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Corona: Deutschland reißt den 50er-Grenzwert

Gesundheitsminister Spahn positiv auf Corona getestet, neues Risikogebiet in Sachsen, Tschechien verhängt Lockdown - unser Newsblog.

Die Corona-Neuinfektionen haben am Mittwoch bundesweit eine kritische Schwelle überschritten.
Die Corona-Neuinfektionen haben am Mittwoch bundesweit eine kritische Schwelle überschritten. © Sebastian Gollnow/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

21.22 Uhr: Toter bei Corona-Impfstoff-Studie von AstraZeneca in Brasilien

Während der Studie zu einem Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns AstraZeneca in Brasilien ist ein Proband gestorben. Dies bestätigte die brasilianische Überwachungsbehörde für Gesundheit, Anvisa, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Zuvor hatten brasilianische Medien darüber berichtet. Den Impfstoff hatte der britisch-schwedische Konzern in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelt. Nach eigenen Angaben war die Anvisa bereits am Montag darüber informiert worden. Die Empfehlung laute, die Tests fortzusetzen. Der Fall werde derzeit geprüft, Daten über Freiwillige müssten vertraulich behandelt werden.

Dem Fernsehsender "CNN Brasil" zufolge handelt es sich bei dem Toten um einen 28 Jahre alten Mann aus Rio de Janeiro, der wegen Komplikationen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sei. Die brasilianische Zeitung "O Globo" berichtete dagegen unter Berufung auf Quellen, die aus rechtlichen Gründen nicht genannt werden wollten, dass der betreffende Freiwillige nicht den Impfstoff, sondern ein Placebo bekommen habe. Offiziell äußerten sich zu dieser Frage zunächst weder das Labor noch die Testzentren oder die Anvisa.

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AstraZeneca hatte die klinische Studie für seinen vielversprechenden Corona-Impfstoff im September vorübergehend gestoppt - offenbar nicht zum ersten Mal. Das Vakzin AZD1222 zählte bis dahin zu den aussichtsreichen Kandidaten unter den potenziellen Corona-Impfstoffen. Sollte sich ein Zusammenhang des Todes des Freiwilligen mit dem Impfstoff herausstellen, wäre dies ein schwerer Schlag für das Projekt.

Der Impfstoff wird derzeit von der europäischen Arzneimittel-Behörde EMA in einem sogenannten Rolling-Review-Verfahren geprüft. Bei diesem Verfahren werden Daten aus der klinischen Prüfung fortlaufend eingereicht und bewertet. Mit AstraZeneca hat die EU bereits einen Rahmenvertrag über die Lieferung von Impfdosen geschlossen.

21.02 Uhr: UN starten Kampagne gegen Falschinformationen über Corona

Die Vereinten Nationen wollen gegen die Verbreitung von Falschinformationen über die Corona-Pandemie vorgehen. UN-Generalsekretär António Guterres rief zum Start einer Informationskampagne am Mittwoch die Benutzer sozialer Medien dazu auf, einen Moment innezuhalten, bevor sie Berichte über die Krankheit weiterverbreiten. "Während der Covid19-Pandemie können falsche Informationen tödlich sein", erklärte er. Wenn Nutzer eine kurze Pause machen würden, bevor sie emotionsgeladene oder schockierende Berichte teilen, könnte die Verbreitung von Falschinformationen reduziert werden.

 Die Initiative "Pledge to Pause" (etwa: Versprich, innezuhalten) ist den Angaben zufolge die erste weltweite Kampagne, die das Verhalten von Nutzern sozialer Medien beeinflussen soll. Die Botschaft soll auf Twitter und Instagram sowie durch Partnerorganisationen verbreitet werden. Die UN hoffen, bis Ende Dezember eine Milliarde Menschen damit zu erreichen.

20.46 Uhr: Japan plant zu Olympia Anti-Corona-System in Athletendorf

Japans Olympia-Planer erwägen für die Sommerspiele im nächsten Jahr, das Athletendorf in Tokio mit einem ausgefeilten medizinischen Versorgungssystem zum Schutz vor dem Coronavirus auszurüsten. Wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun" am Mittwoch berichtete, soll auf diese Weise selbst bei Infektionsfällen eine Ausbreitung auf die übrige Stadt verhindert werden. Zu diesem Zweck sollen Personen im Athletendorf, bei denen Infektionssymptome auftreten, in einer ambulanten Versorgungseinrichtung im Umfeld des Athletendorfs behandelt werden können. Zugleich werde an eine Testeinrichtung im Athletendorf gedacht, hieß es weiter.

IOC-Chef Thomas Bach bestätigte am Mittwochabend entsprechende Überlegungen. Eine Taskforce arbeite daran, "wie man dort größtmögliche Sicherheit schaffen kann", sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees in einem Instagram-Gespräch mit Speerwerfer Johannes Vetter. Dabei sollen Teams und Athleten in einzelne Blasen aufgeteilt werden, in der Mensa könnte es nur abgepackte Mahlzeiten und entzerrte Essenszeiten geben.

Wegen der Corona-Pandemie waren die Sommerspiele und die Paralympics um ein Jahr auf 2021 verschoben worden. Eine Taskforce entwickelt derzeit verschiedene Szenarien für eine mögliche Austragung der Sommerspiele unter Corona-Bedingungen.
Wegen der Corona-Pandemie waren die Sommerspiele und die Paralympics um ein Jahr auf 2021 verschoben worden. Eine Taskforce entwickelt derzeit verschiedene Szenarien für eine mögliche Austragung der Sommerspiele unter Corona-Bedingungen. © Eugene Hoshiko/AP/dpa

20.27 Uhr: Schülervertreter wollen keine Rückkehr zu reinem Online-Unterricht

Schülervertreter haben davor gewarnt, aufgrund steigender Infektionszahlen wieder zu einem reinen Online-Unterricht zurückzukehren. "Wir haben gesehen, dass das nicht gut läuft und die Schulen vielerorts nicht darauf vorbereitet sind", sagte Torben Krauß, Sprecher der Bundesschülerkonferenz, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Präsenzunterricht sollte so lange wie möglich stattfinden, erklärte Krauß.

Von Donnerstag an will die Bundesschülerkonferenz während ihrer Plenartagung in Saarbrücken bis Sonntag unter anderem über Schule in Zeiten von Corona, ÖPNV für Schülerinnen und Schüler sowie über mehr Rechte für Jugendliche diskutieren. Der Schülerrechtekatalog, der auf der Tagung verabschiedet werden soll, fordert etwa die gesetzliche Verankerung der Bundesschülerkonferenz. Außerdem sollen die Vertreter der Schülerinnen und Schüler regelmäßig von der Kultusministerkonferenz angehört werden.

19.55 Uhr: Deutschlandweite 7-Tage-Inzidenz steigt auf mehr als 50

Der kritische Wert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche ist auf die gesamte Bundesrepublik bezogen überschritten worden. Der Wert gilt als eine wichtige Schwelle für strengere Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl am Mittwoch mit 51,3 an, am Vortag lag sie bei 48,6.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des RKI vom Mittwochmorgen 7.595 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert bleibt damit knapp hinter der Höchstmarke von 7.830 vom Samstag zurück, liegt aber deutlich über den 5.132 gemeldeten Neuinfektionen vom vergangenen Mittwoch.

Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag zum dritten Mal in Folge einen Rekordwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

19.40 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in Spanien übersteigt eine Million

Spanien hat am Mittwoch die Marke von einer Million Corona-Infektionen durchbrochen. Seit dem Beginn der Pandemie seien 1.005.295 Menschen in dem Land mit 47 Millionen Einwohnern positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Das waren 16.973 mehr als am Vortag, ein neuer Tagesrekord. Die Zahl von mehr als einer Million Infektionen ist der höchste Wert aller westeuropäischen Länder und weltweit Platz sechs. Nur die USA, Indien, Brasilien, Russland und Argentinien haben noch mehr Infizierte gemeldet. Die Zahl der mit Corona gestorbenen Menschen sei seit dem Vortag um 156 auf nun 34.366 gestiegen.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde mit gut 178 angegeben. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts zurzeit 51,3. Unterdessen wurden immer mehr Gemeinden, Städte und ganze Regionen mehr oder weniger abgeschottet oder haben dies für die nächsten Tage angekündigt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Davon seien 7,6 Millionen Menschen betroffen, berichtete das staatliche Fernsehen RTVE.

Die Regionalregierungen von Navarra und der Weinregion La Rioja im Norden des Landes ordneten sogar eine weitgehende Absperrung des gesamten Gebietes für zwei Wochen an. In ganz Spanien gebe es insgesamt fast 2.000 Kommunen mit mehr als 16 Millionen Einwohnern, in denen nach einem Überblick von RTVE Einschränkungen des öffentlichen Lebens angeordnet wurden. In der Hauptstadt Madrid mit immer noch hohen Corona-Zahlen und umliegenden Städten endet hingegen am Freitag die von der Zentralregierung gegen den Willen der Regionalregierung angeordnete zweiwöchige Abriegelung. Die Stadt erwägt danach die Abriegelung einzelner besonders betroffener Stadtgebiete sowie eine nächtliche Ausgangssperre. 

19.08 Uhr: Leipzig bleibt bisher von zweiter Welle verschohnt

Auf Sachsens dunkelroter Corona-Karte ist Leipzig noch immer ein heller, gelber Fleck: Während in fast allen Landkreisen die Covid-19-Meldungen die heikle Grenze von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner überschritten haben und im Erzgebirgskreis sogar bei 175 liegen, ist Sachsens größte Stadt bisher noch eine Insel der Seligen: Bis zum Mittwoch gab es erst 19,8 Covid-Fälle pro 100.000 Einwohner. Experten und Beobachter rätseln noch, woran das Phänomen liegen könnte. Hat Leipzig bisher einfach Glück gehabt? Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Warum Leipzig bisher keine zweite Welle erlebt" (SZ+)

18.46 Uhr: Was der Lockdown in Tschechien für den kleinen Grenzverkehr bedeutet

In Tschechien müssen von Donnerstagmorgen an fast alle Geschäfte schließen, wie Gesundheitsminister Roman Prymula am Mittwoch bekanntgab. Ausgenommen sind unter anderem Lebensmittelgeschäfte und Apotheken. Zudem werden Ausgangsbeschränkungen verhängt: Die Regierung ordnete an, dass Leute ihre Kontakte mit anderen Menschen auf die "absolut notwendige Zeit" begrenzen müssen. Dürfen die Sachsen dennoch mal eben zum Tanken oder Einkaufen über die Grenze fahren? Welche Auswirkungen die neuen tschechischen Corona-Maßnahme auf die Region haben, lesen Sie im Artikel "So geht's mit dem "Kleinen Grenzverkehr" (SZ+) 

18.32 Uhr: "Christmas Garden" im Schlosspark Pillnitz auch bei Corona

Eine Million Lichter sollen Schloss und Park Pillnitz bei Dresden auch im Corona-Jahr Jahr wieder zum "Christmas Garden" machen. Vom 19. November an werden jeweils mit Beginn der Dunkelheit über zwei Dutzend Installationen eingeschaltet, wie die Organisatoren am Mittwoch ankündigten. Das Lichterspektakel auf der 28 Hektar großen Anlage aus dem 18. Jahrhundert ist bis zum 10. Januar geplant.

Für die dritte Ausgabe unter Corona-Bedingungen entwickelten die Organisatoren ein umfangreiches Sicherheits- und Hygienekonzept. Danach sind die Besucher gebeten, Tickets digital zu erwerben und die Kontaktdaten anzugeben. Auf dem Areal wird das Tragen von Mund-Nasen-Schutz empfohlen, an Ein- und Ausgängen, Toiletten und Gastronomie ist es Pflicht. Und auf die Eisbahn wird ganz verzichtet. Zudem sei die "magische Reise" auf Ruhe und Entspannung ausgerichtet und auch die Weitläufigkeit des Geländes unter freiem Himmel helfe, Gedränge und Menschenansammlungen zu vermeiden, sagte der Geschäftsführer der Christmas Garden GmbH, Christian Diekmann.

In Schloss und Park Pillnitz war Lichtdesigner Andreas Boehlke 2018 erstmals aktiv - knapp 100 000 Besucher kamen. Bei der zweiten Auflage im vergangenen Jahr waren es rund 110 000. Auch in diesem Jahr sollen die Lichter wieder leuchten.
In Schloss und Park Pillnitz war Lichtdesigner Andreas Boehlke 2018 erstmals aktiv - knapp 100 000 Besucher kamen. Bei der zweiten Auflage im vergangenen Jahr waren es rund 110 000. Auch in diesem Jahr sollen die Lichter wieder leuchten. ©  Sebastian Kahnert/dpa (Archiv)

18.14 Uhr: Auch Slowakei schließt Lockdown nicht mehr aus

Der slowakische Regierungschef Igor Matovic schließt nach einem Rekordzuwachs von 2.202 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages einen Lockdown für sein Land nicht mehr aus. Um einen ähnlich raschen Zuwachs der Fallzahlen wie im Nachbarland Tschechien zu verhindern, helfe womöglich nur mehr, "das ganze Land abzuriegeln". Eine Entscheidung darüber solle der für Donnerstag einberufene nationale Corona-Krisenstab treffen.

Ein Erfolg der von der Regierung geplanten Massentests aller über zehn Jahre alten Bewohner sei womöglich die letzte Chance, "dem tschechischen Szenario auszuweichen", erklärte der Gründer der populistisch-konservativen Wahlplattform Gewöhnliche Leute OLANO wekiter. Parlamentspräsident Boris Kollar von der zweitstärksten Regierungspartei Wir sind eine Familie zeigte sich pessimistischer. Möglicherweise sei es bereits zu spät, einen Lockdown zu verhindern.

17.56 Uhr: Erneut starker Anstieg an Infektionen in den Niederlanden

In den Niederlanden ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen erneut stark angestiegen. 8.764 neue Fälle seien in 24 Stunden registriert worden, 589 mehr als am Vortag, teilte das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM am Mittwoch mit. Auch die Zahl der Patienten in Krankenhäusern und auf den Intensivstationen steigt, und es wurden mehr Todesfälle gemeldet. Insgesamt sind nun gesichert mehr als 6.800 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Am Vortag hatte das Institut noch einen weniger steilen Anstieg festgestellt und auf eine Stabilisierung der Zahlen gehofft.

Vor einer Woche war ein Teil-Lockdown verhängt worden. Unter anderem alle Gaststätten mussten schließen, Bürger dürfen nur noch drei Gäste am Tag empfangen und sollen öffentliche Verkehrsmittel nur in dringenden Fällen nutzen. 

Die Niederlande gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie getroffenen Ländern Europas. Zum Vergleich: In Deutschland mit fast fünfmal so vielen Einwohnern waren zuletzt rund 7.600 Neu-Infektionen in 24 Stunden gemeldet worden.

17.35 Uhr: Ärger über publik gewordene Infos bei Bund-Länder-Beratungen

Bei Bundesregierung und Länderregierungschefs nimmt nach einem Medienbericht die Verärgerung über Durchstechereien etwa bei gemeinsamen Konferenzen über die Corona-Pandemie zu. Daher werde über schärfere Regelungen nachgedacht, wie solche „Lecks“ zu stopfen seien, berichtete der Sender RTL/ntv. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte dazu, sie könne solche Pläne nicht bestätigen. „Ich kann Ihnen aber sehr wohl berichten, dass die Bundeskanzlerin sich ganz grundsätzlich an die Vertraulichkeit solcher internen Beratungen hält“, sagte sie.

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), sagte dem Sender: „Diese Durchstechereien während der MPK (Ministerpräsidentenkonferenz) sind ein großes Ärgernis. Sie blockieren unsere Arbeit, kosten Zeit und verhindern gute, sachgemäße Ergebnisse. Aber: Ich bleibe Optimistin, auch wenn es mich nervt, und hoffe, dass das in der nächsten Runde vertrauensvoller läuft.“

Laut RTL/ntv lässt Merkel prüfen, wie man die vertraulichen Corona-Spitzenrunden mit den Ministerpräsidenten besser vor Lecks schützen und gegen die Medien abschotten kann. Regierungssprecher Steffen Seibert habe aber auf Anfrage zunächst nicht konkret Stellung nehmen wollen. Im Gespräch sei offenbar unter anderem eine Verkleinerung der Runden, bei der zuletzt etwa auch die Chefs der Staatskanzleien zugeschaltet gewesen seien, so der Sender weiter. Außerdem werde eine Pflicht für alle Anwesenden erwogen, ihre Handys vor Beginn der Sitzung abzugeben.

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17.00 Uhr: Jens Spahn ist positiv auf das Coronavirus getestet

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Berlin mit. Spahn habe sich umgehend in häusliche Isolierung begeben, bislang hätten sich bei ihm nur Erkältungssymptome entwickelt, hieß es weiter. Fotos zeigen zudem, dass Spahn am Mittwochvormittag im Kanzleramt an der Kabinettssitzung teilnahm. In Quarantäne muss sich die Regierung jedoch nicht begeben. Ein Regierungssprecher teilte in Berlin auf Anfrage mit, das Kabinett tage unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln, die darauf abzielten, dass auch im Falle der Teilnahme einer Person, die später coronapositiv getestet werde, eine Quarantäne anderer oder gar aller Teilnehmer nicht erforderlich werde. 

16.38 Uhr: Probleme bei Pandemie-Eindämmung

Neun Städte und Landkreise in Deutschland sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts derzeit nicht in der Lage, den vorgeschriebenen Infektionsschutz in der Corona-Pandemie vollständig zu leisten. Die Engpässe umfassten zum Beispiel die Ermittlung von Fällen und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen, teilte Sprecherin Susanne Glasmacher am Mittwoch mit. Welche Regionen genau betroffen sind, könne die Behörde nicht sagen. Dazu seien Anfragen in den einzelnen Bundesländern nötig.

Bekannt sind Engpässe zum Beispiel aus dem Berliner Bezirk Neukölln. Gesundheitsstadtrat Falko Liecke berichtete unter anderem darüber, dass Infizierte zum Beispiel nicht mehr am gleichen Tag über einen positiven Corona-Test informiert werden könnten. Dazu fehle es an Personal, sagte er in einem Interview mit der "Berliner Zeitung". Weitere Unterstützung sei aber bereits vereinbart. 13 weitere Städte und Kreise befürchten zur Zeit, dass sie innerhalb der nächsten Tage nicht mehr die vorgeschriebenen Infektionsschutzmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie leisten können.

Hauptgrund sind die steigenden Fallzahlen. Das RKI meldet aktuell 7.595 neue positive Fälle im Vergleich zum Vortag. Zu den Hotspots zählen vor allem Großstädte und dicht besiedelten Regionen wie das Ruhrgebiet, aber immer wieder auch einzelne Landkreise. Seit Beginn der Erfassung sind beim RKI insgesamt 41 Mitteilungen zu Kapazitätsengpässen in Landkreisen und kreisfreien Städten eingegangen. Sie gliedern sich in drei Kategorien. Die Landesbehörden informieren die Bundesbehörde darüber nach dem Infektionsschutzgesetz.

