merken
Freischalten Deutschland & Welt

Bayer prüft Produktion von Corona-Impfstoffen

14.000 Neuinfektionen in Deutschland, Inzidenz in Sachsen sinkt, Polizei kontrolliert Corona-Regeln in Skigebieten - unser Newsblog.

Der Pharmakonzern Bayer erwägt, in die Corona-Impfstoff-Produktion einzusteigen.
Der Pharmakonzern Bayer erwägt, in die Corona-Impfstoff-Produktion einzusteigen. © Hendrik Schmidt/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

13.17 Uhr: Polizei löst Party in Dresdner Gartensparte auf

In der Nacht zum Sonntag hat die Dresdner Polizei eine illegale Party im Kleingartenverein "Frohe Stunde" in Dresden-Naußlitz aufgelöst. Als die Polizei ankam, seien einige der Mitfeiernden geflüchtet, die meisten jedoch geblieben, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Einige Gäste setzten sich zur Wehr, weshalb die Polizei Pfefferspray einsetzte. Dabei wurde ein Polizist verletzt. Nun laufen 49 Verfahren wegen des Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnung, dazu ein Verfahren gegen einen 21-jährigen Deutschen wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Was der Pächter des Lokals zu dem Vorfall sagt, lesen Sie hier: Polizist bei illegaler Party verletzt.

12.40 Uhr: Österreich verlängert Lockdown

Österreich verlängert den Corona-Lockdown um mindestens weitere zwei Wochen. Bundeskanzler Sebastian Kurz begründete dies am Sonntag in Wien damit, dass ansteckendere Mutationen des Virus nun auch in Österreich angekommen seien. Die Lage habe sich nochmals deutlich verschärft. Ziel sei nun, vom 8. Februar an Handel und Museen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wieder zu öffnen. Auch Dienstleistungsbetriebe wie Friseure sollen dann wieder arbeiten dürfen.

Allerdings müssten die täglich gemeldeten Neuinfektionen deutlich sinken, fügte Kurz hinzu. So lange blieben Ausgangsbeschränkungen in Kraft und Schulen im Fernunterricht. Skipisten und Eislaufplätze sind hingegen weiterhin geöffnet.

Ursprünglich waren Lockerungen zum 25. Januar geplant. Aufgrund der neuen, in Großbritannien entdeckten Virus-Mutation hatten Experten jedoch davor gewarnt, zu früh zu öffnen. Die ansteckende Virus-Variante B.1.1.7 sei ersten Erkenntnissen bereits relativ stark in Österreich verbreitet. In den kommenden zehn Wochen würde das Virus noch sehr viel von den Österreichern abverlangen, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. "Es wird die schwierigste Phase der Pandemie werden."

11.48 Uhr: Rund 14.000 Neuinfektionen in Deutschland

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13.882 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Am Sonntag sind die vom RKI bekannt gegebenen Zahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am Vortag hatte das RKI von 18 678 Neuinfektionen berichtet, am Sonntag vergangener Woche von 16 946.

Insgesamt stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Infektionen auf 2.033.518 (Stand: 17.01., 00.00 Uhr), wie das RKI am Sonntag mitteilte. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

10.50 Uhr: Drei positive Corona-Tests in Serie A - Ex-Bundesligaprofi betroffen

In der italienischen Serie A sind Fußballprofis des AC Mailand und des SSC Neapel positiv auf Corona getestet worden. Der Liga-Primus aus Mailand muss deshalb auf den Ex-Bundesligaprofi Hakan Calhanoglu vorerst verzichten. Die Tests seien am Samstag bei der gesamten Mannschaft gemacht worden, teilten die Rossoneri am Sonntag mit. Neben dem früheren Leverkusener ist auch Verteidiger Theo Hernández positiv auf Corona getestet worden. Beide Spieler hätten keine Symptome gezeigt und befänden sich in häuslicher Quarantäne.

Derweil wurde das Virus auch beim Spanier Fabián Ruiz vom SSC Neapel entdeckt, wie der Verein am Samstag mitgeteilt hatte. Trainer Gennaro Gattuso konnte deshalb nicht mit dem Mittelfeldspieler für die Partie gegen den AC Florenz am Sonntag rechnen.

10.02 Uhr: Heiko Maas will Sonderrechte für Geimpfte

Als erster Bundesminister fordert Außenamtschef Heiko Maas (SPD), Menschen mit Corona-Impfung früher als anderen den Besuch von Restaurants oder Kinos zu erlauben. "Geimpfte sollten wieder ihre Grundrechte ausüben dürfen", sagte Maas der "Bild am Sonntag". "Es ist noch nicht abschließend geklärt, inwiefern Geimpfte andere infizieren können. Was aber klar ist: Ein Geimpfter nimmt niemandem mehr ein Beatmungsgerät weg. Damit fällt mindestens ein zentraler Grund für die Einschränkung der Grundrechte weg."

Maas erinnerte auch an die Betreiber von derzeit geschlossenen Restaurants, Kinos, Theater oder Museen. "Die haben ein Recht darauf, ihre Betriebe irgendwann wieder zu öffnen, wenn es dafür eine Möglichkeit gibt. Und die gibt es, wenn immer mehr Menschen geimpft sind. Denn wenn erst mal nur Geimpfte im Restaurant oder Kino sind, können die sich nicht mehr gegenseitig gefährden."

9.22 Uhr: Bayer prüft Produktion von Corona-Impfstoffen

Der Pharmakonzern Bayer erwägt, in die Produktion von Corona-Impfstoffen einzusteigen. "Wir diskutieren mit Curevac und auch mit der Politik und den Behörden, was gemacht werden kann", sagte Bayer-Chef Werner Baumann der "Welt am Sonntag". "Mit unserem Produktionsnetzwerk in Deutschland und den USA sowie dem entsprechenden zeitlichen Vorlauf wären wir grundsätzlich in der Lage, Impfstoff in größeren Mengen zu produzieren. Dies prüfen wir gerade unter Hochdruck." Dabei gehe es in erster Linie nicht um finanzielle Überlegungen, sondern darum, den Impfstoff so schnell wie möglich verfügbar zu machen.

Anfang des Monats hatten Bayer und das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac einen Kooperations- und Servicevertrag geschlossen. Curevac sitzt schon seit längerem an der Entwicklung des Corona-Impfstoffs CVnCoV, für den Mitte Dezember die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie begann. Mit ersten Ergebnissen rechnet Curevac gegen Ende März. Für den Fall einer Zulassung hat sich die EU-Kommission für die EU-Staaten 405 Millionen Dosen gesichert.

Bayer soll nun bei Zulassungsarbeiten die dafür nötige Studie mitmachen und zudem die Lieferketten im Blick haben. Dass der Konzern uch die Produktion übernimmt, ist im Vertrag nicht enthalten. Zudem bleibt Curevac der Inhaber einer Marktzulassung. Bayer hätte aber die Option, Inhaber der Zulassung in bestimmten Märkten außerhalb Europas zu werden.

9.11 Uhr: Bayern will Homeoffice mit Steueranreizen fördern

Bayern legt konkrete Vorschläge zur Förderung der Arbeit im Heimbüro vor. Finanzminister Albert Füracker (CSU) plädiert dafür, die Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmen zu verbessern und die Homeoffice-Pauschale für Arbeitnehmer dauerhaft zu verlängern. "Wir brauchen möglichst viel Homeoffice", sagte Füracker der Deutschen Presse-Agentur. "Bayern setzt nicht auf gesetzliche Pflichten, sondern auf steuerliche Anreize."

Die Corona-Pandemie hat die Diskussion um das Heimbüro angeheizt. "Es gibt verschiedene mögliche Stellschrauben", sagte der CSU-Politiker. Als Beispiel nannte Füracker die Erhöhung der Sofortabschreibung für alle geringwertigen – mindestens jedoch für digitale - Wirtschaftsgüter von 800 auf 2 000 Euro. Das bedeutet beispielsweise, dass eine Firma neue Laptops und Monitore für die Mitarbeiter in einem Steuerjahr komplett abschreiben könnte. "Ein weiterer deutlicher Anreiz wären verbesserte Abschreibungsbedingungen für digitale Investitionen, wie zum Beispiel eine Softwareanschaffung."

8.40 Uhr: Wissenschaftler fordern strengere Maskenpflicht

Inmitten der Meldungen über ansteckendere Varianten des Coronavirus und weiterhin hohe Infektionszahlen mahnen Wissenschaftler eindringlich zum Tragen von Gesichtsmasken. Basierend auf einer Auswertung entsprechender Studien betont ein internationales Forscherteam im Fachblatt "PNAS", Regierungen und Behördenvertreter müssten dafür sorgen, dass entsprechende Regeln strikt eingehalten würden.

Ein Team um Jeremy Howard von der Universität von San Francisco hat nun wissenschaftliche Veröffentlichungen zu den Masken analysiert. Dabei stellt es zunächst einmal fest, dass Gesichtsmasken schon durch die Arbeit des chinesischen Arztes Wu Lien-teh zur Bekämpfung der Pestepidemie in der Mandschurei 1910 als wirksames Mittel gegen die Ausbreitung von Seuchen galten. Außerhalb Ostasiens sei das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes allerdings seither unüblich geworden - bis zur Covid-19-Pandemie.

Masken sind nach Auffassung der Autoren unter anderem wichtig, weil Erkrankte in der ersten Phase nach einer Infektion am ansteckendsten seien, wenn sie noch wenige oder keine Symptome zeigten. Eine der untersuchten Studien sei zu dem Schluss gekommen, dass 40 bis 45 Prozent der Infektionen von symptomlosen Menschen ausgehen und deren Infektiosität eventuell auch länger als 14 Tage betragen könne.

Corona-Pandemie: Das geschah am Samstag

17.45 Uhr: Mehr als eine Million Menschen in Deutschland gegen Corona geimpf

Knapp drei Wochen nach dem Impfstart haben in Deutschland mehr als eine Million Menschen die erste Dosis erhalten. Das geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag hervor. Demnach wurden ihm bis einschließlich Freitag 1.048.160 Impfungen übermittelt - das entspricht 1,26 Prozent der Einwohner. Im Laufe des Freitags wurden mindestens 79.759 Menschen geimpft, von denen das RKI bereits unterrichtet wurde. Nachmeldungen sind jedoch wahrscheinlich. Für einen vollen Impfschutz ist eine zweite Dosis nach etwa drei Wochen nötig.

Die meisten Impfungen pro 1.000 Einwohner wurden nach der Statistik bisher für Mecklenburg-Vorpommern (23,4) und Schleswig-Holstein (19,2) erfasst, die wenigsten für Baden-Württemberg (9,0), Thüringen (10,3) und Sachsen (10,7). Die Werte, die den Behörden der einzelnen Bundesländer vorliegen, können deutlich höher liegen als die vom RKI gemeldeten, da die Meldungen teilweise mit einigem Verzug an das Institut übermittelt werden.

Rund die Hälfte der Menschen wurde den RKI-Daten zufolge bislang aus beruflichen Gründen geimpft. Es kann sich dabei zum Beispiel um Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und um Personal in der Altenpflege handeln. Die meisten weiteren wurden aufgrund ihres Alters geimpft oder weil sie in einem Pflegeheim leben.

17.21 Uhr: Bars und Restaurants in Italien fast überall wieder zu

Erst geschlossen, dann wieder auf, dann wieder geschlossen: Im Hin und Her der Corona-Beschränkungen müssen ab Sonntag Tausende Wirte in Italien ihre Bars, Restaurants und Pizzerien für Gäste wieder zumachen. Rund 70 Prozent der gastronomischen Betriebe seien landesweit davon betroffen, teilte der italienische Landwirtschaftsverband Coldiretti am Samstag mit. Essen darf dann in 15 der 20 Regionen und Autonomen Provinzen nur noch zum Mitnehmen verkauft werden.

Vor dem Jahreswechsel galten wegen der Feiertage in Italien strenge Corona-Regeln, um etwa Feiern mit vielen Menschen zu verhindern. Im Restaurant essen gehen war nicht möglich. Im neuen Jahr lockerte die Regierung die Beschränkungen in vielen Regionen wieder für kurze Zeit, so dass man seine Pizza oder den Aperitif in den Bars und Gaststätten zu sich nehmen konnte. Zuletzt machte sich jedoch die Angst vor einer dritten Corona-Welle breit und die Regierung zog die Zügel wieder straff.

Der Verband Coldiretti klagte, die Einschränkungen träfen die gesamte Agrar- und Nahrungsmittelbranche. Langfristige Subventionen seien nötig, um die Wirtschaft und die Arbeitsplätze zu retten.

17.05 Uhr: Schüler in Erfurt beobachten Diebstahl während Online-Unterricht

Schüler haben bei einer Online-Stunde via Webcam einen Dieb dabei beobachtet, wie er in Erfurt den Geldbeutel ihres Lehrer stahl. Der Pädagoge habe in einem Klassenzimmer einer Berufsschule die Schüler, die nicht vor Ort waren, digital unterrichtet, teilte die Polizei am Samstag mit. Als der Lehrer am Freitag den Raum in einer Pause verließ, kam der Dieb und nahm die Börse aus der über dem Lehrerstuhl hängenden Jacke mit. Dabei lief für die Schüler sichtbar die Videoübertragung weiter. Der Mann flüchtete. Später ermittelte die Polizei einen 39-jährigen Erfurter als mutmaßlichen Täter. Ihn erwarte ein Strafverfahren wegen Diebstahls.

16.33 Uhr: Frankreich zieht nächtliche Ausgangssperre vor

Franzosen müssen sich beim abendlichen Einkaufen beeilen: Im ganzen Land gilt wegen der Corona-Krise ab Samstag eine nächtliche Ausgangssperre bereits von 18 Uhr an. Auch Geschäfte müssen dann schließen. Bei Verstößen drohen Geldstrafen und im schlimmsten Fall auch Haftstrafen, wie das Innenministerium mitteilte. Premierminister Jean Castex hatte am Donnerstag angekündigt, dass die Regelung mindestens 15 Tage für das Festland gelten solle.

Zuvor war das ursprünglich von 20 Uhr bis 6 Uhr geltende Ausgehverbot bereits in einzelnen besonders betroffenen Départements des Landes vorverlegt worden. Den Menschen ist es während dieser Zeit nicht mehr gestattet, spazieren zu gehen, Sport zu treiben oder einzukaufen. Sie dürfen aber zum Beispiel zur Arbeit fahren oder wegen zwingender familiärer Gründe vor die Türe gehen. Die Pandemie hat Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Menschen schwer getroffen. Rund 70.000 Bürger starben im Zusammenhang mit einer Infektion.

Die Pariser Prachtstraße Champs-Elysees ist während der Ausgangssperre fast leer.
Die Pariser Prachtstraße Champs-Elysees ist während der Ausgangssperre fast leer. © Lewis Joly/AP/dpa

16.07 Uhr: Schottland macht Arbeit im Homeoffice - wo möglich - verpflichtend

In Schottland ist das Arbeiten im Homeoffice - soweit die Tätigkeit es zulässt - seit Samstag verpflichtend. "Unter den aktuellen Regeln brauchen Sie eine ernsthafte Entschuldigung, Ihr Zuhause zu verlassen. Arbeit zählt nur dazu, wenn sie nicht von zuhause aus erledigt werden kann", heißt es in einer Verschärfung der Corona-Maßnahmen der schottischen Regierung, die am Samstag in Kraft getreten ist. Schottische Arbeitgeber sind demnach gesetzlich dazu verpflichtet, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Ausbreitung des Coronavirus zu minimieren. Dazu gehöre es, Beschäftigte ins Homeoffice zu schicken, wenn ihre Tätigkeiten dies zuließen. Von zuhause aus zu arbeiten, müsse der Standard sein.

In Deutschland fordern unter anderem die Grünen, das Arbeiten im Homeoffice für Bürojobs verpflichtend in den Corona-Verordnungen festzuschreiben. Die Kritiker argumentieren, der Staat schränke private Treffen rigoros ein, lasse am Arbeitsplatz aber viele Kontakte zu und beschränke sich auf Appelle. Umfragen zufolge gehen trotz der extrem angespannten Infektionslage noch immer deutlich mehr Menschen täglich ins Büro als im ersten Lockdown im Frühjahr.

15.28 Uhr: Inzidenz in Sachsen geht zurück

In Sachsen ist die Zahl der Corona-Infektionen auf 166.499 angestiegen. Von Freitag auf Samstag wurden 1.163 neue Fälle registriert, wie aus den aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Es gab 98 weitere Corona-Sterbefälle. Insgesamt 5.071 Menschen sind damit bislang in Sachsen mit oder an dem Coronavirus gestorben.

Der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche liegt demnach bei 255,8. Am Freitag war er mit 274 noch höher. Auch deutschlandweit ist der Inzidenzwert etwas gesunken - auf 139.

"Durch die stringenten sächsischen Maßnahmen sinkt die Inzidenz deutlich", twitterte Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) am Samstag. Im Dezember habe der Wert bei über 400 gelegen. Gleichzeitig appellierte er an die Menschen, die Zeit bis zum 8. Februar zu nutzen, um Corona so weit wie möglich zurückzudrängen. "Dann können wir lockern und sind vorbereitet, falls die Mutation auftritt."

