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Deutschland & Welt

Corona: Weltweit mehr als 100 Millionen Infektionen

Ab morgen neue Corona-Regeln in Sachsen, Freistaat plant Notstandsgesetz, Konsumklima bricht ein - unser Newsblog.

Stilisierte Coronaviren aus Holz liegen in einer Spielwarenmacher-Werkstatt in Seiffen: Mittlerweile haben sich weltweit mehr als 100 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert.
Stilisierte Coronaviren aus Holz liegen in einer Spielwarenmacher-Werkstatt in Seiffen: Mittlerweile haben sich weltweit mehr als 100 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. © dpa/Hendrik Schmidt

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

13.49 Uhr: Russland hebt weitere Corona-Einschränkungen auf

In Russland werden angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens aufgehoben. So wurden am Mittwoch zusätzliche internationale Flugverbindungen wieder aufgenommen, darunter mit Indien, Vietnam und Finnland. In der russischen Hauptstadt Moskau erlaubte Bürgermeister Sergej Sobjanin nach wochenlangen Verboten die Öffnung von Nachtclubs und nächtlicher Gastronomie. Zudem endete die Pflicht der Arbeitgeber, mindestens ein Drittel der Belegschaft im Homeoffice arbeiten zu lassen.

Stars im Strampler aus Döbeln
Stars im Strampler aus Döbeln

Hier werden Fotos von Neugeborenen gezeigt, die aus Döbeln oder aus der Region kommen. Vielleicht ist auch Ihr Bild bald dabei?

Bestehen blieb allerdings die Vorschrift, dass Menschen mit Vorerkrankungen und über 65-Jährige weiter von zuhause aus arbeiten müssen. Zuvor hatte Europas größte Stadt auch die Museen wieder geöffnet – und eine größere Auslastung in Theatern, Kinos und Konzertsälen genehmigt. Auch der Präsenzunterricht in den Schulen ist seit einigen Tagen wieder zugelassen.

Besucher schauen sich die Sammlung des Staatlichen Puschkin-Museums an. Der Moskauer Bürgermeister Sobjanin hat einige der Corona-Beschränkungen in der russischen Hauptstadt gelockert.
Besucher schauen sich die Sammlung des Staatlichen Puschkin-Museums an. Der Moskauer Bürgermeister Sobjanin hat einige der Corona-Beschränkungen in der russischen Hauptstadt gelockert. © Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

13.31 Uhr: In Bremen dürfen Friseure zu ihren Kunden ins Haus kommen

Im Bundesland Bremen sind Friseursalons wie überall wegen Corona geschlossen - Friseurinnen und Friseure dürfen ihre Kunden aber durchaus zuhause besuchen und bedienen. Das Ordnungsamt habe diese Lesart der Corona-Verordnung bestätigt, teilte die örtliche Handwerkskammer am Mittwoch mit. Sie nannte diese Information überraschend. Man sei seit Erlass der Verordnung am 16. Dezember "davon ausgegangen, dass sämtliche Dienstleistungen im Bereich der nichtmedizinischen Körperpflege untersagt sind". Über die Ausnahme hatte am Mittwoch zuvor der "Weser-Kurier" berichtet.

Die Kammer warnte die Friseure aber, jetzt eilig Aufträge für Hausbesuche anzunehmen. "Bedenken Sie das gesundheitliche Risiko, wenn Sie sich in das private Umfeld des Kunden begeben!", mahnte die Kammer. Es sei auch unsicher, wie lange diese Ausnahmeregelung bestehen werde. Ziel sei eine allgemeine Wiederöffnung der Salons.

Die Bremer Verordnung verfügt an einer Stelle die Schließung aller Betriebe der nichtmedizinischen Körperpflege. Es geht um "Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoostudios und Nagelstudios". An anderer Stelle werden allgemein Handwerks- und Dienstleistungen für zulässig erklärt, selbst wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Voraussetzung seien geeignete Hygienemaßnahmen. In anderen Ländern wie Sachsen oder Bayern ist mobiles Arbeiten für Friseure untersagt.

13.07 Uhr: Bedenken gegen Zulassung von russischem Impfstoff in Ungarn

Die zügig erfolgte Notzulassung eines russischen Impfstoffs durch die Arzneimittelbehörde OGyEI hat in Ungarn Bedenken auf den Plan gerufen. Das in der Dokumentation der klinischen Versuche beschriebene Mittel stimme mit dem zur Auslieferung bestimmten Präparat Sputnik V nicht vollständig überein, berichtete die Budapester Tageszeitung "Nepszava". Das oppositionelle Blatt berief sich auf ungenannte Experten, die die Behörde im Genehmigungsverfahren als externe Gutachter beigezogen hatte. Am vergangenen Freitag hatte Ungarn als erstes EU-Land mit Russland den Ankauf von zwei Millionen Dosen des Präparats Sputnik V vereinbart. Einen ähnlichen Schritt erwägt nun offenbar auch Tschechien. Mehr dazu lesen Sie hier.

12.35 Uhr: 166 Neuinfektionen in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 166 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 20.270 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Zehn Menschen verstarben seit Dienstag in Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer seit Krisenbeginn im März 2020 auf 660 Opfer. Zudem wurden binnen eines Tages 34 weitere Patienten ins Krankenhaus einwiesen. Als genesen gelten mittlerweile 17.826 Dresdner - 256 mehr als am Dienstag.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg seit dem Vortag von 118,9 auf 119,3. Da für mögliche Neubewertungen der Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt auch diesen Wert an. Auch dabei gibt es einen leichten Anstieg: Am Dienstag war der Wert mit 99,5 erstmals seit langem zweistellig, nun liegt er bei auf 102,9.

12.23 Uhr: Impfstoffstreit: EU-Krisensitzung mit Astrazeneca geplatzt

Im Streit über knappen Corona-Impfstoff ist ein Krisentreffen der Europäischen Union mit dem Hersteller Astrazeneca am Mittwoch geplatzt. Astrazeneca habe abgesagt, hieß es aus EU-Kreisen in Brüssel. Die EU-Kommission und die Mitgliedsstaaten hätten den Konzern gebeten, sich das gut zu überlegen. Die Kommission und die 27 Staaten hatten das Treffen mit Astrazeneca auf Expertenebene für den Abend einberufen.

Hintergrund ist der Streit mit dem britisch-schwedischen Hersteller über Lieferkürzungen. Statt erwarteter 80 Millionen Impfdosen im ersten Quartal sollen nach EU-Angaben nur 31 Millionen ankommen. Den angegebenen Grund - Probleme in der Lieferkette - will die EU nicht gelten lassen.

Astrazeneca hat das Krisentreffen mit der EU abgesagt
Astrazeneca hat das Krisentreffen mit der EU abgesagt © Dan Himbrechts/AAP/dpa

12.09 Uhr: Otto steigert Online-Umsatz im Corona-Jahr um mehr als 20 Prozent

Die Hamburger Otto Group hat ihren Online-Umsatz in der Corona-Krise massiv auf knapp zehn Milliarden Euro gesteigert. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019/20 kletterte er um fast zwei Milliarden Euro oder rund 23 Prozent, wie der Handels- und Dienstleistungskonzern am Mittwoch auf Basis erster Prognosen mitteilte. Allein im deutschen Online-Handel werde Otto bis zum offiziellen Ende des Geschäftsjahres am 28. Februar voraussichtlich rund 6,9 Milliarden Euro umsetzen - nach 5,7 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Grund dafür seien die Digitalisierung der eigenen Geschäftsmodelle und das veränderte Einkaufsverhalten in der Pandemie.

Sebastian Klauke, Konzern-Vorstand E-Commerce, Technologie, Business Intelligence und Corporate Ventures, sprach von "wirklich erfreulichen Zahlen im E-Commerce". Allein die Einzelgesellschaft Otto habe im laufenden Geschäftsjahr mit ihrem neuen Plattformmodell mehr als 1000 neue Partnerunternehmen gewinnen können. Gleichzeitig sei die Zahl der aktiven Kunden bei otto.de um fast 30 Prozent auf rund 9,4 Millionen gestiegen. Das Gesamtergebnis des Geschäftsjahres 2020/21 will die Otto Group im Mai veröffentlichen.

11.40 Uhr: Bill Gates warnt vor Impfnationalismus

Microsoft-Gründer Bill Gates hat vor Impfnationalismus und Leichtfertigkeit im Umgang mit der Corona-Pandemie gewarnt. Es komme nicht auf Verträge an, sondern auf die schnelle Belieferung gefährdeter Bevölkerungsgruppen mit Vakzinen in aller Welt, sagte der US-Milliardär der "Süddeutschen Zeitung". Gates betonte, dass es vor allem auf die Qualität des Impfstoffes ankomme, weil dieser ansonsten abgelehnt werde. Der Unternehmer sprach sich für eine intensive Zusammenarbeit der Staaten der Erde an. Kein Land könne bei der Pandemie-Bekämpfung alleine bestehen, sagte Gates, dessen Stiftung mehr als 1,7 Milliarden Euro für Entwicklung und Produktion einfacher Impfstoffe bereitgestellt hat.

Pandemien gehören nach Gates' Einschätzung zur neuen Normalität, "in der gleichen Weise, wie die Erde bebt, Tornados kommen oder sich das Klima wandelt". Notwendig seien umfassende Vorbereitungen mit besseren Diagnosen. "Wir müssen die Lektionen lernen", betonte Gates, "wir sind auf die nächste Pandemie nicht vorbereitet". Eine künftige Pandemie könne zehnmal so schlimm sein.

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11.19 Uhr: Corona-Inzidenzwert in Sachsen weiter rückläufig

Die Dynamik in der Ausbreitung der Corona- Pandemie lässt in Sachsen weiter nach. Am Mittwoch gab das Robert Koch-Institut (RKI) die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen mit 141 an. Am Vortag hatte sie noch bei 160,9, am Montag bei 171 gelegen. Bundesweit waren es am Mittwoch 101. Nach Ansicht von Experten braucht es einen Wert von weniger als 50, um die Kontaktnachverfolgung komplett zu ermöglichen.

Sachsen war lange Zeit Hotspot der Pandemie in Deutschland. Inzwischen liegen die Länder Thüringen (184,4), Sachsen-Anhalt (181,7) und Brandenburg (150,7) in der Sieben-Tage-Inzidenz vor Sachsen. Die RKI-Zahlen können jedoch durch Übermittlungsverzögerungen von denen der Länder und lokalen Behörden abweichen. Welche Orte in Sachsen besonders betroffen sind (SZ+)

11.01 Uhr: Weltweit bereits mehr als 100 Millionen Corona-Infektionen

Die Zahl der weltweit nachgewiesenen Corona-Infektionen ist seit Beginn der Pandemie vor gut einem Jahr auf mehr als 100 Millionen gestiegen. Zudem sind mehr als 2,1 Millionen Menschen nach einer Ansteckung mit dem Virus gestorben, wie aus den Daten der US-Universität Johns Hopkins in Baltimore vom Dienstag (Ortszeit) hervorgeht. Erst vor etwa einem Monat, am zweiten Weihnachtsfeiertag, war die Schwelle von 80 Millionen Infektionen überschritten worden.

Die meisten bestätigten Ansteckungen in absoluten Zahlen gibt es mit gut 25 Millionen in den USA, in Indien sind inzwischen rund 10,7 Millionen Infektionen nachgewiesen worden, in Brasilien 8,9 Millionen. In Europa wurden die meisten Ansteckungen bislang in Großbritannien gemeldet (3,7 Millionen), gefolgt von Frankreich (3,1 Millionen) sowie Spanien (2,6 Millionen) und Italien (rund 2,5 Millionen). In Deutschland wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität 2,16 Millionen Infektionen registriert. Experten gehen allerdings sowohl bei den Infektionen als auch bei den Todesfällen weltweit von hohen Dunkelziffern aus.

10.48 Uhr: Studie: AfD-Anhänger empfänglich für Verschwörungserzählungen

Anhänger der AfD sind laut einer Studie der Universität Leipzig stärker für Verschwörungserzählungen empfänglich als Wähler anderer Parteien. Das gilt den Wissenschaftlern zufolge auch in Bezug auf Covid-19. "Dennoch bleibt festzuhalten, dass Verschwörungserzählungen auch darüber hinaus Verbreitung finden und sich nicht alleine auf Menschen im rechten Spektrum beschränken", heißt es in dem Papier, das sich auf die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage vom Frühsommer 2020 stützt.

Um die Zustimmung zu Corona-bezogenen Verschwörungserzählungen zu messen, sollten sich die Befragten zu zwei Aussagen positionieren: "Die tatsächlichen Hintergründe der Corona-Erkrankung werden nie ans Licht der Öffentlichkeit kommen" und "Die Corona-Krise wurde so groß geredet, damit einige wenige von ihr profitieren können". Bei der Auswertung der Ergebnisse stellten die Forscher des Else-Frenkel-Brunswik-Instituts fest: rund 68 Prozent der Menschen, die bei der nächsten Wahl ihr Kreuz bei der AfD machen wollten, stimmen diesen Aussagen eher zu. Mehr zur Studie im Artikel AfD-Wähler glauben eher an Verschwörung

10.13 Uhr: Sachsens Ministerpräsident antwortet seinen Unterstützern

Die freundlichen Worte geben ihm in einer Zeit schwieriger Entscheidungen viel Kraft. Das schreibt Michael Kretschmer an die Großschönauer, die sich zuvor mit einem offenen Brief an Sachsens Ministerpräsidenten wandten - um ihn in seiner Corona-Politik zu unterstützen. Sie starteten dazu auch eine Online-Petition, die bislang mehr als 1.900 Unterstützer fand. In diesem Artikel lesen Sie, was Kretschmer noch an seine Unterstützer schrieb (SZ+)

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat seinen Unterstützern geschrieben.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat seinen Unterstützern geschrieben. © Archivbild/Peter Endig/dpa

10.01 Uhr: Sanofi will 125 Millionen Dosen Biontech/Pfizer-Impfstoff liefern

Der französische Pharmakonzern Sanofi will ab Sommer mehr als 125 Millionen Dosen des Pfizer-Biontech-Impfstoffs für die EU liefern. Sanofi wolle dem Mainzer Unternehmen Biontech Zugang zu seiner Produktionsinfrastruktur gewähren, hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch. Ziel sei es, "Fertigungsschritte der späten Phase" zu übernehmen, um die Lieferung des Covid-19-Impfstoffs zu unterstützen. Die ersten Lieferungen sollen im Sommer 2021 aus den Produktionsanlagen von Sanofi in Frankfurt geliefert werden. Sanofi-Generaldirektor Paul Hudson hatte sich dazu bereits gestern geäußert. Er sprach im Interview mit der französischen Zeitung "Le Figaro" konkret davon, beim Abfüllen des Impfstoffes helfen zu wollen. Da die Sanofi-Produktionsstätte in Frankfurt nahe des Biontech-Hauptsitzes in Mainz liege, werde das die Sache erleichtern. "Wir sollten in der Lage sein, bis Ende des Jahres mehr als 100 Millionen Dosen zu liefern, die für die EU und damit teilweise für Frankreich bestimmt sind", hatte er in dem Gespräch erklärt. Gleichzeitig will das Unternehmen weiter an seinen beiden Covid-19-Impfstoffen arbeiten.

Die Corona-Impfstoffentwicklung von Sanofi und dem britischen Pharmakonzern GSK (GlaxoSmithKline) hatte sich zuletzt verzögert. Sollten weitere Studien erfolgreich sein, rechnet Sanofi mit einer Zulassung des rekombinanten Impfstoffs auf Proteinbasis etwa Ende 2021. Gleichzeitig entwickelt Sanofi in Partnerschaft mit der US-Firma Translate Bio einen mRNA-Impfstoff. "An Aufgeben ist nicht zu denken", sagte Hudson "Le Figaro".

9.43 Uhr: Produktion von Fertiggerichten in Corona-Krise deutlich gestiegen

Verbraucher haben in der Corona-Krise vermehrt zu Fertiggerichten gegriffen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden von Januar bis September 2020 in Deutschland rund 1,1 Millionen Tonnen Fertiggerichte hergestellt, knapp 50.300 Tonnen oder 4,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ein Jahr zuvor hatte die Herstellung noch nahezu stagniert (plus 0,1 Prozent). Homeoffice, Homeschooling sowie zeitweise geschlossene Restaurants und Kantinen trieben die Produktion in den ersten neun Monaten 2020 an.

Den größten Zuwachs gab es in dem Zeitraum bei Gemüse-Fertiggerichten, etwa Gemüseeintöpfen, wie die Wiesbadener Behörde am Mittwoch mitteilte. Mit knapp 150.000 Tonnen wurden davon 7,4 Prozent mehr hergestellt als im Vorjahreszeitraum. Gefragt waren auch Produkte wie Tiefkühl-Pizzen oder -Baguettes (plus 5,4 Prozent auf rund 480.000 Tonnen). Die Produktion von Fertiggerichten aus Teigwaren stieg um 4,6 Prozent auf 263.000 Tonnen. Bei Fleisch-Fertiggerichten wie Gulasch, Hamburgern oder Geflügelgerichten wurde ein Plus von 2,4 Prozent auf rund 171 000 Tonnen verzeichnet. Die Menge der produzierten Fisch-Fertiggerichte, zu denen beispielsweise Fisch-Nuggets oder Sushi zählen, sank hingegen um 1,2 Prozent.

Die Deutschen kaufen deutlich mehr Tiefkühlkost für zu Hause
Die Deutschen kaufen deutlich mehr Tiefkühlkost für zu Hause © dpa

9.04 Uhr: Umfrage: Trotz Corona etwa jedes dritte Kita-Kind in Betreuung

Ungeachtet anderslautender Appelle besucht einem Bericht zufolge etwa jedes dritte Kita-Kind unter sechs Jahren zurzeit eine Art Notbetreuung. Die Tendenz sei trotz verschärften Lockdowns steigend, berichtete das "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Mittwoch) unter Berufung auf eine eigene Umfrage unter den Bundesländern. Alle Länder appellieren an Eltern, ihre Kinder wegen der Corona-Pandemie wenn immer möglich zu Hause zu betreuen.

