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Corona: Mehr als 1.100 Neuinfektionen in Sachsen

Dramatischer Anstieg in Sachsen, Verwirrung um den kleinen Grenzverkehr, AfD will gegen neue Regeln klagen - der Newsblog.

In Sachsen sind binnen eines Tages 1.166 neue Corona-Infektionen nachgewiesen worden.
In Sachsen sind binnen eines Tages 1.166 neue Corona-Infektionen nachgewiesen worden. © dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

22.01 Uhr: "Liebe Eltern, bitte bewahren Sie Ruhe"

Gaststätten und Hotels machen ab Montag dicht, Kitas und Schulen bleiben offen. Darauf haben sich Bund und Länder verständigt. Zwar gelten Kitas und Schulen nicht als Hotspots bei der Übertragung des Coronavirus. Die letzten Wochen haben allerdings gezeigt, dass der Erreger vor diesen Einrichtungen nicht halt macht. Wie also soll der Alltag in den nächsten Wochen aussehen? Was passiert, wenn Corona-Fälle auftauchen sollten? Dresden Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) hat sich in einem Schreiben an Eltern, Kinder und Erzieher gerichtet. So soll es nach den Herbstferien weitergehen.

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Versuch macht klug - die Universitätsschule
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Die Universitätsschule Dresden ist ein sogenannter Schulversuch. Bundesweit gilt sie als Vorreiter für eine neue Form des Unterrichts – nicht erst seit Corona.

21.40 Uhr: Trump: Wir machen nie wieder einen Lockdown

US-Präsident Donald Trump hat ungeachtet weiter steigender Coronavirus-Infektionen neue weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens in den USA ausgeschlossen. "Wir werden nie wieder einen Lockdown machen", verkündete Trump am Donnerstag bei einem Wahlkampfauftritt in Tampa im Bundesstaat Florida. Er nahm dabei auch ausdrücklich Bezug auf die in Deutschland und Frankreich angekündigten Einschränkungen.
Während die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA zuletzt wieder auf rund 79.000 an einem Tag angestiegen war, beharrt Trump weiterhin darauf, dass man bald über den Berg sein werde. Er verweist darauf, dass bald wirksame Arzneimittel wie Antikörper-Medikamente sowie Impfstoffe verfügbar sein würden. Experten auch aus Trumps Regierung warnen allerdings, dass bis dahin noch Monate vergehen dürften. Deshalb setzten sie sich unter anderem für das Tragen von Masken ein.

Donald Trump
Donald Trump © AP

21.20 Uhr: Neue Ausgangsbeschränkungen in Frankreich ab Freitag

Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, sollen in Frankreich am Freitag weitreichende Ausgangsbeschränkungen in Kraft treten. Staatschef Emmanuel Macron hatte die Maßnahmen am Mittwoch angekündigt. Bürger dürfen sich demnach nicht mehr ohne Weiteres frei bewegen. Menschen können auf die Straße gehen, wenn sie arbeiten, wichtige Einkäufe erledigen, einen Arzt aufsuchen oder frische Luft schnappen wollen - müssen dafür dann aber eine Bescheinigung ausfüllen.
Macron will das Land mit seinen 67 Millionen Menschen aber nicht so weit lahmlegen wie noch während des Lockdowns im Frühjahr. Die Wirtschaft soll so weit wie möglich weiterlaufen; die Menschen sollen arbeiten, aber möglichst von zu Hause aus. Anders als im Frühjahr sollen die Schulen geöffnet bleiben. Bars, Restaurants und "nicht unentbehrliche Geschäfte" müssen jedoch schließen.

20.58 Uhr: Rio sagt seinen Straßenkarneval ab

Nach der Verschiebung des weltberühmten Karnevals im Sambodrom hat die brasilianische Metropole Rio de Janeiro wegen der Corona-Pandemie den Straßenkarneval abgesagt. Dies berichtete das Nachrichtenportal "G1" am Donnerstag. Demnach hätten Vertreter von Karnevalsgruppen, die städtische Tourismusagentur Riotur und Spezialisten für Gesundheit und öffentliche Sicherheit die Absage nach einer Online-Besprechung festgelegt.

20.16 Uhr: FDP will am Dreikönigstreffen festhalten

Trotz der steigenden Infektionszahlen und drastischen Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens hält die FDP an ihren Plänen für ihr traditionelles Dreikönigstreffen am 6. Januar in Stuttgart fest. "Wir sind da unbeirrt", sagte der baden-württembergische FDP-Vorsitzende Michael Theurer am Donnerstag. "Wir wollen, dass das Treffen stattfindet."
Natürlich gehe die Partei davon aus, mit deutlich weniger Teilnehmern im Stuttgarter Staatstheater zu planen als bislang. "Im Notfall müssen wir die Veranstaltung als Stream nach draußen übertragen", sagte Theurer. Doch das Treffen finde seit 1866 in jedem Jahr statt und sei nur durch die Weltkriege und die Nazizeit unterbrochen worden. "Eine so wichtige Institution der deutschen Demokratiegeschichte darf nicht der Pandemie zum Opfer fallen", sagte Theurer.

19.30 Uhr: Österreich mit Corona-Rekordwert

In Österreich hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen neuen Höchstwert erreicht. Binnen eines Tages wurden laut Innenministerium 4.453 neue Fälle verzeichnet. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl ist die Entwicklung damit deutlich schlechter als in Deutschland. Auch die Auslastung der Klinikbetten stieg markant an. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nannte am Donnerstag erneut eine Zahl von 6.000 Neuinfektionen pro Tag als kritischen Wert für eine erneute Verschärfung von Maßnahmen, um eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern. Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass ein solcher Wert in wenigen Tagen erreicht wird.

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19.02 Uhr:  Bundeswehr auf Corona-Mission in Freital

Sie tragen keinen Tarnfleck, sondern weiße Kunststoffoveralls, Schutzbrillen und Mundschutz. Ihre Vornamen haben sie auf Gewebeklebeband geschrieben, sie prangen jetzt oben links auf Brusthöhe. Im normalen Soldatenleben gehören die Männer und Frauen einer Fernmeldekompanie an. Nun verteilen sie im Seniorenheim Jochhöh in Freital das Essen auf die Zimmer, wechseln die Bettwäsche, desinfizieren Türklinken. "Es ist schön, dass wir helfen können. Die Menschen sind sehr froh, dass wir hier sind", sagt einer der Soldaten.

Seit neun Tagen sind die Männer und Frauen in Freital stationiert - auf Corona-Mission.

Freital: Generalleutnant Martin Schelleis (l) spricht bei seinem Besuch vor dem Seniorenheim «Jochhöh» mit Soldaten der Bundeswehr. Die Soldaten unterstützen die Arbeit des Pflegepersonals im Altenheim.
Freital: Generalleutnant Martin Schelleis (l) spricht bei seinem Besuch vor dem Seniorenheim «Jochhöh» mit Soldaten der Bundeswehr. Die Soldaten unterstützen die Arbeit des Pflegepersonals im Altenheim. © dpa-Zentralbild

18.20 Uhr: Vom einsamen Tod in Corona-Zeiten

Nicole G. aus dem Löbauer Oberland verliert ihren Vater in der Hochzeit der Krise. Die Ärzte lassen sie erst zu ihm, als er tot ist.
Ihr Vater starb am 29. April - doch die Corona-Krise hatte ihn schon Wochen vorher von seiner Familie und seinen verbliebenen Freunden isoliert. "Es geht um einen einsamen, alten Mann, der die letzten Jahre nach dem Tod seiner Frau allein in seinem Häuschen gelebt hat", sagt die Tochter. Es war im März, dass sie ihren Vater zum letzten Mal von nahem lebend sah. Denn mit Einleitung des Lockdowns hätte auch sie den Kontakt zum Vater auf Telefongespräche reduziert. Die ganze Geschichte lesen Sie hier: "Vom einsamen Tod in Corona-Zeiten" (SZ+)

18.07 Uhr: Corona-Notstand in Spanien bis Mai 2021

Im von der Pandemie besonders schwer getroffenen Spanien wird der Corona-Notstand bis Mai 2021 herrschen. Auf Antrag der linken Regierung billigte das Parlament am Donnerstag in Madrid eine ebenso umstrittene wie lange Verlängerung des sogenannten Alarmzustandes. Bei der Debatte vor der Abstimmung hatte Gesundheitsminister Salvador Illa vor "sehr schweren Monaten" gewarnt. Man müsse "zum Wohle aller vereint handeln", forderte er.

Im Rahmen des Notstandes kündigen derweil immer mehr Regionen eine Abriegelung ihres Territoriums an. Am Donnerstag taten das auch Katalonien mit der Metropole Barcelona, Madrid sowie Kantabrien. Damit haben bereits 12 der 17 "Comunidades Autónomas" (Autonomen Gemeinschaften) eine Absperrung für bis zu zwei Wochen beschlossen. Die betroffenen Menschen dürfen ihre Region nur mit triftigem Grund verlassen - etwa, um zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren.

17.53 Uhr: Verwirrung um den kleinen Grenzverkehr

Darf man als Deutscher noch nach Tschechien zum Tanken oder nicht?  Laut einer Information der Tschechischen Botschaft in Berlin vom Dienstag seien mit dem erneuten Lockdown in Tschechien auch Einkaufstouren im kleinen Grenzverkehr aus Deutschland untersagt. So ist die offizielle Lesart. Es gibt aber eben auch die sächsische Variante. Fakt ist zur Stunde: Ein Grenzübertritt ist nach wie vor möglich.

17.40 Uhr: "Striezelmarkt kann in dieser Form nicht stattfinden"

Zum ersten Mal nach Bekanntwerden des Lockdowns äußert sich Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert zum Striezelmarkt. Aufgrund des Infektionsgeschehens und nach den Festlegungen der Bundesregierung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie seien ab dem 2. November Veranstaltungen bis Ende November untersagt. "Das betrifft auch die thematischen Weihnachtsmärkte."

Blick auf den Dresdner Striezelmarkt.
Blick auf den Dresdner Striezelmarkt. © Robert Michael

17.33 Uhr: Luxemburg beschließt nächtliche Ausgangssperre

Wegen Corona gilt ab Freitag eine nächtliche Ausgangssperre in Luxemburg. Das Luxemburger Parlament beschloss am Donnerstag einen Gesetzestext, wonach die Bürger zwischen 23 und 6 Uhr grundsätzlich zu Hause bleiben müssen. Ausnahmen sind beispielsweise Arztbesuche oder der Weg zur Arbeit. Auch das Gassigehen mit einem Hund ist im Umkreis von einem Kilometer um die Wohnung erlaubt.

17.25 Uhr: Bayerns drittgrößte Stadt schon ab Freitag im Teil-Lockdown

Augsburg wird den für kommende Woche in Deutschland geplanten Teil-Lockdown vorzeitig umsetzen. In Bayerns drittgrößter Stadt werden die in dem Bund-Länder-Beschluss vom Mittwoch festgelegten Schutzmaßnahmen bereits ab diesem Freitagabend gelten. Der 2. November sei für Augsburg zu spät, sagte Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) am Donnerstagnachmittag.
Zuvor hatte bereits Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigt, dass die 300.000-Einwohner-Stadt in Schwaben die Verschärfung der Corona-Vorschriften vorziehen werde. Auch die ähnlich stark betroffene oberbayerische Stadt Rosenheim geht wegen extrem hoher Corona-Infektionszahlen ab Freitag, 21.00 Uhr, in den Teil-Lockdown.

17.03 Uhr: Dänemark beschränkt auch die Einreise aus Schleswig-Holstein

Dänemark weitet seine Reisebeschränkungen nun auch auf Schleswig-Holstein aus. Das ging am Donnerstagnachmittag aus dem wöchentlich aktualisierten Reisemaßgaben des dänischen Außenministeriums hervor. Die Maßnahme bedeutet, dass den Dänen ab Samstag auch von nicht notwendigen Reisen nach Schleswig-Holstein abgeraten wird. Einwohner Schleswig-Holsteins können weiter nach Dänemark einreisen, müssen dafür aber einen triftigen Einreisegrund oder einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Da die Arbeit als Einreisegrund gilt, werden Grenzpendler weiter ins Land gelassen.

16.40 Uhr: Was in Corona-Quarantäne erlaubt ist - und was nicht

Viele trifft er unvermittelt: Der Anruf vom Gesundheitsamt mit der Aufforderung, sich unverzüglich in Quarantäne zu begeben. Was genau sich hinter dem offiziell "Häusliche Absonderung" genannten Gebot verbirgt, wird selten klar formuliert. Doch die Regeln sind streng.