16.12 Uhr: Deutsches Turnfest 2021 in Leipzig  abgesagt

Das Internationale Deutsche Turnfest vom 12. bis 16. Mai 2021 in Leipzig muss aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgesagt werden. Die Veranstaltung soll 2025 nachgeholt werden. Das teilten der Deutsche Turner-Bund (DTB) und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) auf einer Video-Pressekonferenz am Mittwoch mit. "Wir haben uns die Entscheidung alle miteinander nicht leicht gemacht. Aber wir müssen damit rechnen, dass sich die Fallzahlen bis Weihnachten weiter nach oben entwickeln werden", sagte Jung. "Nach reiflicher Überlegung sind wir deshalb zu dem Ergebnis gekommen, dringend zu empfehlen, das Turnfest in dieser Form 2021 nicht durchzuführen." Damit fällt das Turnfest in seiner 160-jährigen Geschichte nach 1866, 1878, 1918 und 1943 zum fünften Mal aus. Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Turnfest in Leipzig fällt wegen Corona aus".

15.45 Uhr: Ärztekammer startet Ermittlungsverfahren gegen AfD-Abgeordneten

Nachdem der AfD-Bundestagsabgeordnete Robby Schlund auf der Anti-Corona-Demonstration am 29. August in Berlin ein umstrittenes Plakat gezeigt hatte, hat die Landesärztekammer in Thüringen ein berufsrechtliches Ermittlungsverfahren gegen den Arzt aus Gera eingeleitet. Auf dem Plakat war der Berliner Virologe Christian Drosten in Sträflingskleidung mit der Aufschrift „Schuldig“ zu sehen.

Ein Foto, auf dem er mit dem Plakat posiert, war von seinem Fraktionskollegen Karsten Hilse auf Facebook gepostet worden. Schlund hatte das Plakat mit der Darstellung Drostens als „politische Satire“, die vom Grundgesetz gedeckt sei, bezeichnet. Er habe das Plakat nicht selbst erstellt, es aber zeitweise gehalten. Das ärztliche Berufsrecht sieht bei Verstößen Strafen wie Rügen, Geldstrafen und im Extremfall den Entzug der Approbation vor.

Der AfD-Abgeordnete Robby Schlund
Der AfD-Abgeordnete Robby Schlund © Fabian Sommer/dpa

15.26 Uhr: NRW führt Maskenpflicht für Schüler auch im Unterricht wieder ein

Schüler ab der 5. Klasse müssen in Nordrhein-Westfalen nach den Herbstferien auch an ihrem Sitzplatz im Unterricht wieder Maske tragen. Die Regelung soll bis zu den Weihnachtsferien gelten, teilte das Schulministerium am Mittwoch in einer Mail an alle Schulen mit. 

14.56 Uhr: Über 600 Neuinfektionen und vier weitere Corona-Tote in Sachsen

Auch am Mittwoch ist die Zahl der Neuinfektionen in Sachsen deutlich gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurde um Vergleich zum Vortrag 611 positive Tests registriert. Den Angaben zufolge sind seit Beginn der Pandemie Anfang März mittlerweile landesweit 11.263 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden und 263 gestorben. Das sind vier Tote mehr als noch am Dienstag. Die Zahl der genesenen Infizierten wird auf rund 7.700 geschätzt. 

Noch nicht bekannt ist unterdessen, wie stark die Zahl der Neuinfektionen in Dresden gestiegen ist. Allerdings teilte das Sächsische Sozialministerium am Nachmittag mit, dass Dresden den zweithöchsten Schwellenwert überschritten hat. Dieser liegt bei 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Nun verschärft die Stadt die Corona-Regeln (SZ+).

Unterdessen wurde in Sachsen auch ein weiteres Risikogebiet ausgewiesen. Nach dem Kreis Görlitz, dem Erzgebirgskreis, dem Landkreis Bautzen, der Sächsischen Schweiz und dem Osterzgebirge, dem Kreis Zwickau und der Stadt Chemnitz wurde am Mittwoch auch der Vogtlandkreis mit einem entsprechenden Status versehen. Die Inzidenzrate, also die Infektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen, liegt laut dem Gesundheitsministerium jetzt bei 57,4 und damit über dem Grenzwert von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner.

14.37 Uhr: Karneval in Radeburg komplett abgesagt

Sachsen größter Karnevalsumzug in Radeburg wird wegen der weiter steigenden Infektionszahlen nun doch nicht stattfinden. Das teilte Olaf Häßlich, der Präsident des Radeburger Carnevals Clubs, am Mittwoch mit. Neben dem Umzug, der mit Hunderten Mitwirkenden und Zehntausenden Menschen an den Straßenrändern jedes Jahr den Höhepunkt des närrischen Treibens in Sachsen bildet, wurden auch die Zeltpartys auf dem überdachten Markt in Radeburg sowie die Saisoneröffnung abgesagt. „Bis vor drei Wochen bin ich noch davon ausgegangen, dass es eine Eröffnung für unsere 64. Saison geben wird“, sagte Olaf Häßlich. Zwar nicht wie gewohnt am 11.11. um 11.11 Uhr in kleiner Form auf dem Markt und mit den abendlichen Prunksitzungen, aber zumindest mit einer Alternative für 500 bis 800 faschingsbegeisterte Radeburger. Doch die rasante Entwicklung des Infektionsgeschehens in Sachsen hat nun auch diese Pläne durchkreuzt. Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Kein Karneval in Radeburg" (SZ+).

14.14 Uhr: Söder will Testpflicht für Berufspendler aus Hotspots im Ausland

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will im Freistaat eine Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Corona-Hotspots einführen. Wer sich binnen 14 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten hat und nach Deutschland zum Arbeiten pendelt, soll künftig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorweisen müssen. Das sagte Söder am Mittwoch in einer Regierungserklärung zur Corona-Krise im Landtag in München.

Die Maßnahme wird voraussichtlich vor allem Berufspendler aus Österreich und Tschechien treffen. Tschechien, das europaweit zu den Ländern mit den höchsten Infektionsraten je 100.000 Einwohner zählt, gilt laut Robert Koch-Institut ebenso als Risikogebiet wie die direkt an Bayern grenzenden österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg.

Söder hat für Regionen mit drastisch erhöhten Corona-Zahlen außerdem eine Beschränkung von Veranstaltungen auf maximal 50 Teilnehmer und eine Sperrstunde ab 21 Uhr angekündigt. Dies soll dann greifen, wenn die Zahl von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wird. Ausnahmen soll es laut Söder etwa für Gottesdienste und Demonstrationen geben. Betroffen von der Beschränkung auf 50 Teilnehmer sind ansonsten Veranstaltungen aller Art. Dazu zählen insbesondere Kulturveranstaltungen aller Art, etwa Theater und Kinos, aber auch Vereinsversammlungen. Bislang gilt in Bayern eine Beschränkung auf 100 Zuschauer in Innenräumen und 200 im Freien, bei zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen ist es sogar jeweils das Doppelte.

"Unser Ziel ist, dass die Grenzen offen bleiben", betont Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, fügte aber hinzu: "Wer Grenzen offen halten will, der muss auch für mehr Sicherheit sorgen."
"Unser Ziel ist, dass die Grenzen offen bleiben", betont Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, fügte aber hinzu: "Wer Grenzen offen halten will, der muss auch für mehr Sicherheit sorgen." © Peter Kneffel/dpa

13.47 Uhr: AfD geht gegen Maskenpflicht im Bundestag vor

Mehrere Abgeordnete und Mitarbeiter der AfD-Fraktion im Bundestag wollen im Parlament keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen. Sie haben deshalb Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble über einen Anwalt eine Abmahnung mit der Aufforderung geschickt, eine Unterlassungserklärung abzugeben. Schäuble soll sich damit verpflichten, die Allgemeinverfügung zur Maskenpflicht wieder aufzuheben. Dem CDU-Politiker wird dafür ein Ultimatum bis Freitag gesetzt. Mehr dazu im Artikel AfD schickt Schäuble Abmahnung.

13.25 Uhr: Tschechien greift zu drastischen Maßnahmen

Angesichts sprunghaft steigender Corona-Zahlen greift Tschechien zu drastischen Maßnahmen, die einem landesweiten Lockdown gleichkommen. Von Donnerstagmorgen an müssen fast alle Geschäfte schließen, wie Gesundheitsminister Roman Prymula am Mittwoch bekanntgab. Ausgenommen sind unter anderem Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Apotheken. Zudem werden Ausgangsbeschränkungen wie im Frühjahr verhängt: Die Regierung hat angeordnet, dass Leute ihre Kontakte mit anderen Menschen auf die "absolut notwendige Zeit" begrenzen müssen. Das gilt nicht für den Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Familienbesuche. Erlaubt sind auch Spaziergänge in Parks und der freien Natur. Die Infektionszahlen wurde ein neuer Höchststand bei der Zahl der täglichen Neuinfektionen vermeldet. Es kamen 11.984 bestätigte Fälle innerhalb von 24 Stunden hinzu. 

13.10 Uhr: Leipziger Reisemesse wegen Corona abgesagt

Die für November geplante Leipziger Reisemesse Touristik und Caravaning findet in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht statt. Die dynamische Entwicklung der Pandemie verhindere eine verlässliche Planung für die Aussteller, hieß es zur Begründung der Veranstalter. Die Messe hätte vom 18. bis zum 22. November dieses Jahres stattfinden sollen. Die nächste Veranstaltung sei nun erst für 2021 - dann für die Zeit vom 17. bis zum 21. November - geplant. Die Schau zählte im vergangenen Jahr 67.000 Besucher. 531 Aussteller hatten dabei Urlaubsziele und Neuheiten auf dem Caravan- und Campingmarkt präsentiert.

12.49 Uhr: EU-Kommission: Noch Monate bis zur Corona-Impfung

Für die Corona-Krise ist nach Einschätzung der EU-Kommission keine schnelle Lösung durch Impfungen in Sicht. "Es wird noch Monate dauern, bis ein Impfstoff gefunden und verteilt ist", sagte Kommissionsvizepräsident Maros Sefcovic am Mittwoch im Europaparlament in Brüssel. Niemand wisse heute, wann die Pandemie endlich vorüber sein werde. Er appellierte an die Bürger, mit ihrem Verhalten bei der Eindämmung der Pandemie zu helfen. "Niemand in Europa will einen zweiten Lockdown", sagte Sefcovic. "Deshalb rufe ich alle europäischen Bürger auf, sich verantwortungsvoll zu verhalten." Die EU-Kommission ist unter anderem damit befasst, für alle EU-Staaten Vorverträge über mögliche künftige Impfstoffe abzuschließen. Neben den drei bereits öffentlich bekannten Verträgen seien drei weitere in der Abschlussphase, sagte Sefcovic. 

12.23 Uhr: Negative Corona-Tests bei Steinmeier und von der Leyen

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen ist nach eigenen Angaben erneut negativ auf das Coronavirus getestet worden. "Ich freue mich mitzuteilen, dass mein jüngstes Ergebnis negativ ausgefallen ist", schrieb die CDU-Politikerin am Mittwoch auf Twitter. Sie habe sich am Dienstag testen lassen. Von der Leyen hatte am Donnerstagnachmittag den EU-Gipfel in Brüssel frühzeitig verlassen und sich in freiwillige Selbstisolation begeben. Kurz zuvor war sie darüber informiert worden, dass ein Mitglied ihres Empfangsbüros positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

Auch bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist ein zweiter Corona-Test negativ ausgefallen. Das teilte eine Sprecherin des Bundespräsidialamts am Mittwoch mit. Das zuständige Gesundheitsamt habe festgelegt, dass das Staatsoberhaupt noch bis zum 29. Oktober in Quarantäne bleiben müsse, hieß es weiter. Steinmeier hatte sich am Wochenende selbst in Quarantäne begeben, nachdem einer seiner Personenschützer positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Ein erster Test bei ihm fiel negativ aus.

12.11 Uhr: Neuinfektionen in Österreich in Rekordhöhe

Österreich hat einen Rekordtageswert an nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen registriert. 1.958 Ansteckungen binnen 24 Stunden meldete am Mittwoch das Gesundheits- und Innenministerium in Wien. Der bisherige Höchststand war nur wenige Tage zuvor am Samstag mit 1.747 neuen Fällen verzeichnet worden. Verglichen mit Deutschland zählt das Neun-Millionen-Einwohner-Land Österreich damit pro Kopf etwas mehr als doppelt so viele Neuinfektionen mit Sars-CoV-2. Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten stieg seit dem Vortag um 71 auf 960 Menschen. 147 von ihnen liegen auf der Intensivstation.

11.48 Uhr: Spahn sieht keinen bundesweiten "Lockdown"

Zu einem großflächigen Stillstand in Deutschland wie im Frühjahr wird es nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der jetzigen Corona-Situation nicht kommen. "Einen zweiten Lockdown, so wie er immer gemeint wird, den sehe ich nicht", sagte Spahn auf die entsprechende Frage eines Nutzers der Social-Media-App Jodel. Dort hatten sich auch in der Vergangenheit bereits Spitzenpolitiker, unter anderem Kanzleramtschef Helge Braun (CDU), Fragen von Nutzern gestellt. Spahn begründete seine Aussage damit, dass man wisse, dass es beispielsweise im Einzelhandel, bei Friseuren und in anderen Bereichen momentan keine Ausbrüche gebe, wenn auf die sogenannte AHA-Regel - Abstand, Hygiene, Alltagsmaske - geachtet werde. "Also wir haben Bereiche, von denen wissen wir heute besser als im März, wo die Risiken händelbar sind, und deswegen würde man sie auch nicht wieder schließen müssen."

Aktuell sehe man in Berchtesgaden, dass regional bei besonders vielen Infektionen alles "mal wieder zwei oder drei Wochen" deutlich heruntergefahren werde, um es in den Griff zu bekommen. Das Virus sei dynamisch, und keiner wisse, was in drei Monaten sei. Aber Stand heute sehe er so eine Situation wie im März/April nicht. 

Blick in die leere Fußgängerzone in Berchtesgaden. Hier wurde am Dienstag das öffentliche Leben wegen der vielen Corona-Fälle heruntergefahren.
Blick in die leere Fußgängerzone in Berchtesgaden. Hier wurde am Dienstag das öffentliche Leben wegen der vielen Corona-Fälle heruntergefahren. © dpa/Peter Kneffel

11.20 Uhr: Handball-Sachsenderby wegen Corona-Falls abgesagt

Das für heute Abend geplante Zweitligaspiel zwischen dem HC Elbflorenz Dresden und dem EHV Aue wird aufgrund eines positiven Tests in Aue nicht stattfinden. Das gesamte Team des EHV musste sich in Absprache mit den Gesundheitsämtern in häusliche Quarantäne begeben und reist heute nicht nach Dresden. In der Landeshauptstadt ist indes die gesamte Mannschaft mit negativem Ergebnis getestet worden. Mehr dazu im Artikel Handball-Derby in Dresden abgesagt

11.01 Uhr: Firmen können weitere Corona-Hilfen beantragen

In der Corona-Krise könne besonders belastete Unternehmen ab sofort weitere Überbrückungshilfen beantragen. Dabei geht es um Zuschüsse zu betrieblichen Fixkosten wie Mieten - und zwar für die Monate September bis Dezember. Voraussetzung ist, dass ein Unternehmen hohe Umsatzausfälle hat. "Wir lassen unsere Unternehmen in der Krise nicht allein", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) laut Mitteilung am Mittwoch. Mit den Hilfen solle vor allem Firmen geholfen werden, die durch behördliche Anordnungen oder Hygiene- und Abstandsregeln weiter geschlossen seien oder nur mit halber Kraft fahren könnten. Bund und Länder haben bereits beschlossen, die Überbrückungshilfen um ein halbes Jahr bis zum 30. Juni 2021 zu verlängern. Für die Überbrückungshilfen hatte der Bund 25 Milliarden Euro eingeplant. Davon sind nach aktuellem Stand laut Wirtschaftsministerium aber erst 1,2 Milliarden Euro bewilligt worden. 

10.40 Uhr: Masken-Kontrolle im ICE zwischen Erfurt und Leipzig

Wie halten es Fahrgäste im ICE mit der Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen? Dieser Frage gehen am Mittwoch bei einer Schwerpunktkontrolle Mitarbeiter der Deutschen Bahn und der Bundespolizei nach. Kontrolliert werde in einem ICE zwischen Erfurt und Leipzig, sagte eine Bahnsprecherin. Es handele sich um die erste dieser Schwerpunktkontrollen in Thüringen. In anderen Bundesländern habe es sie bereits gegeben. Die Mehrheit der Fahrgäste halte sich an die Maskenpflicht, die auch für andere öffentliche Verkehrsmittel gelte, sagte die Sprecherin der Deutschen Bahn. Es gebe aber immer wieder auch Menschen, die von den Zugbegleitern darauf hingewiesen werden müssten. Weigerten sie sich, eine Maske zu tragen, schalteten die Bahn-Mitarbeiter beim nächsten regulären Halt die Bundespolizei ein. 

Bundespolizisten kontrollieren am Mittwoch in Leipzig die Einhaltung der Hygieneregeln in einem ICE.
Bundespolizisten kontrollieren am Mittwoch in Leipzig die Einhaltung der Hygieneregeln in einem ICE. © dpa/Martin Schutt

10.17 Uhr: Sachsens Linke fordern besseren Rettungsschirm für Verkehrsverbünde

Die Linken haben eine bessere Unterstützung für Verkehrsverbünde in der Corona-Krise und eine Offensive für Bus und Bahn verlangt. "Schon jetzt haben die Verkehrsunternehmen wegen fernbleibender Fahrgäste Ausfälle in Millionenhöhe und das Ende der Pandemie ist nicht in Sicht", erklärte der Landtagsabgeordnete Marco Böhme am Mittwoch in Dresden. Während andere Bundesländer ihren Verkehrsunternehmen bis zu 100 Prozent der Verluste ausglichen, wolle Sachsens Staatsregierung auf Antrag nur 70 Prozent zugestehen. "Ihr 'Rettungsschirm' ist viel zu klein. Das gefährdet bestehende Angebote und bedroht die Attraktivität des Bus- und Bahnverkehrs, der schon mit Blick auf die Klimaerhitzung dringend ausgebaut werden muss", wandte sich Böhme direkt an die Regierung und forderte nicht nur einen besseren Schadensausgleich. Es müsse mehr Geld in den Öffentlichen Personennahverkehr fließen, um wichtige Angebote abzusichern. Zudem gelte es auch innovative Antriebs- und Fahrzeugkonzepte zu fördern. 

9.48 Uhr: Söder bekräftigt Forderung nach mehr nationalen Regeln

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat seine Forderung nach mehr nationalen Regeln im Kampf gegen die Corona-Krise bekräftigt. Im ZDF-"Morgenmagazin forderte der CSU-Chef, das Infektionsschutzgesetz an das aktuelle Pandemiegeschehen anzupassen. "Es ist auch wichtig, dass wir nicht nur unterschiedliche regionale Konzepte haben, sondern auch mehr einheitliche Linie haben. Wir spüren, dass das ständig nachgesteuert werden muss", sagte Söder. Er glaube ein "grundlegender Durchgriff", der in einem nationalen Pandemieplan erfolge, würde auch vor Ort helfen. Der CSU-Politiker hatte sich zuletzt wiederholt für mehr Kompetenzen für den Bund beim Infektionsschutz starkgemacht. Am Montag hatte Söder gesagt: "Ich bin ein überzeugter Föderalist, aber ich glaube, dass der Föderalismus zunehmend an seine Grenze stößt."