In Ländern, in denen laufend Zahlen erhoben würden, sei die Inanspruchnahme der Kinderbetreuung seit Jahresbeginn sogar gestiegen, hieß es. Dies sei beispielsweise in Nordrhein-Westfalen und Thüringen der Fall. Zwischen den Bundesländern seien zudem deutliche Unterschiede zu erkennen. Während in Hamburg im Lockdown knapp die Hälfte der Kinder in den Einrichtungen betreut werde, seien es in Bayern nur knapp 20 Prozent. In Sachsen seien es rund 27 Prozent. Für die Umfrage lagen laut "Redaktionsnetzwerk" Angaben aus zwölf Bundesländern vor. Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen und Hessen hätten auf Anfrage keine Daten weitergegeben.

8.43 Uhr: Bisher verhaltenes Hilfeersuchen an Bundeswehr

Die Hilfe der Bundeswehr für Pflege- und Altenheime bei der Bekämpfung der Pandemie wird von den Kommunen nach Ansicht von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bislang nur zurückhaltend eingefordert. Dies könne an einem Verständnis der Kommunen liegen, dass sie dafür selbst zahlen müssten, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Immer wieder komme das Argument, "es könnten Kosten entstehen". Die Bundeswehr stelle aber keine Rechnungen, die Hilfe sei kostenlos für Städte und Kommunen. "Ich kann nur dafür werben, dass jeder wirklich diese Hilfe in Anspruch nimmt, denn mit jeder Infektion, die nicht in ein Altenheim getragen wird, retten und schützen wir Leben", sagte sie. Am Mittwoch soll das Thema Kramp-Karrenbauer zufolge im Kabinett auf den Tisch kommen. Die Bundeswehr kann demnach nicht von sich aus in den Einsatz im Inland gehen. Die Städte und Gemeinden müssen die Amtshilfe anfordern. Nach Angaben von Kramp-Karrenbauer steht ein Kontingent von 20.000 Soldaten für die Hilfe zur Verfügung.

8.20 Uhr: Lockdown lässt Konsumklima erneut einbrechen

Inmitten des im Dezember verhängten harten Lockdowns ist das Konsumklima in Deutschland erneut eingebrochen. "Die Anschaffungsneigung bricht regelrecht zusammen", heißt es in einer Mitteilung des Nürnberger Konsumforschungsunternehmens GfK auf der Grundlage seiner jüngsten Konsumklimastudie für den Februar 2021, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Der von GfK ermittelte Wert für das Konsumklima in Deutschland liegt normalerweise vergleichsweise stabil bei etwa +10. Im Frühjahr 2020 sank er auf unter -20, erholte sich dann über den Sommer auf nahe Null und rutschte nun wieder auf -15,6 ab.

Inzwischen seien der GfK-Erhebung zufolge vier von fünf Bundesbürgern (81 Prozent) der Meinung, dass die Corona-Pandemie für Deutschland eine große oder sehr große Bedrohung darstellt. Das sei der höchste Wert, der seit Beginn der Erhebungen (Mitte April 2020) gemessen worden sei. 54 Prozent seien auch besorgt um ihre eigene wirtschaftliche Zukunft. Das drücke auf die Einkommensaussichten. Denn: Mit der Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen steige auch die Furcht vor einer Pleitewelle in den betroffenen Branchen.

7.52 Uhr: Astrazeneca-Chef: Langsamer Vertragsschluss schuld an Lieferengpässen

Der Chef von Astrazeneca, Pascal Soriot, sieht den langsamen Vertragsabschluss als Grund für Lieferengpässe. Er sagte der "Welt" (Mittwoch): "Wir sind in Europa jetzt zwei Monate hinter unserem ursprünglichen Plan." Man habe auch Anfangsprobleme in Großbritannien gehabt. "Aber der Vertrag mit den Briten wurde drei Monate vor dem mit Brüssel geschlossen. Wir hatten dort drei Monate mehr Zeit, um Pannen zu beheben." Sein Unternehmen sei vertraglich nicht zur Lieferung bestimmter Mengen Impfstoff verpflichtet. Brüssel wollte nach seinen Worten mehr oder weniger zum selben Zeitpunkt beliefert werden wie die Briten - obwohl diese drei Monate früher unterzeichnet hätten. "Darum haben wir zugesagt, es zu versuchen, uns aber nicht vertraglich verpflichtet."

Hintergrund ist die Ankündigung der Pharmafirma, nach der für diese Woche erwarteten Zulassung zunächst weniger Impfstoff zu liefern als vereinbart. Statt 80 Millionen Impfdosen sollen nach EU-Angaben bis Ende März nur 31 Millionen ankommen. Den angegebenen Grund - Probleme in der Lieferkette - will die EU nicht gelten lassen. Sie fordert Vertragstreue. Die EU-Kommission hat Vertreter des britisch-schwedischen Konzerns an diesem Mittwoch zur Krisensitzung mit Experten der EU-Staaten geladen.

7.20 Uhr: Sachsen plant Gesundheits-Notstandsgesetz

Mitten in der Corona-Pandemie will Sachsen die rechtlichen Möglichkeiten zum Durchsetzen von staatlichen Schutz- und Hilfsmaßnahmen erweitern. Bereits in den nächsten Tagen soll das Kabinett in Dresden dafür über ein Gesundheitsnotstandsgesetz (SächsGNG) entscheiden. Der Gesetzentwurf, welcher sächsische.de vorliegt, sieht besondere Befugnisse bei der Material- und Personalversorgung im Fall eines Gesundheitsnotstandes vor. Ausgerufen werden kann dieser durch die Staatsregierung. Mehr dazu im Artikel Sachsen plant Gesundheits-Notstandsgesetz (SZ+)

6.49 Uhr: Bier-Tief in Deutschland im Corona-Jahr

Statistisch gesehen hat jeder in Deutschland im Corona-Jahr so wenig Bier getrunken wie seit Ende der 50er Jahre nicht mehr. Lag der Pro-Kopf-Konsum 2019 noch bei fast 92 Litern (mit alkoholfreiem Bier und Malztrunk bei 99,7 Litern), sank er um fast vier Liter auf nun etwa 88 Liter, wie es vom Deutschen Brauer-Bund heißt. Der Konsum alkoholfreier Biere blieb demnach 2020 so gut wie gleich und liegt im Schnitt um die 5 Liter. Hauptgrund für den gesunkenen Bierkonsum und das Bier-Rekordtief dürften die Kneipenschließungen wegen der Corona-Pandemie gewesen sein. Einer Auflistung des Brauerbunds zufolge lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Bier zuletzt 1958 unter 90 Litern (damals nur Westdeutschland in der Statistik). Die genauen Gesamtbierabsatzzahlen für 2020 sollen in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.

"Die Situation ist dramatisch und in der Nachkriegszeit ohne Beispiel", sagte der Hauptgeschäftsführer des Brauer-Bundes, Holger Eichele, kürzlich der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Während das Geschäft mit Fassbier für die Gastronomie 2020 monatelang praktisch vollständig zum Erliegen kam, legte der Verkauf von Flaschenbier bei einigen Brauereien sogar zu, weil die Verbraucher mehr in den eigenen vier Wänden tranken. Je mehr sich eine Brauerei auf die Gastronomie und damit auf Fassbier spezialisiert hat, umso stärker waren die Verluste. Dies gilt laut "F.A.Z." etwa für Warsteiner, König Pilsener und Bitburger. Marken wie Veltins und Beck's litten demnach weniger.

Ein geschlossener Biergarten in Dresden: Besonders bei auf Fassbier spezialisierten Brauern lief es 2020 überhaupt nicht gut.
Ein geschlossener Biergarten in Dresden: Besonders bei auf Fassbier spezialisierten Brauern lief es 2020 überhaupt nicht gut. © Archiv: Jürgen Lösel

6.22 Uhr: US-Regierung will 200 Millionen Corona-Impfdosen zusätzlich kaufen

Durch die deutliche Aufstockung der nationalen Impfstoff-Bestände will die US-Regierung des neuen Präsidenten Joe Biden die Corona-Impfungen im Land deutlich beschleunigen. Biden kündigte am Dienstag (Ortszeit) in Washington an, die Vereinigten Staaten wollten zusätzliche 200 Millionen Impfdosen kaufen - jeweils 100 Millionen von den Unternehmen Moderna und Pfizer. Die Lieferung der zusätzlichen Impfdosen werde bis zum Sommer erwartet. Damit solle der Bestellumfang von 400 auf 600 Millionen Impfdosen erhöht werden, sagte Biden. Dies sei genug, um bis zum Ende des Sommers 300 Millionen Amerikaner zu impfen, hieß es aus dem Weißen Haus. Die USA haben rund 330 Millionen Einwohner. Pro Kopf sind zwei Impfdosen nötig.

Biden versprach auch, die US-Bundesstaaten sollten wöchentlich mehr Impfdosen bekommen - und einen längeren Planungsvorlauf. Zuletzt waren die Impfungen gegen das Coronavirus in den USA nicht im erhofften Tempo vorangekommen. Die Eindämmung der Pandemie ist eines der Hauptanliegen des neuen US-Präsidenten.

5.51 Uhr: Mehr als 13.000 Corona-Neuinfektionen und 982 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13.202 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 982 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekanntgab. Vergangenen Mittwoch hatte das RKI 15.974 Neuinfektionen und 1.148 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bei 101,0. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.161.279 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 53.972. Als genesen gelten geschätzt etwa 1.866.000 Patienten.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,88 (Vortag 0,95). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 88 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

5.23 Uhr: Homeoffice-Vorgaben treten in Kraft

Mehr Beschäftigte als bisher sollen ab diesem Mittwoch wegen der Corona-Krise zu Hause arbeiten. Mit neuen Vorgaben werden Arbeitgeber verpflichtet, ihren Mitarbeitern in bestimmten Fällen das Arbeiten im Homeoffice anzubieten. "Wer kann, arbeitet zu Hause", das sei das Ziel der neu in Kraft tretenden Verordnung, sagte SPD-Fraktionsvize Katja Mast. "Nachdem wir unsere privaten Begegnungen bereits massiv heruntergefahren haben, geht es jetzt um berufliche Kontakte." Gerade Bürojobs sollten von zu Hause aus erledigt werden, forderte Mast. Zugleich sei sie zuversichtlich, "dass es harte Kontrollen gar nicht braucht", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Vieles regelt sich durch vorbildliches Verhalten und gemeinsam nacheinander schauen. Das gilt im Berufs- wie Privatleben gleichermaßen."

Die Einhaltung der Verordnung soll von den Arbeitsschutzbehörden der Länder kontrolliert werden. Laut Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) muss der Arbeitgeber auf Verlangen der Behörden Gründe darlegen, weshalb Homeoffice nicht möglich sei. Im "allergrößten Notfall" seien auch Bußgelder von theoretisch 30.000 Euro möglich.

Mittwoch, 5.03 Uhr: Regierung schraubt Konjunkturprognose für 2021 herunter

Angesichts der anhaltenden Corona-Krise schraubt die Bundesregierung ihre Konjunkturprognose für 2021 herunter. Sie sieht zugleich große Risiken für die weitere Entwicklung. Diese werde maßgeblich vom Pandemieverlauf und von den Maßnahmen zur Eindämmung beeinflusst, heißt es im Jahreswirtschaftsbericht. Dieser lag der Deutschen Presse-Agentur vor. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) stellt den Bericht am Mittwochmittag vor. Nach einem Einbruch der Wirtschaftsleistung 2020 rechnet die Bundesregierung in diesem Jahr laut Bericht mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 3,0 Prozent. Die Wirtschaftsleistung vor der Krise dürfte erst zur Mitte des Jahres 2022 wieder erreicht werden.

In seiner Ende Oktober vorgelegten Herbstprognose hatte Altmaier für 2021 noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 4,4 Prozent gerechnet. Angesichts hoher Infektionszahlen hatten Bund und Länder dann aber einschneidende Maßnahmen beschlossen, etwa die Schließung der Gastronomie sowie von Einzelhandelsgeschäften.

Corona-Pandemie: Das geschah am Dienstag:

Das sind Sachsens neue Corona-Regeln

Am Dienstag war das sächsische Kabinett erneut zusammengekommen, um Anpassungen in der inzwischen 20. sächsischen Corona-Schutzverordnung zu diskutieren. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) und Kultusminister Christian Piwarz (CDU) stellten die neue Verordnung vor. Diese Regeln gelten ab Donnerstag im Freistaat Sachsen:

  • Maskenpflicht: Ab Donnerstag wird im öffentlichen Personennahverkehr, in Gesundheitseinrichtungen, in Kirchen sowie beim Einkaufen und auf Supermarkt-Parkplätzen eine verschärfte Maskenpflicht gelten. Sogenannte „Alltagsmasken“ sind dann nicht mehr erlaubt, nur noch medizinische Masken oder bessere (zum Beispiel FFP2-Masken). Auf der Straße genügen weiterhin einfache Mund-Nasen-Bedeckungen. Im ambulanten Pflegedienst ist eine bessere FFP2-Maske (oder ähnliche) notwendig. Für Patienten soll so eine Maske aus Kostengründen keine Pflicht sein.

  • Kontaktbeschränkungen: Trotz sinkender Inzidenzen bleiben die Kontaktbeschränkungen von einem Haushalt mit einer weiteren Person mit Ausnahme von Kinderbetreuung und die Ausgangssperren zwischen 22 und 6 Uhr bestehen. Einzelne Landkreise können bei einer länger anhaltenden Inzidenz von unter 100 selbstständig Maßnahmen lockern. Auch der 15-Kilometer-Bewegungsradius um die eigene Wohnadresse, mit Ausnahme von „triftigen Gründen“, bleibt noch bestehen.
  • Lockdown: Die Schließung von Gastronomie und Einzelhandel soll beibehalten werden. Derzeit werde innerhalb der Landesregierung eine Zielinzidenz vereinbart, ab der Öffnungen wieder möglich sein sollen.

  • Click&Collect: Die Möglichkeit, Waren bei Einzelhändlern online zu bestellen, um sie selbst abzuholen, wird es mit der neuen Verordnung nicht geben. Ziel sei es auch weiterhin, dass die Menschen in Sachsen in ihrem Alltag so wenige Kontakte wie möglich haben.

  • Alkoholverbot: Das Alkoholverbot gilt nicht mehr für ganz Sachsen, sondern soll zukünftig von den Landkreisen und kreisfreien Städten festgelegt werden.

  • Alten- und Pflegeheime: Personal in Alten- und Pflegeheimen sollen zukünftig drei Mal in der Woche getestet werden. Bisher habe es Corona-Infektionen in 200 Alten- und Pflegeheimen gegeben. Besucher sollen höherwertige FFP2-masken (oder ähnlich) tragen müssen.

  • Kirchen- und Religionsgemeinschaften: In Kirchen- und Religionsgemeinschaften sollen strengere Hygienekonzepte umgesetzt und auf Gesang verzichtet werden
    .
  • Homeoffice: Die Landesregierung erneuert den Appell an Unternehmen, Homeoffice zu ermöglichen. Auf eine Pflicht soll weiterhin verzichtet werden. Es existiert zwar eine Bundesverordnung, doch nur, wenn die Möglichkeiten im Arbeitsablauf und Technik gegeben sind. Das ist bis zum 15. März befristet. Der Freistaat schließt sich dieser Regelung an.

  • Impfen: Im Februar sollen die Impfkapazitäten hochgefahren werden, sagt Petra Köpping. Sorgen bereiten der Landesregierung jedoch immer mehr Lieferengpässe, sei es bei den Impfstoffherstellern Biontech/Pfizer oder AstraZeneca. 74.000 Personen wurden in Sachen bislang geimpft. Auch mit dem Moderna-Impfstoff wurden 189 Dosen verimpft. Insgesamt wurden 4.800 Impfdosen von Moderna geliefert.

  • Mutationen: In Sachsen gibt es bisher zehn nachgewiesene Fälle der Coronavirus-Mutation. 1 in Dresden 9 in Leipzig. Die Leipziger Fälle seien alle von einer infizierten Reiserückkehrerin ausgegangen.

  • Schulen: Sachsen hält daran fest, dass Schüler in Abschlussklassen die Schulen bereits im Präsenzunterricht besuchen dürfen. Ab dem 8. Februar soll das auch Berufsschüler einschließen. Grundlage dafür ist die regelmäßige Testung. Eine Testpflicht ist nicht möglich. In der nächsten oder übernächsten Woche soll beschlossen werden, wie es mit den anderen Schülern weitergeht. "Im Allgemeinen" soll es laut Christian Piwarz möglich sein, Halbjahresnoten auszugeben.

  • Familien: 28 Prozent der Kinder sind wieder in Notbetreuung. Außerdem rief Petra Köpping dazu auf, auch Kindern ab sechs Jahre eine Maske anzulegen.