16.17 Uhr: Ab Montag ruht der Fußball in Sachsen

Als Reaktion auf den Beschluss aus der Videokonferenz von Bund und Ländern, die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu verschärfen, setzt der Sächsische Fußball-Verband seinen Spiel- und Trainingsbetrieb ab Montag bis voraussichtlich 30. November 2020 aus. Diese Entscheidung betrifft auch den Spielbetrieb der Stadt- und Kreisfußballverbände des SFV, den Freizeitsport und Trainingsbetrieb der sächsischen Klubs auf allen privaten und öffentlichen Sportanlagen. "Ich bin entsetzt über die Ignoranz und Geringschätzung gegenüber dem Sport und der Vereine", sagte SFV-Präsident Hermann Winkler.

16.08 Uhr: Corona-Ausbruch im Nossener Seniorenheim

Im Landkreis Meißen sind bislang 694 Personen positiv auf Covid-19 getestet worden. Davon befinden sich gegenwärtig 242 Personen in behördlich angeordneter Quarantäne. Hinzu kommt ein massiver Corona-Ausbruch im Pflegeheim „Schöner Blick“ in Nossen. Dort wurden 17 Mitarbeiter sowie 22 Bewohner positiv getestet. Diese Fälle sind noch nicht in der aktuellen Tagesstatistik berücksichtig und werden erst morgen hinzugezählt. Weitere Testungen sind geplant, so dass mit weiteren Corona-Fällen vor allem bei den Familienangehörigen der Bewohner und Pflegekräfte zu rechnen ist.

15.55 Uhr: Dresdner Philharmonie sagt Festwoche zum 150-jährigen Jubiläum ab

Die Dresdner Philharmonie muss wegen der verschärften Corona-Auflagen auf ihre Festwoche zum 150. Geburtstag des Orchesters verzichten. Intendantin Frauke Roth erklärte am Donnerstag: "Wir haben lange gehofft, dass wir unser Jubiläum trotz Corona Ende November mit einer Festwoche feiern können. Die Hoffnung hat sich nun zerschlagen, und ich bin darüber nicht nur für unser Orchester, sondern auch für unser wunderbares, treues Publikum sehr traurig." Gemeinsam mit dem Chefdirigenten Marek Janowski habe man ein Programm konzipiert, das die Wurzeln der Dresdner Philharmonie in der Stadtgesellschaft und sozusagen die "DNA" des Orchesters zum Klingen bringen sollte.

15.40 Uhr: Mehr als 1.100 neue Corona-Fälle in Sachsen

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Sachsen ist binnen eines Tages dramatisch gestiegen und hat einen Höchstwert erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wurden im Vergleich zum Vortag 1.166 Infektionsfälle mehr durch Labortests bestätigt. Der bisherige Höchstwert war laut Ministerium am vergangen Montag mit 1.444 Fällen erreicht worden. Allerdings wurden da die Zahlen vom Wochenende summiert. 300 Menschen starben an oder mit einer Covid-19-Erkrankung, das sind neun Todesfälle mehr als am Vortag. Als genesen gelten 9.480 Menschen. Den größten Zuwachs an Neuinfektionen innerhalb eines Tages gab es im Erzgebirgskreis (191), dem Landkreis Mittelsachsen (182) und dem Landkreis Bautzen (140). Der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche stieg landesweit auf 91.
Die vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Zahlen können teils von denen der Städte und Landkreise und auch von denen des Robert Koch-Instituts abweichen. Das liegt nach Angaben der Behörden an den unterschiedlichen Meldezeiten der Neuinfektionen.

15.24 Uhr: Enkeltrick - Betrüger schockt Dresdner Seniorin

Auf perfide Art haben Trickbetrüger in Dresden versucht, Sorgen und Ängste in der Corona-Krise auszunutzen. Wie die Polizeidirektion Dresden am Donnerstag mitteilte, hatte ein Mann eine 79 Jahre alte Frau angerufen und sich als ihr Enkel ausgegeben. Dabei behauptete er, an Corona erkrankt zu sein und in einem Krankenhaus zu liegen.

15.10 Uhr: Riesas OB Müller in Quarantäne

Riesas Oberbürgermeister Marco Müller (CDU) befindet sich in zweiwöchiger Quarantäne. Das hat die Stadtverwaltung am Donnerstag mitgeteilt. Hintergrund der Entscheidung sei ein positives Testergebnis bei der Ehefrau des Oberbürgermeisters. "Meine Frau, die als Kinderärztin tätig ist, testet sich regelmäßig selbst, um ihre kleinen Patientinnen und Patienten nicht zu gefährden", wird Müller in der Mitteilung der Stadt zitiert. Auch an diesem Montag habe sie routinemäßig einen Schnelltest durchgeführt, der ein positives Ergebnis auswies.

Riesas Oberbürgermeister Marco Müller (CDU
Riesas Oberbürgermeister Marco Müller (CDU © Lutz Weidler

14.53 Uhr: Maskenverweigerer greift Passanten und zwei Beamte an

Im Streit um die Maskenpflicht hat ein 33-Jähriger am Nürnberger Hauptbahnhof einen Passanten und zwei Beamte verletzt. Ein 38-Jähriger hatte den Mann auf die Maskenpflicht im Bahnhof hingewiesen, wie die Bundespolizei am Donnerstag mitteilte. Nach einem kurzen Streit attackierte der 33-Jährige den Mann und schlug ihm mehrmals mit der Faust ins Gesicht.
Als zwei Polizisten zu der Auseinandersetzung in der Nacht auf Donnerstag gerufen wurden, ging der 33-Jährige auch auf diese los. Dabei schlug er einer 28-jährigen Beamtin mit der Faust in den Bauch und verletzte einen 24-jährigen Beamten am Knie. "Unter Zwangsanwendung wurde der Schläger schließlich zur Bundespolizeidienststelle getragen", teilte die Polizei weiter mit. Dort beleidigte er mehrere Beamte und beschwerte sich über die Corona-Regelungen. Er wurde später wieder entlassen.

14.41 Uhr: Bayern steht erneut vor Ausrufung des Corona-Katastrophenfalls

Wegen der stark steigenden Corona-Infektionszahlen erwägt Bayern bald wieder die Ausrufung des Katastrophenfalls. In den nächsten Tagen könne dies notwendig werden, um auf die "dramatische Entwicklung" besser reagieren zu können, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München. Wenn sich die Zahlen weiter wie bisher entwickelten, sei die Ausrufung in der kommenden Woche absehbar.
In Bayern habe sich in den vergangenen neun Tagen die Belegung der Intensivbetten verdoppelt, in einigen Regionen drohten in den kommenden Tagen bereits Kapazitätsengpässe. Durch die Ausrufung des Katastrophenfalls könne das Land die Verteilung der Intensivpatienten besser koordinieren.

14.33 Uhr: Kretschmer hält im Landtag Regierungserklärung zu Corona

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will sich am kommenden Mittwoch in einer Regierungserklärung zur Corona-Pandemie äußern. Landtagspräsident Matthias Rößler kündigte am Donnerstag eine anschließende Aussprache aller Fraktionen im Plenum an: "Das Parlament wird sich also umfassend mit der aktuellen Corona-Situation und den Maßnahmen der Staatsregierung befassen."

14.24 Uhr: Corona-Regeln: Darf die Polizei auch zu Hause kontrollieren?

Nur zwei Haushalte dürfen sich ab kommenden Montag (2. November) noch treffen, maximal zehn Personen. So lautet eine der Maßnahmen, die Bund und Länder beschlossen haben, um die Verbreitung von Corona einzudämmen. Doch darf die Polizei in Privatwohnungen kontrollieren, ob dort die Corona-Regeln eingehalten werden?  Die Antwort lesen Sie hier: Corona-Kontrollen zu Hause möglich?

14.13 Uhr: Putin will keinen landesweiten Lockdown

Trotz massiv steigender Corona-Zahlen in Russland sieht Kremlchef Wladimir Putin keinen Grund für einen landesweiten Lockdown. "Wir planen keine totalen Einschränkungen, da die Wirtschaft und die Geschäfte dabei im Grunde genommen komplett lahmgelegt würden", sagte der Präsident am Donnerstag bei einem im Staatsfernsehen übertragenen Wirtschaftsforum. "Trotz der schwierigen epidemiologischen Situation sind wir jetzt viel besser (...) gewappnet." Er verwies dabei auf die Erfahrungen des Gesundheitswesens seit Beginn der Pandemie im Frühjahr.

Russland hofft, dass sich die Situation nach Beginn von Massenimpfungen entspannen wird. Sie könnten zum Jahresende beginnen, sagte der Kremlchef. Bislang sind zwei Impfstoffe gegen das Coronavirus registriert worden.

14.04 Uhr: Tim Bendzko-Experiment zeigt: Konzerte in Hallen sind möglich

Veranstaltungen wie in der Kultur und im Sport können unter bestimmten Voraussetzungen auch in einer Pandemie in großen Hallen mit Publikum stattfinden. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher in einer Studie unter dem Motto "Restart 19", deren Ergebnisse am Donnerstag in Halle vorgestellt wurden. Grundlage für die Studie war ein Konzert-Experiment im Sommer in der Arena Leipzig mit Tim Bendzko. Dabei wurden von den rund 1400 freiwilligen Teilnehmern riesige Datenmengen erhoben.

13.51 Uhr: Reservelager für Schutzausrüstung in Sachsen geplant

Im Frühjahr fehlten in vielen Einrichtungen Masken, Handschuhe und Kittel.  Jetzt will Sachsen ein zentrales Reservelager für Schutzausrüstung aufbauen. Das hat das Kabinett beschlossen. Die Vorräte sollen ausreichen, um den Bedarf in einer schweren Pandemie für vier Wochen abzudecken. „Sie dienen der Versorgung von Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz, sowie der Krankenhäuser, der Gesundheitsämter und der Alten- und Pflegeheime und der Bediensteten des Freistaates Sachsen“, teilten das Gesundheits- und Innenministerium am Donnerstag mit.

13.46 Uhr: AfD stellt Klage gegen Coronamaßnahmen vor

Die AfD in Sachsens Landtag kündigt juristische Schritte gegen Coronamaßnahmen im Freistaat an. Die Fraktion will am Montag über eine Normenkontrollklage im Rahmen einer Pressekonferenz informieren. Vorgestellt werden soll das Papier unter anderem von Fraktionschef Jörg Urban.

Die AfD hatte zuvor den Lockdown mit Blick auf die Gastronomie kritisiert. Gaststätten und Kneipen sollten geöffnet bleiben dürfen, wenn darauf geachtet werde, dass das Einhalten der Abstandsregeln die Infektionsgefahr minimiere.

13.30 Uhr: Dynamo Dresden gegen SV Meppen am Samstag noch vor Publikum

Dynamo Dresden darf trotz der neu beschlossenen Corona-Maßnahmen sein Heimspiel am Samstag gegen Meppen vor 999 Zuschauern austragen. Wie Pressesprecher Henry Buschmann bekanntgab, haben die Behörden dem nochmals angepassten Hygienekonzept des Fußball-Drittligisten, der im sportlichen Bereich große Personalprobleme hat, zugestimmt. "Die Infrastruktur des Stadions gibt es her, das Hygienekonzept mit großem Abstand und Maske umzusetzen“, sagt Buschmann.

Dagegen werden die nächsten Partien im November gegen 1860 München und Unterhaching auf jeden Fall Geisterspiele sein. Zudem soll Dynamo am Mittwoch, dem 18. November, 12 Uhr, im Sachsenpokal in Torgau gegen International Leipzig spielen. Das Spiel werde jedoch nur stattfinden, wenn der Gegner vorher zweimal auf Corona getestet worden ist, erklärt Buschmann. Dazu sei man mit dem Sächsischen Fußball-Verband im Austausch und werde eine Lösung finden. Die für den 14. November angesetzte Mitgliederversammlung des Vereins soll weiterhin stattfinden - in welcher Form aber ist derzeit offen.

13.10 Uhr: Schweine-Schlachtstau: Klöckner will Ausweitung der Arbeitszeiten 

In der Corona-Pandemie sind die Kapazitäten in Schlachthöfen teils eingeschränkt - und die Schweineställe deswegen zu voll. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) fordert daher, die Arbeitszeiten in Schlacht- und Zerlegebetrieben vorübergehend auszuweiten. Am Donnerstag veröffentlichte ihr Ministerium einen Brief der Ministerin an Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) mit der Bitte, sich "für flexible Lösungen zur Öffnung der Schlachtbetriebe an Sonn- und Feiertagen einzusetzen" - auch am Reformationstag, dem 31. Oktober, der in Niedersachsen Feiertag ist. In Niedersachsen werden besonders viele Schweine gehalten.

