpflicht, Feiern, Alkohol, Demos: Die neuen Dresdner Corona-Maßnahmen im Überblick. (SZ+)

In Teilen Dresdens muss nun auch im Freien Maske getragen werden.
In Teilen Dresdens muss nun auch im Freien Maske getragen werden. © Symbolbild/Sebastian Gollnow/dpa

5.37 Uhr: Ausschreitungen bei Protesten in Italien

Bei Protesten gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Italien ist es in mehreren Städten zu Ausschreitungen sowie Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Hunderte Menschen gingen am Montagabend in Turin und Mailand gegen die Beschränkungen auf die Straße, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Polizei habe unter anderem Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt, die mit Steinen und Flaschen geworfen hätten.

Zuvor war es bereits am Freitagabend in Neapel und am Samstagabend in Rom zu Gewalt bei Anti-Corona-Demonstrationen gekommen. Grund für die Proteste sind unter anderem neue Maßnahmen der Regierung.

In ganz Italien müssen seit Montag alle Restaurants und Bars um 18.00 Uhr für Gäste schließen. Auch Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen. Ein Großteil der italienischen Gymnasialschüler wird vorerst online unterrichtet.

Italien, Turin: Menschen protestieren am Montagabend gegen die Restriktionsmaßnahmen der Regierung zur Eindämmung der Verbreitung von COVID-19.
Italien, Turin: Menschen protestieren am Montagabend gegen die Restriktionsmaßnahmen der Regierung zur Eindämmung der Verbreitung von COVID-19. © Claudio Furlan/LaPresse/dpa

5.26 Uhr: 11.409 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Dienstagmorgen 11.409 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Am Dienstag vor einer Woche hatte die Zahl bei 6.868 gelegen. Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden. Die Zahl der Todesfälle überstieg am Wochenende die Marke von 10.000.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 449.275 Menschen mit dem Virus infiziert (Stand: 27.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 42 auf insgesamt 10.098. Das RKI schätzt, dass rund 326.700 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,37 (Vortag: 1,45). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp 14 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Montag bei 1,30. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. 

22.02 Uhr: Tschechien verhängt nächtliche Ausgangssperre

Angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen hat die Regierung in Tschechien eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Von Mittwoch an dürfen die Menschen zwischen 21.00 Uhr und 4.59 Uhr ihre Häuser nicht mehr verlassen, wie der demnächst aus dem Amt scheidende Gesundheitsminister Roman Prymula nach der Kabinettssitzung am Montagabend bekanntgab. Die bisherigen Maßnahmen hätten nur wenig Wirkung gezeigt, sagte der 56-Jährige. Seit Beginn der Pandemie wurden in Tschechien insgesamt 263.572 Corona-Infektionen und 2.337 Todesfälle registriert.

21.30 Uhr: Sachsens Kabinett trifft sich mit Kommunen

Sachsens Regierung trifft sich am Dienstag angesichts stark steigender Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen erneut mit den kommunalen Spitzenverbänden. Das Treffen wurde am Montag kurzfristig angekündigt. Im Anschluss wollen Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sowie die Präsidenten des Sächsischen Landkreistages und des Städte- und Gemeindetages, Landrat Frank Vogel aus dem Erzgebirgskreis und der Radebeuler Oberbürgermeister Bert Wendsche, die Medien informieren. Man wolle über die Corona-Situation und das weitere Vorgehen zur Eindämmung der Pandemie beraten, hieß es.

21.02 Uhr: Corona-Sorgen schicken US-Börsen auf Talfahrt

Sorgen über steigende Neuinfektionen und schwindende Hoffnungen auf weitere Corona-Wirtschaftshilfen vor den US-Präsidentschaftswahlen haben die US-Börsen zum Wochenstart schwer belastet. Überraschend schwache Daten vom Häusermarkt trugen ihr Übriges zur angeschlagenen Stimmungslage bei. Der Dow Jones Industrial sackte am Montag direkt zum Handelsstart unter die Marke von 28.000 Punkten und weitete seine Verluste im Verlauf noch weiter aus, bis er den tiefsten Stand seit Ende September erreichte.

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Wegen steigender Coronazahlen hat die Hansestadt Lübeck den kompletten Weihnachtsmarkt abgesagt. Zudem finden die Nordischen Filmtage in diesem Jahr nur digital statt, wie die Stadt am Montag mitteilte. Von Dienstag an gelte zudem in der gesamten Lübecker Altstadt eine Maskenpflicht. Dadurch solle versucht werden, den sprunghaften Anstieg der Infektionen in der Stadt einzudämmen, sagte Bürgermeister Jan Lindenau (SPD).

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