  • Krisenstab: Der große Corona-Krisenstab soll nur noch einmal pro Woche tagen. Das Gremium, an dem neben den Ministerien unter anderem das Technische Hilfswerk, die Bundeswehr oder die Bundespolizei beteiligt sind, kam bislang täglich zusammen. Nun wird es durch einen Corona-Ausschuss ersetzt, dem unter dem Vorsitz des sächsischen Corona-Beauftragten Axel Mayer der Ministerpräsident, die Staatskanzlei, das Sozialministerium, das Innenministerium und das Justizministerium angehören. Hinzu kommen der Regierungssprecher und Vertreter von Städte- und Gemeindebund sowie vom Landkreistag. Das Wirtschaftsministerium von Martin Dulig (SPD) wird nicht mehr vertreten sein. Das neue Gremium soll drei Mal in der Woche tagen. Zuerst hatte die Freie Presse darüber berichtet. Die Stabsstelle, die derzeit aus vier Personen besteht, soll verstärkt werden.
Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) zeigt die verschiedenen Arten von medizinischen Masken.
Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) zeigt die verschiedenen Arten von medizinischen Masken. © Screenshot: SZ

21.53 Uhr: Regelmäßig Termine in sächsischen Impfzentren erst wieder ab März

Wegen der derzeit eingeschränkten Lieferung des Corona-Impfstoffes gibt es in Sachsen nur sehr vereinzelt individuelle Termine in den Impfzentren. Auf die 13 Impfzentren werden in dieser Woche lediglich 615 Impfdosen verteilt, wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) am Dienstag mitteilte. Der Großteil der 23.400 Impfdosen, die Sachsen am Montag von Biontech und Pfizer erhalten habe, sei für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal in den Pflegeeinrichtungen vorgesehen. Ab März sollen wieder regelmäßig Termine in den Impfzentren angeboten werden.

20.45 Uhr: Corona-Schutzimpfungen: Brandenburg plant Clearingstelle

In Brandenburg sollen künftig auch jüngere besonders gefährdete Menschen eine Corona-Schutzimpfung erhalten können. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) habe über die Einrichtung einer Clearingstelle entschieden, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Dienstagabend. Zuerst hatte rbb berichtet. Die Stelle soll künftig über die Priorisierung von Einzelfällen entscheiden. Sie müsse noch mit der Landesärztekammer abgestimmt werden. Zu welchem Zeitpunkt die Clearingstelle starten soll, sei noch unklar, so der Sprecher.

Grundlage für die Neuerung sei eine aktualisierte Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Danach sind Einzelfallentscheidungen möglich, etwa wenn Menschen aufgrund einer Vorerkrankung vermutlich ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. In welche Priorisierungskategorie sie einzuordnen sind, entschieden die für die Impfung Verantwortlichen. Hintergrund ist, dass bei der Priorisierung nicht alle Krankheitsbilder berücksichtigt werden könnten.

19.36 Uhr: "Epidemische Ausnahmesituation" in Bulgarien bis 30. Aril verlängert

In Bulgarien wird eine bis Ende Januar geltende "epidemische Ausnahmesituation" um drei Monate verlängert. Das entschied die Regierung in Sofia auf einer Sondersitzung am Dienstag. Damit können Corona-Maßnahmen per Verordnungen des Gesundheitsministers weiter gelockert oder verschärft werden, ohne dass das Parlament darüber entscheiden muss.

Bei einer Bevölkerung von 6,9 Millionen Einwohnern wurden in dem Balkanland binnen 24 Stunden am Montag 772 Corona-Neuansteckungen registriert. Angesichts der gebremsten Dynamik der Corona-Neuansteckungen beauftragte Regierungschef Boiko Borissow am Dienstag Gesundheitsminister Kostadin Angelow, eine Verordnung zur Lockerung der Einschränkungen auszuarbeiten.

19.07 Uhr: Corona trifft Kulturindustrie härter als Tourismus

Laut einer Studie hat die Kultur in Europa mehr unter der Corona-Krise gelitten als andere europäische Wirtschaftszweige. Demnach sei der Gewinn im Jahr 2020 um rund 31 Prozent eingebrochen, mehr als im Tourismus (27 Prozent) und bei der Automobilindustrie (25 Prozent), wie die französische Nachrichtenagentur AFP mit Bezug auf den ihr vorliegenden Bericht von Ernst & Young am Dienstag berichtete. Am stärksten seien die Kulturakteure im Bereich Bühnenkunst mit 90 Prozent weniger Einnahmen betroffen, gefolgt von der Musik mit 76 Prozent.

Die europäische Kulturindustrie habe vor der Krise zu den wirtschaftlichen Schwergewichten der EU gezählt, sagte der Autor der Studie, Marc Lhermitte, zu AFP. Sie habe 2019 mit 4,4 Prozent mehr zum Bruttoinlandsprodukt beigetragen als die Telekommunikation oder die Pharmaindustrie. Die Studie wurde bei der international aufgestellten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft von der französischen Verwertungsgesellschaft SACEM (Société des Auteurs, Compositeurs et Éditeurs de Musique) in Auftrag gegeben.

18.30 Uhr: Irland verlängert Corona-Lockdown bis zum 5. März

Irland hat seinen Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie bis zum 5. März verlängert. Das kündigte der irische Premier Micheál Martin am Dienstag in Dublin an. Für die kommenden sechs Wochen gelte weiterhin, dass die Menschen zuhause bleiben und sich nicht außerhalb eines Radius von fünf Kilometern rund um ihren Wohnort bewegen sollten. Derzeit sind wegen des Lockdowns Geschäfte, Schulen und die Gastronomie weitestgehend geschlossen. Einreisende aus Hochrisikogebieten wie Brasilien oder Südafrika müssen sich fortan in eine 14-tägige Quarantäne begeben, das gleiche gilt für Menschen, die ohne negativen Corona-Test ins Land reisen.

Die Corona-Fallzahlen waren in Irland rund um den Jahreswechsel sprunghaft angestiegen. Experten machten dafür unter anderem auch Lockerungen an den Weihnachtsfeiertagen verantwortlich. Mittlerweile ist jedoch auch die ansteckendere, in Großbritannien zuerst entdeckte Virus-Variante B.1.1.7 weit verbreitet. Derzeit sinken die Zahlen jedoch wieder. Pro 100.000 Einwohnern zählte Irland in den vergangenen 14 Tagen mehr als 1.300 neue Fälle.

18.05 Uhr: Söder: "Es ist nicht die Zeit für Lockerungen"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor dem Hintergrund sinkender Corona-Zahlen vor überstürzten Lockdown-Lockerungen gewarnt. Die Tendenz bei den Zahlen sei positiv, sagte Söder nach einer Videoschalte des Kabinetts in München. Unter Verweis auf das mutierte Virus warnte Söder aber, „toxisch“ wäre eine Verbreitung der Mutation parallel zu einer überstürzten Lockerung. „Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, es ist noch nicht vorbei“, betonte er. „Es ist nicht die Zeit für Lockerungen.“

Die Strategie sei komplett richtig, die Maßnahmen wirkten, sagte Söder mit Blick auf die deutlich gesunkene Zahl bayerischer Landkreise und Städte, die noch über den kritischem Wert an Neuinfektionen lägen. Söder mahnte aber, es gebe keinen Anlass zur Entwarnung, man sei noch zu weit vom Zielwert bei den Zahlen entfernt. Niemand wolle einen „Jo-Jo-Effekt“. „Was macht es für einen Sinn, ein Geschäft für drei Wochen zu öffnen, wenn man es dann wieder schleißen muss?“ Ein schnelles Hin und Her hätte auch fatale Folgen für die Akzeptanz der Bevölkerung, warnte der Regierungschef.

17.25 Uhr: Britische Mutation in tschechischem Krankenhaus nachgewiesen

Die gefürchtete britische Coronavirus-Mutation breitet sich in einem Krankenhaus in Tschechien aus. Diese Virusvariante sei für die „ungewöhnlich aggressive Ausbreitung“ unter dem Personal verantwortlich, teilte der Leiter des Stadtkrankenhauses in Slany (Schlan) am Dienstag mit. Das hätten Laboruntersuchungen nachgewiesen. Die Kleinstadt liegt knapp 30 Kilometer nordwestlich von Prag.

Die Infektionskette ist noch nicht geklärt. Keiner der Patienten stamme aus Großbritannien, hieß es. Die britische Virusmutation gilt als ansteckender als der bisher verbreitete Stamm. Derzeit sind den Angaben nach 80 der 400 Klinikmitarbeiter in Quarantäne. Sie hatten sich mit dem Coronavirus infiziert - allerdings wurde nicht bei allen eine Ansteckung mit der Mutation nachgewiesen. Der Großteil des Personals hatte bereits die erste von zwei Impfstoff-Dosen erhalten, die aber allein keinen vollständigen Schutz bietet.

Die Behörden meldeten landesweit 6.910 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Seit Beginn der Pandemie gab es 946.946 bestätigte Infektionen und 15.618 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

17.02 Uhr: Zehn Paletten FFP2-Masken aus Lagerhalle gestohlen

Zehn Paletten mit FFP2-Masken sind bei einem Einbruch aus einer Lagerhalle in Ostwesfalen gestohlen worden. Nach derzeitigen Erkenntnissen hebelten Unbekannte zwischen Sonntagabend und Montagmorgen ein Bürofenster auf und verschafften sich so Zutritt zu dem Gebäude, in dem unter anderem palettenweise Schutzmasken gelagert waren. Anschließend öffeneten sie das Rolltor und transportierten die Beute ab. Nach Angaben der Polizei entstand ein Schaden von 40.000 Euro. Die Polizei hofft den Tätern über Zeugenhinweise auf die Spur zu kommen.

16.15 Uhr: Bayerische Verwaltungsrichter kippen 15-Kilometer-Regel vorläufig

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die 15-Kilometer-Regel für Bewohner von sogenannten Corona-Hotspots in Bayern vorläufig außer Vollzug gesetzt. Das Gericht gab damit am Dienstag einem Eilantrag aus Passau statt. Die Befugnis der von hohen Infektionszahlen betroffenen Kommunen, eine Einreisesperre für touristische Tagesausflüge anzuordnen, bleibt aber dem Beschluss zufolge bestehen. Zugleich bestätigten die Richter die bayernweite FFP2-Maskenpflicht vorläufig. Die Menschen in Bayern müssen damit in Bussen und Bahnen sowie in Geschäften weiter FFP2-Masken tragen.

Schon in der Vorwoche hatten die obersten bayerischen Verwaltungsrichter eine Corona-Maßnahme des Freistaats vorläufig gekippt: Das Gericht sah keine Grundlage für ein landesweites Alkoholverbot im öffentlichen Raum.

16.01 Uhr: Zwei Prozent der Bevölkerung in Deutschland gegen Corona geimpft

Rund einen Monat nach dem Start der Corona-Impfkampagne haben zwei Prozent der Einwohner in Deutschland die erste Dosis erhalten. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag hervor. Demnach wurde nun mehr als 1,6 Millionen Menschen das Mittel einmal verabreicht (Stand 10.00 Uhr).

Je nach Bundesland variiert die Impfquote deutlich: In Mecklenburg-Vorpommern haben 3,2 Prozent die erste Dosis bekommen, in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen je 1,6 Prozent. Bei den meisten Geimpften handelt es sich laut RKI-Statistik um Pflegeheimbewohner, alte Menschen und Personal in Krankenhäusern und Altenheimen. Mehr als 283.000 Menschen haben die zweite Dosis bekommen, die etwa drei Wochen nach der ersten gespritzt werden soll.

15.33 Uhr: 742 Neuinfektionen und 123 weitere Corona-Tote in Sachsen gemeldet

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist am Dienstag erneut gestiegen. Insgesamt wurden in Sachsen in den vergangenen 24 Stunden 742 neue Fälle registriert, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Damit gibt es seit Beginn der Pandemie im März im Freistaat 175.936 von Laboren bestätigte Fälle. Insgesamt 5.914 Menschen starben, von Montag auf Dienstag kamen 123 Todesfälle dazu.

Derzeit werden in sächsischen Krankenhäusern 2.144 Frauen und Männer mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt, 419 von ihnen auf der Intensivstation. Die Sieben-Tag-Inzidenz lag am Montag bei 160,9 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner, am Montag lag der Wert noch bei 171,4.

15.21 Uhr: Experten empfehlen zweite Moderna-Impfung nach 28 Tagen

Der Corona-Impfstoff der US-Firma Moderna soll nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in zwei Dosen mit einem Intervall von 28 Tagen verabreicht werden. Nur im Notfall sei eine Ausweitung auf bis zu 42 Tagen möglich. Das geht aus den Empfehlungen des Expertenrats zu Impfungen (Sage) hervor, die die WHO am Dienstag veröffentlichte. Der Moderna mRNA-1273-Impfstoff ist wie der Wirkstoff von Biontech und Pfizer in der EU und mehreren anderen Ländern zugelassen worden. Für Biontech/Pfizer hatte die WHO eine zweite Impfung nach 21 bis 28 Tagen empfohlen.

14.50 Uhr: Merkel: "Uns ist das Ding entglitten"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat laut einem "Bild"-Bericht in einer internen Videokonferenz mit Fraktionschefs der Union aus Bund und Ländern das Management in der Corona-Krise deutlich kritisiert. "Uns ist das Ding entglitten. Wir müssen noch strenger werden, sonst sind wir in 14 Tagen wieder da, wo wir waren", soll sie Teilnehmern zufolge am Sonntag gesagt haben. Auch die Auslandsreisen vieler Deutscher habe sie kritisiert, berichtete das Blatt. Weihnachten seien jeden Tag 50.000 Menschen auf die Kanaren und die Malediven geflogen. Sie fügte auch an, Deutschland brauche ein härteres Grenzregime. Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Diese Versäumnisse gefährden den Lockdown-Ausstieg" (SZ+)

14.23 Uhr: In Sachsen sterben mehr Männer an Corona

Der Corona-Pandemie sind in Sachsen im vergangenen Jahr mehr Männer als Frauen zum Opfer gefallen. Nach Angaben des Sozialministeriums vom Dienstag waren unter den 3403 Menschen, die bis 4. Januar an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben, 1.768 Männer und 1.635 Frauen. Der Anteil Verstorbener an allen Infizierten (141.060) lag bis zu diesem Zeitpunkt bei 2,4 Prozent.

Der jüngste Covid-19-Tote wurde nur 25 Jahre alt, der älteste 106. Die häufigsten Todesfälle gab es in der Altersgruppe zwischen 80 und 89 Jahren - insgesamt betraf das 1670 Frauen und Männer. Die meisten Todesopfer waren bis zum Stichtag in den Landkreisen Görlitz (460), Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (415) und Erzgebirgskreis (412) zu beklagen.

13.32 Uhr: Präsenzunterricht für Berufsschüler in Abschlussklassen

Ab dem 8. Februar können Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen an Berufsschulen, Berufsfachschulen und Fachschulen in Sachsen wieder in den Präsenzunterricht. Dies geht aus der neuen Corona-Schutz-Verordnung hervor, die am Dienstag vom Kabinett beschlossen wurde. Der Unterricht werde aus Infektionsschutzründen in geteilten Klassen stattfinden, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Klar sei, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden müssten, sagte Kultusminister Christian Piwarz.

„Die Aufnahme der Abschlussklassen der beruflichen Schularten ist dringend notwendig, um die Absolventen schnellstmöglich wieder in Präsenzunterricht auf die nahenden Prüfungen vorzubereiten“, so Piwarz. Wie es mit dem Schulbetrieb ab dem 15. Februar weitergehe, werde in der kommenden oder übernächsten Woche beschlossen. Hauptaugenmerk liege dann auf Grundschulen und Kitas.

13.00 Uhr: 150.000 stationäre Corona-Patienten in 2020

Die Kliniken in Deutschland haben im vergangenen Jahr nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft rund 150 000 Corona-Patienten behandelt. Die Zahl nannte Hauptgeschäftsführer Georg Baum am Dienstag bei einer Pressekonferenz. 28 000 Patienten seien intensivmedizinisch versorgt worden. «Der Scheitel ist hoffentlich erreicht gewesen Anfang Januar mit der Belastung der Intensivstationen.» Aktuell würden rund 4600 Menschen auf Intensivstationen behandelt. Die Zahl ist den Angaben zufolge in den vergangenen zwei Wochen um 20 Prozent gesunken. «Der Lockdown wirkt, er macht sich bemerkbar, gleichwohl darf jetzt nicht der Eindruck entstehen, es ist jetzt alles in Ordnung», sagte Baum. Die Kliniken stünden weiter unter hoher Belastung.

12:38 Merkel: Öffnungen Mitte Februar "nicht gesichert"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat laut einem "Bild"-Bericht in einer internen Videokonferenz mit Fraktionschefs der Union aus Bund und Ländern das Management in der Corona-Krise deutlich kritisiert. "Uns ist das Ding entglitten. Wir müssen noch strenger werden, sonst sind wir in 14 Tagen wieder da, wo wir waren", soll sie Teilnehmern zufolge am Sonntag gesagt haben. Die "Bild"-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet.

In Bezug auf die Mutationen des Virus soll sie geschildert haben, dass man "auf einem Pulverfass" lebe. Öffnungen der Geschäfte und Restaurants Mitte Februar sind laut Merkel "nicht gesichert". Bei möglichen Öffnungen müsse die Reihenfolge lauten: Erst Kitas und Schulen, dann Geschäfte, dann Restaurants.

12.20 Uhr: Jetzt über 20.000 Corona-Nachweise in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 165 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 20.104 Menschen in Dresden positiv getestet worden. 21 Menschen verstarben seit Montag in Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer seit Krisenbeginn im März 2020 auf 650 Opfer. Zudem wurden binnen eines Tages 21 weitere Patienten ins Krankenhaus einwiesen.

Als genesen gelten mittlerweile 17.570 Dresdner - 242 mehr als am Montag. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, fiel seit dem Vortag von 126,6 auf 118,9. Da für mögliche Neubewertungen der Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt auch diesen Wert an. Er liegt heute mit 99,5 erstmals seit Langem wieder unter 100, tags zuvor waren es noch 121,6.

12:10 Polizist bei Corona-Protesten im Landkreis Leipzig verletzt

Bei der Auflösung einer unangemeldeten Versammlung von etwa 50 Menschen in Groitzsch (Landkreis Leipzig) ist es zu Übergriffen auf die Polizei gekommen. Ein Beamter wurde leicht verletzt, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Am Montagabend hatten etwa 50 Menschen gegen die Bestimmungen zum Infektionsschutz protestiert.