Nach Angaben der Verbände stauten sich derzeit mehr als 400.000 Schlachtschweine. Es fehlten wöchentlich mehr als 100.000 Schlachtungen - besonders durch den eingeschränkten Betrieb der Tönnies-Betrieben in Rheda und Sögel sowie der Firma Vion in Emstek. "Sollte sich an dieser Situation nichts ändern, wird bis Jahresende ein Schlachtstau von 1 bis 1,2 Millionen Schlachtschweinen erwartet."

12.38 Uhr: Fast 80 neue Corona-Fälle in Dresden

Kurz vorm zweiten Lockdown ist in Dresden keine Entspannung bei den Infektionszahlen in Sicht. Das Gesundheitsamt hat am Donnerstag knapp 80 neue Fälle gemeldet. Drei weitere Patienten sind wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingewiesen worden. Das sind die neuesten Zahlen zur Pandemie in Dresden 

12.27 Uhr: Sarah Wiener positiv getestet: "Geht mir nicht so gut" 

Die Köchin und Grünen-Politikerin Sarah Wiener (58) ist an Covid-19 erkrankt. Ihr gehe es leider nicht so gut, teilte die Fernsehköchin auf Facebook mit. "Ich bin sehr schnell erschöpft und habe einen hartnäckigen Husten." Sie sei aber zuhause und hoffe, dass es ihr bald besser gehe.

Die von der Politik beschlossenen Verschärfungen der Corona-Maßnahmen hält Wiener für richtig. "Wenn ihr mich fragt: sie machen Sinn und ich hoffe, es bewirkt auch das Richtige." Sie selbst habe alle Vorsichtsmaßnahmen eingehalten, keine Partys oder große Treffen besucht. Obwohl sie zudem keine Vorerkrankungen habe und abseits vom Arbeitsstress ein "ziemlich gesundes Leben" führe, sei sie und nun doch an Covid erkrankt.

Die österreichische Unternehmerin und Fernsehköchin Sarah Wiener ist an Covid-19 erkrankt.
Die österreichische Unternehmerin und Fernsehköchin Sarah Wiener ist an Covid-19 erkrankt. © dpa/Sebastian Kahnert

12.15 Uhr: Lichtinstallation im Pillnitzer Park in Dresden fällt aus

Am Mittwoch verkündete die Bundesregierung einen zweiten Lockdown, der bereits ab Montag gelten soll. Am Donnerstag wurden die ersten Veranstaltungsabsagen auch in Dresden bekannt.

So teilen die Veranstalter des Christmas Garden im Pillnitzer Schlosspark mit, dass das beliebte Event zur Weihnachtszeit abgesagt werden muss. Mehr dazu hier: Dresden: Christmas Garden wegen Corona abgesagt (SZ+)

11.53 Uhr: Ordnungsruf für Frauke Petry 

Die frühere AfD-Politikerin Frauke Petry hat im Bundestag einen Ordnungsruf kassiert, weil sie ohne Mund-Nasenschutz durch den Plenarsaal gegangen ist. Bereits nach Petrys Weg zum Rednerpult hatte Bundestags-Vizepräsidentin Petra Pau (Linke), die die Sitzung leitete, die fraktionslose Petry ans vorgeschriebene Tragen einer Maske erinnert. Petry ließ aber auch auf dem Rückweg das Gesicht unbedeckt. "Setzen Sie bitte die Maske auf", sagte Pau - und kurz darauf: "Da Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, rufe ich Sie zur Ordnung. Setzen Sie bitte die Maske auf, ansonsten zieht das weitere Ordnungsmaßnahmen nach sich."

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hatte Anfang Oktober angeordnet, dass in den Bundestagsgebäuden - einschließlich Plenarsaal - in der Regel eine Schutzmaske zu tragen ist und etwa im Plenarsaal am Platz abgenommen werden kann, wenn ein Mindestabstand von 1,50 zu anderen Personen gewährleistet ist. Zur Durchsetzung ist ein Zwangsgeld von bis zu 25.000 Euro möglich, auch eine Geldbuße bis 5.000 Euro ist möglich - oder gar ein Hausverbot. 

Frauke Petry
Frauke Petry © Sebastian Kahnert/ZB/dpa

11.32 Uhr: Dehoga prüft rechtliche Schritte

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Sachsen will die von Bund und Ländern vereinbarten neuen Corona-Beschränkungen für die Branche nicht tatenlos hinnehmen. Bei einer Bundeskonferenz mit allen Landesverbänden werden rechtliche Schritte geprüft, sagte Sachsens Dehoga-Hauptgeschäftsführer Axel Klein am Donnerstag in Dresden. Es gehe um das wirtschaftliche Überleben der rund 9.500 Betriebe im Freistaat. "Wir haben viel investiert um die Hygieneregeln einzuhalten: vorgebeugt, Kontaktnachverfolgungen geschaffen, Plätze reduziert. Jetzt fühlen wir uns als Unternehmer ausgebremst."

Am Mittwoch hatten sich die 16 Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung auf einen befristeten Teil-Lockdown verständigt. Der sieht unter anderem vor, dass Restaurants im November wie schon im Frühjahr nur noch Speisen außer Haus verkaufen dürfen. Hotels dürfen außerdem nur noch Geschäftsreisende beherbergen. Die Regelungen sollen am Montag in Kraft treten und zunächst bis Ende November gelten. Die betroffenen Betriebe sollen vom Bund entschädigt werden und bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes aus dem November 2019 erstattet bekommen.

"Damit haben wir in den vergangenen Monaten schon schlechte Erfahrungen gemacht. Die Hilfen kamen erst spät und bedurften eines enormen bürokratischen Aufwands", erläuterte Klein. Zum Teil-Lockdown im März seien etwa 30 Prozent der Betriebe in Sachsen wirtschaftlich massiv bedroht gewesen. "Die Lage hatte sich leicht verbessert, und nun stehen wir vor der gleichen Situation wie im Frühjahr." 

11.17 Uhr: Corona-Justizfall Ischgl: Staat bestreitet Schuld der Behörden

Im Justizstreit um das Corona-Krisenmanagement im österreichischen Ischgl hat der Staat jegliches schuldhaftes Handeln der Behörden bestritten. Die Gesundheitsbehörden hätten "zu jedem Zeitpunkt sämtliche dem Ermittlungsstand entsprechenden, erforderlichen und durch die bestehende Rechtslage zur Verfügung stehenden Maßnahmen unverzüglich gesetzt", heißt es in einer Klagebeantwortung der Finanzprokuratur als Vertreterin des Staates. In ihrer Stellungnahme zu einer Amtshaftungsklage stellt die Finanzprokuratur außerdem infrage, dass sich der Betroffene in Ischgl mit dem Coronavirus angesteckt habe. Aufgrund der Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen sei es durchaus möglich, dass der Kläger bereits infiziert nach Ischgl gereist sei.

Der Verbraucherschutzverein (VSV), der die Interessen der Opfer vertritt, reagiert entsetzt. "Diese Klagebeantwortung ist eine ungeheuerliche Täter-Opfer-Umkehr und wir werden die falschen Darstellungen Punkt für Punkt widerlegen", sagte VSV-Vorsitzender Peter Kolba am Donnerstag. Über die anfangs eingebrachten vier Klagen hinaus würden weitere folgen. Mit einem Gerichtstermin sei voraussichtlich aber erst zu Beginn 2021 zu rechnen.

Ischgl galt im März als Corona-Hotspot in Europa. Tausende Infektionen sollen auf den bekannten Tiroler Wintersportort zurückzuführen sein. Eine unabhängige Experten-Kommission hatte unlängst festgestellt, dass es im Krisenmanagement zu Fehlern und Fehleinschätzungen gekommen war. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt gegen vier Verdächtige wegen vorsätzlicher oder fahrlässiger Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten.

10.52 Uhr: US-Immunologe Fauci befürwortet landesweite Maskenpflicht

Angesichts von Corona-Infektionszahlen auf Rekordniveau in den USA hat der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci sich für eine nationale Maskenpflicht ausgesprochen. "Wenn es funktioniert, sollten wir es tun, ja", sagte Fauci am Mittwoch (Ortszeit) in einem Interview mit dem Sender CNBC. Er glaube aber nicht, dass es auf Bundesebene geschehen werde, denn "es werde möglicherweise nicht vom Weißen Haus kommen". Präsident Donald Trump, der sich am Dienstag um seine Wiederwahl bewirbt, hatte den Sinn von Masken im Kampf gegen das Virus wiederholt angezweifelt.

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sowie eine mögliche Maskenpflicht sind in den USA zu einem Politikum und Wahlkampfthema geworden. Im Gegensatz zu Trump hatte der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden mehrfach das Tragen von Masken und auch ein nationales Vorgehen gegen das Coronavirus angemahnt.

9.31 Uhr: Merkels Regierungserklärung: Befinden uns "in dramatischer Lage"

Kanzlerin Angela Merkel hat in einer Regierungserklärung im Bundestag die Corona-Lage in Deutschland als dramatisch bezeichnet. In den vergangenen Wochen seien die Zahlen der Neuinfektionen "deutlich in die Höhe geschnellt", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag. Auch die Zahl der Menschen, die auf Intensivstationen betreut werden, steige, viele Gesundheitsämter seien an der Belastungsgrenze. "Eine solche Dynamik wird unsere Intensivmedizin in wenigen Wochen überfordern", sagte Merkel. "Wir befinden uns zum Beginn der kalten Jahreszeit in einer dramatischen Lage. Sie betrifft uns alle. Ausnahmslos." Im Bundestag kam es während Merkels Rede zu wütenden Zwischenrufen.

Mehr dazu hier: Merkel spricht von „dramatischer Lage“

9.20 Uhr: Montgomery: Corona-Maßnahmen kommen sehr spät 

Aus Sicht des Vorsitzenden des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, kommen die neuen Corona-Maßnahmen sehr spät. "Nach meiner Auffassung kommen sie auf den allerletzten Drücker. Ich frage mich auch, warum wir dem Virus jetzt noch bis Montag Zeit geben müssen", sagte der Mediziner am Donnerstag dem Südwestrundfunk (SWR). Die Pandemie habe sich schlimmer entwickelt, als er ursprünglich befürchtet habe.

Montgomery sagte, im Prinzip reichten die AHA-Regeln aus, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Doch er gab zu bedenken: "Die Menschen sind zu unvernünftig. Ich frage mich, was noch geschehen muss, damit man manchen Menschen die Lektion beibringt, dass dieses Virus bisher nicht durch eine Therapie behandelt werden kann, dass wir nur durch Prävention, nur durch kluges Verhalten diesem Virus Paroli bieten können."

Die Politik habe nun die schwierige Aufgabe, zwischen den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Anforderungen und den sozialen Folgen abzuwägen. Die Entscheidung, auch sämtliche Restaurants zu schließen, konnte er nicht ganz nachvollziehen: "Wenn ein Restaurant ein sehr gutes Hygienekonzept hat, dann könnte man das auf lassen", sagte er dem SWR.

Frank Ulrich Montgomery ist Vorsitzender des Weltärztebundes.
Frank Ulrich Montgomery ist Vorsitzender des Weltärztebundes. © Guido Kirchner/dpa

9.08 Uhr: Erste Prozesse wegen Verstößen gegen Corona-Regeln in Dresden

Während in Dresden die Diskussion über eine zweite coronabedingte Ausgangssperre an Fahrt gewinnt, sind die ersten Bußgeldverfahren aus dem ersten Lockdown vom März/April am Amtsgericht der Stadt angekommen. Mehr dazu hier: Erste Einsprüche gegen Corona-Bußgelder vor Gericht (SZ+)

8.11 Uhr: Spahn verteidigt Corona-Maßnahmen - und ist "demütig"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat durch seine eigene Corona-Erkrankung einen anderen Blick auf die Pandemie gewonnen. Die Erfahrung habe ihn "demütig" gemacht, sagte der CDU-Politiker am Donnerstagmorgen in einem Telefon-Interview im WDR. Spahn stellte sich dort für eine halbe Stunde den Fragen der Zuhörer. Es gehe ihm selbst gut, er habe nur leichte Erkältungssymptome. Die Arbeit seines Gesundheitsamtes vor Ort habe er als professionell und unaufgeregt empfunden, sagte der Minister. Spahn ist derzeit in häuslicher Quarantäne.