9.17 Uhr: Kassenärzte kritisieren "Angsterzeugung"

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat den Ton im Zusammenhang mit der Verschärfung von Corona-Maßnahmen kritisiert. "Wir glauben, dass etwas mehr Ruhe und Sachlichkeit und etwas weniger Bedrohlichkeit vielleicht helfen könnten, die nächsten eineinhalb Jahre auch noch zu überstehen", sagte der stellvertretende KBV-Vorsitzende und Allgemeinmediziner Stephan Hofmeister der Deutschen Presse-Agentur. Drohungen und Angsterzeugung seien immer ein schlechter Ratgeber und nicht nachhaltig. Nach Einschätzung der Kassenärzte wird es noch bis Ende 2022 dauern, bis regelmäßig und wirksam geimpft werden kann. "Und unter diesem Aspekt muss man sich die Maßnahmen, die jetzt propagiert werden, anschauen. Sind das Maßnahmen, die durchhaltefähig sind?" Das Virus sei nicht in Wellen da, sondern immer und wie andere Viren auch saisonal häufiger. Man werde jetzt im Herbst einen Höhepunkt erleben und im nächsten Frühjahr wieder, so wie bei anderen Viren auch.

"Dinge wie die AHA-Regel sollten selbstverständlich und positiv besetzt sein. Es sollte klar sein, dass man selbst, wenn man nicht so sehr an die Masken glaubt, diese aber aus Rücksicht gegenüber Dritten und Schwächeren trotzdem trägt", sagte Hofmeister. "Das ist etwas anderes, als zu drohen, dass Weihnachten ganz furchtbar wird, weil wir alle im Lockdown sein werden. Und da denken wir als KBV, dass wir vielleicht eine Besinnung brauchen und keinen Wettbewerb, wer kann's noch schärfer."

8.38 Uhr: Berlins Gesundheitssenatorin warnt vor Lockdown in Berlin

Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat die verschärften Maßnahmen gegen eine weitere Corona-Ausbreitung in der Hauptstadt verteidigt. Im Inforadio vom rbb  sagte Kalayci am Mittwoch: "Das Infektionsgeschehen ist diffus, ist nicht mehr Ausbrüchen eindeutig zuzuordnen (...)" Daher bliebe nichts anderes übrig, als die allgemeinen Regeln wie Masken oder Abstand stärker durchzusetzen. "Ehrlich gesagt, darüber hinaus haben wir nicht so viele Mittel, dann bleibt nur noch ein Lockdown," so die SPD-Politikerin. Sie wandte sich zugleich gegen die Forderung des Bezirksbürgermeisters von Pankow, Sören Benn (Die Linke), nach einem zeitlich begrenzten bundesweiten Lockdown: "Was ist mit den sozialen Folgen, mit den wirtschaftlichen Folgen? Wollen wir wirklich auch Bildung wieder auf der Strecke lassen?"

In Berlin waren am Dienstag 822 neue Fälle registriert worden - der höchste Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen wuchs weiter auf 93,8. 

Dilek Kalayci (SPD), Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung
Dilek Kalayci (SPD), Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung © dpa/Britta Pedersen

8.03 Uhr: Zwei Drittel der Einwohner von NRW leben in Risikogebiet

In Nordrhein-Westfalen wohnen inzwischen zwei Drittel der Bevölkerung in einem Corona-Risikogebiet. Rund 12 Millionen Einwohner leben in Städten oder Kreisen, die über der kritischen Schwelle von 50 Neuinfektionen liegen, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervorgeht. Münster mit rund 315.300 Einwohnern war demnach die einzige größere Stadt, die mit 33 Fällen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tage unter der Kennzahl von 50 blieb. Das bevölkerungsreichste Bundesland NRW hat knapp 18 Millionen Einwohner. Mehrere Regionen verzeichneten sogar mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche - darunter die Millionenstadt Köln mit einem Wert von 104,5. Die höchsten Werte hatte die bergische Stadt Solingen mit rund 159.250 Einwohnern und einem Wert von 137,5 sowie Herne mit 133,6 und 156.450 Einwohnern. Das gesamte Ruhrgebiet galt auch am Mittwoch weiter als Risikogebiet.

7.19 Uhr: Landrat spricht über Lage im Risikogebiet

Am vergangenen Wochenende war es soweit: Nach dem Erzgebirgskreis und den Landkreis Zwickau überschritt auch der Landkreis Görlitz den 50er-Grenzwert, ab dem strengere Corona-Maßnahmen vorgesehen sind. Viele Menschen fragen sich, wie der Kreis so schnell zum Risikogebiet werden konnte. Landrat Bernd Lange und Vertreter des örtlichen Gesundheitsamtes haben nun Fragen zur aktuellen Lage im Kreis beantwortet. Wie viel wird getestet wird und wo die meisten Fälle auftreten, lesen Sie im Artikel Jetzt spricht der Kreis Görlitz (SZ+) 

6.50 Uhr: Mehr Beschwerden über Taxifahrer in Dresden

Im öffentlichen Nahverkehr gehört die Mund-Nasen-Bedeckung schon seit Monaten zur Standardausrüstung. Während die Maskenpflicht in den Bussen, Straßenbahnen und Zügen klar geregelt ist, ist das bei Taxis nicht der Fall, obwohl gerade in den Autos kein Mindestabstand eingehalten werden kann. Taxi-Fahrgäste, die auf die Maskenpflicht hinweisen, werden mitunter von den Fahrern nicht für voll genommen, wie ein Fall aus Dresden zeigt. Wie reagieren Taxi-Genossenschaft und Behörden? (SZ+)

6.09 Uhr: Maskenpflicht in Bulgarien auch im Freien

In Bulgarien ist angesichts stark steigender Corona-Zahlen das Tragen von Schutzmasken auch im Freien ab morgen wieder Pflicht. Ziel der vorerst bis November geltenden Maßnahme sei es, die Zahl der Neuerkrankungen zu reduzieren und das Klinikpersonal zu entlasten, erläuterte Gesundheitsminister Kostadin Angelow. Lokale und Fitnesscenter bleiben geöffnet, sollen aber auf die Einhaltung der Corona-Auflagen kontrolliert werden, sagte der Minister. Auch in Bulgarien ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt massiv gestiegen. In dem südosteuropäischen Land mit 6,9 Millionen Einwohnern wurde am Dienstag mit 1024 neuen Corona-Fällen ein neuer Höchststand verzeichnet. Derzeit sind insgesamt 12.366 Menschen infiziert. Vor einer Woche waren es noch 8.099. 

Die angekündigte Maskenpflicht im Freien wurde von den Protestlern kritisiert, die seit gut drei Monaten den Rücktritt der bulgarischen Regierung fordern.
Die angekündigte Maskenpflicht im Freien wurde von den Protestlern kritisiert, die seit gut drei Monaten den Rücktritt der bulgarischen Regierung fordern. © Valentina Petrova/AP/dpa

5.40 Uhr: 7.595 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Mittwochmorgen 7.595 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert bleibt damit knapp hinter der Höchstmarke von 7.830 vom Samstag zurück, liegt aber deutlich über den 5.132 gemeldeten Neuinfektionen vom vergangenen Mittwoch. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten. Die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - sei im Bundesschnitt auf 48,6 gestiegen.

Seit Beginn der Krise haben sich mindestens 380.762 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle stieg um 39 auf 9.875. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 302.100 Genesene. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 1,25 (Vortag: 1,35). Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert, der weniger tagesaktuellen Schwankungen unterliegt, liegt nun bei 1,23 (Vortag: 1,25). 

5.22 Uhr: Deutschland sagt Nato Soldaten für mögliche Covid-19-Einsätze zu

Deutsche Soldaten könnten während der zweiten Welle der Corona-Pandemie zu Kriseneinsätzen in andere Nato- und Partnerländer geschickt werden. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage bestätigte, hat die Bundesregierung der Nato Unterstützung für deren Notfallplan "Allied Hand" zugesagt. Demnach würden bei Bedarf medizinisches Personal, Pioniere und Experten aus der Truppe für die Abwehr von atomaren, biologischen oder chemischen Gefahren für Auslandseinsätze bereitgestellt. Insgesamt soll die Entsendung von rund 160 Spezialisten möglich sein. Hinzukommen könnten Soldatinnen und Soldaten, die den jeweiligen Einsatz von Deutschland aus unterstützen, heißt es aus dem Ministerium von Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).

Aktiviert werden soll der Notfallplan zum Beispiel dann, wenn in Bündnisstaaten oder Nato-Partnerländern wie der Ukraine, Georgien oder Schweden wegen sehr hoher Infektionszahlen ein Zusammenbruch des Gesundheitssystems droht und der betroffene Staat um Unterstützung bittet. Notwendig wäre zudem ein Beschluss der 30 Nato-Staaten im Nordatlantikrat.

5.01 Uhr: Peter Maffay gegen Obergrenze bei Veranstaltungen

Deutschrock-Sänger Peter Maffay (71) hält nichts von den wegen der Corona-Pandemie vorgeschriebenen Obergrenzen von Teilnehmerzahlen für Kulturereignissen. "Das augenblickliche Limit bremst uns aus und gibt der Branche keine Chance, sich selbst aus der Patsche zu helfen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwoch). Seit Ausbruch der Pandemie habe er mit seiner Band ein einziges Konzert - Anfang Oktober in der Berliner Waldbühne - gegeben. "Da passen normalerweise 22.000 Leute rein, diesmal waren nur 4.500 zugelassen", sagte Maffay. Wirtschaftlich sei das "Nonsens" gewesen. "Was spricht dagegen, statt 4.500, 6.000 oder 7.000 Menschen reinzulassen, wenn es die Location und das Hygienekonzept zulassen?"

In den Bundesländern herrschen unterschiedliche Obergrenzen für Teilnehmer von Kulturveranstaltungen. In Berlin etwa sind bis Ende des Jahres im Freien keine öffentlichen Veranstaltungen mit mehr als 5.000 Menschen erlaubt. 

Corona-Pandemie: Das passierte am Dienstag

22.47 Uhr: Virologin Ciesek: Zwei Faktoren im Corona-Winter entscheidend

Wie gut Deutschland in der Corona-Pandemie durch den Winter kommt, hängt nach Ansicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek vor allem von zwei Faktoren ab: „Das eine ist der öffentliche Gesundheitsdienst - wie klappt die Nachverfolgung“, sagte sie im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“: „Wenn die Gesundheitsämter das nicht mehr schaffen, dann führt das zu diesem berühmten Kipppunkt und die Dynamik der Verbreitung würde sich schlagartig ändern können.“

„Der andere wichtige Baustein ist natürlich die Kontaktbeschränkung - also unser Verhalten“, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, die sich in dem Podcast wochenweise mit dem Berliner Virologen Christian Drosten abwechselt. „Wir machen es dem Gesundheitsamt viel schwerer, wenn wir viele Kontaktpersonen haben.“ Wichtig findet es Ciesek auch, beim Testen nicht nachzulassen. „Wenn Sie nur noch die Symptomatischen testen, würde das schneller voranschreiten. Das halte ich für keine gute Idee.“

Von dem inzwischen fast überall gekippten Beherbergungsverbot oder von Reisebeschränkungen hält Ciesek wenig. Mobilität einzuschränken sei „nicht wirklich sinnig“, da sich Virus ohnehin bereits überall verbreitet habe. Nicht allzu viel Angst haben muss man Ciesek zufolge vor möglicherweise kontaminierten Oberflächen. Schmierinfektionen spielten „eine untergeordnete Rolle“ bei der Übertragung. Dass das Coronavirus in Kälte wochenlang auf Oberflächen überleben kann, stimme nur „unter Laborbedingungen“, die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie könne man „nicht auf unser Leben übertragen“. 

22.04 Uhr: Frauen machen drei Mal so viel Haus- und Pflegearbeit wie Männer

Frauen erledigen weltweit während der Corona-Pandemie einem UN-Bericht zufolge etwa drei Mal so viel unbezahlte Haus- und Pflegearbeit wie Männer. Demnach arbeiteten Männer im globalen Durchschnitt 1,7 Stunden pro Tag im Haushalt oder pflegten Angehörige, Frauen taten dies aber 4,2 Stunden lang. In Nordafrika und Westasien sei der Unterschied noch größer: Dort würden Frauen sieben Mal mehr unbezahlte Arbeit erledigen als Männer. Dem Bericht zufolge wurde während der Pandemie mehr unbezahlte Arbeit geleistet als vorher.

Zudem hätten im Jahr 2020 nur 47 Prozent der Frauen im arbeitsfähigem Alter einen Job gehabt - gegenüber 74 Prozent der Männer. Dieser Unterschied sei seit 1995 relativ konstant. Fortschritte zur Gleichberechtigung von Frauen blieben schwer fassbar, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. "Kein Land hat die Gleichstellung der Geschlechter erreicht, und die Covid-19-Krise droht, das begrenzt Erreichte zu untergraben." Auch auf der Entscheider-Ebene sind Frauen dem Bericht zufolge weiterhin klar in der Unterzahl. Manager-Positionen seien nur zu 28 Prozent weiblich besetzt. Von den untersuchten Firmen hätten zudem nur 18 Prozent Frauen als Geschäftsführer.

21.36 Uhr: Höchster Tageswert bei Corona-Neuinfektionen in Berlin

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages hat in der Hauptstadt einen neuen Höchstwert erreicht. Am Dienstag meldete die Berliner Gesundheitsverwaltung laut aktuellem Lagebericht, es seien 822 neue Fälle registriert worden. Das ist der höchste registrierte Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie. Zuletzt galt ein Plus von 706 Fällen am 13. Oktober als bislang höchster Tageswert bei den Neuinfektionen.

Die Corona-Zahlen zogen damit deutlich an: Am Montag waren in Berlin 476 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Inzwischen wird zwar mehr getestet, Experten weisen allerdings darauf hin, dass auch der Anteil der positiv Getesteten gestiegen sei. Für das Land Berlin werden diese Zahlen im täglichen Lagebericht aber nicht veröffentlicht. Zudem gab es laut Gesundheitsverwaltung zwei weitere Todesfälle. Die Zahl lag hier für Dienstag bei inzwischen 243. Seit Beginn der Pandemie wurden insgesamt 22.726 Fälle registriert. 16.759 Menschen gelten inzwischen als genesen.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen wuchs weiter auf nun 93,8. Am Vortrag lag sie bei 89,2. Die Hauptstadt liegt damit weiter deutlich über dem kritischen Schwellenwert von 50 und gilt als Risikogebiet.

21.14 Uhr: Kein Engpass bei Betten, aber beim Personal

Den Kliniken in Deutschland droht durch den Anstieg der Covid-19-Patienten kein Kollaps, es könnte aber zu Engpässen in anderen Bereichen kommen. Diese Auffassung vertrat Stefan Kluge, der Chef der Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf am Dienstag im NDR-Podcast "Coronavirus-Update". Er sprach dort neben der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek.

Aktuell würden sechs Prozent der "Testpositiven" stationär im Krankenhaus aufgenommen, sagte Kluge. Ungefähr zwei Prozent der Infizierten müssten auf eine Intensivstation. Die Gesamtzahl der Intensivpatienten mit Covid-19 sei derzeit "noch relativ moderat".

Auch auf weiter steigende Patientenzahlen sei das Gesundheitswesen vorbereitet: "Es wird keiner in Deutschland sterben, weil er kein Beatmungsbett bekommt. Das wird nicht passieren", sagte Kluge. Freie Intensivbetten gebe es derzeit genug - der Engpass sei das Personal. "Der Pflegemangel ist unser Hauptproblem." Das sei schon vor Corona so gewesen. Wenn mehr Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt werden müssen, müsse man Personal innerhalb der Klinik umverteilen "und das führt zu einer Leistungseinschränkung der übrigen Bereiche, das muss uns ganz klar sein."

21.08 Uhr: Bayerns Nationalspieler Gnabry positiv auf Corona getestet

Der deutsche Fußball-Nationalspieler Serge Gnabry vom FC Bayern ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab der Rekordmeister am Dienstagabend bekannt. Dem 25-Jährigen "geht es gut", hieß es in einer knappen Mitteilung der Münchner. Der Offensivspieler befinde sich in häuslicher Quarantäne und wird damit vorerst ausfallen. Am Mittwoch startet der FC Bayern mit einem Heimspiel gegen Atlético Madrid in die neue Saison der Champions League.

Bayern Münchens Serge Gnabry wurde positiv auf das Coronavirus getestet.
Bayern Münchens Serge Gnabry wurde positiv auf das Coronavirus getestet. © Sven Hoppe/dpa

20.44 Uhr: Spahn begrüßt Maßnahmen in Berchtesgarden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat in der Corona-Pandemie die strengen Ausgangsbeschränkungen im bayerischen Kreis Berchtesgadener Land begrüßt. "Das ist jetzt hart für die Bevölkerung in Berchtesgaden, das sind harte zwei, drei Wochen. Aber es sind eben zwei, drei Wochen, die helfen, diese Infektion auch wirklich effizient wieder unter Kontrolle zu bringen", sagte er am Dienstagabend im ZDF. "Und das ist am Ende besser als etwa mit Einreisebeschränkungen (...) dann innerdeutsch da zu agieren. Also ich finde das, was die bayerische Staatsregierung macht, genau richtig."

Die Leiterin des Genfer Universitätszentrums für neue Viruserkrankungen, Isabelle Eckerle, sagte in der Sendung mit Blick auf die Maßnahmen: "Die wären noch effektiver, wenn man sie früher ergreifen würde, aber dann ist die Akzeptanz sehr, sehr gering."

Am Montag hatte das Berchtesgadener Land bundesweit die höchste Zahl an Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen: Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 272,8. Am Dienstag sank sie auf 236. Erstmals seit dem Frühjahr ist das Verlassen der eigenen Wohnung nur noch mit triftigem Grund erlaubt. Schulen und Kitas wurden geschlossen.

20.16 Uhr: Mehr als 21.000 neue Corona-Infektionen in Großbritannien

In Großbritannien sind innerhalb von 24 Stunden mehr als 21.000 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen nach Regierungsangaben vom Dienstag auf mehr als 762.000 und die Zahl der Todesfälle auf fast 44.000. Statistiken der Nationalen Statistikbehörde kommen sogar auf etwa 59.000 Todesfälle. Die Experten werteten hierfür alle Sterbezertifikate aus, auf denen eine Corona-Infektion vermerkt war.

Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer im Vereinigten Königreich aus, da es an Tests mangelt. In stark betroffenen Regionen wie dem Norden Englands können viele Kliniken keine Patienten mehr aufnehmen. In europäischen Statistiken zählt Großbritannien mit seinen knapp 67 Millionen Einwohnern zu den am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern. Das Gesundheitswesen gilt als marode und Premier Boris Johnson wird ein schlechtes Krisenmanagement vorgeworfen.

19.58 Uhr: Niedersachsen will niederländische Corona-Patienten aufnehmen

Die Niederlande gehören zu den Ländern in Europa, die von der zweiten Welle der Corona-Pandemie am stärksten betroffen sind. Nun spricht Niedersachsen mit dem Nachbarland über die Aufnahme und Behandlung schwer erkrankter Covid-19-Patienten. Es gebe die grundsätzliche Bereitschaft zu helfen, sagt der Sprecher des Gesundheitsministeriums in Hannover auf Anfrage. „Dies ist aus Sicht der Landesregierung auch eine Frage der gelebten nachbarschaftlichen Solidarität.“ Derzeit würden dazu auf unterschiedlichen Ebenen Gespräche mit den Niederlanden geführt, ein offizielles Amtshilfeersuchen sei allerdings noch nicht eingegangen.

