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Sachsen will Quarantäne-Verweigerer einsperren

Sachsen nimmt Einrichtung für Quarantäne-Brecher in Betrieb, weltweit mehr als 2 Millionen Corona-Tote, Pfizer liefert weniger Impfstoff - unser Newsblog.

Wer die vom Gesundheitsamt verordnete Quarantäne bricht, soll in Sachsen künftig per Gerichtsbeschluss abgesondert werden.
Wer die vom Gesundheitsamt verordnete Quarantäne bricht, soll in Sachsen künftig per Gerichtsbeschluss abgesondert werden. © Robert Michael/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

21.54 Uhr: Corona-Krise verlangsamt Migration

Die Corona-Krise und die mit ihr verbundenen weltweiten Reisebeschränkungen haben den Vereinten Nationen zufolge auch die Migrationsbewegungen gebremst. "Vorläufige Schätzungen deuten darauf hin, dass die Pandemie das Wachstum der Anzahl internationaler Migranten bis Mitte 2020 um rund zwei Millionen verlangsamt haben könnte", teilten die Vereinten Nationen am Freitag mit.

Dies seien 27 Prozent weniger Anstieg, als noch 2019 erwartet wurden. Insgesamt sei die Zahl von etwa 274 Millionen internationalen Migranten Mitte 2019 auf 281 Millionen ein Jahr später gestiegen - das entspreche 3,6 Prozent der Weltbevölkerung.

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Die Zahl sei in den vergangenen Jahrzehnten stetig gewachsen, im Jahr 2000 hatte sie noch bei 173 Millionen gelegen. Zwei Drittel aller Migranten leben den Vereinten Nationen zufolge dabei in nur 20 Ländern: Alleine in den USA seien es 51 Millionen, Deutschland ist auf Platz zwei mit 16 Millionen, unter ihnen viele Migranten aus anderen europäischen Ländern. In der Rangliste folgen Saudi-Arabien, Russland und Großbritannien.

21.25 Uhr: Umarmungen trotz Corona

Umarmungen sind in Corona-Zeiten besonders wertvoll: Gerade Covid-Patienten im Krankenhaus vermissen die Nähe ihrer Familienangehörigen sehr. In Italien, wo Küsschen und Umarmungen bisher nicht wegzudenken waren, suchen Krankenhäuser und Pflegeheime deshalb oft nach kreativen Lösungen für mehr nahen Kontakt. So auch im „Nuovo Ospedale dei Castelli“ in Ariccia südlich von Rom. Dort helfen ein sogenannter Umarmungsraum und eine spezielle Kunststoff-Vorrichtung dabei, sich persönlich in den Arm zu nehmen.

Die Plastik-Abtrennung hat schlauchartige Hüllen für die Arme. Damit können Angehörige ihren Lieben, die sich auf dem Weg der Besserung befinden, nahe sein - etwa das Paar Salvatore und Alida, das den 50. Hochzeitstag feierte. Bei der ersten Präsentation der Umarmungsfolie vor einiger Zeit hatten Ärzte gesagt, dass mit mehr Glücksgefühlen vermutlich auch die Heilung beschleunigt werden könne.

20.56 Uhr: Rekord an Neuinfektionen in Spanien

Spanien hat erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 40.000 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die Zahl der Ansteckungen sei um 40.197 auf insgesamt mehr als 2,25 Millionen gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Madrid mit. Der bisherige Höchstwert war am Mittwoch mit 38.869 erreicht worden. Wegen der bereits seit Wochen anziehenden Zahlen beschlossen auch am Freitag mehrere Regionen, darunter auch Madrid, eine Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.

Die nächtliche Ausgehsperre wird ab Montag in der Hauptstadtregion um eine Stunde auf 23 Uhr vorgezogen, teilte die Regionalregierung am Freitag mit. Restaurants, Cafés und Bars müssen dann in der gesamten sogenannten Autonomen Gemeinschaft schon um 22 Uhr - statt wie bisher um Mitternacht - schließen. Die Verschärfung der Maßnahmen gilt den Angaben zufolge vorerst für zwei Wochen. Zudem wird die Zahl der in Madrid abgesperrten Gebiete, die man nur mit triftigem Grund verlassen oder betreten werden darf, auf insgesamt 19 Gemeinden und 47 kleinere Bezirke erhöht. Betroffen sind insgesamt 1,3 Millionen der insgesamt 6,7 Millionen Bewohner der Region.

20.39 Uhr: Kanzleramtschef erwartet Kraftanstrengung bis zum Sommer

Kanzleramtschef Helge Braun hält in der Corona-Krise eine «Kraftanstrengung» noch bis zum Sommer für nötig. Die Infektionszahlen müssten gesenkt werden, sagte Braun am Freitagabend auf dem digitalen CDU-Parteitag. Deutschland stehe noch vor drei bis vier schweren Monaten. Im Sommer, glaube er, werde sich alles sehr gut fügen. Bis dahin sei es aber noch eine Kraftanstrengung.

Wegen der kritischen Corona-Lage ziehen Bund und Länder ihre Beratungen über mögliche schärfere Beschränkungen auf nächste Woche vor. Bereits an diesem Dienstag ist dazu nun eine Schaltkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten geplant, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin sagte. Welche Lockdown-Verschärfungen jetzt möglich sind, lesen Sie hier.

20.18 Uhr: Luftwaffe bringt Sauerstoff nach Manaus

Nach dem Zusammenbruch des Gesundheitssystems in der Amazonas-Metropole Manaus hat Brasiliens Luftwaffe Sauerstoff geliefert. Dies berichtete das brasilianische Nachrichtenportal "G1" unter Berufung auf die Luftwaffe am Freitag. Demnach seien zwei Transportflugzeuge mit 386 Sauerstoff-Zylindern in der abgelegenen Stadt mitten im Amazonas-Gebiet angekommen. Gesundheitsminister Eduardo Pazuello hatte in einer Übertragung in sozialen Netzwerken zusammen mit Präsident Jair Bolsonaro am Donnerstagabend bestätigt: "Es gibt einen Kollaps in der Gesundheitsversorgung in Manaus." Demnach warteten dort 480 Covid-19-Patienten auf ein Krankenhausbett.

Manaus, die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas, registrierte zuletzt die meisten Krankenhausaufenthalte im Zusammenhang mit Covid-19 seit April. Aufgrund dessen ging der Sauerstoff aus, Patienten werden in andere Bundesstaaten geschickt. Persönlichkeiten wie der Youtuber Felipe Neto oder der Fußballer Richarlison forderten in sozialen Netzwerken "OXIGÊNIO PARA MANAUS!" - Sauerstoff für Manaus. Auch die deutschen Bundesliga-Clubs Eintracht Frankfurt und VfL Wolfsburg schlossen sich der Aktion an. Der Bürgermeister von Manaus hatte zuletzt bereits angekündigt, mehr als 20.000 neue Gräber bereitzustellen. Ab Freitag gilt im Amazonas eine Ausgangssperre von 19 Uhr bis 6 Uhr.

Die abgelegene Amazonas-Metropole Manaus hat sich in Brasilien erneut zum Corona-Hotspot entwickelt. Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen, vor allem fehlt es an Sauerstoff. Nun hilft die Luftwaffe bei der Versorgung.
Die abgelegene Amazonas-Metropole Manaus hat sich in Brasilien erneut zum Corona-Hotspot entwickelt. Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen, vor allem fehlt es an Sauerstoff. Nun hilft die Luftwaffe bei der Versorgung. © Fuerza Aeronautica Brasil/dpa

20.04 Uhr: Mutation könnte im März vorherrschende Variante in USA werden

Die zuerst in Großbritannien entdeckte und wohl deutlich ansteckendere Corona-Mutation könnte in den Vereinigten Staaten schon bald weiter verbreitet sein als das die ursprüngliche Variante. "Der vorausgesagte Entwicklungsverlauf dieser Variante in den USA weist Anfang 2021 ein schnelles Wachstum auf und wird im März zur vorherrschenden Variante", teilte die Gesundheitsbehörde CDC am Freitag mit. Dies könne die medizinische Infrastruktur in den Vereinigten Staaten weiter anspannen und strengere öffentliche Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 verlangen. In den USA wurden bislang laut der CDC 76 Fälle der Corona-Variante in zehn Bundesstaaten gemeldet.

19.40 Uhr: Fast eine Million Impfdosen in Deutschland verabreicht

Seit dem Impfstart am 27. Dezember 2020 sind in Deutschland 961.682 Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Dies geht aus aktuellen Angaben des Robert-Koch-Instituts hervor, das täglich über die Menge verabreichter Impfdosen informiert. Fast die Hälfte (46 Prozent) der an Deutschland ausgelieferten Impfdosen wurde somit bereits benutzt. Viele Bundesländer halten etwa die Hälfte der Dosen zurück, damit die zweite Impfdosis, mit der ein vollständiger Impfschutz erst gewährleistet ist, sicher erfolgen kann. Derzeit ist Mecklenburg-Vorpommern Spitzenreiter unter den Ländern: Das Bundesland hat bereits 78 Prozent des ausgelieferten Impfstoffes verimpft. In Berlin wurde rund die Hälfte der aktuell zur Verfügung stehenden Impfdosen verabreicht.

Insgesamt hat Deutschland nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums bereits 2.008.500 Impfdosen des Biontech-Impfstoffs erhalten, dazu kamen 63.600 Impfdosen des zweiten in der EU zugelassenen Impfstoffs von Moderna, die diese Woche geliefert wurden. In den kommenden Wochen soll Deutschland pro Woche 667.875 Impfdosen von Biontech erhalten. Die Menge des Moderna-Impfstoffs wird alle zwei Wochen steigen: Das Gesundheitsministerium rechnet in der vierten Kalenderwoche mit 91.200 Impfdosen, in der sechsten mit 226.800 und in der achten Kalenderwoche mit 674.400. Der Impfstoff wird gemäß dem Bevölkerungsanteil auf die Bundesländer verteilt.

19.12 Uhr: Mehr als zwei Millionen Corona-Tote weltweit

Seit Beginn der Pandemie sind weltweit bereits mehr als zwei Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging am Freitag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Weltweit gab es demnach bislang mehr als 93 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Virus. Experten gehen von einer noch höheren Dunkelziffer aus.

Die Webseite der Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Der WHO zufolge gab es bis Freitag 1,98 Millionen bestätigte Todesfälle.

18.51 Uhr: Flughäfen in Sachsen: deutlich weniger Passagiere, mehr Luftfracht

Corona-Lockdown und Reisebeschränkungen haben im vergangenen Jahr für einen drastischen Einbruch der Passagierzahlen an den beiden sächsischen Flughäfen in Leipzig/Halle und Dresden gesorgt. Wie die Mitteldeutsche Flughafen AG am Freitag mitteilte, wurden 2020 insgesamt rund 918.341 Fluggästen und damit gut 78 Prozent weniger als im Vorjahr registriert.

Hingegen legte der Frachtumschlag am Flughafen Leipzig/Halle deutlich zu: 2020 stieg er den Angaben zufolge um 11,7 Prozent auf knapp 1,4 Millionen Tonnen. Allein im Dezember legte die Luftfracht um 35 Prozent zu. "Für 2021 rechnen wir mit weiterem Frachtwachstum und außerdem mit einer schrittweisen Erholung der Passagierzahlen, sobald die Reisebeschränkungen nachlassen", sagte Geschäftsführer Götz Ahmelmann. Er rechnet damit, dass in diesem Jahr auch der Transport von medizinischen Gütern und Schutzausrüstung eine wichtige Rolle spielt. So könnten in Leipzig/Halle auch Impfstoffe umgeschlagen werden. Dank einer speziellen Zertifizierung können an dem Airport auch sensible Pharmaprodukte abgefertigt werden.

18.24 Uhr: Auch Zahnärzte und Apotheken dürfen Schnelltests durchführen

In Zukunft dürfen auch Zahnärzte und Apotheken Corona-Schnelltests im Auftrag der Gesundheitsämter durchführen. Das geht aus einer Verordnung des Gesundheitsministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Kreis der beauftragungsfähigen Personen und Einrichtungen werde konkretisiert, um die für die Stellen des öffentlichen Gesundheitsdienstes erforderliche Rechtssicherheit schaffen, teilte das Gesundheitsministerium auf Anfrage mit. Darüber berichteten auch die "Stuttgarter Nachrichten" und die "Stuttgarter Zeitung".

"Schnelltests helfen, Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko zu schützen", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Zeitungen. Nun könnten im Auftrag der Gesundheitsämter "auch Zahnarztpraxen und Apotheken in Schulen, Kitas oder Pflegeheimen testen".

Im Zuge der Verordnung wurde auch die Anzahl der Tests für ambulante Pflegedienste, insbesondere solche der ambulanten Intensivpflege auf 20 Tests pro Betreuten und Monat erhöht. Auch Bewohnerinnen und Bewohner von Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe können künftig getestet werden.

17.59 Uhr: Keine Sonderrechte für Geimpfte in den Zügen der Bahn

Für Corona-Geimpfte soll es bei der Deutschen Bahn laut Konzernchef Richard Lutz keine Sonderrechte geben. "Wir halten uns an die politischen Vorgaben", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Niemand wird deshalb vorerst auf eine Maske verzichten können, nur weil er einen Impfausweis hochhält." Die Corona-Krise hat die Fahrgastzahlen beim bundeseigenen Konzern massiv einbrechen lassen. "Noch 2019 hatten wir im Fernverkehr mit mehr als 150 Millionen so viele Passagiere wie noch nie", sagte Lutz. Auch Anfang 2020 seien die Zahlen gestiegen. "Ende 2020 waren es nur noch gut halb so viel: rund 80 Millionen." Entsprechend hoch sind die Einbußen bei der Deutschen Bahn. Lutz rechnet demnach mit Schäden von rund 10 Milliarden Euro bis 2024.

17.36 Uhr: Knapp 100.000 Soldaten gegen Corona-Pandemie im Einsatz

Bislang haben laut Medienberichten etwa 100.000 Soldatinnen und Soldaten bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland Amtshilfe geleistet. „Wenn ich alle bisher tätigen Soldatinnen und Soldaten zusammennehme, komme ich geschätzt auf eine knapp sechsstellige Zahl“, sagte der für die Corona-Amtshilfe verantwortliche Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis, der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf.

Seit Februar vergangenen Jahres seien 3.247 Anträge auf Amtshilfe eingegangen, von denen 83 Prozent gebilligt wurden, hieß es. Bezogen auf Dauer, Umfang und Intensität sei diese Amtshilfe „in 65 Jahren Bundeswehr beispiellos“, betonte Schelleis.

Aktuell seien mehr als 5.700 Bundeswehrangehörige in 313 Gesundheitsämtern eingesetzt und dort hauptsächlich mit der Nachverfolgung von Infektionsketten befasst. Über 820 Soldatinnen und Soldaten engagierten sich bei der Hilfe in Krankenhäusern. Gebilligt seien zudem bereits 2.800 weitere Kräfte für den Einsatz in Impfzentren oder bei der mobilen Impfung, über 1.100 Bundeswehr-Angehörige unterstützten in Alten- und Pflegeheimen.

Soldaten der Bundeswehr unterstützen etwa Gesundheitsämter in Deutschland bei der Nachverfolgung von Corona-Kontaktketten. Auch im Kreis Görlitz waren sie im Herbst vergangenen Jahres im Einsatz.
Soldaten der Bundeswehr unterstützen etwa Gesundheitsämter in Deutschland bei der Nachverfolgung von Corona-Kontaktketten. Auch im Kreis Görlitz waren sie im Herbst vergangenen Jahres im Einsatz. ©  André Schulze (Archiv)

17.10 Uhr: Pfizer liefert weniger Impfstoff nach Deutschland

Der Pharmakonzern Pfizer kann nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in den kommenden drei bis vier Wochen die bereits zugesagte Menge an Corona-Impfstoff nicht liefern. Das sei der EU-Kommission und über diese den EU-Mitgliedsstaaten kurzfristig mitgeteilt worden, teilte das Ministerium am Freitag mit. Ein Sprecher fügte hinzu, dass die für Deutschland am Montag vorgesehene wöchentliche Lieferung wie geplant erfolge. Grund für die Lieferprobleme sind demnach Umbauten im Pfizer-Werk im belgischen Puurs. Diese dienten nach Angaben des Unternehmens dazu, die Kapazitäten ab Mitte Februar zu erhöhen. Aus Puurs würden alle Länder der Welt außer den USA beliefert. Unklar ist noch, wie groß die Mengen an Impfstoff sind, die nun vorerst nicht zur Verfügung stehen.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping sagte dazu: "Das ist extrem bedauerlich, weil die Bürgerinnen und Bürger auf ihre Impfungen warten. Wir in Sachsen sind davon aber nicht so stark betroffen, weil wir stets die Hälfte der zur Verfügung stehenden Dosen für die zweite Impfung zurückgehalten haben." In der kommenden Woche würden die 34.000 angekündigten Impfdosen in jedem Fall geliefert. Bereits vereinbarte Impftermine sollten somit abgesichert sein. Bund und Länder erwarteten, dass die EU-Kommission in den Verhandlungen mit Pfizer schnellstmöglich Klarheit und Sicherheit für die weiteren Lieferungen und Lieferdaten schaffe.

16.36 Uhr: Sachsen will Einrichtung für Quarantäne-Verweigerer in Betrieb nehmen

Sachsen will in der kommenden Woche eine Einrichtung für Quarantäne-Verweigerer in Betrieb nehmen. Das teilte das Innenministerium am Freitag mit. Bislang seien allerdings noch keine Verweigerer bekannt, die per Gerichtsbeschluss abgesondert werden sollten, hieß es weiter. Von einer Unterbringung Betroffener in einem Krankenhaus hatte der Freistaat Abstand genommen, weil alle Kapazitäten dort in der Corona-Pandemie dringend gebraucht würden. Die "Bild"-Zeitung berichtete am Freitag von Plänen, einen "Knast für Quarantäne-Verweigerer" auf dem Gelände der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge einzurichten.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte schon im Frühjahr 2020 klargestellt, dass eine solche Zwangsmaßnahme nur ein letztes Mittel sei und einen richterlichen Beschluss erfordere. Das Innenministerium teilte nun mit: "In der Praxis wird seitens des zuständigen Gesundheitsamtes zunächst die Quarantäne festgestellt. Daran schließt sich die eindringliche Ermahnung und bei weiterem Widersetzen die Einleitung eines Bußgeldverfahrens an." Erst dann folge ein Gerichtsverfahren.

Nach Angaben des Innenministeriums sieht Paragraf 30 des Infektionsschutzgesetzes eine zwangsweise Unterbringung von Verweigerern in einem abgeschlossenen Krankenhaus oder einer anderen geeigneten Unterkunft vor. Die zwangsweise Unterbringung erfolgt nach dem Gesetz über das Verfahren in Familiensachen (Paragraph 415). Antragsteller bei Gericht ist dabei das zuständige Gesundheitsamt.

16.18 Uhr: CoronaCast: Wie gut funktioniert LernSax wirklich?

Eberhard Müller ist Lehrer an der Schkola Oberland in Ebersbach-Neugersdorf. In der neuen Folge des CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie, erklärt er, wieso Plattformen wie LernSax für die Zukunft der Schule unerlässlich sind. Die Ausfälle bei der sächsischen Lernplattform haben bei Lehrern, Schülern und Eltern während des Lockdowns für reichlich Frust gesorgt. Laut den Aussagen des Lehrers würde es der Plattform aber nicht gerecht werden, sie nach den tageweisen Totalausfällen infolge von DDoS-Attacken oder Serverproblemen jetzt als unbrauchbar abzustempeln. Der Erfolg von Lernplattformen hänge seinen Aussagen zufolge vor allem von zwei Faktoren ab: der Verfügbarkeit von schnellem Internet und geschultem pädagogischem Personal. Den CoronaCast hören Sie direkt über den hier eingebundenen Player. Hintergründe zum Thema sowie weitere Abspielmöglichkeiten finden Sie in diesem Artikel: CoronaCast: "LernSax ist nicht das Problem"

15.47 Uhr: Moskau impft im Krankenhaus und in der Oper

Mit mobilen Impfstationen unter anderem in Einkaufszentren weitet die russische Hauptstadt Moskau ihren Kampf gegen das Coronavirus aus. Vom kommenden Mittwoch an gebe es im weltberühmten Kaufhaus Gum am Roten Platz, in zahlreichen Einkaufszentren sowie in der Oper Helikon Impfstationen für Laufkundschaft, teilte die Verwaltung der größten europäischen Metropole an Freitag mit. Geimpft werde jeder Freiwillige, hieß es. Verabreicht wird ausschließlich der von russischen Forschern entwickelte Impfstoff „Sputnik V“.

Mobile Impfstationen sind bisher in Russland vor allem für Grippeschutzimpfungen eingesetzt worden. Kremlchef Wladimir Putin hatte in dieser Woche angeordnet, von Montag an mit der Massenimpfung landesweit voll durchzustarten. Die Impfkampagne läuft bereits seit Dezember. Bisher sind nach offiziellen Angaben mehr als 1,5 Millionen Menschen mit „Sputnik V“ geimpft worden. Russland verkauft das Vakzin auch ins Ausland - unter anderem nach Ungarn, Brasilien und Argentinien.