Der Minister verteidigte die vom Bund und den Ländern bis Ende November vereinbarten harten Maßnahmen gegen die Pandemie. Das sei eine schwere Zeit für die Betroffenen, aber Kontakte müssten unbedingt verringert werden. Die Infektionszahlen stiegen gerade bei den Älteren wieder rasant. "Ich will nicht warten, bis die Intensivstationen überfüllt sind", sagte er. "Wenn sie überfüllt sind, ist es zu spät."

7.53 Uhr: VW hat Corona-Einbruch aus dem Frühjahr überwunden 

Der VW-Konzern bekommt die Folgen des tiefen Corona-Einbruchs zusehends besser in den Griff. Der weltgrößte Autohersteller meldete am Donnerstag für die ersten neun Monate des laufenden Jahres einen Vorsteuer-Gewinn von rund 2,3 Milliarden Euro. Das ist immer noch eine drastische Abnahme gegenüber dem Vorjahreswert von 14,6 Milliarden Euro - aber bereits eine deutliche Verbesserung zur Jahresmitte, als die Volkswagen-Gruppe hierbei mit einem Verlust von etwa 1,4 Milliarden Euro in die roten Zahlen gerutscht war.

Man sehe inzwischen eine "spürbare Erholung", erklärte das Unternehmen in Wolfsburg. Jedoch ist die Gesamtentwicklung 2020 aufgrund der schwachen Nachfrage weiterhin kritisch: Der Umsatz lag nach drei Vierteln des Jahres bei 155,5 Milliarden Euro und damit 16,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau, bei den Auslieferungen verbuchte die VW-Gruppe bis Ende September insgesamt ein Minus von 18,7 Prozent auf ungefähr 6,5 Millionen Fahrzeuge. Im September selbst hatte es wieder eine leichte Steigerung der Verkäufe gegeben.

Das neue Volkswagen-Elektroauto ID.4
Das neue Volkswagen-Elektroauto ID.4 © Peter Steffen/dpa

7.31 Uhr: Wieder gewaltsame Proteste in Italien 

In Italien ist es am Mittwochabend in mehreren Städten zu neuen Protesten gegen die verschärften Corona-Bestimmungen der gekommen. In der norditalienischen Stadt Verona gingen nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa rund 500 Menschen vornehmlich aus dem rechtsradikalen Spektrum auf die Straße. Sie warfen mit Glas und kippten vor Lokalen Tische und Stühle um. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt. Ebenfalls am Mittwochabend wurde ein Mitarbeiter eines italienischen TV-Senders bei gewalttätigen Protesten in Palermo auf Sizilien verletzt, wie Ansa berichtete. Dort sei es nach einer Demonstration von Lokalbesitzern gegen die Beschränkung ihrer Öffnungszeiten zu Flaschenwürfen und dem Abschießen von Feuerwerkskörpern gekommen. Auch andernorts gab es vereinzelt Kundgebungen. Die Polizei habe von einigen Beteiligten die Personalien aufgenommen.

Bereits seit dem Wochenende war es in Italien bei Demonstrationen gegen die Regierung mehrfach zu Gewalt gekommen. Politiker machten unter anderem Neo-Faschisten und jugendliche Straftäter für die Übergriffe verantwortlich.

6.57 Uhr: Virologe: Umfassende Corona-Impfung wird bis 2022 dauern 

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut geht davon aus, dass eine Impfung der gesamten Bevölkerung gegen das Coronavirus auch bei schneller Entwicklung eines Impfstoffs Ende 2021 noch nicht abgeschlossen sein wird. Wenn man etwa pro Tag 100.000 Menschen impfen würde, brauche man 150 Tage, um 15 Millionen Menschen zu impfen, sagte der Virologe Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Dieses Tempo wäre nach Mertens Ansicht bereits eine Herausforderung.

"Der Start der Impfungen darf nicht übereilt passieren: Es kommt nicht darauf an, vier Wochen früher oder später mit dem Impfen anzufangen", sagte der Virologe. Vor allem Transport und Lagerung, die Einrichtung der regionalen Impfzentren und die bundesweit zeitgleiche Dokumentation der Impfungen müssten gut vorbereitet werden, ebenso die Auswertung der Sicherheitsaspekte und des medizinischen Impferfolgs.

6.41 Uhr: Leitender Intensivmediziner: "Müssen diesen Trend stoppen"

 Die starke Zunahme der Corona-Infektionen ist nach Ansicht des Leiters der Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Stefan Kluge (52), "absolut besorgniserregend". "Wir müssen diesen Trend stoppen, die Politik muss handeln", sagte der Klinikdirektor mit Blick auf die neuen Kontaktbeschränkungen. "Uns bleibt keine andere Wahl." Ein Blick auf die derzeit nur langsam steigende Zahl der Todesopfer tauge nicht zur Einschätzung der aktuellen Lage.

Mehr dazu hier: Corona-Lage "absolut besorgniserregend"

5.55 Uhr: Virologe: Nach "Lockdown Light" muss sich Verhalten ändern

Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer hält die geplanten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für sinnvoll, um die zweite Welle zu brechen - aber nur dann, wenn sich danach das Verhalten ändert. "Es steht und fällt damit, dass sich die Menschen bewusst sind, dass es ohne ihr Mitwirken nicht funktioniert", sagte der Laborleiter und Dozent.

Mit massiven Kontaktbeschränkungen gebe es eine gute Chance, die Infektionsketten zu durchbrechen, sagte Stürmer. Nur müssten die Menschen nach der "Rückkehr in den Normalbetrieb" wieder darauf achten, sich an bestimmte Maßnahmen wie das Lüften oder die AHA-Regeln - Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen - zu halten. "Sonst führt das in eine Endlosschleife", sagte Stürmer. Die Entwicklung der Fallzahlen habe gezeigt: "Die Menschen sind zu leichtsinnig geworden."

Die Chance auf ein "normales Weihnachten" sieht der Laborleiter indes nicht. "Das wäre wieder kontraproduktiv", sagte Stürmer. Die angedachten Maßnahmen würden jedoch ermöglichen, ein "etwas normaleres Weihnachten" zu feiern als unter massiven Kontaktbeschränkungen - "zwar nicht wie vor Corona, aber nicht nur mit der Familie und sonst gar nichts". 

5.38 Uhr: Bildungsministerin für Ausweitung der Maskenpflicht an Schulen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat eine Ausweitung der Maskenpflicht an Deutschlands Schulen im Kampf gegen das Coronavirus angeregt. "Wir müssen alles versuchen, die Schulen auch in den nächsten Wochen offen zu halten", sagte die CDU-Politikerin in Berlin. Alle in der Gesellschaft müssten sich an die neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie halten. Gleichzeitig müsse geklärt werden, wie der Schulbetrieb an die verschärfte Infektionslage angepasst werde. "Dabei wird auch über eine Ausweitung der Maskenpflichten nachzudenken sein, um eine Art Sicherheitspuffer für den Schulbetrieb zu schaffen."

Die CDU-Politikerin begrüßte den jüngsten Beschluss von Bund und Ländern, wonach Schulen und Kindergärten offen bleiben. "Die Corona-Zeit darf für die Schülerinnen und Schüler nicht zu einer verlorenen Zeit werden", sagte sie. Die Belastung der Familien dürfte nicht noch gesteigert werden. "Die Schulen dürfen aber auch weiter nicht zu Corona-Hotspots werden", betonte die Ministerin.

Denkbar sei auch die vermehrte Teilung von Unterricht. "Es ist besser, vielleicht an manchen Orten den Präsenzunterricht zu Gunsten von mehr Abstand zu reduzieren, als am Ende gar keinen Unterricht in der Schule anbieten zu können." Ebenso könne die teils schon praktizierte Mischung von Präsenz- und Distanzunterricht sinnvoll sein.

Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung © Bernd von Jutrczenka/dpa

5.25 Uhr: Neuer Höchstwert: 16.774 Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 16.774 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Donnerstagmorgen hervor. Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 14.964 Fällen. Am Donnerstag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter 11.287 Neuinfektionen gemeldet. Damit hatte der Wert erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland die Marke von 10.000 überschritten.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 481.013 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 29.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 89 auf insgesamt 10.272. Das RKI schätzt, dass rund 339.200 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Mittwoch bei 1,03 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Dienstag bei 1,17. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. 

Corona-Pandemie: Das passierte am Mittwoch

21.58 Uhr: Bislang mehr als 5000 Corona-Fälle bei Vereinten Nationen

Bei den Vereinten Nationen hat es seit Beginn der Pandemie weltweit bislang mehr als 5.000 Corona-Fälle gegeben. Mindestens 5.325 Infektionen mit dem Virus seien bislang verzeichnet worden, sagte ein UN-Sprecher am Mittwoch in New York. 64 Menschen im Dienst der UN seien bislang nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. In der Hauptverwaltung der UN in New York habe es bislang mindestens 130 Fälle gegeben. Die Vereinten Nationen haben weltweit mehrere Zehntausend Mitarbeiter, dazu kommen die Mitarbeiter und Beteiligten der Unterorganisationen.

21.02 Uhr: Virusängste beschleunigen die Börsen-Talfahrt

Der wichtigsten US-Standardwerte-Indizes Dow Jones Industrial und S&P 500 sind am Mittwoch weiter ins Rutschen gekommen. Dabei sackte der Dow auch wieder unter die Marke von 27 000 Punkten. Die technologielastigen Nasdaq-Börsen, die noch am Dienstag in einer Gegenbewegung zugelegt hatten, wurden ebenfalls vom Abwärtssog erfasst.
Die sich zuspitzende Corona-Krise sorgt unter den Anlegern für wachsende Ängste. Von einer Panik könne zwar noch keine Rede sein, aber die Nervosität steige deutlich, sagte etwa Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus Axi zu den Talfahrten der Märkte in Europa und den USA.

20.15 Uhr: Macron führt Ausgangsbeschränkungen wieder ein

Mit Ausgangsbeschränkungen im ganzen Land verschärft Frankreich seinen Kampf gegen die zweite Welle der Corona-Pandemie. Die Beschränkungen sollen von Freitag an gelten, kündigte Staatschef Emmanuel Macron am Mittwochabend in einer Fernsehansprache an.

19.34 Uhr: Positiver Corona-Test bei Görlitzer Bischof

Bischof Wolfgang Ipolt ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt gibt es vier Coronafälle in der Bischofsverwaltung, betroffen ist auch Ipolts Generalvikar Alfred Hoffmann, teilte das Bistum Görlitz am Mittwoch mit. Offenbar geht es den Infizierten aber ganz gut, denn das Bistum geht davon aus, dass Ipolt seinen Dienst nach der Quarantäne am Freitag dieser Woche wieder antritt. Bei Hoffmann dauert sie bis einschließlich Freitag.

19.02 Uhr: Dehoga Sachsen spricht von “Schock”

Der Dehoga Hotel- und Gaststättenverband Sachsen ist über die Beschlüsse Ministerpräsidentenkonferenz mit Angela Merkel bestürzt. Hauptgeschäftsführer Axel Klein spricht von einem „Schock“. Im Gegensatz zu ungeregelten Zusammenkünften in Privaträumen sei das Gastgewerbe nicht vordergründig für Infektionsketten verantwortlich, beruft sich der Dehoga-Chef des Landes auf Erkenntnisse des Robert-Koch-Instituts. In den Betrieben sei die Umsetzung der Corona-Regeln bestens gewährleistet, würden Gäste zu deren Einhaltung angehalten. „Jetzt werden sie unverschuldet in Mithaftung genommen für grobe Fahrlässigkeit einiger weniger“, schimpft der Regionalchef des Berufsverbandes, Interessenvertretung von knapp einem Drittel der rund 9.000 Gastgewerbebetriebe im Freistaat mit etwa 60.000 Beschäftigten.

Axel Klein
Axel Klein © Christian Juppe

18.30 Uhr: Merkel warnt vor "nationaler Gesundheitsnotlage"

Deutschland muss wegen der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine "akute nationale Gesundheitsnotlage" vermeiden. "Wir müssen handeln, und zwar jetzt", sagte die Kanzlerin am Mittwoch nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. "Die Kurve muss wieder abflachen." Man brauche jetzt im November eine befristete "nationale Kraftanstrengung", sagte Merkel und sprach von harten und belastenden Maßnahmen.