Erst am Dienstag sind bei den niederländischen Gesundheitsbehörden mehr als 8.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden. In Deutschland mit fast fünf Mal so vielen Einwohnern waren zuletzt in 24 Stunden rund 6.800 Fälle gemeldet worden.
Erst am Dienstag sind bei den niederländischen Gesundheitsbehörden mehr als 8.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden. In Deutschland mit fast fünf Mal so vielen Einwohnern waren zuletzt in 24 Stunden rund 6.800 Fälle gemeldet worden. © sem Van Der Wal/ANP/dpa

19.34 Uhr: Atom-Transport soll erneut verschoben werden

Niedersachsen will den für Anfang November geplanten Castor-Atomtransport durch Deutschland wegen der Corona-Pandemie erneut verschieben. In einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bat Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD), "dass der Transport und die damit einhergehenden Einsatzmaßnahmen erneut verschoben werden", wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet. Das Innenministerium in Hannover bestätigte das Schreiben.

Die sechs rund 100 Tonnen schweren Castor-Behälter mit radioaktiven Abfällen aus der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield sollten eigentlich bereits im Frühjahr per Schiff ins niedersächsische Nordenham und dann mit der Bahn weiter ins Atomkraftwerk im hessischen Biblis gebracht werden. Wegen der Corona-Krise wurde dies aber abgesagt. Wegen der zu erwartenden Proteste haben die Landespolizeibehörden bereits Tausende Beamte mobilisiert. Pistorius mahnt in seinem Brief an Seehofer an, dass der Einsatz von so vielen Polizisten trotz eines bereits geplanten Hygienekonzepts "erhöhte Infektionsrisiken für die Einsatzkräfte" mit sich bringen würde.

19.01 Uhr: Schweiz verdoppelt Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der Schweiz hat sich binnen einer Woche verdoppelt. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl zähle die Schweiz damit doppelt so viele Neuansteckungen wie Italien, sagte Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG). 3.008 neue Corona-Fälle in 24 Stunden wurden am Dienstag in der Schweiz und in Liechtenstein gemeldet. Zudem registrierte das BAG acht neue Todesfälle.

Der Anstieg werde sich nicht verlangsamen, bis die neuen Maßnahmen griffen, sagte Kuster. In der Schweiz gilt seit Montag ein Versammlungsverbot für mehr als 15 Menschen im öffentlichen Raum, die Maskenpflicht wurde auf öffentlich zugängliche Räume wie Geschäfte oder Bahnhöfen und Haltestellen ausgedehnt.

18.39 Uhr: Mehr als fünf Millionen bestätigte Corona-Fälle in Europa

In der EU und ihren wichtigsten europäischen Partnerstaaten haben sich mittlerweile mehr als fünf Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Bis Dienstag wurden dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) insgesamt 5.039.783 Fälle aus dem Europäischen Wirtschaftsraum zuzüglich Großbritannien gemeldet. Das sind rund 130.000 mehr als am Vortag, wie aus einer täglich aktualisierten Übersicht des ECDC hervorgeht.

Die mit Abstand meisten Corona-Fälle haben demnach Spanien (974.449), Frankreich (910.277) und Großbritannien (741.212) verzeichnet. Dahinter folgen Italien (423.578), Deutschland (373.167), die Niederlande (235.954) und Belgien (230.387). In der gesamten Region hat es bislang rund 202.000 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gegeben.

Zum EWR zählen neben den 27 EU-Staaten auch Norwegen, Island und Liechtenstein. Das ECDC schließt auch das frühere EU-Mitglied Großbritannien mit ein. Dafür wird die Schweiz mit ihren bislang rund 83.000 bestätigten Corona-Fällen nicht miteingerechnet. Deutlich höher sind die Corona-Zahlen für Europa beim WHO-Regionalbüro. Das liegt daran, dass die WHO Europa insgesamt 53 Länder zur europäischen Region zählt. Die Zahl der bestätigten Infektionen lag in der WHO-Auswertung am Dienstag bei knapp 8,2 Millionen, die Todeszahl bei fast 260.000.

18.18 Uhr: Weiterer Landkreis in Sachsen ist jetzt Risikogebiet

Nach dem Landkreis Bautzen gilt seit Dienstag auch der Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge als Corona-Risikogebiet. In der Region ist die Zahl der aktuell Coronainfizierten auf 233 angestiegen. das sind 13 mehr als am Vortag. Die Inzidenzrate, die Infektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen, liegt laut Landratsamt jetzt bei 59,1. Damit ist auch dieser sächsische Landkreis als Corona-Risikogebiet einzustufen.

Neben diesen beiden Kreisen sind in Sachsen weitere Regionen als Risikogebiete ausgewiesen. Dazu zählen unter anderem der Landkreis Görlitz, der Erzgebirgskreis sowie die Stadt Chemnitz. Der Landkreis Zwickau (48,3) liegt noch knapp unter dem kritischen Grenzwert. Die Zahlen zu den Neuinfektionen können jedoch je nach Institution (Robert Koch-Institut, sächsisches Gesundheitsministerium oder Gesundheitsämter der Gemeinden) unterschiedlich ausfallen. Dies kommt laut Behörden durch verschiedene Meldezeiten zustande. Ähnlich ist die Lage im Vogtlandkreis (50). Wie es in der westsächsischen Region weiter geht, wollen die Verantwortlichen am Mittwoch mitteilen.

Unterdessen spitzt sich die Lage auch in anderen Regionen in Sachsen weiter zu. Immer mehr Landkreise und Städte bitten etwa die Bundeswehr um Unterstützung. Seit Dienstag werden zwölf Soldaten im Pflegeheim "Haus Sommergarten" in Freital eingesetzt. Sie erledigen bis zum 1. November in Spät- und Frühschicht Dienste, bei denen weder eine medizinische noch eine pflegerische Ausbildung vonnöten ist, wie etwa Essensausgabe oder Saubermachen, wie eine Sprecherin des Landratsamtes in Pirna sagte. In dem Pflegeheim waren mehrere Bewohner und Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. In der Stadt Leipzig unterstützen derzeit acht Soldaten und Soldatinnen das Gesundheitsamt bei der Kontaktverfolgung und Abstrichen.

17.53 Uhr: Berlin verschärft Maskenpflicht und Regeln für Privatfeiern

Wegen der Corona-Pandemie gelten in Berlin bald niedrigere Obergrenzen für private Zusammenkünfte. Draußen dürfen sich nur noch 25 statt bisher 50 Menschen treffen, drinnen statt bisher zehn Menschen nur noch Angehörige eines Haushalts plus maximal fünf andere Personen. Das beschloss der Senat am Dienstag, wie Regierungschef Michael Müller (SPD) mitteilte. Zuvor hatte der Senat bereits eine Ausweitung der Maskenpflicht beschlossen. Sie soll künftig auch für Wochenmärkte, bestimmte Einkaufsstraßen und Warteschlangen gelten, in denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist.

Wie Müller ankündigte, soll zudem die zur Eindämmung der Pandemie verhängte Sperrstunde gerichtsfest gemacht werden. Geplant seien eine Verordnung und eine Gesetzesänderung, um bei der nächtlichen Sperrstunde samt Ausschankverbot für Alkohol sowohl für die Gastronomie als auch für Spätverkaufsstellen "nachzuschärfen". Die Sperrstunde für Gastronomie und Handel in Berlin gilt seit 10. Oktober in der Zeit von 23 Uhr bis 6 Uhr. Alle Gastronomiebetriebe sowie fast alle Geschäfte müssen dann schließen.

Die Sperrstunde könnte allerdings noch juristisch gekippt werden. Das Verwaltungsgericht Berlin hatte am vergangenen Freitag entschieden, dass sie einer rechtlichen Überprüfung nicht standhalte. Zumindest die elf Wirte, die das Gericht angerufen hatten, müssen sie nun nicht mehr einhalten. Der Senat legte Beschwerde ein. Wann das Oberverwaltungsgericht darüber entscheidet, ist noch offen.

17.38 Uhr: Kanzleramtschef: Corona-Regelverstoß ist "gesellschaftsschädigend"

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen Bürger scharf kritisiert, die Partys feiern und gegen staatliche Regeln verstoßen. „Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern gesellschaftsschädigendes Verhalten. Es ist ein schwerer Verstoß gegen den Gemeinsinn in unserem Land“, sagte er dem Magazin „stern“. Deutschland sei bisher vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen. „Das Einzige, womit wir unseren Erfolg zunichte machen können, ist unser Freizeitdrang.“

Es gehe nun darum, über den Winter zu kommen. „Da ist eine gesellschaftliche Rücksichtnahme der Jüngeren gegenüber den Älteren etwas, was man erwarten darf“, forderte Braun. Zugleich ließ er erkennen, dass er weitere Verschärfungen der Corona-Regeln für nötig hält. Die Beschlüsse der Ministerpräsidenten vom vergangenen Mittwoch würden „den enormen Anstieg nicht komplett abbremsen“. 

17.15 Uhr: Leipzig-Profi Haidara positiv auf Coronavirus getestet

Amadou Haidara vom Fußball-Bundesligisten RB Leipzig ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Club am Dienstag mit. Nachdem der malische Nationalspieler sich wegen eines uneindeutigen Corona-Tests bereits seit Donnerstag vorsorglich in Isolation befand, brachte ein erneuter Test ein positives Ergebnis. Haidara begab sich umgehend in Quarantäne. Alle anderen RB-Profis waren vor dem Champions-League-Spiel gegen Istanbul Basaksehir am Dienstagabend (21.00 Uhr/DAZN) negativ getestet worden.

Amadou Haidara ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.
Amadou Haidara ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. © dpa/Jan Woitas

16.59 Uhr: Slowakische Regierung will fast das ganze Volk auf Corona testen

Wer sich nicht auf Corona testen lässt, muss in Quarantäne: Die slowakische Regierung hat am Dienstag ein drastisches Vorgehen bei ihren geplanten Corona-Massentests angekündigt. Der Regierungsplan sieht vor, dass an den kommenden drei Wochenenden jeweils von Freitag bis Sonntag alle über zehn Jahre alten Bewohner des Landes einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden sollen. Das Vorgehen sorgte für Irritation und Rätselraten in den Medien. Der populistisch-konservative Regierungschef Igor Matovic hatte das Vorhaben am Wochenende überraschend angekündigt, ohne vorher seine Koalitionspartner zu informieren.

16.45 Uhr: US-Notfallzulassung für Impfstoff im Dezember denkbar

Der Arzneimittelhersteller Moderna erwartet mit etwas Glück eine US-Notfallzulassung für den eigenen Corona-Impfstoff im Dezember. Die Voraussetzung dafür sei, dass Moderna im November in einer Studie positive Zwischenergebnisse erziele, führte der Vorstandsvorsitzende Stephane Bancel auf einer Veranstaltung des "Wall Street Journal" aus. Mit einer Notfallzulassung der amerikanischen Behörde für Nahrungs- und Arzneimittel (FDA) könnten Teile der US-Bevölkerung - zum Beispiel medizinisches Personal oder ältere Menschen - auch vor der offiziellen Zulassung geimpft werden.

Am Freitag hatte bereits der US-Pharmakonzern Pfizer, der mit der deutschen Firma Biontech kooperiert, angekündigt, möglicherweise im November eine Notfallzulassung in den USA für seinen Impfstoff zu beantragen. Die Voraussetzung sei, dass die Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit bei der laufenden Erprobung positiv seien Moderna und Pfizer/Biontech gehören zu den Firmen mit besonders aussichtsreichen Impfstoff-Kandidaten. Sie erforschen bereits in der entscheidenden Phase mit Tausenden Probanden, ob ihre Mittel tatsächlich vor einer Corona-Infektion schützen.

16.19 Uhr: Gericht kippt Beherbergungsbeschränkungen für Mecklenburg-Vorpommern

Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind die bislang geltenden Beherbergungsbeschränkungen für Urlaubsgäste aus Corona-Risikogebieten gerichtlich gekippt worden. Das Oberverwaltungsgericht in Greifswald gab am Dienstag den Eilanträgen von zwei Hotelbetrieben statt, die gegen die geforderten Corona-Negativtests geklagt hatten. Die Landesregierung habe keinen sachlichen Grund darlegen können, weshalb Urlaubsgäste aus Risikogebieten anders zu behandeln seien als etwa Schüler, Studenten oder Berufspendler, teilte das Gericht zur Begründung mit.

15.57 Uhr: Lufthansa fliegt auch im Sommer Milliardenverlust ein

Der Einbruch des Flugverkehrs in der Corona-Krise hat der Lufthansa auch im Sommer einen Milliardenverlust eingebrockt. Trotz der Ausweitung des Flugangebots im Juli und August belief sich der bereinigte Verlust vor Zinsen und Steuern im dritten Quartal auf 1,26 Milliarden Euro, wie der in der Krise vom Staat gerettete Konzern überraschend am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Im zweiten Quartal hatte sich das Minus allerdings noch auf 1,7 Milliarden Euro belaufen.

Dank der Staatshilfen zeigte sich das Management zuversichtlich, dass der Lufthansa-Konzern auch weiteren Belastungen durch die Corona-Pandemie standhalten kann. Ende September verfügte der Konzern den Angaben zufolge über flüssige Mittel von 10,1 Milliarden Euro.

15.31 Uhr: Sagrotan-Hersteller wächst in der Pandemie

Der Sagrotan-Hersteller Reckitt Benckiser profitiert in der Corona-Pandemie weiter von einem starken Absatz seiner Hygieneprodukte und Desinfektionsmittel. Die Briten erhöhten daher ihre Umsatzprognose für das laufende Jahr. Die gute Entwicklung im ersten Halbjahr habe sich im dritten Quartal fortgesetzt, erläuterte Vorstandschef Laxman Narasimhan am Dienstag. Das Unternehmen strebe daher nun für 2020 ein vergleichbares Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich an. Zuvor war Reckitt Benckiser von einem hohen einstelligen Plus ausgegangen.

Im dritten Quartal stiegen die Erlöse um knapp 7 Prozent auf 3,5 Milliarden britische Pfund (rund 3,9 Milliarden Euro). Auf vergleichbarer Basis erzielte der Konzern ein Wachstum von 13,3 Prozent, was deutlich über den Markterwartungen lag. Wachstumstreiber war die Hygiene-Sparte mit einem vergleichbaren Wachstum von 19,5 Prozent, gefolgt vom Gesundheitsgeschäft, welches auf ein Plus von 12,6 Prozent kam. Reckitt Benckiser ist neben dem Desinfektionsmittel Sagrotan für seine antiseptischen Seifen und Desinfektionsmittel der Marke Dettol bekannt. Weitere bekannte Marken sind Calgon, Clearasil, Vanish oder Durex.

15.03 Uhr: Kreis Bautzen ist jetzt Corona-Risikogebiet

Neben dem Erzgebirgskreis, dem Kreis Görlitz und der Stadt Chemnitz gibt es in Sachsen ein weiteres Risikogebiet. Am Dienstag hat das Bautzner Landratsamt 22 neue Infektionen gemeldet, nachdem am Montag 191 Tests erfolgt sind. Damit liegt der Inzidenzwert, der angibt, wie viele Fälle innerhalb einer Woche bezogen auf 100.000 Einwohner festgestellt wurden, jetzt bei 54. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Insgesamt wurden in Sachsen innerhalb der letzten 24 Stunden 212 Neuinfektionen registriert. Wie das Gesundheitsamt mitteilte, haben sich seit dem Beginn der Pandemie 10.652 Menschen im Freistaat mit dem Coronavirus angesteckt, 259 Erkrankte starben. Das ist ein Mensch mehr als am Montag. Etwa 7.530 auf SARS CoV-2 positiv getestete Personen gelten als genesen.

14.51 Uhr: Hunderte Touristen müssen Berchtesgadener Land verlassen

Die strikten Ausgangsbeschränkungen im Landkreis Berchtesgadener Land haben am Dienstag auch Hunderte Feriengäste zur Abreise gezwungen. Die Berchtesgadener Land Tourismus schätzte die Zahl der Gäste, die in der Bergidylle rund um Watzmann und Königssee teils die Herbstferien verbringen wollten, auf knapp 2.500. Der Sommer sei zwar für manche Beherbergungsbetriebe sogar besser gelaufen als das Vorjahr, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Aber: "Teilweise sind noch nicht mal die Schäden aus dem Frühjahr kompensiert." Der Lockdown hatte damals Hoteliers und Gastgebern schwere Einbußen gebracht.

Für die nächste Zeit gebe es nicht viele Stornierungen - denn die meisten Gäste hätten sich ohnehin mit langfristigen Planungen zurückgehalten. Wie sich die hohen Zahlen und die Ausgangsbeschränkungen dauerhaft auswirkten, hänge nicht zuletzt davon ab, "wie lange das dauert und wie groß der Imageschaden ist."

Das Verlassen der eigenen Wohnung ist im Landkreis von Dienstag 14 Uhr an nur noch mit triftigem Grund erlaubt. Es sind bayernweit die ersten Ausgangsbeschränkungen seit Monaten, sie gelten vorerst für 14 Tage. Am Montag lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis bei 272,8. Sie gibt an, wie viele Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gemeldet wurden.

14.35 Uhr: Ischgl will eines der sichersten Ziele im Alpenraum sein

Der österreichische Wintersportort Ischgl, im März Hotspot bei der Verbreitung der Corona-Pandemie, will in der bevorstehenden Saison eines der sichersten Ziele im Alpenraum sein. So habe die Silvrettaseilbahn AG zuletzt rund 700.000 Euro in Gesundheits- und Sicherheitsstandards investiert. Kameras sollen sofort über Gruppen-Bildung beim Anstehen aufklären. Zudem sollen Wartezeiten vorhergesagt und mit Kaltvernebelungsgeräten die Seilbahn-Kabinen desinfiziert werden.

Der Tourismusverband Paznaun-Ischgl habe gemeinsam mit den Skigebieten eine neue App pro Ort im Paznauntal entwickelt, die auch die Möglichkeit der Gäste-Registrierung in Restaurants einschließe, hieß es. Das System zum Testen von Gästen, Mitarbeitern und Einheimischen werde derzeit ausgebaut. Après-Ski werde es in diesem Winter in der bisher bekannten Form nicht geben. Geplant ist der erste Skitag in Ischgl am 26. November, Galtür soll am 5. Dezember, Kappl und See am 18. Dezember folgen.

Unterdessen wird das von der Bundesregierung lancierte Corona-Testprogramm für den Tourismus ausgeweitet, wie das Tourismusministerium der österreichischen Nachrichtenagentur APA mitteilte. Damit seien nun etwa auch Skilehrer, Bergführer, Reisebegleiter, Fremdenführer oder Privatzimmervermieter anspruchsberechtigt und könnten sich einmal pro Woche testen lassen. 