15.16 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in Sachsen steigt weiter

In Sachsen ist die Zahl der Corona-Infektionen auf über 165.000 angestiegen. Alleine von Donnerstag auf Freitag wurden 2.048 neue Fälle registriert, wie aus den aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt demnach bei 274,1. Damit liegt Sachsen bundesweit auf dem zweiten Platz, was die Zahl der Neuinfektionen angeht - hinter Thüringen. Deutschlandweit liegt der Inzidenzwert derzeit bei 146.

Insgesamt 4.973 Menschen sind bislang in Sachsen mit oder an dem Coronavirus gestorben, 187 Sterbefälle kamen innerhalb von 24 Stunden hinzu. Bei den Impfungen pro 1.000 Einwohner lag das Land mit 9,7 nach Zahlen des RKI vom Freitag im bundesweiten Vergleich im hinteren Bereich.

15.10 Uhr: Spahn soll überteuerte Masken eingekauft haben

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und sein Ministerium sollen im Frühjahr Atemschutz-Masken zu horrenden Preisen bei einer Schweizer Firma eingekauft haben. Nach "Spiegel"-Informationen soll es um ein Volumen von rund 350 Millionen Euro gehen. Spahn soll sich persönlich in die Beschaffung der Masken eingemischt haben und stand offenbar in Kontakt mit der Lobbyistin des Lieferanten, Andrea Tandler, Tochter des früheren bayerischen CSU-Generalsekretärs Gerold Tandler. Das Ministerium soll daraufhin FFP2-Masken eingekauft haben, unter anderem im April für rund für 5,40 Euro pro Stück, während die Weltmarktpreise schon deutlich tiefer lagen.

Bereits Anfang März war Emix, die Schweizer Firma, auch mit den Gesundheitsministerien von Bayern und NRW ins Geschäft gekommen – ebenfalls zu hohen Preisen von bis zu 9,90 Euro pro Maske. Auch in diesen Fällen verhandelte Tandler mit den Ministerien. In der Schweiz steht Emix seit Monaten in der Kritik, weil sie auch der Armeeapotheke Masken zu sehr hohen Preisen verkauft hatte. Zwei Jungunternehmer, die hinter Emix stehen, hatten sich danach Luxuswagen, unter anderem einen Ferrari, zugelegt.

Im Gegensatz zu den Bestellungen aus Bayern und NRW tauchten die Bundesaufträge hinterher nicht in der EU-Datenbank TED für öffentliche Aufträge auf. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte auf Anfrage eine Geschäftsbeziehung zur Emix, ließ aber weitere Fragen unbeantwortet. Bayern und NRW begründeten die Käufe bei Emix mit der schwierigen Versorgungslage im Frühjahr. Emix und Tandler beriefen sich auf Anfrage auf Geheimhaltungsklauseln in den Verträgen; daher dürften sie dazu nichts sagen.

14.53 Uhr: Illegales Treffen in einem Iglu

Ein gegen Corona-Regeln verstoßendes Treffen in einem Iglu hat die Polizei in einem Park in Augsburg abrupt beendet. Fünf Menschen aus mehr als zwei Haushalten hatten die "arktische Unterkunft" nach andauernden Schneefällen am Donnerstag im Wittelsbacher Park selbst gebaut und für ein Treffen genutzt, das wegen der Pandemie so nicht erlaubt war, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Als sie den Streifenwagen entdeckten, flüchteten die "Iglu-Bewohner" nach Angaben der Ermittler in verschiedene Richtungen. Einen 22-Jährigen konnten die Polizisten demnach aber einholen. Ihn erwartet nun eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

14.11 Uhr: Übersterblichkeit in Deutschland weiterhin hoch - Verdoppelung in Sachsen

Ende des vergangenen Jahres sind in Deutschland deutlich mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der Vorjahre. Laut Statistischem Bundesamt lagen die Sterbefallzahlen in der Woche vor Weihnachten um 24 Prozent über dem Mittel. In Sachsen haben sich die Zahlen sogar verdoppelt. „Die Zahl der Todesfälle von Personen, die zuvor laborbestätigt an Covid-19 erkrankt waren, steigt seit Anfang Oktober von Woche zu Woche an“ berichteten die Statistiker am Freitag. In der 51. Kalenderwoche gab es insgesamt 4.484 beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Covid-19-Todesfälle.

„Besonders auffällig ist die Entwicklung der Sterbefallzahlen weiterhin in Sachsen“, stellten die Wiesbadener Statistiker fest. „Die Differenz zum Durchschnitt der vier Vorjahre nimmt dort seit Oktober von Woche zu Woche deutlich zu.“ In der 41. Kalenderwoche Anfang Oktober hatte die Zahl der Sterbefälle noch unter dem Durchschnitt gelegen. In der 51. Kalenderwoche hat sich die Zahl - bezogen auf den Durchschnittswert der vier Vorjahre für diese Woche - mehr als verdoppelt: um 109 Prozent beziehungsweise 1.226 Todesfälle.

Auch in Brandenburg (plus 41 Prozent), Hessen (plus 32 Prozent) und Thüringen (plus 36 Prozent) lag die Zahl der Sterbefälle weit über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

13.25 Uhr: Corona-Fälle bei Handball-WM: Weltverband erhöht Test-Rhythmus

Der Handball-Weltverband IHF reagiert mit einer erhöhten Testfrequenz auf die ersten Corona-Fälle bei der WM in Ägypten. Von diesem Samstag an sollen alle Nationalteams, Schiedsrichter sowie Turnier-Offizielle täglich auf Covid-19 getestet werden, wie die IHF am Freitag mitteilte. Bislang hatten sich viele an der Weltmeisterschaft beteiligte Personen mindestens alle 72 Stunden einem Corona-Test unterziehen müssen. Am Freitagmorgen war der dänische Nationalspieler Emil Jakobsen im Mannschaftshotel in Kairo positiv getestet worden, beim deutschen Vorrundengegner Kap Verde gibt es vier Corona-Fälle. Außerdem seien einige positive Fälle beim Hotelpersonal sowie im Organisationskomitee aufgetreten, teilte die IHF am Donnerstagabend mit.

13.17 Uhr: Chef wirbt mit Eierlikör um Impfungen bei Mitarbeitern

Mit einer Flasche Eierlikör wollen die Alten- und Pflegeheime der Benevit-Gruppe in Mössingen in Baden-Württemberg um eine höhere Bereitschaft für die Corona-Impfungen bei den Mitarbeitern werben. Neben der Flasche sollen auch insgesamt 1.000 Euro Bonus an eine Einrichtung oder ein Pflegedienstteam fließen, die über das Geld frei verfügen soll, kündigte der Chef Kaspar Pfister in einer Facebook-Videobotschaft an die Belegschaft an. Voraussetzung sei, dass sich mindestens 60 Prozent der Beschäftigen dort impfen lassen.

Grund der Aktion ist laut Pfister die geringe Impfbereitschaft bei den rund 2.000 Mitarbeitern in den 26 Einrichtungen der Benevit-Gruppe. "Die ursprüngliche Quote von 30 Prozent, die eine Impfbereitschaft signalisiert haben, verändert sich nicht", hatte Pfister zum Auftakt der Aktion am Montag gesagt. Auf den Eierlikör sei er gekommen, weil die Bewohner nach jedem Corona-Abstrich auf Wunsch ein Gläschen davon erhielten. Da habe es einige Mitarbeiter gegeben, die das auch gerne wollten. Mit diesen Worten beendet Pfister seinen Appell: "Es kommt jetzt auf jeden Einzelnen an, damit wir dieses verdammte Virus besiegen."

13.04 Uhr: Dresden meldet erneut Höchstwert an Todesopfern

Die Corona-Lage in Dresden hat am Freitag einen weiteren traurigen Rekord erreicht: Das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt meldete am Mittag 74 in Zusammenhang mit dem Virus verstorbene Patienten. Insgesamt sind seit Krisenbeginn im März 495 Opfer zu beklagen. Zudem wurden 201 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden registriert, seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 18.855 Menschen in Dresden positiv getestet worden. 29 weitere Menschen mussten seit Donnerstagmittag ins Krankenhaus einwiesen werden. Als genesen gelten mittlerweile 15.512 Dresdner - 16 mehr als am Vortag.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, sank auf 190,4. Da für Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt auch diesen Wert an. Er beträgt heute 164,3. Alle Zahlen aus Dresden (SZ+)

Mit Kreide geschrieben steht "Covid" auf einem Sarg mit einem Verstorbenen, der an oder mit dem Coronavirus gestorben ist, im Krematorium Dresden-Tolkewitz.
Mit Kreide geschrieben steht "Covid" auf einem Sarg mit einem Verstorbenen, der an oder mit dem Coronavirus gestorben ist, im Krematorium Dresden-Tolkewitz. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

12.54 Uhr: Kretschmer für zwei, drei Wochen der harten Kontaktreduzierungen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich wegen der weiterhin viel zu hohen Corona-Infektionszahlen dafür ausgesprochen, die Kontaktbeschränkungen bundesweit für zwei bis drei Wochen drastisch zu verschärfen. Man habe die Erfahrung machen müssen: "Reduzierung von Inzidenz geht nur mit ganz hartem Lockdown", sagte Kretschmer am Freitag in einer Online-Pressekonferenz vor dem CDU-Parteitag. "Dieser softe Lockdown mit offenen Schulen, Kindergärten, mit offenen Einkaufsmöglichkeiten bringt nichts. Deswegen: Hart und konsequent." Wegen der Veränderungen des Virus stehe man vor einer neuen Bedrohung, sagte Kretschmer. Deswegen sei es angezeigt, "noch einmal einen auch deutschlandweiten Kraftakt zu wagen".

Er sprach sich zugleich für die Möglichkeit regionaler Abweichungen aus. Es müsse immer mitbedacht werden, welche Durchhaltefähigkeit man habe, sagte Kretschmer. Könne man das Land über Monate so runterfahren, wie man es getan habe, oder gehe das nur für eine begrenzte Zeit. Sein Zieldatum sei der 8. Februar. Bis dahin wolle er maximal die Inzidenz - also die Anzahl von Neuinfektionen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche - reduzieren. Angesichts der hohen Infektionszahlen sei es "richtig, jetzt noch einmal zu versuchen, zwei oder drei Wochen (zu) reduzieren, gemeinsam, um dann von einem anderen Niveau aus entweder Lockerungen vorzunehmen oder die schwere Zeit der Mutation zu durchstehen und die Krankenhäuser eben nicht vorher schon übervoll zu haben". Mehr dazu im Artikel Kretschmer: "Wir sind nicht da, wo wir hinwollen" (SZ+)

Bund und Länder wollen nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag über das weitere Vorgehen beraten. Ursprünglich war die nächste Schalte für den 25. Januar angesetzt.

12.45 Uhr: Bundesregierung plant keine Pflicht zum Homeoffice

Trotz der anhaltend hohen Zahl von Corona-Infektionen plant die Bundesregierung weiterhin keine Homeoffice-Pflicht. Derzeit stehe "keine zwingende Regelung auf der Tagesordnung", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Er schloss sich zwar dem Appell von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Ausweitung der Heimarbeit an, betonte aber auch: "Homeoffice ist nicht für jeden Beruf, für jede Tätigkeit geeignet." Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums zog zudem in Zweifel, ob eine Verpflichtung wirklich zielführender wäre. Nach ihrer Einschätzung führen Absprachen zwischen den Betroffenen zu einer höheren Akzeptanz. Seibert betonte allerdings auch, dass beim ersten Lockdown im Frühjahr der Homeoffice-Anteil höher gewesen sei: "Es ist also möglich."

12.37 Uhr: Kretschmer will Grenze nach Tschechien offen halten

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will die Grenze zu Tschechen auch in der gegenwärtig dramatischen Corona-Lage nicht schließen. Gegenüber der Prager Nachrichtenagentur ČTK sagte Kretschmer am Freitag, der Freistaat verhandle derzeit mit der Bundesregierung darüber, wie die Befreiung der Pendler aus Tschechien und Polen ungeachtet einer neuen verschärften Einreiseverordnung des Kabinetts in Berlin aufrechterhalten werden könne. Die Verordnung bezeichnet Kretschmer als „sehr radikal“. Mehr zum Interview des MP

Die Grenze von Sachsen nach Tschechien soll offen bleiben.
Die Grenze von Sachsen nach Tschechien soll offen bleiben. © Ronald Zak/AP/dpa (Symbolbild)

12.26 Uhr: Sonderregeln für Abschlussprüfungen in Sachsen

Trotz schwieriger Umstände mit Schulschließungen und Homeschooling sollen den sächsischen Schülern keine langfristigen Nachteile entstehen, sagt Sachsens Kultusminister Piwarz (CDU). Deshalb verkündete er am Freitag ein Maßnahmenpaket, um angemessene Schulabschlüsse zu sichern.

  • Allgemein: Schüler in Abschlussklassen sollen deutlich mehr Zeit für die Prüfungsvorbereitung bekommen. Außerdem sollen sie vorrangig in Prüfungsfächern unterrichtet werden, wofür Abstriche von anderen Fächern gemacht werden sollen. Ab 3. Mai konzentriert sich der Unterricht ausschließlich auf die schriftlichen und die gewählten mündlichen Prüfungsfächer. Inwiefern die Bewertungsmaßstäbe für Abitur-Realschul- und Hauptschulabschlüsse angepasst werden, wird durch die Kultusministerkonferenz geprüft.
  • Grund- und Förderschulen: Lehrkräfte sind angewiesen, bei der Benotung innerhalb ihrer Ermessensspielräume „wohlwollend“ zu sein. Kompetenztests in Klasse 3 entfallen. Die Zeugnisse soll es gemeinsam mit der Bildungsempfehlung für Viertklässler am 10. Februar geben.
  • Oberschulen: Realschüler können sich früher, bis zum 26. Februar, für ein naturwissenschaftliches Prüfungsfach entscheiden. Die Teilnahme am Unterricht in den nicht gewählten Fächern ist dann nicht mehr verbindlich. Das gilt auch für zwei weitere abgewählte Fächer ohne mündliche Prüfung. Für Schüler, die den Hauptschulabschluss anstreben, sollen es drei Fächer sein. Ab 3. Mai konzentriert sich der Unterricht dann ausschließlich auf die schriftlichen und die gewählten mündlichen Prüfungsfächer. Für die Prüfungen gibt es einen zentralen Termin, einen Zweittermin nur in Ausnahmen. Für alle schriftlichen Prüfungen wird die Arbeitszeit um 15 Minuten verlängert.
  • Gymnasien: Bereits zu Schuljahresbeginn wurden zentral Themen benannt, die kein Schwerpunkt der zentralen Prüfungen sein werden. Zudem soll es eine Wahlmöglichkeit beim Abiturtermin geben: Die Teilnahme am Ersttermin ist freiwillig. Wer sich zum Ersttermin noch nicht in der Lage sieht, die Prüfung abzulegen, kann auf den Zweittermin ausweichen. Eine Teilnahme am Zweittermin ist dann jedoch Pflicht. Außerdem wird die Arbeitszeit für Abitur- und Ergänzungsprüfungen um 30 Minuten erhöht.
  • Mehr dazu im Artikel Sachsen will Schüler entlasten

12.05 Uhr: Pannen begleiten Start des Corona-Impfportals in Tschechien

Der Start eines Online-Registrierungssystems für die Corona-Impfungen hat in Tschechien mit Problemen begonnen. Die Internetseiten des Gesundheitsministeriums fielen nach der Freischaltung am Freitagmorgen aufgrund der großen Nachfrage vorübergehend ganz aus. Viele Nutzer berichteten, dass die Bestätigungs-SMS mit dem Registrierungscode zu spät eingetroffen sei. Der Zahlencode verfällt automatisch nach wenigen Minuten. Eine eingerichtete Telefon-Hotline war wegen Überlastung nicht zu erreichen.

Priorität sollen zu Beginn die über 80-Jährigen erhalten. Bereits innerhalb einer Stunde waren alle 2000 aktuell verfügbaren Impftermine vergeben. In Tschechen leben mehr als 440.000 Senioren über 80 Jahren. Weitere Termine sollen nach und nach frei werden. Kritiker wenden ein, dass viele ältere Personen in Tschechien weder über einen Internetzugang noch über ein Mobiltelefon verfügen. Sie seien damit auf die Hilfe von Angehörigen angewiesen. Es wäre besser, den Mitgliedern der Risikogruppen per Post ein Impfangebot zu machen, merkte Ivan Bartos von der oppositionellen Piratenpartei an.

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11.58 Uhr: Bund-Länder-Beratungen zu Corona-Krise bereits am Dienstag

Bund und Länder ziehen angesichts der Corona-Krise Beratungen über das weitere Vorgehen in die kommende Woche vor. An diesem Dienstag um 14 Uhr sind Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder geplant, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin sagte. Ursprünglich war die nächste Bund-Länder-Schalte für den 25. Januar angesetzt.

Hintergrund ist eine Diskussion über mögliche weitere Verschärfungen von Corona-Beschränkungen. Ein bereits verschärfter Lockdown ist vorerst bis zum 31. Januar vorgesehen. Seibert sagte, die Zahl der Neuinfektionen sei weiterhin viel zu hoch. Dazu komme das neue Risiko einer Virus-Mutation, die in Irland und Großbritannien zu einem extremem Anstieg der Fälle geführt habe. Nötig sei, noch mehr zu tun, um Kontakte zu reduzieren. Dazu gehöre unter anderem eine stärkere Nutzung von Homeoffice.

11.47 Uhr: Schutz vor Neuansteckung könnte nach Infektion monatelang halten

Eine Corona-Infektion könnte neuen Studien zufolge monatelang vor einer Neuansteckung mit dem Virus schützen. Forscher aus den USA etwa konnten auch mehr als ein halbes Jahr nach einer Infektion Antikörper gegen einen wichtigen Virus-Baustein - das sogenannte Spike-Protein - im Blut nachweisen, wie sie im Fachblatt "Science" schreiben. Eine Studie aus England kommt zu dem Schluss, dass eine Covid-Erkrankung mindestens fünf Monate lang einen gewissen Schutz bietet. Allerdings weisen die Forscher darauf hin, dass auch immune Menschen das Virus übertragen könnten. Studien zur Immunität über längere Zeiträume sind bislang nicht möglich, da es da Virus noch gar nicht so lange gibt.

Die Immunantwort nach einer Corona-Infektion ist eine komplexe Sache. Wie viele Antikörper ein Infizierter entwickle, hänge in der Regel mit der Schwere der Erkrankung zusammen, erklärte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, der Deutschen Presse-Agentur. Wer beispielsweise keine Symptome zeige, bilde oft wenige bis keine Antikörper. Zudem verliere der Immunschutz mit der Zeit an Wirkung, weil die Zahl der Antikörper sinke. Wie lange einmal Infizierte immun sind, lasse sich derzeit noch nicht sicher sagen, so Watzl. Es gebe zwar einige Fälle, in denen Menschen ein zweites Mal erkrankten. "Das sind aber absolute Ausnahmen."

Auch das Robert Koch-Institut verweist darauf, dass es zu vielen Fragen noch keine endgültigen Antworten gebe. Bisher vorliegende Studien lieferten eher Hinweise, dass beispielsweise Reinfektionen möglich seien.

11.38 Uhr: Klöckner: Markt für Bio-Lebensmittel auch während Pandemie gewachsen

Der Markt für Bio-Lebensmittel in Deutschland ist nach Angaben von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auch in der Corona-Krise weiter gewachsen. Im vergangenen Jahr dürfte der Umsatz nach ersten Schätzungen auf mehr als 14 Milliarden Euro gestiegen sein, sagte die CDU-Politikerin am Freitag in Berlin. Dies wäre ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zu 2019. "Die Branche hat in der Pandemie noch mal einen Schub bekommen." Aus vielen Gelegenheitskäufern seien inzwischen Gewohnheitskäufer geworden.

Laut einer neuen Umfrage im Auftrag des Ministeriums geben 37 Prozent der Befragten an, regelmäßig zu Bio-Produkten zu greifen. Gekauft werden sie weiterhin vor allem in Supermärkten. Das vor 20 Jahren eingeführte staatliche Bio-Siegel wird demnach inzwischen von mehr als 6.000 Unternehmen freiwillig für fast 90.000 Produkte verwendet.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) präsentiert das Öko-Barometer 2020.
Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) präsentiert das Öko-Barometer 2020. © Michael Sohn/POOL AP/dpa

11.24 Uhr: Verstoß gegen Corona-Regeln: 150 Menschen bei Beerdigung

Viel zu viele Trauergäste bei einer Beerdigung: Bei der Trauerfeier in Bremen hat die Polizei eine Reihe von Verstößen gegen die Corona-Regeln festgestellt. In der Spitze seien etwa 150 Trauergäste auf dem Friedhof gewesen, teilte die Polizei am Freitag mit. Erlaubt seien im Freien 100 Menschen, sofern die Abstands- und Hygieneregeln befolgt werden. Das war nach Polizeiangaben bei der Beerdigung am Donnerstag aber nicht immer der Fall: Es gab Verstöße gegen die Maskenpflicht, der Mindestabstand von 1,50 Metern wurde teils nicht eingehalten. Die Beamten dokumentierten die Verstöße und fertigten Anzeige nach dem Infektionsschutzgesetz.