18.01 Uhr: Fast 25.000 Corona-Neuinfektionen in Italien

In Italien hat die Anzahl der binnen eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen fast die Marke von 25.000 erreicht. Wie die Behörden in Rom am Mittwoch mitteilten, wurden 24.991 neue Corona-Fälle registriert. In dem Land mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern starben in 24 Stunden zudem 205 Menschen mit oder an dem Virus. Erst am Sonntag war in Italien die Schwelle von 20.000 Neuinfektionen überschritten worden.
Seit Beginn der Pandemie im Februar gab es in dem Mittelmeerland nun fast 590.000 bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. Die Zahl der Corona-Toten stieg auf 37.905.

17.35 Uhr: Sächsischer Politiker kritisiert "Hammer-Lockdown"

Der sächsische FDP-Politiker Torsten Herbst hält die geplanten neuen Corona-Beschränkungen in Deutschland für völlig überzogen. "Im Vorfeld war viel von 'Soft Lockdown' und 'Shutdown light' die Rede - was jetzt beschlossen wurde, ist eher ein 'Hammer-Lockdown'", erklärte der Dresdner Bundestagsabgeordnete am Mittwoch.

Die Einschränkungen träfen Bürger und zahlreiche Unternehmen mit voller Wucht: "Es entsteht der Eindruck, als hätten Kanzlerin und Länderchefs nichts aus den Fehlern der Maßnahmen in der ersten Corona-Welle und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen gelernt. Man schießt weiter mit der Schrotflinte auf die Probleme, statt mit gezielten Maßnahmen vorzugehen."

17.12 Uhr: Corona-Krisengipfel beschließt massive Einschränkungen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder haben am Mittwoch in einer Video-Konferenz über schärfere Corona-Regeln beraten. Auf folgende Maßnahmen wurde sich am Nachmittag geeinigt:

  • Schulen und Kindergärten sollen weiter offen bleiben

  • Groß- und Einzelhandel bleiben offen -  nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter.

  • Gastronomiebetriebe sollen vom 2. November für den restlichen Monat geschlossen werden (Davon ausgenommen sein soll die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause, Kantinen sollen offen bleiben dürfen.)

  • Vorerst keine touristischen Übernachtungsangebote - Touristische Übernachtungsangebote im Inland sind im November verboten. Diese dürfen nur noch für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen gemacht werden.

  • Profisport nur noch ohne Zuschauer. Das gilt auch für die Fußballbundesliga.

  • Kontakte in Öffentlichkeit sollen drastisch beschränkt werden - Bund und Länder wollen angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen den gemeinsamen Aufenthalt in der Öffentlichkeit nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes mit maximal zehn Personen gestatten. Dies gelte verbindlich, Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen würden von den Ordnungsbehörden sanktioniert.

  • Freizeiteinrichtungen sollen weitgehend geschlossen werden - Bund und Länder wollen wegen der Corona-Krise Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, im November deutschlandweit weitgehend untersagen. So sollen Theater, Opern oder Konzerthäuser vom 2. November an bis Ende des Monats schließen.

  • Gottesdienste bleiben erlaubt - Allerdings müssten die Hygienekonzepte unbedingt eingehalten werden.

  • Firmen sollen Homeoffice ermöglichen - Bund und Länder fordern die Unternehmen angesichts hoher Corona-Infektionszahlen eindringlich auf, Heimarbeit zu ermöglichen - wo immer dies umsetzbar ist.

  • Corona-Nothilfen für Unternehmen - Der Bund plant milliardenschwere Nothilfen für Unternehmen, die von den vorübergehenden Schließungen zur Eindämmung des Coronavirus betroffen sind. Erstattet werden sollen Umsatzausfälle, die Finanzhilfe soll ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro haben.

Deutschlandweit sollen die Maßnahmen bereits vom 2. November (Montag) an und nicht wie ursprünglich in der Beschlussvorlage des Bundes vorgesehen vom 4. November an in Kraft treten.

Die Maßnahmen gelten nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ganz Deutschland. "Die Beschlüsse gelten bundesweit", sagte Merkel. Alle müssten sie durch Allgemeinverordnungen umsetzen. Thüringen werde noch das Parlament befassen. "Aber so, wie es hier steht, gilt es bundesweit." In den vergangenen Monaten waren die Bundesländer bei ihren Corona-Schutzmaßnahmen unterschiedlich vorgegangen. Immer wieder waren bundesweit einheitlichere Regeln gefordert worden.

16.50 Uhr: Tourismusmesse ITB im kommenden Jahr nur digital

Die Reisemesse ITB soll im kommenden Jahr aufgrund der Corona-Krise nur online durchgeführt werden. "Die ITB Berlin 2021 findet von Dienstag bis Freitag, 9. bis 12. März, ausschließlich für Fachbesucher und rein digital statt", teilten die Organisatoren am Mittwoch mit. "Wir haben ein Alternativkonzept entwickelt, mit dem wir als weltweit führende Reisemesse unseren Partnern und Kunden wieder eine verlässliche Plattform für globales Netzwerken, Business und Content bieten", hieß es.

15.45 Uhr: Reisewarnung für die ganze Türkei

Die Bundesregierung setzt die Reisewarnung für die ganze Türkei wegen der Corona-Pandemie zum 9. November wieder in Kraft. Die bisher bestehende Ausnahmeregelung für die Touristenregionen Aydin, Izmir, Muğla und Antalya am Mittelmeer würden nur noch bis zum 8. November gelten, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch in seinen Reisehinweisen für die Türkei im Internet mit.

14.35 Uhr: Scholz will Firmen bis zu 75 Prozent der Umsatzausfälle ersetzen

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will Firmen, die besonders von der Corona-Krise getroffen sind, große Teile ihres Umsatzausfalls ersetzen. Wie die "Bild"-Zeitung am Mittwoch berichtete, könnte bei kleinen Betrieben bis zu 75 Prozent, bei größeren bis zu 70 Prozent der Lücke gestopft werden. Vergleichsmaßstab sind die Umsätze des Vorjahresmonats. Scholz schlug die Maßnahme demnach bei einer Sitzung im Kanzleramt vor - es werde aber noch darüber beraten. Die Kosten bezifferte er auf sieben bis zehn Milliarden Euro für vier Wochen.

14.30 Uhr: Kabinett beschließt neue Regeln zu Corona-Verdienstausfällen

Für Verdienstausfälle in der Corona-Krise sollen teils neue Regeln kommen. So sollen Entschädigungsansprüche für Eltern bis März 2021 verlängert werden, wie das Bundeskabinett am Mittwoch beschloss. Diese sollen außerdem auch dann bestehen, wenn einzelne Kinder zu Hause betreut werden müssen, weil sie vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt sind. Bisher sind Entschädigungen möglich, wenn Schulen oder Kitas ganz geschlossen werden und keine andere Betreuung möglich ist. Eltern, die nicht zur Arbeit gehen, können 67 Prozent des Nettoeinkommens als Entschädigung vom Staat erhalten. Wann das Gesetz in Kraft treten soll, lesen Sie hier.

14.16 Uhr: Labor liefert falsch positive Corona-Testergebnisse

Ein Medizinlabor aus Augsburg hat nach Angaben des Bezirks Oberbayern mehrere Dutzend falsch positive Corona-Testergebnisse geliefert. Der Fehler sei im Isar-Amper-Klinikum in Taufkirchen (Vils) am Samstag aufgefallen, sagte Bezirkssprecherin Susanne Büllesbach am Mittwoch.
In der bezirkseigenen Klinik wurden demnach nach der Analyse durch das Labor in Schwaben an einem Tag 60 positive Tests registriert. Dies kam den Mitarbeitern des Krankenhauses merkwürdig vor. "Uns ist die schiere Menge an positiven Tests aufgefallen", sagte die Sprecherin. Eine Nachuntersuchung, die ebenfalls durch den Dienstleister aus Augsburg vorgenommen wurde, ergab, dass tatsächlich nur 2 der 60 Patienten sich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Demnach waren 58 Tests falsch.

13.50 Uhr: Lauterbach: "Große Gruppen im privaten Raum sind ein No-Go"

Die Menschen in Deutschland sollen sich wegen der starken Corona-Ausbreitung nach Ansicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach derzeit auch nicht mehr in großen Gruppen in Wohnungen treffen. "Große Gruppen im privaten Raum sind ein No-Go", sagte Lauterbach am Mittwoch. Natürlich gelte die "Unverletzlichkeit der Wohnung" nach Artikel 13 Grundgesetz. "Diese stellt niemand infrage - auch ich nicht", sagte Lauterbach. "Es muss aber auch klar sein: Jetzt ist nicht die Zeit, in größeren Gruppen zu feiern - nicht im Restaurant, nicht im Club und auch nicht in den Wohnungen."
Er sagte: "Die Rückverfolgungen werden dadurch unmöglich gemacht, und die Unterbrechung der zweiten Welle wird verhindert." Das Ziel sei klar: "Den exponentiellen Anstieg von Infizierten, Erkrankten und Toten bremsen." Der Weg dazu sei auch klar: "Wir alle müssen unsere Kontakte massiv reduzieren." Im Frühling habe das geklappt. "Alle haben mitgemacht. Das müssen wir wiederholen."

Karl Lauterbach (SPD)
Karl Lauterbach (SPD) © dpa

13.10 Uhr: Experten sprechen sich gegen Lockdown aus

Ärzte und Wissenschaftler haben sich gegen ein breites Herunterfahren des Alltagslebens zur Corona-Eindämmung ausgesprochen und werben für größere Bemühungen um Akzeptanz. "Eine pauschale Lockdown-Regelung ist weder zielführend noch umsetzbar", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am Mittwoch. Man könne nicht das ganze Land "Wochen und Monate in eine Art künstliches Koma" versetzen, auch angesichts bleibender Schäden für Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft. Nötig seien zielgerichtete Maßnahmen zur Eindämmung. Essentiell für ein Gelingen sei die Kooperation der Bevölkerung etwa bei Regeln zu Abstand und Masken.

Gassen sagte, es sei falsch, "nur mit düsterer Miene apokalyptische Bedrohungsszenarien aufzuzeichnen". Die Kunst sei aber, keinesfalls zu verharmlosen. Um die Bevölkerung zur Mitarbeit anzuhalten, sollte man "auf Gebote setzen und nicht überwiegend auf Verbote". In einem Positionspapier, das nach KBV-Angaben mehrere weitere Ärzteverbände unterstützen, wird auch ein bundeseinheitliches Ampelsystem für eine transparente Darstellung des Infektionsgeschehens angeregt. Sie sollte nicht nur auf der Zahl der Corona-Neuinfektionen beruhen.

12.47 Uhr: IHK Dresden sieht Gastro-Branche in Gefahr

Die Industrie- und Handelskammer Dresden (IHK) sieht im Falle eines neuen Lockdowns Tausende Gastronomiebetriebe in ihrer Existenz bedroht. "Der jüngste Anstieg der Infektionszahlen ist zweifelsohne besorgniserregend, weshalb weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Pandemiegeschehens unumgänglich sind. Diese müssen aber auch geeignet und zielgerichtet sein", erklärte IHK- Hauptgeschäftsführer Detlef Hamann am Mittwoch in Dresden. Eine zweite, länger anhaltende Schließung der Gastronomie gehöre aber nicht dazu.

Hamann zufolge ist ein solcher Schritt doppelt gefährlich. Zum einen für die rund 6200 Mitgliedsbetriebe aus der Gastronomie im Bereich der IHK Dresden, die schon seit Wochen und Monaten um ihren Fortbestand kämpfen. "Gefährlich aber auch, weil eine Schließung die Gefahr birgt, mehr Menschen aus den Restaurants ins nachweislich unsichere, private Umfeld zu verdrängen, und so neue Infektionsherde entstehen zu lassen."

11.58 Uhr: Hacker greifen Webseite des Robert Koch-Instituts an 

Cyberkriminelle haben am vergangenen Donnerstag die Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) zeitweise lahmgelegt. Der Angriff sei morgens zwischen 8.00 und 10.00 Uhr erfolgt, sagte ein Sprecher des Informationstechnikzentrums Bund (ITZBund). Es habe sich um einem sogenannten DDOS-Angriff (Distributed Denial of Service) gehandelt.