Bilder wie dieses soll es in diesem Winter in Ischgl nicht mehr geben. Dafür haben die Verantwortlichen rund 700.000 Euro in Gesundheits- und Sicherheitsstandards investiert.
Bilder wie dieses soll es in diesem Winter in Ischgl nicht mehr geben. Dafür haben die Verantwortlichen rund 700.000 Euro in Gesundheits- und Sicherheitsstandards investiert. © Felix Hörhager/dpa (Archiv)

14.03 Uhr: Sächsische Pfarreien erhalten finanzielle Unterstützung

Die 37 Pfarreien im bis nach Sachsen-Anhalt reichenden Bistum Dresden-Meißen bekommen finanzielle Unterstützung wegen der Corona-Pandemie. Das Bischöfliche Ordinariat gewährt ihnen nach Angaben vom Dienstag einen einmaligen Sonderzuschuss von insgesamt 420.000 Euro, um besondere Belastungen auszugleichen. Damit sollen das Gemeindeleben stabilisiert und Spielräume eröffnet werden.

Die katholischen Dekanate hatten um Hilfe gebeten, weil ihre Haushalte auch durch wegfallende Kollekteneinnahmen unter besonderem Druck stünden. In den nächsten Wochen erhalten die Pfarreien, die zwischen 516 und 8.950 Mitglieder haben, pauschal je drei Euro pro Gläubigem. Im Zuge des Corona-Shutdowns haben sie laut Ordinariat seit Mitte März weniger Gottesdienstbesucher und spürbare Einnahmeausfälle wegen Klingelbeutel-Verzichts. Sie investierten in Alternativen wie Livestreams, telefonische Seelsorge oder auch Einkaufsdienste für Risikogruppen sowie Infektionsschutz.

Blick auf die Hofkirche in Dresden. Sie ist die Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen.
Blick auf die Hofkirche in Dresden. Sie ist die Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen. © Sebastian Kahnert/dpa (Archiv)

13.57 Uhr: Länder wollen Schulen und Kitas weiter offen halten

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) hat vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Entwicklung bekräftigt, dass Schulen und Kitas möglichst offen bleiben sollen. Man habe das Recht auf Bildung und den Gesundheitsschutz der gesamten Schulfamilie eng im Blick, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. "Angesichts der sehr heterogenen Situation in Deutschland kann aber niemand ernsthaft wollen, dass alle Schulen und Kitas wieder komplett schließen müssen." Es gelte, vor Ort die Lage sehr genau zu analysieren und passende Maßnahmen anzuordnen, so wie es auch das Robert Koch-Institut empfehle.

Hubig sagte, es mache einen Unterschied, ob ein Infektionsgeschehen eng eingrenzbar oder in der Gesellschaft breit gestreut sei. "Dann treten Maßnahmen in Kraft wie eine Maskenpflicht im Unterricht, der Wechsel von Fern- und Präsenzunterricht oder aber auch die temporäre Umstellung auf Fernunterricht - so wie das aktuell in den Ländern geschieht." Anders als im März und April wisse man, dass Schulen und Kitas nicht der Treiber der Pandemie seien, sagte die SPD-Politikerin.

13.33 Uhr: Auch die Lombardei plant Ausgangsverbote

Die norditalienische Lombardei plant wegen drastisch steigender Corona-Zahlen nächtliche Ausgangsverbote, die am Donnerstag beginnen sollen. Nach Medienberichten sollten die Bürger dort zwischen 23 Uhr und 5 Uhr ihr Haus nur noch aus wichtigem Grund verlassen dürfen. Die Lombardei, die auch bei der ersten Welle im Frühjahr stark betroffen war, habe eine solche Verschärfung der Maßnahmen bei der Regierung in Rom beantragt, schrieb die Zeitung "Corriere della Sera". Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza teilte mit, er sei grundsätzlich einverstanden mit "restriktiveren Maßnahmen" in der Region. Den Berichten zufolge soll in der ökonomisch starken Lombardei mit rund zehn Millionen Einwohnern auch ein Teil des Einzelhandels, der keine Lebensmittel verkauft, an Wochenenden geschlossen werden. Insgesamt registrierte Italien gestern etwas weniger als 10.000 Neuansteckungen, die höchsten Werte hatten dabei die Lombardei und Kampanien im Süden des Landes. 

13.17 Uhr: Flughafen Leipzig/Halle steigert Frachtaufkommen

Trotz der Corona-Krise hat der Flughafen Leipzig/Halle in den ersten neun Monaten des Jahres seinen Frachtumschlag deutlich gesteigert. Er wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,1 Prozent auf gut 986.000 Tonnen, wie der Airport am Dienstag in Leipzig mitteilte. Im September 2020 habe der Flughafen sein stärkstes Wachstum seit acht Jahren verzeichnet. Es wurden knapp 121.000 Tonnen umgeschlagen. Das entspricht einem Plus von 18,6 Prozent. Den Angaben zufolge ist Leipzig/Halle der fünftgrößte Cargo-Airport in Europa. 

Gute Geschäfte trotz Corona macht der Leipziger Airport im Cargobereich.
Gute Geschäfte trotz Corona macht der Leipziger Airport im Cargobereich. © Flughafen Leipzig-Halle/Kathrin Falke

13.01 Uhr: Dresden bleibt im gelben Warnbereich

In der Landeshauptstadt ist die Zahl der bestätigten Infektionen seit der letzten statistischen Veröffentlichung am Montag von 1.246 auf 1.283 seit Pandemiebeginn gestiegen. Allerdings traten nur 18 der 37 am Mittag gemeldeten Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden auf. Bei den übrigen handelt es sich um vorher bestätigte Fälle, die nun auch in der Statistik erfasst worden. Dresden hatte Ende vergangener Woche seine  Erfassungsmethode umgestellt und damit für Verwirrung gesorgt.

Geschätzt 925 positiv Getestete haben den Angaben zufolge die Infektion hinter sich, das sind 33 mehr als noch am Montag. Zudem kamen fünf Menschen seit Montag ins Krankenhaus. Die Zahl der stationär wegen des Virus behandelten Dresdner steigt damit auf 112 seit März. Die Corona-Ampel in Dresden stiegt am Dienstag auf 31,4, liegt damit aber noch im gelben Bereits unterhalb der Grenze von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage. Mehr zur Situation in Dresden (SZ+)

12.44 Uhr: Fast 8.500 neue Infektionen pro Tag in Belgien

Die Corona-Infektionszahlen in Belgien schnellen weiter in die Höhe und erreichen nun fast 8.500 neue Fälle pro Tag - also deutlich mehr als im viel größeren Deutschland. In der Woche bis zum 16. Oktober registrierte das staatliche Gesundheitsinstitut Sciensano im Durchschnitt täglich 8.422 neue Ansteckungen. Das bedeutet ein Plus von 69 Prozent im Vergleich zur Woche davor. Am Dienstag lagen 2.774 Patienten mit Covid-19 in den belgischen Kliniken, davon 446 auf Intensivstationen, wie die Nachrichtenagentur Belga meldete. Täglich kommen im Schnitt knapp 267 Patienten neu in die Klinik, 95 Prozent mehr als in den sieben Tagen vorher. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion steigt ebenfalls, wenn auch nicht so stark: Täglich sterben rechnerisch 32 Menschen in Belgien an oder mit dem Virus, 15 Prozent mehr im Vergleich zur Vorwoche.

Zwei Polizeibeamte patrouillieren zu Beginn der Ausgangssperre durch Brüssel.
Zwei Polizeibeamte patrouillieren zu Beginn der Ausgangssperre durch Brüssel. © Thierry Roge/BELGA/dpa

12.27 Uhr: Virologen warnen vor Strategie der Herdenimmunität

Der Berliner Virologe Christian Drosten und andere Kollegen stellen sich gegen eine Corona-Strategie mit einer Herdenimmunität als Ziel. "Mit Sorge nehmen wir zur Kenntnis, dass erneut die Stimmen erstarken, die als Strategie der Pandemiebekämpfung auf die natürliche Durchseuchung großer Bevölkerungsteile mit dem Ziel der Herdenimmunität setzen", heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie (GfV) mit Sitz in Erlangen, an der auch Drosten beteiligt war. Herdenimmunität bedeutet, dass ein großer Teil der Bevölkerung nach einer Infektion oder Impfung immun geworden ist, und sich das Virus dadurch nicht mehr so gut ausbreiten kann.

12.14 Uhr: Laut RKI insgesamt mehr als 10.500 Corona-Fälle in Sachsen

In Sachsen sind seit Beginn der Pandemie mehr als 10.500 Corona-Infektionen registriert worden. Laut der Statistik des Robert Koch-Instituts (RKI) erhöhte sich die Zahl der laborbestätigten Fälle von Montag auf Dienstag um 245 auf nun 10.520. Die Sieben-Tage-Inzidenz des gesamten Freistaats - also die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner - liegt derzeit bei 40,1, am Sonntag waren es laut RKI 31,7. Sachsens Gesundheitsministerium hatte am Montag von 10.440 positiv Getesteten  berichtet. Die unterschiedlichen Zahlen kommen durch verschiedene Meldezeiten zustande. Die neue Statistik des Freistaats wird am Nachmittag veröffentlicht. 

Derzeit haben in Sachsen der Erzgebirgskreis, der Landkreis Görlitz und die Stadt Chemnitz den Inzidenz-Grenzwert von 50 überschritten. Laut Statistik des Gesundheitsamtes waren am Montag der Landkreis Bautzen (48,4) und der Landkreis Zwickau knapp darunter geblieben. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat laut RKI zwar einen Inzidenzwert von 53,7, sieht sich selbst aber nicht als Risikogebiet. In der eigenen Berechnung sei ein Seniorenheim in Freital als Hotspot herausgenommen worden, wie ein Sprecher des Landratsamtes am Dienstag in Pirna mitteilte.

11.45 Uhr: Lehrerverband pocht auf neue Regeln für Hotspots

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat Ländern und Kommunen einen widersprüchlichen Umgang mit den Corona-Regeln für Schulen vorgeworfen. Der Regelbetrieb laufe vielerorts weiter, obwohl in Städten und Regionen immer häufiger der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten werde, sagte Meidinger der "Rhein-Neckar-Zeitung". "Bei diesem Wert müsste es eigentlich eine Rückkehr zum Wechselbetrieb mit halbierten Klassen geben." Er kenne aber kaum eine Kommune, die so handele. "Es sorgt uns, dass diese Richtwerte für verschärfte Hygieneschutzmaßnahmen an Schulen komplett ignoriert werden, um Schulen auf Teufel komm raus offen zu halten." Ende vergangener Woche hatte die Kultusministerkonferenz trotz steigender Corona-Infektionszahlen nochmal bekräftigt, dass Schulen und Kitas möglichst lange offen bleiben sollen. Bei höheren Infektionszahlen könne es sinnvoll sein, die Maskenpflicht auch im Unterricht anzuordnen, hieß es. 

11.25 Uhr: Eisbahn am Taschenbergpalais Dresden mit Hygienekonzept

Seit 2001 gehört die Eisbahn am Hotel Taschenbergpalais zur kalten Jahreszeit in Dresden dazu. Das Freizeitvergnügen in der historischen Altstadt wollen sich die Verantwortlichen auch im Corona-Jahr nicht vermiesen lassen - und haben ein bereits genehmigtes Hygienekonzept vorgelegt. Demnach kann vom 21. November bis zum 31. Januar auf der hoteleigenen 500-Quadratmeter-Fläche im Innenhof Eis gelaufen werden. Das Sicherheitskonzept sieht allerdings eine Beschränkung der Besucherzahl auf 150 Personen und zusätzliche Desinfektionsmöglichkeiten vor. Beim Eislaufen muss zwar der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden, eine Maske ist aber nur auf dem Außenbereich und nicht auf der Eisfläche vorschrieben. Für mehr Platz am Rand der Eisbahn soll zudem der Speisenbereich neu gestaltet werden. 

10.59 Uhr: Wird im Landkreis Görlitz wieder gehamstert?

Angesichts der steigenden Covid-19-Infektionen scheinen Verbraucher zu befürchten, nicht mehr wie gewohnt einkaufen zu können. Viele erinnern sich noch an die Knappheit von Toilettenpapier oder haltbaren Lebensmitteln während der ersten Corona-Welle im Frühjahr. Jetzt sind mancherorts erneut die ersten Regale in den Supermärkten leer, wenn auch nur temporär. Beispiele aus dem Landkreis Görlitz (SZ+)

10.14 Uhr: Irland führt deutlich härtere Corona-Maßnahmen ein

Irland verschärft drastisch seine Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Am Mittwoch tritt die höchste von fünf Stufen in Kraft, wie die irische Regierung mitteilte. Besucher fremder Haushalte sind dann in Innenräumen nicht mehr gestattet, Pubs und Restaurants dürfen Essen nur als Lieferservice anbieten, die Schulen sollen aber geöffnet bleiben. Die Maßnahmen sollen bis zum 1. Dezember gelten. Mehr zur Situation in dem kleinen EU-Land im Artikel Irland steht vor "hartem Winter"

Ein Mann sitzt vor einem leeren Pub im Zentrum Dublins.
Ein Mann sitzt vor einem leeren Pub im Zentrum Dublins. © Brian Lawless/PA Wire/dpa

9.43 Uhr: Trinkbrauch bereitet Japans Behörden Sorgen

Ein Trinkbrauch im südjapanischen Urlaubsparadies Okinawa bereitet den örtlichen Behörden im Kampf gegen das Coronavirus Sorgen. Bei dem Ritual auf der zur Präfektur Okinawa gehörenden Insel Miyako sitzen die Teilnehmer im Kreis. Eine Person hält eine Ansprache zu gegebenem Anlass, füllt dabei ein Glas mit Alkohol - gewöhnlich einheimischer Awamori-Schnaps - und trinkt es aus. Dann geht diese Person herum und schenkt jedem ein, bevor jemand anderes aus der Gruppe in gleicher Weise die nächste Runde abhält. Unglücklicherweise soll dieser Brauch jüngst zur Ausbreitung des Coronavirus beigetragen haben, weswegen die Behörden zunächst für Miyako und nun für die ganze Präfektur eine Warnung ausgegeben haben. Inzwischen nähert sich ganz Japan der Marke von 10.000 offiziell gemeldeten Infektionsfällen und zählt 1.690 Tote, womit das Inselreich im Vergleich zu anderen Ländern aber noch gut dasteht. 

9.15 Uhr: Gesamtes Ruhrgebiet gilt als Risikogebiet

Das gesamte Ruhrgebiet gilt seit Dienstagmorgen als Risikogebiet. Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist auch die Stadt Oberhausen mit 52,7 über die wichtige Corona-Kennzahl von 50 gekommen. Auf einer Karte des RKI zieht sich ein durchgehender roter Streifen von Aachen bis Bielefeld. Die Städteregion Aachen, Solingen, Gelsenkirchen und Herne sind sogar dunkelrot markiert - sie liegen über dem Wert von 100 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Die Stadt Köln liegt mit dem Wert 97,8 noch knapp unter der 100. Allerdings nahm die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in der Domstadt von Montag auf Dienstag um 22,4 Punkte stark zu. 

8.42 Uhr: Neue Allgemeinverfügung im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Die Corona-Situation im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge verschärft sich weiter. Nach Angaben des Landratsamtes gab es am Montag insgesamt 220 positiv getestete Personen. Nach Aussage der Behörden hat der Landkreis damit 39,9 Infektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Weil damit die Inzidenz-Grenze von 35  überschritten wurde, hat das Landratsamt eine neue Allgemeinverfügung erlassen. Was diese beinhaltet 

8.15 Uhr: Bundeswehr-Soldaten in Freital im Corona-Einsatz

Gleich in mehreren Pflegeheimen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gibt es Corona-Infizierte. Im Haus „Sonnengarten“ in Freital-Wurgwitz etwa sind acht Mitarbeiter und acht Bewohner betroffen, in Freital-Pesterwitz im Seniorenheim „Jochhöh“ sind es sogar zehn Mitarbeiter und 33 Bewohner. Um das verbleibende Personal zu unterstüzten, hat der Krisenstab des Landkreises Hilfe bei der Bundeswehr angefordert - mit Erfolg. Wo die Soldaten eingesetzt werden, lesen Sie im Artikel Bundeswehr hilft im Pflegeheim (SZ+) 

Bundeswehrsoldaten am Dienstagmorgen im Freitaler Heim „Sonnengarten“
Bundeswehrsoldaten am Dienstagmorgen im Freitaler Heim „Sonnengarten“ © Ronald Bonß

7.44 Uhr: "Die Ärzte" sorgen sich um die Kulturlandschaft

Die Berliner Band "Die Ärzte" sorgt sich um die Zukunft der Kulturszene in der Coronakrise. Veränderungen seien schwer abzusehen und eine Frage der Zeit. "Wenn das noch zwei Jahre geht, wird es keine Clubs mehr geben", sagte Gitarrist Farin Urlaub (56) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor Veröffentlichung des am Freitag erscheinenden neuen Albums "Hell". "Dann wüsste ich nicht, wo der Nachwuchs herkommen soll. Auf welcher Bühne soll der dann groß werden?" Die Ärzte hatten bereits mit einer Spendenaktion um Unterstützung für Berliner Clubs geworben. "Eine Welt ohne Kultur, in der möchte ich nicht leben müssen", sagte Farin nun. Bassist Rodrigo Gonzalez (52) kann sich eine Veränderung der Musikszene vorstellen. "Vielleicht wird es wieder so wie früher in den 80ern. Da hat man viel in der Provinz gespielt hat, so kleinere Dinge wie Freies Haus der Jugend, Jugendzentrum", erinnerte sich Gonzalez. "Vielleicht geht es wieder dahin, weg von den Club in den Großstädten, in den Zentren, wo internationale Bands spielen."  

7.10 Uhr: Ruf nach Vorzugsbehandlung für Pflegebedürftige bei Corona-Tests

Patientenschützer raten wegen der Pandemie-Lage zu einer bevorzugten Behandlung von Pflegebedürftigen und Altenpflegern bei Corona-Tests. "Viel testen hilft nur dann, wenn das Ergebnis innerhalb von 24 Stunden vorliegt", sagte der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der "Rheinischen Post" (Dienstag). Bei den Pflegebedürftigen und Altenpflegekräften werde diese Zeitspanne immer seltener eingehalten. "Deshalb braucht es für diese Gruppen eine Priorisierung bei der Auswertung", forderte Brysch. Angesichts eines absehbaren Engpasses bei den Laborkapazitäten für Corona-Tests bestehe Handlungsbedarf, die Situation verschärfe sich zusehends. Infektionsherde müssten möglichst rasch erkannt werden, mahnte Brysch. "Sonst erfolgen unnötige und für alle leidvolle, lange Quarantänemaßnahmen." Corona-Schnelltests seien sicherlich hilfreich, "ersetzen bei einem positiven Ergebnis jedoch nicht die Standardtests".

6.42 Uhr: Über eine Million Corona-Fälle in Argentinien

Die Zahl der Corona-Fälle in Argentinien ist auf über eine Million gestiegen. Nach sieben Monaten relativ strikter Ausgangsbeschränkungen wurden in dem südamerikanischen Land 1.002.662 Infektionen mit dem Virus registriert, wie das Gesundheitsministerium in Buenos Aires  mitteilte. Weltweit liegt Argentinien damit nach den wesentlich bevölkerungsreicheren Ländern USA, Indien, Brasilien und Russland an fünfter Stelle. Bislang sind in Argentinien 26.716 Patienten im Zusammenhang mit der vom Coronavirus verursachten Krankheit Covid-19 gestorben. Seit rund einem Monat ist es das Land mit der höchsten Zahl an Todesopfern je eine Million Einwohner. 