In den vergangenen Tagen hatte sich Kretschmer wiederholt für eine Verschärfung der Lockdown-Maßnahmen in ganz Deutschland ausgesprochen, wenn die Zahl der Neuinfektionen nicht sinkt. Auch aus Sorge wegen der aufgetauchten Coronavirus-Mutationen nimmt die Diskussion über zeitnahe Verschärfungen des Lockdowns an Fahrt auf. Bund und Länder ziehen ihre Beratungen auf nächste Woche vor.

14.58 Uhr: Knapp 43.500 Menschen mit Schutzimpfung in Sachsen

Sachsen holt beim Impfen weiter auf, liegt aber im bundesweiten Vergleich immer noch im hinteren Bereich. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstag liegt die Impfquote inzwischen bei 10,7 pro 1.000 Einwohner. Bis einschließlich Freitag bekamen demnach knapp 43.500 Menschen im Freistaat eine Schutzimpfung - mit rund 34.400 die meisten Beschäftigte aus dem medizinischen Bereich. Spitzenreiter in Deutschland ist Mecklenburg-Vorpommern mit einer Quote von 23,4, der bundesweite Durchschnitt liegt bei 12,6.

Zuletzt gab sich Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) zuversichtlich, dass Sachsen vom Lieferengpass des Impfstoffherstellers Pfizer/Biontech weniger stark betroffen sei als andere Bundesländer und garantierte die notwendige Wiederholungsimpfung. Der Freistaat habe die Hälfte der zur Verfügung stehenden Dosen dafür zurückgehalten, hieß es.

14.33 Uhr: Schleswig-Holsteins MP will auch über Lockerungen sprechen


Bei den Beratungen zum Vorgehen in der Corona-Krise soll es aus Sicht von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther nicht allein um neue Beschränkungen gehen. Beim Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am kommenden Dienstag sollte nicht nur darüber geredet werden, welche Verschärfungen vielleicht nötig seien, sagte der CDU-Politiker am Samstag im TV-Sender Phoenix. "Wir müssen auch beschreiben, was heißt das in den Monaten Februar, März, April, wenn bestimmte Inzidenzwerte unterschritten werden, welche Bereiche können wir auch dann dauerhaft wieder öffnen."

Günther erläuterte, natürlich müsse man sich auch mit der neuen Virus-Variante auseinandersetzen und ob die Maßnahmen ausreichten. Man habe aber feststellen können, dass gerade zusätzlich verschärfte Beschränkungen eine Wirkung entfaltet hätten. "Die Infektionszahlen gehen in vielen Ländern runter." So liege die Zahl der Neuinfektionen in Schleswig-Holstein pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen nun bei 85. Dies sei noch weit von 50 entfernt - eine solche sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz wird bundesweit angestrebt. Es sei aber auch noch ein bisschen Zeit bis zum Ende des Monats, sagte Günther.

Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein
Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein © Axel Heimken / dpa

14.01 Uhr: Drei slowenische Biathleten in Oberhof in Quarantäne

Drei slowenische Biathleten mussten sich beim Weltcup in Oberhof in Quarantäne begeben. Wie der Weltverband IBU am Samstag mitteilte, gab es zwei positive Befunde auf das Coronavirus in der Mannschaft, einen davon bei einem Sportler. Zwei weitere Skijäger wurden zudem als direkte Kontaktpersonen identifiziert und mussten sich isolieren. Namen nannte die IBU nicht.

Es waren nicht die ersten Fälle in Thüringen. Unter anderen mussten schon zwei Athleten aus Tschechien sowie die gesamte bulgarische Mannschaft in Quarantäne. Auch freiwillige Helfer waren betroffen. Wie der Wettkampf in Oberhof ganz ohne Zuschauer abläuft und welche Folgen das hat, lesen Sie im Artikel "Kein Ballermann in Oberhof". (SZ+)

13.46 Uhr: Experten plädieren für Verlängerung des Lockdowns in Österreich

Die Hinweise auf eine Verlängerung und Verschärfung des derzeit geltenden Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Österreich verdichten sich. Führende Experten warnten am Samstag im Bundeskanzleramt in Wien vor zu frühen Öffnungsschritten. "Die Neuinfektionen gehen nicht mehr stark genug zurück", sagte der Vizerektor für Klinische Angelegenheiten der Medizinischen Universität Wien, Oswald Wagner.

Bundeskanzler Sebastian Kurz hat seine Entscheidung über weitere Schritte um einen Tag auf Sonntag vertagt. Ursprünglich war das Ende des Lockdowns für den 24. Januar geplant. Aktuell sind der Handel - bis auf notwendige Geschäfte - sowie Gastronomie und Hotellerie in Österreich gesperrt. Auch Schulen sind im Fernunterricht und nur für die Notbetreuung von Kindern geöffnet.

Die Experten sprachen sich nun für einen stärkeren Einsatz von besonders schützenden FFP2-Masken aus. Zudem sollte nach Angaben von Wagner das Arbeiten von zu Hause, das Homeoffice, für alle, denen es möglich ist, verpflichtend werden. Besondere Sorge mache den Experten die britische Virus-Mutation, die deutlich ansteckender sei. Neben einigen bereits bestätigten Fällen und vielen Verdachtsfällen wurde das mutierte Virus nach Angaben des Gesundheitsministeriums auch schon im Wiener Abwasser nachgewiesen.

13.04 Uhr: Englische Kathedralen werden zu Impfzentren

In England sind die ersten Menschen in Kirchen gegen das Coronavirus geimpft worden. In der Kathedrale im nordenglischen Lichfield haben die Impfungen in der ungewöhnlichen Kulisse bereits am Freitag begonnen, in der berühmten Kathedrale in Salisbury in Südengland sollte ab Samstag zu den Klängen der Orgel gepikst werden. In den meisten Regionen finden Gottesdienste derzeit nur online statt, sodass die Gotteshäuser, die teilweise viel Platz bieten, leer stehen.

Der Abgeordnete von Lichfield, Michael Fabricant, bezeichnete die Kirche seiner Stadt, vor der am Freitag bereits viele Senioren Schlange standen, auf Twitter als „glamourösestes Impfzentrum Großbritanniens“. Der Dekan der Kirche, Adrian Dorber, sagte der Nachrichtenagentur PA: „Ich hoffe, es ist ein Symbol dafür, wie Gemeinden gemeinsam helfen können, diesen großartigen Impfstoff zu verteilen.“

Der in Großbritannien bereits zugelassene Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca kann bei Kühlschranktemperaturen transportiert und gelagert werden und so einfacher auch außerhalb von Krankenhäusern und speziell ausgestatteten Impfzentren zum Einsatz kommen. Auch in Apotheken und Hausarztpraxen finden bereits Impfungen damit statt.

In der Lichfield Kathedrale werden Senioren jetzt gegen das Coronavirus geimpft.
In der Lichfield Kathedrale werden Senioren jetzt gegen das Coronavirus geimpft. © PA/Jacob King/PA/AP/dpa

12.26 Uhr: Polizei beendet illegale Party zweimal

Bei einem Einsatz gegen eine illegale Geburtstagsfeier in Delmenhorst bei Bremen ist es zu Widerstand und Flaschenwürfen gegen Polizisten gekommen. Erst der Einsatz von Pfefferspray habe die Angriffe in der Nacht zum Samstag abgewehrt, teilten die Beamten mit. Ein 24-jähriger Besucher aus Berlin wurde in Gewahrsam genommen.

Die Polizei war kurz vor Mitternacht über eine Ruhestörung durch eine Party mit mindestens zwölf Personen informiert worden. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte flohen einige Gäste. Die Party konnte zunächst mit mehreren Anzeigen unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen die Corona-Auflagen beendet werden. Am Morgen rückte die Polizei aber erneut aus, da einige Feierende meinten, die Party fortsetzen zu können. Sie werden für diese Nacht zweimal Bußgeld zahlen müssen.

11.56 Uhr: 1.300 Soldaten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im Einsatz

Die Bundeswehr spielt in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine wichtige Rolle zur Bekämpfung der der Corona-Pandemie. Insgesamt sind in den drei Ländern rund 1.300 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz (Stand 6. Januar). Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums an den sächsischen FDP-Bundestagsabgeordneten Torsten Herbst hervor.

Die meisten helfen demnach in Sachsen aus - rund 850 stehen den Einsatzkräften in Gesundheitsämtern, Krankenhäusern und Pflegeheimen zur Seite. In Sachsen-Anhalt helfen 130 Soldaten vor allem in Gesundheitsämtern, aber auch in Seniorenheimen. In Thüringen leisten 144 Bundeswehrkräfte Hilfe in Gesundheitsämtern, rund 100 in Pflegeheimen und 69 in den Krankenhäusern.

"Ohne die Unterstützung der Bundeswehr wäre vieles in der Pandemiebekämpfung nicht möglich gewesen", betonte Herbst. "Die Jahrhundert-Pandemie hat unser Gemeinwesen und auch besonders unser Gesundheits- und Pflegesystem schwer getroffen."

Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts ist Thüringen bundesweit Negativ-Spitzenreiter hinsichtlich der Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner. So lag der Inzidenzwert am Samstagmorgen bei 268, Sachsen und Sachsen-Anhalt folgten mit 256 beziehungsweise 235. Bundesweit lag der Wert bei 139.

11.20 Uhr: Biontech-Impfstoff künftig einfacher einsetzbar

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland kann das Präparat der Hersteller Biontech und Pfizer künftig einfacher eingesetzt werden. Wie aus aktualisierten Handlungsempfehlungen von Biontech hervorgeht, kann der Impfstoff auch schon als fertige Dosis in der Spritze bis zu sechs Stunden bei 2 bis 8 Grad transportiert werden. Das hätten neue Daten zur Stabilität des Impfstoffes ergeben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Samstag der Deutschen Presse-Agentur, dies sei eine gute Nachricht besonders für Pflegebedürftige, die zu Hause auf eine Impfung warten. Die Länder könnten die Impfkampagne nun flexibler organisieren. "Dass fertige Impfdosen in Spritzen künftig bereits in den Impfzentren für den Transport vorbereitet werden können, hilft ganz praktisch beim Kampf gegen die Pandemie."

Bisher wurde empfohlen, bereits verdünnten Impfstoff nicht zwischen Einrichtungen zu transportieren - also zwischen den Impfzentren der Länder, wo das Präparat bei minus 70 Grad lagert, und Impf-Einsätzen in Pflegeheimen oder Einrichtungen des betreuten Wohnens. Nach Angaben von Biontech ist verdünnter Impfstoff maximal sechs Stunden bei 2 bis 30 Grad haltbar. Er könne also bei Bedarf schon im Impfzentrum verdünnt und dann als vorbereitete Dosis in der Spritze vorsichtig transportiert werden. Dafür sollten spezielle Kühlboxen verwendet werden. Spritzen oder Fläschchen sollten sicher verpackt sein, damit sie aufrecht stehen und nicht lose sind oder rollen. Aus einer Ampulle können nun auch sechs statt fünf Impfdosen gezogen werden.

Eine Krankenschwester füllt eine Spritze mit einem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer im Krankenhaus.
Eine Krankenschwester füllt eine Spritze mit einem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer im Krankenhaus. © Lukasz Gagulski/PAP/dpa

10.46 Uhr: Kritik an Corona-Management im Kreis Bautzen

Per E-Mail und als Kommentar bei Facebook haben sich in den vergangenen Tagen etliche Leser mit Fragen und Problemen an Sächsische.de gewandt, die allesamt mit dem Corona-Management im Landkreis Bautzen zu tun haben. Da geht es um Geschichten von Leuten, die trotz Corona-Symptomen nicht getestet worden sind. Um widerrufene Quarantäne-Anweisungen, obwohl es Kontakte gab. Um Ärzte, die ohne Maske Leute mit Symptomen besuchten haben sollen, und um ähnliche Erlebnisse. Über all den Geschichten steht eine Kernfrage: Wie will der Kreis so die Corona-Lage in den Griff bekommen? Sächsische.de hat beim Bautzener Landratsamt nachgehakt.

10.24 Uhr: Linke fordern besseren Infektionsschutz am Arbeitsplatz

Die Linken haben einen besseren Infektionsschutz am Arbeitsplatz in Betrieben verlangt. "Infektionsschutz und Kontaktvermeidung dürfen in der Pandemie nicht am Werkstor aufhören", sagte die Zwickauer Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur. Es könne nicht sein, dass Kontakte im Privaten auf ein Minimum beschränkt seien, im Betrieb aber teils ohne jegliche Schutzvorkehrungen auf engem Raum zusammengearbeitet werde.

"Ein Rechtsanspruch auf Homeoffice wäre in der Pandemie zwar ein wichtiger Baustein, um Kontakte und Infektionsrisiken im beruflichen Bereich zu verringern. Die aktuellen Daten zeigen aber deutlich, dass die Mehrheit der Beschäftigten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nicht von zu Hause aus arbeiten kann", betonte Zimmermann, Sprecherin der Linken für Arbeitsmarktpolitik und Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Bundestag.

Laut Zimmermann braucht man andere Maßnahmen für Betroffene, deren Einkommen oft gering und deren Arbeit auch unter normalen Bedingungen besonders belastend sei: "Das A und O sind strenge Vorgaben für Hygiene, Schutzausrüstung, Luftfilterung und Abstandsregeln in Betrieben, die dann auch kontrolliert werden. Das kann auch bedeuten, dass in manchen Betrieben die Arbeit vorübergehend etwas eingeschränkt werden muss, zum Beispiel, um Abstände zu wahren."#

9.58 Uhr: 90-jähriger Trompeter gibt Balkonkonzerte gegen Corona-Blues

Klaus Dannert, 90-jähriger Hobby-Trompeter in Koblenz, gibt fast jeden Abend ein kleines Balkonkonzert gegen den Corona-Blues. „Ich warte immer die sieben Glockenschläge der St.-Josef-Kirche bei mir ab, dann setze ich auf meinem Balkon an“, sagt der pensionierte evangelische Pfarrer. „Meistens spiele ich zwei Strophen eines Volkslieds - die erste laut, die zweite leise als Echo.“ Danach intoniere er für die Kinder das Sandmännchen-Lied. „Mal in der West-Fassung, mal in der DDR-Fassung, da wechsele ich“, erklärt Dannert.

Seine Trompetenmusik erklingt in einem Innenhof im Koblenzer Stadtteil Südliche Vorstadt. „Das verstärkt den Schall“, sagt der frühere Pfarrer. Seine Nachbarn seien seine Zuhörer - und manchmal auch Passanten, die von den Klängen in den Innenhof gelockt würden. Die Nachbarn kämen danach manchmal in Gespräche von Balkon zu Balkon. In seinem Briefkasten habe er schon Schokolade gefunden, erzählt Dannert. Besonders gerührt habe ihn ein Dankesbriefchen eines Kindes. Auf Facebook hat eine Frau geschrieben: „Eine schöne herzerwärmende Idee in dieser stillen einsamen Zeit.“

Klaus Dannert, 90-jähriger Hobby-Trompeter in Koblenz, gibt fast jeden Abend ein kleines Balkonkonzert gegen den Corona-Blues.
Klaus Dannert, 90-jähriger Hobby-Trompeter in Koblenz, gibt fast jeden Abend ein kleines Balkonkonzert gegen den Corona-Blues. © Thomas Frey/dpa

9.21 Uhr: Viele deutsche Ski- und Rodelgebiete gesperrt

Der Schnee lockt ins Freie - doch wegen der Corona-Pandemie bleiben Wintersport oder Ausflüge auf beliebten Routen in vielen Gegenden Deutschlands auch an diesem Wochenende verboten. Dort, wo Skifahren und Rodeln erlaubt sind, gelten strenge Vorschriften - und es gibt Kontrollen. In weiten Teilen der bayerischen Alpen stieg unterdessen die Lawinengefahr zudem auf die zweithöchste Warnstufe, viele Ausflugsorte sperrten deshalb Wanderwege und Loipen.

Im Erzgebirge bleibt die weiße Pracht wegen der Corona-Beschränkungen Einheimischen für Spaziergänge oder Skitouren vorbehalten: Sport und Bewegung im Freien sind in den sächsischen Hotspots nur im Umkreis von 15 Kilometern des Wohnbereichs erlaubt. Bei Streifenfahrten werde weiterhin kontrolliert, ob die Corona-Regeln eingehalten werden, hieß es in der Polizeidirektion Chemnitz. Die alpine Skisaison 2021 war für Sachsen vor einigen Tagen komplett abgesagt worden, die Lifte öffnen nicht mehr.

Auch an diesem Wochenende wird die Polizei in Sachsens Skigebieten die Einhaltung der Corona-Regeln kontrollieren.
Auch an diesem Wochenende wird die Polizei in Sachsens Skigebieten die Einhaltung der Corona-Regeln kontrollieren. © Thomas Kretschel

8.55 Uhr: Kinderhilfsprojekt-Leiter: "Folgen des Lockdowns sind fatal"

Der Lockdown wegen der Corona-Pandemie wird dem Kinderhilfsprojekt Arche zufolge bei sozial benachteiligten Kindern tiefe Spuren hinterlassen. "Die Folgen des Lockdowns sind fatal", sagte der Hamburger Projektleiter Tobias Lucht der Deutschen Presse-Agentur. Schon beim ersten Lockdown im Frühjahr seien durch die Schulschließungen die Defizite bei vielen Kindern so groß gewesen, dass sie kaum mehr aufgeholt werden konnten.