Mehr dazu hier: Hacker-Angriff aufs RKI

11.51 Uhr: Kretschmer: Umsatzausfall der Unternehmen bei Lockdown ersetzen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat im Fall eines Lockdowns Unterstützung für die Wirtschaft verlangt. "Zentral ist: Der Umsatzausfall einer vierwöchigen Schließung muss den Unternehmern ersetzt werden", twitterte der CDU-Politiker am Mittwoch.

11.23 Uhr: Polen verzeichnet mehr als 18.000 Corona-Neuinfektionen 

In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals die Marke von 18.000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 18.820 neue Fälle hinzu, die meisten davon (rund 2800) in der Region Großpolen im Westen das Landes. Das teilte das polnische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Im gleichen Zeitraum starben 236 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus.

Der bisherige Rekordwert war mit 16.300 Fällen erst am Dienstag erreicht worden. Seit Beginn der Pandemie gab es in Polen 4.851 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner. Polen wird von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestuft. 

11.02 Uhr: Kretschmer bittet um Unterstützung der Gesundheitsämter 

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hat die Bediensteten des Freistaates angesichts stark steigender Corona-Infektionen um Unterstützung der Gesundheitsämter gebeten. Dieses Vorhaben hatte Kretschmer bereits am Montag gegenüber Sächsische.de angekündigt. 

Für die Kontaktnachverfolgung werde das dringend benötigt, schrieb er am Mittwoch in einem Brief an die Landesdiener. Nach Rücksprache mit ihren Vorgesetzten könnten sie sich im Beteiligungsportal des Landes anmelden. Die Kolleginnen und Kollegen in den Gesundheitsämtern der Landkreise und kreisfreien Städte seien an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt.

"Bereits im Frühjahr ist es uns gemeinsam gelungen, die Ausbreitung des Virus zurückzudrängen. Wir wissen also genau, was zu tun ist, damit uns dies erneut gelingt. Es kommt auf jede und jeden Einzelnen an", betonte Kretschmer. Die Regierung sei fest entschlossen, die Infektionsdynamik unter Kontrolle zu behalten, um die Gesundheit der Bevölkerung zu sichern und einen zweiten Lockdown mit umfassenden Beschränkungen für das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben zu vermeiden.

10.11 Uhr: Viele Menschen meiden Busse und Bahnen 

Die Corona-Pandemie hat die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen in Deutschland drastisch einbrechen lassen. Von April bis Juni waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Mittwoch drei Viertel weniger Personen im Fernverkehr unterwegs als im Vorjahreszeitraum. Der Bahn-Fernverkehr brach um 71 Prozent ein, der Linienverkehr mit Fernbussen kam mit einem Minus von 96 Prozent fast zum Erliegen.

Den Eisenbahn-Nahverkehr nutzten nach vorläufigen Ergebnissen 59 Prozent weniger Menschen. Vorläufige Zahlen zeigen für den Liniennahverkehr mit Bussen mindestens ein Minus von 36 Prozent und für Straßenbahnen von mindestens 41 Prozent. Es sei davon auszugehen, dass die Zahlen die tatsächliche Situation nicht vollständig abbildeten - unter anderem, weil viele Pendler Zeitkarten besitzen, deren tatsächliche Nutzung unklar sei, erklärte das Bundesamt in Wiesbaden.

9.48 Uhr: Erneut mehr als 15.000 Corona-Neuinfektionen in Tschechien 

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hat in Tschechien nach vier Tagen wieder einen Rekordwert erreicht. Innerhalb von 24 Stunden kamen 15.663 neue Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium in Prag am Mittwoch bekanntgab. Seit Beginn der Pandemie wurden damit insgesamt 284.033 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 und 2.547 Todesfälle registriert. Der EU-Mitgliedstaat hat knapp 10,7 Millionen Einwohner. Gemessen an der Einwohnerzahl zählt Tschechien neben Belgien zu den von der Pandemie am schwersten betroffenen Ländern.

Die Regierung unter dem Ministerpräsidenten und Multimilliardär Andrej Babis hat strikte Anti-Corona-Maßnahmen getroffen, um die Infektionskurve abzuflachen. Erstmals gilt eine nächtliche Ausgangssperre in der Zeit von 21.00 bis 4.59 Uhr. In Prag wird der öffentliche Nahverkehr entsprechend eingeschränkt. Die Menschen sind angehalten, auch tagsüber weitgehend zu Hause zu bleiben. Firmen und Behörden sollen nach dem Wunsch der Regierung ihren Mitarbeitern, wenn möglich, Arbeit im Homeoffice anbieten. 

Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis. Erstmals gilt in Tschechien eine nächtliche Ausgangssperre.
Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis. Erstmals gilt in Tschechien eine nächtliche Ausgangssperre. © Kenzo Tribouillard/AFP Pool/AP/dpa

9.06 Uhr: Altmaier will Soloselbstständigen in der Kultur helfen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat weitere Finanzhilfen für Soloselbstständige im Kulturbereich in Aussicht gestellt. "Wir werden in den nächsten Wochen ganz intensiv auch über dieses Thema reden", sagte er am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin. Eine Pleitewelle und eine tiefgreifende Veränderung der Kulturlandschaft infolge der Corona-Pandemie solle verhindert werden. "Die Kultur gehört zur Identität unseres Landes", so Altmaier.

Die Soforthilfen im Frühjahr über bis zu 15.000 Euro seien auch für Soloselbstständige verfügbar gemacht worden, sagte Altmaier. Der Minister räumte aber ein, dass diese Hilfe für Kosten vorgesehen gewesen seien - also für Soloselbstständige, die ein Büro besäßen oder Geräte gemietet hätten, weniger für jemanden, "der zu Hause in seinem Kleiderschrank oder Wohnzimmerschrank die Trompete aufbewahrt hat".

Soloselbstständige hätten zudem die Möglichkeit, Grundsicherung zu beantragen. "Das schreckt aber viele ab, weil sie glauben, dass das ein Schritt ist, den man ihnen nicht zumuten kann", sagte Altmaier. "Deshalb reden wir über zumutbare Alternativen." 

8.40 Uhr: RKI meldet 14.964 neue Corona-Fälle

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Mittwochmorgen 14.964 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet - das ist ein Rekord seit Beginn der Pandemie. Die Werte sind mit denen aus dem Frühjahr allerdings nur bedingt vergleichbar, da inzwischen deutlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden. Am Mittwoch vor einer Woche hatte die Zahl bei 7.595 gelegen. Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland verzeichnet worden.

Die Gesamtzahl der Corona-Fälle in Deutschland lag am Mittwochmorgen bei 464.239, die Zahl der Todesfälle bei 10.183 (85 mehr als am Vortag). Die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen lag bundesweit bei 93,6. In der Woche zuvor (21.10.) hatte das RKI eine Inzidenz von 51,5 Fällen gemeldet. Nach RKI-Angaben haben rund 70 Prozent der Kreise eine Inzidenz von über 50.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 1,17 (Vortag: 1,37). Das bedeutet, dass 10 Infizierte knapp 12 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. 

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Dienstag bei 1,21. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. 

7.45 Uhr: Dresdner Gastronomen zwischen Sorge und Hoffnung

Mit den neuen Corona-Einschränkungen fürchten Dresdner Gastronomen, den Winter nicht zu überstehen. Ein Sorgenbericht mit Aufruf zur Hoffnung: "Jetzt regiert wieder die Angst" (SZ+)

Ute Stöhr hat im Dresdner "Schießhaus" Plexiglaswände zwischen den Sitzplätzen aufgestellt. Das Infektionsrisiko sei bei ihr niedrig.
Ute Stöhr hat im Dresdner "Schießhaus" Plexiglaswände zwischen den Sitzplätzen aufgestellt. Das Infektionsrisiko sei bei ihr niedrig. © Sven Ellger

6.10 Uhr: Hilfsbereitschaft in Corona-Zeiten: Befragung zeigt positiven Trend 

Auch wenn Einzelne im Supermarkt um Toilettenpapier rangeln und auf der Straße über die Sinnhaftigkeit der Maskenpflicht gestritten wird: Insgesamt hat sich das soziale Miteinander in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie eher verbessert. Das zeigen die Ergebnisse einer anonymen Online-Befragung des Basel Institut of Commons and Economics. Die Forscher um den Soziologen Alexander Dill hatten die Teilnehmer der Befragung zwischen Mai und September dieses Jahres aufgerufen, auf einer Skala von 1 (niedrig) bis 10 (sehr hoch) anzukreuzen, wie sie etwa die Hilfsbereitschaft oder die Gastfreundschaft der Menschen in ihrer Umgebung beurteilen.

Das soziale Klima wurde demnach mit 7,1 Punkten besser bewertet als im Vorjahr (6,7). Auch die von den Befragten im Alltag erlebte Hilfsbereitschaft nahm zu: von 7 in 2019 auf diesmal 7,3 Punkte. 

Mehr dazu lesen Sie hier: Mehr Hilfsbereitschaft in Corona-Zeiten

5.49 Uhr: Klare Mehrheit der Deutschen zufrieden mit Corona-Krisenmanagement 

Eine klare Mehrheit der Deutschen ist weiterhin zufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur bewerteten 57 Prozent das Regierungshandeln eher positiv. Nur 36 Prozent sagten dagegen, sie seien eher unzufrieden. Sieben Prozent machten keine Angaben.

Allerdings ist die Unterstützung für das Krisenmanagement inzwischen geringer als noch Anfang April während der ersten Corona-Welle, als drastische Einschränkungen des öffentlichen Lebens verordnet wurden. Damals sagten 67 Prozent, sie seien eher zufrieden, und nur 28 Prozent zeigten sich eher unzufrieden.

5.30 Uhr: Auf Bürger kommen massive Einschränkungen im Alltag zu

Mit drastischen Kontaktbeschränkungen will der Bund im November die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen. Unter anderem sollen Gastronomiebetriebe wie Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen geschlossen und touristische Übernachtungsangebote im Inland verboten werden, wie aus einem Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder hervorgeht. Außerdem will der Bund Veranstaltungen untersagen, die der Unterhaltung dienen. Schulen, Kindergärten und den Einzelhandel will der Bund aber offen halten. Ziel ist, dass die Menschen in Deutschland mit Familie und Freunden Weihnachten feiern können. 

Mehr dazu hier: Corona-Maßnahmen: Was der Bund plant

Corona-Pandemie: Das passierte am Dienstag

22.01 Uhr: Spanien meldet höchste Zahl an Corona-Toten seit Monaten

In Spanien sind innerhalb eines Tages so viele Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus erfasst worden wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Binnen 24 Stunden seien aus den Regionen insgesamt 267 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstagabend in Madrid mit. Die höchste Werte waren in Spanien Ende März und Anfang April mit zum Teil deutlich mehr als 900 Toten innerhalb eines Tages registriert worden.
Die Gesamtzahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 belief sich auf 35.298. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte unterdessen um 18.418 auf gut 1,1 Millionen.

21.50 Uhr: Bushido mit Coronavirus infiziert

Rapper Bushido hat sich mit dem Coronavirus infiziert. "Auch wenn ich alle Vorgaben sehr ernst genommen habe, habe ich heute einen positiven Corona-Test erhalten", teilte der 42-Jährige am Dienstag auf Instagram mit. Er habe Symptome, schrieb er in einer Story auf seinem Account. "Nehmt die Sache ernst und achtet auf eure Mitmenschen", so der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi heißt und weiter: "Ich konnte euch Aluhüte noch nie verstehen." Damit verwies er wohl auf jene, die die Gefahren des Virus abstreiten und Verschwörungstheorien darüber verbreiten.

21.20 Uhr:  Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Italien

Bei Protesten gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Italien hat es gewalttätige Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. Die Zahl der Neuinfektionen erreichte unterdessen einen neuen Höchststand - innerhalb eines Tages wurden fast 22.000 Fälle gemeldet.

In Rom gerieten am Dienstagabend auf der zentralen Piazza del Popolo mehrere Hundert Menschen - darunter Anhänger der neo-faschistischen Partei Forza Nuova - mit der Polizei aneinander. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, zündeten Demonstranten Mülleimer an und beschädigten geparkte Fahrräder und Motorroller, die Polizei setzte Wasserwerfer ein.
Nach Ausschreitungen in Mailand und Turin in der Nacht zum Dienstag wurden mindestens sechs Menschen festgenommen, wie Ansa meldete. Dutzende wurden Polizeiangaben zufolge abgeführt.