Kleine argentinische Fahnen stehen am Strand der Küstenstadt Mar del Plata. Jede von ihnen symbolisiert ein Corona-Todesopfer.
Kleine argentinische Fahnen stehen am Strand der Küstenstadt Mar del Plata. Jede von ihnen symbolisiert ein Corona-Todesopfer. © Diego Izquierdo/telam/dpa

6.10 Uhr: Debatte um Grenzschließung könnte wieder aufflammen

Angesichts der zugespitzten Corona-Lage in Europa hält es Bayerns Innenminister Joachim Herrmann für möglich, dass man wieder über Grenzkontrollen sprechen muss. "Die Diskussion um verstärkte Grenzkontrollen könnte wieder aufflammen, falls das Infektionsgeschehen in den Nachbarländern außer Kontrolle gerät", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). "Gleichzeitig haben wir die engen wirtschaftlichen Beziehungen mit intensivem Pendelverkehr von Arbeitnehmern, etwa mit Tschechien und Österreich, im Blick." In Tschechien war die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt sprunghaft gestiegen. Auch in Österreich steigt die Zahl der Neuinfektionen wie praktisch überall in Europa. Zuletzt hatte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) vor erneuten Grenzschließungen im Zuge der Corona-Pandemie gewarnt. Man habe im Frühjahr dieses Jahres "schlechte Erfahrungen gemacht mit der zu schnellen Schließung von Grenzen". 

5.39 Uhr: 6.868 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Dienstagmorgen 6.868 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert liegt damit deutlich über den 4.122 gemeldeten Fällen vom Dienstag vergangener Woche. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7.830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 373.167 Menschen in Deutschland nachweislich infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem lag demnach bei 9.836 - 47 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 298.300 Genesene. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag bei 1,35 (Vortag: 1,44). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel 13 bis 14 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI ein weniger Schwankungen unterlegenes Sieben-Tage-R an.  Dieser Wert liegt nun bei 1,25 (Vortag: 1,35). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. 

5.21 Uhr: Diskotheken-Betreiber offen für Maskenpflicht auf Tanzflächen

Der Bundesverband deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe fordert eine Öffnungsperspektive für Clubs in der Corona-Krise - und kann sich dafür auch eine Maskenpflicht vorstellen. Eine Maskenpflicht auf der Tanzfläche sei zwar nicht ideal, aber man sollte sie auch nicht ausschließen, sagte Verbandsgeschäftsführer Stephan Büttner der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Auch über ein Wegekonzept, Lüftung und gegebenenfalls über bezahlbare Schnelltests wolle man mit der Politik diskutieren. Zudem seien weitere Hilfen notwendig.

5.02 Uhr: Ausgangsbeschränkungen im Berchtesgadener Land treten in Kraft

Wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus gelten im bayerischen Kreis Berchtesgadener Land ab heute (14 Uhr) die ersten Ausgangsbeschränkungen seit dem Lockdown im Frühjahr. Die Menschen dürfen die eigene Wohnung dann nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Freizeiteinrichtungen, Schulen, Kitas und Restaurants müssen schließen, Veranstaltungen werden untersagt. Die Beschränkungen gelten vorerst für 14 Tage. 

Corona-Pandemie: Das passierte am Montag

21.49 Uhr: Corona kostet Versicherer in Deutschland Milliarden

Die Corona-Pandemie hat nach Schätzung des Rückversicherers Hannover Rück in Deutschland versicherte Schäden von 1,25 bis 1,75 Milliarden Euro angerichtet. In der Summe seien praktisch alle Versicherungsbereiche außer der Lebens- und Krankenversicherung enthalten, sagte der Zentralbereichsleiter der Deutschlandsparte E+S Rück, Jonas Krotzek, am Montag in einer Videokonferenz in Hannover.

Der Großteil der Schäden dürfte auf die Betriebsschließungsversicherung entfallen. Krotzek schätzt, dass Erst- und Rückversicherer allein in diesem Bereich Schäden zwischen 750 Millionen und 1,25 Milliarden Euro schultern müssen. Die Größe der Spannen liegt auch daran, dass bei vielen Verträgen zwischen Erstversicherern und ihren Kunden noch unklar ist, ob sie eine pandemiebedingte Betriebsschließung überhaupt abdecken. In den ersten Monaten der Pandemie hatten vor allem Restaurants und Hotels aufgrund behördlicher Anweisungen schließen müssen.

Auch in anderen Versicherungsbereichen rechnet die Hannover Rück mit hohen Belastungen infolge der Corona-Krise. Dazu zählten Schadensfälle in der Haftpflichtversicherung von Krankenhäusern - etwa wenn sich Menschen in einer Klinik mit dem Virus infiziert haben. Außerdem könnte zum Beispiel infolge von Unternehmenspleiten die Managerhaftpflichtversicherung zur Kasse gebeten werden.

21.23 Uhr: Grenze zwischen USA und Kanada bleibt geschlossen

Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus bleibt die Grenze zwischen den USA und Kanada für mindestens einen weiteren Monat weitgehend geschlossen. Vorerst bis zum 21. November blieben nicht unbedingt notwendige Grenzüberquerungen untersagt, teilte Kanadas Premierminister Justin Trudeau am Montag mit.

Trudeau hatte zuvor bereits angedeutet, dass er angesichts steigender Coronavirus-Infektionszahlen in den USA keine Möglichkeit für eine baldige Öffnung der Grenze sehe. „Die USA sind nicht in einer Situation, in der wir mit einem guten Gefühl die Grenzen öffnen könnten“, hatte der Premierminister in der kanadischen Radioshow „Smart Start“ gesagt.

Die zeitweise Schließung der Landgrenze zwischen den USA und Kanada war im März in Kraft getreten und immer wieder verlängert worden, zuletzt offiziell bis zum 21. Oktober. Ziel ist, den nicht notwendigen Reiseverkehr zwischen den Ländern zu unterbinden und zugleich den Verkehr medizinischer Ausrüstung und Nahrung zu gewährleisten.

21.03 Uhr: Kretschmer will Besucherzahl bei privaten Feiern begrenzen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will offenbar strengere Regeln für private Feiern in Sachsen durchsetzen. Demnach soll die Zahl der Personen künftig auf 25 begrenzt werden. Das kündigte der Regierungschef am Montagabend bei einem Besuch in Görlitz an. Der Landkreis gilt seit Sonntagabend als Corona-Risikogebiet. Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Nur noch 25 Personen auf privaten Feiern in Sachsen" (SZ+)

20.28 Uhr: Tschechien führt Maskenpflicht im Freien wieder ein

Im Kampf gegen massiv steigende Corona-Zahlen führt Tschechien wieder eine Maskenpflicht im Freien ein. Sie gelte von Mittwoch an innerhalb des bebauten Gebiets von Städten und Gemeinden, gab Gesundheitsminister Roman Prymula nach einer Kabinettssitzung am Montag bekannt. Ausnahmen gelten unter anderem, wenn ein Abstand von mehr als zwei Metern eingehalten werden kann, sowie beim Sport. In Innenräumen ist die Mund-Nasen-Bedeckung ohnehin Pflicht - neuerdings auch im Auto, wenn familienfremde Personen mitfahren.

Eine Maskenpflicht im Freien galt bereits einmal von Mitte März bis Mitte Juni während der ersten Phase der Pandemie im Frühjahr. In Tschechien war die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt stark angestiegen. Nach den jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich binnen 14 Tagen 858,6 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus an – der höchste Wert unter allen EU-Mitgliedstaaten. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 1.500 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.

20.03 Uhr: Portugal überschreitet Marke von 100.000 Corona-Infektionen

Portugal hat die Marke von 100.000 bestätigten Corona-Infektionen überschritten. Binnen 24 Stunden seien 1.949 neue Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 registriert worden, teilte die Gesundheitsbehörde DGS am Montag in Lissabon mit. Das sind 966 Fälle mehr als am Vortag. Erst am Freitag war mit 2.608 neuen Fällen die bisher höchste Tageszahl gemeldet worden. Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Infektionen in dem 10,3-Millionen-Einwohner-Land belief sich am Montag den amtlichen Angaben zufolge auf 101.860. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 stieg um 17 auf 2.198.

Portugal war lange Zeit relativ gut durch die Corona-Krise gekommen, doch das Virus macht dem beliebten Urlaubsland seit einigen Wochen immer mehr zu schaffen. Die Bundesregierung in Berlin warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Region Lissabon und auch in die Region Norte mit der Regionalhauptstadt Porto im Norden des Landes.

Nach den jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich in Portugal binnen 14 Tagen 210,8 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus an. Dieser Wert liegt deutlich höher als zum Beispiel in Deutschland (79,1). In zahlreichen westeuropäischen Ländern liegt er aber auch noch deutlich höher, darunter in Tschechien (858,6), Belgien (756,9), den Niederlanden (535,1) und Frankreich (414,6).

19.35 Uhr: Fast 170.000 Todesfälle mehr während erster Corona-Welle

Während der ersten Corona-Welle sind in der Europäischen Union von März bis Juni 168.000 Todesfälle mehr als üblich verzeichnet worden, allein rund 10.000 davon in Deutschland. Diese Zahlen legte die EU-Statistikbehörde Eurostat am Montag in Luxemburg vor. Der Höchstwert wurde in der 14. Kalenderwoche vom 30. März bis 5. April registriert: 36.000 zusätzliche Todesfälle.

Erfasst wurden alle Sterbefälle aus 26 EU-Staaten, also nicht nur Menschen, die an oder mit dem Coronavirus gestorben sind. Eurostat vergleicht die Daten der Kalenderwochen 10 bis 26 mit den Durchschnittswerten der jeweils selben Zeit 2016 bis 2019. Eine Statistik der Todesursachen werde es erst in etwa zwei Jahren geben, sagte eine Eurostat-Sprecherin. Erst dann dürfte auch klar sein, warum in Deutschland bereits von März bis Juni 10.000 zusätzliche Sterbefälle erfasst sind, die offizielle Zahl aller Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion aber bis jetzt erst mit 9.789 angegeben wird.

Die höchsten zusätzlichen Sterbezahlen von März bis Juni verzeichnet Eurostat für Spanien, nämlich 48.000. Dahinter folgen Italien mit 46.000 und Frankreich mit 30.000. Das norditalienische Bergamo, das extrem hohe Corona-Infektionszahlen hatte, verzeichnete allein in der zwölften Kalenderwoche vom 16. bis 23. März 89,5 Prozent mehr Todesfälle als im Durchschnitt der vorangegangenen Jahre.

Erfasst wurden alle Sterbefälle aus 26 EU-Staaten, also nicht nur Menschen, die an oder mit dem Coronavirus gestorben sind. Eine genau Statistik der Todesursachen wird es erst in etwa zwei Jahren geben.
Erfasst wurden alle Sterbefälle aus 26 EU-Staaten, also nicht nur Menschen, die an oder mit dem Coronavirus gestorben sind. Eine genau Statistik der Todesursachen wird es erst in etwa zwei Jahren geben. © Oded Balilty/AP/dpa (Symbolfoto)

19.19 Uhr: WHO: Impfstart wohl Mitte 2021

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet mit einem Start der Impfungen gegen das Coronavirus zur Jahresmitte 2021. Anfang nächsten Jahres sollten die Daten aus den abschließenden Phase-3-Studien vorliegen, sagte eine WHO-Expertin am Montag in Genf. Danach könnten die Entscheidungen zum Impfstart fallen. Die beteiligten Firmen produzierten vorsorglich bereits Millionen von Dosen. Risikogruppen könnten als erste mit einer Impfung rechnen. Die bisherigen Studienergebnisse seien durchaus ermutigend, was ihre Wirksamkeit speziell bei älteren Menschen angehe, hieß es weiter.

Die WHO startet nach Angaben von WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus eine neue, diesmal durchaus fröhlich-musikalische Kampagne gegen die Pandemie. Dabei werde der Ohrwurm "We Are Family" der US-Gesangsgruppe Sister Sledge im Mittelpunkt stehen. Sie sei darüber sehr bewegt, sagte Kim Sledge. Der Song solle die Menschen in aller Welt zur Solidarität ermuntern. Als Mediziner und Ärztin seien ihr Mann und ihre Tochter an vorderster Front tätig, um die Pandemie zu bekämpfen. Die #WeAreFamily-Video-Kampagne der WHO soll Menschen dazu bewegen, zum Beispiel zusammen mit ihrer Familie das Lied zu singen, aufzunehmen und in den sozialen Medien zu teilen. Der Song von 1979 gilt als der erfolgreichste der Soul- und Funkgruppe.

18.50 Uhr: Leipziger Weihnachtsmarkt ohne Glühwein und Bratwurst

Wegen der Corona-Pandemie wird es den traditionellen Leipziger Weihnachtsmarkt in diesem Jahr nicht in dieser Form geben. Er werde deutlich verkleinert, teilte die Stadt am Montag mit. Rund um den traditionellen Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz dürfen zwar typisch weihnachtliche Geschenke und Waren ebenso wie Lebkuchen oder Stollen angeboten werden, Glühwein- und Bratwurststände werden jedoch nicht zugelassen.

Wegen der Corona-Krise haben auch andere sächsische Städte ihre Konzepte für den Weihnachtsmarkt geändert. So wurden heute die Pläne für die Weihnachtsmärkte in Radebeul, Meißen, Riesa und Großenhain bekannt. Mit der Ausweitung der Fläche und der Entzerrung von Handel und Gastronomie will Dresden den berühmten Striezelmarkt möglich machen. 40 der 230 Händler sollen vom Altmarkt an die Elbe ziehen, samt Stufenpyramide und historischem Riesenrad. Das berühmte Stollenfest ist abgesagt. Die Stadt Chemnitz kündigte am Montag an, den Weihnachtsmarkt ganz abzusagen.

Auf Glühwein müssen die Besucher des Leipziger Weihnachtsmarktes in diesem Jahr verzichten.
Auf Glühwein müssen die Besucher des Leipziger Weihnachtsmarktes in diesem Jahr verzichten. © Jens Kalaene/zb/dpa (Symbolbild)

18.25 Uhr: Ausgangsbeschränkung im Berchtesgadener Land ab Dienstagmittag

Erstmals seit dem Lockdown im Frühjahr gelten wegen extrem gestiegener Corona-Zahlen im bayerischen Landkreis Berchtesgadener Land wieder strikte Ausgangsbeschränkungen. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist dann nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Das teilte Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) am Montagabend nach einer Krisensitzung mit Landratsamt und Regierung von Oberbayern in Bad Reichenhall mit.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte bereits am Montagmorgen erklärt, man werde praktisch einen "Lockdown" in dem Landkreis verhängen. Das Robert Koch-Institut meldete am Montag für den Landkreis eine Sieben-Tage-Inzidenz von 252,1 - das war zunächst ein bundesweiter Rekord. Die Kontakte der Infizierten könnten dort nicht mehr verfolgt werden, sagte Söder. "Also müssen Kontakte fundamental beschränkt werden", so der Ministerpräsident. 

18.18 Uhr: Mehr als 12.000 Neuinfektionen an einem Tag in Belgien

Das von der Corona-Pandemie besonders schwer geplagte Belgien hat an einem einzigen Tag mehr als 12.000 Neuinfektionen verzeichnet. Wie ein Sprecher des Krisenzentrums nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga am Montag in Brüssel mitteilte, wurden für den Dienstag voriger Woche (13. Oktober) 12.051 neue Fälle registriert. Zum Vergleich: In Deutschland meldeten die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) für diesen Tag 5.132 Corona-Neuinfektionen. Deutschland hat aber mehr als siebenmal so viele Einwohner wie Belgien.

Nach Angaben des Krisenzentrums ergibt sich für den Zeitraum 9. bis 15. Oktober in Belgien eine Zahl von durchschnittlich 7.876 Neuinfektionen pro Tag. Die Regierung des Elf-Millionen-Einwohner-Landes verfügte am Freitag, dass alle Restaurants und Gaststätten für vier Wochen schließen müssen. Von Mitternacht bis 5 Uhr gilt eine Ausgangssperre. Die Maßnahmen traten heute in Kraft.

Insgesamt gab es in Belgien nach offiziellen Zahlen seit Beginn der Pandemie 222.253 Coronafälle. An der Spitze liegen die Provinzen Brüssel, Antwerpen und Lüttich (Liège). Insgesamt 10.413 Menschen sind in Belgien der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität zufolge bisher an oder mit Covid-19 gestorben. Das entspricht mehr als 90 Toten pro 100.000 Einwohner - nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität ist dies einer der höchsten Werte weltweit.

17.56 Uhr: Corona-App warnt nun grenzüberschreitend 

Die Corona-Warn-App des Bundes kann nun auch länderübergreifend über eine möglicherweise gefährliche Begegnung mit Corona-Infizierten warnen. Am Montag erschien wie angekündigt das Update auf die Version 1.5 in den App-Stores von Google und Apple. Damit können bei der Risiko-Ermittlung jetzt auch Kontakte mit Nutzern der offiziellen Corona-Apps anderer Länder ermittelt werden.

Mit dem Update tauschen im ersten Schritt die Apps aus Deutschland, Irland, und Italien Warnungen aus. Weitere Staaten, darunter Dänemark, Lettland und Spanien, sollen kurze Zeit später folgen, Länder wie Niederlande, Österreich, Polen und Tschechien voraussichtlich im November. Zum Jahresende könnten bis zu 16 nationale Apps miteinander gekoppelt sein. Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Corona-App warnt nun auch international".

17.27 Uhr: Wissenschaftler um Virologe Drosten warnen vor Kontrollverlust

Die Gesellschaft für Virologie warnt in einer Stellungnahme davor, "dass ab einer bestimmten Schwelle auch in bisher unkritischen Regionen die Kontrolle über das Infektionsgeschehen verloren" gehen könnte. Die Experten um Charité-Virologe Christian Drosten zeigen sich besorgt über die "explosive Infektionsdynamik". Dass sich das Virus wieder verstärkt ausbreitet, führen die Wissenschaftler insbesondere auf private Veranstaltungen wie Familienfeste, Hochzeitsfeiern sowie andere Zusammenkünfte zurück.

Ob und wie lange eine Immunität gegen das Virus nach einer Infektion anhält, können Drosten und Co. nicht sagen. Es habe sich gerade bei wenig symptomatischen Infektionen gezeigt, dass es nicht zwingend zu einer späteren Immunität kommen muss. In der Stellungnahme lehnen sie strikt ab, es bei der Bekämpfung der Pandemie mit einer unkontrollierten Durchseuchung zu versuchen. Dies würde die Zahl der Todesopfer eskalieren lassen. 