Dabei trugen die Teilnehmer nach Angaben der Polizei keine Mund-Nasen-Bedeckungen und hielten auch die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände nicht ein. Es wurden 13 Ordnungswidrigkeiten wegen der Verstöße gegen die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung festgestellt.

11.54 Uhr: Alter Affe erholt sich von Corona-Infektion

Ein älterer Gorilla namens Winston im Zoo von San Diego hat sich nach einer umfangreichen medikamentösen Behandlung von einem schweren Verlauf seiner Corona-Infektion erholt. Die behandelnden Tierärzte sind der Meinung, dass eingesetzte Antikörper-Präparate zu der Genesung des Gorillas beigetragen haben könnten.

Die Präparate seien derzeit jedoch nicht für die Behandlung von Menschen zugelassen. Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen.

11.29 Uhr: Breiter Widerspruch gegen Vorschlag von Kanzleramtschef Helge Braun

Die Schuldenbremse kann nach Einschätzung von Kanzleramtschef Helge Braun in den kommenden Jahren nicht eingehalten werden - der CDU-Politiker plädiert für eine Grundgesetzänderung. "Um eine schnelle Erholung und einen verlässlichen Rahmen für Investitionen zu haben, ist es sinnvoll, die Sozialabgaben bis Ende 2023 zu stabilisieren und auch auf Steuererhöhungen zu verzichten", schreibt der CDU-Politiker in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" (Dienstag).

Solch eine Entscheidung zur Erholung der Wirtschaft bedeute erhebliche Belastungen für den Bundeshaushalt. In Deutschland gilt derzeit, dass der Bund nur in geringem Maße neue Kredite aufnehmen darf, nämlich maximal 0,35 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts. Diese Regel wurde wegen der Corona-Krise
voriges Jahr außer Kraft gesetzt.

Braun sprach sich mit Blick auf eine mögliche Abweichung von der Schuldenregel gegen "jährliche Einzelfallentscheidungen" aus. FDP-Chef Christian Lindner widerspricht Braun scharf. "Die Position des Kanzleramtschefs hat den Charakter einer finanzpolitischen Kapitulation", sagte Lindner dem "Handelsblatt".

Auch CSU-Chef Markus Söder sieht den Vorstoß von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sehr skeptisch. "Das wäre ein falsches Signal", sagte der bayerische Ministerpräsident am Dienstag. "Wir können die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie nicht auf Dauer mit höheren Schulden oder hohen Steuern lösen."

11:10 Uhr: Belgien in Sorge wegen Anti-Corona-Krawallen

Nach den schweren Corona-Ausschreitungen in den Niederlanden herrscht in Belgien Sorge, die Proteste könnten auf das eigene Land überschwappen. In sozialen Medien würden mehrere Aufrufe zu Demonstrationen am Samstag in den grenznahen Städten Maasmechelen, Sint-Niklaas und Turnhout geteilt, berichtete die flämische
Tageszeitung "De Standaard" am Dienstag.

Sein Telefon klingele seit Montagnachmittag, weil viele Menschen den Aufruf gesehen hätten, sagte der Bürgermeister von Turnhout, Paul Van Miert, demnach. Die Polizei versuche herauszufinden, wer hinter dem Aufruf stecke. Auch in Maasmechelen sind einem Polizeisprecher zufolge Ermittlungen eingeleitet worden.

Dort ermitteln die Behörden bereits, weil am Montagabend ein junger Mann einen Molotow-Cocktail auf das Haus des ehemaligen Bürgermeisters geworfen hat, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Die Tat wurde in Verbindung mit möglichen Protesten gegen die Corona-Maßnahmen gestellt. In den Regionen Belgiens gelten seit
Monaten unter anderem nächtliche Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Bislang hat es in dem Königreich keine größeren Proteste dagegen gegeben.

In den Niederlanden gab es zuletzt hingegen zwei Nächte in Folge schwere Ausschreitungen gegen die Corona-Maßnahmen. Zum Beginn der Ausgangssperre um 21 Uhr hatten sich am Montagabend große Gruppen Jugendlichen in mehr als zehn Städten versammelt. Stundenlang zogen sie durch die Zentren und hinterließen eine Spur der Verwüstung.

10.58 Uhr: Krankenhäuser fordern wegen Corona-Mutationen mehr Testmöglichkeiten

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat nach der Häufung von Infektionen mit einem mutierten Corona-Virus im Berliner Humboldt-Klinikum Konsequenzen gefordert. Dazu gehöre eine verbesserte Teststrategie in den Krankenhäusern, sagte der Hauptgeschäftsführer der Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, am Dienstag im RBB-Inforadio.

Überall dort, wo es auch nur die Vermutung einer Coronavirus-Mutation gebe, müsse es den Krankenhäusern freigestellt sein, die erforderlichen Tests zu machen. Da sollten die Krankenkassen dann überhaupt nicht mehr mitreden können, sagte Baum
mit Blick auf die Kostenübernahme. In dieser Frage wünsche er sich klare Signale auf der Bundesebene.

Weiter sagte Baum, die Schließung eines ganzen Krankenhauses müsse die Ausnahme bleiben, sonst breche die medizinische Versorgung zusammen. Es müsse unbedingt verhindert werden, dass ein Ausbruch in einem weiteren Krankenhaus der Stadt hinzukomme.

Das Vivantes Humboldt-Klinikum in Berlin ist seit dem Wochenende unter Quarantäne, neue Patienten werden nicht mehr aufgenommen. Das Personal befindet sich in sogenannter Pendel-Quarantäne zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Grund ist die Ausbreitung der als hochansteckend geltende Corona-Variante B.1.1.7.

10.39 Uhr: Deutsche haben Lust aufs Reisen nicht verloren

Die Menschen in Deutschland haben die Lust aufs Reisen trotz Corona-Pandemie nicht verloren - einer neuen Studie zufolge gibt es aber viel Unsicherheit und viele Bedenken. So planen laut der "Reiseanalyse 2021" lediglich 16 Prozent im Frühjahr oder Sommer definitiv keine Urlaubsreise. Feste Absichten und schon ein klares Ziel vor Augen haben aber auch nur 22 Prozent, heißt es in der am Dienstag zum Auftakt der Stuttgarter Reisemesse CMT vorgestellten Studie der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen. Der Rest schwankt noch, ob er wirklich verreisen soll - oder will es zwar,
weiß aber nicht, wohin.

Besonders wichtig bei der Urlaubsbuchung ist laut Studie derzeit eine möglichst große Flexibilität, gefolgt von den Anforderungen an die Hygiene am Urlaubsziel. Bei den Reisezielen bleibt Deutschland die Nummer eins, Flug- und Fernreisen dagegen sinken in der Gunst der Urlauber.

10.24 Uhr: Leichter Rückgang bei Ausbildungsverträgen im Handwerk

Die Zahl der Ausbildungsverträge im Handwerk ist in Sachsen in der Corona-Krise leicht zurückgegangen. Bis Ende Dezember wurden rund 5400 Lehrverträge unterschrieben, wie der Sächsische Handwerkstag am Dienstag mitteilte. Das waren etwa 100 weniger (-1,8 Prozent) als im Jahr zuvor. Damit hätten Handwerksunternehmen trotz "massiver Hürden und Einschränkungen" zahlreiche junge Leute für eine duale Berufsausbildung gewinnen können.

Mit 5154 Lehrstellen entfallen die meisten Verträge auf betriebliche Ausbildungsplätze. "Handwerker sind offenbar auch in Krisenzeiten als Arbeitgeber und Ausbilder begehrt", so Handwerkstag-Präsident Roland Ermer. Im neuen Ausbildungsjahr, das im September 2020 begann, gab es mehr Zuspruch für Berufe wie Dachdecker, Maurer und Bäcker. Die meisten Lehrverträge wurden allerdings bei Kfz-Mechatronikern, Elektronikern sowie Mechanikern für Sanitär-Heizung-Klima abgeschlossen. Für das Ausbildungsjahr 2021/22 sind bereits rund 700 offene Lehrstellen gelistet.

10.05 Uhr: Linke fordert Exit-Strategie für Sachsen

Die sächsische Linksfraktion will eine neue Strategie für den Umgang mit dem Coronavirus im Freistaat. Die Staatsregierung hangele sich von Verordnung zu Verordnung, kritisiert der Fraktionsvorsitzende Rico Gebhardt.

"Es ist höchste Zeit, dass Sachsen eine Langfriststrategie entwickelt, um mit möglichst geringen Schäden aus der Pandemie herauszukommen", so Gebhardt. Dafür brauche es unter anderem eine niedrigschwellige Terminvergabe für das Impfen sowie einen "ständigen Runden Tisch", an dem Organisationen, Verbände und Interessenvertretungen Platz nehmen sollten, die von den Schutzmaßnahmen besonders betroffen seien.

"Das wären sinnvolle Gespräche, die der Ministerpräsident jetzt führen könnte", so Gebhardt. Eine Hauptaufgabe sei auch der Aufbau einer schlagkräftigeren Test-Infrastruktur, die einen inzidenzabhängigen Stufenplan zur Wiederöffnung von Kitas und Schulen ermögliche.

9.59 Uhr: EU-Politiker Liese: Bericht über Astrazeneca-Impfstoff "übertrieben"

Der EU-Abgeordnete Peter Liese hält Berichte über eine angeblich schlechtere Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs der britisch-schwedischen Firma Astrazeneca bei Älteren für überzogen. "Ich glaube, diese Meldung ist übertrieben", sagte er am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Vielmehr solle man die bevorstehende Zulassung des Impfstoffs am Freitag abwarten und nicht spekulieren, sagte Liese, der in der EVP Fraktion im EU-Parlament als gesundheitspolitischer Sprecher tätig ist.

Der Pharmahersteller wehrte sich gegen Berichte zu einer geringen Schutzwirkung seines Impfstoffs bei Senioren. Berichte, dass das Mittel bei Menschen über 65 Jahren nur eine Wirksamkeit von acht Prozent habe, seien "komplett falsch", teilte ein Sprecher am Dienstag mit. Unter anderem hatten das "Handelsblatt" und die "Bild"-Zeitung über eine geringere Wirkung bei älteren Menschen berichtet.

9.17 Uhr: Inzidenzwert in Sachsen wieder gefallen

Die Gesundheitsämter in Sachsen haben dem Robert Koch-Institut (RKI) bis Dienstag 353 neue Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Insgesamt wurden damit seit Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020 mehr als 175 100 Corona-Infektionen in Sachsen nachgewiesen, wie aus der Online-Übersicht des Instituts hervorgeht. Zugleich stieg die Zahl der Todesfälle um 69 auf 5.799. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche wurde mit 160,9 angegeben, am Montag lag der Inzidenzwert in Sachsen bei 171. Die geringste Infektionsrate im Freistaat weist den Zahlen nach die Stadt Chemnitz mit 86 auf, die höchste der Landkreis Leipzig mit 230,9 gefolgt vom Landkreis Nordsachsen mit 220,3.

Unterdessen will das Kabinett in Dresden die neue Landesverordnung beschließen und damit seine Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie an manchen Stellen nachschärfen. So soll etwa das Tragen medizinischer Masken im öffentlichen Nahverkehr sowie beim Einkaufen in Sachsen zur Pflicht werden - dazu zählen dann OP-Masken oder Filtermasken der Schutzklasse FFP2. Zudem sollen Schulen und Kitas bis Mitte Februar weitgehend geschlossen bleiben. Voraussichtlich zum Ende der Woche soll die neue Corona-Schutzverordnung in Kraft treten.

8.39 Uhr: Beatmungsgeräte boomen in der Pandemie

Die Infektionskrankheit Covid-19 hat die Nachfrage nach medizinischen Geräten und Zubehör im Bereich Beatmungs- und Sauerstofftherapie stark wachsen lassen. In Deutschland wurde deutlich mehr produziert und gehandelt, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete. Danach legte der Produktionswert für die entsprechenden Apparate und Kleinteile in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 um rund 60 Prozent auf gut 900 Millionen Euro zu. Auch im Außenhandel machte sich die gestiegene Nachfrage bemerkbar. So stiegen die Importe von Geräten und Zubehör für die Sauerstoff- und Beatmungstherapie von Januar bis November 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wertmäßig um 46,0 Prozent auf rund 567,9 Millionen Euro. Die Exporte nahmen im gleichen Zeitraum um 88,0 Prozent zu auf 979,7 Millionen Euro.

8.16 Uhr: Berichte über Astrazeneca-Wirksamkeit: Spahn will nicht spekulieren

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will sich nicht an Spekulationen über eine angeblich schlechtere Wirksamkeit des Impfstoffs der Firma Astrazeneca bei über 65-Jährigen beteiligen. Er wolle warten, bis die Daten aus den Studien ausgewertet worden seien. "Ich halte wenig davon, das jetzt in Überschriften spekulativ zu machen", sagte Spahn am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Er sagte, man werde auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse nächste Woche entscheiden, "welche Altersgruppen zuerst mit diesem Impfstoff geimpft werden".

Laut einem Bericht des "Handelsblatt" soll der Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca eine Wirksamkeit von nur acht Prozent bei älteren Menschen haben. Die Zeitung bezieht sich dabei auf Koalitionskreise. Auch die "Bild"-Zeitung berichtete darüber. Astrazeneca widersprach der Darstellung. Berichte, dass die Wirksamkeit des Impfstoffs bei Menschen über 65 Jahren nur bei acht Prozent liege, seien komplett falsch, teilte ein Sprecher am Dienstag mit. Am Freitag wird mit der Zulassung des Impfstoffs gerechnet.

7.53 Uhr: Rummenigge erklärt sein Masken-Problem

Karl-Heinz Rummenigge wollte mit seinem Plexiglas-Mund-und-Nasenschutz beim Spiel des FC Bayern auf Schalke jüngst einen klaren Durchblick behalten. Der Vorstandsboss des deutschen Fußball-Rekordmeisters und Bundesliga-Tabellenführers erklärte in der "Bild": "Als Brillenträger habe ich - wie wahrscheinlich viele andere auch - das Problem, dass meine Brille immer beschlägt, wenn ich eine Maske trage." Das hätte bei der Maske, die er kurzzeitig bei der Partie beim Tabellenletzten FC Schalke 04 am vergangenen Sonntag getragen hatte, nicht der Fall sein sollen - "war es aber leider doch. Deswegen bin ich auf Schalke dann zu einer herkömmlichen FFP2-Maske zurück", sagte Rummenigge.

Die Maske hatte für einiges Aufsehen gesorgt. Hergestellt wird sie von einem Unternehmen in Österreich und soll unter anderem gehörlosen Menschen dienen, damit sie die Mimik und den Mund des Gegenübers sehen können. Mit einem 3D-Scan können Modelle auch maßgeschneidert angefertigt werden, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. "Leider habe ich noch keine Maske gefunden, die den gesundheitlichen sowie politischen Anforderungen und zugleich meinen Anforderungen genügt", sagte Rummenigge, der auch noch erklärte, dass ihm der übliche Mund-Nasenschutz oft unter die Nase gerutscht sei. Weil er die Spiele seiner Bayern aber Spiele ungetrübt schauen wolle, "mache ich es jetzt so, dass ich ohne Brille schaue - und die dann immer aufsetze, sobald es Richtung Strafraum geht".

7.25 Uhr: Lockdown: Rufe nach einer "Exit-Strategie"

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert klare Perspektiven für eine Lockerung der Corona-Beschränkungen. Nötig sei eine "abgestufte Exit-Strategie aus dem Lockdown", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Infektionszahlen seien zwar noch zu hoch, aber sie gingen zurück. Deshalb sei die Politik gefordert, klarzumachen, ab welchen Werten welche Lockerungen gelten sollten. Mehr dazu in diesem Artikel

6.56 Uhr: Corona-Ausschuss statt Corona-Krisenstab in Sachsen

Die sächsische Staatsregierung entscheidet heute über weitere Änderungen in der Corona-Schutzverordnung. Der neue Entwurf sieht erwartungsgemäß die Pflicht zum Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes im ÖPNV, in Reisebussen und Taxen sowie auf dem Gelände von Einkaufseinrichtungen inklusive der dazugehörigen Parkplätze vor. Auch in Gesundheitseinrichtungen soll künftig eine FFP2-Maske oder eine OP-Maske getragen werden. Geplant ist auch die Streichung der Regelung, dass Landkreise ab einem Inzidenzwert unter 200 selbst entscheiden können, ob sie beispielsweise Ausgangssperren wieder aufheben.

Wie die Chemnitzer Freie Presse und die Leipziger Volkszeitung berichten, soll heute eine weitere wesentliche Änderung bekanntgegeben werden: Der aufgeblähte Corona-Krisenstab soll nur noch einmal pro Woche tagen und wird durch einen exklusiveren Corona-Ausschuss, der drei Mal pro Woche tagt, ersetzt. Details werden bei einer Online-Pressekonferenz am frühen Nachmittag erwartet.

6.24 Uhr: Laut Studie sind viele Industrieländer für Krisen schlecht gewappnet

Viele Industrieländer sind einer Studie zufolge schlecht gewappnet für eine Krise wie die Corona-Pandemie. Bereits vor der Pandemie seien sie überzeugende Reaktionen auf Veränderungen wie Digitalisierung, Klimawandel, soziale Ungleichheit und steigende Polarisierung schuldig geblieben, erklärte die Bertelsmann Stiftung bei der Veröffentlichung einer entsprechenden Untersuchung. Die Corona-Krise werde "zu dem zentralen Lackmustest für die Zukunftsfähigkeit der wohlhabenderen Demokratien nach der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009", betonen die Autoren des Ländervergleichs von 41 Industriestaaten aus der OECD und der Europäischen Union.

