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Corona: Neuinfektionen leicht über Vorwochenwert

Bund plant Nationale Gesundheitsreserve, Sachsen hat bundesweit höchste Inzidenz, Tschechien lockert Maßnahmen - unser Newsblog.

Auf der Operativen Intensivstation vom Universitätsklinikum Leipzig stehen gegenwärtig 58 Intensivbetten für Patienten mit einer Covid-Erkrankung zur Verfügung.
Auf der Operativen Intensivstation vom Universitätsklinikum Leipzig stehen gegenwärtig 58 Intensivbetten für Patienten mit einer Covid-Erkrankung zur Verfügung. © Waltraud Grubitzsch/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

5.55 Uhr: Corona-Neuinfektionen leicht über Vorwochenwert

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Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages sind 11.169 neue Fälle übermittelt worden, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Montag hatte die Zahl bei 10.864 gelegen. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden zudem 125 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf insgesamt 16.248.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 1.053.869 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 30.11., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 739.100 Menschen inzwischen genesen.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 0,95 (Vortag: 0,96). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

5.42 Uhr: Höhere Heizkosten durch Homeoffice

Arbeit im Homeoffice kann die private Heizkostenrechnung nach oben treiben. Wer in den Wintermonaten statt ins Büro zu fahren komplett von zu Hause aus arbeitet, muss nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox mit einem um rund 4 Prozent höheren Heizbedarf rechnen. Je nach Heizsystem könnten dadurch Mehrkosten von bis zu 45 Euro anfallen.

Beim Heizen mit Gas mache das bei einen Durchschnittsverbrauch Mehrkosten von 45 Euro aus. Bei einer Ölheizung müsse eine Steigerung in Höhe von rund 33 Euro eingeplant werden. Die Berechnungen beruhen auf den durchschnittlichen Energiepreisen im Oktober 2020. "Verbraucher müssen sich im kommenden Jahr auf deutlich höhere Heizkosten einstellen. Wer von zu Hause arbeitet sogar in doppelter Hinsicht", sagte Verivox Energieexperte Thorsten Storck.

Im vergangenen Jahr habe die Haushalte nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) erstmals seit 2015 wieder weniger Energie fürs Heizen verbraucht. Der Energiebedarf sei um 3,2 Prozent auf durchschnittlich 130 Kilowattstunden pro Quadratmeter beheizter Wohnfläche gesunken.

5.31 Uhr: Virologe Kekulé für privates Corona-Meldesystem

Der Virologe Alexander Kekulé hat ein privates Corona-Meldesystem für Veranstaltungen ab 20 Personen vorgeschlagen. "Alle Veranstalter, auch die privaten, sollten in die Pflicht genommen werden, die Teilnehmer zu registrieren", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Sei ein Teilnehmer positiv, könne der Veranstalter alle anderen warnen. "Dadurch könnte man ein paralleles Meldesystem einziehen, das auf privater Ebene viel, viel schneller ist und das eine höhere Bereitschaft zur Mitwirkung hätte", sagte Kekulé.

Mit Blick auf Weihnachten sagte Kekulé, es gebe "die ernstzunehmende besondere Gefahr, dass sich viele Menschen infizieren, die über 70 Jahre alt sind. Und diese haben, wenn sie sich infizieren, ein Sterberisiko von fast zehn Prozent." Aber dieses Risiko sei zu steuern. Die in der vergangenen Woche von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen beinhalteten die Möglichkeit, dass bis Weihnachten die Infektionszahlen deutlich gesunken seien. "Die Politik wettet hier auf fallende Zahlen. Wenn es sehr viel anders kommt, haben die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin ein Kommunikationsproblem."

Mit einer Impfung der gesunden Allgemeinbevölkerung rechnet Kekulé nach eigener Aussage im Zeitraum April bis Juni. "Im Sommer könnte die Seuche dann verschwinden und im Herbst hoffentlich nicht wiederkommen. Das ist mein optimistisches Szenario."

5.12 Uhr: Bund plant Nationale Gesundheitsreserve an 19 Standorten

Als Konsequenz aus der Corona-Krise will der Bund an 19 Standorten in Deutschland eine Nationale Gesundheitsreserve mit wichtigem Material wie Schutzmasken aufbauen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: "Diese Pandemie lehrt uns, dass wir mehr vorsorgen müssen." Mit den Plänen soll sich am Montag das Corona-Kabinett befassen. Demnach soll die Reserve bis Ende 2021 vor allem mit schon beschafften Masken gefüllt werden, dann mit Material aus inländischer Produktion. Ständig vorgehalten werden soll der Bedarf des Gesundheitswesens und des Bundes für einen Monat.

Die Reserve solle im Kern aus Schutzausrüstung, Schutzmasken, Beatmungsgeräten und Medikamenten bestehen, erläuterte Spahn. "So unterstützen wir im Notfall besonders diejenigen, die in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen arbeiten. Am Material soll gute Gesundheitsversorgung nicht scheitern."

Die Bundesregierung hatte Anfang Juni grundsätzlich den Aufbau einer "Nationalen Reserve Gesundheitsschutz" beschlossen und beteiligte Ministerien mit einem Konzept beauftragt. Hintergrund ist auch, dass zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr Schutzmasken und anderes Material knapp waren. Der Bund stieg daraufhin in die Beschaffung ein und beschloss Anreize für inländische Hersteller. Reserven sollen in erster Linie auch weiterhin medizinische Einrichtungen und die Länder vorhalten, ehe auf Bundesbestände zugegriffen werden soll.

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5.00 Uhr: Laschet: Neue Corona-Konzepte ab Januar - sonst geht der Staat kaputt

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat neue Konzepte in der Corona-Pandemie ab Januar gefordert: "Noch ein weiteres Jahr wie dieses halten Gesellschaft und Wirtschaft nicht durch", so Laschet zur "Rheinischen Post" (Montag). Ab Januar müssten "kluge Konzepte langfristige Perspektiven für ein Leben mit der Pandemie ermöglichen", so der Landeschef: "Mit der Zulassung des Impfstoffs sind diese Konzepte auch realistisch."

Laschet ergänzte gegenüber der "Rheinischen Post": "Wir können nicht auf Dauer alles schließen, und der Staat bezahlt Monat für Monat Milliarden-Ausfälle. Ab dem neuen Jahr wird ein neues Modell nötig sein. Dauerhafte Schließungen und anschließende Ausgleichszahlungen machen den Staat auf Dauer kaputt."

Corona-Pandemie: Das passierte am Sonntag

18.14 Uhr: Patientenschützer: Impfungen sind kein umfassender Schutz

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat vor zu hohen Erwartungen mit Blick auf mögliche Impfungen gegen das Coronavirus gewarnt. Es sei gefährlich, den Eindruck zu erwecken, "dass Impfungen vor dem Virus umfassend schützen", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch am Sonntag in Dortmund dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Den Corona-Ironman wird es auch dann nicht geben." Die Seren würden helfen, die Erkrankung Covid-19 zu mildern. Ob Impfungen die Infektion verhindern können, sei jedoch unsicher. Auch geimpfte Pflegekräfte und Ärzte könnten das Virus weitergeben, erklärte Brysch weiter. Weiterhin müsse der Schutz pflegebedürftiger und chronisch kranker Menschen in den Mittelpunkt der Pandemie-Strategie gerückt werden. "Auf Infektionsgrundschutz wird auch in Zukunft nicht zu verzichten sein", unterstrich er. Brysch warnte die Bundesregierung davor, mit einfachen Bildern und Slogans die Impfbereitschaft steigern zu wollen. "Eine Schwarz-Weiß-Propaganda treibt die Menschen in die Fänge der Corona-Leugner, warnte der Patientenschützer. Denn nach der Impfung sei das Virus nicht weg. Die Gesellschaft müsse daher damit leben.

17.58 Uhr: Auch im Kreis Meißen steigt der Inzidenzwert

Im Landkreis Meißen gibt es am Sonntag 2.909 positiv auf Sars-CoV-2 getestete Personen. Davon befinden sich aktuell 830 Personen in behördlich angeordneter Quarantäne. Gegenüber Samstag sind damit 103 neu infizierte Personen hinzugekommen. Der Anstieg ist zwar etwas weniger stark als am Vortag (134), aber immer noch beträchtlich. Zudem sind sechs weitere Menschen verstorben. Der Inzidenzwert für den Landkreis Meißen hat einen Rekordwert erreicht: 304,0. Mehr zur Situation im Landkreis Meißen (SZ+)

17.37 Uhr: Ordnungsamt zu AfD-Parteitag: Auch am zweiten Tag alles "geordnet"

Beim Parteitag der AfD im niederrheinischen Kalkar lief aus Sicht des Ordnungsamts in der Halle auch am zweiten Tag alles "ruhig und geordnet" ab. Man habe zwar immer wieder einzelne Delegierte gesehen, die den Mund-Nasen-Schutz nur über dem Mund getragen hätten - "aber dann haben wir sie drauf aufmerksam gemacht und sie haben dann auch gleich reagiert", so eine Sprecherin am Sonntag zur Deutschen Presse-Agentur.

Die Entscheidung der AfD, trotz der Corona-Pandemie in einer Veranstaltungshalle auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände im "Wunderland Kalkar" einen Präsenzparteitag mit 600 Delegierten abzuhalten, war auf breite öffentliche Kritik gestoßen. Nach einem Gerichtsentscheid müssen die Delegierten durchgehend Maske tragen.

Atemschutzmasken liegen beim Bundesparteitag der AfD auf einem Tisch.
Atemschutzmasken liegen beim Bundesparteitag der AfD auf einem Tisch. © dpa/Rolf Vennenbernd

17.00 Uhr: Kroatien: Staatsbeamte missachten Corona-Regeln und randalieren

Zwei hohe Staatsbeamte haben in der ostkroatischen Stadt Vukovar gegen geltende Corona-Maßnahmen verstoßen und nach dem Einschreiten der Polizei randaliert. Wie das Internet-Portal jutarnji.hr meldete, richtete sich der Behördeneinsatz in der Nacht zuvor gegen eine Kneipe, die entgegen der Corona-Auflagen spät nachts geöffnet war und Alkohol ausschenkte. Wie das Portal berichtete, nahm die Polizei einen Staatssekretär aus dem Veteranenministerium sowie den Leiter eines Gedenkzentrums für Massakeropfer aus dem Krieg 1991 mit auf die Wache. Die beiden sollen sich den Amtshandlungen der Polizisten widersetzt haben. Der Leiter des Gedenkzentrums soll sich gegen die vorläufige Festnahme körperlich gewehrt haben. Er wurde unter Anwendung von Zwangsmaßnahmen abgeführt. Der Staatssekretär hatte sich im Lokal geweigert, den Polizisten seinen Ausweis zu zeigen. Er soll auf der Polizeiwache Inventar beschädigt haben. Beide Staatsbeamte wurden schließlich wegen Randalierens, Sachbeschädigung und Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt und auf freien Fuß gesetzt.

16.25 Uhr: Landkreis Bautzen überschreitet Inzidenz von 400

Der Landkreis Bautzen verzeichnet zum Sonntag 126 neue Infektionen mit dem Coronavirus. Damit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz nun bei 408,33 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Insgesamt sieben weitere Leute, die sich mit dem Virus infiziert haben, sind gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie im Kreis Bautzen auf 84. Weitere Informationen im Newsblog aus dem Kreis Bautzen (SZ+)

15.41 Uhr: Alpenländer wollen Wintersport trotz Corona

Maßregelungen aus München, Berlin oder Brüssel - ein rotes Tuch für Österreich und die Schweiz, das gilt auch im Corona-Winter: Der Aufruf, die Skigebiete über Weihnachten und Neujahr geschlossen zu halten, empört viele in den Alpenländern. Sie wollen sich das Weihnachtsgeschäft mit den Wintertouristen nicht vermasseln lassen - auch wenn die Infektionszahlen in beiden Ländern zurzeit deutlich höher sind als etwa in Deutschland. Auch Italien und Frankreich sind für eine Öffnung der Skigebiete erst im Januar. Wie die Schweiz und Österreich reagieren

15.17 Uhr: Kekulé: Besonders hohes Infektionsrisiko für Senioren zu Weihnachten

Der Virologe Alexander Kekulé hat das Infektionsrisiko zu Weihnachten in Deutschland mit jenem in Norditalien im Frühjahr verglichen. "Wir Deutschen haben an Weihnachten die Tradition, über Generationen hinweg mit der Familie zu feiern", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Und deshalb sind wir jetzt in einem ähnlichen Risiko, das die Menschen in Norditalien im Frühjahr hatten." Dort hatte die Pandemie besonders stark gewütet. Die Norditaliener lebten das ganze Jahr über ein Multigenerationen-Leben, sagte Kekulé. "Bei uns dagegen gibt es speziell an Weihnachten die ernstzunehmende besondere Gefahr, dass sich viele Menschen infizieren, die über 70 Jahre alt sind." Und diese hätten, wenn sie sich infizierten, ein Sterberisiko von fast zehn Prozent. Dennoch zeigte sich der Virologe angesichts der beschlossenen Kontaktbeschränkungen optimistisch: "Ich denke, dass wir dieses Risiko steuern können." Die Maßnahmen beinhalteten die Möglichkeit, dass bis Weihnachten die Infektionszahlen deutlich weiter unten seien, wenn ein Großteil der Bevölkerung sich daran halte, erklärte Kekulé.