Er hoffe daher, dass die Schulen Präsenzunterricht anbieten können - in welcher Form auch immer. "Unterricht auf Distanz über mehrere Monate funktioniert nicht", sagte Lucht. "Kinder brauchen die physische Anwesenheit eines Erwachsenen, der sie ermutigt und dem sie auch Fragen stellen können". Dabei müssten auch der Leistungsstand der Kinder und das Alter eine wichtige Rolle spielen. "Für viele Kinder sind ihre Lehrer oft die einzigen Bezugspersonen", meinte der Pädagoge.

8.26 Uhr: Weltweit größte Impfkampagne in Indien gestartet

Indien hat mit der weltweit größten Impfkampagne gegen das Coronavirus begonnen. Zunächst sollen nach Behördenangaben 30 Millionen Mitarbeiter vor allem im Gesundheitsbereich gepikst werden. Dann sollen bis Juli 270 Millionen Menschen über 50 Jahre sowie Risikogruppen an die Reihe kommen. Damit wären im Sommer rund ein Viertel der 1,3 Milliarden Einwohner Indiens, dem zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt, geimpft.

Für die Impfaktion hat Indien Zehntausende Menschen trainiert und die Impfstoffverteilung in Übungsrunden durchgespielt. Das Land stützt sich dabei auch auf seine Erfahrungen mit regelmäßigen Impfkampagnen etwa gegen Polio.
Für die Impfaktion hat Indien Zehntausende Menschen trainiert und die Impfstoffverteilung in Übungsrunden durchgespielt. Das Land stützt sich dabei auch auf seine Erfahrungen mit regelmäßigen Impfkampagnen etwa gegen Polio. © Anupam Nath/AP/dpa

7.48 Uhr: Covid-19-Simulation ergibt: Lockdown bis Ende Januar reicht nicht

Der von Politikern verfolgte Zielwert bei Corona-Neuinfektionen für ein Lockdown-Ende wird nach Berechnungen des Saarbrücker Pharmazie-Professors Thorsten Lehr Ende Januar wohl nicht erreicht. "Die Chance ist extremst gering bis nicht vorhanden", sagte Lehr der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Er ging davon aus, dass die angestrebte Rate von 50 bei Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen frühestens Mitte Februar möglich sei. "Und das wäre eine optimistische Vorhersage."

Der Professor für Klinische Pharmazie an der Universität des Saarlandes hat mit seinem Forscherteam einen "Covid-Simulator" entwickelt, der das Infektionsgeschehen in Deutschland berechnet und Prognosen liefert: für ganz Deutschland, die einzelnen Bundesländer bis hin auf Landkreisebene.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag am Freitag bundesweit laut Robert Koch-Institut bei 146. "Momentan ist eigentlich kein Absinken in Sicht", sagte Lehr. "Es stagniert vielmehr." Wegen Nachmeldungen aufgrund der Feiertage gebe es immer noch gewisse Unklarheiten bei den Zahlen. Festzustellen sei aber, dass die derzeitigen Maßnahmen "nicht so greifen".

Sonnabend, 7 Uhr: Über 18.000 neue Corona-Infektionen in Deutschland

In Deutschland haben sich innerhalb von 24 Stunden über 18.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 18.678 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden, wie das RKI am Samstagmorgen bekanntgab. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Fälle auf 2.019.636 (Stand: 16.01., 00.00 Uhr). Noch am Vortag waren 22.368 Neuinfektionen gemeldet worden. Dabei ist zu beachten, dass die tatsächliche Gesamtzahl noch deutlich höher liegen dürfte, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Außerdem wurden 980 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Der bisherige Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Samstagmorgen bei 139,2. Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 268,3 und Sachsen mit 255,8. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 80,0. Bundesweit ist die 7-Tage-Inzidenz in den vergangenen Tagen nach RKI-Daten vom Freitag leicht gesunken.

Corona-Pandemie: Das geschah am Freitag

21.54 Uhr: Corona-Krise verlangsamt Migration

Die Corona-Krise und die mit ihr verbundenen weltweiten Reisebeschränkungen haben den Vereinten Nationen zufolge auch die Migrationsbewegungen gebremst. "Vorläufige Schätzungen deuten darauf hin, dass die Pandemie das Wachstum der Anzahl internationaler Migranten bis Mitte 2020 um rund zwei Millionen verlangsamt haben könnte", teilten die Vereinten Nationen am Freitag mit.

Dies seien 27 Prozent weniger Anstieg, als noch 2019 erwartet wurden. Insgesamt sei die Zahl von etwa 274 Millionen internationalen Migranten Mitte 2019 auf 281 Millionen ein Jahr später gestiegen - das entspreche 3,6 Prozent der Weltbevölkerung.

Die Zahl sei in den vergangenen Jahrzehnten stetig gewachsen, im Jahr 2000 hatte sie noch bei 173 Millionen gelegen. Zwei Drittel aller Migranten leben den Vereinten Nationen zufolge dabei in nur 20 Ländern: Alleine in den USA seien es 51 Millionen, Deutschland ist auf Platz zwei mit 16 Millionen, unter ihnen viele Migranten aus anderen europäischen Ländern. In der Rangliste folgen Saudi-Arabien, Russland und Großbritannien.

🔸 Unser Push-Service zum Coronavirus 🔸

Wie entwickelt sich die Lage weltweit und in Sachsen? Über unsere Push-Benachrichtigungen halten wir Sie über das aktuelle Geschehen in Sachen Coronavirus auf dem Laufenden. So abonnieren Sie den kostenlosen Push-Service.
(Leider nicht kompatibel für iPhone und iPad.)

21.25 Uhr: Umarmungen trotz Corona

Umarmungen sind in Corona-Zeiten besonders wertvoll: Gerade Covid-Patienten im Krankenhaus vermissen die Nähe ihrer Familienangehörigen sehr. In Italien, wo Küsschen und Umarmungen bisher nicht wegzudenken waren, suchen Krankenhäuser und Pflegeheime deshalb oft nach kreativen Lösungen für mehr nahen Kontakt. So auch im „Nuovo Ospedale dei Castelli“ in Ariccia südlich von Rom. Dort helfen ein sogenannter Umarmungsraum und eine spezielle Kunststoff-Vorrichtung dabei, sich persönlich in den Arm zu nehmen.

Die Plastik-Abtrennung hat schlauchartige Hüllen für die Arme. Damit können Angehörige ihren Lieben, die sich auf dem Weg der Besserung befinden, nahe sein - etwa das Paar Salvatore und Alida, das den 50. Hochzeitstag feierte. Bei der ersten Präsentation der Umarmungsfolie vor einiger Zeit hatten Ärzte gesagt, dass mit mehr Glücksgefühlen vermutlich auch die Heilung beschleunigt werden könne.

20.56 Uhr: Rekord an Neuinfektionen in Spanien

Spanien hat erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 40.000 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die Zahl der Ansteckungen sei um 40.197 auf insgesamt mehr als 2,25 Millionen gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Madrid mit. Der bisherige Höchstwert war am Mittwoch mit 38.869 erreicht worden. Wegen der bereits seit Wochen anziehenden Zahlen beschlossen auch am Freitag mehrere Regionen, darunter auch Madrid, eine Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.

Die nächtliche Ausgehsperre wird ab Montag in der Hauptstadtregion um eine Stunde auf 23 Uhr vorgezogen, teilte die Regionalregierung am Freitag mit. Restaurants, Cafés und Bars müssen dann in der gesamten sogenannten Autonomen Gemeinschaft schon um 22 Uhr - statt wie bisher um Mitternacht - schließen. Die Verschärfung der Maßnahmen gilt den Angaben zufolge vorerst für zwei Wochen. Zudem wird die Zahl der in Madrid abgesperrten Gebiete, die man nur mit triftigem Grund verlassen oder betreten werden darf, auf insgesamt 19 Gemeinden und 47 kleinere Bezirke erhöht. Betroffen sind insgesamt 1,3 Millionen der insgesamt 6,7 Millionen Bewohner der Region.

20.39 Uhr: Kanzleramtschef erwartet Kraftanstrengung bis zum Sommer

Kanzleramtschef Helge Braun hält in der Corona-Krise eine «Kraftanstrengung» noch bis zum Sommer für nötig. Die Infektionszahlen müssten gesenkt werden, sagte Braun am Freitagabend auf dem digitalen CDU-Parteitag. Deutschland stehe noch vor drei bis vier schweren Monaten. Im Sommer, glaube er, werde sich alles sehr gut fügen. Bis dahin sei es aber noch eine Kraftanstrengung.

Wegen der kritischen Corona-Lage ziehen Bund und Länder ihre Beratungen über mögliche schärfere Beschränkungen auf nächste Woche vor. Bereits an diesem Dienstag ist dazu nun eine Schaltkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten geplant, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin sagte. Welche Lockdown-Verschärfungen jetzt möglich sind, lesen Sie hier.

20.18 Uhr: Luftwaffe bringt Sauerstoff nach Manaus

Nach dem Zusammenbruch des Gesundheitssystems in der Amazonas-Metropole Manaus hat Brasiliens Luftwaffe Sauerstoff geliefert. Dies berichtete das brasilianische Nachrichtenportal "G1" unter Berufung auf die Luftwaffe am Freitag. Demnach seien zwei Transportflugzeuge mit 386 Sauerstoff-Zylindern in der abgelegenen Stadt mitten im Amazonas-Gebiet angekommen. Gesundheitsminister Eduardo Pazuello hatte in einer Übertragung in sozialen Netzwerken zusammen mit Präsident Jair Bolsonaro am Donnerstagabend bestätigt: "Es gibt einen Kollaps in der Gesundheitsversorgung in Manaus." Demnach warteten dort 480 Covid-19-Patienten auf ein Krankenhausbett.

Manaus, die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas, registrierte zuletzt die meisten Krankenhausaufenthalte im Zusammenhang mit Covid-19 seit April. Aufgrund dessen ging der Sauerstoff aus, Patienten werden in andere Bundesstaaten geschickt. Persönlichkeiten wie der Youtuber Felipe Neto oder der Fußballer Richarlison forderten in sozialen Netzwerken "OXIGÊNIO PARA MANAUS!" - Sauerstoff für Manaus. Auch die deutschen Bundesliga-Clubs Eintracht Frankfurt und VfL Wolfsburg schlossen sich der Aktion an. Der Bürgermeister von Manaus hatte zuletzt bereits angekündigt, mehr als 20.000 neue Gräber bereitzustellen. Ab Freitag gilt im Amazonas eine Ausgangssperre von 19 Uhr bis 6 Uhr.

Die abgelegene Amazonas-Metropole Manaus hat sich in Brasilien erneut zum Corona-Hotspot entwickelt. Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen, vor allem fehlt es an Sauerstoff. Nun hilft die Luftwaffe bei der Versorgung.
Die abgelegene Amazonas-Metropole Manaus hat sich in Brasilien erneut zum Corona-Hotspot entwickelt. Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen, vor allem fehlt es an Sauerstoff. Nun hilft die Luftwaffe bei der Versorgung. © Fuerza Aeronautica Brasil/dpa

20.04 Uhr: Mutation könnte im März vorherrschende Variante in USA werden

Die zuerst in Großbritannien entdeckte und wohl deutlich ansteckendere Corona-Mutation könnte in den Vereinigten Staaten schon bald weiter verbreitet sein als das die ursprüngliche Variante. "Der vorausgesagte Entwicklungsverlauf dieser Variante in den USA weist Anfang 2021 ein schnelles Wachstum auf und wird im März zur vorherrschenden Variante", teilte die Gesundheitsbehörde CDC am Freitag mit. Dies könne die medizinische Infrastruktur in den Vereinigten Staaten weiter anspannen und strengere öffentliche Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 verlangen. In den USA wurden bislang laut der CDC 76 Fälle der Corona-Variante in zehn Bundesstaaten gemeldet.

19.40 Uhr: Fast eine Million Impfdosen in Deutschland verabreicht

Seit dem Impfstart am 27. Dezember 2020 sind in Deutschland 961.682 Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Dies geht aus aktuellen Angaben des Robert-Koch-Instituts hervor, das täglich über die Menge verabreichter Impfdosen informiert. Fast die Hälfte (46 Prozent) der an Deutschland ausgelieferten Impfdosen wurde somit bereits benutzt. Viele Bundesländer halten etwa die Hälfte der Dosen zurück, damit die zweite Impfdosis, mit der ein vollständiger Impfschutz erst gewährleistet ist, sicher erfolgen kann. Derzeit ist Mecklenburg-Vorpommern Spitzenreiter unter den Ländern: Das Bundesland hat bereits 78 Prozent des ausgelieferten Impfstoffes verimpft. In Berlin wurde rund die Hälfte der aktuell zur Verfügung stehenden Impfdosen verabreicht.

Insgesamt hat Deutschland nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums bereits 2.008.500 Impfdosen des Biontech-Impfstoffs erhalten, dazu kamen 63.600 Impfdosen des zweiten in der EU zugelassenen Impfstoffs von Moderna, die diese Woche geliefert wurden. In den kommenden Wochen soll Deutschland pro Woche 667.875 Impfdosen von Biontech erhalten. Die Menge des Moderna-Impfstoffs wird alle zwei Wochen steigen: Das Gesundheitsministerium rechnet in der vierten Kalenderwoche mit 91.200 Impfdosen, in der sechsten mit 226.800 und in der achten Kalenderwoche mit 674.400. Der Impfstoff wird gemäß dem Bevölkerungsanteil auf die Bundesländer verteilt.

19.12 Uhr: Mehr als zwei Millionen Corona-Tote weltweit

Seit Beginn der Pandemie sind weltweit bereits mehr als zwei Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging am Freitag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Weltweit gab es demnach bislang mehr als 93 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Virus. Experten gehen von einer noch höheren Dunkelziffer aus.

Die Webseite der Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Der WHO zufolge gab es bis Freitag 1,98 Millionen bestätigte Todesfälle.

18.51 Uhr: Flughäfen in Sachsen: deutlich weniger Passagiere, mehr Luftfracht

Corona-Lockdown und Reisebeschränkungen haben im vergangenen Jahr für einen drastischen Einbruch der Passagierzahlen an den beiden sächsischen Flughäfen in Leipzig/Halle und Dresden gesorgt. Wie die Mitteldeutsche Flughafen AG am Freitag mitteilte, wurden 2020 insgesamt rund 918.341 Fluggästen und damit gut 78 Prozent weniger als im Vorjahr registriert.

Hingegen legte der Frachtumschlag am Flughafen Leipzig/Halle deutlich zu: 2020 stieg er den Angaben zufolge um 11,7 Prozent auf knapp 1,4 Millionen Tonnen. Allein im Dezember legte die Luftfracht um 35 Prozent zu. "Für 2021 rechnen wir mit weiterem Frachtwachstum und außerdem mit einer schrittweisen Erholung der Passagierzahlen, sobald die Reisebeschränkungen nachlassen", sagte Geschäftsführer Götz Ahmelmann. Er rechnet damit, dass in diesem Jahr auch der Transport von medizinischen Gütern und Schutzausrüstung eine wichtige Rolle spielt. So könnten in Leipzig/Halle auch Impfstoffe umgeschlagen werden. Dank einer speziellen Zertifizierung können an dem Airport auch sensible Pharmaprodukte abgefertigt werden.

18.24 Uhr: Auch Zahnärzte und Apotheken dürfen Schnelltests durchführen

In Zukunft dürfen auch Zahnärzte und Apotheken Corona-Schnelltests im Auftrag der Gesundheitsämter durchführen. Das geht aus einer Verordnung des Gesundheitsministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Kreis der beauftragungsfähigen Personen und Einrichtungen werde konkretisiert, um die für die Stellen des öffentlichen Gesundheitsdienstes erforderliche Rechtssicherheit schaffen, teilte das Gesundheitsministerium auf Anfrage mit. Darüber berichteten auch die "Stuttgarter Nachrichten" und die "Stuttgarter Zeitung".

"Schnelltests helfen, Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko zu schützen", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Zeitungen. Nun könnten im Auftrag der Gesundheitsämter "auch Zahnarztpraxen und Apotheken in Schulen, Kitas oder Pflegeheimen testen".

Im Zuge der Verordnung wurde auch die Anzahl der Tests für ambulante Pflegedienste, insbesondere solche der ambulanten Intensivpflege auf 20 Tests pro Betreuten und Monat erhöht. Auch Bewohnerinnen und Bewohner von Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe können künftig getestet werden.

17.59 Uhr: Keine Sonderrechte für Geimpfte in den Zügen der Bahn

Für Corona-Geimpfte soll es bei der Deutschen Bahn laut Konzernchef Richard Lutz keine Sonderrechte geben. "Wir halten uns an die politischen Vorgaben", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Niemand wird deshalb vorerst auf eine Maske verzichten können, nur weil er einen Impfausweis hochhält." Die Corona-Krise hat die Fahrgastzahlen beim bundeseigenen Konzern massiv einbrechen lassen. "Noch 2019 hatten wir im Fernverkehr mit mehr als 150 Millionen so viele Passagiere wie noch nie", sagte Lutz. Auch Anfang 2020 seien die Zahlen gestiegen. "Ende 2020 waren es nur noch gut halb so viel: rund 80 Millionen." Entsprechend hoch sind die Einbußen bei der Deutschen Bahn. Lutz rechnet demnach mit Schäden von rund 10 Milliarden Euro bis 2024.