Schon vor der Pandemie habe in vielen Staaten die Wachstumsdynamik "deutlich nachgelassen", heißt es in der Studie. Während demnach die deutsche Wirtschaft zwischen 2009 und 2019 um durchschnittlich 1,3 Prozent im Jahr wuchs, lag das Bruttoinlandsprodukt zum Beispiel in Italien und Griechenland pro Kopf noch unter dem Niveau von 2008. Trotz Beschäftigungswachstum hätten in vielen Ländern nicht alle Gruppen gleichermaßen vom Aufschwung profitiert, stellen die Autoren fest. In vielen Ländern sei es Populisten zudem gelungen, politische und gesellschaftliche Gräben weiter zu vertiefen, wie es heißt. In 19 von 41 Staaten war demnach das Ausmaß der politischen Polarisierung bereits vor der Krise ein großes Hindernis für eine nachhaltige Politikgestaltung.

5.50 Uhr: 6.408 Corona-Neuinfektionen und 903 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 6.408 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 903 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Vergangenen Dienstag hatte das RKI 11.369 Neuinfektionen und 989 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Allerdings enthielten die beiden Werte Nachmeldungen aus Rheinland-Pfalz. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bei 107,6.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.148.077 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 52.990. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.844.000 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 0,95 (Vortag 1,01). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

5.18 Uhr: Erneut Corona-Krawalle in den Niederlanden

Am zweiten Abend in Folge sind in mehreren Städten in den Niederlanden Unruhen ausgebrochen. Hunderte gewaltbereite Jugendliche hatten sich nach Polizeiangaben am Montagabend kurz vor Beginn der Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie an mehreren Orten versammelt und die Polizei angegriffen. Krawalle wurden aus mindestens sechs Städten gemeldet - darunter Amsterdam und Rotterdam. Große Gruppen vorwiegend junger Leuten würden randalierend durch die Stadtzentren ziehen, hieß es. Mehr als 70 Personen seien bereits festgenommen worden.

Anlass der Unruhen sind die von der Regierung verhängten verschärften Corona-Maßnahmen und die seit Samstag geltende Ausgangssperre. Die Polizei geht davon aus, dass sich verschiedene Gruppen an den Krawallen beteiligen - darunter Corona-Leugner und Fußball-Hooligans. In Rotterdam wurden Polizisten nach Berichten des TV-Senders NOS von rund 100 Randalierern mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen. Geschäfte seien geplündert worden. Die mobile Einheit der Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Sonntagnacht hatten schwere Unruhen in etwa zehn Städten das Land erschüttert. Die Polizei hatte von den schlimmsten Krawallen seit 40 Jahren gesprochen. Polizei und Bürgermeister hatten bereits vor weiteren Unruhen gewarnt, nachdem mehrere Aufrufe in den sozialen Medien erschienen waren. Erste Krawalle hatte es bereits am Samstag gegeben.

Ein Mann ist beim Aufräumen in einem Rotterdamer Fast-Food-Restaurant zu sehen.
Ein Mann ist beim Aufräumen in einem Rotterdamer Fast-Food-Restaurant zu sehen. © Peter Dejong/AP/dpa

Dienstag, 5.03 Uhr: Flugverkehr nach Israel im Anti-Corona-Kampf eingestellt

Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus schottet sich Israel ab. Seit Mitternacht (Ortszeit) ist der internationale Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv weitgehend geschlossen. Mit der drastischen Einschränkung des Luftverkehrs will die Regierung das Einschleppen weiterer Coronavirus-Mutationen verhindern. Die Maßnahme soll vorerst bis Ende des Monats gelten, ausgenommen sind unter anderem Frachtflüge und Flüge aus medizinischen Gründen. Eine ranghohe Repräsentantin des Gesundheitsministeriums sprach sich aber bereits für eine Verlängerung um mehrere Wochen aus. Der Flughafen müsse mindestens einen Monat lang geschlossen bleiben. Der internationale Luftverkehr läuft in Israel fast ausschließlich über den Ben-Gurion-Flughafen.

Bis zu 40 Prozent der Corona-Neuinfektionen in Israel gehen nach offiziellen Angaben auf eine Mutation zurück, die aus Großbritannien kommt. Die israelische Regierung war zuvor wegen laxer Kontrollen am Flughafen scharf kritisiert worden. Die Bundesregierung in Berlin stuft Israel wegen hoher Infektionszahlen als Hochrisikogebiet ein.

Corona-Pandemie: Das geschah am Montag

22.04 Uhr: Mexikos Covid-kranker Präsident spricht mit Putin über Impfstoff

Nach seiner Covid-19-Diagnose hat Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin telefoniert und ihn nach Mexiko eingeladen. Bei dem Telefonat am Montag ging es vor allem um eine Bestellung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V durch Mexiko. Er habe Putin für die Zusage gedankt, in den kommenden zwei Monaten 24 Millionen Dosen zu schicken, schrieb López Obrador auf Twitter.

Am Sonntagabend (Ortszeit) hatte Mexikos Staats- und Regierungschef bekanntgegeben, dass er positiv auf das Coronavirus getestet worden war, leichte Covid-19-Symptome habe und medizinisch behandelt werde. Der 67-jährige Linkspopulist hatte die Gefahr durch die Pandemie und den Nutzen des Tragens von Masken immer wieder heruntergespielt. In den vergangenen Tagen war er in Linienfliegern innerhalb des Landes gereist und mit zahlreichen Menschen - darunter der Außenminister und der Verteidigungsminister - in Kontakt gekommen, ohne eine Maske zu tragen. Derzeit arbeitet López Obrador nach Angaben seiner Regierung von seiner Wohnung im Präsidentenpalast in Mexiko-Stadt aus.

Mexiko ist nach offiziellen Zahlen das Land mit den viertmeisten Todesfällen infolge der Corona-Pandemie - knapp 150.000 Todesopfer wurden bislang registriert. Allerdings wird in dem nordamerikanischen Land mit fast 130 Millionen Einwohnern - Platz zehn der bevölkerungsreichsten Länder - äußerst wenig auf das Virus getestet. Außerdem ist die sogenannte Übersterblichkeit dort sehr hoch.

20.03 Uhr: US-Präsident Biden erneuert Einreisestopp für Europäer

US-Präsident Joe Biden hat den Einreisestopp für Ausländer aus Europa erneuert. Die Maßnahme wurde zum Schutz vor einer neuen Variante des Coronavirus auch auf ausländische Reisende aus Südafrika ausgeweitet. "Der nationale Notstand, der durch den Coronavirus-Ausbruch in den Vereinigten Staaten verursacht wurde, stellt weiterhin eine ernste Bedrohung für unsere Gesundheit und Sicherheit dar", heißt es in der von Biden am Montag unterzeichneten Proklamation. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, erklärte bei einer Pressekonferenz: "Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt, um Einschränkungen des internationalen Reiseverkehrs aufzuheben."

Der scheidende US-Präsident Donald Trump hatte vor etwa einer Woche ein Ende des Einreisestopps angeordnet. Bidens Team erklärte aber umgehend, dass die Beschränkungen für Reisende aus dem Schengen-Raum, aus Großbritannien, Irland und Brasilien nach dem Amtsantritt der neuen Regierung wieder eingeführt würden. Trumps Team hatte bei der Ankündigung der Lockerung der Vorschriften darauf verwiesen, dass Einreisen in die USA ab dem 26. Januar ohnehin nur noch nach Vorlage eines aktuellen und negativen Corona-Tests möglich seien. Psaki hatte die Ankündigung der Trump-Regierung im Namen des neuen Präsidenten sofort zurückgewiesen.

19.19 Uhr: UN-Chef drängt auf schnelle Impfungen weltweit

UN-Generalsekretär António Guterres hat zur Eile bei der weltweiten Verteilung von Corona-Impfstoffen aufgerufen. "Wenn die Industrieländer glauben, dass sie in Sicherheit sind, wenn sie ihre eigenen Leute impfen und dabei die Entwicklungsländer vernachlässigen, liegen sie falsch", sagte Guterres am Montag in einer Videorede beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF). "Es besteht jetzt die klare, reale Gefahr von Mutationen, die das Virus übertragbarer oder tödlicher oder resistenter gegen vorhandene Impfstoffe machen. Wir müssen schnell handeln."

Die weltweiten Produktionskapazitäten der Mittel zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie müssten massiv ausgebaut werden und Lizenzen zur Verfügung gestellt werden, forderte Guterres weiter. Unter anderem in Indien und Brasilien gäbe es große Möglichkeiten, Impfstoffe für alle Teile der Welt herzustellen, sofern die Lizenzen zu ihrer Produktion verfügbar gemacht würden. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die Mittel für alle Menschen erschwinglich sind.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres
UN-Generalsekretär Antonio Guterres © Matthias Balk/dpa

18.45 Uhr: Geiz bei Impfstoffverteilung bringt Billionen Wirtschaftsverluste

Wenn reichere Länder sich den Großteil der Corona-Impfstoffe sichern und Entwicklungsländer vorerst weitgehend leer ausgehen, kann das die Weltwirtschaft Verluste in Billionen-Höhe kosten. Das berichtete die Internationale Handelskammer (ICC) am Montag. Sie hatte eine Studie dazu in Auftrag gegeben. Wenn Impfstoffe nicht weltweit fair verteilt werden, könne dies die globale Wirtschaftsleistung allein in diesem Jahr um bis zu 9,2 Billionen Dollar (7,6 Billionen Euro) schmälern, heißt es darin. Die Hälfte des Ausfalls betreffe Industrieländer.

„Die Studie zeigt die möglichen Konsequenzen eines Impfstoff-Nationalismus, die deutlich größer sind als die besten bisherigen Schätzungen“, teilte das ICC mit. Sie zeige, dass Investitionen in den ACT-Accelerator sich auszahlten. Der ACT-Accelerator ist das Programm der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Entwicklung, Produktion und faire Verteilung von Covid-19 Tests, -Medikamenten und -Impfstoffen. Wenn reichere Länder die 27,2 Milliarden Dollar, die in dem Programm noch fehlten, zahlten, sei der Nutzen 166 mal so hoch wie die Investition.

Selbst, wenn die reicheren Länder bis Ende Juni eine optimale Impfversorgung ihrer eigenen Bevölkerung schafften, dürften ihnen bis zu 4,5 Billionen Dollar Wirtschaftsleistung entgehen, wenn die Impfungen in ärmeren Ländern auf dem jetzigen niedrigen Niveau blieben, so die Studie. „Industrieländer haben einen klaren Anreiz, die Verteilung der Impfstoffe global zu koordinieren und voranzutreiben“, heißt es in der Studie. So könnten sie vermeiden, dass Angebots- und Nachfrageschocks in anderen Ländern zu Hause zu wirtschaftlichen Verlusten führen.

18.19 Uhr: Nach Corona-Infektion: Dresden-Coach Kauczinski im Krankenhaus

Wenige Tage nach seiner überstandenen Corona-Infektion hat sich Trainer Markus Kauczinski von Fußball-Drittligist Dynamo Dresden ins Krankenhaus begeben müssen. Das teilte der Club am Montag mit. Demnach hatte der 50-Jährige am Morgen über Unwohlsein und Übelkeit geklagt. Kauczinski war am 12. Januar positiv auf das Coronavirus getestet worden und hatte sich im Anschluss in eine zehntägige Quarantäne begeben. Beim 4:3 am Samstag gegen Kaiserslautern saß Kauczinski wieder auf der Dresdner Bank. Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Dynamo-Trainer wird in Klinik behandelt" (SZ+)

Dynamos Trainer Markus Kauczinski liegt seit Montag im Krankenhaus. Die Mannschaft flog am Montag ohne ihren Cheftrainer zum am Dienstag stattfindenden Spiel bei Waldhof Mannheim. Das Team wird von den Co-Trainern Heiko Scholz und Ferydoon Zandi betreut.
Dynamos Trainer Markus Kauczinski liegt seit Montag im Krankenhaus. Die Mannschaft flog am Montag ohne ihren Cheftrainer zum am Dienstag stattfindenden Spiel bei Waldhof Mannheim. Das Team wird von den Co-Trainern Heiko Scholz und Ferydoon Zandi betreut. ©  Robert Michael/dpa

17.55 Uhr: Moderna-Impfstoff schützt wahrscheinlich auch vor Mutationen

Der Impfstoff von Moderna dürfte nach Herstellerangaben auch vor den zunächst in Großbritannien und Südafrika entdeckten Corona-Varianten schützen. In einem Laborexperiment konnte gezeigt werden, dass geimpfte Probanden in ausreichendem Maß sogenannte neutralisierende Antikörper gegen die Varianten B.1.1.7 (Großbritannien) und B.1.351 (Südafrika) - auch als 501Y.V2 bekannt - im Blut haben, wie Moderna am Montag mitteilte. Die Studie wurde bislang allerdings nicht von unabhängigen Experten begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht.

"Wir sind durch die neuen Daten ermutigt, und sie bestärken unsere Zuversicht, dass der Covid-19-Impfstoff von Moderna gegen diese neu entdeckten Varianten schützt», sagte Unternehmenschef Stephane Bancel laut Mitteilung. Die Forscher konnten zeigen, dass gegen B.1.1.7 ähnlich viele neutralisierende Antikörper gebildet werden wie gegen die herkömmlichen Varianten. Gegen B.1.351 wurden deutlich weniger solcher Antikörper gebildet. Der Schutz bleibe vermutlich dennoch bestehen, teilte Moderna mit.

Der Impfstoff von Moderna soll auch vor mutierten Corona-Varianten schützen. Das Unternehmen will dennoch nach Wegen suchen, um eine noch bessere Immunantwort bei Geimpften hervorzurufen. So soll unter anderem getestet werden, was eine zusätzliche Dosis b
Der Impfstoff von Moderna soll auch vor mutierten Corona-Varianten schützen. Das Unternehmen will dennoch nach Wegen suchen, um eine noch bessere Immunantwort bei Geimpften hervorzurufen. So soll unter anderem getestet werden, was eine zusätzliche Dosis b © Federico Gambarini/dpa (Symjbolfoto)

17.26 Uhr: Chemnitzer Friedenspreis wird erst im Herbst verliehen

Die Verleihung des Chemnitzer Friedenspreises wird in diesem Jahr coronabedingt verschoben. Das Format der Veranstaltung sei mit den derzeitigen Hygienebedingungen nicht umsetzbar und eine digitale Vergabe könnte die emotionalen Momente nicht ersetzen, teilten die Veranstalter am Montag mit. Geplant war die Preisverleihung am 4. März. Nun werde als Termin der Weltfriedenstag am 1. September 2021 in Erwägung gezogen.

Für den Chemnitzer Friedenspreis 2021 stehen mehr als 20 Vorschläge zur Auswahl. Die Auszeichnung wird durch den Bürgerverein "Für Chemnitz" alljährlich im Vorfeld des Chemnitzer Friedenstages verliehen, an dem der großflächigen Zerstörung der Stadt mit 2.100 Toten durch Bomben der Alliierten am 5. März 1945 gedacht wird.

16.35 Uhr: Sachsens Grüne für Erleichterungen bei Maßnahmen

Die Grünen in Sachsen pochen auf Erleichterungen bei einzelnen Maßnahmen in der Corona-Pandemie. Am Montag plädierten sie dafür, auch den Abschlussklassen an den Berufsschulen wieder einen Unterricht zu ermöglichen, damit sich die Betroffenen auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten können. Bislang durften nur die Abschlussklassen der Oberschule, des Gymnasiums, der Beruflichen Gymnasien und der Fachoberschulen wieder zurück zum Unterricht. Das sächsische Kabinett will am Dienstag über die neue Corona- Schutzverordnung entscheiden.

Die Grünen sprachen sich auch dafür aus, dass Alleinerziehende in der Ausbildung ihre Kinder in die Notbetreuung geben können. Für ihre Partei stünden bei den Verordnungen vor allem die Menschen im Fokus, die es besonders schwer haben, sagte Landtagsabgeordnete Christin Melcher. "Die hohe Auslastung der Notbetreuung von fast 30 Prozent macht uns Sorgen. Hier sind die Arbeitgeber gefragt, überall wo es geht, Homeoffice anzubieten und mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern flexible Lösungen zu finden."

Die Linken sparten nach Sondersitzungen mehrerer Landtagsausschüsse zur neuen Corona-Schutzverordnung am Montag nicht mit Kritik. "Die Staatsregierung hangelt sich von Verordnung zu Verordnung, das Pendel dürfte auch 2021 zunächst noch zwischen Lockdown und Lockerung hin und her schwingen", mutmaßte Fraktionschef Rico Gebhardt. Es sei höchste Zeit, eine Langfriststrategie zu entwickeln, um mit möglichst geringen Schäden aus der Pandemie herauszukommen.

16.25 Uhr: Hälfte der Deutschen findet Fahren mit Bus und Bahn unsicher

Aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus fahren viele Deutsche aktuell mit ungutem Gefühl in Bussen und Bahnen. 48 Prozent der Befragten fühlen sich momentan in den öffentlichen Verkehrsmitteln eher oder sehr unsicher. Dies gaben sie in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale-Bundesverbands (VZBV) an. Gut 40 Prozent der Umfrageteilnehmer fühlen sich eher oder sehr sicher.

Der Verband kritisierte bislang nicht ausreichend getroffene Maßnahmen für den Gesundheitsschutz im Nahverkehr. „Um den ÖPNV nicht nur in der Krise, sondern auch langfristig zu stärken, sind zusätzliche, kundenorientierte Maßnahmen notwendig“, sagte Marion Jungbluth, Leiterin Mobilität und Reisen beim Verband, am Montag.