Alexander Kekule, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie in Halle
Alexander Kekule, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie in Halle © Archivbild: dpa/Karlheinz Schindler

14.45 Uhr: Wien beginnt Corona-Massentests am 4. Dezember

Die freiwilligen Corona-Massentests beginnen in Wien am 4. Dezember, zwei Tage später als ursprünglich geplant. Das sagte der Stadtrat für Gesundheit, Peter Hacker (SPÖ), am Sonntag. Die Berufsfeuerwehr hat drei größere Testzentren eingerichtet, die zusammen jeden Tag 150.000 Tests durchführen können. Die anderen Bundesländer starten auch am kommenden Freitag oder in den Tagen danach mit ihrem Testangebot. Damit sollen Menschen, die nichts von ihrer Infektion wissen, gefunden und Infektionsketten unterbrochen werden. Die Regierung hat die 8,9 Millionen Einwohner zu reger Teilnahme an den Antigen-Schnelltests aufgerufen. Wegen der drohenden Knappheit von Intensivbetten in Krankenhäusern sind in Österreich Kulturbetriebe, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen geschlossen, seit Mitte November auch Schulen und die meisten Geschäfte. Die Infektionen sind zuletzt gesunken, aber immer noch deutlich höher als in Deutschland. Pro 100.000 Einwohner lag die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt bei rund 350, in Deutschland bei 136.

14.19 Uhr: Nach Corona-Schutz weniger andere Infektionskrankheiten

Die Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie haben nach einer Analyse der AOK Nordost im Herbst andere Infektionskrankheiten stark ausgebremst. Für die Kasse gilt das als Beleg, dass sich viele Menschen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern an die Regeln im Teil-Lockdown halten. Auch wenn die Corona-Zahlen vielerorts noch immer sehr hoch liegen - bei Grippe oder Bronchitis zeigen sich in der Statistik Effekte, die für die Kasse nicht allein mit Zufällen zusammenhängen können. So waren von Ende September bis Mitte November im Vergleich zu den Vorjahreszeiträumen 50 Prozent weniger AOK-Versicherte im Nordosten wegen Grippe krankgeschrieben, wie die Kasse mitteilte. Allerdings haben sich wahrscheinlich auch mehr Menschen gegen Influenza impfen lassen. Alltagsmasken, häufiges Hände waschen und Distanzgebote halten augenscheinlich aber auch andere Infektionskrankheiten häufiger in Schach als früher: So sanken die Krankschreibungen wegen Magen-Darm-Infekten und Lungenentzündungen nach AOK-Angaben um ein gutes Drittel. Bei akuter Bronchitis gingen sie sogar um mehr als die Hälfte zurück.

Insgesamt umfasst die AOK-Analyse mehr als 63 000 Krankschreibungen aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Rund jeder vierte Einwohner dieser Bundesländer ist nach AOK-Angaben bei ihr versichert. Für die Vergleichzeiträume zog die Kasse Daten aus den Jahren 2017, 2018 und 2019 heran.

13.23 Uhr: Berlin überschreitet Warnwert für Belegung von Intensivbetten

Erstmals seit Einführung des Ampelsystems zur Bewertung der Corona-Lage in Berlin ist der Warnwert für Intensivbetten überschritten worden. Mehr als ein Viertel dieser Betten in der Hauptstadt ist jetzt mit Covid-19-Patienten belegt, wie aus dem am Sonntag aktualisierten Lagebericht der Gesundheitsverwaltung für Samstag hervorgeht. Damit steht die Corona-Ampel in Berlin nun bei zwei Indikatoren auf Rot. Die Corona-Ampel berücksichtigt insgesamt drei Indikatoren: die Reproduktionszahl (kurz R-Wert), die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen und die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten. Für jedes Kriterium wurden Grenzwerte definiert. Werden diese mindestens drei Mal in Folge überschritten, wechselt die entsprechende Ampelfarbe auf Gelb oder Rot.

Ein Pfleger kümmert sich auf einer Berliner Intensivstation um einen Corona-Patienten.
Ein Pfleger kümmert sich auf einer Berliner Intensivstation um einen Corona-Patienten. ©  dpa/Kay Nietfeld

12.55 Uhr: Olympia-Verschiebung kostet 1,61 Milliarden Euro

Die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio auf den nächsten Sommer könnte Medien zufolge Mehrkosten von umgerechnet 1,61 Milliarden Euro verursachen. Dies berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag unter Berufung auf mehrere Quellen. Im Dezember wollen die japanischen Gastgeber und das Internationale Olympische Komitee demnach entscheiden, wer welchen Anteil an den zusätzlichen Ausgaben trägt. Die für dieses Jahr geplanten Sommerspiele waren Ende März wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verlegt worden. Die Mehrkosten ergeben sich unter anderem daraus, dass die Arenen und die Immobilien für das olympische Dorf auch für das kommende Jahr angemietet werden müssen. Hinzu kommen Ausgaben für Mitarbeiter, Ausrüstung und Lagerflächen. Zuletzt hatten die Olympia-Macher Pläne für Einsparungen in Höhe von 241 Millionen Euro vorgelegt. Dabei sollen Ausgaben für Büroflächen und der Aufwand für Werbung und zeremoniellen Pomp gekürzt werden. Das ursprünglich geplante Budget haben die Olympia-Organisatoren bereits deutlich überschritten. Laut einer Studie der britischen Universität Oxford sind die Spiele in Tokio schon jetzt die teuersten in der Geschichte der Sommerspiele. Der größte Teil der Kosten kommt am Ende auf Japans Steuerzahler zu.

12.18 Uhr: Dresdens Inzidenzwert knapp unter 200

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben am Sonntag 91 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun 6.182 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Die Zahl der in Zusammenhang mit dem Virus Verstorbenen stagnierte bei 55 seit Beginn Krise im März, allerdings mussten zwei weitere Patienten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Als genesen gelten mittlerweile exakt 4.000 Dresdner - 16 mehr als am Samstag. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, beträgt nun 190,7. Alle Zahlen aus Dresden (SZ+)

11.47 Uhr: Tschechien lockert Corona-Maßnahmen

Tschechien lockert zum Weihnachtsgeschäft seine strengen Corona-Regeln. Von Donnerstag an dürfen alle Einzelhandelsgeschäfte und Restaurants wieder öffnen. Das gab die Regierung nach einer Sondersitzung des Kabinetts am Sonntag bekannt. Es gelten strenge Hygieneregeln und eine Begrenzung der Kundenzahl in Geschäften auf eine Person je 15 Quadratmeter. Bislang sind nur lebensnotwendige Einkäufe erlaubt. Die Maskenpflicht selbst im Freien bleibt bestehen.

Tschechien mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern hatte noch vor kurzem eine der höchsten Infektionsraten in Europa zu beklagen. Zuletzt entspannte sich die Lage etwas. Am Sonntag wurden 2.667 neue Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Pandemiebeginn gab es insgesamt 518.649 bestätigte Infektionen und 8.054 Todesfälle. Mit dem Übergang von Stufe vier auf drei im Corona-Warnsystem Pes (tschechisch für Hund) ab Donnerstag sind weitere Erleichterungen verbunden. Die nächtliche Ausgangssperre entfällt. Es dürfen sich bis zu 50 Personen im Freien und zehn in Innenräumen versammeln. An Gottesdiensten dürfen in der Adventszeit maximal 30 Gläubige teilnehmen. Museen und Galerien können mit Einschränkungen öffnen, Theater und Kinos bleiben aber geschlossen.

11.25 Uhr: Wohin mit 50.000 Striezelmarkt-Tassen?

Sie sind in diesem Jahr ein besonderes Sammlerstück: Der Striezelmarkt fällt flach, doch die Glühweintassen gibt es trotzdem. 50.000 Stück hat die Stadt in diesem Jahr bei der Keramikmanufaktur Kannegießer im oberlausitzischen Neukirch produzieren lassen. Eigentlich sollten die Tassen wie jedes Jahr als Pfand an alle Glühweintrinker auf dem Striezelmarkt ausgegeben werden, doch dann kam die Absage des Marktes. Was nun mit den Tassen passieren soll, lesen Sie im Artikel Wohin mit 50.000 Striezelmarkt-Tassen? (SZ+)

Der 586. Striezelmarkt ist - wie so viele andere Weihnachtsmärkte auch - abgesagt worden.
Der 586. Striezelmarkt ist - wie so viele andere Weihnachtsmärkte auch - abgesagt worden. © dpa/Sebastian Kahnert

10.54 Uhr: Corona-Masken bescheren Modehersteller Van Laack Umsatzsprung

Der rasche Einstieg in die Produktion von Mund-Nasen-Masken hat dem Mönchengladbacher Modehersteller von Laack einen massiven Wachstumsschub beschert. "Im aktuellen Geschäftsjahr wird sich der Umsatz dank mehr als 100 Millionen verkaufter Masken und zwölf Millionen Kittel mindestens verdoppeln", sagte Firmenchef Christian von Daniels der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Van Laack produziert aktuell nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Stoffmasken im Monat, die anschließend in mehr als 30.000 Verkaufsstellen vertrieben werden - von Griechenland bis Portugal. In der Spitze, also etwa im Mai, seien im Monat sogar eine Million Masken produziert worden, sage der Firmenchef. Viele andere Modehersteller hätten die Chancen, die das Produkt Mund-Nasen-Schutz biete, verschlafen, meinte er. "Allein im ersten Halbjahr 2020 haben die Deutschen pro Kopf 53 Euro für Masken ausgegeben, im gesamten Jahr 2019 waren es im Schnitt aber nur 26,50 Euro für Hemden. Damit will ich sagen: Die Maske ist als Produkt total unterschätzt worden in der Branche."

10.13 Uhr: Sachsen bei Inzidenzwert bundesweit an der Spitze

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Sachsen ist innerhalb eines Tages um fast 1.400 angestiegen. Seit Beginn der Pandemie sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Sonntag 53.804 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden, 882 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche (Inzidenzwert) stieg landesweit auf 226,16. Das ist im Vergleich der Bundesländer der höchste Wert. Die Landkreise Görlitz und Bautzen verzeichneten nach eigenen Angaben jeweils einen Inzidenzwert von rund 400. Sie gehören damit bundesweit zu den Corona-Hotspots. Ähnlich betroffen ist der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Die vom Sozialministerium des Freistaats veröffentlichten Zahlen können teils von denen der Städte und Landkreise und auch von denen des Robert Koch-Instituts abweichen. Das liegt nach Angaben der Behörden an den unterschiedlichen Meldezeiten der Neuinfektionen. Allerdings veröffentlicht das Ministerium am Wochenende keine Zahlen - die Werte folgen zusammengefasst am Montag und fallen dadurch höher aus.

9.50 Uhr: Mehr als 150 Festnahmen bei Anti-Lockdown-Protesten in London

Bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen hat die Polizei in London mehr als 150 Menschen festgenommen. Die Demonstranten seien unter anderem wegen Missachtung der geltenden Corona-Regeln oder Angriffen auf Polizisten festgenommen worden, teilte die Polizei nach der Demonstration am Samstag mit. Im aktuellen Teil-Lockdown sollen die Bürger in England ihr Zuhause nur aus triftigen Gründen wie Arbeit, Einkauf oder der Pflege Angehöriger verlassen. Demonstrationen gehören nicht zu den erlaubten Ausnahmen. Teilnehmer zogen - zumeist ohne Abstand und Masken - am Samstag durch die Londoner Innenstadt. Auf ihren Plakaten stand etwa "Stop Controlling Us" ("Hört auf, uns zu kontrollieren") oder "No More Lockdowns" ("Keine Lockdowns mehr"). Es kam mehrfach zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen hat die Polizei in London Dutzende Menschen festgenommen.
Bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen hat die Polizei in London Dutzende Menschen festgenommen. © Victoria Jones/PA Wire/dpa

9.27 Uhr: Kubicki warnt vor langfristiger nationaler Gesundheitskrise

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat die Bundesregierung aufgefordert, bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie auch wirtschaftspolitische und sozialpsychologische Aspekte einzubeziehen. "Diese Erwägungen spielen derzeit keine Rolle", sagte der Bundestagsvizepräsident der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Und offensichtlich werden andere Gesundheitsaspekte ebenfalls sehr unterbeleuchtet." Es sei fatal, wenn nicht die Expertise von Menschen herangezogen werde, die sich mit anderen Dingen beschäftigen als Infektionskrankheiten. Kubicki wies darauf hin, dass in Frankreich die Zahl der Krebsscreenings um 86 bis 100 Prozent gesunken sei. In Deutschland würden deutlich weniger Herzinfarkte diagnostiziert als vor der Pandemie. "Hier bahnt sich eine langfristige Gesundheitskrise nationaler Tragweite an. Hinzu kommen die wirtschaftlichen, sozialen, bildungspolitischen Auswirkungen", warnte der FDP-Politiker. Das große Problem sei, dass die Unterordnung aller Belange unter den Infektionsschutz jetzt ausdrücklich im Infektionsschutzgesetz verankert sei. "Die Koalition hat gemeinsam mit den Grünen diese Vernachlässigung anderer Schäden in Gesetzesform gegossen und damit bewusst in Kauf genommen."

8.49 Uhr: Jeder Vierte hat laut Umfrage Zweifel an neuen Kontaktauflagen

Mehr als ein Viertel der Deutschen zweifelt einer Umfrage zufolge am Sinn der neuen Corona-Beschränkungen für die Adventszeit sowie für Weihnachten und Silvester. 30 Prozent der Bundesbürger halten nichts von der jüngsten Bund-Länder-Vereinbarung, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf die Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Kantar berichten. Ähnlich viele Bürger (29 Prozent) zeigen sich laut Umfrage skeptisch, was Beschränkungen für private Zusammenkünften zu Silvester anbelangt. Eine deutliche Mehrheit hält diese Pandemie-Maßnahmen dagegen für sinnvoll (70 beziehungsweise 71 Prozent). Die Begrenzung auf höchstens fünf Teilnehmer aus zwei Haushalten für private Treffen in der Vorweihnachtszeit halten demnach 27 Prozent der Deutschen für nicht zielführend. Eine Mehrheit von 73 Prozent sehe darin hingegen eine sinnvolle Entscheidung. Erhebliche Zweifel gibt es dem Bericht zufolge beim Böllerverbot. Knapp ein Drittel der Befragten (33 Prozent) gebe an, keinen Sinn im Verzicht auf ein Silvesterfeuerwerk zu sehen. 67 Prozent äußern der Umfrage zufolge Verständnis für diese Auflage.