11.09 Uhr: Sparfleiß und Kursgewinne - Geldvermögen in Krise auf Rekordhoch

Die Menschen in Deutschland haben in der Corona-Krise in der Summe so viel Vermögen angehäuft wie noch nie. Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen kletterte im dritten Quartal 2020 im Vergleich zum zweiten Vierteljahr um 108 Milliarden Euro oder 1,6 Prozent auf den Rekordwert von 6.738 Milliarden Euro, wie die Deutsche Bundesbank am Freitag in Frankfurt mitteilte. Die Menschen hielten in der Krise ihr Geld zusammen, zugleich profitierten sie von gestiegenen Aktienkursen.

Die Entwicklung sei "erneut durch eine hohe Ersparnisbildung und die anhaltende Erholung am Kapitalmarkt geprägt", erklärte die Bundesbank. Die Dynamik verlor allerdings an Tempo. Im zweiten Quartal 2020 hatte das Geldvermögen nach einem Rückgang zu Jahresbeginn gegenüber dem Vorquartal noch um 4,0 Prozent zugelegt. Wie das Vermögen verteilt ist, geht aus den Daten nicht hervor. Nach jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes war die Sparquote im vergangenen Jahr von 10,9 Prozent ein Jahr zuvor auf das Rekordhoch von 16,3 Prozent gestiegen. Von 100 Euro verfügbarem Einkommen legten die Haushalte somit im Schnitt gut 16 Euro auf die hohe Kante.

Sparer setzten der Bundesbank zufolge im dritten Quartal vor allem auf Bargeld und Bankeinlagen, die zwar wegen der Zinsflaute kaum noch etwas abwerfen, auf die sie aber schnell zugreifen können. Zugleich investierten sie in Aktien oder Fonds. Das Engagement der privaten Haushalte auf dem Kapitalmarkt habe zuletzt "einen rasanten Aufschwung" erlebt, erklärte die Bundesbank.

10.52 Uhr: 500 Millionen Euro für Lehrerlaptops bisher ungenutzt

Von dem 500 Millionen Euro schweren Bundesprogramm zur Finanzierung von Dienstlaptops für Lehrer ist noch kein Geld abgerufen worden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervor. Die Antwort des Bundesbildungsministeriums stammt vom 13. Januar. Darin heißt es, es konnten noch keine Mittel ausgezahlt werden, weil die entsprechende Vereinbarung zwischen Bund und Ländern über das 500-Millionen-Paket noch nicht von allen Bundesländern unterzeichnet worden und damit noch nicht in Kraft sei. Aus welchen Ländern die Unterschriften noch fehlen, wird nicht genannt."

Dass es Bund und Länder bis heute nicht geschafft haben, die Vereinbarungen zur Anschaffung von Lehrer-Laptops für den derzeit weit verbreiteten Online-Unterricht zu unterzeichnen, ist einfach nur beschämend", sagte der FDP-Obmann für digitale Infrastruktur im Bundestag, Torsten Herbst. "Während Eltern, Kinder und Lehrer seit Wochen ihr Möglichstes tun, um den Ausfall von Präsenzunterricht so gut es geht zu kompensieren, schafft es die Politik noch nicht einmal, die einfachsten Verwaltungshausaufgaben zu erledigen."

10.24 Uhr: Hunderttausende verlassen Großbritannien wegen Corona

Wegen wirtschaftlicher Probleme in der Corona-Krise haben einer Studie zufolge Hunderttausende Menschen Großbritannien den Rücken gekehrt. Es handele sich um einen "beispiellosen Exodus" im Ausland geborener Arbeitskräfte, folgern die Wissenschaftler des Economic Statistics Centre of Excellence in London. "Ein Großteil der Arbeitsplatzverluste während der Pandemie betrifft nicht-britische Arbeitnehmer und drückt sich eher in Rückwanderung als in Arbeitslosigkeit aus." Dabei stützen sich die Autoren der Studie auf Arbeitsmarktdaten.

Besonders London, wo jeder fünfte Einwohner Ausländer ist, sei betroffen - die Bevölkerung der Hauptstadt ist der Studie zufolge um 700.000 Menschen gesunken, landesweit könnten es mehr als 1,3 Millionen sein. "Wenn dies annähernd genau ist, handelt es sich um den größten Rückgang der britischen Einwohnerzahl seit dem Zweiten Weltkrieg", schrieben die Forscher. Es gebe keine Beweise dafür, dass im Ausland lebende Briten in annähernd gleicher Zahl ins Vereinigte Königreich zurückgekehrt seien.

10.08 Uhr: Wann öffnet das Terence-Hill-Museum in Lommatzsch?

Es sollte eine große Sause werden. Am 29. März vorigen Jahres, genau am 81. Geburtstag von Terence Hill, sollte das neugestaltete Terence-Hill-Museum in Lommatzsch eröffnet werden. Aber Corona machte einen dicken Strick durch die Rechnung. Die Eröffnung musste abgeblasen werden. Neuer Termin war der 1. Mai. Doch auch damit wurde es nichts. Schließlich stand fest: Das Museum bleibt das ganze Jahr geschlossen, die Eröffnung wurde auf 2021 verlegt. Findet sie nun statt? Ja, es gibt einen Termin, sagt Bürgermeisterin Anita Maaß (FDP). Was der Ort plant, in dem Hill als Kind mit seiner Familie lebte, erfahren Sie hier (SZ+)

Eröffnung am Ostersonnabend? Lommatzschs Bürgermeisterin Anita Maaß hat Zweifel.
Eröffnung am Ostersonnabend? Lommatzschs Bürgermeisterin Anita Maaß hat Zweifel. © Claudia Hübschmann

9.53 Uhr: Trotz Corona: Seenotretter helfen fast 3.500 Menschen

Trotz Corona viel zu tun: Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) war im vergangenen Jahr in 1.720 Fällen auf Nord- und Ostsee im Einsatz. Dabei hätten die Besatzungen der rund 60 Rettungskreuzer und -boote fast 3.500 Menschen Hilfe geleistet, bilanzierte die Gesellschaft mit Sitz in Bremen am Freitag. Allein etwa 360 von ihnen wurden aus Seenot oder anderen Gefahren befreit. Seit Gründung der DGzRS vor mehr als 155 Jahren seien mehr als 85.600 Menschen gerettet worden. Aufgrund der Corona-Pandemie seien in den vergangenen Monaten weniger Schiffe auf Nord- und Ostsee unterwegs gewesen, hieß es. Auch die Wassersportsaison 2020 habe verspätet begonnen. Deshalb habe es bei den Seenotrettern knapp 400 Einsätze weniger als im Vorjahr gegeben. "Dennoch halfen sie dabei annähernd gleich vielen Menschen", hieß es.

9.39 Uhr: Umfrage: Impfbereitschaft in Deutschland steigt

In der Corona-Pandemie steigt die Impfbereitschaft in Deutschland. Laut dem am Freitag veröffentlichen "Politbarometer" des ZDF geben aktuell 67 Prozent der Menschen an, dass sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen wollen. Ende November des vergangenen Jahres waren es noch 51 Prozent. Zehn Prozent lehnen derzeit eine Impfung ab, im November waren es 20 Prozent. 22 Prozent sind sich noch nicht sicher, im November gab es noch 29 Prozent Unentschiedene. In Deutschland wird seit Ende Dezember gegen das Coronavirus geimpft. Am Donnerstag meldete das Robert Koch-Institut, dass bislang 842.455 Menschen in Deutschland geimpft wurden, was etwa einem Prozent der Bevölkerung entspricht.

Nachdem im Dezember die Corona-Regelungen deutlich verschärft worden waren, ist nach der Umfrage wieder eine Mehrheit von 51 Prozent (plus 16 im Vergleich zu Anfang Dezember) der Meinung, dass die aktuell geltenden Maßnahmen so gerade richtig sind und nur noch 28 Prozent (minus 21) plädieren für eine Verschärfung. 18 Prozent (plus fünf) halten die aktuellen regeln für übertrieben. Die Umfrage zum "Politbarometer" wurde von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die telefonischen Interviews erfolgten in der Zeit vom 12. bis 14. Januar bei 1.262 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten.

In Deutschland wollen sich mehr Menschen gegen Corona impfen lassen als noch im Dezember.
In Deutschland wollen sich mehr Menschen gegen Corona impfen lassen als noch im Dezember. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild

9.27 Uhr: Coronafall in sächsischem Impfzentrum

Im für den Kreis Nordsachsen zuständigen Impfzentrum Belgern ist ein medizinischer Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) am Freitag mitteilte, wurde bislang allerdings kein weiterer Mitarbeiter angesteckt. Die insgesamt 30 Einsatzkräfte des Impfzentrums hätten sich am Donnerstag freiwillig einem Test unterzogen. Keiner davon sei positiv gewesen, hieß es weiter. Dennoch hat sich das DRK dazu entschlossen, das gesamte Personal für die kommenden Tage vom Dienst freizustellen. Der infizierte Mitarbeiter habe selber keine Impfungen vorgenommen.

Damit das Impfzentrum im Landkreis Nordsachsen weiter geöffnet bleiben kann, werde den Angaben zufolge Unterstützung aus den Impfzentren in Leipzig und Borna herangezogen. Zudem stellten Bundeswehr und Kassenärztliche Vereinigung neue Mitarbeitende zur Verfügung. Mehr dazu im Artikel Corona-Fall im Impfzentrum Belgern

9.18 Uhr: Verstoß gegen Corona-Regeln in Lokal - Polizeieinsatz gegen "Querdenken"

Wegen des Verstoßes gegen Corona-Regeln war die Berliner Polizei am Donnerstagabend in einem Lokal im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg im Einsatz. Etwa 20 Personen verhielten sich dort nicht coronakonform, sagte ein Sprecher des Lagezentrums. Nach einem Bericht des "Tagesspiegel" handelte sich um ein Treffen von "Querdenkern" in einer Bar. Es sei geplant gewesen, eine Partei zu gründen. Das Treffen sei per Livestream bei Youtube übertragen worden - auch dann noch, als die Polizei anrückte. Die Teilnehmenden hätten größtenteils keine Masken getragen und die Abstandsregeln nicht eingehalten, heißt es in dem Bericht. Es sei zu Diskussionen mit den Polizeibeamten gekommen. Aus dem Lagezentrum hieß es, die Personalien seien festgestellt worden. Wegen des Corona-Lockdowns dürfen derzeit Bars nicht öffnen.

8.54 Uhr: Epidemiologe für weitere Einschränkung der Mobilität

Der Epidemiologe Dirk Brockmann von der Berliner Humboldt-Universität plädiert in der Corona-Pandemie für eine weitere Reduzierung der Kontakte. Dass dies nötig sei, zeigten alle aktuellen Rechenmodelle, sagte Brockmann am Freitag im RBB-Inforadio. So sollte die Mobilität stärker eingegrenzt und - da wo es möglich ist - sollten mehr Menschen ins Homeoffice gehen. Trotz des Lockdowns gebe es in Großstädten wie Berlin morgens und abends den Berufsverkehr, Menschen seien im öffentlichen Personennahverkehr unterwegs zur Arbeit und ins Büro. "Wir müssen wirklich alles unter die Lupe nehmen", sagte Brockmann: "Nur das ist der Weg raus aus diesen hohen Zahlen."

Über die Weihnachtsfeiertage habe die Kontaktreduzierung sehr gut geklappt, sagte Brockmann. Die Daten zeigten, dass die Menschen da sehr diszipliniert gewesen seien. Es habe nur wenige lange Reisen gegeben. Das müsse jetzt auch wieder erreicht werden, forderte der Epidemiologe, der auch für das Robert Koch-Institut arbeitet.

8.32 Uhr: Macht die Corona-Impfung unfruchtbar?

Die meisten Menschen sehen die neuen Corona-Impfstoffe als Ausweg aus der Pandemie, andere haben aber auch Angst davor. Sie fürchten schwerwiegende Nebenwirkungen, weil der Impfstoff viel schneller als andere zugelassen wurde. Zu den Kritikern gehört auch Dr. Wolfgang Wodarg. Er ist Arzt und gehörte als SPD-Mitglied viele Jahre dem Deutschen Bundestag und der Parlamentarischen Versammlung des Europarates an, wo er für Fragen der Sicherheit, Medizin und Gesundheit zuständig war. Anfang Dezember 2020 hat er gemeinsam mit Dr. Michael Yeadon, Ex-Forschungsleiter bei Pfizer, den Antrag an die Europäische Arzneimittelagentur gestellt, sämtliche Corona-Impfstudien zu stoppen. Antworten auf Fragen zu Impfgefahren beantwortet Sächsische.de hier (SZ+)

8.19 Uhr: Steinmeier will gemeinsamen Appell zu mehr Homeoffice vorstellen

Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zusammen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften zum häufigeren Arbeiten von zu Hause aus aufrufen. Einen gemeinsamen Appell zur stärkeren Nutzung des Homeoffices in Zeiten der Pandemie will das Staatsoberhaupt mit DGB-Chef Reiner Hoffmann und Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger an diesem Freitag vorstellen, wie das Bundespräsidialamt mitteilte.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten die Wirtschaft bei ihren Beratungen Anfang Januar "dringend gebeten", großzügige Homeoffice-Möglichkeiten zu schaffen, um bundesweit den Grundsatz "Wir bleiben zu Hause" umsetzen zu können. Inzwischen gibt es aber eine Diskussion über zusätzliche Vorgaben, um dies stärker durchzusetzen - auch, um Gedränge in Bussen und Bahnen im Berufsverkehr zu vermeiden. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt etwa forderte dort, wo es möglich sei, eine Pflicht für Arbeitgeber, Beschäftigten Homeoffice zu erlauben. In der Wirtschaft stoßen strengere Regelungen auf Ablehnung.

Angesichts weiter hoher Inzidenzwerte sollen noch mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten.
Angesichts weiter hoher Inzidenzwerte sollen noch mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten. © Christin Klose/dpa (Symbolbild)

8.02 Uhr: Weil will nicht über Lockdown bis Ostern reden

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat davon abgeraten, schon jetzt über einen Corona-Lockdown bis Ostern zu reden. "So weit möchte ich nicht gehen. Gelingt es uns, schnell und nachhaltig unter den Inzidenzwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche zu kommen, müssen wir nicht den Frühlingsanfang abwarten, um darüber zu reden, wie wir wieder mehr Normalität schaffen", sagte der SPD-Politiker der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "Aber jetzt schon zu sagen, wir sehen uns Ostern wieder, das hielte ich für übertrieben." Er wolle nicht "der Resignation zu viel Raum geben". Entscheidend sei nicht das Datum, sondern die Inzidenzwerte, sagte Weil. "Dass wir in der kalten Jahreszeit ein höheres Risiko haben, ist unumstritten", meinte er. Er glaube aber nicht, dass bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Lockerungen besprochen werden.

7.43 Uhr: Högl: Prüfung von Corona-Impfpflicht für Soldaten richtig

Die Wehrbeauftragte Eva Högl hält die Prüfung einer Corona-Impfpflicht für Soldaten für richtig. "Hier muss allerdings sensibel vorgegangen werden: Schließlich ist noch gar nicht klar, ob die Impfung davor schützt, das Virus weiterzugeben", sagte die SPD-Politikerin am Freitag. "Deshalb setze ich vor allem auf das Verantwortungsbewusstsein der einzelnen Soldatinnen und Soldaten: Je mehr sich freiwillig impfen lassen desto besser."Högl erinnerte daran, dass Soldaten die Pflicht zur Erhaltung ihrer Gesundheit haben. "Nach dem Soldatengesetz können sie bisher schon zu Impfungen verpflichtet werden, beispielsweise bei Auslandseinsätzen. Insofern ist ihr Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit eingeschränkt", sagte sie. "Daher ist es richtig, eine Impfpflicht bei den neuen Impfstoffen gegen Corona konkret zu prüfen."

In den kritischen Bereichen - bei Auslandseinsätzen, im Sanitätsdienst und vor Ort bei den Einsätzen in der Corona-Hilfe - sollten nach Ansicht der Wehrbeauftragten "perspektivisch nur diejenigen Dienst tun, die auch geimpft sind". Im Verteidigungsministerium wird derzeit geprüft, ob die Corona-Impfung in die Liste der "duldungspflichtigen" Maßnahmen aufgenommen werden soll. Mehr dazu im Artikel Corona-Impfpflicht für Soldaten?

7.26 Uhr: Mediziner: Lockerung erst bei unter 1.000 Intensivpatienten möglich

Eine Lockerung der Corona-Maßnahmen kommt aus Sicht von Intensivmedizinern erst bei bundesweit weniger als 1.000 Covid-19-Intensivpatienten infrage. Krankenhäuser seien trotz leicht sinkender Zahlen vielerorts an ihrer Belastungsgrenze, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Aktuell werden fast 5.200 Covid-19-Patienten in ganz Deutschland intensivmedizinisch behandelt. "In Ampelfarben gesprochen: In 11 von 16 Bundesländern ist die Ampel rot, dort gibt es weniger als 15 Prozent freie Intensivbetten", sagte Marx. Lockerungen dürften erst kommen, wenn sich die Lage deutlich entspannt hätte.

Sollte sich die womöglich deutlich ansteckendere Virusmutation ausbreiten, könne Deutschland schnell wieder einen exponentiellen Anstieg der Fallzahlen erleben, warnte er. Auch der Chef der Bundespflegekammer, Markus Mai, warnte vor einem weiteren Anstieg der Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen. "Wir sind jetzt beim Pflege-Fachpersonal an der kritischen Grenze angelangt und müssen alles dafür tun, damit die Zahl der Intensivpatienten nicht weiter ansteigt. Andernfalls steht für deren Versorgung nicht mehr genügend gut ausgebildetes Personal zur Verfügung", sagte er der "Rheinischen Post"

7.05 Uhr: Gewaltiger Anstieg bei Selbstständigen in Grundsicherung in Mitteldeutschland

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Selbstständige Hartz IV beantragt als ein Jahr zuvor. Seit Ausbreitung der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 meldeten sich in Thüringen 3.001, in Sachsen-Anhalt 2.698, und in Sachsen 6.629 Selbständig erwerbstätige Personen bei den Jobcentern und beantragten Grundsicherung. Im Vorjahreszeitraum (April bis Dezember 2019) waren es in Thüringen 381, in Sachsen-Anhalt 354 und in Sachsen noch 828 gewesen. Das geht aus Angaben den Regionaldirektionen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Um wie viele Solo-Selbstständige es dabei geht, konnten die Regionaldirektionen nicht sagen.

Der Zugang für Hartz-IV-Leistungen sei im vergangenen Jahr erleichtert worden, erklärten Sprecher. Wer einen entsprechenden Antrag stelle und erkläre, über kein erhebliches Vermögen zu verfügen, dürfe sein Erspartes in den ersten sechs Monaten behalten. Die Höchstgrenze liegt bei 60.000 Euro für den Antragsteller. Besteht zudem ein entsprechender Anspruch, übernimmt das Jobcenter auch die Kosten für die Unterkunft inklusive Heizung und Nebenkosten - auch wenn die Wohnung größer ist als eigentlich erlaubt. Allerdings nur für bis zu sechs Monate. Ziel ist, dass keiner umziehen muss, weil die Wohnung nicht angemessen ist, hieß es. Die beiden Regeln wurden bis Ende März verlängert. Zudem kann Hartz IV mit einem Kurzantrag und damit leichter beantragt werden.

6.51 Uhr: Lauterbach: Im Sommer wird es besser

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet für den Sommer mit einer deutlichen Verbesserung der Corona-Lage. "Wichtig ist, dass wir so schnell wie möglich impfen, damit wir schwere Mutationen des Virus verhindern", sagte Lauterbach der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben nur für etwa 25 Millionen Menschen Impfstoff im ersten Halbjahr, also bis ungefähr Ende Juni. Weit über die Hälfte der Bevölkerung wird also bis zur Mitte des Jahres nicht geimpft sein. Aber im zweiten Halbjahr werden wir dann eine deutliche Erleichterung erleben."

Lauterbach rechnet nicht damit, dass die Durchimpfung der Bevölkerung an Impfskepsis scheitern wird. "Die Menschen werden mit der Zeit sehen, dass diejenigen, die geimpft sind, ein viel besseres Leben führen können", glaubt er. "Das wird sich immer mehr herumsprechen, und dadurch wird der Wunsch, sich impfen zu lassen, immer ausgeprägter sein." Lauterbach betonte: "Jetzt kommen die wirklich ganz schweren Monate. Die nächsten zwei Monate werden die härtesten der Pandemie werden. Aber dann werden wir zunehmend impfen können. Ich gehe von einem sehr befreiten, sehr guten Sommer aus. Dann wird das Schlimmste hinter uns liegen."