Kunden nehmen Fahrzeuge demnach als zu voll wahr. Zudem sei die Bereitschaft gesunken, auf verspätete Busse und Züge an Haltestellen und auf vollen Bahnsteigen zu warten. Etwa jeder zweite Befragte tue sich schwer mit dem Versprechen von Unternehmen, dass die Ansteckungsgefahr in den Fahrzeugen gering sei. Mehrheitlich forderten die Befragten mehr Fahrzeuge, deftigere Geldbußen beim Nichttragen eines Mund-Nasen-Schutzes und eine bessere Belüftung.

16.01 Uhr: Bundesregierung stuft Portugal als Corona-Mutationsgebiet ein

Die Bundesregierung hat Portugal ab Mittwoch als Corona-Risikogebiet mit besonders gefährlichen Virusmutationen eingestuft. Das teilte das Robert Koch-Institut am Montag auf seiner Internetseite mit. Bisher gehören nur Großbritannien, Irland, Brasilien und Südafrika in diese höchste Risiko-Kategorie. Portugal gilt dagegen noch als "Hochinzidenzgebiet", der mittleren von drei Risikostufen.

Für Reisende aus Portugal ändert sich durch die neue Einstufung kaum etwas. Wie bisher, müssen sie einen negativen Corona-Test vorweisen können, wenn sie nach Deutschland einreisen. Anschließend müssen sie für zehn Tage in Quarantäne, von der sie sich nach fünf Tagen mit einem weiteren Test befreien können. Bei Einreise aus den Mutations-Gebieten ist es aber noch schwerer, sich von der Quarantäne ganz befreien zu lassen.

Portugal gehört zu den Ländern mit den weltweit höchsten Neuinfektionszahlen im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Am Sonntag wurden mit 275 Corona-Toten mehr als je zuvor gemeldet. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden machte die besonders ansteckende britische Virusvariante am Mittwoch vergangener Woche bereits etwa 13 Prozent aller Neuinfektionen in Portugal aus, in Regionen wie Lissabon sogar 20 Prozent.

15.38 Uhr: Nur wenige Neuinfektionen in Sachsen gemeldet

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist am Montag nur leicht gestiegen. Insgesamt wurden in Sachsen seit Sonntag 384 neue Fälle registriert, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Damit gibt es seit Beginn der Pandemie im März im Freistaat 175.194 von Laboren bestätigte Fälle. 5.791 Menschen starben, von Sonntag auf Montag kamen 74 Todesfälle dazu. Derzeit werden in sächsischen Krankenhäusern 2.234 Frauen und Männer mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt, 436 von ihnen auf der Intensivstation. Die Sieben-Tag-Inzidenz lag am Montag bei 171,4 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner, am Sonntag lag der Wert noch bei 167.

15.31 Uhr: Illegales Glücksspiel mit mehr als 20 Teilnehmern entdeckt

Polizisten haben am Wochenende ein verbotenes Glücksspiel-Treffen in Nordrhein-Westfalen aufgelöst. Die Beamten trafen in Gevelsberg in einer gewerblichen Halle auf mehr als 20 Personen zwischen 22 und 70 Jahren, von denen einige an Tischen saßen und pokerten. Andere nutzten Spielautomaten. Zuvor hatte die Polizei einen Hinweis auf das Treffen erhalten, wie es in einer Mitteilung vom Montag hieß. Demnach wurden bei der Kontrolle in der Nacht zu Samstag eine kleinere Drogenmenge sowie Geld in fünfstelliger Höhe sichergestellt. Die Glücksspiel-Teilnehmer erhielten Platzverweise. Gegen sie werde nun unter anderem wegen Durchführung eines illegalen Glückspiels ermittelt. Zudem müssen sie mit Strafen wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung rechnen.

14.53 Uhr: Kommunen sollen Bedarf für Corona-Amtshilfe melden

Die Bundesregierung hat Länder und Kommunen aufgerufen, einen Bedarf für Hilfseinsätze in Alten- und Pflegeheimen zu melden. Dies sei Voraussetzung dafür, dass Freiwillige zielgenau eingesetzt werden können, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Er kündigte eine Hotline an, bei der sich Freiwillige melden können und dann vom Roten Kreuz geschult werden.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, derzeit seien insgesamt 14.500 Soldaten in der Corona-Hilfe eingesetzt. Davon seien bundesweit 747 Frauen und Männer in Altenheimen auf Basis von 52 Amtshilfeanträgen aktiv. In den Planungen seien 1.400 Soldaten vorgesehen. Bemerkbar sei, dass Hilfsangebote verstärkt angenommen würden. Die Zahl der eingesetzten Soldaten könne weiter erhöht werden.

Soldaten des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung werten im Gesundheitsamt Berlin-Mitte die Daten zur Corona-Kontaktverfolgung aus.
Soldaten des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung werten im Gesundheitsamt Berlin-Mitte die Daten zur Corona-Kontaktverfolgung aus. © dpa/Carsten Koall

14.28 Uhr: EU fordert von Astrazeneca Lieferung ohne Abstriche und ohne Verzug

Die EU-Kommission fordert vom Hersteller Astrazeneca die Lieferung der vertraglich vereinbarten Mengen an Corona-Impfstoff ohne Abstriche und ohne Verzug. Dies habe Präsidentin Ursula von der Leyen am Montag in einem Telefonat mit Firmenchef Pascal Soriot bekräftigt, erklärte die Kommission. Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides habe zudem in einem Brief Klarstellungen von dem Pharmakonzern gefordert und an Vertragspflichten erinnert.

Der britisch-schwedische Konzern hatte am Freitag mitgeteilt, nach der für diese Woche erwarteten Zulassung zunächst weniger Impfstoff als geplant an die EU liefern zu wollen. Statt 80 Millionen Impfstoffdosen sollen bis Ende März nur 31 Millionen eingeplant sein. Die EU-Kommission ist darüber verärgert und forderte bei einer internen Sitzung am Montagmittag Erklärungen von Astrazeneca.

Die EU-Kommission hatte im August mit der Firma einen Vertrag über bis zu 400 Millionen Imfstoffdosen geschlossen und nach eigenen Angaben einen dreistelligen Millionenbetrag dafür bezahlt, die Produktion schon vor der EU-Zulassung hochzufahren. Nach Darstellung der EU-Kommission hätte der Konzern laut Vertrag bereits seit der verbindlichen Bestellung Ende Oktober Mengen für die EU fertigen müssen. Den Hinweis der Firma auf Produktionsprobleme bei einem Zulieferer in Belgien hält die Kommission für nicht stichhaltig.

14.06 Uhr: Sachsens Linke fordern Solidarität mit armen Menschen in der Krise

Die Corona-Pandemie droht nach Ansicht der sächsischen Linken das Armutsproblem in Deutschland zu verschärfen. Als Beleg führte die Linksfraktion im Landtag am Montag auch die Pflicht zum Tragen medizinischer Masken in bestimmten Bereichen an. "Der Freistaat muss dafür sorgen, dass Menschen mit geringen Löhnen und Renten sowie Sozialleistungsbeziehende diese Masken kostenlos erhalten", erklärte Parteichefin Susanne Schaper und unterstützte zugleich einen Aufruf von Gewerkschaften und Verbände zu Solidarität in der Krise.

"Wer wenig Geld hat, ist von der Pandemie viel stärker betroffen als Menschen mit existenzsichernden Einkommen", betonte Schaper. Arme Menschen seien beispielsweise stärker auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen und mehr von Kurzarbeit und Jobverlust betroffen. Sie lebten in kleineren Wohnungen, könnten sich Endgeräte fürs Homeschooling kaum leisten und auch medizinische Masken sowie Desinfektionsmittel schwerer bezahlen: "Solidarität ist das Gebot der Stunde. Deshalb streiten wir weiter für ein gerechtes Steuersystem und eine Corona-Vermögensabgabe der Superreichen."

13.41 Uhr: Verlängerte Lockdown spaltet Sachsen

Voraussichtlich am Dienstag entscheidet Sachsens Landesregierung über die ab Donnerstag gültige neue Corona-Schutzverordnung. Wie sich nach dem Corona-Gipfel mit den Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der vergangenen Woche abzeichnet, wird es für Sachsen im Vergleich zu den jetzt geltenden Einschränkungen kaum Verschärfungen geben. Trotzdem spalten die von Bund und Länder vereinbarten Maßnahmen das Bundesland. Sind die Maßnahmen nicht ausreichend oder übertrieben? Nicht nur in dieser Frage sind sich die Sachsen uneins - das zeigt eine repräsentative Umfrage, die sächsische.de gemeinsam mit den Meinungsforschern von Civey. Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Das denken die Sachsen über den verlängerten Lockdown" (SZ+)

13.09 Uhr: Gesundheitsministerium präzisiert Heimtest-Pläne

Bei den geplanten Corona-Heimtests geht es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums um neue, einfache Verfahren, die so bisher noch nicht verfügbar sind. "Wir sprechen ausdrücklich von Selbsttests, die einfacher zu handhaben sind", sagte ein Ministeriumssprecher am Montag in Berlin. Die Produkte müssten zertifiziert werden und sowohl aussagekräftig genug als auch so von Laien praktizierbar sein, dass die Gefahr falscher Ergebnisse relativ gering sei. Das sei eine perspektivische Sache. "Noch gibt es keine Schnelltests, die so zertifiziert sind und in der Menge verfügbar wären, dass sie für so eine Verordnung in Frage kommen."

Das Gesundheitsministerium plant eine Änderung der "Medizinprodukte-Abgabeverordnung", wonach Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung künftig privat erworben werden können.

12.44 Uhr: Spahn bringt Impfstoff-Exportgenehmigungspflicht ins Gespräch

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine Pflicht zur Genehmigung für den Export von Impfstoffen aus der Europäischen Union (EU) ins Gespräch gebracht. Aus seiner Sicht solle die EU eine entsprechende Genehmigungspflicht prüfen, sagte Spahn nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen am Montag in der ersten virtuellen Sitzung des neugewählten CDU-Bundesvorstandes. Dann könne man Informationen darüber erhalten, ob und wenn ja welche Impfstoffe die EU verließen und einen solchen Export gegebenenfalls unterbinden, begründete Spahn demnach seinen Vorstoß. In den USA gebe es eine solche Exportbeschränkung.

Kanzlerin Angela Merkel wiederholte nach diesen Informationen ihre Ankündigung, im Spätsommer solle es ein Impfangebot an alle geben, die dies wollten. Sie habe betont, Pflegekräfte sollten schnell geimpft werden.

12.23 Uhr: 21 weitere Todesopfer in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 39 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 19.939 Menschen in Dresden positiv getestet worden. 21 Menschen verstarben seit Sonntag in Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer seit Krisenbeginn im März 2020 auf 629 Opfer. Zudem wurden binnen eines Tages 45 weitere Patienten ins Krankenhaus einwiesen. Als genesen gelten mittlerweile 17.328 Dresdner - 183 mehr als am Sonntag.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg seit dem Vortag von 124,8 auf 126,6. Da für mögliche Neubewertungen der Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt auch diesen Wert an. Er beträgt heute 121,6, tags zuvor waren es noch 120.

12.13 Uhr: Verschärfte Testpflicht für Grenzgänger aus Tschechien führt zu Staus

Die verschärften Einreiseregeln für Berufspendler aus Tschechien haben an der Grenze zu Deutschland mancherorts zu Verkehrsbehinderungen geführt. Die Bundesregierung hatte das Nachbarland zum Corona-Hochrisikogebiet erklärt. Tägliche Grenzgänger müssen in Bayern bei der Einreise alle 48 Stunden einen neuen negativen Corona-Test vorlegen, in Sachsen zweimal die Woche. Am ersten Arbeitstag seit der Verschärfung bildete sich vor dem Grenzübergang Folmova-Furth in Wald ein drei Kilometer langer Rückstau bis nach Tschechien hinein. Die deutsche Polizei sprach am Montagmorgen von etwa 400 Fahrzeugen.

Vor einer mobilen Teststation auf tschechischer Seite vor dem Übergang nach Schirnding bildete sich eine mehrere Hundert Meter lange Autoschlange. Die Wartezeit auf einen Rachenabstrich betrug dort nach Angaben der Behörden mehrere Stunden. Die Polizei regelte den Verkehr. Nach Schätzungen fahren 35.000 bis 60.000 Tschechen regelmäßig zur Arbeit nach Deutschland. Der tschechische Regierungschef Andrej Babis wollte im Laufe des Tages mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder telefonieren, um auf Erleichterungen zu dringen.

Der Verkehr bei Pomezí Nad Ohøí staut sich am Grenzübergang nach Bayern.
Der Verkehr bei Pomezí Nad Ohøí staut sich am Grenzübergang nach Bayern. © Slavomír Kubeš/CTK/dpa

11.48 Uhr: Gesundheitsministerium will Kauf von Heimtests ermöglichen

In der Corona-Krise sollen die Bürger bald Zugang zu Heimtests bekommen. Das Bundesgesundheitsministerium plant eine Änderung der "Medizinprodukte-Abgabeverordnung", wonach Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung künftig privat erworben werden können. Der Entwurf zur Änderung der Verordnung liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Im Moment dürfen Schnelltests nur an Ärzte, medizinische oder Pflegeeinrichtungen abgegeben werden, auch Bildungseinrichtungen gehören seit Dezember zu den möglichen Empfängern. Perspektivisch würden auch Tests zur Eigenanwendung durch Laien eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung der Pandemie spielen, heißt es in dem Entwurf nun. Auch wenn es bisher keine CE-zertifizierten Tests zur Eigenanwendung auf dem Markt gebe, solle durch die Aufhebung der Abgabebeschränkung ein Anreiz geschaffen werden, heißt es weiter. Mit dem CE-Zeichen dokumentieren Hersteller, dass ihr Produkt EU-Richtlinien erfüllt, zum Beispiel an die Sicherheit.

In dem Entwurf wird darauf hingewiesen, dass Tests zur Eigenanwendung "hinsichtlich Sicherheit und Leistungsfähigkeit ausreichend gebrauchstauglich zur Eigenanwendung durch Laien" sein müssten und die Ergebnisqualität unter diesen Anwendungsbedingungen sichergestellt sein müsse. Bei bisherigen Antigen-Schnelltests muss wie bei PCR-Tests mit einem Wattestäbchen ein Abstrich tief in der Nase oder im Rachen genommen werden. Für Selbsttests ist das eher ungeeignet.

11.32 Uhr: Hochzeitsstimmung trotz Corona im Kreis Bautzen

Trotz Corona haben sich im Landkreis Bautzen im vergangenen Jahr einige Paare das Ja-Wort gegeben. Ein Vergleich der Großen Kreisstädte zeigt, dass im Vergleich zum Vorjahr insgesamt nur 20 Trauungen weniger stattfanden. In zwei Städten haben sogar mehr Paare geheiratet. So wurden in Radeberg und in Kamenz 2020 mehr Ehen geschlossen als noch 2019. In Bautzen und Kamenz hat jeweils ein Paar sogar am 29. Februar geheiratet und feiert nun nur alle vier Jahre Hochzeitstag. 2020 wurde vor allem am 20. Februar geheiratet. Gleich acht Paare haben sich an diesem Datum in Bautzen trauen lassen. In Hoyerswerda waren es fünf Paare. Am liebsten geheiratet wird freitags oder sonnabends. In Bischofswerda, Kamenz und Radeberg finden am Sonnabend die meisten Trauungen statt; in Hoyerswerda und Bautzen am Freitag. Mehr zu den Trauungen in Pandemiezeiten (SZ+)

11.03 Uhr: Niederländischer Premier verurteilt Corona-Krawalle

Am Tag nach den schweren Krawallen in den Niederlanden hat Premier Mark Rutte die Gewalt scharf verurteilt. "Das ist absolut unzulässig, das hat nichts zu tun mit Protesten, sondern ist kriminelle Gewalt", sagte Rutte am Montag in Den Haag. In mehr als zehn Städten im Land hatte es heftige Ausschreitungen gegeben.

Gruppen hatten sich aus Protest gegen verschärfte Corona-Maßnahmen und die abendliche Ausgangssperre in verschiedenen Städten versammelt und randaliert. Polizisten waren mit Feuerwerk und Steinen angegriffen worden. Autos wurden in Brand gesteckt, Gebäude beschädigt und Geschäfte geplündert. Erst nach Stunden hatte die Polizei die Lage unter Kontrolle. Die Unruhen hatten am Nachmittag in Amsterdam und Eindhoven begonnen, als die Polizei zuvor verbotene Demonstrationen gegen die Ausgangssperre auflösen wollte. Später flammten Proteste und Krawalle unter anderem auch in Den Haag, Tilburg, Stein, Enschede, Roermond und Apeldoorn auf.

Flammen schlagen vor dem Bahnhof von Eindhoven aus einem umgekippten Auto
Flammen schlagen vor dem Bahnhof von Eindhoven aus einem umgekippten Auto © Rob Engelaar/ANP/dpa

10.35 Uhr: Lauterbach findet Debatte über Impf-Privilegien zurzeit sinnlos

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kann der derzeitigen Debatte über Privilegien für bereits gegen Covid-19 Geimpfte nichts abgewinnen. Zum jetzigen Zeitpunkt habe sie "keinen Sinn", sagte er. Es fehle der breite Zugang zum Impfstoff ebenso wie wissenschaftliche Daten zu einer möglicherweise anhaltenden Ansteckungsgefahr von Geimpften. Es sei ungewiss, ob geimpfte Menschen das Coronavirus weiter verbreiten. "Zum jetzigen Zeitpunkt fehlen komplett die Daten", sagte Lauterbach am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". FDP-Politiker Marco Buschmann stimmte Lauterbach bezüglich der fehlenden wissenschaftlichen Studien zu. Trotzdem sei es rechtlich schwierig, den Menschen weiterhin Freiheitsrechte zu entziehen, wenn feststehen sollte, dass geimpfte Menschen weder selbst krank werden noch andere anstecken könnten.

Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte Mitte Januar gefordert, Geimpften früher als anderen den Besuch von Restaurants oder Kinos zu erlauben. Es sei noch nicht abschließend geklärt, inwiefern Geimpfte andere infizieren könnten, sagte er. "Was aber klar ist: Ein Geimpfter nimmt niemandem mehr ein Beatmungsgerät weg. Damit fällt mindestens ein zentraler Grund für die Einschränkung der Grundrechte weg."

10.16 Uhr: Laut RKI mehr als 630 neue Corona-Infektionen in Sachsen

Die Gesundheitsämter in Sachsen haben dem Robert Koch-Institut (RKI) bis Montag 632 neue Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Insgesamt wurden damit seit Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020 mehr als 174.800 Corona-Infektionen in Sachsen nachgewiesen, wie aus der Online-Übersicht des Instituts hervorgeht. Zugleich stieg die Zahl der Todesfälle um acht auf 5.730. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche wurde mit 171 angegeben, am Sonntag lag der Wert noch bei 167. Die geringste Infektionsrate im Freistaat weist den Zahlen nach die Stadt Chemnitz mit 84 auf, die höchste der Landkreis Leipzig mit 229, gefolgt vom Landkreis Nordsachsen mit 226. Sachsen hatte die Inzidenz-Liste der Bundesländer lange angeführt, mittlerweile haben aber Sachsen-Anhalt mit 204,3 und Thüringen mit 203,6 die negativen Spitzenpositionen inne. Die Zahlen des Robert Koch-Instituts können aber durch Meldeverzögerungen von den Angaben der Behörden auf lokaler und Länderebene abweichen.

10.02 Uhr: Ifo-Chef fordert flexiblere Corona-Hilfen für gebeutelte Unternehmen

Das Münchner Ifo-Institut hat angesichts der stockenden Unterstützung geschlossener Betriebe mit Corona-Hilfen flexiblere Instrumente gefordert. "Man könnte die Steuervorauszahlungen des letzten Jahres pauschal kürzen und den Firmen so helfen", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest im ZDF-"Morgenmagazin". Dazu könnten die Finanzämter einbezogen werden, die Kontakte zu allen Firmen hätten. Fuest warnte vor einem radikalen Lockdown einschließlich geschlossener Industriebetriebe. "Es wäre Wahnsinn, die Industrie jetzt stillzulegen." Das dürfe man unter keinen Umständen tun. "Wir müssen die Industrie offen halten, wir können uns einen wirtschaftlichen Zusammenbruch nicht leisten." Es müssten ja auch weiter Hilfen gezahlt werden können für die geschlossenen Bereiche. "Wo soll das denn sonst herkommen", sagte Fuest.

Seit Wochen warten viele Unternehmer auf die Auszahlung der beantragten sogenannten Novemberhilfen. Damit wollte der Bund Betrieben eigentlich schnell unter die Arme greifen: Bis zu 75 Prozent des Vorjahresumsatzes sollen die Antragsteller erhalten. Zudem wurde ein Dezember-Hilfsprogramm aufgelegt. Es sei kein Zustand, dass viele angekündigte Hilfen der Bundesregierung aus dem vergangenen Jahr noch nicht ausbezahlt worden seien, so Fuest. Er nahm aber auch die Behörden in Schutz, auf die in dieser Pandemie viel zukomme: "Das ist eine Belastungssituation, und deshalb ist es nicht überraschend, dass es da langsam geht."

9.27 Uhr: Zittauer "Totenzug" hat juristisches Nachspiel

Im Oktober waren sieben, meist vermummte und wie zur Pest-Zeit vor Jahrhunderten in schwarzen Kutten gekleidete Frauen und Männer mit Bezug zu den staatlichen Anti-Corona-Maßnahmen durch Zittau gelaufen und hatten einen durch die Stadt geschoben. Der von vielen als geschmacklos empfundene Zittauer "Totenzug" hat nun ein juristisches Nachspiel: Der polizeiliche Staatsschutz hat gegen einen der Zittauer AfD-Stadträte ermittelt. Jetzt liegt das Verfahren bei der Staatsanwaltschaft zur Prüfung und Entscheidung. Mehr dazu im Artikel Ermittlungen gegen Zittauer AfD-Stadtrat (SZ+)

9.02 Uhr: Trotz Corona Party gegenüber von Polizeiinspektion

Ihren 28. Geburtstag hat eine Frau in Oberfranken trotz der geltenden Corona-Regeln mit mehreren Gästen gefeiert - direkt gegenüber der Polizeiinspektion. Die Veranstalterin der Party in Forchheim und ihre acht Gäste erwarte nun eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz, teilte die Polizei am Montag mit. Die Beamten wurden am Sonntagabend durch die Beschwerde einer Nachbarin auf die Feier aufmerksam. Gefeiert wurde in der Wohnung der 28-Jährigen, die in einem Mehrfamilienhaus lebt.

8.47 Uhr: Stiko-Chef: Impfstoff-Knappheit war "nicht vorhersehbar"

Lieferengpässe bei Corona-Impfstoffen sind nach Ansicht der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut nicht abzusehen gewesen. "Das ist sehr unerfreulich, gar keine Frage, aber das sind Dinge, die nicht in unserer Macht stehen", sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Die Herstellungsprobleme seien "letztlich nicht vorhersehbar" gewesen. Zu der Zeit, als Vorverträge mit Herstellern gemacht worden seien, habe man nichts über die wirkliche Wirksamkeit der Impfstoffe gewusst. "Man musste mehrere Katzen im Sack kaufen, weil man nicht wusste, welcher Impfstoff zuerst zur Zulassung kommt", sagte Mertens. Die Stiko ist ein Expertengremium mit dem Ziel, Empfehlungen zu Impfungen auf Basis aktueller Forschung zu geben. Nach den Lieferproblemen bei Pfizer-Biontech hatte vergangene Woche der britisch-schwedische Konzern Astrazeneca angekündigt, zunächst weniger Dosen an die EU abzugeben als geplant. Die Zulassung dieses Impfstoffs wird in Kürze erwartet.

8.16 Uhr: Ost-Beauftragter: Corona-Zahlen in AfD-Hochburgen kein Zufall

Die hohen Corona-Zahlen in den Hochburgen der Alternative für Deutschland (AfD) sind nach Ansicht des Ost-Beauftragten der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), kein Zufall. Eine mal laute, mal leise Rebellion gegen die Infektionsschutzpolitik behindere unterm Strich die Virusabwehr, sagte Wanderwitz dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". In einer Pandemie spielten viele Faktoren eine Rolle, sagte Wanderwitz. Dazu zähle nicht zuletzt die Haltung der Menschen zu Abstandsregeln und Maskenpflicht. "Wer die Infektionsschutzmaßnahmen ablehnt, wie viele AfD-Anhänger, Reichsbürger und Esoteriker es tun, hilft am Ende bei der Ausbreitung des Virus."

Wanderwitz fügte hinzu, das Phänomen habe inzwischen eine Dimension, die über das Parteipolitische hinausgehe. So entstehe in manchen Regionen der früheren DDR eine Realitätsverweigerung wie im Jahr 2016 bei den Trump-Wählern in den USA. Viele schöben Komplexes und Unwillkommenes einfach beiseite, igelten sich ein und seien dann keinem Argument mehr zugänglich.

Marco Wanderwitz, Ostbeauftragter der Bundesregierung
Marco Wanderwitz, Ostbeauftragter der Bundesregierung © Archivbild: Jürgen Lösel

7.57 Uhr: Diakonie Sachsen fordert besseren Schutz von Kita-Personal

Die Diakonie Sachsen kritisiert den Schutz von Erzieherinnen und Erziehern in der Pandemie als unzureichend. "Es gibt immer noch keine Gleichstellung von Schule und der Bildungseinrichtung Kita", sagte Inga Blickwede, Kita-Referentin der sächsischen Diakonie, gegenüber "MDR Aktuell". Sie forderte, bei Tests und der Bereitstellung von Masken nachzubessern. Die sächsische Diakonie drängt außerdem auf eine zügige Impfung des Kita- und Schulpersonals.

7.31 Uhr: Weg zur Corona-Impfung für Ältere zu Hause bislang schwer

Viele Senioren im Deutschland sehen sich derzeit auf dem Weg zu einer Corona-Impfung vor mehreren Hürden. Während Menschen über 80 Jahren in Alten- und Pflegeheimen von Impfteams aufgesucht werden, müssen sich Ältere, die zu Hause leben, selbst um eine Impfung kümmern. Die Terminvergabe ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich geregelt. Mit der Anmeldung über ein Onlineportal sind Ältere oft überfordert, Telefonhotlines waren zum Start in mehreren Ländern überlastet. Zudem gibt es bislang noch nicht in allen Ländern die Möglichkeit, sich in einem Impfzentrum impfen zu lassen.

Ein weiteres Problem bleibt für viele über 80-Jährige mit eingeschränkter Mobilität der Weg zum Impfzentrum. Auch eine mögliche Infektion bei der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln schreckt viele Ältere und ist dennoch für sie oftmals die einzige verfügbare Möglichkeit. Eine Kostenübernahme für eine Taxifahrt zum Impfzentrum und wieder nach Hause, wie etwa in Berlin, gibt es in den wenigsten Ländern. Impfungen zu Hause werden derzeit nicht angeboten.

7.05 Uhr: Australien lässt Biontech/Pfizer-Impfstoff zu

Mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer hat Australien erstmals ein Vakzin gegen den Erreger Sars-CoV-2 zugelassen. Mit den Impfungen solle gegen Ende Februar begonnen werden, teilte das Büro von Premierminister Scott Morrison am Montag mit. Morrison sprach von einem wichtigen Schritt im Kampf gegen das Coronavirus. Wie die Nachrichtenagentur AAP berichtete, sollen die Impfungen in 30 bis 50 Krankenhäusern beginnen, wo zunächst ältere und behinderte Patienten sowie Gesundheitsarbeiter geimpft werden sollen. Australien ist bisher vergleichsweise glimpflich durch die Corona-Pandemie gekommen. In dem Land mit rund 25 Millionen Einwohnern wurden laut Johns-Hopkins-Universität bisher erst 28.777 Ansteckungen und 909 Todesfälle registriert. Vor Weihnachten hatte es während rund sieben Wochen überhaupt keine nachgewiesenen Neuinfektionen gegeben.

6.40 Uhr: Ärger in Tschechien über verschärfte Testpflicht für Grenzgänger

Die verschärften deutschen Einreiseregeln für Berufspendler aus Tschechien stoßen im Nachbarland auf Kritik. Seit Sonntag müssen die Grenzgänger bei jeder Fahrt in die Bundesrepublik einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Hintergrund ist die Einstufung Tschechiens als Hochrisikogebiet. Nur in Sachsen genügen zwei Tests pro Woche.

Den grenzüberschreitenden Arbeitskräften und ihren Familien werde das Leben erschwert, sagte Jan Triska von der tschechischen Pendlervereinigung (APCR). Wer es sich leisten könne, werde sich nach einer neuen Arbeit in Tschechien umsehen. Für viele gehe es indes um ihre Existenz. "Die Unsicherheit ist wahnsinnig groß", sagte Triska. Viele seien der Ansicht, dass die Verschärfung politisch motiviert sei. "Die Politiker in Deutschland schieben die ungünstige Corona-Lage auf die Pendler, auf die Tschechen, auch wenn es dafür keine relevanten Daten gibt", sagte der Vertreter der Interessengruppe. Nach Schätzungen fahren 35.000 bis 60.000 Tschechen regelmäßig zur Arbeit nach Deutschland. Auf ein anderes Problem machte der Präsident der Verwaltungsregion Karlsbad (Karlovy Vary), Petr Kulhanek, im Fernsehsender CT aufmerksam. Die Forderung, die Pendler alle 48 Stunden neu zu testen, sei eine "enorme Belastung" für das Corona-Testsystem. Es drohe, dass echte Verdachtsfälle keinen Termin mehr für einen Test auf das Virus Sars-CoV-2 bekommen würden.

Seit Beginn der Pandemie gab es in Tschechien 937.617 bestätigte Corona-Infektionen und 15.369 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner. Besonders überlastet ist das Krankenhaus in der westlichen Grenzstadt Cheb (Eger). Fast täglich werden Covid-19-Intensivpatienten von dort mit dem Hubschrauber in andere Landesteile verlegt.

6.19 Uhr: Deutlich weniger Grippe und andere Infektionen

Mehr als 50.000 Menschen in Deutschland sind bis jetzt an oder mit Corona gestorben. Das sind doppelt so viele wie in der bisher schlimmsten Grippewelle 2017/18. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Während die Anzahl der Coronatoten mit Tests belegt ist, werden die Grippetoten anhand der Übersterblichkeit in einem bestimmten Zeitraum nur geschätzt. Labormedizinische Nachweise gab es 2017/18 für lediglich 1.700 Grippetodesfälle. Mehr dazu in diesem Artikel (SZ+)

5.58 Uhr: 6.729 Corona-Neuinfektionen und 217 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 6729 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 217 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Vergangenen Montag hatte das RKI 7.141 Neuinfektionen und 214 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Allerdings waren die Daten aus Rheinland-Pfalz zu diesem Zeitpunkt nur unvollständig übermittelt worden. An Montagen sind die erfassten Fallzahlen zudem meist geringer, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bei 111,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.141.665 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder mit dem Virus gestorben sind, stieg auf 52.087. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.823.500 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 1,01 (Vortag ebenfalls 1,01). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

5.18 Uhr: Kanzleramtschef: Mutation wird in Deutschland dominante Form werden

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) geht davon aus, dass die vor allem in Großbritannien verbreitete Mutation des Coronavirus auch in Deutschland die dominante Form werden wird. "Wir sehen ja momentan, dass wir jetzt in mehreren Krankenhäusern auch schon mit der Mutante zu tun haben. Das heißt, das ist bei uns im Land angekommen und deshalb wird sie irgendwann so wie in anderen Ländern auch dann die Führung übernehmen und wird Probleme machen", sagte Braun in der ARD-Talkshow "Anne Will". "Da bin ich sehr sicher", ergänzte er auf Nachfrage.

"Deshalb ist es jetzt wichtig, dass wir Kurs halten, dass wir die Zahlen sehr stark senken." Dann sei es schwierig für die Mutante und für das Stammvirus. "Wir wollen sie so lange wie möglich aus dem Land raushalten und da wo sie schon ist, eben sehr niedrig halten. Das wird man auf Dauer nicht schaffen", sagte Braun. Der Virus-Typ B.1.1.7 war bisher vor allem in Großbritannien aufgetreten. Die Variante ist Experten zufolge leichter übertragbar als die bislang vorherrschende.

Montag, 5.01 Uhr: KMK-Präsidentin: Erste Schulöffnungen Anfang Februar möglich

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, hält erste Schulöffnungen Anfang Februar für möglich. "Sicher nicht vollständig", schränkte die brandenburgische Bildungsministerin in der "Rheinischen Post" ein. "Aber ich halte das bei entsprechender Infektionslage beispielsweise mit Wechselunterricht für möglich. Allerdings kann das anfangs auch nur für Abschlussklassen und die ersten Klassenstufen gelten. Distanzunterricht über einen langen Zeitraum tut insbesondere den Grundschulkindern nicht gut."

"Kein Land sollte auf ein anderes warten müssen, um seine Schulen zu öffnen", sagte die SPD-Politikerin und verwies auf ein sehr unterschiedliches Infektionsgeschehen in den Bundesländern. "Ich finde es richtig, wenn die Länder die Spielräume, die ihnen die Beschlüsse bieten, unterschiedlich nutzen."

Zur Frage, ob an Corona-Abschlüssen ein Makel haften bleiben könnte, sagte Ernst: "Diese Absolventen werden es sein, die unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen einen Abschluss gemacht haben. Sie haben gelernt, noch eigenverantwortlicher zu arbeiten. Das wird ihnen im späteren Leben sogar helfen. Und ich hoffe, dass auch die Personalabteilungen in diesem Meistern der Krise einen besonderen Wert potenzieller Bewerberinnen und Bewerber erkennen werden. Ein Abschlusszeugnis der Jahre 2020 und 2021 kann künftig als besondere Auszeichnung gelten, nicht als Makel."

Die SPD-Politikerin sprach sich im Interview mit der Zeitung zudem für Lernangebote in den Sommerferien aus. "Das finde ich sehr wichtig. In den Sommerferien sollten Schulen Angebote machen, auch um Lernstoff nachzuholen, der im Distanzunterricht auf der Strecke blieb. Das hat es ja auch im letzten Jahr schon in vielen Bundesländern gegeben", sagte Ernst.

Corona-Pandemie: Das geschah am Sonntag

17.55 Uhr: FFP2-Maskenpflicht in Österreich

In Österreich gilt ab Montag die Pflicht, die besonders wirksamen FFP2-Masken unter anderem beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln zu tragen. Supermärkte händigen die Masken oft gratis aus oder verlangen einen geringen Betrag. Die Händler versichern, dass genügend Masken für alle Kunden vorrätig seien. Auch Patienten müssen beim Arztbesuch die FFP2-Masken nun verpflichtend tragen. Außerdem wird der verpflichtende Mindestabstand von einem auf zwei Meter vergrößert.

In Österreich sind alle Geschäfte, deren Produkte nicht zum täglichen Bedarf zählen, ohnehin geschlossen. Ob der Lockdown wie bisher geplant am 8. Februar gelockert werden kann, berät die Bundesregierung in den nächsten Tagen. Die Hotels und Gaststätten bleiben auf alle Fälle im Februar zu.