Die größte Skepsis herrsche in Bezug auf den Nutzen der Corona-Warn-App, heißt es weiter. Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent halte die App nicht für ein geeignetes Mittel zur Eindämmung der Pandemie. 49 Prozent sähen sie dagegen als sinnvoll an. Weitgehende Zustimmung herrsche bei der Maskenpflicht. 90 Prozent geben an, das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung helfe bei der Bekämpfung der Pandemie. 85 Prozent werteten es als sinnvoll, nicht notwendige Kontakte zu vermeiden und in der Corona-Krise auf berufliche und private Reisen zu verzichten. Beim Blick auf die politischen Lager zeigt sich den Angaben zufolge, dass die Skepsis gegenüber den neuen Pandemie-Maßnahmen mit Abstand am stärksten bei Anhängern der AfD ausgeprägt ist. In den Wählerschaften von Union, SPD, Grünen, FDP und Linken fänden die Maßnahmen dagegen überwiegend sehr deutliche Zustimmung. Für die repräsentative Erhebung befragte Kantar zwischen dem 25. und dem 26. November insgesamt 1.011 Personen.

Die Weihnachtsbeschränkungen leuchten offenbar nicht jedem Deutschen ein.
Die Weihnachtsbeschränkungen leuchten offenbar nicht jedem Deutschen ein. © dpa/Oliver Berg

8.19 Uhr: "Unwort des Jahres": Begriffe rund um Corona-Pandemie im Fokus

Auf der Suche nach dem "Unwort des Jahres" sind bei der Jury bislang 760 Einsendungen mit 316 Vorschlägen eingegangen. In die engere Wahl kommen hiervon 30, die den Kriterien entsprechen, wie die Sprecherin der Jury, Nina Janich, der Deutschen Presse-Agentur in Darmstadt sagte. Im Fokus steht diesmal die Corona-Pandemie in allen Facetten. Welche Begriffe besonders oft vorgeschlagen wurden, lesen Sie im Artikel Corona beherrscht auch die Unwort-Wahl

7.50 Uhr: Corona-Neuinfektionen unter Vorwochenniveau

Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) am Wochenende vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages sind 14.611 neue Fälle übermittelt worden, wie das RKI am Sonntagmorgen bekanntgab. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl bei 15.741 gelegen. An Sonn- und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden zudem 158 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Sars-CoV-2 Infektion gestorben sind, stieg auf insgesamt 16.123. Das Robert Koch-Institut zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 1.042.700 nachgewiesene Infektionen in Deutschland. Nach Schätzungen sind inzwischen rund 722.300 Menschen genesen.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 0,96 (Vortag: 0,93). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 96 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

7.05 Uhr: Trotz Corona: Schlittschuhbahnen öffnen in Moskau

Trotz massiv steigender Corona-Zahlen in Russland sind in der Hauptstadt Moskau Schlittschuhbahnen in die Wintersaison gestartet. Mehr als 20.000 Quadratmeter groß ist die Eisfläche etwa auf dem riesigen Ausstellungsgelände WDNCh, wie die Veranstalter mitteilten. Auch in vielen anderen Parks in Europas größter Metropole können die Moskauer in den nächsten Wochen Eislaufen. Wegen der Corona-Pandemie seien die Regeln aber verschärft worden, hieß es. So können Tickets nur noch online gekauft werden, um einen Andrang vor den Kassen zu vermeiden und die Zahl der Schlittschuhläufer zu steuern.

Vor Betreten der Eisbahn wird die Temperatur gemessen. Wer Fieber hat, wird nicht aufs Eis gelassen. Mund-Nasen-Schutz muss demnach aber nur in der Umkleidekabine getragen werden. Am Samstag meldeten die russischen Behörden 27.100 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. In Moskau waren es 7.320. Innerhalb eines Tages starben landesweit 510 Menschen mit dem Virus. Zum Vergleich: In Deutschland mit deutlich weniger Einwohnern haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut 21 695 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden übermittelt. In Russland sind seit Beginn der Pandemie mehr als 2,2 Millionen Menschen erkrankt.

Corona-Pandemie: Das geschah am Samstag

17.48 Uhr: Corona-Lage und Wintersport in Italien nicht vereinbar

Angesichts hoher Corona-Infektionszahlen in Italien haben Experten des Gesundheitsministeriums die Hoffnung auf Wintersport und ein normales Weihnachten gedämpft. Es werde ein anderes Weihnachten werden, sagte der Präsident des Gesundheitsrates, Franco Locatelli, am Samstag. Die aktuellen Zahlen seien zudem "nicht mit einer Öffnung des Wintersportbetriebs vereinbar". Auch ein Silvester und Neujahr wie sonst seien dieses Jahr unvorstellbar.

Laut des aktuellen Lageberichts signalisieren die Corona-Daten, dass die Maßnahmen der vergangenen Wochen zwar Wirkung zeigen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen sei aber immer noch hoch. In vielen Regionen herrsche weiter ein hohes Ansteckungsrisiko. Der Anstieg der Fallzahlen-Kurve geht jedoch zurück, wie der Chef des Gesundheitsinstituts ISS, Silvio Brusaferro, sagte. Auch der Reproduktionswert für den Zeitraum vom 4. bis 17. November sank von zuletzt durchschnittlich 1,2 auf 1,08. "Ein R-Wert etwas über eins bedeutet jedoch immer noch ein Ansteigen der Fälle", kommentierte Brusaferro. Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter durchschnittlich ansteckt. Am Samstag meldeten die italienischen Gesundheitsbehörden knapp 690 Menschen, die binnen eines Tages mit dem Coronavirus starben, und damit deutlich weniger als am Vortag (rund 820). In derselben Zeit wurden mit etwa 26 300 Neuinfektionen gut 2000 weniger als am Freitag registriert.

17.21 Uhr: Tausende demonstrieren länderübergreifend gegen Corona-Maßnahmen

Über 2.000 Menschen aus Deutschland und Polen haben am Samstag in Frankfurt (Oder) nach Polizeiangaben gegen Corona-Beschränkungen demonstriert. Zu der Demo hatte die Initiative "Querdenken" aus Duisburg aufgerufen. Auf Deutsch und Polnisch wurde "Frieden" und "Freiheit" gerufen. Aus Slubice auf polnischer Seite kamen Hunderte nach Frankfurt (Oder), einige schwenkten polnische Flaggen. Veranstalter und Polizei riefen mehrfach dazu auf, den Mindestabstand einzuhalten und Masken zu tragen. Doch viele Besucher der "Querdenken"-Demonstration hielten sich nicht daran. Die Beamten stellten auch Masken zur Verfügung, wenn jemand angab, keine zu haben und gingen in die Menge hinein. Die Beamten zeigten sich trotz allem über den Demo-Verlauf zufrieden.

Aus dem polnischen Slubice gehen Teilnehmer einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen über den Grenzübergang Stadtbrücke nach Frankfurt (Oder).
Aus dem polnischen Slubice gehen Teilnehmer einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen über den Grenzübergang Stadtbrücke nach Frankfurt (Oder). © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

16.48 Uhr: Corona-Hotspots verschärfen Hygiene-Regeln, auch in Sachsen

Der besonders stark von der Pandemie betroffene Thüringer Kreis Hildburghausen verhängt noch härtere Corona-Regeln. Nach einem unangemeldeten Corona-Protest gilt ab Sonntag ein Versammlungsverbot. Mit einer neuen Verordnung untersagte das Landratsamt am Samstag Versammlungen sowohl in geschlossenen Räumen als auch unter freiem Himmel sowie sämtliche Veranstaltungen im Kreisgebiet. Zudem gilt in der Innenstadt von Hildburghausen jetzt eine allgemeine Maskenpflicht. Nach den neuen Corona-Regeln können nun nur noch im Einzelfall und auf Antrag Versammlungen genehmigt werden, wenn sie infektionsschutzrechtlich vertretbar sind und vier Tage vorher angemeldet wurden. Unangemeldete Versammlungen sind demnach verboten.

Unterdessen gelten seit Samstag auch in Passau angesichts der stark gestiegenen Zahl von Corona-Infektionen strenge Ausgangsbeschränkungen. Die Maßnahmen sollen zunächst eine Woche dauern, wie Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) am Freitag angekündigt hatte.Passauer dürfen ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen. Außerdem gilt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Die Stadt verordnet Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen sieben bis elf - mit Ausnahme von Abschlussklassen an Mittel- und Realschulen. Passau hatte am Freitag einen Wert von knapp 440 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen erreicht.

Verschärfungen wird es von Dienstag an auch in Teilen Sachsens geben. Der ebenfalls besonders stark von vielen Neuinfektionen betroffene Landkreis Görlitz will am Montag verschärfte Corona-Beschränkungen bekanntgeben. (Mehr im Artikel Kreis Görlitz kündigt verschärfte Ausgangsregeln an (SZ+)) Auch die Bewohner des Landkreises Bautzen, derzeit mit einer Inzidenz von 399, müssen sich auf verschärfte Beschränkungen einstellen. Wie das Landratsamt mitteilte, soll am Montag eine Allgemeinverfügung für Ausgangsbeschränkungen (SZ+) verabschiedet werden.

In Bautzen weisen Schilder auf die Maskenpflicht hin. Im Landkreis wird es von Dienstag an verschärfte Beschränkungen geben.
In Bautzen weisen Schilder auf die Maskenpflicht hin. Im Landkreis wird es von Dienstag an verschärfte Beschränkungen geben. © SZ/Uwe Soeder

15.38 Uhr: Stollbergs Bürgermeister wettert gegen Absage des Weihnachtsmarktes

Der Bürgermeister von Stollberg im Erzgebirge hat die Absage der Bergparade und des Weihnachtsmarktes mit brisanten Äußerungen kommentiert. "Wir können wahrscheinlich nicht in jeder kommenden Grippewelle sämtliche Traditionen über Bord werfen, alle bisher geltenden Grundsätze beiseite schieben, um keine Menschen sterben lassen zu müssen", schrieb Bürgermeister Marcel Schmidt (Freie Wählerunion) in einem Brief an die Gemeinde, der auf der Homepage der Stadt veröffentlicht wurde.

Die Absagen der Parade und des Weihnachtsmarktes erfolgten laut Schmidt vor dem Hintergrund, dass der Landkreis sich außerstande sieht, diesen beiden Veranstaltungen angesichts der derzeit verlautbarten Corona-Lage zuzustimmen. Schmidt hatte den Weihnachtsmarkt nur für die Bewohner der Stadt und auf 1000 Besucher begrenzen wollen. Unter freiem Himmel hätte dies kein gesteigertes Infektionsrisiko bedeutet, schließlich träfen sich die Bewohner auch sonst beim Bäcker, im Kindergarten und in der Schule.

14.50 Uhr: Landkreis Görlitz verhängt ab Dezember schärfe Maßnahmen

Der Landkreis Görlitz verschärft ab Dienstag (01.12.) die Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie. Eine entsprechende Allgemeinverfügung sei in Vorbereitung, teilte das Landratsamt am Samstag mit. Der Wert der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner pro Woche lag am Samstag bei 400,8. Seit Anfang November wird demnach der Schwellenwerte von 200 dauerhaft überschritten. Zu den Maßnahmen zählt eine Ausgangsbeschränkung. Demnach darf die Wohnung nur noch mit einem triftiger Grund verlassen werden: zur Arbeit, zum Einkauf, zur Schule und zur Kita. Zudem gilt ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum, eine weitgehende Maskenpflicht im öffentlichen Raum sowie die grundsätzliche Beschränkung von Versammlungen auf maximal 200 Teilnehmer. Mehr zu den Maßnahmen in Landkreis Görlitz erfahren sie im Artikel Kreis Görlitz kündigt verschärfte Ausgangsregeln an

13.55 Uhr: Demonstration gegen Corona-Maßnahmen an polnischer Grenze

Begleitet von einem Großaufgebot der Polizei hat am Samstag in Frankfurt (Oder) an der Grenze zu Polen eine Demonstration von Gegnern der Corona-Einschränkungen begonnen. Zu der Demo der Initiative "Querdenken" aus Duisburg waren nach Angaben der Polizei 1.500 Teilnehmer angemeldet. Die Veranstalter wollen gemeinsam mit Gästen aus Polen ein "Zeichen für Frieden und Freiheit" setzen. Zwei Gegendemonstrationen sind vorgesehen. Ein Sprecher der Stadt Frankfurt (Oder) rief die Bürger in der "Märkischen Oderzeitung" dazu auf, zuhause zu bleiben.

Die Polizei hatte darauf hingewiesen, dass bei Demos der Mindestabstand eingehalten und Maske getragen werden muss. Die Teilnehmer der Demo von Corona-Gegnern standen an der Bühne teils dicht beieinander, ein Großteil trug keine Maske. "Querdenken"-Gründer Michael Ballweg, der als Redner erwartet wurde, betonte vor der Demonstration: "Wir rufen von der Bühne dazu auf, dass die Vorgaben, die genannt sind, eingehalten werden." In Slubice auf der polnischen Seite waren nur vier Kundgebungen mit je fünf Teilnehmern erlaubt.