Bei Protesten gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat es in Rom gewalttätige Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben.
Bei Protesten gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat es in Rom gewalttätige Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. © AP

20.52 Uhr: Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt mit Coronavirus infiziert

Die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie fühle sich gut und habe keine Symptome, teilte die 58-Jährige am Dienstag bei Twitter mit. Sie werde aus der Distanz weiter arbeiten. Der Großraum der mexikanischen Hauptstadt ist mit 22 Millionen Einwohnern einer der bevölkerungsreichsten der Welt.
Das nordamerikanische Land hat bisher weltweit die viertmeisten Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Mehr als 89.000 Menschen starben nach offiziellen Zahlen.

20.34 Uhr: New Yorker sollten über Feiertage nicht verreisen

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hat die Bewohner der Millionenmetropole aufgefordert, wegen der Coronavirus-Pandemie über die in den kommenden Monaten anstehenden Feiertage nicht zu verreisen. "Wir haben eine echte Bedrohung einer zweiten Welle hier in New York und wir kämpfen dagegen, aber wir dürfen das nicht auf die leichte Schulter nehmen", sagte der demokratische Politiker am Dienstag bei einer Pressekonferenz. "Ich hasse es, das sagen zu müssen, aber ich rufe alle New Yorker auf, den Bundesstaat über die Feiertage nicht zu verlassen."

20.01 Uhr: Lettland verhängt weitere Corona-Einschränkungen

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen verhängt Lettland weitere Einschränkungen für die Bevölkerung. Die Regierung in Riga setzte am Dienstag die erlaubte Teilnehmerzahl bei privaten Feiern auf zehn Personen herab. Bei öffentlichen Veranstaltungen dürfen sich in dem baltischen EU-Land künftig nicht mehr als 300 Personen zusammenfinden. Beide Regeln gelten vom 30. Oktober an für den Innen- und Außenbereich. Die Regierung beschloss zudem, den Lehrbetrieb für die Klassen 7 bis 12 für zwei weitere Wochen bis zum 15. November auf Fernunterricht umgestellt zu lassen. An Hochschulen gilt dies bis zum Jahresende.

19.38 Uhr: Auch Linke sagt ihren Parteitag ab

Nach der CDU
hat auch die Linke ihren Parteitag zur Wahl einer neuen Parteispitze abgesagt. Der Parteivorstand beschloss am Dienstag, dass das schon einmal von Juni auf Ende dieses Monats verschobene Treffen erneut nicht stattfinden kann. "Die weiter ansteigenden Corona-Infektionszahlen machen diesen Schritt leider unausweichlich", teilte die Partei mit. Eigentlich sollte bei einem verkürzten Parteitag an diesem Freitag in Erfurt über die Nachfolge der Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger entschieden werden. Beide sind seit acht Jahren im Amt. Es würden nun alternative Möglichkeiten für einen Parteitag mit Wahlen geprüft, hieß es weiter. Der Parteivorstand am 7. und 8. November darüber beraten. Diskutiert wird nach Informationen der "Rheinischen Post" über eine Verschiebung des Parteitags ins nächste Jahr, über eine dezentrale Veranstaltung an verschiedenen Standorten möglichst noch in diesem Jahr oder einen baldigen digitalen Parteitag mit anschließender Briefwahl, die zwei bis drei Monate dauern könnte.

19.22 Uhr: Dynamos Heimspiel vor 999 Zuschauern

Der Verein passt sein Hygienekonzept wegen der steigenden Infektionszahlen an und vermeidet eine Geisterkulisse. Wie schon zum Ost-Duell gegen Magdeburg dürfen auch am Samstag zur Partie gegen Meppen maximal 999 Zuschauer ins Rudolf-Harbig-Stadion.

Wie zum Ost-Duell gegen Magdeburg dürfen auch am Samstag zur Partie gegen Meppen maximal 999 Zuschauer ins Rudolf-Harbig-Stadion.
Wie zum Ost-Duell gegen Magdeburg dürfen auch am Samstag zur Partie gegen Meppen maximal 999 Zuschauer ins Rudolf-Harbig-Stadion. ©  dpa/Robert Michael

19.10 Uhr: "Lockdown" oder nicht - worüber Merkel und die Länder jetzt beraten

Kommt es wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen nun doch wieder zum flächendeckenden Stillstand in Deutschland wie im Frühjahr? An diesem Mittwoch schalten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder erneut zusammen und beraten über das weitere Vorgehen.

Diskutiert wurde vor den Beratungen zumindest über ein vorübergehendes Herunterfahren des öffentlichen Lebens in Deutschland - allerdings anders als im Frühjahr mit mehr Ausnahmen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sprach am Dienstag von einem möglichen "temporären, zeitlich begrenzten Block" von "drei, möglicherweise vier Wochen". SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach plädierte für einen "Wellenbrecher-Shutdown" und schlug eine zweiwöchige bundesweite Schließung von Restaurants, Bars, Kneipen, Kulturstätten, Fitnessstudios und Vereinen bei Offenhaltung von Schulen, Kitas und "essenziellen Geschäften" vor. Hier gibt es die Übersicht zu wichtigen Fragen, die am Mittwoch Thema sind.

18.45 Uhr: Ex-Präsident Obama attackiert erneut Nachfolger Trump

Eine Woche vor der US-Wahl hat Ex-Präsident Barack Obama seinem Nachfolger Donald Trump im Kampf gegen die Corona-Pandemie erneut Versagen vorgeworfen. "Er hat es vermasselt", sagte der Demokrat am Dienstag bei einem Wahlkampfauftritt in der Stadt Orlando im umkämpften US-Bundesstaat Florida. "Wir sind das größte, wohlhabendste, mächtigste Land der Welt und wir können das irgendwie nicht in den Griff bekommen, weil unsere Regierung ihren Job nicht gemacht hat", sagte Obama. 

Effektiveres Handeln der Regierung hätte Tausende Menschenleben retten können, sagte er. Präsident Trump habe die Pandemie "ignoriert" und weigere sich, dafür Verantwortung zu übernehmen, sagte Obama. "Aber wissen Sie was, so funktioniert der Job nicht. Sie müssen rund um die Uhr verantwortlich sein", sagte er. "Den ganzen Tag Fernsehschauen und Sachen erfinden, löst keine Probleme", sagte Obama mit Blick auf den Republikaner Trump. Erst kürzlich hatte Obama seinen Vorgänger scharf kritisiert.

Barack Obama hat wiederholt seinen Nachfolger für dessen Corona-Management kritisiert.
Barack Obama hat wiederholt seinen Nachfolger für dessen Corona-Management kritisiert. © dpa/Matt Slocum

18.12 Uhr: Hope-Konzert in Dresdner Kreuzkirche abgesagt

Noch bis zuletzt wurde gehofft und gebangt, doch der derzeitige Anstieg der Corona-Zahlen im Land und speziell in Dresden ließ am Ende keine andere Entscheidung zu: Das für Freitag in der Kreuzkirche geplante Hope-Jubiläumskonzert muss abgesagt werden, wie Initiatorin Viola Klein am Dienstag bestätigte.

17.48 Uhr: Altenberger wundern sich über viele Tschechen in Supermärkten

Wegen ihrer steil steigenden Corona-Zahlen hatte die tschechische Regierung vorerst bis zum 3. November den Notstand ausgerufen. Seit dem 22. Oktober können keine Touristen mehr nach Tschechien reisen, und im Land haben nur noch Geschäfte zur Grundversorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und Drogerieartikeln geöffnet.

Zu den neuesten Beschränkungen gehört ein Ausgangsverbot ab 21 bis 5 Uhr. Ohnehin sind außerhalb der Wohnung neben den nötigen Wegen zur Arbeit und zur Familie nur Spaziergänge und Sport im Freien erlaubt - ein Lockdown also, wie ihn die Deutschen ähnlich im März erlebten. Und vor dem sie nun Angst haben. Vor diesem Hintergrund wundern sich die Altenberger über die vielen Tschechen in ihren Supermärkten.

17.32 Uhr: Strengste Besucherregeln im Fachkrankenhaus Coswig

Wer derzeit einen Angehörigen im Krankenhaus besuchen will, hat inzwischen ohnehin mitbekommen, dass die Regeln verschärft worden sind. Doch es gibt noch Unterschiede zwischen den Krankenhäusern - etwa zwischen dem Fachkrankenhaus Coswig, zuständig für Lungenkrankheiten und den Elblandkliniken, welche Krankenhäuser in Radebeul, Meißen und Riesa betreiben.

17.15 Uhr: Hygienekonzept des Dresdner Augustusmarktes genehmigt

Der Augustusmarkt ist Dresdens zweitgrößter Weihnachtsmarkt und der einzige große Markt auf der Neustädter Elbseite.  Wie der Veranstalter nun mitteilt, wurde das Hygienekonzept des Augustusmarktes auf der Hauptstraße genehmigt. Damit hat der Weihnachtsmarkt eine entscheidende Hürde zur Durchführung genommen. Eckpunkte der Hygienemaßnahmen sind die Einfriedung des Areals, Einlasskontrollen, die Kontaktnachverfolgung und eine moderate Entzerrung der Marktpagoden. Dafür kann das Marktgelände um den kompletten Neustädter Markt erweitert werden.

Der Weihnachtsmarkt auf der Hauptstrasse in der Neustadt.
Der Weihnachtsmarkt auf der Hauptstrasse in der Neustadt. © Ronald Bonß

16.51 Uhr: Gericht kippt Beherbergungsverbot in Sachsen-Anhalt

Das Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt hat das seit Juni geltende Beherbergungsverbot vorläufig außer Vollzug gesetzt. Der Antragsteller, ein Inhaber und Betreiber von Ferienwohnungen in Naumburg, hatte formal-rechtliche Bedenken geltend gemacht und hielt die Verbotsregelung für "weder geeignet noch erforderlich, um das Ziel der Eindämmung der Corona-Pandemie zu erreichen", wie das Gericht am Montag in Magdeburg mitteilte. Sein Antrag hatte vor Gericht Erfolg.

Nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts spricht derzeit Überwiegendes dafür, dass das Beherbergungsverbot rechtswidrig ist. Wegen der damit einhergehenden Verletzung des Antragstellers in seinem Grundrecht auf Berufsausübungsfreiheit werde das Verbot für unwirksam zu erklären sein, heißt es. Der mit dem Beherbergungsverbot verbundene Eingriff in die Berufsausübungsfreiheit genüge voraussichtlich nicht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.

16.21 Uhr: Christmette im Vatikan online

Die Weihnachtsfeierlichkeiten mit dem Papst werden nach Angaben eines Diplomaten wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr in privatem Rahmen stattfinden und online ausgestrahlt. Der Geistliche Botschaftsrat der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl, Monsignore Oliver Lahl, sagte am Dienstag, dazu habe es eine entsprechende Verbalnote des Vatikans gegeben.
Demnach waren die Feierlichkeiten mit Papst Franziskus wegen der Pandemie ohne Anwesenheit diplomatischer Vertreter geplant. Eine Bestätigung durch den Vatikan stand dazu zunächst aus. An der traditionell am 24. Dezember abgehaltenen Christmette im Petersdom nehmen normalerweise vom Vatikan akkreditierte Diplomaten und ausgewählte Mitglieder der Öffentlichkeit teil.

15.50 Uhr: Krisengespräch in Dresden - Schulen sollen offen bleiben

Sachsens Regierung hat sich am Dienstag angesichts stark steigender Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen erneut mit den kommunalen Spitzenverbänden getroffen.  Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) betonte, dass Schulen und Kindergärten offen bleiben müssen. Am Montag soll der Regelbetrieb wieder starten. Zugleich schloss Kretschmer am Vorabend der Video- Konferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weitere Beschränkungen nicht aus. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) kündigte eine neue Corona-Verordnung nach der Beratung der Länderchefs mit Merkel an. "Ich wünsche mir, dass wir zu einer Lösung kommen, ich sehe sie auch", sagte der Regierungschef. Dabei rechnet er mit weiteren Einschnitten.

In Sachsen sind binnen eines Tages 330 neue Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Dienstag stieg die Gesamtzahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie damit auf 14.169. 283 Menschen starben an oder mit einer Covid-19-Erkrankung, das sind vier Todesfälle mehr als am Vortag. Derzeit würden 595 Infizierte im Krankenhaus behandelt, 128 davon auf der Intensivstation. Den größten Zuwachs an Neuinfektionen innerhalb eines Tages gab es im Erzgebirgskreis (55), gefolgt von Leipzig (51) und dem Vogtlandkreis (50).