17.36 Uhr: Knapp 100.000 Soldaten gegen Corona-Pandemie im Einsatz

Bislang haben laut Medienberichten etwa 100.000 Soldatinnen und Soldaten bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland Amtshilfe geleistet. „Wenn ich alle bisher tätigen Soldatinnen und Soldaten zusammennehme, komme ich geschätzt auf eine knapp sechsstellige Zahl“, sagte der für die Corona-Amtshilfe verantwortliche Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis, der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf.

Seit Februar vergangenen Jahres seien 3.247 Anträge auf Amtshilfe eingegangen, von denen 83 Prozent gebilligt wurden, hieß es. Bezogen auf Dauer, Umfang und Intensität sei diese Amtshilfe „in 65 Jahren Bundeswehr beispiellos“, betonte Schelleis.

Aktuell seien mehr als 5.700 Bundeswehrangehörige in 313 Gesundheitsämtern eingesetzt und dort hauptsächlich mit der Nachverfolgung von Infektionsketten befasst. Über 820 Soldatinnen und Soldaten engagierten sich bei der Hilfe in Krankenhäusern. Gebilligt seien zudem bereits 2.800 weitere Kräfte für den Einsatz in Impfzentren oder bei der mobilen Impfung, über 1.100 Bundeswehr-Angehörige unterstützten in Alten- und Pflegeheimen.

Soldaten der Bundeswehr unterstützen etwa Gesundheitsämter in Deutschland bei der Nachverfolgung von Corona-Kontaktketten. Auch im Kreis Görlitz waren sie im Herbst vergangenen Jahres im Einsatz.
Soldaten der Bundeswehr unterstützen etwa Gesundheitsämter in Deutschland bei der Nachverfolgung von Corona-Kontaktketten. Auch im Kreis Görlitz waren sie im Herbst vergangenen Jahres im Einsatz. ©  André Schulze (Archiv)

17.10 Uhr: Pfizer liefert weniger Impfstoff nach Deutschland

Der Pharmakonzern Pfizer kann nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in den kommenden drei bis vier Wochen die bereits zugesagte Menge an Corona-Impfstoff nicht liefern. Das sei der EU-Kommission und über diese den EU-Mitgliedsstaaten kurzfristig mitgeteilt worden, teilte das Ministerium am Freitag mit. Ein Sprecher fügte hinzu, dass die für Deutschland am Montag vorgesehene wöchentliche Lieferung wie geplant erfolge. Grund für die Lieferprobleme sind demnach Umbauten im Pfizer-Werk im belgischen Puurs. Diese dienten nach Angaben des Unternehmens dazu, die Kapazitäten ab Mitte Februar zu erhöhen. Aus Puurs würden alle Länder der Welt außer den USA beliefert. Unklar ist noch, wie groß die Mengen an Impfstoff sind, die nun vorerst nicht zur Verfügung stehen.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping sagte dazu: "Das ist extrem bedauerlich, weil die Bürgerinnen und Bürger auf ihre Impfungen warten. Wir in Sachsen sind davon aber nicht so stark betroffen, weil wir stets die Hälfte der zur Verfügung stehenden Dosen für die zweite Impfung zurückgehalten haben." In der kommenden Woche würden die 34.000 angekündigten Impfdosen in jedem Fall geliefert. Bereits vereinbarte Impftermine sollten somit abgesichert sein. Bund und Länder erwarteten, dass die EU-Kommission in den Verhandlungen mit Pfizer schnellstmöglich Klarheit und Sicherheit für die weiteren Lieferungen und Lieferdaten schaffe.

16.36 Uhr: Sachsen will Einrichtung für Quarantäne-Verweigerer in Betrieb nehmen

Sachsen will in der kommenden Woche eine Einrichtung für Quarantäne-Verweigerer in Betrieb nehmen. Das teilte das Innenministerium am Freitag mit. Bislang seien allerdings noch keine Verweigerer bekannt, die per Gerichtsbeschluss abgesondert werden sollten, hieß es weiter. Von einer Unterbringung Betroffener in einem Krankenhaus hatte der Freistaat Abstand genommen, weil alle Kapazitäten dort in der Corona-Pandemie dringend gebraucht würden. Die "Bild"-Zeitung berichtete am Freitag von Plänen, einen "Knast für Quarantäne-Verweigerer" auf dem Gelände der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge einzurichten.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte schon im Frühjahr 2020 klargestellt, dass eine solche Zwangsmaßnahme nur ein letztes Mittel sei und einen richterlichen Beschluss erfordere. Das Innenministerium teilte nun mit: "In der Praxis wird seitens des zuständigen Gesundheitsamtes zunächst die Quarantäne festgestellt. Daran schließt sich die eindringliche Ermahnung und bei weiterem Widersetzen die Einleitung eines Bußgeldverfahrens an." Erst dann folge ein Gerichtsverfahren.

Nach Angaben des Innenministeriums sieht Paragraf 30 des Infektionsschutzgesetzes eine zwangsweise Unterbringung von Verweigerern in einem abgeschlossenen Krankenhaus oder einer anderen geeigneten Unterkunft vor. Die zwangsweise Unterbringung erfolgt nach dem Gesetz über das Verfahren in Familiensachen (Paragraph 415). Antragsteller bei Gericht ist dabei das zuständige Gesundheitsamt.

16.18 Uhr: CoronaCast: Wie gut funktioniert LernSax wirklich?

Eberhard Müller ist Lehrer an der Schkola Oberland in Ebersbach-Neugersdorf. In der neuen Folge des CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie, erklärt er, wieso Plattformen wie LernSax für die Zukunft der Schule unerlässlich sind. Die Ausfälle bei der sächsischen Lernplattform haben bei Lehrern, Schülern und Eltern während des Lockdowns für reichlich Frust gesorgt. Laut den Aussagen des Lehrers würde es der Plattform aber nicht gerecht werden, sie nach den tageweisen Totalausfällen infolge von DDoS-Attacken oder Serverproblemen jetzt als unbrauchbar abzustempeln. Der Erfolg von Lernplattformen hänge seinen Aussagen zufolge vor allem von zwei Faktoren ab: der Verfügbarkeit von schnellem Internet und geschultem pädagogischem Personal. Den CoronaCast hören Sie direkt über den hier eingebundenen Player. Hintergründe zum Thema sowie weitere Abspielmöglichkeiten finden Sie in diesem Artikel: CoronaCast: "LernSax ist nicht das Problem"

15.47 Uhr: Moskau impft im Krankenhaus und in der Oper

Mit mobilen Impfstationen unter anderem in Einkaufszentren weitet die russische Hauptstadt Moskau ihren Kampf gegen das Coronavirus aus. Vom kommenden Mittwoch an gebe es im weltberühmten Kaufhaus Gum am Roten Platz, in zahlreichen Einkaufszentren sowie in der Oper Helikon Impfstationen für Laufkundschaft, teilte die Verwaltung der größten europäischen Metropole an Freitag mit. Geimpft werde jeder Freiwillige, hieß es. Verabreicht wird ausschließlich der von russischen Forschern entwickelte Impfstoff „Sputnik V“.

Mobile Impfstationen sind bisher in Russland vor allem für Grippeschutzimpfungen eingesetzt worden. Kremlchef Wladimir Putin hatte in dieser Woche angeordnet, von Montag an mit der Massenimpfung landesweit voll durchzustarten. Die Impfkampagne läuft bereits seit Dezember. Bisher sind nach offiziellen Angaben mehr als 1,5 Millionen Menschen mit „Sputnik V“ geimpft worden. Russland verkauft das Vakzin auch ins Ausland - unter anderem nach Ungarn, Brasilien und Argentinien.

15.16 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in Sachsen steigt weiter

In Sachsen ist die Zahl der Corona-Infektionen auf über 165.000 angestiegen. Alleine von Donnerstag auf Freitag wurden 2.048 neue Fälle registriert, wie aus den aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt demnach bei 274,1. Damit liegt Sachsen bundesweit auf dem zweiten Platz, was die Zahl der Neuinfektionen angeht - hinter Thüringen. Deutschlandweit liegt der Inzidenzwert derzeit bei 146.

Insgesamt 4.973 Menschen sind bislang in Sachsen mit oder an dem Coronavirus gestorben, 187 Sterbefälle kamen innerhalb von 24 Stunden hinzu. Bei den Impfungen pro 1.000 Einwohner lag das Land mit 9,7 nach Zahlen des RKI vom Freitag im bundesweiten Vergleich im hinteren Bereich.

15.10 Uhr: Spahn soll überteuerte Masken eingekauft haben

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und sein Ministerium sollen im Frühjahr Atemschutz-Masken zu horrenden Preisen bei einer Schweizer Firma eingekauft haben. Nach "Spiegel"-Informationen soll es um ein Volumen von rund 350 Millionen Euro gehen. Spahn soll sich persönlich in die Beschaffung der Masken eingemischt haben und stand offenbar in Kontakt mit der Lobbyistin des Lieferanten, Andrea Tandler, Tochter des früheren bayerischen CSU-Generalsekretärs Gerold Tandler. Das Ministerium soll daraufhin FFP2-Masken eingekauft haben, unter anderem im April für rund für 5,40 Euro pro Stück, während die Weltmarktpreise schon deutlich tiefer lagen.

Bereits Anfang März war Emix, die Schweizer Firma, auch mit den Gesundheitsministerien von Bayern und NRW ins Geschäft gekommen – ebenfalls zu hohen Preisen von bis zu 9,90 Euro pro Maske. Auch in diesen Fällen verhandelte Tandler mit den Ministerien. In der Schweiz steht Emix seit Monaten in der Kritik, weil sie auch der Armeeapotheke Masken zu sehr hohen Preisen verkauft hatte. Zwei Jungunternehmer, die hinter Emix stehen, hatten sich danach Luxuswagen, unter anderem einen Ferrari, zugelegt.

Im Gegensatz zu den Bestellungen aus Bayern und NRW tauchten die Bundesaufträge hinterher nicht in der EU-Datenbank TED für öffentliche Aufträge auf. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte auf Anfrage eine Geschäftsbeziehung zur Emix, ließ aber weitere Fragen unbeantwortet. Bayern und NRW begründeten die Käufe bei Emix mit der schwierigen Versorgungslage im Frühjahr. Emix und Tandler beriefen sich auf Anfrage auf Geheimhaltungsklauseln in den Verträgen; daher dürften sie dazu nichts sagen.

14.53 Uhr: Illegales Treffen in einem Iglu

Ein gegen Corona-Regeln verstoßendes Treffen in einem Iglu hat die Polizei in einem Park in Augsburg abrupt beendet. Fünf Menschen aus mehr als zwei Haushalten hatten die "arktische Unterkunft" nach andauernden Schneefällen am Donnerstag im Wittelsbacher Park selbst gebaut und für ein Treffen genutzt, das wegen der Pandemie so nicht erlaubt war, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Als sie den Streifenwagen entdeckten, flüchteten die "Iglu-Bewohner" nach Angaben der Ermittler in verschiedene Richtungen. Einen 22-Jährigen konnten die Polizisten demnach aber einholen. Ihn erwartet nun eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

14.11 Uhr: Übersterblichkeit in Deutschland weiterhin hoch - Verdoppelung in Sachsen

Ende des vergangenen Jahres sind in Deutschland deutlich mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der Vorjahre. Laut Statistischem Bundesamt lagen die Sterbefallzahlen in der Woche vor Weihnachten um 24 Prozent über dem Mittel. In Sachsen haben sich die Zahlen sogar verdoppelt. „Die Zahl der Todesfälle von Personen, die zuvor laborbestätigt an Covid-19 erkrankt waren, steigt seit Anfang Oktober von Woche zu Woche an“ berichteten die Statistiker am Freitag. In der 51. Kalenderwoche gab es insgesamt 4.484 beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Covid-19-Todesfälle.

„Besonders auffällig ist die Entwicklung der Sterbefallzahlen weiterhin in Sachsen“, stellten die Wiesbadener Statistiker fest. „Die Differenz zum Durchschnitt der vier Vorjahre nimmt dort seit Oktober von Woche zu Woche deutlich zu.“ In der 41. Kalenderwoche Anfang Oktober hatte die Zahl der Sterbefälle noch unter dem Durchschnitt gelegen. In der 51. Kalenderwoche hat sich die Zahl - bezogen auf den Durchschnittswert der vier Vorjahre für diese Woche - mehr als verdoppelt: um 109 Prozent beziehungsweise 1.226 Todesfälle.

Auch in Brandenburg (plus 41 Prozent), Hessen (plus 32 Prozent) und Thüringen (plus 36 Prozent) lag die Zahl der Sterbefälle weit über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

13.25 Uhr: Corona-Fälle bei Handball-WM: Weltverband erhöht Test-Rhythmus

Der Handball-Weltverband IHF reagiert mit einer erhöhten Testfrequenz auf die ersten Corona-Fälle bei der WM in Ägypten. Von diesem Samstag an sollen alle Nationalteams, Schiedsrichter sowie Turnier-Offizielle täglich auf Covid-19 getestet werden, wie die IHF am Freitag mitteilte. Bislang hatten sich viele an der Weltmeisterschaft beteiligte Personen mindestens alle 72 Stunden einem Corona-Test unterziehen müssen. Am Freitagmorgen war der dänische Nationalspieler Emil Jakobsen im Mannschaftshotel in Kairo positiv getestet worden, beim deutschen Vorrundengegner Kap Verde gibt es vier Corona-Fälle. Außerdem seien einige positive Fälle beim Hotelpersonal sowie im Organisationskomitee aufgetreten, teilte die IHF am Donnerstagabend mit.

13.17 Uhr: Chef wirbt mit Eierlikör um Impfungen bei Mitarbeitern

Mit einer Flasche Eierlikör wollen die Alten- und Pflegeheime der Benevit-Gruppe in Mössingen in Baden-Württemberg um eine höhere Bereitschaft für die Corona-Impfungen bei den Mitarbeitern werben. Neben der Flasche sollen auch insgesamt 1.000 Euro Bonus an eine Einrichtung oder ein Pflegedienstteam fließen, die über das Geld frei verfügen soll, kündigte der Chef Kaspar Pfister in einer Facebook-Videobotschaft an die Belegschaft an. Voraussetzung sei, dass sich mindestens 60 Prozent der Beschäftigen dort impfen lassen.

Grund der Aktion ist laut Pfister die geringe Impfbereitschaft bei den rund 2.000 Mitarbeitern in den 26 Einrichtungen der Benevit-Gruppe. "Die ursprüngliche Quote von 30 Prozent, die eine Impfbereitschaft signalisiert haben, verändert sich nicht", hatte Pfister zum Auftakt der Aktion am Montag gesagt. Auf den Eierlikör sei er gekommen, weil die Bewohner nach jedem Corona-Abstrich auf Wunsch ein Gläschen davon erhielten. Da habe es einige Mitarbeiter gegeben, die das auch gerne wollten. Mit diesen Worten beendet Pfister seinen Appell: "Es kommt jetzt auf jeden Einzelnen an, damit wir dieses verdammte Virus besiegen."

13.04 Uhr: Dresden meldet erneut Höchstwert an Todesopfern

Die Corona-Lage in Dresden hat am Freitag einen weiteren traurigen Rekord erreicht: Das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt meldete am Mittag 74 in Zusammenhang mit dem Virus verstorbene Patienten. Insgesamt sind seit Krisenbeginn im März 495 Opfer zu beklagen. Zudem wurden 201 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden registriert, seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 18.855 Menschen in Dresden positiv getestet worden. 29 weitere Menschen mussten seit Donnerstagmittag ins Krankenhaus einwiesen werden. Als genesen gelten mittlerweile 15.512 Dresdner - 16 mehr als am Vortag.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, sank auf 190,4. Da für Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt auch diesen Wert an. Er beträgt heute 164,3. Alle Zahlen aus Dresden (SZ+)

Mit Kreide geschrieben steht "Covid" auf einem Sarg mit einem Verstorbenen, der an oder mit dem Coronavirus gestorben ist, im Krematorium Dresden-Tolkewitz.
Mit Kreide geschrieben steht "Covid" auf einem Sarg mit einem Verstorbenen, der an oder mit dem Coronavirus gestorben ist, im Krematorium Dresden-Tolkewitz. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

12.54 Uhr: Kretschmer für zwei, drei Wochen der harten Kontaktreduzierungen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich wegen der weiterhin viel zu hohen Corona-Infektionszahlen dafür ausgesprochen, die Kontaktbeschränkungen bundesweit für zwei bis drei Wochen drastisch zu verschärfen. Man habe die Erfahrung machen müssen: "Reduzierung von Inzidenz geht nur mit ganz hartem Lockdown", sagte Kretschmer am Freitag in einer Online-Pressekonferenz vor dem CDU-Parteitag. "Dieser softe Lockdown mit offenen Schulen, Kindergärten, mit offenen Einkaufsmöglichkeiten bringt nichts. Deswegen: Hart und konsequent." Wegen der Veränderungen des Virus stehe man vor einer neuen Bedrohung, sagte Kretschmer. Deswegen sei es angezeigt, "noch einmal einen auch deutschlandweiten Kraftakt zu wagen".