13.31 Uhr: Vier Coronafälle im Dresdner Kreuzchor - Auftritt und Proben abgesagt

Vier Sänger des Dresdner Kreuzchores sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Chor könne bei den für Samstag geplanten Vespern zum ersten Advent nicht auftreten, teilte der Kreuzkantor, Roderich Kreile am Samstag mit. Zudem seien alle Proben bis Mittwoch abgesagt. "Wir bedauern das sehr, weil wir uns alle auf die Vespern gefreut haben. Die Sicherheit und Gesundheit aller gehen vor", betonte Kreile. Am Montag war ein Coronafall in dem Evangelischen Kreuzgymnasium bekannt geworden. Daraufhin wurden alle Kruzianer der betroffenen Klassenstufe getestet. Am späten Freitagabend seien dann die vier positiven Befunde gekommen, erläuterte Kreile. Mehr zur Absage und was das für die Vesper bedeutet, erfahren Sie hier.

13.13 Uhr: Landesschülerrat: Bedingungen für Wechselunterricht Schule überlassen

Bei der derzeitigen Infektionslage in Sachsen hält der Landesschülerrat (LSR) die Einführung von Wechselunterricht in den Schulen für richtig. "Schulen sollten dabei die Freiheiten besitzen, für die konkreten Bedingungen - zum Beispiel die Häufigkeit der Wechsel - auf ihre jeweiligen Besonderheiten einzugehen, vor allem räumliche Situation und Klassenstärken", sagte Landesschülersprecherin Joanna Kesicka laut einer Mitteilung vom Samstag. Die Formate sollten in Absprache mit den Schülervertretern gestaltet werden. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel Landesschülerrat für Wechselunterricht

12.48 Uhr: AfD-Chef Meuthen sieht in Deutschland keine "Corona-Diktatur"

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat die Mitglieder seiner Partei aufgefordert, sich klar von Krawallmachern und Provokateuren in den eigenen Reihen zu distanzieren. Mit Blick auf die von AfD-Abgeordneten eingeladenen dreisten Besucher im Bundestag mahnte er am Samstag auf einem Bundesparteitag in Kalkar: "Wir werden nicht mehr Erfolg erzielen, indem wir immer aggressiver, immer derber, immer enthemmter auftreten." Da derartige Vorkommnisse auch auf viele AfD-Wähler abschreckend wirkten, sei es falsch, sich mit Parteimitgliedern zu solidarisieren, die sich "in der Rolle des Provokateurs gefallen".

Die Politik der Bundesregierung in der Corona-Pandemie und der Kurs von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) seien zwar nicht angemessen "und schon gar nicht verhältnismäßig". Dies dürfe man auch mit deutlichen Worten kritisieren. "Aber ist es wirklich klug, von einer "Corona-Diktatur" zu sprechen?", fragte Meuthen die mehr als 500 Delegierten im Saal. "Wir leben in keiner Diktatur, sonst könnten wir diesen Parteitag auch heute wohl kaum so abhalten", fügte er hinzu.

12.19 Uhr: Merkel spricht Bürgern Mut zu

Kanzlerin Angela Merkel spricht den Bürgerinnen und Bürgern Mut zu. "Wir haben ein großes Stück des Weges zurückgelegt", sagte die CDU-Politikerin in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast zur Corona-Krise. Seit dem Beginn der Verbreitung des Coronavirus habe sich viel getan, sagte Merkel. Noch zu Jahresanfang habe man es mit einem völlig unbekannten Virus zu tun gehabt. "Heute wissen wir so viel mehr über die Wege der Infektion, über die Möglichkeiten sich zu schützen, über Symptome und Behandlungswege." Impfstoffe würden in Rekordzeit entwickelt. "Wir können annehmen, dass ein oder mehrere Impfstoffe nicht am Sankt Nimmerleinstag, sondern in absehbarer Zeit zur Verfügung stehen können."

Das liege am "großartigen Forschergeist" der Menschen, erklärte Merkel. "Wenn diese Pandemie überhaupt irgendetwas Gutes hat, dann ist es dies: Sie zeigt, wozu wir Menschen imstande sind, wenn wir unser Herz in die Hand nehmen, wenn wir mit Ausdauer und mit Kreativität handeln - und ganz wichtig: Wenn wir über Grenzen hinweg zusammenarbeiten." Es seien aber nicht nur Wissenschaftler gefragt. "Nein, wir alle können etwas tun. Jede und jeder Einzelne kann etwas tun", sagte die Kanzlerin und verwies auf Hygieneregeln wie Maskentragen, Abstandhalten oder Lüften.

Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem Corona-Podcast.
Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem Corona-Podcast. ©  Screenshot SZ

11.57 Uhr: Altmaier befürchtet Lockdown bis ins Frühjahr

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schließt eine Verlängerung des Lockdowns bis ins Frühjahr nicht aus. "Wir haben drei bis vier lange Wintermonate vor uns", sagte Altmaier der "Welt". "Deshalb kann man leider keine Entwarnung geben: Es kann sein, dass die Beschränkungen auch in den ersten Monaten 2021 bestehen bleiben." Altmaier räumte ein, dass sich der Bund bei den Ländern mit seiner Linie nicht durchsetzen konnte. "Dass sich die Bundesregierung noch wirksamere Maßnahmen gewünscht hätte, ist kein Geheimnis", sagte er. Man müsse nun genau beobachten, ob die Zahl der Infektionen tatsächlich deutlich sinke oder ob es Nachschärfungen geben müsse. "Es ist eine Bewährungsprobe für den Föderalismus, dass wir in solchen Fragen gemeinsame Lösungen finden", unterstrich Altmaier.

Auch Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) befürchtet, dass die jüngsten Beschlüsse zur Eindämmung des Coronavirus noch einmal verschärft werden müssen. "Da steckt viel Gutes drin. Aber ich habe Zweifel, dass sie ausreichen, um die Corona-Welle nachhaltig zu brechen", sagte Brinkhaus der "Passauer Neuen Presse". So sei es zum Beispiel sehr ehrgeizig, schon jetzt für Weihnachten und Silvester Lockerungen zu versprechen. Fraglich sind aus Sicht von Brinkhaus vor allem, ob die geplanten Lockerungen über die Feiertage auch für Silvester gelten sollten. Weihnachten sei vielen Menschen sehr wichtig, als Fest der Familie, als christliches Hochfest. "Silvester ist vor allem Party - das ist auch wichtig, aber nicht so wichtig wie Weihnachten. Wir dürfen nicht durch eine ausgelassene Partynacht einreißen, was zwei Monate lang hart erarbeitet wurde", sagte er. Auch bei der Strategie für die Schulen sei noch Luft nach oben: "Womöglich muss man im Dezember noch einmal nachschärfen."

10.49 Uhr: Musikschulen in Sachsen öffnen ab 1. Dezember - nur Einzelunterricht

Nach wochenlanger Schließung dürfen Musikschulen in Sachsen am 1. Dezember wieder öffnen - zunächst aber nur für Einzelunterricht. "Musikschulen sind wichtige Träger der musischen Bildung und haben durchdachte Hygienekonzepte. Wir gehen in Sachsen nun den gleichen Weg wie alle anderen Bundesländer", teilte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) über Twitter mit. Um eine Perspektive zu bieten, wurde gemeinsam mit dem Verband deutscher Musikschulen und dem Sächsischer Musikrat ein Stufenplan für die Öffnung der Schulen erarbeitet.

Abhängig von der jeweils aktuellen Pandemiesituation sind drei Phasen vorgesehen: Vom Einzelunterricht, über den Musikschulunterricht mit maximal fünf Personen bis hin zum Unterricht mit fünf bis maximal zehn Personen. Bei einer Online-Petition zur Wiedereröffnung der Musikschulen in Sachsen waren 12.000 Unterschriften gesammelt worden. Gestartet hatte die Petition die Freiberger Musikschullehrerin Martina Bunk. Sachsen sei das einzige Bundesland, in dem die Musikschulen wegen der aktuellen Corona-Maßnahmen noch geschlossen waren, hieß es zur Begründung.

10.16 Uhr: Wissenschaftler: Norddeutsche sind corona-disziplinierter

Die vergleichsweise niedrigen Corona-Infektionsraten in Norddeutschland sind nach Einschätzung des Gesundheitsökonomen Jonas Schreyögg mit durch die Mentalität bedingt. "Vielleicht ist es auch die protestantische Prägung des Nordens, die dazu führt, dass die Menschen mehr regelkonform sind", sagte der Direktor des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg dem "Hamburger Abendblatt". "In Bayern lässt man sich trotz der Gefahr manche Möglichkeit des Kontakts einfach nicht nehmen." Schreyögg ist gebürtiger Bayer. "In südlichen Ländern wie Frankreich und Spanien kommen sich die Menschen recht nahe, obwohl sie wissen, dass dies ein Ansteckungsrisiko birgt", sagte Schreyögg. Innerhalb Deutschlands gebe es ein ähnliches kulturelles Gefälle: "Es ist eine Frage der Kultur." Die Studie seines Instituts belege auch, dass die Impfbereitschaft in keiner Region Deutschlands so hoch sei wie in Norddeutschland.

9.40 Uhr: Kardinal Marx mahnt zur Aufmerksamkeit in der Adventszeit

Mit Blick auf die Adventszeit in der Corona-Krise ruft Kardinal Reinhard Marx zu Wachsamkeit und Aufmerksamkeit füreinander auf. "Wir schauen auf die alten Menschen und auf alle, die allein leben", meint der Erzbischof von München und Freising in einem Hirtenwort zum ersten Advent. "Wir sehen, wie viele Menschen sich um ihre Zukunft sorgen. Wir erkennen, wie wir selbst und andere an Leib und Seele verletzt werden können." Marx fordert Gläubige zu einem "Netzwerk des Gebets" auf. Dazu gehöre auch "Zeichen des Miteinanders zu geben - vielleicht durch einen Brief oder eine Mail, ein Telefonat, durch Kontakte über die sozialen Medien." Trotz der Pandemie gebe es auch dieses Jahr viele Möglichkeiten, christliches Brauchtum mit Leben zu füllen. "Advent und Weihnachten fallen nicht aus."

9.17 Uhr: Strenge Ausgangsbeschränkungen in Passau haben begonnen

Angesichts der stark gestiegenen Zahl von Corona-Infektionen gelten in Passau seit Samstag strenge Ausgangsbeschränkungen. Die Maßnahmen sollen zunächst eine Woche dauern, wie Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) am Freitag angekündigt hatte. Passauer dürfen ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen. Außerdem gilt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Die Stadt verordnet Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen 7 bis 11 - mit Ausnahme von Abschlussklassen an Mittel- und Realschulen. Wer einen Angehörigen in einem Altenheim besuchen will, muss vorher einen Schnelltest machen und damit nachweisen, dass er nicht infiziert ist.

Passau hatte am Freitag einen Corona-Inzidenzwert von knapp 440 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen erreicht. Frühestens bei dem Rückgang der Infektionszahlen auf eine Inzidenz von 300 könnten die Beschränkungen wieder gelockert werden, sagte Dupper.

8.50 Uhr: "Wirtschaftsweise": Teil-Lockdown ohne viel Einfluss auf Konjunktur

Der verlängerte Teil-Lockdown in Deutschland wird nach Auffassung der "Wirtschaftsweisen" Veronika Grimm kaum gravierende Auswirkungen auf die Wirtschaftskraft in der Bundesrepublik haben. Die hauptsächlich betroffenen Branchen wie Gastronomie, die Kulturszene oder die Verkehrsbranche hätten einen vergleichsweise geringen Anteil an der Bruttowertschöpfung, sagte die Inhaberin des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre an der Universität Erlangen. So habe das derzeit weitgehend geschlossene Gastgewerbe einen Anteil von 1,6 Prozent an der gesamten Bruttowertschöpfung - die gegenwärtig vergleichsweise gut laufende Industrie dagegen einen Anteil von rund 25 Prozent und der ebenfalls geöffnete Einzelhandel von um die 10 Prozent. "Die Wirtschaft wird dadurch nicht stark einbrechen. Es kommt jetzt darauf an, die betroffenen Betriebe gut durch die Krise zu bringen", sagte Grimm. Deshalb seien die Milliarden-Ausgaben von Bund und Ländern für Hilfsprogramme gerechtfertigt.

8.26 Uhr: Forscher rät zu kreativem Umgang mit Weihnachten in der Pandemie

Der Geschäftsführer des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung, Klaus Lieb, empfiehlt, in Zeiten der Pandemie einen kreativen Umgang mit dem Weihnachtsfest. "Weihnachten ist ein wichtiges Familienevent, aber wenn dabei die Gefahr droht, sich und andere zu gefährden, sollte man es noch einmal in Frage stellen und das Treffen verlegen, wie Hochzeiten derzeit auch", sagte Lieb in Mainz. Die meisten Menschen antworteten auf die Frage, was ihnen im Leben am wichtigsten ist, "Gesundheit" - und nicht "das Weihnachtsfest".

Ein Treffen im ganz kleinen Kreise könne in diesem Corona-Winter ausreichen und es könne zugleich nach kreativen Geschenkideen und Möglichkeiten der Begegnung gesucht werden. Per Video zusammenkommen dasselbe kochen und dann gleichzeitig essen und trinken etwa könne auch in der Adventszeit Spaß machen. Im Zentrum der Resilienzforschung steht die Frage, warum Stress manche Menschen krank macht, andere unter gleichen Bedingungen aber gesund bleiben. Das renommierte Forschungsinstitut will das Verständnis von Resilienz mit Langzeitstudien vertiefen und hat zahlreiche internationale Studien zum Lockdown ausgewertet.