6.39 Uhr: Philosoph Gabriel: Soziale Netzwerke bedrohen Impferfolg

Der Philosoph Markus Gabriel sieht in sozialen Netzwerken eine große Gefahr für den Erfolg der Corona-Impfungen. "Die sozialen Netzwerke können den Impfstoff diskreditieren", sagte der Bonner Professor und Autor des Bestsellers "Moralischer Fortschritt in dunklen Zeiten".

"Die sozialen Netzwerke halte ich neben der Pandemie für das Hauptproblem unserer Tage. Denn die nächste Wolke, die von dort kommt, ist die Impfskepsis." In den sozialen Netzwerken werde das Gerücht verbreitet, dass der Impfstoff gesundheitliche Risiken berge. "Das heißt, die sozialen Netzwerke gefährden nicht nur die Demokratie, indem sie zu Aufständen motivieren wie Querdenker-Demonstrationen oder der Stürmung des Kapitols, sondern auch, indem sie Zweifel am Impfstoff verbreiten. Das ist wahnsinnig gefährlich im Moment." Gabriel wünscht sich deshalb eine noch bessere Kommunikation der Politik und der Wissenschaft, namentlich des Robert Koch-Instituts, sowie eine "Informationsoffensive der seriösen Qualitätsmedien".

6.25 Uhr: Mehr Traueranzeigen in Zeitungen zu Corona-Zeiten

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie veröffentlichen deutsche Zeitungen zeitweise mehr Traueranzeigen als gewöhnlich. Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) hat seine Anzeigenumfang-Statistiken bis einschließlich Oktober 2020 eingesehen und teilte das Ergebnis mit: "Danach gibt es in den "Corona-Monaten" April, Mai, September und Oktober tatsächlich einen signifikanten Anstieg bei den Familienanzeigen gegenüber dem Vorjahr. Das ist ungewöhnlich und beruht vermutlich in der Tat auf einer gestiegenen Anzahl von Todesanzeigen." Fragt man bei Verlagen direkt nach, dann deckt sich dieses Bild. Verglichen mit dem Durchschnitt der Vorjahre wurden etwa sechs Prozent mehr Todesanzeigen geschaltet. Dabei treten Spitzen in den Monaten April und Mai sowie im Zeitraum Oktober bis Dezember auf und sind somit deckungsgleich mit den "Hochmonaten" der Corona-Pandemie.

Die "Sächsische Zeitung" verzeichnet zurzeit ebenfalls ein erhöhtes Volumen an Traueranzeigen. Am vergangenen Samstag seien es drei Seiten in der Ausgabe Dresden gewesen, normalerweise seien es eine bis zwei. In der Lokalausgabe Löbau/Zittau kamen fünf Seiten zusammen, sonst seien es maximal drei. Die DDV Mediengruppe betonte zugleich: "Allerdings wäre es unsererseits reine Spekulation, das ausschließlich auf Corona zu beziehen, da uns die Hintergründe des Ablebens schlicht nicht bekannt sind und generell nur in seltensten Fällen in der Anzeige genannt werden." Möglicherweise spiele auch die Tatsache, dass derzeit Beerdigungen nur unter strengen Auflagen und Beschränkungen stattfinden könnten, eine Rolle. Die Mediengruppe ergänzte, dass die Zeitung eventuell deshalb wieder stärker genutzt wird, "um über eine Anzeige einen größeren Kreis über das Ableben informieren zu können".

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie veröffentlichen deutsche Zeitungen zeitweise mehr Traueranzeigen als gewöhnlich.
Seit Ausbruch der Corona-Pandemie veröffentlichen deutsche Zeitungen zeitweise mehr Traueranzeigen als gewöhnlich. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

6.14 Uhr: Bundeswehr prüft "Duldungspflicht" für Corona-Impfung

Die Bundeswehr prüft eine Ausweitung der für Soldaten geltenden Impfpflicht auf den Schutz gegen das Coronavirus. Eine Entscheidung dazu werde vorbereitet, bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Der "Spiegel" hatte bereits im Dezember berichtet, dass der Generalarzt der Bundeswehr empfohlen habe, die Impfung gegen das Virus in den sogenannten Basisimpfschutz für alle Soldaten aufzunehmen. Der Impfschutz hat sich aus Sicht des Militärs insbesondere bei den Immunisierungen der Kontingente für die Auslandseinsätze bewährt.

"Durch die besonderen Bedingungen des engen Zusammenlebens in den Einsätzen und auch in Gemeinschaftsunterkünften in Deutschland sind Soldatinnen und Soldaten per se einem relativ höheren Infektionsrisiko ausgesetzt als andere Bevölkerungsgruppen", sagte der Sprecher. "Deshalb zielen Impfungen in der Bundeswehr immer gleichzeitig auf den Schutz der Gemeinschaft und des Individuums ab und die Duldungspflicht ist ein wichtiges Instrument, um die notwendigen Impfraten für eine Herdenimmunität zu erreichen." Mehr dazu im Artikel Corona-Impfpflicht für Soldaten?

6 Uhr: Mehr als zwei Millionen Corona-Infizierte in Deutschland

In Deutschland haben sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie bereits über zwei Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.368 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Fälle auf 2.000.958 (Stand: 15.01., 00.00 Uhr). Dabei ist zu beachten, dass die tatsächliche Gesamtzahl noch deutlich höher liegen dürfte, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Außerdem wurden 1.113 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Der bisherige Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am gestrigen Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 44.994. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.641.200 an. Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan noch etwas schwierig, weil um den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitagmorgen bei 146,1. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch weiterhin enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 287,6 und Sachsen mit 274,1. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 78,7.

Hinweis: Die Daten des RKI weichen häufig von denen des Sächsischen Sozialministeriums und der lokalen Gesundheitsbehörden ab. Grund dafür sind Meldeverzögerungen.

5.39 Uhr: Biden will 1,9 Billionen schweres weiteres Corona-Konjunkturpaket

Zur Bekämpfung der Corona-Krise will der künftige US-Präsident Joe Biden ein weiteres billionenschweres Konjunkturpaket auf den Weg bringen. Bidens Team kündigte am Donnerstagabend (Ortszeit) an, angestrebt werde ein Hilfspaket im Umfang von 1,9 Billionen Dollar (rund 1,6 Billionen Euro). Vorgesehen seien darin den Plänen nach unter anderem finanzielle Direktzahlungen an Bürger in Höhe von 1.400 Dollar (rund 1.150 Euro) pro Kopf. Außerdem sollen demnach Arbeitslosenhilfen ausgeweitet werden, ebenso wie die Möglichkeiten bezahlter Auszeiten für Arbeitnehmer, die selbst krank sind, in Quarantäne gehen oder Andere pflegen müssen.

20 Milliarden Dollar in dem Paket sind demnach auch eingeplant, um die Impfungen im Land voranzutreiben. 50 Milliarden Dollar sollen in eine massive Ausweitung von Corona-Tests investiert werden. 130 Milliarden Dollar sollen an Schulen gehen, um ihnen dabei zu helfen, möglichst schnell auf sichere Weise wieder zu öffnen.

Joe Biden, Gewählter Präsident (President-elect) der USA, hat ein Maßnahmepaket gegen die Corona-Pandemie vorgestellt.
Joe Biden, Gewählter Präsident (President-elect) der USA, hat ein Maßnahmepaket gegen die Corona-Pandemie vorgestellt. © Carolyn Kaster/AP/dpa

5.28 Uhr: Kontrollen: Gut jeder Zehnte kommt ohne Einreiseanmeldung

Bei Kontrollen der Bundespolizei sind zahlreiche Verstöße gegen die Pflicht zur Einreiseanmeldung nach Aufenthalten in Corona-Risikogebieten aufgefallen. Wie das Bundespolizeipräsidium auf Anfrage mitteilte, haben die Polizisten seit dem Start der digitalen Einreiseanmeldung am 8. November bis zum 10. Januar im kontrollpflichtigen Luftverkehr rund 185 800 digitale Anmeldungen, beziehungsweise schriftliche Ersatzmitteilungen geprüft. Bei diesen stichprobenartigen Kontrollen wurden den Angaben zufolge rund 24.540 Mängel festgestellt - also bei rund 13 Prozent der überprüften Reisenden.

Als Mangel gilt dabei eine fehlende oder fehlerhaft ausgefüllte Einreiseanmeldung. "In solchen Fällen erfolgte grundsätzlich durch die eingesetzten Beamten eine Nacherhebung der Daten", teilte eine Sprecherin mit. Die damit erstellte schriftliche Ersatzmitteilung sei anschließend für das jeweils zuständige Gesundheitsamt bereitgestellt worden. Die Verpflichtung, nach einem Aufenthalt in einem ausländischen Corona-Risikogebiet eine digitale Einreiseanmeldung auszufüllen, war im November eingeführt worden. Die Erhebung der Daten soll den Gesundheitsämtern die Nachverfolgung von Infektionsketten erleichtern.

5.17 Uhr: Verbesserungen der Luftqualität bei Lockdown weniger groß als gedacht

Die Luftverschmutzung in Städten ist während der coronabedingten Einschränkungen im Frühjahr 2020 weniger stark zurückgegangen als angenommen. Einer neuen Analyse zufolge wirkten sich das Wetter und die üblichen Veränderungen beim Übergang vom Winter auf den Frühling deutlich auf die Werte von Stickstoffdioxid (NO2), Ozon (O3) und Feinstaub (PM2,5) aus. Das Team um Zongbo Shi von der University of Birmingham (Großbritannien) veröffentlichte seine Ergebnisse im Fachmagazin "Science Advances". "Wetteränderungen können Änderungen der Emissionen im Hinblick auf die Luftqualität überlagern", sagte Shi.

Die Forscher nutzten sogenanntes maschinelles Lernen: Das Computermodell lernte anhand älterer Messdaten die durch das Wetter verursachten Effekte herauszurechnen. Dies wandten sie dann auf Messreihen jeweils vor und nach Beginn eines Lockdowns in elf Städten an. Das Team verglich daher nicht die Daten von 2020 mit den Vorjahreszeiträumen, sondern die Werte vor dem Lockdown mit denen währenddessen. Die Städte lagen in Asien, Europa und Nordamerika. Des Weiteren rechneten die Forscher den Einfluss der saisonalen Veränderungen heraus.

Freitag, 5 Uhr: Lockdown-Verschärfungen zeichnen sich ab

Angesichts weiterhin hoher Infektionszahlen und großer Sorge um die aufgetauchten Coronavirus-Mutationen hat die Diskussion über zeitnahe Verschärfungen des Lockdowns gewaltig an Fahrt aufgenommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will schon kommende Woche und nicht erst wie geplant am 25. Januar mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) rechnet mit Beratungen in der kommenden Woche. "Kindergärten komplett runterfahren, Schulen abschließen, wirklich Betretungsverbote in den Pflegeheimen, wenn kein negativer Schnelltest vorliegt - solche Dinge müssen wir besprechen", sagte Kretschmer am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt forderte im "Spiegel" angesichts der Pandemielage eine Sondersitzung des Bundestags in der kommenden Woche. "Solange die Infektionszahlen nicht runtergehen, können die Lockdown-Maßnahmen nicht beendet werden und es werden weitere Maßnahmen nötig sein, besonders in der Arbeitswelt", so die Grünen-Politikerin. "Wir sollten uns die Frage stellen, ob letztlich nicht ein kompletter Lockdown von zwei bis drei Wochen besser ist als eine endlose Hängepartie", sagte Thorsten Frei, stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, dem "Spiegel". Merkel machte den Beratungsbedarf am Donnerstagabend in Sitzungen zur Vorbereitung des Wahlparteitags der CDU am Freitag und Samstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von mehreren Teilnehmern deutlich. Es gebe derzeit keinen Spielraum für Öffnungen. Mehr zu möglichen Lockdown-Verschärfungen erfahren Sie hier.

Corona-Pandemie: das geschah am Donnerstag

21.57 Uhr: Initiative fordert solidarischen Shutdown

Eine Initiative von Wissenschaftlern, Aktivisten und Gesundheitspersonal fordert angesichts der Corona-Krise ein europaweites Herunterfahren auch für die Wirtschaft. "Shutdown heißt: Wir schränken unsere direkten Kontakte auf ein Minimum ein – und zwar auch am Arbeitsplatz!", heißt es in dem Aufruf der Initiative "#ZeroCovid". "Wie viele andere Menschen auch wollen wir nicht länger diesen ewigen Lockdown Light oder dieses ständige Hin und Her zwischen Verschärfungen und Lockerungen mittragen", sagte Sprecher Oliver Kube am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Daher sei ein solidarischer "Shutdown aller nicht lebenswichtiger Bereiche, insbesondere der Wirtschaft" nötig.

Dabei sei es ihnen besonders wichtig, dass die Schwächeren und Schwächsten nicht auf der Strecke blieben, sagte Kube. Um das zu gewährleisten, fordert die Initiative europaweite Covid-Solidaritätsabgaben auf hohe Vermögen oder Unternehmensgewinne. Etwaige Lohnausfälle sollen durch ein breit aufgestelltes soziales Rettungspaket aufgefangen werden.

Zu den Erstunterzeichnern gehören nach Angaben der Initiative etwa die Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die Autorinnen Margarete Stokowski und Teresa Bücker sowie der Sea-Watch-Aktivist Ruben Neugebauer. Auch viele Wissenschaftler und Angestellte aus dem Gesundheitsbereich hätten demnach unterschrieben.

21.41 Uhr: 101-jährige Überlebende der Spanischen Grippe erhält Impfung

Als Baby wurde sie an der Seite ihrer schwer an der Spanischen Grippe erkrankten Mutter gefunden, die sich nicht mehr um sie kümmern konnte. Nun hat eine 101-Jährige aus Schottland eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten, wie der Gesundheitsdienst NHS Greater Glasgow and Clyde am Donnerstag mitteilte. Für sie sei es „nur eine weitere Impfung“, sagte Emily Lawson aus Kirkintilloch, die 1919 geboren wurde, als die letzte große Pandemie grassierte. Der Spanischen Grippe fielen weltweit schätzungsweise 50 Millionen Menschen zum Opfer.

Emily Lawson aus Kirkintilloch erhält eine Impfung gegen das Coronavirus.
Emily Lawson aus Kirkintilloch erhält eine Impfung gegen das Coronavirus. © Health and Social Care Partnership (HSCP) /dpa

21.18 Uhr: Portugal meldet Rekordzahl an Neuinifizierten

Unmittelbar vor Beginn eines einmonatigen Lockdowns hat Portugal einen Rekord an Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Binnen 24 Stunden seien 10.698 neue Ansteckungen registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag in Lissabon mit. Der bisher höchste Wert war erst am Vortag mit 10 556 erreicht worden. 148 Menschen starben innerhalb eines Tages mit Covid-19 - acht weniger als beim Höchstwert vom Mittwoch.

Der neue Lockdown ab Freitag ähnelt dem vom Frühjahr 2020. Das Haus darf nur aus triftigem Grund verlassen werden. Man darf unter anderem Einkäufe tätigen, zur Arbeit fahren oder einen Arzt aufsuchen. «Denken sie nicht an die Ausnahmen, sondern an die Regel. Und die Regel ist einfach: Jeder von uns muss zu Hause bleiben», sagte Ministerpräsident António Costa.

Homeoffice ist ab Freitag in Portugal überall dort, wo möglich, obligatorisch. Gaststätten und Geschäfte - außer für Lebensmittel und den täglichen Grundbedarf - müssen schließen. Präsenzunterricht, Profifußball und Gottesdienste werden unterdessen - anders als im vergangenen Frühjahr - diesmal nicht verboten.

21.02 Uhr: Sächsische Wirtschaft kritisiert Corona-Politik

Die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft (VSW) hat die Corona-Maßnahmen der Politik kritisiert. Die ständig neuen Vorschläge bis hin kompletten Runterfahren der Wirtschaft offenbarten "Hilflosigkeit, Aktionismus und das Fehlen einer Strategie", sagte Präsident Jörg Brückner laut Mitteilung am Donnerstag zur aktuellen Diskussion über mögliche weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. "Passend zur aktuellen Wetterlage kann man zusammenfassen: Die Politik soll vor ihrer Tür kehren, nicht nur den Schnee."

Brückner verwies unter anderem darauf, dass erst Masken fehlten und nun der in Deutschland entwickelte Impfstoff, während andere Länder sofort dankbar zugriffen und tagtäglich Leben retten. "All das schadet unserem Land massiv, vom Vertrauensverlust in die Politik ganz zu schweigen." Das gelte auch für mögliche weitere Einschränkungen von Bürgern und Wirtschaft, die das Ganze aber am Laufen halten sollten. Dabei zeige die Statistik des Robert-Koch-Instituts, dass der Arbeitsplatz nicht der Schwerpunkt der Pandemie ist - in der Industrie etwa lägen die Zahlen bei nur zwei bis vier Prozent.

Sachsens Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner
Sachsens Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner © Steffen Fuessel/VSW/dpa

20.28 Uhr: Merkel bestreitet vor CDU-Präsidium Lockdown-Pläne für den Nahverkehr

Nachdem zunächst in Regierungskreisen bestätigt wurde, dass das Kanzleramt und mehrere Bundesländer erwägen, den Öffentlichen Verkehr runterzufahren, um die Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, bestreitet Kanzlerin Angela Merkel (CDU) konkrete Pläne. Einen Bericht der „Bild“-Zeitung, wonach im Kanzleramt über die Einstellung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs nachgedacht werde, wies sie nach Angaben mehrerer Teilnehmer in der Online-Sitzung des CDU-Präsidiums zurück, berichtete dpa.

Sie will aber schon kommende Woche und nicht erst wie geplant am 25. Januar mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Erwartet wird eine Verlängerung des Lockdowns und Verschärfungen, ob und wie weit sie auch den öffentlichen Verkehr betreffen, ist nach den widersprüchlichen Informationen derzeit die Frage.

20.13 Uhr: Frankreich verschärft Ausgangssperre

Im Kampf gegen das Coronavirus will Frankreich die abendliche und nächtliche Ausgangssperre auf dem gesamten Festland um zwei Stunden auf 18 Uhr vorziehen. Die Regelung solle ab Samstag für mindestens 15 Tage gelten, kündigte Premierminister Jean Castex am Donnerstagabend in Paris an. "Es ist nicht möglich, das Haus aus persönlichen Gründen zu verlassen", sagte Castex. Auch Geschäfte sollen demnach ab 18 Uhr schließen.

Zuvor war das ursprünglich von 20 Uhr bis 6 Uhr geltende Ausgehverbot bereits in einzelnen besonders betroffenen Départements vorverlegt worden. Den Menschen ist es während dieser Zeit nicht mehr gestattet, an der frischen Luft spazieren zu gehen, Sport zu machen oder einzukaufen. Sie dürfen aber zum Beispiel weiterhin zur Arbeit fahren oder wegen zwingender familiärer Gründe das Haus verlassen.

Die Situation habe sich in den letzten Tagen stabilisiert, bleibe aber besorgniserregend, sagte Castex. Im Schnitt gebe es etwa 16.000 nachgewiesene Fälle am Tag. Keines der französischen Départements liege derzeit unter der Zielmarke von einem Schnitt von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Wegen der neuen Coronavirus-Varianten sollen auch die Grenzkontrollen verschärft werden. Bei der Einreise nach Frankreich von Ländern außerhalb der Europäischen Union wird ein negativer Corona-Test fällig.

19.56 Uhr: Jordanien impft Flüchtlinge gegen Corona – kostenlos

Als eines der ersten Länder weltweit hat Jordanien am Donnerstag mit der Corona-Impfung von Flüchtlingen begonnen. Das berichtete das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) in Genf mit höchstem Lob für die jordanischen Gesundheitsbehörden. Flüchtlinge bekommen dort genau wie einheimische die Impfung auf Wunsch kostenlos. Von 78 Ländern, die nationale Impfstrategien entwickelten, hätten nur 39 die Flüchtlinge in ihrem Land explizit mit einbezogen, erklärte das UNHCR.

Jordanien beherbergt bei zehn Millionen Einwohnern rund 700.000 Flüchtlinge. Dank rigoroser Schutzmaßnahmen hätten sich in den Flüchtlingslagern nur knapp 2.000 Menschen infiziert.

19.27 Uhr: Lockdown-Verschärfung im Gespräch – auch ÖPNV könnte betroffen sein

Deutschland steht womöglich vor einer bisher beispiellosen Verschärfung des Corona-Lockdowns. Wie der Tagesspiegel aus Regierungskreisen erfuhr, erwägen das Kanzleramt und mehrere Bundesländer, den Öffentlichen Verkehr runterzufahren, um die Infektionszahlen in den Griff zu bekommen. „Das würde nicht nur Busse, U- und S-Bahnen betreffen, sondern auch die Deutsche Bahn“, hieß es. Auch über härtere Einschränkungen der Bewegungsfreiheit wird diskutiert. Ein Grund sind die Virusmutationen, die rund 40 Prozent ansteckender sein sollen – deren Ausbreitung in Deutschland wird aufgrund bisher kaum durchgeführter Laboruntersuchungen als „Black Box“ beschrieben.