Er sprach sich zugleich für die Möglichkeit regionaler Abweichungen aus. Es müsse immer mitbedacht werden, welche Durchhaltefähigkeit man habe, sagte Kretschmer. Könne man das Land über Monate so runterfahren, wie man es getan habe, oder gehe das nur für eine begrenzte Zeit. Sein Zieldatum sei der 8. Februar. Bis dahin wolle er maximal die Inzidenz - also die Anzahl von Neuinfektionen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche - reduzieren. Angesichts der hohen Infektionszahlen sei es "richtig, jetzt noch einmal zu versuchen, zwei oder drei Wochen (zu) reduzieren, gemeinsam, um dann von einem anderen Niveau aus entweder Lockerungen vorzunehmen oder die schwere Zeit der Mutation zu durchstehen und die Krankenhäuser eben nicht vorher schon übervoll zu haben". Mehr dazu im Artikel Kretschmer: "Wir sind nicht da, wo wir hinwollen" (SZ+)

Bund und Länder wollen nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag über das weitere Vorgehen beraten. Ursprünglich war die nächste Schalte für den 25. Januar angesetzt.

12.45 Uhr: Bundesregierung plant keine Pflicht zum Homeoffice

Trotz der anhaltend hohen Zahl von Corona-Infektionen plant die Bundesregierung weiterhin keine Homeoffice-Pflicht. Derzeit stehe "keine zwingende Regelung auf der Tagesordnung", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Er schloss sich zwar dem Appell von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Ausweitung der Heimarbeit an, betonte aber auch: "Homeoffice ist nicht für jeden Beruf, für jede Tätigkeit geeignet." Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums zog zudem in Zweifel, ob eine Verpflichtung wirklich zielführender wäre. Nach ihrer Einschätzung führen Absprachen zwischen den Betroffenen zu einer höheren Akzeptanz. Seibert betonte allerdings auch, dass beim ersten Lockdown im Frühjahr der Homeoffice-Anteil höher gewesen sei: "Es ist also möglich."

12.37 Uhr: Kretschmer will Grenze nach Tschechien offen halten

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will die Grenze zu Tschechen auch in der gegenwärtig dramatischen Corona-Lage nicht schließen. Gegenüber der Prager Nachrichtenagentur ČTK sagte Kretschmer am Freitag, der Freistaat verhandle derzeit mit der Bundesregierung darüber, wie die Befreiung der Pendler aus Tschechien und Polen ungeachtet einer neuen verschärften Einreiseverordnung des Kabinetts in Berlin aufrechterhalten werden könne. Die Verordnung bezeichnet Kretschmer als „sehr radikal“. Mehr zum Interview des MP

Die Grenze von Sachsen nach Tschechien soll offen bleiben.
Die Grenze von Sachsen nach Tschechien soll offen bleiben. © Ronald Zak/AP/dpa (Symbolbild)

12.26 Uhr: Sonderregeln für Abschlussprüfungen in Sachsen

Trotz schwieriger Umstände mit Schulschließungen und Homeschooling sollen den sächsischen Schülern keine langfristigen Nachteile entstehen, sagt Sachsens Kultusminister Piwarz (CDU). Deshalb verkündete er am Freitag ein Maßnahmenpaket, um angemessene Schulabschlüsse zu sichern.

  • Allgemein: Schüler in Abschlussklassen sollen deutlich mehr Zeit für die Prüfungsvorbereitung bekommen. Außerdem sollen sie vorrangig in Prüfungsfächern unterrichtet werden, wofür Abstriche von anderen Fächern gemacht werden sollen. Ab 3. Mai konzentriert sich der Unterricht ausschließlich auf die schriftlichen und die gewählten mündlichen Prüfungsfächer. Inwiefern die Bewertungsmaßstäbe für Abitur-Realschul- und Hauptschulabschlüsse angepasst werden, wird durch die Kultusministerkonferenz geprüft.
  • Grund- und Förderschulen: Lehrkräfte sind angewiesen, bei der Benotung innerhalb ihrer Ermessensspielräume „wohlwollend“ zu sein. Kompetenztests in Klasse 3 entfallen. Die Zeugnisse soll es gemeinsam mit der Bildungsempfehlung für Viertklässler am 10. Februar geben.
  • Oberschulen: Realschüler können sich früher, bis zum 26. Februar, für ein naturwissenschaftliches Prüfungsfach entscheiden. Die Teilnahme am Unterricht in den nicht gewählten Fächern ist dann nicht mehr verbindlich. Das gilt auch für zwei weitere abgewählte Fächer ohne mündliche Prüfung. Für Schüler, die den Hauptschulabschluss anstreben, sollen es drei Fächer sein. Ab 3. Mai konzentriert sich der Unterricht dann ausschließlich auf die schriftlichen und die gewählten mündlichen Prüfungsfächer. Für die Prüfungen gibt es einen zentralen Termin, einen Zweittermin nur in Ausnahmen. Für alle schriftlichen Prüfungen wird die Arbeitszeit um 15 Minuten verlängert.
  • Gymnasien: Bereits zu Schuljahresbeginn wurden zentral Themen benannt, die kein Schwerpunkt der zentralen Prüfungen sein werden. Zudem soll es eine Wahlmöglichkeit beim Abiturtermin geben: Die Teilnahme am Ersttermin ist freiwillig. Wer sich zum Ersttermin noch nicht in der Lage sieht, die Prüfung abzulegen, kann auf den Zweittermin ausweichen. Eine Teilnahme am Zweittermin ist dann jedoch Pflicht. Außerdem wird die Arbeitszeit für Abitur- und Ergänzungsprüfungen um 30 Minuten erhöht.
  • Mehr dazu im Artikel Sachsen will Schüler entlasten

12.05 Uhr: Pannen begleiten Start des Corona-Impfportals in Tschechien

Der Start eines Online-Registrierungssystems für die Corona-Impfungen hat in Tschechien mit Problemen begonnen. Die Internetseiten des Gesundheitsministeriums fielen nach der Freischaltung am Freitagmorgen aufgrund der großen Nachfrage vorübergehend ganz aus. Viele Nutzer berichteten, dass die Bestätigungs-SMS mit dem Registrierungscode zu spät eingetroffen sei. Der Zahlencode verfällt automatisch nach wenigen Minuten. Eine eingerichtete Telefon-Hotline war wegen Überlastung nicht zu erreichen.

Priorität sollen zu Beginn die über 80-Jährigen erhalten. Bereits innerhalb einer Stunde waren alle 2000 aktuell verfügbaren Impftermine vergeben. In Tschechen leben mehr als 440.000 Senioren über 80 Jahren. Weitere Termine sollen nach und nach frei werden. Kritiker wenden ein, dass viele ältere Personen in Tschechien weder über einen Internetzugang noch über ein Mobiltelefon verfügen. Sie seien damit auf die Hilfe von Angehörigen angewiesen. Es wäre besser, den Mitgliedern der Risikogruppen per Post ein Impfangebot zu machen, merkte Ivan Bartos von der oppositionellen Piratenpartei an.

11.58 Uhr: Bund-Länder-Beratungen zu Corona-Krise bereits am Dienstag

Bund und Länder ziehen angesichts der Corona-Krise Beratungen über das weitere Vorgehen in die kommende Woche vor. An diesem Dienstag um 14 Uhr sind Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder geplant, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin sagte. Ursprünglich war die nächste Bund-Länder-Schalte für den 25. Januar angesetzt.

Hintergrund ist eine Diskussion über mögliche weitere Verschärfungen von Corona-Beschränkungen. Ein bereits verschärfter Lockdown ist vorerst bis zum 31. Januar vorgesehen. Seibert sagte, die Zahl der Neuinfektionen sei weiterhin viel zu hoch. Dazu komme das neue Risiko einer Virus-Mutation, die in Irland und Großbritannien zu einem extremem Anstieg der Fälle geführt habe. Nötig sei, noch mehr zu tun, um Kontakte zu reduzieren. Dazu gehöre unter anderem eine stärkere Nutzung von Homeoffice.

11.47 Uhr: Schutz vor Neuansteckung könnte nach Infektion monatelang halten

Eine Corona-Infektion könnte neuen Studien zufolge monatelang vor einer Neuansteckung mit dem Virus schützen. Forscher aus den USA etwa konnten auch mehr als ein halbes Jahr nach einer Infektion Antikörper gegen einen wichtigen Virus-Baustein - das sogenannte Spike-Protein - im Blut nachweisen, wie sie im Fachblatt "Science" schreiben. Eine Studie aus England kommt zu dem Schluss, dass eine Covid-Erkrankung mindestens fünf Monate lang einen gewissen Schutz bietet. Allerdings weisen die Forscher darauf hin, dass auch immune Menschen das Virus übertragen könnten. Studien zur Immunität über längere Zeiträume sind bislang nicht möglich, da es da Virus noch gar nicht so lange gibt.

Die Immunantwort nach einer Corona-Infektion ist eine komplexe Sache. Wie viele Antikörper ein Infizierter entwickle, hänge in der Regel mit der Schwere der Erkrankung zusammen, erklärte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, der Deutschen Presse-Agentur. Wer beispielsweise keine Symptome zeige, bilde oft wenige bis keine Antikörper. Zudem verliere der Immunschutz mit der Zeit an Wirkung, weil die Zahl der Antikörper sinke. Wie lange einmal Infizierte immun sind, lasse sich derzeit noch nicht sicher sagen, so Watzl. Es gebe zwar einige Fälle, in denen Menschen ein zweites Mal erkrankten. "Das sind aber absolute Ausnahmen."

Auch das Robert Koch-Institut verweist darauf, dass es zu vielen Fragen noch keine endgültigen Antworten gebe. Bisher vorliegende Studien lieferten eher Hinweise, dass beispielsweise Reinfektionen möglich seien.

11.38 Uhr: Klöckner: Markt für Bio-Lebensmittel auch während Pandemie gewachsen

Der Markt für Bio-Lebensmittel in Deutschland ist nach Angaben von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auch in der Corona-Krise weiter gewachsen. Im vergangenen Jahr dürfte der Umsatz nach ersten Schätzungen auf mehr als 14 Milliarden Euro gestiegen sein, sagte die CDU-Politikerin am Freitag in Berlin. Dies wäre ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zu 2019. "Die Branche hat in der Pandemie noch mal einen Schub bekommen." Aus vielen Gelegenheitskäufern seien inzwischen Gewohnheitskäufer geworden.

Laut einer neuen Umfrage im Auftrag des Ministeriums geben 37 Prozent der Befragten an, regelmäßig zu Bio-Produkten zu greifen. Gekauft werden sie weiterhin vor allem in Supermärkten. Das vor 20 Jahren eingeführte staatliche Bio-Siegel wird demnach inzwischen von mehr als 6.000 Unternehmen freiwillig für fast 90.000 Produkte verwendet.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) präsentiert das Öko-Barometer 2020.
Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) präsentiert das Öko-Barometer 2020. © Michael Sohn/POOL AP/dpa

11.24 Uhr: Verstoß gegen Corona-Regeln: 150 Menschen bei Beerdigung

Viel zu viele Trauergäste bei einer Beerdigung: Bei der Trauerfeier in Bremen hat die Polizei eine Reihe von Verstößen gegen die Corona-Regeln festgestellt. In der Spitze seien etwa 150 Trauergäste auf dem Friedhof gewesen, teilte die Polizei am Freitag mit. Erlaubt seien im Freien 100 Menschen, sofern die Abstands- und Hygieneregeln befolgt werden. Das war nach Polizeiangaben bei der Beerdigung am Donnerstag aber nicht immer der Fall: Es gab Verstöße gegen die Maskenpflicht, der Mindestabstand von 1,50 Metern wurde teils nicht eingehalten. Die Beamten dokumentierten die Verstöße und fertigten Anzeige nach dem Infektionsschutzgesetz.

11.09 Uhr: Sparfleiß und Kursgewinne - Geldvermögen in Krise auf Rekordhoch

Die Menschen in Deutschland haben in der Corona-Krise in der Summe so viel Vermögen angehäuft wie noch nie. Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen kletterte im dritten Quartal 2020 im Vergleich zum zweiten Vierteljahr um 108 Milliarden Euro oder 1,6 Prozent auf den Rekordwert von 6.738 Milliarden Euro, wie die Deutsche Bundesbank am Freitag in Frankfurt mitteilte. Die Menschen hielten in der Krise ihr Geld zusammen, zugleich profitierten sie von gestiegenen Aktienkursen.

Die Entwicklung sei "erneut durch eine hohe Ersparnisbildung und die anhaltende Erholung am Kapitalmarkt geprägt", erklärte die Bundesbank. Die Dynamik verlor allerdings an Tempo. Im zweiten Quartal 2020 hatte das Geldvermögen nach einem Rückgang zu Jahresbeginn gegenüber dem Vorquartal noch um 4,0 Prozent zugelegt. Wie das Vermögen verteilt ist, geht aus den Daten nicht hervor. Nach jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes war die Sparquote im vergangenen Jahr von 10,9 Prozent ein Jahr zuvor auf das Rekordhoch von 16,3 Prozent gestiegen. Von 100 Euro verfügbarem Einkommen legten die Haushalte somit im Schnitt gut 16 Euro auf die hohe Kante.

Sparer setzten der Bundesbank zufolge im dritten Quartal vor allem auf Bargeld und Bankeinlagen, die zwar wegen der Zinsflaute kaum noch etwas abwerfen, auf die sie aber schnell zugreifen können. Zugleich investierten sie in Aktien oder Fonds. Das Engagement der privaten Haushalte auf dem Kapitalmarkt habe zuletzt "einen rasanten Aufschwung" erlebt, erklärte die Bundesbank.

10.52 Uhr: 500 Millionen Euro für Lehrerlaptops bisher ungenutzt

Von dem 500 Millionen Euro schweren Bundesprogramm zur Finanzierung von Dienstlaptops für Lehrer ist noch kein Geld abgerufen worden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervor. Die Antwort des Bundesbildungsministeriums stammt vom 13. Januar. Darin heißt es, es konnten noch keine Mittel ausgezahlt werden, weil die entsprechende Vereinbarung zwischen Bund und Ländern über das 500-Millionen-Paket noch nicht von allen Bundesländern unterzeichnet worden und damit noch nicht in Kraft sei. Aus welchen Ländern die Unterschriften noch fehlen, wird nicht genannt."

Dass es Bund und Länder bis heute nicht geschafft haben, die Vereinbarungen zur Anschaffung von Lehrer-Laptops für den derzeit weit verbreiteten Online-Unterricht zu unterzeichnen, ist einfach nur beschämend", sagte der FDP-Obmann für digitale Infrastruktur im Bundestag, Torsten Herbst. "Während Eltern, Kinder und Lehrer seit Wochen ihr Möglichstes tun, um den Ausfall von Präsenzunterricht so gut es geht zu kompensieren, schafft es die Politik noch nicht einmal, die einfachsten Verwaltungshausaufgaben zu erledigen."

10.24 Uhr: Hunderttausende verlassen Großbritannien wegen Corona

Wegen wirtschaftlicher Probleme in der Corona-Krise haben einer Studie zufolge Hunderttausende Menschen Großbritannien den Rücken gekehrt. Es handele sich um einen "beispiellosen Exodus" im Ausland geborener Arbeitskräfte, folgern die Wissenschaftler des Economic Statistics Centre of Excellence in London. "Ein Großteil der Arbeitsplatzverluste während der Pandemie betrifft nicht-britische Arbeitnehmer und drückt sich eher in Rückwanderung als in Arbeitslosigkeit aus." Dabei stützen sich die Autoren der Studie auf Arbeitsmarktdaten.

Besonders London, wo jeder fünfte Einwohner Ausländer ist, sei betroffen - die Bevölkerung der Hauptstadt ist der Studie zufolge um 700.000 Menschen gesunken, landesweit könnten es mehr als 1,3 Millionen sein. "Wenn dies annähernd genau ist, handelt es sich um den größten Rückgang der britischen Einwohnerzahl seit dem Zweiten Weltkrieg", schrieben die Forscher. Es gebe keine Beweise dafür, dass im Ausland lebende Briten in annähernd gleicher Zahl ins Vereinigte Königreich zurückgekehrt seien.

10.08 Uhr: Wann öffnet das Terence-Hill-Museum in Lommatzsch?

Es sollte eine große Sause werden. Am 29. März vorigen Jahres, genau am 81. Geburtstag von Terence Hill, sollte das neugestaltete Terence-Hill-Museum in Lommatzsch eröffnet werden. Aber Corona machte einen dicken Strick durch die Rechnung. Die Eröffnung musste abgeblasen werden. Neuer Termin war der 1. Mai. Doch auch damit wurde es nichts. Schließlich stand fest: Das Museum bleibt das ganze Jahr geschlossen, die Eröffnung wurde auf 2021 verlegt. Findet sie nun statt? Ja, es gibt einen Termin, sagt Bürgermeisterin Anita Maaß (FDP). Was der Ort plant, in dem Hill als Kind mit seiner Familie lebte, erfahren Sie hier (SZ+)

Eröffnung am Ostersonnabend? Lommatzschs Bürgermeisterin Anita Maaß hat Zweifel.
Eröffnung am Ostersonnabend? Lommatzschs Bürgermeisterin Anita Maaß hat Zweifel. © Claudia Hübschmann

9.53 Uhr: Trotz Corona: Seenotretter helfen fast 3.500 Menschen

Trotz Corona viel zu tun: Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) war im vergangenen Jahr in 1.720 Fällen auf Nord- und Ostsee im Einsatz. Dabei hätten die Besatzungen der rund 60 Rettungskreuzer und -boote fast 3.500 Menschen Hilfe geleistet, bilanzierte die Gesellschaft mit Sitz in Bremen am Freitag. Allein etwa 360 von ihnen wurden aus Seenot oder anderen Gefahren befreit. Seit Gründung der DGzRS vor mehr als 155 Jahren seien mehr als 85.600 Menschen gerettet worden. Aufgrund der Corona-Pandemie seien in den vergangenen Monaten weniger Schiffe auf Nord- und Ostsee unterwegs gewesen, hieß es. Auch die Wassersportsaison 2020 habe verspätet begonnen. Deshalb habe es bei den Seenotrettern knapp 400 Einsätze weniger als im Vorjahr gegeben. "Dennoch halfen sie dabei annähernd gleich vielen Menschen", hieß es.