Die Experten um Charité-Virologe Christian Drosten zeigen sich besorgt über die derzeitige "explosive Infektionsdynamik" in Deutschland.
Die Experten um Charité-Virologe Christian Drosten zeigen sich besorgt über die derzeitige "explosive Infektionsdynamik" in Deutschland. © Michael Kappeler/dpa (Archiv)

17.10 Uhr: Integrationsgipfel sieht Rückschläge wegen Corona

Die Corona-Pandemie bremst nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), auch einige Integrationsmaßnahmen aus. Man habe etwa bei den Integrationskursen, die das "Herzstück der Integrationsmaßnahmen" seien, zu Beginn der Pandemie "nahezu komplett die Kurse herunterfahren müssen", sagte Widmann-Mauz am Montag nach dem 12. Integrationsgipfel. Die Kurse seien dann langsam wieder angefahren worden. "Wir bewegen uns da nach wie vor nicht in dem Bereich, wo wir sagen können, wir erreichen alle". Merkel sprach davon, dass auch die Integrationsarbeit im Sport momentan leide.

Die Kanzlerin und Widmann-Mauz hatten zuvor mit Vertretern von Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften, Wirtschaft, Politik und Sport über aktuelle Themen der Integrationspolitik gesprochen. Der 12. Integrationsgipfel, an dem auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) teilnahmen, fand wegen der Pandemie als Videokonferenz statt. "Wir müssen jetzt alles tun, damit Corona unsere Integrationserfolge nicht zurückwirft", sagte Widmann-Mauz. Wichtig sei eine Umstellung auch auf digitale Angebote. Träger der Integrationskurse erhielten etwa eine Pauschale zur Beschaffung von Hardware. 

16.59 Uhr: Österreich verschärft Anti-Corona-Maßnahmen

Österreich verschärft die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Dazu gehörten Obergrenzen von sechs Personen bei privaten Zusammenkünften in Gebäuden und von zwölf Menschen im Freien, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Montag in Wien. Betroffen seien davon auch Yoga- und Tanzkurse, Geburtstagsfeiern, Hochzeiten und Vereinstreffen. Außerdem sei künftig bei Kultur- und Sportveranstaltungen wie Bundesliga-Spielen und Opern ständig ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Bei behördlich genehmigten Veranstaltungen betrage das Besucherlimit 1.000 in Gebäuden und 1.500 im Freien, sagte Kurz.

"Die nächsten Monate, die werden ein rot-weiß-roter Kraftakt werden", sagte Kurz. Es gelte, einen zweiten Lockdown zu verhindern. In Österreich steigt die Anzahl der Neuinfektionen wie praktisch überall in Europa. Wenn es nicht gelinge, den Trend zu stoppen, seien im Dezember 6.000 neue Fälle pro Tag zu befürchten, sagte Kurz. Bezogen auf die Einwohnerzahl entspräche das in Deutschland einem Wert vom rund 55.000.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) appellierte an die Österreicher, sich an die Maßnahmen, die ab Freitag gelten, zu halten.
Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) appellierte an die Österreicher, sich an die Maßnahmen, die ab Freitag gelten, zu halten. © Roland Schlager/APA/dpa

16.23 Uhr: Moskau will bald mit Massenimpfungen gegen Corona beginnen

In der russischen Hauptstadt Moskau sollen in den nächsten Monaten Massenimpfungen gegen das Coronavirus beginnen. Damit werde zwischen Dezember und Januar begonnen, schrieb Bürgermeister Sergej Sobjanin am Montag in seinem Blog. Die ersten größeren Lieferungen des ersten russischen Impfstoffes würden im nächsten Monat eintreffen. Das russische Vakzin mit dem Namen "Sputnik-V" war schon im August freigegeben worden. International gab es Kritik daran, weil die Freigabe noch vor dem Abschluss wichtiger Tests erfolgte. Derzeit laufen breit angelegte Phase-III-Studien. Mittlerweile ist ein zweiter in Russland entwickelter Impfstoff freigegeben worden.

In dem flächenmäßig größten Land der Erde steigt seit Wochen die Zahl der Neuinfektionen rasant. Am Montag wurden der offiziellen Statistik zufolge 15.982 Fälle an einem Tag gemeldet - so viele wie noch nie. Damit gibt es bislang mehr als 1,3 Millionen registrierte Infektionen. Zum Vergleich: In Deutschland haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut dem Robert Koch-Institut bis Montag mehr als 366.000 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. In Russland werden die meisten Erkrankungen in Moskau registriert. Landesweit starben nach offiziellen Angaben mehr als 24.000 Menschen mit dem Virus, mehr als eine Million erholten sich.

Bereits im August hatte Russland den umstrittenen Corona-Impfstoff "Sputnik-V" zugelassen.
Bereits im August hatte Russland den umstrittenen Corona-Impfstoff "Sputnik-V" zugelassen. © Alexander Zemlianichenko Jr/Russian Direct Investm

16.09 Uhr: Kliniken in Teilen Englands erreichen Kapazitätsgrenze

Im britischen Großraum Manchester können einem Medienbericht zufolge die ersten Kliniken keine Covid-19-Patienten mehr aufnehmen. Zwölf Krankenhäuser seien bereits voll, zitierte der "Guardian" aus einem internen Dokument des staatlichen Gesundheitsdienstes National Health Service (NHS). Bürgermeister Andy Burnham forderte am Montag erneut von Premier Boris Johnson mehr finanzielle Unterstützung für die Menschen und Firmen in der Region.

Der Nordwesten Englands gehört zu den besonders stark von der Corona-Krise betroffenen Regionen im Vereinigten Königreich. Auch in Liverpool stießen einige Kliniken bereits an ihre Kapazitätsgrenzen: Dort ist dem "Guardian" zufolge viel Klinikpersonal erkrankt und in Isolation. Britische Kliniken gelten als chronisch unterfinanziert. Schon bei größeren Grippewellen stehen sie oft vor dem Kollaps.

In Großbritannien haben sich nach Angaben vom Sonntag binnen 24 Stunden mehr als 16.000 Menschen mit dem Virus angesteckt. Bislang sind den Statistiken zufolge mehr als 43.000 Menschen gestorben. Doch wird in dem Land mit seinen knapp 67 Millionen Einwohnern mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet; es mangelt an Tests.

15.47 Uhr: Südafrika setzt Deutschland auf Liste der Hochrisikoländer

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland hat Südafrika am Montag auch die Bundesrepublik auf die Liste seiner Hochrisikoländer gesetzt. In einer Erklärung teilte die Regierung in Pretoria mit, für Geschäftsreisende, Investoren oder Experten seien auf Antrag aber ebenso Ausnahmen für eine Einreise möglich wie für Deutsche mit Immobilien im Land. Südafrika hatte den regulären internationalen Flugverkehr erst Anfang des Monats nach rund sechsmonatiger Sperre wieder für den Reiseverkehr aus dem Ausland geöffnet. Ausgeschlossen sind allerdings weiter Touristen aus Ländern, die als Hochrisikogebiete gelten.

Auf der am Montag von der Regierung bekanntgegebenen Liste stehen unter anderen Frankreich, Chile, die Niederlande, Spanien, die USA oder Großbritannien. Die Einreise aus anderen Ländern ist aber weiter an bestimmte Auflagen gebunden. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hatte die Lockerung der Corona-Beschränkungen mit sinkenden Infektionszahlen in dem Kap-Staat begründet. In Südafrika wurden bisher knapp 704.000 Corona-Fälle bestätigt, rund 18.470 Menschen starben. 

Touristen aus Deutschland dürfen derzeit nicht in Südafrika reisen.
Touristen aus Deutschland dürfen derzeit nicht in Südafrika reisen. © Yeshiel/XinHua/dpa

15.33 Uhr: Tschechische Armee baut Corona-Hilfskrankenhaus auf

Die tschechische Armee hat mit dem Aufbau eines provisorischen Krankenhauses in den Prager Messehallen begonnen. Am Montag traf ein erster Konvoi mit 29 Fahrzeugen und rund 165 Tonnen medizinischen Materials aus dem Sanitätsstützpunkt in Hradec Kralove (Königgrätz) in der Hauptstadt ein. Die ganze Woche über sollen weitere Transporte folgen, wie das Verteidigungsministerium in Prag mitteilte. Das Hilfskrankenhaus mit einer Kapazität von 500 Betten soll als Reserve dienen, falls das Gesundheitssystem mit Covid-19-Patienten überlastet wird.

Tschechien kämpft mit einem starken Anstieg der Corona-Neuinfektionen. Am Sonntag kamen 5.059 bestätigte Fälle hinzu - so viele wie noch nie an einem Sonntag. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg damit auf knapp 174.000. Seit Beginn der Pandemie starben 1.422 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung.

Unterdessen wurde bekannt, dass Landwirtschaftsminister Miroslav Toman positiv auf das Virus getestet wurde. Außenminister Lubomir Zaoralek, der wie sein 60 Jahre alter Kollege den Sozialdemokraten angehört, begab sich der Agentur CTK zufolge vorsichtshalber in Quarantäne. Toman hatte sich am Mittwoch mit Präsident Milos Zeman getroffen. Dabei seien strenge Hygieneregeln eingehalten worden, betonte ein Sprecher des 76 Jahre alten Staatsoberhaupts. Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Tschechien und Slowakei im Corona-Krisenmodus" (SZ+). 

Das Feldkrankenhaus der tschechische Armee verfügt unter anderem über einen Operationssaal, eine Intensivstation, eine Apotheke, ein Labor und Röntgengeräte.
Das Feldkrankenhaus der tschechische Armee verfügt unter anderem über einen Operationssaal, eine Intensivstation, eine Apotheke, ein Labor und Röntgengeräte. © Josef Vostárek/CTK/dpa

15.11 Uhr: Söder schickt ersten Landkreis in Bayern zurück in den Lockdown

Im Kampf gegen die extrem gestiegenen Corona-Infektionszahlen im oberbayerischen Landkreis Berchtesgaden will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) praktisch einen "Lockdown" verhängen. Es werde ein Maßnahmenpaket geben, "das einem Lockdown entspricht", sagte Söder. Das Robert Koch-Institut meldete am Montag für den Landkreis Berchtesgaden eine Sieben-Tage-Inzidenz von 252,1 - das war zunächst ein bundesweiter Rekord.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) solle gemeinsam mit dem Landkreis und der Regierung von Oberbayern die Details ausarbeiten. Das öffentliche Leben müsse im Kreis Berchtesgaden heruntergefahren werden. Die Kontakte der Infizierten könnten dort nicht mehr verfolgt werden. "Also müssen Kontakte fundamental beschränkt werden", sagte Söder. Es werde sehr konsequent und sehr deutlich reagiert werden. "Es wird das härteste Protokoll sein, das wir jetzt an der Stelle haben werden."

Der Kreis Berchtesgaden ist mit einer Bevölkerungsdichte von 126 pro Quadratkilometer vergleichsweise dünn besiedelt. Wie es zu der Infektionswelle kommen konnte, ist nicht genau geklärt. "Ausgangspunkt war auch wieder eine entsprechende Party", sagte Söder. Möglicherweise kommen weitere Infektionsherde infrage. Auch die Nähe zu Österreich dränge zu einschneidenden Maßnahmen. Wenn jetzt nicht konsequent gehandelt werde, sei die hohe Zahl nicht mehr zu reduzieren, sagte Söder.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU)
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) © Sven Hoppe/dpa

14.48 Uhr: 845 positive Corona-Tests in Sachsen

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Sachsen ist deutlich gestiegen. Das Sozialministerium meldete am Montagnachmittag insgesamt 845 neue Fälle. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie 10.440 Infektionen im Freistaat laborbestätigt worden. 288 Patienten sind stationär aufgenommen, davon werden 42 intensivmedizinisch betreut. Die Zahl der Corona-Patienten im Krankenhaus verdoppele sich derzeit wöchentlich. Insgesamt 258 Menschen verstarben in Zusammenhang mit dem Virus. Das sind drei mehr als noch am Freitag. Als genesen gelten 7.380 auf SARS CoV-2 positiv getestete Personen.

Wegen der weiterhin steigenden Infektionszahlen richtete sich Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping mit einem Appell an die Bürger im Freistaat. "Ich beobachte die Entwicklung mit Sorge und bitte alle Bürgerinnen und Bürger vorsichtig zu sein. Gleichzeitig wollen wir das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben soweit irgend möglich aufrechterhalten. Bitte überlegen Sie daher genau, welche Treffen, Feiern, oder Reisen unbedingt sein müssen und worauf verzichtet werden kann", sagte sie. Es gehe nach wie vor darum, besonders gefährdete Gruppen zu schützen. Dies gelte auch für Krankenhäuser und Pflegeheime. 

14.24 Uhr: Linke fordert mehr Parlamentsbeteiligung bei Corona

Auch die Linke fordert eine stärkere Beteiligung von Bundestag und Landtagen bei der Entscheidung über Corona-Schutzmaßnahmen. "Eine epidemiologische Not darf nicht zu einem Notstand der Demokratie werden", sagte Parteichefin Katja Kipping am Montag in Berlin nach Beratungen der Parteispitze. Für eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung müssten die Parlamente bei den Entscheidungen zur Bekämpfung der Pandemie stärker einbezogen werden.

Kipping sagte, wenn es im Bundeskanzleramt "entsprechende Runden" gebe, müsse es davor und auch danach Beratungen im Parlament geben. Forderungen nach einer stärkeren Einbindung der Parlamente hatten zuvor auch schon Bundestagspolitiker aus den Reihen von FDP, SPD und Union erhoben.

14.08 Uhr: Hessen schafft Beherbergungsverbot ab

Hessen schafft das Beherbergungsverbot für Reisende aus innerdeutschen Corona-Hotspots ab. Es habe sich nicht als zielführend erwiesen, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden zur Begründung. In Hessen galt seit Sommer ein Beherbergungsverbot. Diese Regel im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus gab es nicht bundesweit. Als Gebiete mit erhöhten Infektionsgefahren gelten Regionen, in denen binnen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner aufgetreten sind.

In Baden-Württemberg und Niedersachsen zum Beispiel wurden die Verbote inzwischen in Eilverfahren gekippt. In anderen Bundesländern halten die Landesregierungen von sich aus nicht mehr daran fest. Vor dem Bundesverfassungsgericht ist derzeit eine Klage anhängig, bei der es um das Beherbergungsverbot in Schleswig-Holstein geht. Die hessische Staatskanzlei hatte bereits am Freitag mitgeteilt, dass das Land die Abschaffung des umstrittenen Verbots plane.

13.57 Uhr: Chemnitz überschreitet 50er-Grenzwert

Die Stadt Chemnitz hat den kritischen Grenzwert für die Einstufung als Corona-Risikogebiet überschritten. In den vergangenen sieben Tagen seien 134 neue positive Fälle aufgetreten, teilte die Stadt am Montag mit. Damit sei der Grenzwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner mit 53,7 deutlich überschritten. Die Situation sei besorgniserregend.

Die Stadt kündigte eine neue Allgemeinverfügung an, die weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens vorsieht und ab Mittwoch gelten soll. Ansammlungen und Veranstaltungen im öffentlichen Raum sind dann verboten, Feiern privat oder in Gaststätten künftig nur noch mit bis zu zehn Personen erlaubt. Bei Sportveranstaltungen dürfen keine Besucher anwesend sein. Für Schank- und Gaststätten wird es von 22 Uhr an eine Sperrstunde geben.

13.41 Uhr: 71-Jähriger sorgt mit Pfefferspray für Corona-Abstand

Mit Pfefferspray soll ein 71-Jähriger in Aachen versucht haben, andere Menschen auf Abstand zu halten. Nach Polizeiangaben von Montag hatte der Mann am Wochenende zuerst eine Gruppe von Joggern und anschließend zwei Radfahrer "völlig unvermittelt mit Pfefferspray eingenebelt". Das radelnde Ehepaar (51/49) habe "gerade noch unfallfrei" vom Pedelec steigen und die Polizei rufen können. Die Jogger seien verschwunden. Der Streife sagte der 71-Jährige, er habe die anderen aus seiner Sicht nur so auf gebührendem Corona-Abstand halten können. Er bekam eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

13.07 Uhr: Kaum Verstöße gegen Maskenpflicht

Bei den heute angelaufenen Kontrollen der sächsischen Polizei in Dresden gab es zunächst kaum Verstöße gegen die Maskenpflicht. Lediglich eine Frau trug beim Bahnfahren im Zentrum keinen Mund-Nasen-Schutz. Von den Polizisten angesprochen, räumte sie ein, dass sie vergessen habe, die Maske aufzusetzen - und holte das sogleich nach. Ein 20-jähriger Student, der ebenfalls ohne Maske in der Bahn unterwegs war, zeigte ein Attest vor, das ihn nach einer Nasenoperation vom Tragen einer Maske befreite. Die Kontrolle der Polizei in Uniform bezeichnete er als "ein wenig gruselig". Die Reaktionen der Fahrgäste auf die Kontrollen reichten von Zustimmung bis hin zu Unverständnis. "Das macht doch alles keinen Spaß mehr", sagte eine ältere Dresdnerin. Die verstärkten Kontrollen sollen noch bis Montagnachmittag laufen. 

12.55 Uhr: Zoll findet Schutzmaske aus Krokodilleder

Der Zoll hat in Speyer eine Schutzmaske aus Krokodilleder in einem Päckchen auf dem Weg nach Berlin entdeckt. Die Sendung aus den USA sei bei der internationalen Frachtstation in Speyer angekommen und an einen Empfänger in der Hauptstadt adressiert gewesen, teilte der Zoll am Montag mit. Beamte hätten die Ledermaske bei einem routinemäßigen Check im September gefunden. Laut Zoll sind Krokodile durch den internationalen Handel bedroht und werden durch das Washingtoner Artenschutzabkommen besonders geschützt. Ob dem Berliner nun rechtliche Konsequenzen drohen, war zunächst offen. Das entscheide das Bundesamt für Naturschutz.

Die vom Zoll entdeckte Covid-19-Maske aus Krokodil-Leder.
Die vom Zoll entdeckte Covid-19-Maske aus Krokodil-Leder. © Zoll/dpa

12.45 Uhr: Mehr als 12.000 Neuinfektionen an einem Tag in Belgien

Das von der Corona-Pandemie besonders schwer geplagte Belgien hat an einem einzigen Tag mehr als 12.000 Neuinfektionen verzeichnet. Wie ein Sprecher des Krisenzentrums nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga am Montag in Brüssel mitteilte, wurden für den Dienstag voriger Woche (13. Oktober) 12.051 neue Fälle registriert. Zum Vergleich: In Deutschland meldeten die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) für diesen Tag 5.132 Corona-Neuinfektionen. Deutschland hat mehr als siebenmal so viele Einwohner wie Belgien.

12.31 Uhr: Polen richtet Corona-Krankenhaus im Nationalstadion ein

Polen will im Warschauer Nationalstadion ein provisorisches Krankenhaus für Corona-Patienten einrichten. Das teilte ein Regierungsbeamter mit. "Wir wollen, dass die ersten 500 Betten bereits vor Ende der Woche für Patienten verfügbar sind", sagte der Kanzleichef des Premierministers, Michal Dworczyk, dem Sender Radio Zet. Das Krankenhaus, das im Konferenzraum des Stadions entstehen soll, werde auch über rund 50 Intensivpflegebetten verfügen, hieß es. Das Gesundheitspersonal für das Krankenhaus will die Regierung sowohl aus Warschau als auch von außerhalb rekrutieren. Zudem soll es durch Gesundheitskräfte aus Armee und Feuerwehr ergänzt werden. In Polen steigen die Infektionsfälle: Am Samstag wurden mehr als 9600, am Sonntag mehr als 8.500 Fälle gemeldet. Mehrere Krankenhäuser klagten bereits über Personalmangel.