Kanzlerin Angela Merkel und Kanzleramtschef Helge Braun (beide CDU) seien „extrem besorgt“ wegen der Mutation, vor allem seit in Irland die Infektionszahlen außer Kontrolle geraten sind, hieß es. Das Verkehrsministerium prüft, wie sich so ein Verkehrs-Shutdown bei der Bahn umsetzen ließe. Als erstes hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

Allerdings ist bisher völlig unklar, wie so etwas funktionieren könnte, da etwa Pflegekräfte und andere Bedienstete in sogenannten systemrelevanten Berufen für den Arbeitsweg auf Busse und Bahnen angewiesen sind. Bayern hat als ersten Schritt am kommenden Montag in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken erlassen, die Infektionsrisiken stärker mindern als Alltagsmasken.

19.01 Uhr: Landtagswahl in Thüringen wird verschoben

Als Reaktion auf dramatisch hohe Corona-Infektionszahlen wird die Wahl des Thüringer Landtags auf den 26. September verschoben. Darauf haben sich Linke, SPD, Grüne und CDU verständigt, wie ihre Spitzenpolitiker am Donnerstagabend in Erfurt mitteilten. Das Parlament soll damit nicht wie bisher geplant Mitte Februar - und damit mitten in der Pandemie - aufgelöst werden, um vorgezogene Neuwahl am 25. April zu ermöglichen.

Am 26. September wird auch der Bundestag, der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und das Abgeordnetenhaus in Berlin gewählt. Thüringens Linke-Fraktions- und Landesparteichefin Susanne Hennig-Wellsow sagte, dies sei angesichts der pandemischen Situation der frühestmögliche Zeitpunkt.

In Thüringen regiert derzeit eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Sie ist auf eine Zusammenarbeit mit der oppositionellen CDU angewiesen. Die vier Parteien hatten sich auf die vorgezogene Landtagswahl verständigt - sie hoffen danach auf eindeutige Mehrheitsverhältnisse im Parlament. Regulär würde in Thüringen erst 2024 gewählt.

18.29 Uhr: Ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland geimpft

Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sind inzwischen 840.000 Menschen in Deutschland geimpft. „Wir haben Stand heute 840.000 Geimpfte in Deutschland“, teilte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin mit. „Das erste Prozent der Bevölkerung ist geimpft.“Bislang ist ungewiss, ob Geimpfte das Coronavirus noch auf andere Menschen übertragen können und wenn ja, dann in welchem Ausmaß. Gleiches gilt für Menschen, die bereits eine Corona-Infektion überstanden haben. Bei den bisherigen Impfstoff-Studien war nur festgestellt worden, dass Geimpfte selbst weitgehend vor einer Erkrankung geschützt sind.

18.17 Uhr: Große Zustimmung für verlängerte Abgabefrist der Steuererklärung

Die Pläne zur verlängerten Abgabefrist für die Steuererklärung 2019 stoßen im Bundestag auf einhellige Zustimmung. Bei der ersten Lesung des Gesetzentwurfs der großen Koalition signalisierten am Donnerstag auch sämtliche Oppositionsfraktionen ihre Zustimmung. "Die Intention insgesamt ist richtig, die Maßnahme ist sachgerecht, die Haushaltsbelastung marginal", sagte der AfD-Finanzexperte Albrecht Glaser.

Nach dem Gesetzentwurf von CDU/CSU und SPD sollen Steuerberater wegen der Corona-Krise sechs Monate mehr Zeit für die Steuererklärungen ihrer Mandanten bekommen. Die Abgabefrist für die Jahressteuererklärungen 2019 soll demnach vom 28. Februar dieses Jahres bis zum 31. August verlängert werden - allerdings nur in den Fällen, in denen der jeweilige Steuerzahler einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein einschaltet.

Die Vorsitzende des Bundestags-Finanzausschusses, Katja Hessel (FDP), erklärte, die Steuerberater bräuchten den "Rückenwind des Parlaments". Wegen der Beantragung von Corona-Hilfen und Kurzarbeitergeld seien sie derzeit überlastet.

17.58 Uhr: Längere Antragsfristen für Corona-Hilfen des Bundes

Unternehmen können Anträge auf Corona-Hilfszahlungen des Bundes nun länger stellen als bislang geplant. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte, wurde die Antragsfrist für die November- und die Dezemberhilfe bis 30. April verlängert. Bislang galt der 31. Januar für die Novemberhilfe als Enddatum, für die Dezemberhilfe war es der 31. März. Die Überbrückungshilfe II für den Zeitraum September bis Dezember 2020 kann nun bis 31. März beantragt werden - bisher lief die Antragsfrist bis 31. Januar.

Mit der November- und Dezemberhilfe sollen Firmen, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen entschädigt werden, die von Schließungen betroffen sind. Der Zuschuss beträgt 75 Prozent des jeweiligen durchschnittlichen Umsatzes im November beziehungsweise Dezember 2019 - anteilig für die jeweilige Dauer der Schließungen. Mit den Überbrückungshilfen werden betriebliche Fixkosten wie Mieten und Pachten erstattet.

17.14 Uhr: Großbritannien beginnt mit Impfungen in Apotheken

In Großbritannien bieten nun auch Apotheken Impfungen gegen das Coronavirus an. Der Schritt soll helfen, das Impftempo zu erhöhen. Die Regierung will bis Mitte Februar bis zu 15 Millionen Menschen aus den größten Risikogruppen impfen.„Apotheken spielen eine zentrale Rolle im Kampf gegen Covid-19“, sagte Claire Anderson von der Apothekervereinigung Royal Pharmaceutical Society am Donnerstag. Mehrere Ketten wie Boots und Superdrug, aber auch unabhängige Apotheken erhielten die ersten Lieferungen. Ende Februar sollen „Hunderte“ Geschäfte in der Lage sein, Menschen zu impfen.

Bisher haben nach Regierungsangaben landesweit mehr als 3,2 Millionen Menschen eine Dosis gegen das Virus erhalten. Angesichts der raschen Ausbreitung einer mutmaßlich deutlich ansteckenderen Virus-Variante setzt die Regierung auf einen baldigen Effekt der Massenimpfung. Das Gesundheitssystem steht erheblich unter Druck, in den Kliniken werden nach Angaben von Premierminister Boris Johnson etwa 70 Prozent mehr Corona-Patienten behandelt als zum Höhepunkt der ersten Welle im April.

16.37 Uhr: Sachsens Linke kritisieren Kommunikation der Regierung

Die Linken haben die Kommunikation der sächsischen Regierung in der Corona-Krise kritisiert. Die Pandemie erzeuge schon genug Unsicherheit bei den Menschen, erklärte Parteichefin Susanne Schaper am Donnerstag in Dresden: "Die Landesregierung wäre gut beraten, nicht jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf zu treiben. Statt laut zu denken und jeden Tag neue Vorschläge zu präsentieren, ist stilles und effektives Arbeiten geboten."

Die Linken bezogen sich auf Äußerungen von Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) und Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Kretschmer habe vorgestern erklärt, man befinde sich "in den schwersten Wochen der Pandemie" und es sei nicht klar, welche Lockerungen es geben werde. Nur einen Tag später habe er laut über die ersten Lockerungen nachgedacht. Köpping habe ebenfalls am Dienstag gesagt, man denke über eine FFP2-Maskenpflicht im Einzelhandel und Nahverkehr nach, und einen Tag später mitgeteilt, eine solch Verpflichtung werde es nicht geben.

"Statt wirrer Kommunikation nach außen und Gespräche mit den Lautesten zu führen, sollte die Staatsregierung sich endlich um die Menschen kümmern, die es in der Krise besonders schwer haben", betonte Linke-Fraktionschef Rico Gebhardt.

16.09 Uhr: Rund 2.000 Neuinfektionen in Sachsen

In Sachsen steigt die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen weiter an - allerdings nicht mehr so stark wie in den vergangenen Tagen. Laut Statistik des Gesundheitsministeriums vom Donnerstag wurden binnen eines Tages 1.911 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Am Vortag wurden noch 2.700 Neuinfektionen gemeldet. Damit gibt es seit Beginn der Pandemie insgesamt 163.288 Infektionsfälle im Freistaat.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 stieg bleib in Sachsen ebenfalls weiter hoch. Binnen 24 Stunden wurden 212 weitere Corona-Tote registriert, die Gesamtzahl steigt damit auf 4.786 Todesfälle. Die Zahl der Patienten, die wegen einer solchen Erkrankung auf der Intensivstation behandelt werden müssen, liegt bei 528. Rund 2.652 werden wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt.

Die 300er Marke bei den Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner hat Sachsen unterdessen unterschritten. Die Zahl der Neuinfektionen auf jeweils 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen liegt in Sachsen den Angaben zufolge bei derzeit 292,4 aus. Das ist weiterhin der zweithöchste Wert - nach dem bundesweiten Spitzenreiter Thüringen (310,4).

15.49 Uhr: Sachsens Lehrer wegen Pannen mit Lernplattform frustriert

Der Sächsische Lehrerverband (SLV) hat technische Pannen beim digitalen Unterricht in der Corona-Pandemie moniert. "Systemabstürze und Serverüberlastungen führen aber immer häufiger zu Frust und einem zusätzlichen Arbeitsaufwand für Lehrkraft und Schüler", erklärte der Verband am Donnerstag. Der Freistaat sei in der Pflicht, für einen reibungslosen Ablauf der digitalen Dienste zu sorgen und entsprechende technische Lösungen bereitzustellen: "Dafür muss in die Erhöhung der Serverkapazitäten und die Behebung von Sicherheitslücken investiert werden. Der technische Support kann grundsätzlich nicht Aufgabe der Lehrkräfte sein."

"Der Distanzunterricht in der derzeitigen Ausnahmesituation ist bereits eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Wenn LernSax dann zusätzlich nicht ordnungsgemäß funktioniert, behindert das nicht nur die Aufgabenverteilung sondern auch die Kommunikation zwischen Schüler und Lehrkraft", betonte Jens Nelle, stellvertretender Landeschef des Lehrerverbandes. Unterrichtsabläufe würden gestört, was zu weiteren Lücken in der Wissensvermittlung führe.

15.24 Uhr: Fast eine Million Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe in de USA

Die Zahl der Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in den USA auf fast eine Million gestiegen. In der Woche bis zum 9. Januar stellten 965.000 Personen einen Antrag, rund 180.000 mehr als in der Vorwoche, wie die US-Regierung am Donnerstag mitteilte.

Die Erstanträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung am Arbeitsmarkt in der größten Volkswirtschaft der Welt wider. Wegen der Corona-Krise verharren die wöchentlichen Erstanträge auf sehr hohem Niveau. Zum Vergleich: Vor der Krise hatten die Anträge meist nur bei rund 200.000 gelegen. Im Dezember waren erstmals seit April wieder Zehntausende Arbeitsplätze verloren gegangen; die Arbeitslosenquote blieb bei 6,7 Prozent. Ende Dezember bekamen rund 18,4 Millionen Menschen eine Form von Arbeitslosengeld. In der gleichen Woche des Vorjahres, also vor dem Beginn der Pandemie, waren es nur 2,2 Millionen Menschen gewesen.

Die Pandemie verbreitet sich in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, weiterhin dramatisch. Täglich wurden in der vergangenen Woche im Durchschnitt rund 240 000 Neuinfektionen gemeldet. Rund 385.000 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus und der Erkrankung Covid-19 gestorben.

15.09 Uhr: Spiel von Dresden gegen Wiesbaden abgesagt

Nach der Corona-Infektion von Trainer Markus Kauczinski und einer weiteren Person ist das nächste Spiel von Fußball-Drittligist Dynamo Dresden abgesagt worden. Der DFB teilte am Donnerstag mit, dass die für Samstag geplante Partie gegen den SV Wehen-Wiesbaden an einem anderen Termin nachgeholt wird. Damit gab der DFB dem Antrag auf Spielverlegung der Dresdner statt. Mehr dazu lesen Sie hier.

14.43 Uhr: Corona setzt Sachsens Schweinehalter unter Druck

In sächsischen Ställen wachsen zu viele Schweine heran. Das teilte der sächsische Landesbauernverband am Donnerstag auf seiner Jahrespressekonferenz mit. Wegen des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland hatten mehrere Länder, darunter Großabnehmer China, ihre Importe gestoppt. Der wegfallende Absatz durch die Schließung von Gaststätten tut sein übriges: In Sachsen gibt es einen "Schweinestau". Das sorgt für Preisverfall, der Preis für ein Kilo Fleisch hat sich innerhalb eines Jahres auf 1,19 Euro halbiert. Die Verluste der Bauern sind enorm. Mehr zur Notlage in Sächsischen Ställen lesen Sie hier: "Corona sorgt für volle Schweineställe"(SZ+)

13.42 Uhr: Ärztegewerkschaft Marburger Bund: Lockerungsszenarien nicht denkbar

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund lehnt Lockerungen der Corona-Regeln zum jetzigen Zeitpunkt strikt ab. "Ich halte Lockerungsszenarien im Moment für überhaupt nicht denkbar", sagte die Vorsitzende Susanne Johna am Donnerstag im SWR2-"Tagesgespräch". Es schockiere sie als Ärztin, wie manche darüber diskutierten - als gehe es nur darum, die älteren Mitbürger richtig zu schützen, und alles andere könne so weitergehen. "Ich gebe zu bedenken, dass wir schon mehr als 11.000 Tote in der Altersgruppe zwischen 60 und 79 zu betrauern haben."

13.30 Uhr: Altmaier: 2021 wird ein Jahr des Aufschwungs sein

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ist zuversichtlich, dass sich die Wirtschaft trotz der Corona-Pandemie im Jahr 2021 wieder auf Wachstumskurs geht. "Die Wirtschaft wird sich in diesem Jahr erholen, es wird ein Aufschwungjahr sein", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in einer Live-Schalte auf dem digitalen "Handelsblatt"-Energiegipfel. Im vergangenen Jahr sei ein wichtiger Wendepunkt erreicht worden, sagte Altmaier. Hoffnung für die Zukunft sieht Altmaier in der Energiewende. Die Politik dürfe die Unternehmen, die "den Schalter umgelegt" hätten, nicht enttäuschen. "Wer nicht vorne weegmarschiert, wird eingeholt und überrollt werden", sagte Altmaier. Das Statistische Bundesamt hatte am Donnerstag einen massiven Einbruch der Wirtschaftsleitung im Jahr 2020 gemeldet: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte nach einer ersten Schätzung gegenüber dem Vorjahr um 5,0 Prozent.

13.20 Uhr: Lockdown: Hilfsprogramme für Prostituierte gefordert

Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes hat wegen der Corona-Pandemie Hilfs- und Ausstiegsangebote für Prostituierte gefordert. Es sei inakzeptabel, dass Bordellbetreiber staatliche Finanzhilfen bekämen, während Prostituierte im Stich gelassen würden, erklärte die Bundesgeschäftsführerin von Terre des Femmes, Christa Stolle, am Donnerstag in Berlin. Seit Beginn der Pandemie sei die Lage von Prostituierten in Deutschland höchst kritisch und prekär, hieß es. Verschärft werde ihre Not durch den zweiten Lockdown, der die Prostituierten mittellos zurücklasse. Die meisten Prostituierten würden durch kein Sozialsystem aufgefangen.

13.10 Uhr: Das sind die Corona-Zahlen in einzelnen Gemeinden

Mit einer Inzidenz von über 2.000 ist der Kurort Rathen nach Zahlen des sächsischen Sozialministeriums der Corona-Hotspot in Sachsen. Dabei gibt es nur sieben Fälle. Doch weil nur knapp 350 Menschen dort gemeldet sind, schießt die Zahl in die Höhe. Doch auch andere Orte im Landkreis Sächsische-Schweiz Osterzgebirge sind stark betroffen, in anderen Kreisen gehen die Inzidenzen dagegen zurück. Einen Überblick über die aktuelle Lage in sächsischen Gemeinden finden Sie hier: Diese Orte sind in Sachsen stark betroffen.

12.58 Uhr: Dresden meldet Höchstwert von 53 Verstorbenen

Die Corona-Lage in Dresden hat einen weiteren traurigen Rekord erreicht:: Das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt meldete am Mittag 53 in Zusammenhang mit dem Virus verstorbene Patienten. Insgesamt sind seit Krisenbeginn im März 421 Opfer zu beklagen. Zudem wurden 188 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden registriert, seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 18.654 Menschen in Dresden positiv getestet worden. 71 weitere Menschen mussten seit Mittwochmittag ins Krankenhaus einwiesen werden. Als genesen gelten mittlerweile 15.496 Dresdner - 67 mehr als am Mittwoch. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, sank auf 208,9. Da für Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt auch diesen Wert an. Er beträgt heute 183. Alle Zahlen aus Dresden (SZ+)

In Dresden ist die Zahl der Corona-Todesfälle erneut auf einen Rekordwert gestiegen.
In Dresden ist die Zahl der Corona-Todesfälle erneut auf einen Rekordwert gestiegen. © Robert Michael/dpa-Zentralbild (Symbolbild)

12.48 Uhr: Ärger über Corona-Impfungen außer der Reihe in Tschechien

Im stark von der Corona-Pandemie betroffenen Tschechien haben Berichte für Aufsehen gesorgt, dass die offizielle Impf-Reihenfolge in mehreren Fällen missachtet worden sei. Wie das Nachrichtenportal Seznamzpravy.cz berichtete, gingen 1.000 Corona-Impfdosen an Mitarbeiter der staatlichen Gesundheitsbehörde SZU und deren Verwandte, unabhängig vom Alter. Nach den Enthüllungen gab der Leiter des Amts am Donnerstag seinen Rücktritt bekannt. Zuvor hatte die Opposition Konsequenzen gefordert. Das sei ein Skandal, kritisierte Petr Fiala, der Vorsitzende der Bürgerdemokraten (ODS): "Senioren brauchen die Impfung - und die Regierungsgarnitur impft ihre eigenen Leute."

Der öffentliche-rechtliche Rundfunk berichtete zudem, dass in einer Prager Klinik auch Verwandte von Mitarbeitern geimpft werden, wenn am Ende des Tages noch Dosen übrig bleiben. Es wäre schade, wenn etwas weggeworfen werden müsste, hieß es zur Erklärung. Nach dem Plänen der Regierung soll zunächst nur das Gesundheitspersonal geimpft werden, das an vorderster Front Covid-19-Patienten behandelt. Höchste Priorität haben zudem alle Menschen im Alter über 80 Jahren sowie das Pflegepersonal in Altersheimen.

12.40 Uhr: Polizeigewerkschaft kritisiert Unterrichtsbeginn

Der sächsische Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) kritisiert in einer Mitteilung die geplante Öffnung der Polizeifachschulen des Freistaats. Mit Verweis auf die weiterhin angespannte Lage bei den Inzidenzwerten in Sachsen drücken die Gewerkschafter ihr Unverständnis über entsprechende Pläne des Innenministeriums aus, den Präsenzunterricht zur Ausbildung der Polizeianwärter ab kommendem Montag wieder aufzunehmen. Zwar sollen Abschlussklassen an Sachsens Schulen wieder unterrichtet werden, Berufsschulen, Fachschulen und Berufsfachschulen dürfen aber eigentlich nicht öffnen. Die Gewerkschafter fragen sich, ob die Appelle der Staatsregierung zur Kontakteinschränkung bislang im sächsischen Innenministerium nicht angekommen sind.

Zuden weist die DPolG darauf hin, dass viele Polizei-Azubis weite Anreisewege haben, um die Schulstandorte in Chemnitz, Leipzig und Schneeberg zu besuchen. Da es nur bedingt oder gar keine Gemeinschaftsunterbringung gäbe, würden alle Schüler nach Dienstende zu ihren Familien zurückkehren. Viele würden dabei öffentliche Verkehrsmittel nutzen - ein weiteres Ansteckungsrisiko. Ein weiteres Problem bestünde ferner darin, dass die Schulen auch Selbstverteidigung, Eingriffstechniken und Sport unterrichten, wobei trotz der Einrichtung von halben Klassen eine Vermischung der Jahrgänge bei gemeinsam genutzten Umkleide- und Sanitärräumen nicht zu vermeiden sei. Mehr im Artikel So soll es an Sachsens Schulen weitergehen

12.29 Uhr: Deutlich mehr Todesfälle im Corona-Jahr in Österreich

In Österreich sind im Corona-Jahr 2020 deutlich mehr Menschen gestorben als in den Vorjahren. Nach vorläufigen Berechnungen der Statistikbehörde Statistik Austria vom Donnerstag gab es rund 90.000 Todesfälle - ein Anstieg von knapp elf Prozent im Vergleich zu den Durchschnittwerten der vorigen fünf Jahre. Die sogenannte Übersterblichkeit sei deutlich ausgeprägter als in Jahren mit starken Grippewellen. Ein besonders starkes Plus - aufgrund einer Grippewelle im Winter und zugleich eines heißen Sommers - sei 2015 mit 6,3 Prozent verzeichnet worden. Zugleich sank die Lebenserwartung gegenüber 2019 um ein halbes Jahr: Für Männer liegt sie nun bei 78,9 und für Frauen bei 83,7 Jahren.