16.05 Uhr: Testpflicht für Pendler sorgt für lange Wartezeiten an Grenzübergängen

Nach der Verschärfung der Testpflicht für tschechische Berufspendler, die in Deutschland arbeiten, haben sich vor den Teststationen teils lange Schlangen gebildet. Die deutsche Polizei berichtete am Nachmittag von etwa 500 Menschen auf deutscher Seite, die wegen eines Corona-Tests im Bereich des Übergangs Schirnding (Landkreis Wunsiedel) unterwegs waren. Der stellvertretende Bürgermeister der tschechischen Nachbargemeinde Cheb (Eger), Jiri Cerny, sagte der Deutschen-Presse-Agentur, bei Temperaturen unter null Grad betrage die Wartezeit zwei bis drei Stunden.

Auch aus hygienischen Gründen sei die lange Warteschlange ungünstig, sagte Cerny. Die Menschen stünden "ziemlich dicht beieinander". "Gestern waren es sehr viele und heute sind es noch mehr." Die Bundesregierung hat Tschechien wegen der vielen Corona-Fälle zum Hochrisikogebiet erklärt. Pendler müssen bei der Einreise nach Bayern einen Corona-Test (PCR-Test oder Labor- oder Schnelltests vergleichbarer Qualität) vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

14.55 Uhr: Antikörper-Therapie soll schwere Verläufe verhindern

Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Aussicht gestellte Covid-19-Behandlung mit Antikörpern soll erwachsenen Patienten mit milden oder moderaten Symptomen und einem Risiko für schwere Verläufe zugute kommen. Eine Anwendung erfolge nach individueller Nutzen-Risiko-Abschätzung der behandelnden Ärzte, teilte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auf Anfrage mit.

Spahn hatte in der "Bild am Sonntag" mitgeteilt, 200 000 Dosen entsprechender Präparate für 400 Millionen Euro gekauft zu haben. In den USA gibt es für diese Arzneimittel eine Notfallzulassung der Arzneimittelbehörde FDA, in der Europäischen Union sind die Mittel bisher nicht zugelassen. Mehr dazu: Antikörper-Therapie soll Verläufe abmildern

13.55 Uhr: Bundesregierung befürchtet Angriffe auf Impfzentren

Die Bundesregierung stellt sich auf mögliche Angriffe auf Impfzentren, Impfstofftransporte oder auch Hersteller von Corona-Impfstoffen ein. Zwar gebe es bisher keine konkreten Hinweise darauf, aber es bestehe wegen "der großen medialen Präsenz sowie der hohen Dynamik und Emotionalität" des Themas eine "abstrakte Gefährdung" der genannten Einrichtungen, heißt es in einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuerst hatten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe darüber berichtet.

"In diesem Zusammenhang sind insbesondere Proteste von Impfgegnern, Corona-Skeptikern und Verschwörungstheoretikern auch an Standorten der Produktionsfirmen, der Impfzentren und der Impfstoff-Lagerstätten einzukalkulieren", heißt es in dem Schreiben des Ministeriums. Personen könnten versuchen, in die Einrichtungen einzudringen, um ihrem Protest Nachdruck zu verleihen. "Dies könnte eskalierend mit Sachbeschädigungen in den Gebäuden einhergehen. In Einzelfällen könnte es bei Aufeinandertreffen mit dem beschäftigten Personal oder den Impfempfängern zu auch strafrechtlich relevanten physischen Übergriffen kommen."

12.00 Uhr: Fast 25 Millionen Menschen in USA bisher mit Corona infiziert

In den USA haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie vor einem Jahr fast 25 Millionen Menschen mit dem Sars-CoV-2-Virus angesteckt. Die Zahl der bisher registrierten Toten im Zusammenhang mit dem Virus stieg auf knapp 417.500, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore am Sonntagvormittag (MEZ) hervorging.

Die Zahl der Toten binnen 24 Stunden erreichte am Samstag demnach 3.332. Der bisherige Höchstwert an Corona-Toten wurde am 12. Januar mit 4.462 verzeichnet. Zudem registrierten die Behörden für Samstag 172.650 Neuinfektionen. Der bisherige Tagesrekord lag am 2. Januar bei 298.031 neuen Fällen. Das Land mit rund 330 Millionen Einwohnern verzeichnet in absoluten Zahlen gemessen weltweit die meisten Infektionsfälle und Toten im Zusammenhang mit dem Corona-Virus.

Für den neuen US-Präsidenten Joe Biden ist die Corona-Pandemie eine der größten Aufgaben.
Für den neuen US-Präsidenten Joe Biden ist die Corona-Pandemie eine der größten Aufgaben. © AP/dpa/Alex Brandon

10.50 Uhr: Israel beginnt mit Impfung von Jugendlichen

Als eines der ersten Länder weltweit hat Israel mit der Impfung von Teenagern gegen das Coronavirus begonnen. Die ersten Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren wurden am Samstag geimpft, wie israelische Medien am Sonntag berichteten. Erforderlich ist eine Genehmigung der Eltern. Damit soll Schülern, die vor dem Abitur stehen, wieder die Teilnahme an Präsenzunterricht in den Schulen ermöglicht werden.

Am Freitag und Samstag - dem Wochenende in Israel - wurden insgesamt 195 000 Menschen geimpft, teilte Gesundheitsminister Juli Edelstein am Sonntag auf Twitter mit. Von den etwa neun Millionen Einwohnern erhielten inzwischen 2,5 Millionen die erste Dosis und fast eine Million bereits die zweite Dosis. Ungeachtet eines mehrwöchigen Lockdowns seien die Infektionszahlen bislang aber nicht stark genug gesunken, so der Minister.

09.25 Uhr: Über 12.200 Neuinfektionen in Deutschland

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 12.257 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 349 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Sonntagmorgen bekanntgab. Vergangenen Sonntag hatte das RKI 13.882 Neuinfektionen und 445 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bei 111,1. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.134.936 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 24.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 51.870.

08.35 Uhr: Strengere Regeln für Einreise nach Deutschland

Für mehr als 20 Länder mit besonders hohen Corona-Infektionszahlen gelten seit Mitternacht am Sonntag strengere Regeln bei der Einreise nach Deutschland. Zu diesen Hochrisikogebieten zählen das Nachbarland Tschechien, die Urlaubsländer Portugal, Spanien und Ägypten sowie die USA. Wer von dort einreisen will, muss an der Grenze einen negativen Corona-Test (PCR-Test) vorweisen können.

Die Tests werden nach Angaben des Bundesinnenministeriums an den Flug- und Seehäfen systematisch kontrolliert. In den Grenzgebieten zu anderen EU-Staaten und der Schweiz sollen Einreisende stichprobenartig und verdachtsunabhängig überprüft werden. Das nennt man Schleierfahndung. Als Hochinzidenzgebiete zählen Länder mit deutlich höheren Infektionszahl als in Deutschland. Dazu zählen in der Regel die Länder mit einem Inzidenzwert über 200. Mehr dazu: Das gilt jetzt bei der Einreise nach Deutschland

Corona-Pandemie - Das geschah am Samstag

18.10 Uhr: 894 Neuinfektionen in Sachsen

In Sachsen ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter angestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Samstag wurden binnen eines Tages 894 Neuinfektionen sowie 51 weitere Todesfälle registriert. Damit gibt es bisher insgesamt 174.076 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 5.711 Menschen, die seit Beginn der Pandemie an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. Rund 149.300 Menschen gelten als wieder genesen.

Der Inzidenzwert für den Freistaat Sachsen liegt bei 169 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - wie bereits am Freitag. Der Inzidenzwert sank in den letzten Tagen kontinuierlich, scheint aber nun zu stagnieren. Besonders von der Pandemie betroffen ist aktuell der Landkreis Bautzen mit einer Wocheninzidenz von 260. Den niedrigsten Wert dieser 7-Tage-Inzidenz verzeichnet aktuell die Stadt Chemnitz mit 87,7.

Deutschlandweit beträgt die 7-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut (RKI) durchschnittlich 113. Die RKI-Werte weichen aber aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

17.50 Uhr: Rund 1.000 Menschen demonstrieren in Erfurt gegen Corona-Maßnahmen

Wenige Tage vor dem geplanten Inkrafttreten einer neuen Corona-Verordnung haben in Erfurt rund 1.000 Menschen gegen die Anti-Corona-Regeln demonstriert. Nach Angaben einer Sprecherin der Polizei wurde am Samstag die nach der geltenden Verordnung maximal mögliche Teilnehmerzahl von 1.000 erreicht. Weitere Teilnehmer seien von der Polizei zurückgewiesen worden. Angemeldet waren 500 Teilnehmer. Laut Polizei gab es vereinzelt Verstöße gegen die Auflagen für die Versammlung - etwa gegen die Pflicht, eine Maske zu tragen. Thüringen ist derzeit das Land mit dem bundesweit größten Infektionsgeschehen.

17.06 Uhr: Spahn: Im Februar mindestens drei Millionen Impfdosen von Astrazeneca

Trotz verringerter Lieferzusage des Impfstoffherstellers Astrazeneca an die EU rechnet Gesundheitsminister Jens Spahn für Deutschland "im Februar mit mindestens drei Millionen Impfdosen". Das sei "leider weniger, als erwartet war", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". Er traf die Aussage unter der Voraussetzung, dass der Impfstoff von Astrazeneca wie erwartet Ende Januar in der EU zugelassen wird. Es zeige sich einmal mehr, dass die Produktion von Impfstoffen deutlich komplexer sei, als manche Überschrift vermuten lasse, sagte er.

Astrazeneca wird nach einer Zulassung zunächst weniger Corona-Impfstoff an die EU liefern als geplant, hatte eine Sprecherin des britisch-schwedischen Unternehmens am Freitag mitgeteilt. Grund sei eine geringere Produktion an einem Standort in der europäischen Lieferkette. Wie "Bild" berichtet hatte, muss der Impfstoff wegen der aufgetauchten Mutationen in einigen Ländern angepasst werden. Bereits auf Halde produzierte Impfstoffe könnten deshalb womöglich nicht ausgeliefert werden. Zudem seien die Auswirkungen eines Brandes in einem Werk noch nicht klar. In dieser Woche war es bereits zu einem Lieferengpass der Hersteller Biontech und Pfizer gekommen.

Spahn erneuerte sein Versprechen, dass im Sommer allen Bürgern eine Impfung angeboten werden könne, wenn die erwarteten Zulassungen weiterer Impfstoffe kommen. Auch am Ziel, die erste Gruppe von Impfkandidaten "bis Ende März" durchzuimpfen, hielt er fest. Zu der Gruppe gehören Über-80-Jährige, Pflegeheimbewohner und Medizin- und Pflegepersonal.

Kritik an einem mangelnden Impftempo in Deutschland im internationalen Vergleich wies der Minister zurück. "Sinnvoll vergleichen können wir in zwei oder drei Monaten." Deutschland habe mit den Pflegeheimen angefangen, das sei aufwendiger und dauere länger.

16.17 Uhr: Polizei stoppt illegales Glücksspiel in Berliner Wohnung

Eine illegale Glücksspielrunde mit knapp zwei Dutzend Menschen ist in Berlin aufgelöst worden. In einer Dreizimmerwohnung traf die Polizei gegen Mitternacht auf 22 Menschen, die weder Abstände einhielten, noch Mund-Nase-Bedeckungen trugen, wie die Beamten mitteilten. Die Polizei war in der Nacht zu Samstag demnach per Notruf alarmiert worden. Eine Anruferin hatte in der Wohnung im Stadtteil Steglitz ein "Kommen und Gehen" beobachtet.

In zwei Räumen waren demnach Glücksspiele aufgebaut, mit einer Vielzahl von Würfeln, Karten und Spielchips. Die Fenster waren mit Aluminiumfolie abgeklebt, um Einblicke von außen zu verhindern. Der Wohnungsinhaber war nicht vor Ort. Alle erhielten Anzeigen wegen Verstößen gegen die Infektionsschutzverordnung. Zudem starteten die Beamten 20 Ermittlungsverfahren wegen illegalen Glückspiels. 8.000 Euro Bargeld wurden sichergestellt.

15.38 Uhr: Sonderregelung für Einreise von Pendlern aus Tschechien in Kraft

Nach Einstufung Tschechiens als Corona-Hochrisikogebiet hat Sachsen für Grenzpendler Ausnahmen von der verschärften Testpflicht verfügt. Laut einer am Samstag in Kraft getretenen Allgemeinverfügung müssen sich Menschen, die zur Arbeit nach Sachsen einreisen, wöchentlich nur zweimal auf das Coronavirus testen lassen. Der Test ist auch erst nach der Einreise möglich, muss aber vor Arbeitsbeginn erfolgen. Für die Ausnahme müssen Betroffene bei der Einreise einen gültigen Arbeitsvertrag vorweisen können.

Begründet wurde der Schritt damit, dass viele Menschen aus Tschechien in Sachsen arbeiten - laut Staatskanzlei mehr als 10.000. Damit soll die "Funktionsfähigkeit" der Betriebe in der Grenzregion sichergestellt werden. Für Grenzpendler aus Polen ändert sich nichts - das Land gilt nicht als Hochinzidenzland.

"Hochinzidenzgebiete" sind Länder mit deutlich höheren Infektionszahlen als in Deutschland. Der Grenzwert ist in der Regel eine Inzidenz von 200. Darunter fallen neben Tschechien unter anderem Spanien, Portugal, Ägypten, Israel und die USA. Für Einreisende aus diesen Ländern gilt ab Sonntag eine strengere Testpflicht.

15.23 Uhr: Feuerwehrleute müssen nach Unfall in Quarantäne

Feuerwehrleute, die nach einem Lkw-Unfall auf der A4 zwischen Wilsdruff und Raststätte "Dresdner Tor" beim Bergen der Insassen halfen, mussten sich nach dem Einsatz in Quarantäne begeben, den Grund lesen Sie hier: Bananenlaster auf A4 umgekippt

15.04 Uhr: Erstmals Ausgangssperre in den Niederlanden

Die Niederländer stehen vor der bisher schwersten Anti-Corona-Maßnahme. Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie gilt ab Samstag landesweit eine Ausgangssperre. Von 21.00 bis 4.30 Uhr dürfen Bürger die Wohnungen nicht mehr verlassen. Damit will die Regierung die Verbreitung des Virus stark bremsen. Große Sorgen machen sich die Behörden vor allem über die Virus-Mutationen. Daher gilt auch ein Verbot für Passagierflüge aus Großbritannien, Südafrika und Südamerika.

Verstöße gegen die Sperrstunde werden mit einer Geldbuße von 95 Euro bestraft. Ausnahmen gelten für Personen, die beruflich unterwegs sein müssen, sowie Menschen, die andere pflegen oder Reisende. Auch Gassigehen mit dem Hund ist erlaubt. Die Ausgangssperre gilt vorerst bis zum 9. Februar.

14.20 Uhr: Bartkulanz wegen FFP2-Maske in Oberammergau

Die Corona-Krise beeinträchtigt auch den Haarwuchs in Oberammergau. Von Aschermittwoch an sind ein Jahr vor den Passionsspielen traditionell Schere und Rasiermesser für alle Mitspieler tabu, dann gilt der Haar- und Barterlass. Doch dieses Jahr gibt es bei den Bärten aus Infektionsschutzgründen Kulanz. "Die FFP2-Maske sollte richtig sitzen, ob Bart getragen wird, muss jeder für sich selbst entscheiden", sagte eine Sprecherin der Passionsspiele.

Am 17. Februar wird Spielleiter Christian Stückl der Tradition folgend alle Mitspieler aufrufen, sich Haare und Bärte wachsen zu lassen. "Der Fokus liegt hier klar auf den Haaren, da es ja seine Zeit dauert bis die Haar eine gewisse Länge haben. Der Bart ist natürlich auch wichtig, da sind wir aber in der derzeitigen Situation nicht streng", sagte die Sprecherin. "Es würden auch zwei bis drei Monate Vorlauf reichen für einen vorzeigbaren Bart auf der Bühne."

Rund 2.500 Oberammergauer - fast die Hälfte der Bewohner - wollen vom 14. Mai bis 2. Oktober 2022 das jahrhundertealte Laienspiel vom Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu aufführen. Es geht auf ein Gelübde zurück: Als vor fast 400 Jahren die Pest tobte, gelobten die Oberammergauer, alle zehn Jahre die Passion aufzuführen, wenn niemand mehr sterben würde - was der Legende nach auch geschah.

Just wegen der Corona-Pandemie wurden die Passionsspiele im März vergangenen Jahres kurz vor dem Start verschoben. Hatte man vor einem Jahr auf den Straßen des Ortes schon dichte Bärte und wallende Mähnen gesehen, so griffen nach der Absage viele zu Rasiermesser und Schere. Mancher fängt am Aschermittwoch trotzdem nicht bei ganz kurz an - sondern hat wegen des Lockdowns und der geschlossenen Friseurläden schon eine "Corona-Frisur".

13.15 Uhr: Expertin: Jeder neunte Österreicher hatte bereits Corona

In Österreich hat nach Ansicht einer Expertin bereits etwa jeder neunte Bürger eine Infektion mit dem Coronavirus durchgemacht. Schon vor drei Monaten hätten 4,7 Prozent der Österreicher eine solche Infektion hinter sich gehabt, sagte die Leiterin des Zentrums für Virologie der MedUni Wien, Elisabeth Puchhammer, am Samstag.

Schätzungsweise 60 Prozent der Infektionen verliefen asymptomatisch. "Damit dürften in Österreich jetzt schon mehr als eine Million Österreicher eine Infektion mit SARS-CoV-2 hinter sich haben, sagte die Expertin weiter. Es gilt als sicher, dass die ehemals Infizierten zumindest eine Zeit lang vor einer Erkrankung geschützt sind. In der offiziellen Statistik sind rund 400.000 laborbestätigte Fälle von Corona ausgewiesen.

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Bei der Letalität - also dem Anteil derer, die an der Krankheit sterben im Vergleich zu den insgesamt daran Erkrankten - zeige sich in den USA eine Rate von 1,7 Prozent, in Österreich von 1,8 Prozent und in Deutschland von 2,2 Prozent, so die Expertin weiter.

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