9.39 Uhr: Umfrage: Impfbereitschaft in Deutschland steigt

In der Corona-Pandemie steigt die Impfbereitschaft in Deutschland. Laut dem am Freitag veröffentlichen "Politbarometer" des ZDF geben aktuell 67 Prozent der Menschen an, dass sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen wollen. Ende November des vergangenen Jahres waren es noch 51 Prozent. Zehn Prozent lehnen derzeit eine Impfung ab, im November waren es 20 Prozent. 22 Prozent sind sich noch nicht sicher, im November gab es noch 29 Prozent Unentschiedene. In Deutschland wird seit Ende Dezember gegen das Coronavirus geimpft. Am Donnerstag meldete das Robert Koch-Institut, dass bislang 842.455 Menschen in Deutschland geimpft wurden, was etwa einem Prozent der Bevölkerung entspricht.

Nachdem im Dezember die Corona-Regelungen deutlich verschärft worden waren, ist nach der Umfrage wieder eine Mehrheit von 51 Prozent (plus 16 im Vergleich zu Anfang Dezember) der Meinung, dass die aktuell geltenden Maßnahmen so gerade richtig sind und nur noch 28 Prozent (minus 21) plädieren für eine Verschärfung. 18 Prozent (plus fünf) halten die aktuellen regeln für übertrieben. Die Umfrage zum "Politbarometer" wurde von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die telefonischen Interviews erfolgten in der Zeit vom 12. bis 14. Januar bei 1.262 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten.

In Deutschland wollen sich mehr Menschen gegen Corona impfen lassen als noch im Dezember.
In Deutschland wollen sich mehr Menschen gegen Corona impfen lassen als noch im Dezember. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild

9.27 Uhr: Coronafall in sächsischem Impfzentrum

Im für den Kreis Nordsachsen zuständigen Impfzentrum Belgern ist ein medizinischer Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) am Freitag mitteilte, wurde bislang allerdings kein weiterer Mitarbeiter angesteckt. Die insgesamt 30 Einsatzkräfte des Impfzentrums hätten sich am Donnerstag freiwillig einem Test unterzogen. Keiner davon sei positiv gewesen, hieß es weiter. Dennoch hat sich das DRK dazu entschlossen, das gesamte Personal für die kommenden Tage vom Dienst freizustellen. Der infizierte Mitarbeiter habe selber keine Impfungen vorgenommen.

Damit das Impfzentrum im Landkreis Nordsachsen weiter geöffnet bleiben kann, werde den Angaben zufolge Unterstützung aus den Impfzentren in Leipzig und Borna herangezogen. Zudem stellten Bundeswehr und Kassenärztliche Vereinigung neue Mitarbeitende zur Verfügung. Mehr dazu im Artikel Corona-Fall im Impfzentrum Belgern

9.18 Uhr: Verstoß gegen Corona-Regeln in Lokal - Polizeieinsatz gegen "Querdenken"

Wegen des Verstoßes gegen Corona-Regeln war die Berliner Polizei am Donnerstagabend in einem Lokal im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg im Einsatz. Etwa 20 Personen verhielten sich dort nicht coronakonform, sagte ein Sprecher des Lagezentrums. Nach einem Bericht des "Tagesspiegel" handelte sich um ein Treffen von "Querdenkern" in einer Bar. Es sei geplant gewesen, eine Partei zu gründen. Das Treffen sei per Livestream bei Youtube übertragen worden - auch dann noch, als die Polizei anrückte. Die Teilnehmenden hätten größtenteils keine Masken getragen und die Abstandsregeln nicht eingehalten, heißt es in dem Bericht. Es sei zu Diskussionen mit den Polizeibeamten gekommen. Aus dem Lagezentrum hieß es, die Personalien seien festgestellt worden. Wegen des Corona-Lockdowns dürfen derzeit Bars nicht öffnen.

8.54 Uhr: Epidemiologe für weitere Einschränkung der Mobilität

Der Epidemiologe Dirk Brockmann von der Berliner Humboldt-Universität plädiert in der Corona-Pandemie für eine weitere Reduzierung der Kontakte. Dass dies nötig sei, zeigten alle aktuellen Rechenmodelle, sagte Brockmann am Freitag im RBB-Inforadio. So sollte die Mobilität stärker eingegrenzt und - da wo es möglich ist - sollten mehr Menschen ins Homeoffice gehen. Trotz des Lockdowns gebe es in Großstädten wie Berlin morgens und abends den Berufsverkehr, Menschen seien im öffentlichen Personennahverkehr unterwegs zur Arbeit und ins Büro. "Wir müssen wirklich alles unter die Lupe nehmen", sagte Brockmann: "Nur das ist der Weg raus aus diesen hohen Zahlen."

Über die Weihnachtsfeiertage habe die Kontaktreduzierung sehr gut geklappt, sagte Brockmann. Die Daten zeigten, dass die Menschen da sehr diszipliniert gewesen seien. Es habe nur wenige lange Reisen gegeben. Das müsse jetzt auch wieder erreicht werden, forderte der Epidemiologe, der auch für das Robert Koch-Institut arbeitet.

8.32 Uhr: Macht die Corona-Impfung unfruchtbar?

Die meisten Menschen sehen die neuen Corona-Impfstoffe als Ausweg aus der Pandemie, andere haben aber auch Angst davor. Sie fürchten schwerwiegende Nebenwirkungen, weil der Impfstoff viel schneller als andere zugelassen wurde. Zu den Kritikern gehört auch Dr. Wolfgang Wodarg. Er ist Arzt und gehörte als SPD-Mitglied viele Jahre dem Deutschen Bundestag und der Parlamentarischen Versammlung des Europarates an, wo er für Fragen der Sicherheit, Medizin und Gesundheit zuständig war. Anfang Dezember 2020 hat er gemeinsam mit Dr. Michael Yeadon, Ex-Forschungsleiter bei Pfizer, den Antrag an die Europäische Arzneimittelagentur gestellt, sämtliche Corona-Impfstudien zu stoppen. Antworten auf Fragen zu Impfgefahren beantwortet Sächsische.de hier (SZ+)

8.19 Uhr: Steinmeier will gemeinsamen Appell zu mehr Homeoffice vorstellen

Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zusammen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften zum häufigeren Arbeiten von zu Hause aus aufrufen. Einen gemeinsamen Appell zur stärkeren Nutzung des Homeoffices in Zeiten der Pandemie will das Staatsoberhaupt mit DGB-Chef Reiner Hoffmann und Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger an diesem Freitag vorstellen, wie das Bundespräsidialamt mitteilte.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten die Wirtschaft bei ihren Beratungen Anfang Januar "dringend gebeten", großzügige Homeoffice-Möglichkeiten zu schaffen, um bundesweit den Grundsatz "Wir bleiben zu Hause" umsetzen zu können. Inzwischen gibt es aber eine Diskussion über zusätzliche Vorgaben, um dies stärker durchzusetzen - auch, um Gedränge in Bussen und Bahnen im Berufsverkehr zu vermeiden. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt etwa forderte dort, wo es möglich sei, eine Pflicht für Arbeitgeber, Beschäftigten Homeoffice zu erlauben. In der Wirtschaft stoßen strengere Regelungen auf Ablehnung.

Angesichts weiter hoher Inzidenzwerte sollen noch mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten.
Angesichts weiter hoher Inzidenzwerte sollen noch mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten. © Christin Klose/dpa (Symbolbild)

8.02 Uhr: Weil will nicht über Lockdown bis Ostern reden

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat davon abgeraten, schon jetzt über einen Corona-Lockdown bis Ostern zu reden. "So weit möchte ich nicht gehen. Gelingt es uns, schnell und nachhaltig unter den Inzidenzwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche zu kommen, müssen wir nicht den Frühlingsanfang abwarten, um darüber zu reden, wie wir wieder mehr Normalität schaffen", sagte der SPD-Politiker der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "Aber jetzt schon zu sagen, wir sehen uns Ostern wieder, das hielte ich für übertrieben." Er wolle nicht "der Resignation zu viel Raum geben". Entscheidend sei nicht das Datum, sondern die Inzidenzwerte, sagte Weil. "Dass wir in der kalten Jahreszeit ein höheres Risiko haben, ist unumstritten", meinte er. Er glaube aber nicht, dass bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Lockerungen besprochen werden.

7.43 Uhr: Högl: Prüfung von Corona-Impfpflicht für Soldaten richtig

Die Wehrbeauftragte Eva Högl hält die Prüfung einer Corona-Impfpflicht für Soldaten für richtig. "Hier muss allerdings sensibel vorgegangen werden: Schließlich ist noch gar nicht klar, ob die Impfung davor schützt, das Virus weiterzugeben", sagte die SPD-Politikerin am Freitag. "Deshalb setze ich vor allem auf das Verantwortungsbewusstsein der einzelnen Soldatinnen und Soldaten: Je mehr sich freiwillig impfen lassen desto besser."Högl erinnerte daran, dass Soldaten die Pflicht zur Erhaltung ihrer Gesundheit haben. "Nach dem Soldatengesetz können sie bisher schon zu Impfungen verpflichtet werden, beispielsweise bei Auslandseinsätzen. Insofern ist ihr Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit eingeschränkt", sagte sie. "Daher ist es richtig, eine Impfpflicht bei den neuen Impfstoffen gegen Corona konkret zu prüfen."

In den kritischen Bereichen - bei Auslandseinsätzen, im Sanitätsdienst und vor Ort bei den Einsätzen in der Corona-Hilfe - sollten nach Ansicht der Wehrbeauftragten "perspektivisch nur diejenigen Dienst tun, die auch geimpft sind". Im Verteidigungsministerium wird derzeit geprüft, ob die Corona-Impfung in die Liste der "duldungspflichtigen" Maßnahmen aufgenommen werden soll. Mehr dazu im Artikel Corona-Impfpflicht für Soldaten?

7.26 Uhr: Mediziner: Lockerung erst bei unter 1.000 Intensivpatienten möglich

Eine Lockerung der Corona-Maßnahmen kommt aus Sicht von Intensivmedizinern erst bei bundesweit weniger als 1.000 Covid-19-Intensivpatienten infrage. Krankenhäuser seien trotz leicht sinkender Zahlen vielerorts an ihrer Belastungsgrenze, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Aktuell werden fast 5.200 Covid-19-Patienten in ganz Deutschland intensivmedizinisch behandelt. "In Ampelfarben gesprochen: In 11 von 16 Bundesländern ist die Ampel rot, dort gibt es weniger als 15 Prozent freie Intensivbetten", sagte Marx. Lockerungen dürften erst kommen, wenn sich die Lage deutlich entspannt hätte.

Sollte sich die womöglich deutlich ansteckendere Virusmutation ausbreiten, könne Deutschland schnell wieder einen exponentiellen Anstieg der Fallzahlen erleben, warnte er. Auch der Chef der Bundespflegekammer, Markus Mai, warnte vor einem weiteren Anstieg der Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen. "Wir sind jetzt beim Pflege-Fachpersonal an der kritischen Grenze angelangt und müssen alles dafür tun, damit die Zahl der Intensivpatienten nicht weiter ansteigt. Andernfalls steht für deren Versorgung nicht mehr genügend gut ausgebildetes Personal zur Verfügung", sagte er der "Rheinischen Post"

7.05 Uhr: Gewaltiger Anstieg bei Selbstständigen in Grundsicherung in Mitteldeutschland

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Selbstständige Hartz IV beantragt als ein Jahr zuvor. Seit Ausbreitung der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 meldeten sich in Thüringen 3.001, in Sachsen-Anhalt 2.698, und in Sachsen 6.629 Selbständig erwerbstätige Personen bei den Jobcentern und beantragten Grundsicherung. Im Vorjahreszeitraum (April bis Dezember 2019) waren es in Thüringen 381, in Sachsen-Anhalt 354 und in Sachsen noch 828 gewesen. Das geht aus Angaben den Regionaldirektionen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Um wie viele Solo-Selbstständige es dabei geht, konnten die Regionaldirektionen nicht sagen.

Der Zugang für Hartz-IV-Leistungen sei im vergangenen Jahr erleichtert worden, erklärten Sprecher. Wer einen entsprechenden Antrag stelle und erkläre, über kein erhebliches Vermögen zu verfügen, dürfe sein Erspartes in den ersten sechs Monaten behalten. Die Höchstgrenze liegt bei 60.000 Euro für den Antragsteller. Besteht zudem ein entsprechender Anspruch, übernimmt das Jobcenter auch die Kosten für die Unterkunft inklusive Heizung und Nebenkosten - auch wenn die Wohnung größer ist als eigentlich erlaubt. Allerdings nur für bis zu sechs Monate. Ziel ist, dass keiner umziehen muss, weil die Wohnung nicht angemessen ist, hieß es. Die beiden Regeln wurden bis Ende März verlängert. Zudem kann Hartz IV mit einem Kurzantrag und damit leichter beantragt werden.

6.51 Uhr: Lauterbach: Im Sommer wird es besser

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet für den Sommer mit einer deutlichen Verbesserung der Corona-Lage. "Wichtig ist, dass wir so schnell wie möglich impfen, damit wir schwere Mutationen des Virus verhindern", sagte Lauterbach der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben nur für etwa 25 Millionen Menschen Impfstoff im ersten Halbjahr, also bis ungefähr Ende Juni. Weit über die Hälfte der Bevölkerung wird also bis zur Mitte des Jahres nicht geimpft sein. Aber im zweiten Halbjahr werden wir dann eine deutliche Erleichterung erleben."

Lauterbach rechnet nicht damit, dass die Durchimpfung der Bevölkerung an Impfskepsis scheitern wird. "Die Menschen werden mit der Zeit sehen, dass diejenigen, die geimpft sind, ein viel besseres Leben führen können", glaubt er. "Das wird sich immer mehr herumsprechen, und dadurch wird der Wunsch, sich impfen zu lassen, immer ausgeprägter sein." Lauterbach betonte: "Jetzt kommen die wirklich ganz schweren Monate. Die nächsten zwei Monate werden die härtesten der Pandemie werden. Aber dann werden wir zunehmend impfen können. Ich gehe von einem sehr befreiten, sehr guten Sommer aus. Dann wird das Schlimmste hinter uns liegen."

6.39 Uhr: Philosoph Gabriel: Soziale Netzwerke bedrohen Impferfolg

Der Philosoph Markus Gabriel sieht in sozialen Netzwerken eine große Gefahr für den Erfolg der Corona-Impfungen. "Die sozialen Netzwerke können den Impfstoff diskreditieren", sagte der Bonner Professor und Autor des Bestsellers "Moralischer Fortschritt in dunklen Zeiten".

"Die sozialen Netzwerke halte ich neben der Pandemie für das Hauptproblem unserer Tage. Denn die nächste Wolke, die von dort kommt, ist die Impfskepsis." In den sozialen Netzwerken werde das Gerücht verbreitet, dass der Impfstoff gesundheitliche Risiken berge. "Das heißt, die sozialen Netzwerke gefährden nicht nur die Demokratie, indem sie zu Aufständen motivieren wie Querdenker-Demonstrationen oder der Stürmung des Kapitols, sondern auch, indem sie Zweifel am Impfstoff verbreiten. Das ist wahnsinnig gefährlich im Moment." Gabriel wünscht sich deshalb eine noch bessere Kommunikation der Politik und der Wissenschaft, namentlich des Robert Koch-Instituts, sowie eine "Informationsoffensive der seriösen Qualitätsmedien".

6.25 Uhr: Mehr Traueranzeigen in Zeitungen zu Corona-Zeiten

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie veröffentlichen deutsche Zeitungen zeitweise mehr Traueranzeigen als gewöhnlich. Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) hat seine Anzeigenumfang-Statistiken bis einschließlich Oktober 2020 eingesehen und teilte das Ergebnis mit: "Danach gibt es in den "Corona-Monaten" April, Mai, September und Oktober tatsächlich einen signifikanten Anstieg bei den Familienanzeigen gegenüber dem Vorjahr. Das ist ungewöhnlich und beruht vermutlich in der Tat auf einer gestiegenen Anzahl von Todesanzeigen." Fragt man bei Verlagen direkt nach, dann deckt sich dieses Bild. Verglichen mit dem Durchschnitt der Vorjahre wurden etwa sechs Prozent mehr Todesanzeigen geschaltet. Dabei treten Spitzen in den Monaten April und Mai sowie im Zeitraum Oktober bis Dezember auf und sind somit deckungsgleich mit den "Hochmonaten" der Corona-Pandemie.

Die "Sächsische Zeitung" verzeichnet zurzeit ebenfalls ein erhöhtes Volumen an Traueranzeigen. Am vergangenen Samstag seien es drei Seiten in der Ausgabe Dresden gewesen, normalerweise seien es eine bis zwei. In der Lokalausgabe Löbau/Zittau kamen fünf Seiten zusammen, sonst seien es maximal drei. Die DDV Mediengruppe betonte zugleich: "Allerdings wäre es unsererseits reine Spekulation, das ausschließlich auf Corona zu beziehen, da uns die Hintergründe des Ablebens schlicht nicht bekannt sind und generell nur in seltensten Fällen in der Anzeige genannt werden." Möglicherweise spiele auch die Tatsache, dass derzeit Beerdigungen nur unter strengen Auflagen und Beschränkungen stattfinden könnten, eine Rolle. Die Mediengruppe ergänzte, dass die Zeitung eventuell deshalb wieder stärker genutzt wird, "um über eine Anzeige einen größeren Kreis über das Ableben informieren zu können".