Ganz wenige Menschen laufen über den Wiener Stephansplatz.
Ganz wenige Menschen laufen über den Wiener Stephansplatz. © Hans Punz/APA/dpa (Symbolbild)

12.12 Uhr: IHK Sachsen fordern sofortige Auszahlung der Wirtschaftshilfen

Die sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHK) verlangen die sofortige und komplette Auszahlung der im Herbst 2020 angekündigten November- und Dezemberhilfen. Denjenigen Gewerbetreibenden, die keine Ansprüche auf dieses Unterstützungsprogramm haben, sollte umgehend eine "Überlebenspauschale" analog der Soforthilfen im Frühjahr 2020 zur Deckung ihrer anfallender Betriebsausgaben zukommen, forderten sie in einer Mitteilung vom Donnerstag. "Andere Hilfsprogramme, wie die Überbrückungshilfe III, sind hier keine Alternative, denn auch dort werden die Mittel viel zu spät ausgezahlt."

Zur Begründung verwiesen die IHK auf eine "mittlerweile dramatische finanzielle Lage", die sehr schlechten Stimmung in den von Schließungen betroffenen Branchen und Unverständnis über die ausbleibenden Hilfen. "Die vorhandenen Reserven sind aufgezehrt, Kreditlinien erhöht, Sparmaßnahmen ausgereizt." Mehr und mehr Unternehmen und Selbstständige gerieten in existenzielle Not und eine Verbesserung der Lage scheine angesichts der aktuellen Diskussion um eine Verlängerung des Lockdowns bis Ostern nicht in Sicht.

Bereits am Mittwoch hatte der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Sachsen unter Verweis auf die Lage in der Branche die schleppende Auszahlung der Novemberhilfen kritisiert und die Handwerkskammer Dresden hatte Bund und Land gemahnt, die Wirtschaftshilfen rasch auf den Weg zu bringen.

12.03 Uhr: GEW Sachsen kritisiert Plan für Teilöffnung von Schulen

Angesichts der weiter angespannten Lage bei den Corona-Neuinfektionen in Sachsen fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die Schulen bis zu den Winterferien komplett geschlossen zu lassen. Eine Teilöffnung für die Abschlussklassen ab dem 18. Januar sei "verantwortungslos" und "fahrlässig", kritisierte die Landesvorsitzende Uschi Kruse in einer Mitteilung vom Donnerstag. Selbst Bundesländer mit deutlich niedrigeren Infektionszahlen wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen hielten die Schulen bis zum Monatsende geschlossen. Laut Kruse wird eine Rückkehr Tausender Schüler und vieler Lehrer erneut zu Infektionen und Quarantänemaßnahmen an Schulen führen.

Mit Blick auf die Abschlussprüfungen und den Lehrplandruck verlangt die Bildungsgewerkschaft, über verschiedene Wege zur Entlastung der Schüler und Lehrer nachzudenken, so etwa über Abstriche am Lehrplan. "Wir vermissen hier allerdings klare Vorgaben und auch Rückendeckung für die Lehrkräfte, die sonst gezwungen sind, den Lehrplan weitgehend durchzupauken." Vielmehr müssten Nachteile für die Schüler, die vor Prüfungen stehen, abgebaut werden. Mehr erfahren Sie im Artikel Sachsen: Öffnung der Schulen ist verantwortungslos

11.43 Uhr: Sachsens Polizei registriert rund 300 Straftaten

Im Zusammenhang mit der Pandemie haben sächsische Polizisten knapp 300 Straftaten registriert. Das geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage des AfD-Abgeordneten André Wendt hervor. Dazu zählen Widerstand und Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung, Beleidigung und Nötigung. Die Delikte wurden zwischen dem 15. März und dem 23. November 2020 begangen. Die Daten sagen aber nichts über die genaueren Umstände aus. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Polizisten überprüfen in der Nacht im Dresdner Stadtteil Gorbitz im Rahmen einer Kontrolle der Corona-Ausgangssperre einen Mann.
Polizisten überprüfen in der Nacht im Dresdner Stadtteil Gorbitz im Rahmen einer Kontrolle der Corona-Ausgangssperre einen Mann. © Robert Michael/dpa-Zentralbild

11.34 Uhr: Bundestag beschließt Verdopplung von Kinderkrankentagen

Die Zahl der Kinderkrankentage wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie pro Elternteil von 10 auf 20 verdoppelt. Alleinerziehende erhalten 40 statt der üblichen 20 Tage. Das beschloss der Bundestag am Donnerstag vor dem Hintergrund der Einschränkungen an Schulen und Kitas. Der Bundesrat soll am Montag in einer Sondersitzung noch zustimmen. Die Regelung soll rückwirkend zum 5. Januar gelten. Bund und Länder hatten sich bei ihren Corona-Krisenberatungen am Dienstag vor einer Woche auf die Aufstockung der Krankentage verständigt. Kinderkrankengeld zahlt die gesetzliche Krankenkasse normalerweise, wenn Eltern wegen der Pflege eines kranken unter 12-jährigen Kindes nicht arbeiten gehen können. Es beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes.

Das Krankengeld soll es nun aber auch geben, wenn Schulen und Kitas geschlossen sind oder der Zugang eingeschränkt ist. Das gilt auch, wenn Eltern lediglich gebeten wurden, ihre Kinder nicht in die Einrichtung zu bringen. Das Kinderkrankengeld sollen auch Eltern bei ihrer Krankenkasse beantragen können, die theoretisch im Homeoffice arbeiten könnten. Für den Antrag soll eine Bescheinigung von Schule oder Kita reichen. Anspruch haben nur gesetzlich Versicherte.

11.13 Uhr: Leipziger Stadtrat tagt digital

Der Leipziger Stadtrat tagt in der nächsten Woche vollständig digital. Die Ratsmitglieder werden per Videokonferenz zusammengeschaltet und können auch Beschlüsse fassen, wie die Stadtverwaltung am Donnerstag mitteilte. Ein Tool ermögliche nicht nur offene, sondern auch geheime Abstimmungen. Nur Wahlen sowie Beschlüsse über die Haushaltssatzung seien nicht per Videoschalte möglich. Der sächsische Landtag hatte im Dezember die Grundlage für digitale Sitzungen der kommunalen Gremien geschaffen. Der Leipziger Stadtrat war voriges Jahr wegen der Corona-Pandemie erst vom Rathaus in die größere Kongresshalle umgezogen. Die Dezember-Sitzung war als Präsenzveranstaltung dann abgesagt worden. Es hatte stattdessen einen digitalen Austausch gegeben, aber nur mit Eilbeschlüssen des Oberbürgermeisters.

10.56 Uhr: Intensivmediziner-Präsident: Höhepunkt der Pandemie überschritten

Der neue Präsident der Vereinigung der Intensiv- und Notfallmediziner (DIVI), Gernot Marx, sieht die Entwicklung auf den Intensivstationen vorsichtig optimistisch. "Es sieht also so aus, als hätten wir den Höhepunkt bei den intensivpflichtigen Patienten überschritten", sagte Marx der "Rheinischen Post". Es scheine momentan zudem so, als ob der befürchtete zusätzliche starke Anstieg durch mehr Kontakte an Weihnachten und Silvester ausbleiben würde. Wenn das so weitergehe, deute das darauf hin, dass der Lockdown eine gewisse Effizienz zeige. Das hänge jedoch auch von der Mutation des Virus ab, sagte der Mediziner.

Es sei wichtig, dass in Deutschland gezielt auch auf die Mutation des Virus untersucht werde, um frühzeitig zu erkennen, ob und in welchem Umfang die der mutierte Virus vorhanden sei, sagte Marx, der als neuer Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) Uwe Janssens abgelöst hat. Die kommenden zwei Jahre wird der Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care des Aachener Universitätsklinikums die Fachgesellschaft führen.

Der neue Präsident der Vereinigung der Intensiv- und Notfallmediziner (DIVI), Gernot Marx.
Der neue Präsident der Vereinigung der Intensiv- und Notfallmediziner (DIVI), Gernot Marx. © Henning Kaiser/dpa (Archiv)

10.27 Uhr: Corona-Jahr 2020: Konjunktureinbruch und Haushaltsdefizit

Die Corona-Krise hat die deutsche Wirtschaft in eine der schwersten Rezessionen der Nachkriegszeit gestürzt und tiefe Löcher in den Staatshaushalt gerissen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) brach im vergangenen Jahr um 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anhand einer ersten Schätzung mitteilte. Stärker war die Wirtschaftsleistung nur während der globalen Finanzkrise 2009 geschrumpft, als das BIP um 5,7 Prozent sank.

Erstmals seit 2011 verzeichnete Deutschland im Gesamtjahr wieder ein Haushaltsdefizit. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen gaben nach Angaben der Wiesbadener Behörde im vergangenen Jahr 158,2 Milliarden Euro mehr aus als sie einnahmen. Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung lag das Defizit bei 4,8 Prozent. Das war zweithöchste Defizit seit der deutschen Vereinigung, nur übertroffen vom Rekordminus des Jahres 1995, in dem die Schulden der Treuhand in den Staatshaushalt übernommen wurden. Das Steueraufkommen verringerte sich 2020, auch weil die Mehrwertsteuer vom 1. Juli an für ein halbes Jahr gesenkt wurde, um den privaten Konsum anzukurbeln. Zugleich stiegen die staatlichen Ausgaben unter anderem durch milliardenschwere Hilfspakete.

Im März und April 2020 hatten infolge der Pandemie Teile der deutschen Wirtschaft faktisch stillgestanden. Ähnlich verhielt es sich in vielen anderen großen Volkswirtschaften, Grenzen wurden zeitweise geschlossen, Lieferketten rissen. Zwar setzte im Sommer eine Erholung ein, doch im Herbst gab es angesichts wieder steigender Infektionszahlen neue Beschränkungen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. Die Grenzen blieben allerdings offen.

9.52 Uhr: Viele Kantinen in Sachsen ausnahmsweise geöffnet

Wegen Corona gehören Kantinen seit dieser Woche zu den Einrichtungen, deren Betrieb grundsätzlich verboten ist. Doch laut Arbeitsminister Martin Dulig (SPD) lässt die Landesregierung Ausnahmen zu: „Wir wollen nicht, dass Essen in Umkleiden mitgenommen wird“, sagt Dulig. Warum in Sachsen die Ausnahmen vom Verbot weit verbreitet sind, erfahren Sie hier (SZ+).

Essen mit Abstand: In den großen sächsischen Auto- und Mikrochipfabriken machen die Kantinen jetzt häufig Unterschiede zwischen Büro- und Produktionsmitarbeitern.
Essen mit Abstand: In den großen sächsischen Auto- und Mikrochipfabriken machen die Kantinen jetzt häufig Unterschiede zwischen Büro- und Produktionsmitarbeitern. © Frank Röth/F.A.Z. Pool/dpa (Symbolfoto)

9.37 Uhr: Testpflicht bei Einreise nach England um drei Tage verschoben

Die Einführung einer Corona-Testpflicht für Reisen nach England ist um drei Tage aufgeschoben worden. Sie soll nun erst vom kommenden Montag an gelten. Der britische Verkehrsminister Grant Shapps begründete dies am Donnerstag auf Twitter, man wolle "internationalen Einreisenden Zeit geben, sich vorzubereiten". Künftig ist die Einreise in England dann nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich. Die Regel soll am Montag um 4 Uhr Ortszeit (5 Uhr MEZ) in Kraft treten. Sie gilt auch für Briten. Der Test darf bei Verlassen des Herkunftslandes höchstens 72 Stunden alt sein. Er muss noch vor Abreise von Flug- oder Bahngesellschaft beziehungsweise Schiffsbetreiber kontrolliert werden.

Unabhängig vom Ergebnis müssen sich zudem alle Einreisenden für zehn Tage in Quarantäne begeben. Vom fünften Tag kann die Quarantäne mit einem neuen Test verkürzt werden. Ausnahmen von der Testpflicht gelten für Kinder bis zehn Jahren und Passagiere, die aus anderen Teilen des Vereinigten Königreichs einreisen, sowie Lkw-Fahrer. Dadurch soll der Warenfluss sichergestellt werden. Grenzbeamte sollen kontrollieren, ob die Regeln eingehalten werden. Bei Verstößen werden mindestens 500 Pfund (umgerechnet 550 Euro) Geldstrafe fällig.

9.21 Uhr: Mehr als 100 Festnahmen nach Krawall an Brüsseler Polizeiwache

Nach Ausschreitungen an einer Polizeiwache in Brüssel sind mehr als 100 Menschen vorläufig festgenommen worden. Dies teilte Justizminister Vincent Van Quickenborne mit. Am Mittwoch hatten etwa 500 Menschen in der Nähe der Wache gegen den Tod eines 23-Jährigen protestiert, der nach einer Corona-Kontrolle durch die Polizei starb. Am Abend steckten Demonstranten nach Angaben der Polizei Mülleimer in Brand, schlugen Scheiben ein und beschädigten sechs Polizeiwagen. Ein Demonstrant und vier Polizisten wurden verletzt.

Der Tod des jungen Mannes geht nach ersten Erkenntnissen auf Herzversagen zurück, wie Belga weiter berichtete. Die Staatsanwaltschaft hatte den Fall am Montag so geschildert: Die Polizei habe am Samstagabend in Brüssel eine Gruppe kontrolliert, die sich trotz geltender Corona-Beschränkungen versammelt hatte. Der Mann sei daraufhin geflohen, aber schnell gefasst und zum Verhör zur Polizeistation gebracht worden. Dort habe er das Bewusstsein verloren und sei wenig später im Krankenhaus gestorben.

9.06 Uhr: CNN: Neues US-Corona-Hilfspaket im Volumen von 2 Billionen Dollar

Der designierte US-Präsident Joe Biden will einem Bericht zufolge weitere Billionen im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise einsetzen. Berater von Biden hätten Mitgliedern des Kongresses mitgeteilt, dass sie Maßnahmen im Volumen von rund zwei Billionen US-Dollar erwarten könnten, berichtete der Nachrichtensender CNN in der Nacht zum Donnerstag. Biden werde die Einzelheiten des Plans später bekannt geben, hieß es weiter. Erwartet wurde dies zuletzt für den Donnerstagabend (Ortszeit).

CNN berichtet, dass der Plan von Biden beträchtliche Direktzahlungen an Familien vorsieht. Die staatlichen Maßnahmen sollen demnach auch Geld für Behörden für die Verteilung von Corona-Impfstoffen vorsehen. Ende Dezember hatten sich Demokraten und Republikaner im US-Kongress nach monatelangem Streit auf ein Corona-Konjunkturpaket verständigt. Es hat einen Umfang von rund 900 Milliarden Dollar (rund 738,74 Mrd Euro). Es soll etwa finanziell strauchelnden Bürgern helfen, Impulse für die geplagte Wirtschaft geben und Geld für den Kampf gegen das Coronavirus bereitstellen.

Sgt. Kevin Fowler (r) sortiert Lebensmittel bei einer Lebensmittelverteilung der "Greater Cleveland Food Bank". Durch die Corona-Krise sind viele Amerikaner in die Armut abgerutscht.
Sgt. Kevin Fowler (r) sortiert Lebensmittel bei einer Lebensmittelverteilung der "Greater Cleveland Food Bank". Durch die Corona-Krise sind viele Amerikaner in die Armut abgerutscht. © Tony Dejak/AP/dpa

8.48 Uhr: Google behebt Störung der Schnittstelle für Corona-Warn-App

Google hat den Fehler an der technischen Schnittstelle der Corona-Warn-App für Android-Smartphones beseitigt. Das teilte der Internet-Konzern am Donnerstag mit. Der Fehler hatte dazu geführt, dass seit Dienstagabend etliche Nutzer der Corona-Warn-App kein aktuelles Ergebnis bei der Risiko-Ermittlung erhalten hatten. Auf Twitter und der Entwicklerplattform Github berichteten mehrere Anwender, dass die App nicht den Risiko-Status aktualisiere. Auf dem iPhone von Apple tauchte der Fehler hingegen nicht auf. Google werde in einigen Fällen auch direkt mit den Entwicklern der Corona-Warn-Apps zusammenarbeiten, um bei der Wiederherstellung zu helfen. Das Problem habe nicht zum Verlust von Daten oder Informationen zu potenziellen Gefährdungen geführt. Der Fehler in der Google-Schnittstelle betraf nicht nur die Corona-Warn-App des Bundes, sondern alle vergleichbaren Lösungen weltweit.

8.37 Uhr: Erneut mehr als 9.000 Corona-Neuinfektionen in Israel

In Israel sind den dritten Tag in Folge mehr als 9.000 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 9.388 Fälle gemeldet. Dies ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie. Israel steckt mitten in einer dritten Corona-Welle. Seit Freitag gilt ein zweiwöchiger harter Lockdown mit Maßnahmen wie der Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Man darf das eigene Haus oder die eigene Wohnung nur in einem Umkreis von 1000 Metern verlassen. Experten rechnen aber mit baldigen Effekten der vor knapp einem Monat angelaufenen Impfkampagne.

8.22 Uhr: Epidemiologe fordert weitere Einschränkungen der Kontakte

Der Epidemiologe Dirk Brockmann vom Robert Koch-Institut (RKI) hat eine weitere Kontaktreduzierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie angemahnt. "An allen Stellschrauben, die Kontakte reduzieren, müssen wir noch stärker drehen", sagte Brockmann am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Die aktuellen Kontaktbeschränkungen wirkten nicht so gut wie der Lockdown im vergangenen Frühjahr, das sehe man auch an den Mobilitätsdaten. Damals sei die Mobilität innerhalb einer Woche um 40 Prozent zurückgegangen.

Auch seit Dezember seien weniger Menschen unterwegs, allerdings seien die Zahlen langsamer gesunken. "Das hängt auch viel mit Pandemiemüdigkeit zusammen", sagte Brockmann. Es sei wichtig, die weiterhin hohen Corona-Zahlen zu senken. "Eines ist klar, das Impfen hilft uns nicht, auf diesem Niveau rauskommen, wo jeden Tag mindestens 1.000 Menschen sterben", sagte er. Impfen sei eine wichtige Komponente gegen die Pandemie, helfe aber erst mittelfristig, wenn viele Menschen den Schutz erhalten hätten.

8.05 Uhr: Ärztegewerkschaft kritisiert Debatte um Impfpflicht als schädlich

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat die Diskussion um eine Corona-Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen als verfehlt zurückgewiesen. Die derzeitige Debatte mute teilweise grotesk an, sagte die Vorsitzende Susanne Johna der "Augsburger Allgemeinen". "Die Impfkampagne ist noch gar nicht flächendeckend gestartet, da wird schon über unzureichende Impfquoten beim medizinischem Personal diskutiert und sogar ein Impfzwang für das Personal im Gesundheitswesen ins Spiel gebracht", kritisierte sie. "Das halten wir für verfehlt."

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte eine Impfpflicht für Pflegekräfte ins Gespräch gebracht und vorgeschlagen, dass sich der deutsche Ethikrat damit beschäftigen solle. Notwendig sei ein solcher Schritt zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, argumentierte Söder. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) und Ärztepräsident Klaus Reinhardt sprachen sich gegen dem Vorschlag aus. Johna warnte vor negativen Folgen für die Impfbereitschaft: "Die aktuelle Forderung nach einer Impfpflicht erhöht eher die Skepsis bei Teilen der Bevölkerung", sagte die Medizinerin.

7.52 Uhr: Boliviens Ex-Präsident Morales mit Corona infiziert

Der bolivianische Ex-Präsident Evo Morales hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Er danke allen Menschen, die um seine Gesundheit und sein Wohlbefinden besorgt seien, erklärte Morales am Mittwoch (Ortszeit) bei Twitter. Nach Angaben der Tageszeitung "La Prensa" wird der 61-jährige Linkspolitiker in einer Privatklinik in Cochabamba behandelt. Morales zeige leichte Symptome, sein Gesundheitszustand sei stabil, hieß es. In einem Interview mit einem argentinischen Journalisten hatte Morales nach einem Krankenhausbesuch in Cochabamba zunächst geleugnet, sich mit Covid-19 infiziert zu haben.

Morales hatte sich nach Vorwürfen des Wahlbetrugs und einem durch das Militär erzwungenen Rücktritt knapp ein Jahr im Exil zunächst in Mexiko und dann in Argentinien aufgehalten. Nach der Wahl seines ehemaligen Wirtschafts- und Finanzministers und engen Vertrauten, Luis Arce, zum Präsidenten war er im November 2020 nach Bolivien zurückgekehrt.