12.02 Uhr: Dresden meldet neun Neuinfektionen

In der Landeshauptstadt sind seit Sonntag neun weitere Fälle laborbestätigt worden. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Betroffenen seit Pandemiebeginn auf 1.246. Geschätzt 892 Menschen gelten als wieder genesen. Das sind 20 mehr als am Vortag. Allerdings mussten zwei weitere Patienten ins Krankenhaus eingeliefert werden, seit März kamen insgesamt 107 Dresdner zur stationären Corona-Behandlung in eine Klinik. Die Ampel der Landeshauptstadt steht nun auf 28 und damit weiter im gelben Bereich. In der vergangenen Woche hatten die statistischen Angaben der lokalen Behörden für Verwirrung gesorgt, weil Fälle für mehrere Wochen nachgetragen wurden. Solche nachträglichen Eintragungen gab es auch am Montag. Alle Zahlen und Werte dazu

11.27 Uhr: Leipzig reduziert Zuschauerzahl für Champions League

Aufgrund eines erwarteten Anstiegs der Coronainfektionen im direkten Einzugsgebiet wird RB Leipzig zu seinem ersten Gruppenspiel in der Champions League nur 999 Zuschauer ins Stadion lassen. Das teilte der Club am Montag mit. Zudem wurde der Ticketverkauf für das kommende Bundesliga-Spiel am Samstag gegen Hertha BSC vorläufig gestoppt. Das örtliche Gesundheitsamt hatte die Reduzierung von 8.500 auf 999 für die Partie gegen Istanbul Basaksehir am Dienstag empfohlen, da am Dienstag in Leipzig ein Wert von 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen erwartet wurde. Laut sächsischer Corona-Verordnung können Großveranstaltungen ab diesem Wert nur eingeschränkt durchgeführt werden. RB hatte bereits alle 8500 verfügbaren Karten für das Spiel gegen Istanbul verkauft. Diese Karten verlieren ihre Gültigkeit und es findet eine neue Verlosung statt. 

11.09 Uhr: Jeder Zehnte will sich mit Toilettenpapier eindecken

Einer Umfrage zufolge will sich rund jeder zehnte Verbraucher in Deutschland in den kommenden Wochen verstärkt mit Toilettenpapier, Nudeln und anderen Waren des täglichen Gebrauchs eindecken. Das ergab eine repräsentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter knapp 6.000 Menschen Mitte Oktober. Demnach antworteten neun Prozent der Teilnehmer auf die entsprechende Frage mit "ja" oder "eher ja". Fast zwei Drittel (64 Prozent) schlossen derartige Hamsterkäufe dagegen ausdrücklich aus. Mehr dazu im Artikel "Geht das Hamstern wieder los?"  

Im Frühling wurde schon einmal vor allem Toilettenpapier gehamstert.
Im Frühling wurde schon einmal vor allem Toilettenpapier gehamstert. © Symbolfoto: Rene Traut/dpa

10.52 Uhr: Wintermesse in Dresden abgesagt

Eigentlich sollte am kommenden Wochenende in den Hallen der Messe Dresden zum ersten Mal die Messe "Winterträume" stattfinden. Verschiedene Aussteller bieten dort Geschenkideen, Wohnzubehör und Wintermode an. Doch aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Lage wurde die Messe jetzt kurzfristig abgesagt. Mehr zur Messe-Absage in Dresden 

10.38 Uhr: Arbeitsminister Heil in Quarantäne

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil arbeitet vorerst aus dem Homeoffice. Wie sein Ministerium am Montag mitteilte, hat die Corona-Warn-App bei dem SPD-Politiker eine Begegnung mit erhöhtem Risiko angezeigt. "Der Minister hat sich vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben", hieß es. Ein erster Corona-Test sei negativ gewesen, ein weiteres Testergebnis stehe noch aus. "Es geht ihm gut und er hat keinerlei Symptome." Immer wieder mussten sich zuletzt Spitzenpolitiker in Quarantäne begeben. Am Samstag hatte es Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier getroffen. Grund war der positive Corona-Test eines Personenschützers. Zwei Tests beim Staatsoberhaupt fiel seither negativ aus.

Hubertus Heil ist nun in Quarantäne
Hubertus Heil ist nun in Quarantäne © dpa/Kay Nietfeld

10.07 Uhr: Söder fordert bundesweit Maskenpflicht bei hohen Corona-Zahlen

CSU-Chef Markus Söder fordert eine bundesweite Maskenpflicht für Regionen mit hohen Corona-Zahlen. Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen solle eine Maskenpflicht in Schulen, auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen und auch am Arbeitsplatz gelten, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden könnten, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor einer Schalte des CSU-Vorstands in Nürnberg. 

9.37 Uhr: Lebensmittel-Umsätze in der Krise nicht gestiegen

Der Run auf Supermärkte in der Corona-Krise hat die Umsätze mit Lebensmitteln nach Einschätzung des Herstellerverbands insgesamt nicht erhöht. "In der Summe haben wir nicht mehr umgesetzt unter Corona, weil wir das, was wir beim Endverbraucher gewonnen haben, in der Gemeinschaftsverpflegung verloren haben", sagte der Präsident des Lebensmittelverbands Deutschland, Philipp Hengstenberg, den "Stuttgarter Nachrichten". Nicht nur der Einbruch in der Gastronomie habe die erhöhte Nachfrage im Einzelhandel wieder ausgeglichen. Auch seien durch die Pandemie die Kosten gestiegen, etwa durch Änderungen der Arbeitsprozesse und zusätzliche Hygienemaßnahmen. "In der Landwirtschaft hatten wir zwischenzeitlich die Sorge, nicht genügend Erntehelfer mobilisieren zu können." Ein positiver Effekt der Krise sei gewesen, dass die Mitarbeiter in der Logistik und Produktion sowie in den Supermärkten "eine besondere Wertschätzung erfahren haben".

9.16 Uhr: Krankschreibung per Telefon jetzt wieder möglich

Wegen der verschärften Corona-Lage können Patienten mit Erkältungsbeschwerden sich jetzt wieder bundesweit telefonisch eine Krankschreibung besorgen. Die Sonderregelung trat heute in Kraft und gilt vorerst bis zum Jahresende. Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen müssen somit nicht in eine Praxis gehen, nur weil sie eine Krankschreibung benötigen. Die entsprechenden Krankschreibungen gibt es jeweils für sieben Tage. Die Ärzte müssen dazu die Patienten persönlich am Telefon zu ihrem Zustand befragen. Eine einmalige Verlängerung kann telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden. Bundesweit waren telefonische Krankschreibungen bereits in der Anfangsphase der Pandemie möglich. Das Instrument habe laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung die Praxen bereits im März und April erheblich entlastet. 

8.53 Uhr: Kritik nach Veranstaltungen in Dresden

Bei zwei Veranstaltungen in Dresden saßen Fremde ohne Maske direkt nebeneinander - trotz steigender Coronazahlen. Einigen Zuschauern war das nicht geheuer - sie verzichteten trotz Tickets auf die Events im Alten Schlachthof und gingen wieder. Auch in sozialen Netzwerken gab es Diskussionen. Jetzt haben sich die Veranstalter zu geäußert. Mehr dazu im Artikel Kritik an Hygienekonzept der Stadt Dresden (SZ+) 

8.31 Uhr: Slowenien verhängt erneut den Corona-Notstand

Wegen des Anstiegs von Infektionen mit dem Corona-Virus hat Slowenien am Montag erneut einen 30-tägigen Pandemie-Notstand ausgerufen. Dies berichtete die slowenische Nachrichtenagentur STA. Unmittelbare Konsequenzen hat dieser Schritt vorerst keine. Er bildet aber die Grundlage dafür, dass die Behörden auch lokal abgestufte neue Maßnahmen und Einschränkungen anordnen können. Ein erster Corona-Notstand war in dem EU-Land vom 12. März bis Ende Mai verhängt worden.Bereits seit letztem Freitag gilt ein teilweiser Lockdown. In neun von zwölf Regionen dürfen die Bewohner ihre jeweilige Region nicht verlassen. Es gibt allerdings Ausnahmen, wie etwa Fahrten zum Arbeitsplatz. Außerdem trat am Montag ein Plan in Kraft, dass Schüler ab der 6. Schulstufe nur noch im Fernunterricht unterrichtet werden. In dem Zwei-Millionen-Einwohner-Land wurden am Sonntag 726 und am Vortag 897 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bekannt. Damit hat sich die Zahl der aktiven Fälle binnen einer Woche nahezu verdoppelt. 

8.07 Uhr: Pflegebevollmächtigter warnt vor Isolation von Heimbewohnern

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, macht sich dafür stark, dass trotz der Corona-Pandemie alle Pflegeheim-Bewohner mit ihren Angehörigen Weihnachten feiern können. "Ich glaube, dass wir das mit einem Besuchermanagement auch gewährleisten können", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das bedeute natürlich "nicht, dass alle am Heiligabend um 17 Uhr kommen können". Derzeit sei ein bundeseinheitliches Konzept in Arbeit, um die Pflegeeinrichtungen zu unterstützen. Es sehe unter anderem vor, den Mitarbeitern einen Schnelltest zur Verfügung zu stellen, sagte Westerfellhaus. Auf diese Weise hätten Personal, Besucher und Bewohner "eine gute Sicherheit". Westerfellhaus erneuerte seine Forderung, Pflegebedürftige trotz steigender Corona-Zahlen nicht erneut zu isolieren wie zu Beginn der Pandemie. 

7.26 Uhr: Aufregung um Corona-Kinderbonus für Alleinerziehende

Das Corona-Kindergeld - ein einmaliger Bonus von 300 Euro je Kind, die zusätzlich zum monatlichen Kindergeld ausgezahlt werden - ist mittlerweile auf den Konton vieler Empfänger von Kindergeld eingetroffen. Eine Alleinerziehende aus dem sächsischen Panschwitz-Kuckau fühlt sich allerdings benachteiligt, weil sie die Zahlung mit ihrem Ex-Mann teilen muss. Er will die ihm zustehende Summe gleich vom nächsten Unterhalt für die Kinder abziehen. Mehr zu dem Fall und zur rechtlichen Situation lesen Sie im Artikel Mutter kämpft um vollen Corona-Kinderbonus  (SZ+)

6.50 Uhr: Mehr Zuschauer bei Semperopern-Premiere geplant

Die Semperoper in Dresden will am 1. November ihre erste Premiere der aktuellen Spielzeit herausbringen und hat mit Mozarts "Zauberflöte" dafür einen Hit der Opernliteratur gewählt. Dafür sollen wieder mehr Zuschauer im Saal Platz finden: rund 500 im Vergleich zu 330 beim "Corona-Spielplan" der vergangenen zwei Monate. Grundlage für mehr Besucher ist ausreichend frische Luft. Die Semperoper hat die höhere Besucherzahl nicht aus der Luft gegriffen, sondern genau davon abgeleitet. Da die Klimaanlage im Saal binnen einer Stunde 35.000 Kubikmeter austauschen kann und ein Grenzwert von 50 Kubikmeter pro Stunde pro Person einzuhalten ist, könnten theoretisch 700 Besucher und damit gut die Hälfte eines "vollem Hauses" in den Saal. Doch die Oper geht auf Nummer sicher und belässt es bei maximal 509 Zuschauern, erklärte der Technische Direktor Jan Seeger, der derzeit als Corona-Schutzbeauftragter der Semperoper fungiert. Mehr dazu im Artikel So geht Oper in Zeiten von Corona

Die Semperoper in Dresden plant für eine Premiere Anfang November mit mehr Zuschauern als bisher.
Die Semperoper in Dresden plant für eine Premiere Anfang November mit mehr Zuschauern als bisher. © dpa/Sebastian Kahnert

6.07 Uhr: Baden-Württemberg zieht die Regeln an

In Baden-Württemberg gelten ab heute zur Eindämmung der Pandemie nochmals strengere Regeln. Dazu gehören eine erweiterte Maskenpflicht sowie verschärfte Kontaktbeschränkungen - und zwar unabhängig davon, ob die jeweilige Stadt oder der Landkreis die Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschreitet oder nicht. Ministerpräsident Winfried Kretschmann warnte die Bevölkerung vor einem erneuten Herunterfahren des gesellschaftlichen Lebens. Wenn die Einschränkungen der dritten Alarmstufe über sieben bis zehn Tage nicht wirkten, werde man die Maßnahmen verschärfen und etwa die Treffen im öffentlichen Raum drastisch einschränken, sagte der Grünen-Politiker. "Das muss jedem klar sein: Wenn das nicht geht, dann werden wir zum Schluss sehr viel härtere Maßnahmen ergreifen müssen, die dann auch tiefer ins Arbeitsleben eingreifen." 

5.38 Uhr: 4.325 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen 4.325 neue Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert ist vergleichsweise niedrig, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln. Gemessen an den 2.467 gemeldeten Infektionen vom Montag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7.830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 366.299 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus infiziert (Stand: 19.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9.789. Das waren zwölf mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 294.800 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 1,44 (Vortag: 1,40). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel 14 bis 15 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,35 (Vortag: 1,37). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. 

5.28 Uhr: Polizei kontrolliert verstärkt Nutzung von Masken in Dresden

Fahrgäste in Bussen und Bahnen müssen sich heute in Dresden auf verstärkte Kontrollen der Maskenpflicht einstellen. Nach Angaben der Polizei soll gemeinsam mit dem Ordnungsamt vor allem auf Straßenbahnlinien stichprobenartig kontrolliert werden. "Die aktuelle Corona-Situation fordert uns alle. Daher würde ich mir wünschen, dass sich jeder an die bestehenden Regeln hält", erklärte Dresdens Polizeipräsident Jörg Kubiessa mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen. Gleichzeitig müssten die Regeln aber auch kontrolliert werden. Bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie beim Einkaufen ist seit dem 1. September ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro fällig. Seitdem wird prinzipiell auch kontrolliert - für diesen Montag ist nun eine konzertierte Aktion angesagt. Mehr dazu im Artikel Polizei kontrolliert Maskenpflicht 

Eine junge Frau trägt in einer Dresdner Straßenbahn Mund-Nasen-Schutz.
Eine junge Frau trägt in einer Dresdner Straßenbahn Mund-Nasen-Schutz. © Christian Juppe

5.01 Uhr: FDP-Chef Lindner: Corona-Lage "nicht überdramatisieren"

FDP-Chef Christian Lindner hat dazu aufgerufen, angesichts der aktuellen Corona-Situation nicht nur auf Infektionszahlen zu schauen. "Es wird nur geschaut auf die Zahl der Neuinfektionen", sagte Lindner am Sonntagabend im ARD-"Bericht aus Berlin". Es gebe Experten, die auch andere Parameter in Betracht zögen, wie die Situation in den Arztpraxen oder bei der stationären Versorgung im Krankenhaus. Zudem seien zur Zeit eher jüngere Menschen infiziert. "Es wäre Alarmstufe Rot wenn jetzt Menschen in Alten- und Pflegeheimen zuerst betroffen wären." Das sei aktuell glücklicherweise nicht der Fall. "Insofern rate ich zur Vorsicht, wir sollten aber auch nicht überdramatisieren. Ich kann nur sagen: Eine Ausgangssperre wäre völlig unverhältnismäßig", sagte Lindner und ergänzte: "Im Übrigen halte ich es auch für unverhältnismäßig, wenn bei einer kleinen privaten Feier von zehn Leuten plötzlich die Polizei klingelt, weil Nachbarn sich plötzlich denunziatorisch betätigen." 

Corona-Pandemie: Das passierte am Sonntag

21.05 Uhr: Kreis Görlitz nun Risikogebiet 

Neben dem Erzgebirgskreis gibt es in Sachsen wieder ein zweites Risikogebiet. Wie das Landratsamt Görlitz am Sonntagabend mitteilte, wurden im Landkreis 21 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gegenüber dem Vortag verzeichnet. Damit liegt der 7-Tage-Inzidenzwert bei mehr als 50 Fällen je 100.000 Einwohnern - exakt bei 56,19. Um die Pandemie wieder in den Griff zu kriegen, dürfen sich nun nur noch maximal zwei Haushalte treffen. Außerdem traten weitere Corona-Sicherheitsmaßnahmen in Kraft.

17.15 Uhr: Soldaten helfen ab Dienstag in Freitaler Pflegeheim

Nach mehreren Coronafällen in einem Pflegeheim in Freital werden dort bald Bundeswehrsoldaten eingesetzt. Ein Amtshilfeantrag der Landkreisverwaltung an die Bundeswehr sei kurzfristig genehmigt worden, teilte das Landratsamt in Pirna am Sonntag mit. Von Dienstag an würden zwölf Soldaten im Schichtbetrieb die Einrichtung unterstützen. Welche Aufgabe die Soldaten übernehmen, wurde nicht mitgeteilt.
In dem Pflegeheim waren am Samstag ein Bewohner und fünf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt sind dort nun sechs Bewohner und sieben Mitarbeiter betroffen. Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Corona: Was im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wichtig ist".

16.50 Uhr: Niederländische Königsfamilie bricht Auslandsurlaub ab

Die heftige Corona-Krise im eigenen Land hat die niederländische Königsfamilie nicht davon abgehalten, zum Urlaub in das sonnige Griechenland zu fliegen. Doch der währte wenig mehr als einen Tag. Nach harscher öffentlicher Kritik machten König Willem-Alexander (53), Königin Máxima (49) und ihre drei Töchter am Samstag kehrt und flogen zurück in die Heimat - mit einer Linienmaschine der KLM statt mit der Regierungsmaschine, die sie nach Griechenland gebracht hatte. Ministerpräsident Mark Rutte sprach am Sonntag von einem "Fehler", für den er die Verantwortung übernahm.
In einer Stellungnahme der Königsfamilie hieß es: "Wir wollen keinerlei Zweifel daran bestehen lassen: Um Covid-19 zu besiegen, ist es notwendig, dass die Richtlinien befolgt werden." Die Reaktionen vieler Menschen nach Berichten über die Abreise der Königsfamilie am Freitag seien "heftig und sie berühren uns".

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16.30 Uhr: Parlament in Rom wird zum Corona-Hotspot

Im Abgeordnetenhaus in Rom häufen sich die Corona-Fälle. Nach einer Zählung der Zeitung "Il Messaggero" wurden bis Samstag 20 Parlamentarier und Parlamentarierinnen der größeren der zwei Kammern in Rom positiv auf das Virus getestet. Hinzu kommen Medienberichten zufolge weitere Personen, die vorsorglich in Quarantäne sind.
Zeitungen schrieben am Sonntag unter Berufung auf Abgeordnete, dass es in der kommenden Woche keine Abstimmungen in der Kammer geben solle. Trotzdem gehe die politische Arbeit mit Debatten und Ausschusstagungen weiter, hieß es am Sonntag. "Die Demokratie darf in einem so komplizierten Moment nicht ausgesetzt werden", zitierte die Nachrichtenagentur Adnkronos am Sonntag die Politikerin Mariastella Gelmini von der Oppositionspartei Forza Italia.
Italien mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern registrierte am Samstag fast 11.000 Neuinfektionen mit Corona innerhalb von 24 Stunden. Die Regierung wollte noch am Sonntagabend weitere Verschärfungen im Kampf gegen die Viruskrankheit verkünden.

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