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie veröffentlichen deutsche Zeitungen zeitweise mehr Traueranzeigen als gewöhnlich.
Seit Ausbruch der Corona-Pandemie veröffentlichen deutsche Zeitungen zeitweise mehr Traueranzeigen als gewöhnlich. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

6.14 Uhr: Bundeswehr prüft "Duldungspflicht" für Corona-Impfung

Die Bundeswehr prüft eine Ausweitung der für Soldaten geltenden Impfpflicht auf den Schutz gegen das Coronavirus. Eine Entscheidung dazu werde vorbereitet, bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Der "Spiegel" hatte bereits im Dezember berichtet, dass der Generalarzt der Bundeswehr empfohlen habe, die Impfung gegen das Virus in den sogenannten Basisimpfschutz für alle Soldaten aufzunehmen. Der Impfschutz hat sich aus Sicht des Militärs insbesondere bei den Immunisierungen der Kontingente für die Auslandseinsätze bewährt.

"Durch die besonderen Bedingungen des engen Zusammenlebens in den Einsätzen und auch in Gemeinschaftsunterkünften in Deutschland sind Soldatinnen und Soldaten per se einem relativ höheren Infektionsrisiko ausgesetzt als andere Bevölkerungsgruppen", sagte der Sprecher. "Deshalb zielen Impfungen in der Bundeswehr immer gleichzeitig auf den Schutz der Gemeinschaft und des Individuums ab und die Duldungspflicht ist ein wichtiges Instrument, um die notwendigen Impfraten für eine Herdenimmunität zu erreichen." Mehr dazu im Artikel Corona-Impfpflicht für Soldaten?

6 Uhr: Mehr als zwei Millionen Corona-Infizierte in Deutschland

In Deutschland haben sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie bereits über zwei Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.368 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Fälle auf 2.000.958 (Stand: 15.01., 00.00 Uhr). Dabei ist zu beachten, dass die tatsächliche Gesamtzahl noch deutlich höher liegen dürfte, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Außerdem wurden 1.113 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Der bisherige Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am gestrigen Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 44.994. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.641.200 an. Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan noch etwas schwierig, weil um den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitagmorgen bei 146,1. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch weiterhin enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 287,6 und Sachsen mit 274,1. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 78,7.

Hinweis: Die Daten des RKI weichen häufig von denen des Sächsischen Sozialministeriums und der lokalen Gesundheitsbehörden ab. Grund dafür sind Meldeverzögerungen.

5.39 Uhr: Biden will 1,9 Billionen schweres weiteres Corona-Konjunkturpaket

Zur Bekämpfung der Corona-Krise will der künftige US-Präsident Joe Biden ein weiteres billionenschweres Konjunkturpaket auf den Weg bringen. Bidens Team kündigte am Donnerstagabend (Ortszeit) an, angestrebt werde ein Hilfspaket im Umfang von 1,9 Billionen Dollar (rund 1,6 Billionen Euro). Vorgesehen seien darin den Plänen nach unter anderem finanzielle Direktzahlungen an Bürger in Höhe von 1.400 Dollar (rund 1.150 Euro) pro Kopf. Außerdem sollen demnach Arbeitslosenhilfen ausgeweitet werden, ebenso wie die Möglichkeiten bezahlter Auszeiten für Arbeitnehmer, die selbst krank sind, in Quarantäne gehen oder Andere pflegen müssen.

20 Milliarden Dollar in dem Paket sind demnach auch eingeplant, um die Impfungen im Land voranzutreiben. 50 Milliarden Dollar sollen in eine massive Ausweitung von Corona-Tests investiert werden. 130 Milliarden Dollar sollen an Schulen gehen, um ihnen dabei zu helfen, möglichst schnell auf sichere Weise wieder zu öffnen.

Joe Biden, Gewählter Präsident (President-elect) der USA, hat ein Maßnahmepaket gegen die Corona-Pandemie vorgestellt.
Joe Biden, Gewählter Präsident (President-elect) der USA, hat ein Maßnahmepaket gegen die Corona-Pandemie vorgestellt. © Carolyn Kaster/AP/dpa

5.28 Uhr: Kontrollen: Gut jeder Zehnte kommt ohne Einreiseanmeldung

Bei Kontrollen der Bundespolizei sind zahlreiche Verstöße gegen die Pflicht zur Einreiseanmeldung nach Aufenthalten in Corona-Risikogebieten aufgefallen. Wie das Bundespolizeipräsidium auf Anfrage mitteilte, haben die Polizisten seit dem Start der digitalen Einreiseanmeldung am 8. November bis zum 10. Januar im kontrollpflichtigen Luftverkehr rund 185 800 digitale Anmeldungen, beziehungsweise schriftliche Ersatzmitteilungen geprüft. Bei diesen stichprobenartigen Kontrollen wurden den Angaben zufolge rund 24.540 Mängel festgestellt - also bei rund 13 Prozent der überprüften Reisenden.

Als Mangel gilt dabei eine fehlende oder fehlerhaft ausgefüllte Einreiseanmeldung. "In solchen Fällen erfolgte grundsätzlich durch die eingesetzten Beamten eine Nacherhebung der Daten", teilte eine Sprecherin mit. Die damit erstellte schriftliche Ersatzmitteilung sei anschließend für das jeweils zuständige Gesundheitsamt bereitgestellt worden. Die Verpflichtung, nach einem Aufenthalt in einem ausländischen Corona-Risikogebiet eine digitale Einreiseanmeldung auszufüllen, war im November eingeführt worden. Die Erhebung der Daten soll den Gesundheitsämtern die Nachverfolgung von Infektionsketten erleichtern.

5.17 Uhr: Verbesserungen der Luftqualität bei Lockdown weniger groß als gedacht

Die Luftverschmutzung in Städten ist während der coronabedingten Einschränkungen im Frühjahr 2020 weniger stark zurückgegangen als angenommen. Einer neuen Analyse zufolge wirkten sich das Wetter und die üblichen Veränderungen beim Übergang vom Winter auf den Frühling deutlich auf die Werte von Stickstoffdioxid (NO2), Ozon (O3) und Feinstaub (PM2,5) aus. Das Team um Zongbo Shi von der University of Birmingham (Großbritannien) veröffentlichte seine Ergebnisse im Fachmagazin "Science Advances". "Wetteränderungen können Änderungen der Emissionen im Hinblick auf die Luftqualität überlagern", sagte Shi.

Die Forscher nutzten sogenanntes maschinelles Lernen: Das Computermodell lernte anhand älterer Messdaten die durch das Wetter verursachten Effekte herauszurechnen. Dies wandten sie dann auf Messreihen jeweils vor und nach Beginn eines Lockdowns in elf Städten an. Das Team verglich daher nicht die Daten von 2020 mit den Vorjahreszeiträumen, sondern die Werte vor dem Lockdown mit denen währenddessen. Die Städte lagen in Asien, Europa und Nordamerika. Des Weiteren rechneten die Forscher den Einfluss der saisonalen Veränderungen heraus.

Freitag, 5 Uhr: Lockdown-Verschärfungen zeichnen sich ab

Angesichts weiterhin hoher Infektionszahlen und großer Sorge um die aufgetauchten Coronavirus-Mutationen hat die Diskussion über zeitnahe Verschärfungen des Lockdowns gewaltig an Fahrt aufgenommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will schon kommende Woche und nicht erst wie geplant am 25. Januar mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) rechnet mit Beratungen in der kommenden Woche. "Kindergärten komplett runterfahren, Schulen abschließen, wirklich Betretungsverbote in den Pflegeheimen, wenn kein negativer Schnelltest vorliegt - solche Dinge müssen wir besprechen", sagte Kretschmer am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt forderte im "Spiegel" angesichts der Pandemielage eine Sondersitzung des Bundestags in der kommenden Woche. "Solange die Infektionszahlen nicht runtergehen, können die Lockdown-Maßnahmen nicht beendet werden und es werden weitere Maßnahmen nötig sein, besonders in der Arbeitswelt", so die Grünen-Politikerin. "Wir sollten uns die Frage stellen, ob letztlich nicht ein kompletter Lockdown von zwei bis drei Wochen besser ist als eine endlose Hängepartie", sagte Thorsten Frei, stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, dem "Spiegel". Merkel machte den Beratungsbedarf am Donnerstagabend in Sitzungen zur Vorbereitung des Wahlparteitags der CDU am Freitag und Samstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von mehreren Teilnehmern deutlich. Es gebe derzeit keinen Spielraum für Öffnungen. Mehr zu möglichen Lockdown-Verschärfungen erfahren Sie hier.

Corona-Pandemie: das geschah am Donnerstag

21.57 Uhr: Initiative fordert solidarischen Shutdown

Eine Initiative von Wissenschaftlern, Aktivisten und Gesundheitspersonal fordert angesichts der Corona-Krise ein europaweites Herunterfahren auch für die Wirtschaft. "Shutdown heißt: Wir schränken unsere direkten Kontakte auf ein Minimum ein – und zwar auch am Arbeitsplatz!", heißt es in dem Aufruf der Initiative "#ZeroCovid". "Wie viele andere Menschen auch wollen wir nicht länger diesen ewigen Lockdown Light oder dieses ständige Hin und Her zwischen Verschärfungen und Lockerungen mittragen", sagte Sprecher Oliver Kube am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Daher sei ein solidarischer "Shutdown aller nicht lebenswichtiger Bereiche, insbesondere der Wirtschaft" nötig.

Dabei sei es ihnen besonders wichtig, dass die Schwächeren und Schwächsten nicht auf der Strecke blieben, sagte Kube. Um das zu gewährleisten, fordert die Initiative europaweite Covid-Solidaritätsabgaben auf hohe Vermögen oder Unternehmensgewinne. Etwaige Lohnausfälle sollen durch ein breit aufgestelltes soziales Rettungspaket aufgefangen werden.

Zu den Erstunterzeichnern gehören nach Angaben der Initiative etwa die Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die Autorinnen Margarete Stokowski und Teresa Bücker sowie der Sea-Watch-Aktivist Ruben Neugebauer. Auch viele Wissenschaftler und Angestellte aus dem Gesundheitsbereich hätten demnach unterschrieben.

21.41 Uhr: 101-jährige Überlebende der Spanischen Grippe erhält Impfung

Als Baby wurde sie an der Seite ihrer schwer an der Spanischen Grippe erkrankten Mutter gefunden, die sich nicht mehr um sie kümmern konnte. Nun hat eine 101-Jährige aus Schottland eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten, wie der Gesundheitsdienst NHS Greater Glasgow and Clyde am Donnerstag mitteilte. Für sie sei es „nur eine weitere Impfung“, sagte Emily Lawson aus Kirkintilloch, die 1919 geboren wurde, als die letzte große Pandemie grassierte. Der Spanischen Grippe fielen weltweit schätzungsweise 50 Millionen Menschen zum Opfer.

Emily Lawson aus Kirkintilloch erhält eine Impfung gegen das Coronavirus.
Emily Lawson aus Kirkintilloch erhält eine Impfung gegen das Coronavirus. © Health and Social Care Partnership (HSCP) /dpa

21.18 Uhr: Portugal meldet Rekordzahl an Neuinifizierten

Unmittelbar vor Beginn eines einmonatigen Lockdowns hat Portugal einen Rekord an Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Binnen 24 Stunden seien 10.698 neue Ansteckungen registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag in Lissabon mit. Der bisher höchste Wert war erst am Vortag mit 10 556 erreicht worden. 148 Menschen starben innerhalb eines Tages mit Covid-19 - acht weniger als beim Höchstwert vom Mittwoch.

Der neue Lockdown ab Freitag ähnelt dem vom Frühjahr 2020. Das Haus darf nur aus triftigem Grund verlassen werden. Man darf unter anderem Einkäufe tätigen, zur Arbeit fahren oder einen Arzt aufsuchen. «Denken sie nicht an die Ausnahmen, sondern an die Regel. Und die Regel ist einfach: Jeder von uns muss zu Hause bleiben», sagte Ministerpräsident António Costa.

Homeoffice ist ab Freitag in Portugal überall dort, wo möglich, obligatorisch. Gaststätten und Geschäfte - außer für Lebensmittel und den täglichen Grundbedarf - müssen schließen. Präsenzunterricht, Profifußball und Gottesdienste werden unterdessen - anders als im vergangenen Frühjahr - diesmal nicht verboten.

21.02 Uhr: Sächsische Wirtschaft kritisiert Corona-Politik

Die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft (VSW) hat die Corona-Maßnahmen der Politik kritisiert. Die ständig neuen Vorschläge bis hin kompletten Runterfahren der Wirtschaft offenbarten "Hilflosigkeit, Aktionismus und das Fehlen einer Strategie", sagte Präsident Jörg Brückner laut Mitteilung am Donnerstag zur aktuellen Diskussion über mögliche weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. "Passend zur aktuellen Wetterlage kann man zusammenfassen: Die Politik soll vor ihrer Tür kehren, nicht nur den Schnee."

Brückner verwies unter anderem darauf, dass erst Masken fehlten und nun der in Deutschland entwickelte Impfstoff, während andere Länder sofort dankbar zugriffen und tagtäglich Leben retten. "All das schadet unserem Land massiv, vom Vertrauensverlust in die Politik ganz zu schweigen." Das gelte auch für mögliche weitere Einschränkungen von Bürgern und Wirtschaft, die das Ganze aber am Laufen halten sollten. Dabei zeige die Statistik des Robert-Koch-Instituts, dass der Arbeitsplatz nicht der Schwerpunkt der Pandemie ist - in der Industrie etwa lägen die Zahlen bei nur zwei bis vier Prozent.

Sachsens Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner
Sachsens Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner © Steffen Fuessel/VSW/dpa

20.28 Uhr: Merkel bestreitet vor CDU-Präsidium Lockdown-Pläne für den Nahverkehr

Nachdem zunächst in Regierungskreisen bestätigt wurde, dass das Kanzleramt und mehrere Bundesländer erwägen, den Öffentlichen Verkehr runterzufahren, um die Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, bestreitet Kanzlerin Angela Merkel (CDU) konkrete Pläne. Einen Bericht der „Bild“-Zeitung, wonach im Kanzleramt über die Einstellung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs nachgedacht werde, wies sie nach Angaben mehrerer Teilnehmer in der Online-Sitzung des CDU-Präsidiums zurück, berichtete dpa.

Sie will aber schon kommende Woche und nicht erst wie geplant am 25. Januar mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Erwartet wird eine Verlängerung des Lockdowns und Verschärfungen, ob und wie weit sie auch den öffentlichen Verkehr betreffen, ist nach den widersprüchlichen Informationen derzeit die Frage.

20.13 Uhr: Frankreich verschärft Ausgangssperre

Im Kampf gegen das Coronavirus will Frankreich die abendliche und nächtliche Ausgangssperre auf dem gesamten Festland um zwei Stunden auf 18 Uhr vorziehen. Die Regelung solle ab Samstag für mindestens 15 Tage gelten, kündigte Premierminister Jean Castex am Donnerstagabend in Paris an. "Es ist nicht möglich, das Haus aus persönlichen Gründen zu verlassen", sagte Castex. Auch Geschäfte sollen demnach ab 18 Uhr schließen.

Zuvor war das ursprünglich von 20 Uhr bis 6 Uhr geltende Ausgehverbot bereits in einzelnen besonders betroffenen Départements vorverlegt worden. Den Menschen ist es während dieser Zeit nicht mehr gestattet, an der frischen Luft spazieren zu gehen, Sport zu machen oder einzukaufen. Sie dürfen aber zum Beispiel weiterhin zur Arbeit fahren oder wegen zwingender familiärer Gründe das Haus verlassen.

Die Situation habe sich in den letzten Tagen stabilisiert, bleibe aber besorgniserregend, sagte Castex. Im Schnitt gebe es etwa 16.000 nachgewiesene Fälle am Tag. Keines der französischen Départements liege derzeit unter der Zielmarke von einem Schnitt von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Wegen der neuen Coronavirus-Varianten sollen auch die Grenzkontrollen verschärft werden. Bei der Einreise nach Frankreich von Ländern außerhalb der Europäischen Union wird ein negativer Corona-Test fällig.

19.56 Uhr: Jordanien impft Flüchtlinge gegen Corona – kostenlos

Als eines der ersten Länder weltweit hat Jordanien am Donnerstag mit der Corona-Impfung von Flüchtlingen begonnen. Das berichtete das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) in Genf mit höchstem Lob für die jordanischen Gesundheitsbehörden. Flüchtlinge bekommen dort genau wie einheimische die Impfung auf Wunsch kostenlos. Von 78 Ländern, die nationale Impfstrategien entwickelten, hätten nur 39 die Flüchtlinge in ihrem Land explizit mit einbezogen, erklärte das UNHCR.

Jordanien beherbergt bei zehn Millionen Einwohnern rund 700.000 Flüchtlinge. Dank rigoroser Schutzmaßnahmen hätten sich in den Flüchtlingslagern nur knapp 2.000 Menschen infiziert.