Evo Morales (l), Ex-Präsident von Bolivien (2006-2019), wird auf dem Flughafen El Palomar einem letzten Gesundheitscheck unterzogen, bevor er die Heimatreise aus dem argentinischen Exil antritt.
Evo Morales (l), Ex-Präsident von Bolivien (2006-2019), wird auf dem Flughafen El Palomar einem letzten Gesundheitscheck unterzogen, bevor er die Heimatreise aus dem argentinischen Exil antritt. © Claudio Santisteban/dpa

7.30 Uhr: Neuer Höchstwert: RKI meldet 1.244 Corona-Todesfälle

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet einen neuen Höchstwert bei Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Wie das RKI am Donnerstagmorgen in Berlin mitteilte, starben den Tagesmeldungen der Gesundheitsämter zufolge weitere 1.244 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion in den vergangenen 24 Stunden. Der bisherige Melde-Höchstwert lag am 8. Januar bei 1.188. Die Gesamtzahl der Corona-Toten in Deutschland stieg laut RKI auf 43.881. Laut dem Robert Koch-Institut werden als Corona-Todesfälle diejenigen gezählt, bei denen die Infektion mit dem Virus ursächlich für den Tod war oder durch Vorerkrankungen wahrscheinlich ist, dass der Tod im direkten Zusammenhang mit Covid-19 steht.

Zudem wurden am Donnerstagmorgen 25.164 Neuinfektionen gemeldet - am Vortag waren es 19.600. Damit stieg die Zahl der seit beginn der Pandemie infizierten Menschen auf 1.978.590. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die angibt, wie viele Menschen sich binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner mit dem Virus angesteckt haben, liegt bundesweit bei 151,2 - bei starken regionalen Schwankungen. Für Sachsen gibt das RKI die Inzidenz mit aktuell 292,4 an, am Mittwoch lag der Wert noch bei 304,4. Die höchste Inzidenz in Deutschland hat Thüringen mit 310,4. Ziel der Politik ist eine Inzidenz von unter 50, um Infektionsketten nachverfolgen zu können.

Unter den zehn am stärksten betroffenen Landkreisen in Deutschland sind auf der RKI-Liste jetzt nur noch zwei Kreise aus Sachsen gelistet: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (493,5, Platz 2) und Meißen (401,7, Platz 9). Ganz oben steht mit einer Inzidenz von 601,8 der Thüringer Landkreis Saalfeld-Rudolstadt.

7.24 Uhr: DFL mahnt Vereine zur Einhaltung des Corona-Hygienekonzepts

Die Deutsche Fußball Liga hat nach "Kicker"-Informationen die 36 Vereine der ersten und zweiten Liga zur Einhaltung des seit Ausbruch der Corona-Pandemie gültigen Hygienekonzepts erinnert. Demnach hätten DFL-Geschäftsführer Christian Seifert und DFL-Direktor Ansgar Schwenken ein Schreiben an die Proficlubs verschickt und zu erhöhter Aufmerksamkeit ermahnt. "Die aus der COVID-19-Pandemie resultierenden Rahmenbedingungen zur Durchführung des Spielbetriebs erfordern weiterhin höchste Aufmerksamkeit und Disziplin. Über die im Konzept festgehaltenen Vorgaben hinaus wissen Sie um die hohe öffentliche Aufmerksamkeit für den Fußball und damit speziell auch für das Verhalten der Spieler auf sowie abseits des Rasens und erst recht in diesen Zeiten eines ausgewiesenen Lockdowns", hieß es in dem Schreiben, das dem "Kicker" nach eigenen Angaben vorliegt und aus dem dieser zitierte.

Zwar seien die Clubs der beiden höchsten deutschen Fußball-Ligen "angesichts der gemeldeten Zahlen auch im internationalen Vergleich offenbar relativ gut durch die kurze Winterpause gekommen", schrieb die DFL, dennoch habe die Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb dem verbindlichen Hygienekonzept eine komprimierte Checkliste "als weitere Orientierung" hinzugefügt", hieß es. Die DFL bat um Überprüfung der Maßnahmen und Handlungen und forderte die Clubs auf, die "Spieler/Betreuer sowie Ihre weiteren Angestellten für die hohe Bedeutung der Umsetzung dieser Maßnahmen sowie des gesamten medizinisch-hygienischen Konzepts" zu sensibilisieren.

Ein Helfer reinigt und desinfiziert die Scheiben an der Auswechselbank.
Ein Helfer reinigt und desinfiziert die Scheiben an der Auswechselbank. © Swen Pförtner/dpa

6.59 Uhr: Weniger Krebsbehandlungen im und nach Lockdown 2020

Im und nach dem ersten Lockdown 2020 hat es nach Daten eines großen deutschen Klinikbetreibers weniger Krebsbehandlungen gegeben als in der gleichen Zeit 2019. Der Rückgang der stationären Aufnahmen für Diagnostik und/oder Therapien betrage im Schnitt 10 bis 20 Prozent, heißt es in einer Studie von Autoren um den Mediziner Peter Reichardt vom Helios-Klinikum Berlin-Buch. Besonders betroffen seien Patienten über 75, bei denen im Schnitt ein Fünftel weniger Behandlungen durchgeführt worden seien. Für die Studie wurden rund 69.000 Fälle von 75 Helios-Kliniken in 13 Bundesländern analysiert.

Die Autoren halten die Ergebnisse für repräsentativ für Deutschland. Betrachtet wurden Krankenhausaufnahmen zwischen Mitte März und Ende April sowie der Zeit unmittelbar danach bis Mitte Juni 2020 - im Vergleich zu den entsprechenden Zeiträumen 2019. Helios ist nach eigenen Angaben Europas größter privater Klinikbetreiber.

6.21 Uhr: Corona erschwert Sterbe- und Trauerbegleitung in Sachsen

Die Corona-Pandemie hat die Hospizarbeit in Sachsen vor enorme Herausforderungen gestellt. Einerseits sei bei der ambulanten Begleitung Sterbender die sonst übliche Nähe wegen des Infektionsschutzes erschwert. Andererseits sei für Menschen, die einen Angehörigen, Freund, Kollegen oder Nachbarn verloren haben, die Trauerbewältigung wegen der Corona-Beschränkungen sehr viel schwieriger, sagte der Geschäftsführer des Landesverbandes für Hospizarbeit und Palliativmedizin, Andreas Müller. Covid-19-Patienten gebe es trotz der hohen Todeszahlen in den stationären Hospizen nur wenige, erläuterte Müller. "Die Erkrankten werden fast alle in Krankenhäusern versorgt, Übernahmen von dort gibt es kaum." Auch die Palliativversorgung dieser Patienten erfolge in den Kliniken. Dort gebe es zudem Seelsorger und Sozialarbeiter, die sich um Anliegen der Patienten und Angehörigen kümmern.

In den Hospizen selbst laufe die Sterbebegleitung etwa von Krebskranken weiter und sie hätten gute Konzepte, um Nähe und Infektionsschutz zusammenzubringen, konstatierte Müller. "Trotz der Pandemie ist ein menschenwürdiges Sterben in Sachsen gewährleistet." Neben stationären Hospizen gibt es im Freistaat mehr als 20 ambulante Hospizdienste mit vielen ehrenamtlichen Helfern. Deren Arbeit sei in der bisherigen Form aber erschwert, räumte Müller ein. Einerseits gehörten viele Ehrenamtliche zur Corona-Risikogruppe; andererseits sei es schwieriger, unter Beachtung des Infektionsschutzes die nötige Nähe bei der Begleitung Sterbender herzustellen.

6.01 Uhr: Suche nach Virus-Ursprung: Team von WHO-Experten trifft in China ein

Ein Team von Experten, die im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach den Ursprüngen des Coronavirus forschen sollen, ist in der zentralchinesischen Stadt Wuhan eingetroffen. Nach der Ankunft wurden die Forscher auf das Coronavirus getestet und müssen sich zunächst zwei Wochen in Quarantäne begeben. Gemeinsam mit chinesischen Wissenschaftlern wollen die Experten erkunden, ob das Virus zu seiner Quelle zurückverfolgt werden kann. In der Metropole Wuhan waren vor mehr als einem Jahr die ersten Infektionen mit dem neuen Sars-CoV-2-Virus entdeckt worden, der weltweit Dutzende Millionen Menschen infiziert hat. Mehr als 1,9 Millionen Menschen sind nach offiziellen Statistiken schon gestorben.

Mitglieder des WHO-Teams haben im Vorfeld der Reise aber schon die Erwartungen heruntergeschraubt. Es gehe vor allem darum, im Austausch mit den chinesischen Kollegen zu schauen, welche Spuren noch verfolgt werden könnten, hieß es. Die erste Reise diene auch nur dazu, in einer ersten Phase zu schauen, was schon alles an Forschung laufe und an Daten vorliege, um dann einen Plan für die zweite Phase zu machen. Die Suche nach dem Ursprung des Virus gilt als politisch brisant. China fürchtet, als Schuldiger für die Pandemie angeprangert zu werden. Seit Monaten streuen chinesische Behörden daher Zweifel, ob das Virus überhaupt aus China stammt.

Arbeiter in Schutzkleidung empfangen die Mitglieder eines Teams der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Flughafen in Wuhan.
Arbeiter in Schutzkleidung empfangen die Mitglieder eines Teams der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Flughafen in Wuhan. © Ng Han Guan/AP/dpa

5.40 Uhr: Bildungsgewerkschaft fordert: Kein Sitzenbleiben im Corona-Schuljahr

Schulzeugnisse und Abschlussprüfungen sollten in diesem Jahr aus Sicht von Lehrerverbänden die erschwerten Umstände der Corona-Pandemie berücksichtigen. "Eine Ausnahmesituation wie die Corona-Krise verlangt besondere Regelungen: In diesem Schuljahr darf niemand sitzenbleiben", sagte die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Abitur und Mittlerer Abschluss müssten auch ohne Prüfung auf Basis von Vorleistungen abgelegt werden können.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sprach sich für eine flexible Bewertung der Leistungen und Umstände der Schüler durch die Lehrkräfte aus. "Einen generellen Corona-Bonus wird es aber nicht geben", sagte VBE-Chef Udo Beckmann dem RND. Mit Blick auf das Abitur verwies auch die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands auf die Kompetenz der Lehrerinnen und Lehrer vor Ort. Vergleichbarkeit durch zentrale Aufgaben sei zwar grundsätzlich richtig, sagte Susanne Lin-Klitzing dem RND. "Doch in diesem Schuljahr ist eben vieles anders als sonst gelaufen - und oft kann nur der Lehrer vor Ort genau beurteilen, was gelernt werden konnte und was nicht."

5.27 Uhr: Scheuer will Zuschuss für Haushalte mit langsamen Internet

Haushalte mit schlechter Internetverbindung sollen nach Vorstellung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer Gutscheine im Wert von 500 Euro für einen Satellitenanschluss bekommen. "Bundesweit könnten wir auf diese Weise über Nacht etwa 200.000 Haushalte mit schnellem Internet versorgen und ihnen so die digitale Teilhabe ermöglichen", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. In der Corona-Pandemie sei extrem langsames Internet vor allem mit Blick auf Homeoffice oder Fernunterricht ein Problem. Die Gutscheine könnten der Überlegung zufolge an Haushalte gehen, die eine Internetgeschwindigkeit von weniger als 10 Megabit pro Sekunde haben und bei denen kein Ausbau geplant sei.

Zum Vergleich: Etwa 95 Prozent aller Haushalte in Deutschland haben Anschlüsse mit mehr als 30 Megabit pro Sekunde, wie die Zeitungen mit Bezug auf Daten des Verkehrsministeriums berichteten. Der Gutschein von 500 Euro entspreche demnach in etwa den Kosten für Beschaffung und Installation eines Satellitenanschlusses. Nicht gedeckt seien Nutzungskosten von rund 50 bis 100 Euro im Monat.

5.05 Uhr: Anteil von Paketretouren sinkt in Corona-Krise

Obwohl Onlinehändler in der Corona-Krise deutlich mehr Bestellungen verschickt haben, kamen nach einer Studie der Universität Bamberg verhältnismäßig weniger Pakete wieder zurück. Bundesweit stieg die Zahl der online bestellten und versendeten Pakete 2020 um mehr als 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie eine erste Schätzung der Forscher nach Befragung von 103 Onlinehändlern in Deutschland ergab. Allein von März bis August 2020 wurden demnach 17,4 Prozent mehr Sendungen verschickt als noch im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig habe sich die Retourenquote von 17,8 auf 15,9 Prozent reduziert.

Absolut gesehen bleibt die Zahl der Retouren aber hoch. Die Kunden hätten sich vorab besser informiert und nach Bedarf bestellt, sagte der Leiter der Forschungsgruppe, Björn Asdecker. Gerade ältere Kunden, die normalerweise lieber vor Ort einkauften, hätten außerdem selten ein Paket zurückgeschickt. Weil die Zahl der Bestellungen laut der Studie aber so stark stieg, waren es absolut gesehen trotzdem mehr Retouren: 315 Millionen Pakete schickten die Kunden nach vorläufiger Schätzung in Deutschland vergangenes Jahr zurück, 2019 waren es noch 301 Millionen. Die für die Studie befragten Onlinehändler decken nur ein Teil des Branchenumsatzes ab.

Pakete liegen in einem Paketzentrum von DHL.
Pakete liegen in einem Paketzentrum von DHL. © Tom Weller/dpa

Donnerstag 4.58 Uhr: Laschet schließt längeren Lockdown nicht aus

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) stimmt die Bevölkerung auf einen längeren Corona-Lockdown ein. "Völlig klar: Die Lage ist sehr ernst. Es wäre falsch, jetzt etwas auszuschließen", sagte der Bewerber für den CDU-Bundesvorsitz dem "Kölner Stadt-Anzeiger" auf die Frage, ob die Einschränkungen schlimmstenfalls bis Ostern gelten. Frühestens ab Sonntag (17. Januar) werde es ein "realistisches Bild" von den Corona-Infektionszahlen geben, womit auch das Geschehen der Feiertage abgebildet werde. Derzeit sei auch noch nicht bekannt, wie sich das mutierte Virus aus Großbritannien auf die Infektionslage auswirke. Bund und Länder hatten einen verschärften Lockdown mit Schulschließungen und strengeren Kontaktbeschränkungen bis zunächst 31. Januar beschlossen. Am 25. Januar wollen die Ministerpräsidenten erneut beraten.

Corona-Pandemie - das geschah am Mittwoch

21.55 Uhr: Sachsen setzt Corona-Koordinator ein

Sachsens Landesregierung hat einen Corona-Koordinator eingesetzt, der das Krisenmanagement verbessern soll. Das bestätigten Regierungskreise der Chemnitzer "Freie Presse". Bei der Personale handele es sich um Axel Meyer, der zuvor den Leitungsstab des sächsischen Polizeipräsidenten geleitet hat. Meyer gilt als Wunschkandidat von Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) und wurde bereits ins Sozialministerium abgeordert, wo er die Stabstelle Corona leiten wird. Auch das Kabinett hat die Personaie bereits abgesegnet.

Meyer soll künftig die Arbeit des Krisenstabes, der Ministerien und der externen Partner zusammenführen. Besonders am schleppenden Impfstart in Sachsen gibt es heftige Kritik - solche Abstimmungsprobleme sollen durch die Neuordnung in Zukunft vermieden werden.

21.32 Uhr: Portugal kehrt wegen hoher Corona-Zahlen zu hartem Lockdown zurück

Portugals Regierung hat wegen stark steigender Corona-Zahlen einen landesweiten harten Lockdown wie im vergangenen Frühjahr angeordnet. Die Menschen dürfen damit ab Freitag das Haus nur noch aus dringendem Anlass wie etwa zum Einkaufen, zur Arbeit oder für Arztbesuche verlassen. Die Maßnahmen gelten zunächst für einen Monat, sollen jedoch nach 15 Tagen überprüft werden, kündigte Regierungschef António Costa am Mittwochabend im staatlichen TV-Sender RTP an.

Die Schulen sollten anders als beim Lockdown während der ersten Corona-Welle geöffnet bleiben. Die Arbeit im Home Office soll, wo immer sie möglich ist, obligatorisch sein, ohne dass es dafür einer Vereinbarung von Arbeitnehmer und Arbeitgeber bedürfe, betonte Costa. Der Profi-Fußball werde nicht untersagt, jedoch weiterhin ohne Publikum stattfinden. Gaststätten und Geschäfte außer für Lebensmittel und den täglichen Grundbedarf müssten schließen.

21.05 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Großbritannien erreicht Rekordwert

Großbritannien hat am Mittwoch so viele Tote durch Corona an einem Tag gemeldet wie noch nie. 1.564 Menschen seien mit oder an dem Virus gestorben, teilten die Behörden mit. Allerdings sind in der Zahl auch Todesfälle aus dem vergangenen Jahr enthalten, die bisher nicht in den Statistiken auftauchten. Der bisherige Tagesrekord lag bei 1.325 Toten am 8. Januar. Insgesamt sind damit auf der britischen Insel mindestens 84.767 Menschen mit oder an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Erfasst werden allerdings nur Fälle, die innerhalb von 28 Tagen nach einem positiven Test auftreten. Schätzungen gehen von tatsächlich mehr als 100.000 Corona-Toten aus.

Zudem meldete die Regierung am Mittwoch 47.525 Neuinfektionen. Damit lag die Zahl den dritten Tag in Folge unter 50.000. Die Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner betrug 614,8. Die Situation ist landesweit stark angespannt, Kliniken arbeiten an der Kapazitätsgrenze.

20.43 Uhr: Sachsens Staatsoper und Staatsschauspiel bis Ende März zu

Sachsens Staatstheater - Semperoper und Schauspielhaus in Dresden - bleiben wegen der Corona-Pandemie länger zu als bislang geplant. Die Schließzeit für die Sächsische Staatsoper und das Staatsschauspiel wurde in Absprache mit der Landesregierung bis Ende März verlängert. Ein Sprecher des Kulturministeriums bestätigte am Mittwoch einen Bericht der "Dresdner Morgenpost". Das anhaltende hohe Infektionsgeschehen lasse keine entsprechenden Lockerungen für den Publikumsverkehr und Spielbetrieb ab Anfang März erwarten, sagte ein Ministeriumssprecher dem Blatt. Hintergrund der Entscheidung weit vor Anfang Februar sei die nötige Planungssicherheit etwa für die Erstellung des Spielplans oder Ticketverkäufe. Der aktuelle Lockdown für die Theater galt ursprünglich bis Ende Februar.

Blick auf die Semperoper in Dresden.
Blick auf die Semperoper in Dresden. © Peter Hilbert/SZ

20.18 Uhr: Lockdown in Dänemark wird bis 7. Februar verlängert

Die im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie geltenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens in Dänemark werden um drei Wochen verlängert. Das gab Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen bekannt. Bei der Verlängerung der Maßnahmen bis zum 7. Februar gehe es vor allem darum, eine zunächst in England aufgetretene und sich auch in Dänemark verbreitende Mutation des Coronavirus an der weiteren Ausbreitung zu hindern, sagte er. Es sei ein Wettlauf mit der Zeit.

Die Verlängerung der Corona-Maßnahmen bedeutet, dass Geschäfte, Einkaufszentren, Restaurants und andere Lokale sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Kinos und Museen nach wie vor geschlossen bleiben müssen. Supermärkte, Lebensmittelgeschäfte und Apotheken bleiben offen. Zugleich werden Schüler der in Dänemark bis zur neunten Klasse gehenden Folkeskole weiter aus der Distanz unterrichtet.

Die maximal erlaubte Teilnehmerzahl für Zusammenkünfte ist auf fünf Personen herabgesetzt worden, auch der Reiseverkehr in und aus dem Ausland wurde von der dänischen Regierung stark eingeschränkt. All diese Maßnahmen wären ohne Verlängerung am Sonntag ausgelaufen. Besonders die britische Corona-Variante B.1.1.7 bereitet den Dänen große Sorgen - sie ist mittlerweile bei 208 Menschen im Land nachgewiesen worden, wie Heunicke sagte. Die Variante sei nicht gefährlicher, jedoch ansteckender.

20.05 Uhr: Kinderhilfswerk fordert erneuten Corona-Kinderbonus

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert einen zweiten Corona-Kinderbonus von der Bundesregierung. Eine Einmalzahlung von 300 Euro pro Kind käme anders als das Kindergeld auch bei Empfängern von Hartz IV an, sagte der Pressesprecher des Kinderhilfswerks, Uwe Kamp, den Sendern RTL und ntv. "Der Kinderbonus wäre in der aktuellen Situation eine passende familienpolitische Leistung, der vielen Familien zu Gute kommt." Im Herbst 2020 hatten Familien im Rahmen des Corona-Konjunkturpakets der Bundesregierung bereits 300 Euro pro Kind erhalten.

Geschlossene Schulen und Kitas bedeuteten oft auch den Wegfall des Mittagessens, bemerkte Kemp. "Eine Zahlung von 300 Euro ist hier kurzfristig eine angemessene Hilfe, langfristig braucht es aber eine grundlegende Reform der Familienleistungen in Deutschland hin zu einer Kindergrundsicherung für alle Kinder", sagte er.