15.30 Uhr: AfD hält neue Corona-Einschränkungen für nutzlos

Die AfD-Bundestagsfraktion will sich mit aller Kraft gegen einen Lockdown zur Eindämmung des Coronavirus stemmen. Das kündigte ihr Vorsitzender Alexander Gauland am Dienstag an - einen Tag vor geplanten Beratungen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten. "Der immense Schaden steht in keinem Verhältnis zum nicht nachweisbaren Nutzen", sagte Gauland.
Die Verantwortlichen versuchten ihre Hilflosigkeit angesichts von "saisonbedingt steigenden Fallzahlen" mit "immer drastischeren Forderungen" zu kaschieren, kritisierte der 79-Jährige. Dies sei nichts weiter als ein "gefährlicher Aktionismus", der großen wirtschaftlichen Schaden anrichten würde.

14.50 Uhr: Neue Obergrenzen für Veranstaltungen in Berlin

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen gelten in Berlin bald niedrigere Obergrenzen für Veranstaltungen. Drinnen dürfen dann nur noch maximal 300 Menschen zu Tagungen, Messen oder Sportveranstaltungen zusammenkommen statt bisher 1.000, draußen nur noch 500 statt bisher 5.000 Menschen. Darauf verständigte sich der Senat am Dienstag

14.27 Uhr: Am 11.11. Alkoholverbot in Köln

Am 11.11. soll es in Köln ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum geben. Die Corona-Pandemie mache das unumgänglich, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) am Dienstag. "Deswegen werden wir neben den bereits bestehenden Kontaktbeschränkungen und Sperrzeiten zusätzlich am 11.11. ganztägig und auf dem gesamten Stadtgebiet ein Alkoholkonsumverbot und ein Alkoholverkaufsverbot außerhalb von Gaststätten erlassen", sagte Reker. Der traditionelle Karnevalsauftakt müsse in diesem Jahr aufgrund der Pandemie leider ausfallen.

Jecken feiern 2019 den Auftakt der Karnevalssession. In diesem Jahr fällt der traditionelle Karnevalsauftakt aus.
Jecken feiern 2019 den Auftakt der Karnevalssession. In diesem Jahr fällt der traditionelle Karnevalsauftakt aus. © dpa

14.04 Uhr: Berliner Senat verlängert Sperrstunde

Die umstrittene Sperrstunde zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Berlin wird um zunächst zwei Wochen bis zum 14. November verlängert. Das kündige Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Dienstag am Rande einer Senatssitzung an. Der rot-rot-grüne Senat sei fest davon überzeugt, dass die nächtliche Sperrstunde nebst Alkoholverbot ein richtiges Instrument in der Corona-Krise sei. Es sei solange notwendig, solange die Infektionszahlen sehr hoch seien. Man gehe zudem davon aus, dass sich die Sperrstunde bundesweit durchsetzen werde. Sie gilt in Berlin seit gut zwei Wochen in der Zeit von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr.

13.44 Uhr: Länder erwägen stufenweisen Lockdown

Ein Teil der Landesregierungen erwägt einen schrittweisen Lockdown. In einem Entwurf für einen Beschlussvorschlag für das Bund-Länder-Treffen am Mitwoch, der in den SPD-geführten Ländern plus Thüringen diskutiert wird, ist von einem "schrittweisen Herunterfahren des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens" die Rede. Dies könne notwendig werden, wenn alle anderen Maßnahmen nicht reichten, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, zitiert der Spiegel aus dem Papier. Der Plan unterscheidet sich damit nicht grundsätzlich von den derzeitigen Verhältnissen. Die sehen vor, dass bei weiterer Zunahme der Infektionsfälle oberhalb bestimmter Schwellen die Schutzmaßnahmen verschärft werden.

Der Entwurf sieht vor, dass demnächst in Privatwohnungen nur Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen dürfen oder maximal zwei haushalt-ferne Personen hinzukommen dürfen. Bei familiären Anlässen wie Beerdigungen, Hochzeiten, Taufen und ähnlichem sollen maximal 15 Teilnehmer zugelassen sein. Das Ziel: Die Lage bis Weihnachten so entspannen, dass dann wieder mehr Menschen zusammenkommen können.

Sollte das nicht reichen, skizziert der Entwurf ein schrittweises weiteres Herunterfahren des öffentlichen Lebens im Land, darunter

  • Halbierung der geltenden Höchstgrenzen für Veranstaltungen, dann weitere Reduzierungen
  • Schließung der Theater, Museen, Messen und Veranstaltungen
  • Hochschulunterricht in der Regel digital
  • Über die Sperrstunden hinausgehende Einschränkungen der Gastronomie; im Extremfall könnte nur noch Außer-Haus-Verkauf erlaubt werden.
  • Aussetzen des Vereinssports
  • Schließung von Betrieben mit körpernahen Dienstleistungen wie Massage oder Friseure
  • Schließung von Fitnessstudios, Schwimmbädern und Saunen
  • Schließung gewerblicher Unterkünfte, um Reisen auf ein möglichst geringes Maß zu reduzieren
  • Schließung des Einzelhandels für nicht notwendige Güter des täglichen Bedarfs

13.35 Uhr: Neuer Höchststand bei Corona-Toten im Iran

Der Iran hat am Dienstag so viele Corona-Tote gemeldet wie noch nie zuvor. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben binnen 24 Stunden 346 Covid-19-Patienten. Im gleichen Zeitraum wurden fast 7.000 Neuinfektionen registriert, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen. Damit liegt die Gesamtzahl der Corona-Toten seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar im Iran bei 33.299, die der Infizierten bei 581.824.

13.15 Uhr: Chef der Jazztage Dresden wehrt sich gegen Kritik an Hygienekonzept

Die Umsetzung des Hygienekonzepts der Jazztage Dresden mit Besuchergruppen ohne Abstand oder Maske sorgte zuletzt für Diskussionen - nun haben die Veranstalter die Kritik zurückgewiesen. "Wir haben uns eins zu eins an das von der Stadt genehmigte Hygienekonzept gehalten", sagte der Intendant des Festivals, Kilian Forster, auf Anfrage am Dienstag.

Bei einem Konzert am Sonntagabend hatten einander fremde Besucher ohne Abstand und Maske in Zehnergruppen beisammengesessen. "In den freiwilligen Infektionsgruppen saßen Besucher, die sich zuvor bereiterklärt hatten, neben anderen Personen zu sitzen", erläuterte Forster. Dies sei der Stadt auch so vorgestellt worden. "Wir haben an die Eigenverantwortung der Besucher plädiert, schließlich ist Kultur auch seelische Nahrung." Zudem sei ein Bereich eingerichtet worden, in dem die Abstände beachtet worden und das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht gewesen sei.

Die Stadt Dresden betonte am Dienstag, dass in dem Hygienekonzept die Bildung von Infektionsgemeinschaften aus Hausständen genehmigt worden sei. Das Gesundheitsamt forderte den Veranstalter auf, unverzüglich sein Vorgehen zu ändern. "Insgesamt ist es sehr bedauerlich, dass das Vorgehen eines Veranstalters eine ganze Branche in die Kritik bringt und damit die sehr guten und durchdachten Hygienekonzepte der Kulturbranche in Frage stellt", hieß es in einer Stellungnahme. Mehr dazu: So war der Ganser-Auftritt (SZ+)

13.00 Uhr: Auch Leipzig erreicht kritischen Wert

Nach einem starken Anstieg der Corona-Infektionen binnen weniger Tage verschärft nun auch die Stadt Leipzig die Maßnahmen zu Eindämmung der Pandemie. Über das vergangene Wochenende habe das Gesundheitsamt 128 neue Infektionen registriert, teilte die Stadt am Dienstag mit. Dadurch stieg der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche auf 35,1. Grund für die steigenden Zahlen in Leipzig sind demnach vor allem Infektionen in vier Altenpflegeheimen und zwei Asylunterkünften.

Zu den Maßnahmen zählen unter anderem eine Sperrstunde in der Gastronomie zwischen 23.00 Uhr und 05.00 Uhr, eine Kontaktverfolgung der Gäste in Gaststätten und Restaurants sowie eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Bei privaten Feiern sind nur noch maximal 25 Gäste erlaubt, Veranstaltungen unter freiem Himmel sind nur noch mit höchstens 250 Besuchern möglich, in geschlossenen Räumen gilt grundsätzlich eine Obergrenze von 150 Personen.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) appellierte an Bewohner, die Schutzmaßnahmen ernst zu nehmen, um sich selbst und besonders gefährdete Menschen vor einer Ansteckung zu schützen. "Schulen und Kitas müssen so lange wie möglich geöffnet bleiben, die Wirtschaft muss weiter laufen können."

12.14 Uhr: Keine belegten Infektionen durch angebliche Superspreaderin 

Einer 26 Jahre alten Frau, die im Verdacht stand, in Bayern vielleicht Dutzende Menschen mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, können keine Infektionen nachgewiesen werden. Das Landratsamt in Garmisch-Partenkirchen hat nach Angaben eines Sprechers jedenfalls keine Kontaktpersonen ermitteln können, die durch die positiv getestete Frau infiziert worden sind. Die Hintergründe gibt es hier: "Superspreaderin" fälschlich beschuldigt

11.28 Uhr: Polen erstmals mit mehr als 16.000 Neuinfektionen 

In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals die Marke von 16.000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 16.300 neue Fälle hinzu, die meisten davon in der Region um die Hauptstadt Warschau (3.529). Das teilte das polnische Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Im gleichen Zeitraum starben 132 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Der bisherige Rekordwert war mit 13.632 Fällen am vergangenen Freitag erreicht worden. 

11.14 Uhr: Plauen sagt Weihnachtsmarkt ab

In Plauen wird es in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie keinen Weihnachtsmarkt geben. Hohe Auflagen und ein aktuell steigendes Infektionsgeschehen hätten die Verantwortlichen zur Absage bewegt, teilte die Stadt am Dienstag mit. "Eine Adventszeit ohne unseren traditionsreichen Weihnachtsmarkt mit den Buden in den Straßen rundherum ist schwer vorstellbar. Und doch sind wir nach langer Abwägung und zum Schutz der Bevölkerung zu dem Schluss gekommen, den Markt ausfallen zu lassen", sagte Bürgermeisterin Kerstin Wolf laut einer Mitteilung.

Nach Angaben der Stadt liegt die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Vogtland aktuell bei mehr als 70 Infektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. 

10.42 Uhr: Ein Geisterspiel kostet Dynamo rund 300.000 Euro

Die Beschränkungen der Zuschauerzahlen bei Heimspielen treffen den Fußballdrittligisten Dynamo Dresden hart. In einem Interview spricht Enrico Kabus, Leiter Finanzen und derzeit Interimsgeschäftsführer des Vereins, offen über Zahlen. Demnach würden bei jedem Spiel ohne Zuschauer rund 300.000 Euro Einnahmen fehlen. Zuletzt durften nur noch 999 statt 30.000 Fans ins Stadion. Zwar könne Dynamo die Defizite bisher ausgleichen, jedoch würden bei einem langen Anhalten der aktuellen Situation "harte Personalentscheidungen" auf die 80-köpfige Belegschaft des Vereins zukommen. Weitere Hintergründe dazu lesen Sie in diesem Artikel: Dynamo macht erhebliche Verluste wegen Corona (SZ+)

9.27 Uhr: Streit nach CDU-Parteitags-Absage

Nach der Kritik von CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz an der Verschiebung des Parteitags hat CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak betont, dass Überlegungen zum Gesundheitsschutz ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen seien. "Der Grund für die Verschiebung des Präsenzparteitages war die Infektionslage in Deutschland", sagte er am Dienstag im Deutschlandfunk. Merz hatte Teilen des "Parteiestablishments" vorgeworfen, ihn als CDU-Chef verhindern zu wollen und gesagt, die Absage sei "der letzte Teil der Aktion 'Merz verhindern' in der CDU".

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Der Sieben-Tage-Wert ist auf 180 gestiegen. Über 1.600 Menschen befinden sich in Quarantäne. Zwei Pflegeheime sind stark betroffen. Alle Infos im Newsblog.

Der Bundesvorstand hatte am Montag beschlossen, dass der geplante Präsenzparteitag am 4. Dezember in Stuttgart mit 1001 Delegierten angesichts der stark steigenden Infektionszahlen nicht mehr zu halten sei. Wenn auch Anfang des neuen Jahres kein Präsenzparteitag möglich sei, solle ein digitaler Parteitag abgehalten werden.

Alles zur Parteitags-Absage: CDU verschiebt Wahlparteitag

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