>>> Hinweise zum Umgang mit psychischen Belastungen in der Corona-Krise beim Leibnitz-Institut

Das Weihnachtsfest 2020 wird wergen Corona anders werden als die bisherigen.
Das Weihnachtsfest 2020 wird wergen Corona anders werden als die bisherigen. © Sebastian Gollnow/dpa

8.15 Uhr: Tim Raue: Insolvenzen werden rieseln wie Nadeln vom Weihnachtsbaum

Der Berliner Spitzenkoch Tim Raue (46) rechnet mit schweren Folgen der verlängerten Corona-Zwangspause. "Dass die Regierung uns Hilfsmaßnahmen ankündigt, klingt gut, aber was wir bekommen werden, wird dem Gewinn der Vorjahre nicht annähernd nahe kommen", sagte Raue der Deutschen Presse-Agentur. "Verluste und Insolvenzen werden im Januar so reichlich rieseln wie die trockenen Nadeln vom Weihnachtsbaum." Als Unternehmer sei die Lage enorm belastend. "Täglich um die Existenz zu kämpfen, ist große Scheiße."

Mit Blick auf eine mögliche Wiederöffnung sagte Raue: "Wir versuchen so flexibel wie möglich zu handeln, und wenn man es uns erlaubt, werden wir umgehend auf den Restaurantbetrieb zurückstellen." Der auch aus dem Fernsehen bekannte Koch betreibt in Kreuzberg mit seiner Geschäftspartnerin Marie-Anne Raue das nach ihm benannte Restaurant. Dieses wurde gerade vom Gastroführer "Gault&Millau" mit 19,5 Punkten als beste Berliner Adresse gelistet. Als Berater betreut Tim Raue die "Brasserie Colette" in Berlin, München und Konstanz, die "Villa Kellermann" in Potsdam und die "Hanami by Tim Raue Restaurants" auf einigen Schiffen der TUI-Flotte.

7.42 Uhr: 21.695 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 21.695 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden übermittelt. Das meldete das RKI am frühen Samstagmorgen. Am vergangenen Samstag hatte die Zahl bei 22.964 gelegen. Der Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. An Wochenenden melden allerdings nicht alle Ämter neue Zahlen. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 1.028.089 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 28. 11., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 711.000 Menschen inzwischen genesen.

Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 379 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Sars-CoV-2 Infektion gestorben sind, stieg auf insgesamt 15.965. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 0,93 (Vortag: 0,90). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken.

7.29 Uhr: Nur knapp die Hälfte zu Corona-Impfung bereit

Nur knapp über die Hälfte der Bevölkerung ist laut einer Umfrage der Krankenkasse Barmer zu einer Impfung gegen das Coronavirus bereit. Während 53 Prozent der Befragten über 16 Jahre eine Impfung gegen das Virus planen, wollen nur 42 Prozent ihre Kinder impfen lassen, berichtete das "RedaktionsNetzwerk Deutschland" mit Berufung auf die Umfrage. Insgesamt wurden den Angaben zufolge gut 2.000 Menschen repräsentativ befragt. 15 Prozent sagten, sie wollten sich vielleicht impfen lassen, neun Prozent "eher nicht" und 13 Prozent "sicher nicht" . Zehn Prozent der Befragten waren unentschieden. Um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, müssen nach wissenschaftlichen Erkenntnissen etwa zwei Drittel der Bevölkerung geimpft sein.

"An der Impfung führt kein Weg vorbei, um die Corona-Pandemie zu überwinden. Deshalb ist es ein wichtiges Signal, dass sich die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger impfen lassen möchte", sagte Barmer-Chef Christoph Straub dem "RedaktionsNetzwerk". Je höher die Bereitschaft, desto besser, betonte er. Mit der Impfung schütze man sich nicht nur selbst, sondern auch diejenigen, die sich nicht immunisieren lassen könnten. Als Motiv für eine Impfung gaben 69 Prozent der Impfwilligen an, sich selbst bestmöglich schützen zu wollen. 62 Prozent nannten als Motiv, andere schützen zu wollen. 32 Prozent erklärten, dass sie eine Impfung wollten, weil die Corona-Einschränkungen sie belasteten.

Sonnabend 7.18 Uhr: Taxiverband: Lage in der Branche spitzt sich dramatisch zu

Die Lage in der Taxibranche spitzt sich nach Verbandsangaben wegen des Teil-Lockdowns in der Corona-Krise dramatisch zu. "Derzeit verlieren wir massenhaft Unternehmen, etliche Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz und damit ihre wirtschaftliche Existenz", heißt es in einem Brief von Vorstand und Präsidium des Bundesverbands Taxi und Mietwagen an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD). Allein in Berlin seien 2020 bereits mehr als 1.000 Taxis dauerhaft abgemeldet worden. Bis zum Februar gab es laut Verband rund 8.100 Taxis in Berlin.

Ohne zusätzliche Hilfen rechnet der Verband in dem Brief bis Ende 2021 bundesweit mit einem Verlust von 12.000 Unternehmen und etwa 80.000 Arbeitsplätzen - bei bisher rund 55.000 Firmen mit etwa 250.000 Jobs. In dem Schreiben heißt es, die Branche unterstütze die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und arbeite mit strikten Hygienekonzepten. Das Taxi- und Mietwagengewerbe lebe aber von der Mobilität der Menschen. "Derzeit kann es davon aber nicht mehr leben.

"Wirtschaftliche Hilfen der Politik kämen aus verschiedenen Gründen beim Taxigewerbe nicht an, heißt es. So werde beim staatlichen Programm der Überbrückungshilfen die Fahrzeugfinanzierung nicht als Kosten anerkannt, obwohl dies einer der wichtigsten Faktoren der Unternehmen sei. Die fehlende Berücksichtigung von Unternehmerlohn sei für die Kleinunternehmen im Gewerbe dramatisch, weil der Unternehmer in der Regel selbst Taxi fahre.

Berliner Taxifahrer sind mit einem Korso in Richtung Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg "Willy Brandt" (BER) unterwegs.
Berliner Taxifahrer sind mit einem Korso in Richtung Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg "Willy Brandt" (BER) unterwegs. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

Corona-Pandemie: Das geschah am Freitag

Sächsische Regierung beschließt neue Corona-Beschränkungen

Die bisher getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Sachsen reichen nach Einschätzung der Regierung nicht aus, um die Infektionszahlen zu senken. Ganz Sachsen hat sich zu einem Hotspot mit einer Inzidenz von teils deutlich mehr als 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner im 7-Tages-Schnitt entwickelt. Zudem wird die Lage in den Krankenhäusern immer angespannter. Vor diesem Hintergrund hat das Kabinett eine neue Corona-Schutzverordnung beschlossen:

  • Geltungsdauer der neuen Verordnung: vom 1. bis 28. Dezember, vermutlich aber Verlängerung bis 1. Januar (Verordnung kann jeweils nur für einen Zeitraum von vier Wochen beschlossen werden)
  • Kontaktbeschränkung: Über Weihnachten (23. bis 28 Dezember) sind zwar, wie von Bund und Ländern beschlossen, Treffen von bis zu zehn Personen erlaubt. Ob das wirklich sein muss, darüber solle aber jeder selbst nachdenken und entscheiden und nicht unbedingt das ausreizen, was gesetzlich erlaubt sei, so Ministerpräsident Michael Kretschmer.
  • Ausgangsbeschränkung: Im Landkreis oder der Stadt, in der über einen Zeitraum von fünf Tagen die Inzidenz von 200 überschritten wird (mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen); Verlassen des Hauses dann nur für Arbeit, Schule, Arztbesuch, Einkaufen (im eigenen Landkreis), Unterstützung Hilfsbedürftiger, Beerdigungen im engsten Familienkreis,
    Sport und Bewegung im Freien im Umkreis von 15 Kilometern des Wohnbereichs sowie Besuch des eigenen oder gepachteten Kleingartens oder Grundstücken unter Einhaltung der Kontaktbeschränkungen; wenn die Zahlen nicht sinken, seien auch Ausgangssperren möglich, sagte Kretschmer.
  • Landkreise und Städte können eigene Beschlüsse über weitergehende Beschränkungen fassen
  • Versammlungen/Demos: In Orten mit Inzidenzwert über 200 sind sie auf maximal 200 Teilnehmer beschränkt.
  • Inzidenz von 200: wird derzeit in zehn der 13 Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen überschritten
  • Krankenhäuser überlastet: Rehakliniken werden daraufhin vorbereitet, Nicht-Corona-Patienten aufzunehmen und zu behandeln; jetzt gibt es schon ein Bettentool zur sinnvollen Verteilung der Patienten in Sachsen
  • Pflegepersonal: Weil es in Krankenhäusern knapp zu werden droht, bittet Gesundheitsministerin Petra Köpping pensionierte Pflegerinnen und Pfleger sowie Ärztinnen und Ärzte sich beim Sozialministerium zu melden um auszuhelfen
  • Einkaufen: Geschäfte bis 800 Quadratmeter: ein Kunde pro 10 Quadratmeter, über 800 Quadratmeter ein Kunde pro 20 Quadratmeter; Einkaufswägen sollen wieder desinfiziert werden
  • Schulen und Kitas sollen grundsätzlich geöffnet bleiben. Weihnachtsferien schon ab dem 18. Dezember. Schulschließungen oder Wechselunterricht für einzelne Klassen können von Schulen und Ministerium aber je nach Infektionslage beschlossen werden, Maskenpflicht in Hotspots ab 7. Klasse, (Schärfere Regeln in Schulen und Kitas)
  • Weihnachtsferien beginnen in Sachsen am 21. Dezember. Das heißt, der letzte Schultag ist der 18. Dezember.
  • Massen-Schnelltests: daran arbeitet das Gesundheitsministerium gerade, um lokal Infektionsherde zu identifizieren, bisher Schnelltests in Pflege- und Altenheimen möglich
  • Impfungen: werden grundsätzlich von Ärzten durchgeführt, für Pflegeheime sind mobile Impfteams in Planung. Bei Ankunft des Impfstoffes soll in ganz Sachsen gleichzeitig geimpft werden.
  • Alkoholverbot: Kann ab einer Inzidenz von 200 von den Landkreisen nach Absprache angeordnet werden, was den Verkauf und öffentlichen Konsum betrifft.
  • Silvesterböller: keine einheitlichen Beschränkungen in Sachsen vorgesehen
  • Reisen: Die Sachsen werden aufgefordert, den eigenen Kreis möglichst nicht zu verlassen.
  • Gottesdienste: sind nicht verboten, aber Hygienekonzepte müssen unbedingt eingehalten werden, Singen ist nicht erlaubt.

(Genaue Regelungen werden in der kommenden Nacht in die neue Verordnung eingearbeitet, die voraussichtlich morgen veröffentlicht wird. Darauf weist Gesundheitsministerin Petra Köpping hin.)

21.55 Uhr: Weihnachtliche Stimmung auf dem Wochenmarkt in Chemnitz

Der Weihnachtsmarkt ist coronabedingt in Chemnitz zwar abgesagt - ganz müssen die Menschen dort aber nicht auf eine festliche Stimmung verzichten. Der Wochenmarkt werde um 17 zusätzliche Händler mit weihnachtlichem Sortiment ergänzt, um etwas Advents- und Weihnachtsflair zu schaffen, teilte die Stadt am Freitag mit. Zudem wird der Wochenmarkt vom 1. bis 23. Dezember jeweils von Dienstag bis Samstag täglich in der Zeit von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Auf dem Markt gilt jedoch Maskenpflicht und es darf kein Alkohol getrunken und ausgeschenkt werden. Die drittgrößte Stadt Sachsens hatte laut Angaben aus Sachsen Sozialministerium am Donnerstag eine 7-Tage-Inzidenz von 253,3.

Die Marktpyramide dreht sich vor dem Rathaus Chemnitz. Spieldose, Pyramide, Schwibbogen und Weihnachtsbaum sollen auf dem Markt etwas weihnachtliches Flair verbreiten.
Die Marktpyramide dreht sich vor dem Rathaus Chemnitz. Spieldose, Pyramide, Schwibbogen und Weihnachtsbaum sollen auf dem Markt etwas weihnachtliches Flair verbreiten. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild

21.31 Uhr: Beatmungsmaske aus 3D-Drucker: Studenten gewinnen Wettbewerb

Mit der Idee für eine Beatmungsmaske, die sich komplett mit allen Einzelteilen in einem 3D-Drucker herstellen lässt, hat ein Team von Studenten aus Göttingen, München und Baltimore in einem weltweit ausgeschriebenen Ideen-Wettbewerb der Fraunhofer Gesellschaft und des Rückversicherers Munich Re den ersten Platz belegt und 100.000 Euro gewonnen. Zudem erhält das Gewinnerteam ein Realisierungsbudget in Höhe von 12.000 Euro, wie die Göttinger Universitätsmedizin am Freitag mitteilte. Die Beatmungsmaske ist für die Beatmung von akut erkrankten Covid-19-Patienten gedacht, die unter Umständen auch sauerstoffangereicherte Luft, aber noch keine invasive Beatmung benötigen.

"Das Einzigartige und Neue an unserer nicht-invasiven-Beatmungsmaske ist, dass sie zu hundert Prozent in 3D druckbar ist", sagte der an dem Projekt beteiligte Göttinger Student Louis Krause. So könne sie dezentral und unabhängig von bestehenden, möglicherweise nicht zuverlässigen Lieferketten hergestellt werden. Herkömmliche Beatmungsmasken werden in der Regel mit Hilfe von Spritzguss als Massenprodukt gefertigt. Für die Herstellung im 3D-Drucker werden keine Spritzgussmaschinen benötigt, die Maske kann innerhalb eines Tages gebrauchsfertig gedruckt werden. Eine Blaupause der prämierten Atemmaske einschließlich der Informationen zu Herstellung, Montage und Verwendung wollen die Initiatoren des Ideenwettbewerbs Partnern in Ländern mit hohem Bedarf kostenfrei zur Verfügung stellen.