19.56 Uhr: Johnson will internationales Vorgehen gegen Corona

Der britische Premierminister Boris Johnson will die G7-Präsidentschaft seines Landes für einen internationalen Ansatz gegen das Coronavirus nutzen. "Die Pandemie hat das internationale System in vielerlei Hinsicht völlig unvorbereitet getroffen, und wir müssen zusammenarbeiten, um uns auf künftige Pandemien vorzubereiten", sagte Johnson einem Parlamentsausschuss am Mittwoch in London. So habe es keine weltweite Einigkeit bei Grenzschließungen und Quarantänemaßnahmen gegeben. Auch bei Fragen nach Impfstoffen, Ausgangsbeschränkungen und dem Einsatz von Schutzkleidung seien die Reaktionen sehr unterschiedlich ausgefallen.

"Das globale System hat grundsätzlich bei aktuellen Anforderungen versagt", sagte Johnson. Er wolle etwa die Möglichkeit eines internationalen Vertrags über Pandemie prüfen. Dazu wolle er die G7, die Gruppe aus sieben führenden Wirtschaftsmächten, zu einer "D10" der zehn größten Demokratien ausbauen. Neben den G7-Mitgliedern Großbritannien, Deutschland, USA, Frankreich, Japan, Italien und Kanada seien das Indien, Australien und Südkorea.

19.28 Uhr: Tschechien hat keine Kenntnis von neuer Virus-Variante

Das Gesundheitsministerium in Prag hat keine Informationen über die Existenz einer möglichen "tschechischen Variante" des Coronavirus. Auch die neue, ansteckendere Mutation aus Großbritannien sei bisher nicht in Tschechien festgestellt worden, teilte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Prag, Barbora Peterova, am Mittwoch auf Anfrage mit. Das nationale Referenzlabor führe derzeit eine größere Anzahl Sequenzierungen durch, um neue Varianten zu entdecken.

Anfang der Woche hatte der polnische Gesundheitsminister Adam Niedzielski nach Angaben der Agentur PAP davon gesprochen, dass in seinem Land eine "tschechische Variante" des Coronavirus festgestellt worden sei. Einzelheiten nannte er nicht. Im Nachbarland wurde die Aussage von Wissenschaftlern und Behörden mit Verwunderung aufgenommen.

19.07 Uhr: Erwachsene Kindergeburtstagsgäste verstecken sich vor Polizei

Die Polizei in Hameln hat einen Kindergeburtstag mit 30 Gästen aufgelöst. Um von den Beamten nicht entdeckt zu werden, schloss sich eine Frau mit fünf Kindern in der Toilette ein, wie ein Polizeisprecher am Mittwoch sagte. „Die anderen haben sich in Schränken versteckt.“Nachbarn hatten sich am Dienstag bei der Polizei über den Kindergeburtstag beschwert. Entgegen der Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie trafen sich die 30 Teilnehmer in der Wohnung. Gegen die 15 anwesenden Erwachsenen wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

18.42 Uhr: 9.000 Impftermine online über Buchungsportal vergeben

Zwei Tage nach der Freischaltung sind über das Online-Buchungsportal in Sachsen rund 9.000 Termine für eine Corona-Schutzimpfung vergeben worden. Die Anzahl der freien Termine hänge von dem verfügbaren Impfstoff ab, teilte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) am Mittwoch mit. Täglich stehen demnach rund 1.500 Dosen für die 13 Impfzentren im Freistaat zur Verfügung. Das DRK verwies darauf, dass nur Termine vereinbart werden, wenn feststeht, ob und welcher Impfstoff an dem jeweiligen Impftag zur Verfügung steht. Für die nächste Woche seien daher die meisten Termine vergeben, hieß es.

In den vergangenen Tagen mussten sich sowohl das Gesundheitsministerium als auch das DRK für einen schleppenden Impfstart und Probleme mit dem Buchungsportal rechtfertigen - beide verteidigten wiederholt die sächsische Impfstrategie. Am Dienstagabend wurde bekannt, dass die Telefonhotline später als geplant mit der Vergabe von Impfterminen startet.

Das DRK ging am Mittwoch davon aus, dass ab dem 18. Januar über die Hotline (0800-0899089) Termine gebucht werden können. Bisher werden über die Nummer lediglich Fragen zum Thema Impfen beantwortet. Laut DRK wird derzeit an einer technischen Lösung gearbeitet - "eine Art Bypass" -, mit der täglich Impftermine nur für Nutzer der Hotline geblockt werden sollen. Die Buchungshotline ist vor allem für Bürger gedacht, die das Onlineportal nicht nutzen können.

18.14 Uhr: Dynamo-Trainer positiv auf Corona getestet

Trainer Markus Kauczinski vom Fußball-Drittligisten Dynamo Dresden ist am Dienstag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab der Verein am Mittwoch bekannt. Neben Kauczinski wurde demnach eine weitere Person des Drittliga-Teams positiv getestet. Beide seien symptomfrei und hätten sich in eine zehntägige häusliche Quarantäne begeben. Da nach Absprache mit dem Gesundheitsamt Dresden auch die gesamte Mannschaft vorsorglich in eine fünftägige sogenannte Arbeitsquarantäne gehen musste, beantragte der Verein beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Verlegung des für Samstag geplanten Spiels gegen den SV Wehen-Wiesbaden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Dynamos Trainer Markus Kauczinski wurde positiv auf das Coronavirus getestet.
Dynamos Trainer Markus Kauczinski wurde positiv auf das Coronavirus getestet. ©  dpa/Robert Michael

17.48 Uhr: Lockdown und Ski-Absage treffen Sachsens Tourismus hart

Die Absage der alpinen Skisaison ist ein weiterer Schlag für den Tourismus in Sachsen. Zusammen mit dem aktuellen Lockdown im Gastgewerbe treffe er die Tourismus-Branche hart, konstatierte der Tourismusverband Erzgebirge am Mittwoch auf Anfrage. "Eine Entspannung für die Branche ist nicht in Sicht." Dabei sei der Wintersport für das Erzgebirge von ganz besonderer Bedeutung. Im vergangenen Jahr verbuchten die Skiorte den Angaben nach im Januar und Februar mehr als 300.000 Übernachtungen.

Das Tourismusministerium hatte am Dienstagabend mitgeteilt, dass die alpinen Skilifte in Oberwiesenthal, Eibenstock, Schöneck/Vogtland und Klingenthal auch über den 7. Februar hinaus geschlossen bleiben. Darauf habe sich Ministerin Barbara Klepsch (CDU) bei einer Videokonferenz mit den Liftbetreibern verständigt. Bis 7. Februar gilt bislang die Corona-Schutz-Verordnung des Landes mit den aktuellen Einschränkungen. Begründet wurde die endgültige Absage an die Skifahrer mit der weiter angespannten Corona-Situation im Land. Die Liftbetreiber sollen so Planungssicherheit erhalten, hieß es. Ihnen wurde in Aussicht gestellt, dass Einnahmeausfälle kompensiert werden.

17.20 Uhr: Sachsen lehnt FFP2-Maskenpflicht im Bus und beim Einkaufen ab

Im Freistaat Sachsen wird es kurzfristig keine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske in Bussen und Bahnen des öffentlichen Personennahverkehrs sowie beim Einkaufen geben. Das bestätigte am Mittwoch Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) auf Anfrage. „Es gibt in Sachsen keine Notwendigkeit, eine FFP2-Maskenpflicht in ÖPNV und Handel einzuführen“, sagte sie sächsische.de. Sie reagierte damit auf einen entsprechenden Vorstoß des Bundeslandes Bayern. Dort ist es ab kommender Woche Pflicht, eine solche Maske, die einen besonders hohen Schutzstandard garantiert, in diesen beiden Bereichen zu benutzen.

„Viele Menschen greifen auch bereits jetzt von sich aus auf solche Masken zurück. Die älteren Menschen haben ja vom Bund in den Apotheken FFP2-Masken bekommen, es gibt auch noch eine weitere Lieferung“, begründete die Ministerin ihre Haltung. „Natürlich empfehle ich gerade gefährdeten Gruppen, in Bus und Bahn und beim Einkaufen, eine FFP2-Maske zu tragen. Aber zur generellen Verpflichtung machen werden wir es nicht.“ . In Sachsen gilt eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken bisher nur für Pflegeheime.

Die Debatte um eine FFP2-Maskenpflicht ist damit jedoch noch nicht abgeschlossen. Sachsens Linke fordert, im Fall der Ausweitung der Tragepflicht die Bevölkerung gezielt zu unterstützen. „Die Einführung einer generellen FFP2-Maskenpflicht im ÖPNV und Einzelhandel ist nur realistisch, wenn die Masken kostenlos abgegeben werden.“, sagte die Landtagsabgeordnete Susanne Schaper. Viele Menschen könnten sich FFP2-Masken nicht leisten und würden durch die Einführung der Tragepflicht diskriminiert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind FFP2-Masken in ausreichender Menge unter anderem in Apotheken und Drogerien verfügbar. Laut Informationen von sächsische.de gibt es zurzeit in Sachsen Lagerbestände in Höhe einer zweistelligen Millionenstückzahl.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping sieht keine Notwendigkeit, eine FFP2-Maskenpflicht im Nahverkehr oder beim Einkaufen einzuführen.
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping sieht keine Notwendigkeit, eine FFP2-Maskenpflicht im Nahverkehr oder beim Einkaufen einzuführen. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

17.10 Uhr: Dresdner Bestattungswesen schafft mehr Platz für Gestorbene

Dresden schafft angesichts einer starken Belastung seines Krematoriums in der Corona-Pandemie mehr Platz für die Aufbewahrung von Toten. "Die Möglichkeiten in Kühlhallen und kühlen Räumen sind nahezu ausgeschöpft. Daher müssen wir die Kapazitäten nun erneut erweitern", sagte die zuständige Bürgermeisterin Eva Jähnigen am Mittwoch. Wie schon in anderen sächsischen Städten müsse man dafür ein Gebäude außerhalb der städtischen Friedhöfe nutzen. In Dresden betrifft das eine neu gebaute Halle, die bisher der Lagerung mobiler Schutzelemente für den Hochwasserschutz diente. Dieses Material soll zwischenzeitlich andernorts untergebracht werden. Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Corona: Dresden schickt Leichen nach Niedersachsen" (SZ+)

16.51 Uhr: Schweiz verschärft Corona-Maßnahmen

Nach wochenlangem Zögern schlägt die Schweiz nun auch einen strikteren Corona-Kurs ein. Von Montag an bleiben alle Geschäfte geschlossen, die keine Güter des täglichen Bedarfs verkaufen. Zudem müssen Arbeitgeber Homeoffice anordnen, wo immer dies möglich ist. An privaten Veranstaltungen dürfen nur noch maximal fünf Personen teilnehmen. Grund sei die Ausbreitung der neuen Virusvarianten, die deutlich ansteckender sind als die früheren Varianten. Nicht betroffen von den Schließungen sind Dienstleister wie Friseure oder Reparaturbetriebe, Blumenläden, Bau- und Gartengeschäfte.

Zugleich verlängerte die Regierung die bestehenden Maßnahmen um fünf Wochen. Damit bleiben Restaurants, Kulturbetriebe, Sportanlagen und Freizeiteinrichtungen bis Ende Februar zu. Schulen und Skigebiete bleiben weitgehend geöffnet.

16.17 Uhr: Biontech-Impfstoff wird künftig auch in NRW produziert

Der Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer wird demnächst auch in Nordrhein-Westfalen produziert. Der US-Pharmakonzern Baxter habe einen entsprechenden Auftrag für sein Werk in Halle in Westfalen erhalten, sagte der Personalchef des Werks, Jürgen Fleischer, am Mittwoch auf Anfrage. Der Produktionsstart werde voraussichtlich im März sein.

Baxter stellt in Halle vor allem Krebsmedikamente her. Eine Produktionslinie werde auf die Produktion von Impfstoffen umgestellt. "Wir sind bei den letzten Vorbereitungen", sagte Fleischer. Die Umstellung der Produktion werde von der Bezirksregierung kontrolliert. Die Zahl der Impfdosen, die in Halle produziert werden soll, nannte Fleischer nicht. Auch eine Biontech-Sprecherin machte dazu keine Angaben.

In dem Werk in Halle sind rund 800 Mitarbeiter beschäftigt. Dort soll künftig noch ein weiterer Corona-Impfstoff produziert werden. Die Baxter-Zentrale in den USA hatte am Montag angekündigt, dass in Halle ein vom US-Unternehmen Novavax entwickelter Impfstoff hergestellt werden soll. Dieser Impfstoff sei aber noch nicht zugelassen, sagte Fleischer.

15.42 Uhr: 260 neue Todesfälle in Sachsen

In Sachsen steigt die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen weiter an. Laut Statistik des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch wurden binnen eines Tages rund 2.700 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Damit gibt es seit Beginn der Pandemie insgesamt 161.377 Infektionsfälle im Freistaat. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 stieg binnen 24 Stunden um 260 auf insgesamt 4.574. Die Zahl der Patienten, die wegen einer solchen Erkrankung auf der Intensivstation behandelt werden müssen, liegt bei 539. Rund 2.722 werden wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt.

Die Zahl der Neuinfektionen auf jeweils 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen liegt in Sachsen den Angaben zufolge bei derzeit 304,4. Am stärksten betroffen ist derzeit die Region Sächsische Schweiz/Osterzgebirge und der Landkreis Bautzen.

15.32 Uhr: Lehrer bemängeln erhebliche Wissenslücken bei Kindern

Die Corona-Pandemie hat aus Sicht der Lehrer im Land bereits jetzt zu erheblichen Lernrückständen bei vielen Schülern geführt. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Robert Bosch Stiftung mit Sitz in Stuttgart, über die die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet. Demnach bemängelt fast jeder dritte Lehrer (27 Prozent) bei mehr als der Hälfte der Schüler messbare Defizite. 11 Prozent gaben an, dass die Pandemie zu Lernrückständen bei fast allen Schülern geführt habe. 29 Prozent gehen davon aus, dass weniger als die Hälfte der Schüler Lernrückstände aufweisen. Besonders Förderschüler leiden der Umfrage zufolge unter den Corona-Bedingungen. Hier bestätigt jede zweite Lehrkraft (54 Prozent) bei mehr als der Hälfte der Schülerschaft messbare Defizite.

Bei der digitalen Ausstattung sind die Schulen in Deutschland nach Auffassung der Lehrer trotz Corona-Krise kaum vorangekommen. 61 Prozent der befragten Lehrkräfte gaben an, dass sie weniger gut oder schlecht auf den Fernunterricht vorbereitet seien. Dieser Wert ist im Vergleich zum April (66 Prozent) nur wenig gesunken. Trotzdem haben die Lehrer nach eigenen Angaben beim Einsatz von Geräten und Software dazugelernt. So berichteten 62 Prozent der Befragten, digitale Technik zur Vermittlung und Aneignung neuer Lerninhalte zu nutzen - zum Beispiel für die Erstellung eigener Erklärvideos. Zu Beginn der Pandemie im Frühjahr machten dies nur 36 Prozent.

15.03 Uhr: Opposition kritisiert Corona- und Impfstrategie der Bundesregierung

Die Oppositionsparteien im Bundestag haben die Bundesregierung und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für ihre Corona-Strategie und den Impfstart in Deutschland kritisiert. Die Logistik und das Tempo seien beschämend, sagte FDP-Fraktionschef Christian Lindner am Mittwoch im Parlament. Der Impfstart sei verstolpert worden. Zuvor hatte Spahn eine Regierungserklärung zum Impfbeginn in Deutschland abgegeben. Auch die Fraktionschefin der Linken, Amira Mohamed Ali, sprach von einem verstolperten Impfstart. Zur Aussage des Gesundheitsministers, dass es bei der großen Impfaktion am Anfang ruckeln könne, fragte sie: "Wann hört es auf zu ruckeln?"

Kritik übten Linke, FDP und Grüne auch an der Verzögerung der Novemberhilfen für von der Schließung betroffene Betriebe. Das Wirtschaftsministerium hatte am Dienstag angekündigt, dass die Auszahlung nun starte. "Novemberhilfen! Wir haben jetzt Januar 2021", sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Sie forderte zudem mehr Klarheit für die Bürger bei den Impfungen: "Es kann nicht sein, dass die Enkelin das Internet durchforsten muss, damit der 80-jährige Großvater einen Impftermin bekommt."

14.37 Uhr: In tschechischen Grenzregionen werden Corona-Intensivbetten knapp

In den tschechischen Grenzregionen zu Deutschland bleibt die Lage in den Krankenhäusern äußerst angespannt. In der Verwaltungsregion Karlsbad (Karlovy Vary) war am Mittwoch nach Angaben des Gesundheitsministeriums nur noch ein einziges Bett für Covid-19-Intensivpatienten frei. In der Region um Liberec (Reichenberg) an der Grenze zu Sachsen waren noch zwei Betten verfügbar. Schwierig ist auch die Lage im Krankenhaus der Grenzstadt Cheb (Eger). Nachdem dort ein Arzt Alarm geschlagen hatte, wurde ein Teil der Patienten in andere Einrichtungen verlegt.

Innenminister Jan Hamacek hält Behandlungen im Ausland jedoch derzeit nicht für erforderlich. Zu Hilfsangeboten aus Deutschland sagte der Sozialdemokrat, es sei einfacher, Patienten innerhalb Tschechiens zu verlegen. In anderen Regionen gebe es noch Kapazitäten. Für das gesamte Land verzeichneten die Behörden am Mittwoch 10.725 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden. Seit Pandemiebeginn starben 13.656 Infizierte. Tschechien hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

Wie stark die Kliniken und Intensivstationen in Deutschland derzeit ausgelastet sind, erfahren Sie hier.

14.16 Uhr: 0,7 Prozent der Menschen in Sachsen bislang gegen Covid geimpft

Nach mehr als 5.700 Impfungen am Dienstag haben in Sachsen bisher 0,7 Prozent der Menschen eine erste Spritze gegen das Corona-Virus bekommen. Damit ist Sachsen im Vergleich der Bundesländer nicht mehr das Schlusslicht, liegt aber immer noch im hinteren Bereich. Das geht aus den Daten hervor, die das Robert Koch-Institut am Mittwoch veröffentlichte.

Am Dienstag wurden im Freistaat rund 2.100 Dosen in den Impfzentren verabreicht, zudem mehr als 1.200 an die Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Auf die Krankenhäuser entfielen rund 2.360 Impfungen. Danach wurden bisher in Sachsen insgesamt 29.421 Menschen geimpft - die meisten Impfungen entfallen auf medizinisches Personal. Bundesweit waren es rund 758.000 Geimpfte und damit 0,9 Prozent der Bevölkerung.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums bekommt Sachsen jede Woche rund 34.000 Impfdosen und verabreicht täglich rund 3.000 Corona-Schutzimpfungen. Damit seien alle verfügbaren Impfdosen verplant, hieß es. Die Hälfte von ihnen werden für die notwendige zweite Impfung nach drei Wochen zurückgehalten.

13.55 Uhr: Kaum freie Impftermine mehr in Sachsen für nächste Woche

In Sachsen sind seit der Freischaltung der Buchungshotline zur Corona-Impfung online 9.000 Termine vergeben worden. Die Anzahl der freien Termine werde derzeit noch von dem zur Verfügung stehenden Impfstoff bestimmt, teilte das Deutsche Rote Kreuz als Koordinator der Impfzentren mit. Pro Tag stehen für die 13 sächsischen Impfzentren insgesamt etwa 1.500 Impfdosen bereit. Dazu kommen rund 1.500 Dosen für die 15 mobilen Impfteams in Sachsen. Es würden nur Termine vereinbart, wenn klar sei, ob und welcher Impfstoff an dem Impftag zur Verfügung steht, hieß es. Mehr dazu im Artikel Impftermine: Buchungshotline modifiziert (SZ+)

13.47 Uhr: EU-Plattform für Reisewege in Corona-Zeiten verzögert sich weiter

Eine EU-weite Lösung zur Nachverfolgung von Reisebewegungen in der Corona-Krise lässt weiter auf sich warten. Zwar arbeiten Italien, Spanien und die Slowakei gemeinsam mit einer EU-Behörde an einer entsprechenden europäischen Plattform. Der für Ende vergangenen Jahres erhoffte Start ist aber weiterhin nicht absehbar. "Ziel ist es, dass sich so schnell und so viele Mitgliedsstaaten wie möglich an dieser Plattform beteiligen und somit sicheres Reisen in der ganzen Europäischen Union unterstützen", teilte ein Sprecher der EU-Kommission am Mittwoch mit. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) werde die Arbeit an der Plattform abschließen und diese dann für alle Mitgliedsstaaten öffnen. Bereits im Oktober hatte die Kommission ein Pilotprojekt für ein digitales EU-Formular angekündigt. Im November hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verkündet: "Unser Ziel ist, dass die Aussteigerkarte bis Jahresende fertig sein wird."

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