19.27 Uhr: Lockdown-Verschärfung im Gespräch – auch ÖPNV könnte betroffen sein

Deutschland steht womöglich vor einer bisher beispiellosen Verschärfung des Corona-Lockdowns. Wie der Tagesspiegel aus Regierungskreisen erfuhr, erwägen das Kanzleramt und mehrere Bundesländer, den Öffentlichen Verkehr runterzufahren, um die Infektionszahlen in den Griff zu bekommen. „Das würde nicht nur Busse, U- und S-Bahnen betreffen, sondern auch die Deutsche Bahn“, hieß es. Auch über härtere Einschränkungen der Bewegungsfreiheit wird diskutiert. Ein Grund sind die Virusmutationen, die rund 40 Prozent ansteckender sein sollen – deren Ausbreitung in Deutschland wird aufgrund bisher kaum durchgeführter Laboruntersuchungen als „Black Box“ beschrieben.

Kanzlerin Angela Merkel und Kanzleramtschef Helge Braun (beide CDU) seien „extrem besorgt“ wegen der Mutation, vor allem seit in Irland die Infektionszahlen außer Kontrolle geraten sind, hieß es. Das Verkehrsministerium prüft, wie sich so ein Verkehrs-Shutdown bei der Bahn umsetzen ließe. Als erstes hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

Allerdings ist bisher völlig unklar, wie so etwas funktionieren könnte, da etwa Pflegekräfte und andere Bedienstete in sogenannten systemrelevanten Berufen für den Arbeitsweg auf Busse und Bahnen angewiesen sind. Bayern hat als ersten Schritt am kommenden Montag in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken erlassen, die Infektionsrisiken stärker mindern als Alltagsmasken.

19.01 Uhr: Landtagswahl in Thüringen wird verschoben

Als Reaktion auf dramatisch hohe Corona-Infektionszahlen wird die Wahl des Thüringer Landtags auf den 26. September verschoben. Darauf haben sich Linke, SPD, Grüne und CDU verständigt, wie ihre Spitzenpolitiker am Donnerstagabend in Erfurt mitteilten. Das Parlament soll damit nicht wie bisher geplant Mitte Februar - und damit mitten in der Pandemie - aufgelöst werden, um vorgezogene Neuwahl am 25. April zu ermöglichen.

Am 26. September wird auch der Bundestag, der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und das Abgeordnetenhaus in Berlin gewählt. Thüringens Linke-Fraktions- und Landesparteichefin Susanne Hennig-Wellsow sagte, dies sei angesichts der pandemischen Situation der frühestmögliche Zeitpunkt.

In Thüringen regiert derzeit eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Sie ist auf eine Zusammenarbeit mit der oppositionellen CDU angewiesen. Die vier Parteien hatten sich auf die vorgezogene Landtagswahl verständigt - sie hoffen danach auf eindeutige Mehrheitsverhältnisse im Parlament. Regulär würde in Thüringen erst 2024 gewählt.

18.29 Uhr: Ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland geimpft

Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sind inzwischen 840.000 Menschen in Deutschland geimpft. „Wir haben Stand heute 840.000 Geimpfte in Deutschland“, teilte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin mit. „Das erste Prozent der Bevölkerung ist geimpft.“Bislang ist ungewiss, ob Geimpfte das Coronavirus noch auf andere Menschen übertragen können und wenn ja, dann in welchem Ausmaß. Gleiches gilt für Menschen, die bereits eine Corona-Infektion überstanden haben. Bei den bisherigen Impfstoff-Studien war nur festgestellt worden, dass Geimpfte selbst weitgehend vor einer Erkrankung geschützt sind.

18.17 Uhr: Große Zustimmung für verlängerte Abgabefrist der Steuererklärung

Die Pläne zur verlängerten Abgabefrist für die Steuererklärung 2019 stoßen im Bundestag auf einhellige Zustimmung. Bei der ersten Lesung des Gesetzentwurfs der großen Koalition signalisierten am Donnerstag auch sämtliche Oppositionsfraktionen ihre Zustimmung. "Die Intention insgesamt ist richtig, die Maßnahme ist sachgerecht, die Haushaltsbelastung marginal", sagte der AfD-Finanzexperte Albrecht Glaser.

Nach dem Gesetzentwurf von CDU/CSU und SPD sollen Steuerberater wegen der Corona-Krise sechs Monate mehr Zeit für die Steuererklärungen ihrer Mandanten bekommen. Die Abgabefrist für die Jahressteuererklärungen 2019 soll demnach vom 28. Februar dieses Jahres bis zum 31. August verlängert werden - allerdings nur in den Fällen, in denen der jeweilige Steuerzahler einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein einschaltet.

Die Vorsitzende des Bundestags-Finanzausschusses, Katja Hessel (FDP), erklärte, die Steuerberater bräuchten den "Rückenwind des Parlaments". Wegen der Beantragung von Corona-Hilfen und Kurzarbeitergeld seien sie derzeit überlastet.

17.58 Uhr: Längere Antragsfristen für Corona-Hilfen des Bundes

Unternehmen können Anträge auf Corona-Hilfszahlungen des Bundes nun länger stellen als bislang geplant. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte, wurde die Antragsfrist für die November- und die Dezemberhilfe bis 30. April verlängert. Bislang galt der 31. Januar für die Novemberhilfe als Enddatum, für die Dezemberhilfe war es der 31. März. Die Überbrückungshilfe II für den Zeitraum September bis Dezember 2020 kann nun bis 31. März beantragt werden - bisher lief die Antragsfrist bis 31. Januar.

Mit der November- und Dezemberhilfe sollen Firmen, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen entschädigt werden, die von Schließungen betroffen sind. Der Zuschuss beträgt 75 Prozent des jeweiligen durchschnittlichen Umsatzes im November beziehungsweise Dezember 2019 - anteilig für die jeweilige Dauer der Schließungen. Mit den Überbrückungshilfen werden betriebliche Fixkosten wie Mieten und Pachten erstattet.

17.14 Uhr: Großbritannien beginnt mit Impfungen in Apotheken

In Großbritannien bieten nun auch Apotheken Impfungen gegen das Coronavirus an. Der Schritt soll helfen, das Impftempo zu erhöhen. Die Regierung will bis Mitte Februar bis zu 15 Millionen Menschen aus den größten Risikogruppen impfen.„Apotheken spielen eine zentrale Rolle im Kampf gegen Covid-19“, sagte Claire Anderson von der Apothekervereinigung Royal Pharmaceutical Society am Donnerstag. Mehrere Ketten wie Boots und Superdrug, aber auch unabhängige Apotheken erhielten die ersten Lieferungen. Ende Februar sollen „Hunderte“ Geschäfte in der Lage sein, Menschen zu impfen.

Bisher haben nach Regierungsangaben landesweit mehr als 3,2 Millionen Menschen eine Dosis gegen das Virus erhalten. Angesichts der raschen Ausbreitung einer mutmaßlich deutlich ansteckenderen Virus-Variante setzt die Regierung auf einen baldigen Effekt der Massenimpfung. Das Gesundheitssystem steht erheblich unter Druck, in den Kliniken werden nach Angaben von Premierminister Boris Johnson etwa 70 Prozent mehr Corona-Patienten behandelt als zum Höhepunkt der ersten Welle im April.

16.37 Uhr: Sachsens Linke kritisieren Kommunikation der Regierung

Die Linken haben die Kommunikation der sächsischen Regierung in der Corona-Krise kritisiert. Die Pandemie erzeuge schon genug Unsicherheit bei den Menschen, erklärte Parteichefin Susanne Schaper am Donnerstag in Dresden: "Die Landesregierung wäre gut beraten, nicht jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf zu treiben. Statt laut zu denken und jeden Tag neue Vorschläge zu präsentieren, ist stilles und effektives Arbeiten geboten."

Die Linken bezogen sich auf Äußerungen von Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) und Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Kretschmer habe vorgestern erklärt, man befinde sich "in den schwersten Wochen der Pandemie" und es sei nicht klar, welche Lockerungen es geben werde. Nur einen Tag später habe er laut über die ersten Lockerungen nachgedacht. Köpping habe ebenfalls am Dienstag gesagt, man denke über eine FFP2-Maskenpflicht im Einzelhandel und Nahverkehr nach, und einen Tag später mitgeteilt, eine solch Verpflichtung werde es nicht geben.

"Statt wirrer Kommunikation nach außen und Gespräche mit den Lautesten zu führen, sollte die Staatsregierung sich endlich um die Menschen kümmern, die es in der Krise besonders schwer haben", betonte Linke-Fraktionschef Rico Gebhardt.

16.09 Uhr: Rund 2.000 Neuinfektionen in Sachsen

In Sachsen steigt die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen weiter an - allerdings nicht mehr so stark wie in den vergangenen Tagen. Laut Statistik des Gesundheitsministeriums vom Donnerstag wurden binnen eines Tages 1.911 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Am Vortag wurden noch 2.700 Neuinfektionen gemeldet. Damit gibt es seit Beginn der Pandemie insgesamt 163.288 Infektionsfälle im Freistaat.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 stieg bleib in Sachsen ebenfalls weiter hoch. Binnen 24 Stunden wurden 212 weitere Corona-Tote registriert, die Gesamtzahl steigt damit auf 4.786 Todesfälle. Die Zahl der Patienten, die wegen einer solchen Erkrankung auf der Intensivstation behandelt werden müssen, liegt bei 528. Rund 2.652 werden wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt.

Die 300er Marke bei den Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner hat Sachsen unterdessen unterschritten. Die Zahl der Neuinfektionen auf jeweils 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen liegt in Sachsen den Angaben zufolge bei derzeit 292,4 aus. Das ist weiterhin der zweithöchste Wert - nach dem bundesweiten Spitzenreiter Thüringen (310,4).

15.49 Uhr: Sachsens Lehrer wegen Pannen mit Lernplattform frustriert

Der Sächsische Lehrerverband (SLV) hat technische Pannen beim digitalen Unterricht in der Corona-Pandemie moniert. "Systemabstürze und Serverüberlastungen führen aber immer häufiger zu Frust und einem zusätzlichen Arbeitsaufwand für Lehrkraft und Schüler", erklärte der Verband am Donnerstag. Der Freistaat sei in der Pflicht, für einen reibungslosen Ablauf der digitalen Dienste zu sorgen und entsprechende technische Lösungen bereitzustellen: "Dafür muss in die Erhöhung der Serverkapazitäten und die Behebung von Sicherheitslücken investiert werden. Der technische Support kann grundsätzlich nicht Aufgabe der Lehrkräfte sein."

"Der Distanzunterricht in der derzeitigen Ausnahmesituation ist bereits eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Wenn LernSax dann zusätzlich nicht ordnungsgemäß funktioniert, behindert das nicht nur die Aufgabenverteilung sondern auch die Kommunikation zwischen Schüler und Lehrkraft", betonte Jens Nelle, stellvertretender Landeschef des Lehrerverbandes. Unterrichtsabläufe würden gestört, was zu weiteren Lücken in der Wissensvermittlung führe.

15.24 Uhr: Fast eine Million Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe in de USA

Die Zahl der Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in den USA auf fast eine Million gestiegen. In der Woche bis zum 9. Januar stellten 965.000 Personen einen Antrag, rund 180.000 mehr als in der Vorwoche, wie die US-Regierung am Donnerstag mitteilte.

Die Erstanträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung am Arbeitsmarkt in der größten Volkswirtschaft der Welt wider. Wegen der Corona-Krise verharren die wöchentlichen Erstanträge auf sehr hohem Niveau. Zum Vergleich: Vor der Krise hatten die Anträge meist nur bei rund 200.000 gelegen. Im Dezember waren erstmals seit April wieder Zehntausende Arbeitsplätze verloren gegangen; die Arbeitslosenquote blieb bei 6,7 Prozent. Ende Dezember bekamen rund 18,4 Millionen Menschen eine Form von Arbeitslosengeld. In der gleichen Woche des Vorjahres, also vor dem Beginn der Pandemie, waren es nur 2,2 Millionen Menschen gewesen.

Die Pandemie verbreitet sich in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, weiterhin dramatisch. Täglich wurden in der vergangenen Woche im Durchschnitt rund 240 000 Neuinfektionen gemeldet. Rund 385.000 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus und der Erkrankung Covid-19 gestorben.

15.09 Uhr: Spiel von Dresden gegen Wiesbaden abgesagt

Nach der Corona-Infektion von Trainer Markus Kauczinski und einer weiteren Person ist das nächste Spiel von Fußball-Drittligist Dynamo Dresden abgesagt worden. Der DFB teilte am Donnerstag mit, dass die für Samstag geplante Partie gegen den SV Wehen-Wiesbaden an einem anderen Termin nachgeholt wird. Damit gab der DFB dem Antrag auf Spielverlegung der Dresdner statt. Mehr dazu lesen Sie hier.

14.43 Uhr: Corona setzt Sachsens Schweinehalter unter Druck

In sächsischen Ställen wachsen zu viele Schweine heran. Das teilte der sächsische Landesbauernverband am Donnerstag auf seiner Jahrespressekonferenz mit. Wegen des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland hatten mehrere Länder, darunter Großabnehmer China, ihre Importe gestoppt. Der wegfallende Absatz durch die Schließung von Gaststätten tut sein übriges: In Sachsen gibt es einen "Schweinestau". Das sorgt für Preisverfall, der Preis für ein Kilo Fleisch hat sich innerhalb eines Jahres auf 1,19 Euro halbiert. Die Verluste der Bauern sind enorm. Mehr zur Notlage in Sächsischen Ställen lesen Sie hier: "Corona sorgt für volle Schweineställe"(SZ+)

13.42 Uhr: Ärztegewerkschaft Marburger Bund: Lockerungsszenarien nicht denkbar

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund lehnt Lockerungen der Corona-Regeln zum jetzigen Zeitpunkt strikt ab. "Ich halte Lockerungsszenarien im Moment für überhaupt nicht denkbar", sagte die Vorsitzende Susanne Johna am Donnerstag im SWR2-"Tagesgespräch". Es schockiere sie als Ärztin, wie manche darüber diskutierten - als gehe es nur darum, die älteren Mitbürger richtig zu schützen, und alles andere könne so weitergehen. "Ich gebe zu bedenken, dass wir schon mehr als 11.000 Tote in der Altersgruppe zwischen 60 und 79 zu betrauern haben."

13.30 Uhr: Altmaier: 2021 wird ein Jahr des Aufschwungs sein

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ist zuversichtlich, dass sich die Wirtschaft trotz der Corona-Pandemie im Jahr 2021 wieder auf Wachstumskurs geht. "Die Wirtschaft wird sich in diesem Jahr erholen, es wird ein Aufschwungjahr sein", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in einer Live-Schalte auf dem digitalen "Handelsblatt"-Energiegipfel. Im vergangenen Jahr sei ein wichtiger Wendepunkt erreicht worden, sagte Altmaier. Hoffnung für die Zukunft sieht Altmaier in der Energiewende. Die Politik dürfe die Unternehmen, die "den Schalter umgelegt" hätten, nicht enttäuschen. "Wer nicht vorne weegmarschiert, wird eingeholt und überrollt werden", sagte Altmaier. Das Statistische Bundesamt hatte am Donnerstag einen massiven Einbruch der Wirtschaftsleitung im Jahr 2020 gemeldet: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte nach einer ersten Schätzung gegenüber dem Vorjahr um 5,0 Prozent.

13.20 Uhr: Lockdown: Hilfsprogramme für Prostituierte gefordert

Weiterführende Artikel

Polizist bei illegaler Party in Dresden verletzt

Polizist bei illegaler Party in Dresden verletzt

Polizeibeamte mussten in einem Gartenlokal in Dresden-Naußlitz sogar Pfefferspray einsetzen. Jetzt äußert sich der Pächter des Lokals zu dem Vorfall.

Die Dresdner Corona-Lage im Überblick

Die Dresdner Corona-Lage im Überblick

Der Inzidenz-Wert für Dresden steigt erstmals in dieser Woche wieder. Ab Montag öffnet außerdem das Impfzentrum für über 80-Jährige. Mehr Infos:

Sachsen: So funktionieren Corona-Tests für Grenzgänger

Sachsen: So funktionieren Corona-Tests für Grenzgänger

Die neue Pflicht ab Montag trifft vor allem Polen und Tschechen. Sächsische Firmen haben Ideen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Kritik an Dresdner Gastwirt nach Corona-Video

Kritik an Dresdner Gastwirt nach Corona-Video

Ein Gastwirt redet sich wegen der Corona-Schließungen per Internetvideo in Rage. Nun steht er wegen Kontakten ins rechte Milieu selbst in der Kritik.

Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes hat wegen der Corona-Pandemie Hilfs- und Ausstiegsangebote für Prostituierte gefordert. Es sei inakzeptabel, dass Bordellbetreiber staatliche Finanzhilfen bekämen, während Prostituierte im Stich gelassen würden, erklärte die Bundesgeschäftsführerin von Terre des Femmes, Christa Stolle, am Donnerstag in Berlin. Seit Beginn der Pandemie sei die Lage von Prostituierten in Deutschland höchst kritisch und prekär, hieß es. Verschärft werde ihre Not durch den zweiten Lockdown, der die Prostituierten mittellos zurücklasse. Die meisten Prostituierten würden durch kein Sozialsystem aufgefangen.

Mehr zum Thema Deutschland & Welt