21.13 Uhr: Corona-Lockdown in Frankreich wird gelockert

Die strikten Corona-Maßnahmen in Frankreich werden am Samstag angesichts sinkender Infektionszahlen gelockert. Auch nichtlebensnotwendige Geschäfte dürfen ihre Türen dann wieder öffnen - allerdings nur unter Auflagen. So müssen pro Kunde acht Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung stehen.

20.28 Uhr: Nürnberg startet ohne Christkindlesmarkt in den Advent

Wo sich sonst Tausende Menschen zwischen Ständen drängen, herrscht jetzt gähnende Leere. Statt den Prolog zur Eröffnung von der Empore der Frauenkirche zu halten, grüßt das Christkind in diesem Jahr aus dem Internet in alle Welt. Heute hätte in Nürnberg der weltberühmte Christkindlesmarkt beginnen sollen. Wegen steigender Corona-Zahlen hatte Oberbürgermeister Marcus König (CSU) den Markt im Oktober allerdings abgesagt. Nun erinnert das Christkind Benigna Munsi in ihrer Videobotschaft daran, einander nicht zu treffen. Sie bietet statt öffentlicher Auftritte in Altenheimen, Kindertagesstätten und Krankenhäusern ab 1. Dezember einen digitalen Adventskalender und eine Telefonsprechstunde an.

Rund zwei Millionen Menschen strömen sonst in der Adventszeit auf den Hauptmarkt in der Stadt. Die feierliche Eröffnung mit dem Christkind gilt als Höhepunkt und wird live im Fernsehen übertragen. Auf dem Markt verkaufen sonst Händlerinnen und Händler an etwa 180 Ständen Waren. Nun hat die Stadt einen Online-Shop für weihnachtliche Produkte eingerichtet. An 25 Weihnachtsständen verteilt in der Fußgängerzone werden Süßwaren wie Lebkuchen - aber kein Glühwein - verkauft.

Das Nürnberger Christkind, Benigna Munsi, steht in ihrem Gewand im Nürnberger Rathaus. Der weltberühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Zum ersten Mal in der Geschichte des Nürnberger Christkindes ist die
Das Nürnberger Christkind, Benigna Munsi, steht in ihrem Gewand im Nürnberger Rathaus. Der weltberühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Zum ersten Mal in der Geschichte des Nürnberger Christkindes ist die © Daniel Karmann/dpa

20.15 Uhr: Ski-Langlauf-Weltcup in Dresden nun endgültig ohne Zuschauer

Auf Grundlage der neuen Corona-Schutzverordnung in Sachsen findet der Weltcup der Ski-Langläufer am 19. und 20. Dezember in Dresden ohne Zuschauer statt. "Es ist schade, aber wir unterstützen die Entscheidung in vollem Umfang. Gleichwohl werden wir dafür sorgen, dass die Athleten eine tolle Atmosphäre in Dresden erleben", teilte Weltcup-Organisator René Kindermann am Freitag mit. Personen, die bereits Tickets für den Weltcup gekauft haben, bekommen den Ticketpreis erstattet oder können den gezahlten Betrag zu Gunsten des Skisports in der Region spenden.

20.02 Uhr: Nordost-Regionalliga pausiert bis Jahresende - Fortsetzung offen

Die Nordost-Regionalliga wird wie alle anderen Spielklassen des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) bis Ende des Jahres weiter pausieren. Das hat der NOFV auf seiner Präsidiumssitzung am Freitag beschlossen. Die weiter hohen Corona-Infektionen und die verschärften Maßnahmen machen eine Fortsetzung des Spielbetriebes nicht möglich. "Die Regionalliga, die Oberliga, die Frauen-Regionalliga, die Junioren-Regionalligen sowie die Futsal-Regionalliga werden bis zunächst 31. Dezember 2020 ruhen", heißt es in einer Erklärung des Verbandes.

Eine Entscheidung, wann und in welcher Form die Saison fortgesetzt werden soll, gibt es noch nicht. "Es werden Videokonferenzen stattfinden, um die Vereine in den Entscheidungsprozess einzubeziehen", teilte der NOFV mit. Der Regionalliga-Meister im Nordosten steigt in dieser Saison direkt in die 3. Liga auf. Mit Hinweis auf die Regionalliga als Spielklasse mit professionellen Strukturen und 88 Prozent Vertragsspielern hatte der NOFV zunächst eine Wiederaufnahme der Spiele angestrebt.

19.54 Uhr: WHO: Bis zu 70 Prozent Corona-Impfrate für Herdenimmunität nötig

Eine Durchimpfungsrate von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung ist nach Ansicht von Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für eine wirkungsvolle Bekämpfung der Corona-Pandemie nötig. Es gebe einige Studien, die zeigten, dass diese Anzahl notwendig sei, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, sagte die oberste Impf-Expertin der WHO, Katherine O'Brien. "So wären viele Menschen immun und würden andere schützen", so O'Brien am Freitagabend in Genf. Erst bei einer solchen Durchimpfungsrate könne sich das Virus nicht mehr gut verbreiten.

Doch die Zahl der geimpften Menschen alleine sei nicht der entscheidende Faktor, wie die Experten bei großen Masern-Ausbrüche in einigen afrikanischen Ländern im Vorjahr beobachten konnten. "Es geht immer darum, wo genau das Virus ist und wie groß der Schutzwall dagegen in der Gesellschaft ist", so O'Brien. Es gebe zudem weiterhin viele Fragen, etwa inwiefern eine Impfung gegen Sars-CoV-2 die Schwere einer möglichen Infektion abschwächt und wie gut sie eine Übertragung des Virus verhindern kann.

Laut WHO ist eine Corona-Impfrate von 70 Prozent für einen wirksamen Schutz notwendig.
Laut WHO ist eine Corona-Impfrate von 70 Prozent für einen wirksamen Schutz notwendig. © Symbolfoto: Eduardo Briones/EUROPA PRESS/dpa (Symb

19.31 Uhr: Deutschlandweite Verteilung sächsischer Corona-Patienten möglich

Wenn in Sachsen die Situation eintrete, dass die Pflegebetten und das dazugehörige Personal überlastet sind, so Sozialministerin Köpping, greift das deutschlandweite „Kleeblattsystem“. Das teilt die Bundesrepublik in fünf Regionen ein, in denen Patienten untereinander verteilt werden können. Köpping nutzte die Gelegenheit, um Pflegepersonal im Ruhestand dazu aufzurufen, sich beim Sozialministerium zu melden und zu helfen. Bei den Ärzten habe dies bereits sehr gut geklappt, so Köpping.

17.55 Uhr: Corona-Tests für gefährdete Gruppen sollen ausgebaut werden

Angesichts weiter hoher Infektionszahlen soll der Einsatz von Corona-Tests vor allem für gefährdete Gruppen ausgebaut werden - auch mit Schnelltests. Ziel sei, "umfassender und einfacher" insbesondere Personengruppen ohne Symptome zu testen, "bei denen aber dennoch eine Infektion naheliegend erscheint", heißt es in einem neuen Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums. Das gelte zudem für Menschen mit hoher Gefahr, dass sie oder andere in ihrem Umfeld bei einer Infektion besonders gefährdet wären. Für Rückkehrer aus Risikogebieten im Ausland sollen Tests nicht mehr gratis sein. Die Neuregelungen sollen am kommenden Dienstag (1. Dezember) in Kraft treten.

Konkret soll unter anderem klargestellt werden, dass man für Tests nach einer Warnung über die Corona-App nicht gesondert vom Arzt oder Gesundheitsamt als "Kontaktperson" festgestellt werden muss. Die Verordnung soll zudem aufschlüsseln, in welchen Konstellationen man als Kontaktperson gilt und sich nach ärztlicher Anordnung auch ohne Symptome testen lassen kann - etwa bei engem Kontakt von mindestens 15 Minuten zu einem Infizierten in den letzten zehn Tagen.

Eine Altenpflegerin führt einen Antigen-Corona-Schnelltest durch.
Eine Altenpflegerin führt einen Antigen-Corona-Schnelltest durch. © Sebastian Gollnow/dpa

17.31 Uhr: Gericht bestätigt Verbot einer "Querdenken"-Demo in Heinsberg

Das Verwaltungsgericht Aachen hat das Verbot einer für Sonntag geplanten "Querdenken"-Demonstration in Heinsberg bestätigt. Das vom Ordnungsamt der Stadt Heinsberg ausgesprochene Verbot der geplanten Kundgebung und der anschließenden Demonstration sei zulässig, weil es bei der Versammlung zu "erheblichen Infektionsgefahren" kommen könnte, teilte die 6. Kammer des Gerichts am Freitag in einem Eilverfahren mit. (AZ: 6 L 886/20) Zu den Protesten in Heinsberg wurden von dem Veranstalter rund 350 Teilnehmer angemeldet. Die Stadt hatte die Versammlung untersagt, weil bei dem geplanten Demonstrationszug die Einhaltung der nach der Corona-Schutzverordnung geltenden Mindestabstände nicht gewährleistet werden könne. Gegen den Beschluss kann der Antragsteller Beschwerde einlegen, über die das Oberverwaltungsgericht für das Land NRW in Münster entscheidet.

17.20 Uhr: Brandenburg plant verkürzte Lockerung schärferer Corona-Regeln

Brandenburg will einen eigenen Weg bei der Umsetzung der Corona-Regeln über Weihnachten gehen. Die gelockerte Kontaktbeschränkung, mit der sich bis zu zehn Menschen aus beliebig vielen Haushalten treffen können, soll auf die Zeit vom 23. bis 27. Dezember begrenzt werden, kündigte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag in Potsdam an. Bund und Länder hatten beschlossen, dass sich vom 23. Dezember bis längstens 1. Januar bis zu zehn Menschen im engsten Familien- oder Freundeskreis treffen können. Ab 1. Dezember bis vorerst 21. Dezember werden private Treffen auf bis zu fünf Menschen aus zwei Haushalten beschränkt.

17.02 Uhr: Ifo: Beschäftigungsaussichten steigen langsam weiter

Die Aussichten für den deutschen Arbeitsmarkt entspannen sich langsam. Zwar wollen nach wie vor etwas mehr Unternehmen Jobs abbauen als aufbauen, doch das Beschäftigungsbarometer des Münchner Ifo-Instituts ist erneut gestiegen, wie die Wirtschaftsforscher am Freitag mitteilten. Im November lag es bei 96,7 Punkten - das sind 0,3 mehr als im Oktober und der siebte Anstieg in Folge. Damit nähert es sich weiter den Werten vor Ausbruch der Corona-Krise. "Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt", heißt es vom Ifo.

Doch die Entwicklung sei je nach Branche sehr unterschiedlich. Am negativsten sind die Aussichten derzeit im verarbeitenden Gewerbe, wobei sich die Situation dort schon vor Corona verfinstert hatte. Auch im Handel planen mehr Unternehmen mit Entlassungen als mit Einstellungen. Am Bau und im Dienstleistungssektor überwiegen dagegen die Unternehmen, die Mitarbeiter suchen. Bei den Dienstleistern ist die Branche laut Ifo aber gespalten: IT-Dienstleister bauen Jobs auf, in Reisebranche und Gastgewerbe dagegen seien "Entlassungen nicht zu vermeiden".

16.50 Uhr: Minister Müller will internationale Corona-Hilfen ausbauen

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will mit seinem neuen Etat die internationalen Corona-Hilfen ausbauen. Die Pandemie habe "längst zu einer Hunger- und Armutspandemie geführt" und treffe die ärmsten Menschen in der Welt am härtesten, sagte Müller der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). Mit dem vom Haushaltsausschuss des Bundestags abgesegneten Entwicklungsetat von 12,4 Milliarden Euro soll das weltweite Corona-Sofortprogramm weiter vorangetrieben werden: "Wir können damit eine globale Impfkampagne vorbereiten." Mit Geld aus dem Etat würden zudem Flucht- und Krisenregionen unterstützt, sagte Müller. Zudem werde die Notversorgung über das Welternährungsprogramm ausgebaut.

16.38 Uhr: Theater und Orchester rufen zu Aktionstag auf

Zu einem gemeinsamen Aktionstag rufen die im Deutschen Bühnenverein organisierten Theater und Orchester am Montag (30.11.) auf. Die Künstler wollten damit "ein Zeichen von Zuversicht, künstlerischer Energie und Verbundenheit zu ihrem Publikum" senden, hieß es in einem Aufruf der Intendant*innengruppe im Deutschen Bühnenverein. Die Bühnen sind wegen der Corona-Pandemie zurzeit geschlossen. Ab 12 Uhr soll es künstlerische Aktionen mit dem gebotenen Abstand geben, außerdem digitale Aktivitäten und Kampagnen. "Wenn sich die Theater und Orchester zurzeit auch nicht als Orte des Zusammenkommens zur Verfügung stellen können, so möchten sie dennoch einen Impuls von Lebendigkeit geben und ihrem Glauben an die künstlerische Utopie Ausdruck verleihen", hieß es in dem Aufruf.

16.20 Uhr: Sting und Zucchero singen gegen Corona-Frust

Gute Freunde halten gerade in tristen Zeiten zusammen: So jedenfalls sehen es die Musiker Sting (69/"Englishman in New York") und Zucchero (65/"Senza una Donna"). Der Brite und der Italiener haben ein zweisprachiges Lied aufgenommen, das "September" heißt. Sie seien seit 30 Jahren befreundet, erzählten sie der italienischen Zeitung "Corriere della Sera".

"Das Lied wurde als Reaktion auf diese Pandemie geboren", erzählte Sting. "Wir dachten dabei noch, dass wir den September als den Moment betrachten, in dem alles enden würde, der Regen würde kommen, um alles wegzuspülen." Der Liedermacher Zucchero lebt im Norden der Toskana in Pontremoli, Ex-Police-Mitglied Sting besitzt in der Toskana einen Landsitz mit Weingut. Zucchero sagte, der Wunsch auf ein schnelles Ende der Corona-Krise sei zwar nicht in Erfüllung gegangen. Aber: "Ich hoffe, dass man nicht bis September 2021 warten muss."

16.08 Uhr: Brinkhaus zu Corona-Maßnahmen: Befürchte, dass es nicht reichen wird

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus sorgt sich, dass die beschlossenen Corona-Maßnahmen die Pandemie nicht eindämmen werden. "Ich hoffe wirklich, dass es reicht. Aber ich habe die Befürchtung, dass es nicht reichen wird", sagte er dem SWR. Dass es für die Hotspots, also die Orte mit besonders hohen Infektionszahlen, keine bundeseinheitliche Strategie gebe, sei betrüblich. "Das auf die lokalen Gesundheitsämter zu delegieren, führt zu Überforderung." Auch gebe es noch kein überzeugendes Konzept im Bereich Schule und keine bundesweit einheitliche Regelung, was die Pflegeheime angehe, kritisierte der CDU-Politiker.

15.51 Uhr: Bund weitet Überbrückungshilfen für Firmen aus

Die Bundesregierung weitet die Überbrückungshilfen für coronabedingt besonders belastete Firmen aus. Die bisher bis Jahresende befristeten Hilfen werden bis Ende Juni 2021 verlängert, wie Finanz- und Wirtschaftsministerium am Freitag mitteilten. Dabei handelt es sich um direkte Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Statt bislang maximal 50.000 Euro pro Monat beträgt die neue Förderhöchstsumme bei der "Überbrückungshilfe III" demnach bis zu 200.000 Euro pro Monat. Geplant ist außerdem eine "Neustarthilfe" für Soloselbstständige.

Vorgesehen ist auch eine Erweiterung des Zugangs zu den Überbrückungshilfen für die Monate November und Dezember - und zwar auch für Firmen, die im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat einen Umsatzeinbruch von mindestens 40 Prozent erlitten haben und keinen Zugang zur Novemberhilfe beziehungsweise Dezemberhilfe haben. Mit dieser "außerordentlichen Wirtschaftshilfe" unterstützt der Bund vor allem Betriebe und Selbstständige, deren Betrieb aufgrund der von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen schließen mussten.

15.36 Uhr: Zahl der Neuinfektionen steigt auf über 2.800 an - 61 Todesfälle

Von Entspannung ist weit und breit nichts zu sehen. In Sachsen ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Freitag wieder deutlich angestiegen. Nach der aktuellen Erhebung des Gesundheitsministeriums kamen in den vergangenen 24 Stunden 2.804 bestätigte Neuinfektionen hinzu, am Donnerstag waren es 1.722, am Mittwoch mit 1.408 gut halb so viele. Mehr Neuinfektionen wurden bisher mit rund 3.100 vom Wochenende (Freitag bis Montag) nur am 9. November gemeldet.

Seit Beginn der Pandemie im März sind damit bisher 52.214 Menschen infiziert worden. Die meisten Neuinfektionen wurden am Freitag aus Dresden (547 in 24 Stunden), aus dem Erzgebirgskreis (329) und aus dem Landkreis Meißen (316) gemeldet. Geschätzt 32.640 Patienten gelten inzwischen als genesen.

Auch die Zahl der mit Covid-19 in Verbindung stehenden Todesfälle stieg sehr stark um 61 auf nun 846 an, allein 11 neue Todesfälle meldet der Erzgebirgskreis, je 9 die Landkreise Görlitz und Sächsische Schweiz. In den Krankenhäusern müssen derzeit 1.978 Sars-CoV-2-Patienten behandelt werden, davon 362 auf der Intensivstation. Die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner liegt im Freistaat am Freitag bei 244, am Donnerstag lag sie bei 220, am Mittwoch bei 212.

Nichts deutet auf eine Entspannung hin: In Sachsen werden immer mehr neue Infektionen gemeldet.
Nichts deutet auf eine Entspannung hin: In Sachsen werden immer mehr neue Infektionen gemeldet. © Erwin Scheriau/APA/dpa (Symbolfoto)

15.20 Uhr: Altmaier hält Hotelübernachtung für Weihnachtsbesuche für vertretbar

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hält eine Hotelübernachtung für Weihnachtsbesuche für vertretbar. Altmaier sagte am Freitag bei einer Videoschalte zu finanziellen Corona-Hilfen, wenn es zugelassen sei, dass Zusammenkünfte über Weihnachten in einem engen Rahmen stattfinden, dann sei es aus seiner Sicht auch "vertretbar", dass dafür dann "Hotelübernachtungs-Kapazitäten" zur Verfügung gestellt werden. "Denn nicht jeder hat zu Hause die Möglichkeiten, um seinen Gästen dann eine Übernachtung mit ausreichend Platz zur Verfügung zu stellen", sagte Altmaier. Das müsse aber im Einzelfall von den Bundesländern entschieden werden.

In einigen Ländern sind Hotelübernachtung bei Weihnachtsbesuchen möglich. Dagegen hatte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) deutlich gemacht, wer über Weihnachten Verwandte besuche, solle nicht im Hotel übernachten können.Altmaier sagte: "Wenn es jetzt um die Frage der Weihnachtstage geht, will ich nur darauf hinweisen, dass nach meiner festen Überzeugung Weihnachtszusammenkünfte im engen, überschaubaren familiären Kreis, so wie das von der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen worden ist, keine touristischen Übernachtungen sind - sondern das ist eine Kategorie, die wir ausdrücklich erlauben und ermöglichen wollen, weil das familiäre Beisammensein über Weihnachten ein ganz zentraler Bestandteil unserer Alltagskultur ist."

Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie.
Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie. © Sven Hoppe/dpa

15.03 Uhr: Vier Prozent mehr Sterbefälle im Oktober

Die Sterbefallzahlen sind im Oktober leicht angestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete, starben im vergangenen Monat vier Prozent mehr Menschen als im Durchschnitt der vier Vorjahre. Einen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sieht das Amt nur bedingt. Den vorläufigen Ergebnissen zufolge starben im Oktober 2020 in Deutschland mindestens 78.346 Menschen - 2.777 Menschen mehr als 2016 bis 2019 durchschnittlich im Oktober. "In der ersten Oktoberhälfte lag die Zahl der Sterbefälle im Bereich des Durchschnitts der vier Vorjahre", berichteten die Statistiker. In der letzten Oktoberwoche wurden fünf Prozent mehr Todesfälle gemeldet. In der Woche davor lagen die Sterbefallzahlen sechs Prozent über dem Durchschnitt.

Für die letzte Oktoberwoche hatte das Robert Koch-Institut (RKI) 687 Covid-19-Todesfälle gemeldet. In der Woche davor gab es laut RKI 363 Todesfälle, die mit der Krankheit in Verbindung gebracht wurden. "Die überdurchschnittlich hohen Sterbefallzahlen im Oktober 2020 sind fast ausschließlich auf eine Zunahme von Sterbefällen in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen zurückzuführen", erklärte das Bundesamt. Die Sterbefallzahlen bei unter 80-Jährigen sind sogar zurückgegangen. Bei über 80-Jährigen starben neun Prozent mehr, bei unter 80-Jährigen vier Prozent weniger. Die Zahl der Menschen über 80 Jahre ist in Deutschland von 2015 bis 2019 um fast eine Million gewachsen. "Neben der steigenden Zahl der Covid-19-Todesfälle können auch solche Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung zu überdurchschnittlichen Sterbefallzahlen beitragen", erklärten die Statistiker.

14.41 Uhr: Verband: Situation in Sachsens Krankenhäusern spitzt sich weiter zu

In Sachsens Kliniken spitzt sich die Lage nach Angaben der Krankenhausgesellschaft (KGS) wegen der weiterhin hohen Corona-Fallzahlen zu. "In einigen Krankenhäusern wird bereits nahe an der Belastungsgrenze gearbeitet. Es sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Corona erkrankt oder in Quarantäne, die verbleibenden arbeiten am Limit", sagte KGS-Geschäftsführer, Stephan Helm.

Neben der aufwendigen Behandlung von Corona-Patienten gehe es auch um die Aufrechterhaltung eines notwendigen Regelbetriebes. Helm appelliert an die Menschen, sich an die Corona-Regeln der sächsischen Landesregierung zu halten und Kontakte deutlich zu reduzieren. Noch seien die im Rahmen der ersten Coronawelle aufgebauten regionalen Koordinierungsstrukturen in der Lage, sowohl die Versorgung von Corona- als auch Nicht-Coronapatienten zu steuern und abzusichern.

"Sollte es aber nicht gelingen, den Zustrom in die begrenzten intensivmedizinischen Kapazitäten zu stabilisieren beziehungsweise zu reduzieren, werden sowohl Patienten und deren Familien, als auch medizinisches und pflegerisches Personal in den Krankenhäusern vor existenziellen Entscheidungen stehen", sagte der Geschäftsführer. Er forderte, das Krankenhauspersonal von jeglicher, gegenwärtig entbehrlicher Bürokratie zu entlasten sowie eine Unterstützung bei der Absicherung belasteter familiärer Situationen, beispielsweise durch die Aufrechterhaltung des Schul- und Kindergartenbetriebs.

14.33 Uhr: EU-Kommission: Weihnachtsmann kommt trotz Corona-Beschränkungen

Der Weihnachtsmann kommt trotz Corona-Auflagen - da müssen sich Europas Kinder nach Ansicht der Europäischen Kommission keine Sorgen machen. "Wir können das versichern", sagte EU-Kommissionsvize Margaritis Schinas am Freitag nach einem Gespräch mit hochrangigen Religionsvertretern. Egal ob "Sankt Nikolaus, Père Noël, Babbo Natale, Reyes magos, Ágios Vasílis" - alle würden in der Lage sein die Geschenke zu Weihnachten zu überbringen, betonte Schinas. "Junge Europäer jedes Glaubens sollten die Überzeugung haben, dass Liebe und Hoffnung in diesen Tagen niemals fehlen werden."

Auch der Weihnachtsmann schützt sich vor Corona, aber er nimmt seine Funktion ernst und kommt zu den Kindern.
Auch der Weihnachtsmann schützt sich vor Corona, aber er nimmt seine Funktion ernst und kommt zu den Kindern. © Dan Gleiter/The Patriot-News/AP/dpa

14.22 Uhr: Kretschmer spürt "Rückenwind" - Millionen für Sachsen aus Bundesetat

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht in dem beschlossenen Bundeshaushalt "Rückenwind" für zahlreiche wichtige Projekte im Freistaat. "Gerade angesichts der enormen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie sind die Förderung von Zukunftsprojekten ebenso wie die Unterstützung unserer einzigartigen sächsischen Kulturlandschaft elementar", erklärte der Regierungschef am Freitag in Dresden. So soll etwa Chemnitz als Kulturhauptstadt im Jahr 2025 mit 25 Millionen Euro an Bundesmitteln für Projekte und Planungen unterstützt werden. Zudem wird die Montanregion Erzgebirge als Unesco-Weltkulturerbe mit mehr als zehn Millionen Euro an Bundes- und Landesmitteln unterstützt. Im erzgebirgischen Annaberg-Buchholz soll der Campus für automatisierte Mobilität im Schienenverkehr bis zum Jahr 2024 laut Staatskanzlei mehr als 22 Millionen Euro vom Bund bekommen.

Zudem soll die Förderung für Behandlung hochansteckender Viruserkrankungen unter anderem am Leipziger Klinikum St. Georg gefördert werden. Rund sieben Millionen Euro sollen bis 2024 in Leipzig in die Errichtung eines sogenannten Hochsicherheitsbehandlungszentrums fließen.

14.04 Uhr: Corona-Lage an Schulen insgesamt weiter relativ entspannt

Trotz anhaltend hoher Corona-Zahlen ist die Lage an den Schulen nach aktuellen Zahlen der Kultusministerkonferenz (KMK) weiter relativ entspannt. Es gibt allerdings einen leichten Anstieg bei der Zahl geschlossener oder nur eingeschränkt arbeitender Schulen.Von den rund 30.000 abgefragten Schulen im Land waren demnach zum Ende der vergangenen Woche 118 geschlossen, 12 mehr als in der Vorwoche. Eingeschränkten Präsenzbetrieb gab es an 3.702 Schulen - dort waren etwa einzelne Klassen oder Lerngruppen im sogenannten Distanzunterricht, also zu Hause. In der Woche zuvor waren es 3.320 Schulen.

Leicht gestiegen ist die Zahl der betroffenen Schüler, während sie bei den Lehrern leicht gesunken ist. Von den mehr als 10 Millionen Schülern in Deutschland waren Ende vergangener Woche 199.932 in Quarantäne (Vorwoche: 190.937), darüberhinaus waren 20 185 mit Corona infiziert (Vorwoche: 19.364). Bei den knapp 900.000 Lehrern gab es 3.169 Corona-Fälle (Vorwoche: 3219), 11.598 waren darüberhinaus in Quarantäne (Vorwoche: 12.120). Die Kultusministerkonferenz hatte angekündigt, künftig einmal wöchentlich über den deutschlandweiten Stand zu berichten.

13.51 Uhr: Söder: Viele haben Ernst der Corona-Lage immer noch nicht verstanden

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eindringlich vor einer Verharmlosung des Coronavirus gewarnt. "Viele haben den Ernst der Lage immer noch nicht verstanden", sagte Söder am Freitag in einer Regierungserklärung im Landtag in München. Das Virus bleibe aber "potenziell tödlich und hochgefährlich". Und jeder Todesfall sei nicht nur eine statistische Größe, sondern bedeute ein Schicksal für eine Familie. "Jeder einzelne hätten sich auch auf Weihnachten gefreut." Doch die Zahl der Todesfälle nehme dramatisch zu, warnte der Ministerpräsident. Am Ende des Jahres werde es heuer sechs Mal so viele Tote durch Corona geben wie im Straßenverkehr.

13.46 Uhr: Umfrage: Mehrheit der Bevölkerung findet Lockdown-Fortsetzung gut

Die von Bund und Ländern beschlossene Verlängerung des Teil-Lockdowns findet einer Umfrage zufolge breite Unterstützung bei der Bevölkerung. Dass die Kontakte weiter eingeschränkt werden, unterstützen 71 Prozent der Menschen in Deutschland, wie das am Freitag veröffentlichte ZDF-"Politbarometer" ergab.

27 Prozent lehnen das den Angaben zufolge ab. Die Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen über Weihnachten finden 58 Prozent der Befragten richtig, 39 Prozent halten das für falsch. Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen bleiben weiter geschlossen - das ist den Angaben zufolge für 61 Prozent der Menschen der richtige Schritt, 36 Prozent sprechen sich dagegen aus.

Allerdings gehen die Meinungen über die derzeit geltenden Corona-Maßnahmen auseinander. Einerseits halten 17 Prozent der Befragten die geltenden Maßnahmen für übertrieben. Das ist ein Plus von drei Prozentpunkten im Vergleich zur Umfrage vor zwei Wochen. Andererseits fordern 31 Prozent - und damit fünf Prozentpunkte mehr als vor zwei Wochen - eine Verschärfung der Regeln. Nur noch die Hälfte der Befragten finden die aktuellen Bestimmungen gerade richtig. Die Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Maßnahmen wird viel Geld kosten. Dass Deutschland dafür hohe Schulden aufnehmen wird, finden 74 Prozent aller Befragten richtig, 21 Prozent sind dagegen.

13.34 Uhr: Im Landkreis Bautzen fällt in manchen Kitas das Zähneputzen aus

Beim Zähneputzen in Kindertagesstätten kann es auch mal etwas wilder zugehen. Da wird die Zahnbürste getauscht oder die Zahncreme des Nachbarn verkostet. In Corona-Zeiten könnte das gefährlich sein. Aber deswegen gar nicht mehr putzen? Kamenzer Eltern beklagen gegenüber Sächsische.de, dass in einer DRK-Kita nun überhaupt nicht mehr geputzt werde. Sie halten das für falsch. Und auch Zahnärzte schlagen Alarm. Die ganze Geschichte lesen Sie im Artikel Zähneputzen fällt aus (SZ+)

13.23 Uhr: Polizeieinsatz nach Aufruf zu Blockade von Corona-Teststation

Im thüringischen Landkreis Hildburghausen, aktuell bundesweit Corona-Hotspot Nummer eins, ist die Polizei zu einem Einsatz an der regionalen Corona-Teststation ausgerückt. Die Polizei habe am Donnerstagabend über die Versammlungsbehörde des Landkreises Kenntnis über einen Aufruf in sozialen Medien zur Blockade der Abstrichstelle erlangt, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Die Polizei sei daraufhin vor Ort gewesen, eine Blockade habe aber nicht festgestellt werden können. Wer dahinter steckt, sei zunächst unklar. In dem Landkreis an der Grenze zu Bayern hat sich mit Stand Freitag die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche auf rund 630 erhöht. Landrat Thomas Müller steht seit Donnerstag unter Polizeischutz, nachdem er im Netz bedroht wurde - siehe Blogeintrag von 8.20 Uhr

Der Kreis HIldburghausen hat derzeit deutschlandweit den höchsten Inzidenzwert.
Der Kreis HIldburghausen hat derzeit deutschlandweit den höchsten Inzidenzwert. © Bodo Schakow/dpa

13.10 Uhr: Neue Regeln für Schlachthöfe

Nach den Corona-Ausbrüchen in deutschen Schlachtbetrieben und den daraufhin bekannt gewordenen schlechten Bedingungen für Gastarbeiter, hat die Bundesregierung ein Gesetz verabschiedet, um derartige Skandale künftig zu verhindern. Lange lag der Entwurf wegen eines Streits zwischen CDU und SPD auf Eis. Das nun beschlossene Gesetz verordnet der Branche ein Verbot von Werkverträgen ab 1. Januar und von Leiharbeit ab 1. April 2021. Der Einsatz von Fremdpersonal beim Schlachten und Zerlegen soll damit verboten werden. Die Union hatte vor allem Engpässe bei der Wurstproduktion in der Grillsaison gefürchtet. Mehr zum Thema: Neue Regeln für Schlachtbetriebe

12.57 Uhr: "Corona-Pflegeteam" für sächsische Pflegeeinrichtungen

In Sachsen unterstützt jetzt ein "Corona-Pflegeteam" ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen. Die neue Koordinierungs- und Beratungsstelle soll helfen, die pandemiebedingten Herausforderungen zu bewältigen, teilte das sächsische Sozialministerium am Freitag in Dresden mit. In dem Team arbeiten Pflegefachkräfte, die beratend zur Seite stehen. Ziel sei es, bei Covid-19-Infektionsfällen in den Einrichtungen und Diensten die pflegerische Versorgung sicherzustellen. Träger des Pflegeteams sind das Sozialministerium, die Landesverbände der Pflegekassen, der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK Sachsen) und der Kommunale Sozialverband Sachsen. Nach einem Notfallstufenplan würden die akuten Problemlagen in den Einrichtungen analysiert und konkrete Maßnahmen besprochen, hieß es. Parallel dazu sei das Pflegeteam vorbeugend tätig. Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) hofft, auf diesem Weg größere Ausbrüche in Einrichtungen vermeiden zu können.

12.43 Uhr: Passau verhängt Ausgangsbeschränkungen

Die bayerische Stadt Passau verhängt angesichts der stark gestiegenen Zahl von Corona-Infektionen strenge Ausgangsbeschränkungen. Sie sollen am Samstag beginnen und zunächst eine Woche dauern, wie Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) am Freitag ankündigte. Passauer dürfen ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen. Außerdem verhängt die Stadt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und verordnet Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen 7 bis 11 - mit Ausnahme von Abschlussklassen an Mittel- und Realschulen. Wer einen Angehörigen in einem Altenheim besuchen will, muss vorher einen Schnelltest machen und damit nachweisen, dass er nicht infiziert ist.

Passau hatte am Freitag einen Corona-Inzidenzwert von knapp 440 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen erreicht. Die Stadt ist damit nach dem Landkreis Hildburghausen in Thüringen mit knapp 630 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen derzeit Deutschlands Hotspot Nummer zwei. Wie lange der Lockdown dauern soll, blieb zunächst offen.

Jürgen Dupper (SPD), Oberbürgermeister von Passau, informiert auf einer Pressekonferenz über neue Auflagen der Stadt.
Jürgen Dupper (SPD), Oberbürgermeister von Passau, informiert auf einer Pressekonferenz über neue Auflagen der Stadt. © dpa/Lino Mirgeler

12.31 Uhr: Sachsens Kassenarzt-Chef will Schnelltests für alle

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Klaus Heckemann, plädiert für obligatorische Corona-Schnelltests in Deutschland. Eine solche die ganze Bevölkerung erfassende Strategie zur Impfung bedeute eine "gewaltige Sicherheit", sagte er am Freitag dem Nachrichtenradio MDR aktuell. So könnten alle Infizierten ermittelt und dann das Prozedere nach 14 Tagen wiederholt werden. "Damit besteht die Chance, das Virus mehr oder weniger auszuhungern." Für eine stärkere Ausweitung "bis zu mehr oder weniger verpflichtenden Tests" fehle derzeit die nötige Kapazität. Laut Heckemann ist ein Schnelltest weniger eindeutig als ein PCR-Test, der im Labor ausgewertet werde. Das Ergebnis liege dabei aber erst nach zwei oder drei Tagen vor. Mehr zu Vor- und Nachteilen von Schnelltests lesen Sie hier:

12.20 Uhr: Dresden jetzt mit Inzidenzwert von über 200

Mehr als 300 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden haben die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt am Freitag gemeldet. Die Zahl der Positiv-Nachweise stieg mit 315 auf einen Tagesrekord. Seit Beginn der Pandemie sind nun 5.964 Menschen infiziert worden. Zudem sind sechs weitere Todesopfer zu beklagen. Seit Beginn Krise im März starben damit insgesamt 55 Dresdner in Zusammenhang mit dem Virus. In den letzten 24 Stunden wurden sechs weitere Patienten ins Krankenhaus eingeliefert. Als genesen gelten mittlerweile 3.898 Dresdner - 200 mehr als am Donnerstag. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg von 168,6 auf 200,1 und damit so hoch wie noch nie in Dresden. Mehr dazu_ Alarmierende Zahlen aus Dresden (SZ+)

12.01 Uhr: Mehrere Regionen in Europa von Corona-Risikoliste gestrichen

Die Bundesregierung stuft ab Sonntag einzelne weitere Regionen in Europa als Corona-Risikogebiete ein, hebt diesen Status gleichzeitig für andere Regionen wieder auf. Die Peloponnes in Griechenland und drei Regionen in Irland - Midlands, South-West und West - werden von der Risikoliste gestrichen, wie das Robert Koch-Institut online bekanntgab. Gewarnt wird nun aber vor Westgriechenland, der Region Tartu in Estland und der zu Portugal gehörende Inselgruppe Azoren.

Die Einstufung als Risikogebiet und die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Das Gute für Urlauber: Sie können bereits gebuchte Reisen stornieren, wenn ihr Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Das Schlechte: Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen bis zu zehn Tage in Quarantäne, können sich davon aber durch einen negativen Test ab dem fünften Tag nach Einreise vorzeitig befreien lassen.

Auch die Azoren sind nun Risikogebiet.
Auch die Azoren sind nun Risikogebiet. © Archivbild: dpa/Ute Müller

11.46 Uhr: Marianne Rosenberg kommt erst 2022 nach Sachsen

Die Pandemie bringt auch weiterhin die Pläne vieler Künstler durcheinander. Nun hat es Marianne Rosenberg getroffen. Die Schlagersängerin sollte eigentlich im April 2021 unter anderem in Sachsen auftreten. Wie der Veranstalter Semmel Concerts jetzt mitteilt, wurde die komplette „Im Namen der Liebe-Tour“ um ein Jahr verschoben. Allerdings gibt es bereits neue Termine: Geplant ist nun, dass Rosenberg am 9. Mai 2022 im Dresdner Kulturpalast und zwei Tage später im Leipziger Gewandhaus auftreten wird. Tickets behalten dem Veranstalter zufolge für den jeweiligen Ersatztermin ihre Gültigkeit.

11.32 Uhr: Hotelübernachtung zu Weihnachten in einigen Bundesländern möglich

Hotelübernachtungen für Weihnachtsbesuche sollen auch in Niedersachsen möglich sein. Für den Besuch von Verwandten und auch engen Freunden zu Weihnachten soll es möglich sein, sich im Hotel einzuquartieren, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Freitag in Hannover. Die neue Corona-Verordnung des Landes befinde sich noch in der Endabstimmung. Klar sei aber, dass der Besuch von Verwandten zu Weihnachten keine touristische Übernachtung sei. Da etliche Menschen Weihnachten mit engen Freunden feierten, sei auch in diesem Fall eine Hotelübernachtung möglich. Nicht jeder habe zudem Verwandte, mit denen er feiern könne. Auch Berlin, Schleswig-Holstein, Hessen und Nordrhein-Westfalen geben eine Hotelübernachtungsmöglichkeit bei Familienbesuchen - gegen den Wunsch von Kanzleramtschef Helge Braun. Unklar ist bislang, ob Sachsen bei der Vorstellung der neuen Corona-Regeln am späten Nachmittag eine ähnliche Klausel bekanntgibt.

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Insgesamt 126 Leute im Kreis Bautzen haben sich neu mit dem Coronavirus infiziert. Auch neue Todesfälle sind zu verzeichnen. Alle Infos im News-Blog.

11.01 Uhr: Gleiche Corona-Regeln für alle Hotspot-Landkreise Sachsens

Wenige Stunden vor der Beratung neuer Corona-Regeln für Sachsen ist ein weiteres Detail bekannt geworden. So sollen „mindestens“ in allen sächsischen Landkreisen, die eine Inzidenz von mehr als 200 aufweisen, durchgehend die gleichen Einschränkungen und Regeln gelten. Darauf habe man sich untereinander verständigt, sagte der Präsident des Sächsischen Landkreistages und Landrat des Erzgebirgskreis, Frank Vogel, vor wenigen Minuten in einer Pressekonferenz in Annaberg-Buchholz. „Wir hoffen, dass wir durch dieses gleiche Handeln auch gemeinsam erfolgreich sein werden“, so Vogel. Für so genannte Hotspots ab einer Corona-Inzidenz von 200 – dabei geht es um die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner gerechnet – will Sachsen verschärfte Regeln erlassen. Im Gespräch waren in den vergangenen Tagen unter anderem ein Alkoholverbot, Ausgangssperren sowie verschärfte Kontakteinschränkungen. Die Landesregierung will um 17 Uhr in einer Pressekonferenz darüber informieren, welche Regelungen Sachsen ab Dienstag gelten.

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