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Sachsen: 384 neue Corona-Infektionen und 74 Tote

Inzidenz in Sachsen steigt wieder, Sachsens Grüne für Lockerungen, Staus an tschechisch-deutscher Grenze, Tests für zu Hause sollen kommen - unser Newsblog.

Ein Schülertestzentrum im Kreis Meißen.
Ein Schülertestzentrum im Kreis Meißen. © Claudia Hübschmann

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

  • Bund und Länder verlängern Lockdown bis Mitte Februar
  • Verschärfte Testpflicht für Grenzgänger aus Tschechien führt zu Staus
  • Corona in Sachsen: 175.194 Infektionsfälle (+384 zum Vortag), 5.791 Todesfälle (+74 zum Vortag) ; Geschätzt 151.500 Genesene, Covid-Patienten in stationärer Behandlung: 2.234, davon ITS-Patienten: 436
  • Corona in Deutschland: 2.141.665 Infizierte (+ 6729 zum Vortag), 52.087 Tote (+ 217 zum Vortag)

17.55 Uhr: Moderna-Impfstoff schützt wahrscheinlich auch vor Mutationen

Der Impfstoff von Moderna dürfte nach Herstellerangaben auch vor den zunächst in Großbritannien und Südafrika entdeckten Corona-Varianten schützen. In einem Laborexperiment konnte gezeigt werden, dass geimpfte Probanden in ausreichendem Maß sogenannte neutralisierende Antikörper gegen die Varianten B.1.1.7 (Großbritannien) und B.1.351 (Südafrika) - auch als 501Y.V2 bekannt - im Blut haben, wie Moderna am Montag mitteilte. Die Studie wurde bislang allerdings nicht von unabhängigen Experten begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht.

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"Wir sind durch die neuen Daten ermutigt, und sie bestärken unsere Zuversicht, dass der Covid-19-Impfstoff von Moderna gegen diese neu entdeckten Varianten schützt», sagte Unternehmenschef Stephane Bancel laut Mitteilung. Die Forscher konnten zeigen, dass gegen B.1.1.7 ähnlich viele neutralisierende Antikörper gebildet werden wie gegen die herkömmlichen Varianten. Gegen B.1.351 wurden deutlich weniger solcher Antikörper gebildet. Der Schutz bleibe vermutlich dennoch bestehen, teilte Moderna mit.

Der Impfstoff von Moderna soll auch vor mutierten Corona-Varianten schützen. Das Unternehmen will dennoch nach Wegen suchen, um eine noch bessere Immunantwort bei Geimpften hervorzurufen. So soll unter anderem getestet werden, was eine zusätzliche Dosis b
Der Impfstoff von Moderna soll auch vor mutierten Corona-Varianten schützen. Das Unternehmen will dennoch nach Wegen suchen, um eine noch bessere Immunantwort bei Geimpften hervorzurufen. So soll unter anderem getestet werden, was eine zusätzliche Dosis b © Federico Gambarini/dpa (Symjbolfoto)

17.26 Uhr: Chemnitzer Friedenspreis wird erst im Herbst verliehen

Die Verleihung des Chemnitzer Friedenspreises wird in diesem Jahr coronabedingt verschoben. Das Format der Veranstaltung sei mit den derzeitigen Hygienebedingungen nicht umsetzbar und eine digitale Vergabe könnte die emotionalen Momente nicht ersetzen, teilten die Veranstalter am Montag mit. Geplant war die Preisverleihung am 4. März. Nun werde als Termin der Weltfriedenstag am 1. September 2021 in Erwägung gezogen.

Für den Chemnitzer Friedenspreis 2021 stehen mehr als 20 Vorschläge zur Auswahl. Die Auszeichnung wird durch den Bürgerverein "Für Chemnitz" alljährlich im Vorfeld des Chemnitzer Friedenstages verliehen, an dem der großflächigen Zerstörung der Stadt mit 2.100 Toten durch Bomben der Alliierten am 5. März 1945 gedacht wird.

16.50 Uhr: Moderna: Impfstoff schützt wahrscheinlich auch vor Varianten

Der Impfstoff von Moderna dürfte nach Herstellerangaben auch vor den zunächst in Großbritannien und Südafrika entdeckten Corona-Varianten schützen. In einem Laborexperiment konnte gezeigt werden, dass geimpfte Probanden in ausreichendem Maß sogenannte neutralisierende Antikörper gegen die Varianten B.1.1.7 (Großbritannien) und B.1.351 (Südafrika) - auch als 501Y.V2 bekannt - im Blut haben, wie Moderna am Montag mitteilte. Die Studie wurde bislang allerdings nicht von unabhängigen Experten begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht.

"Wir sind durch die neuen Daten ermutigt, und sie bestärken unsere Zuversicht, dass der Covid-19-Impfstoff von Moderna gegen diese neu entdeckten Varianten schützt", sagte Unternehmenschef Stephane Bancel laut Mitteilung. Die Forscher konnten zeigen, dass gegen B.1.1.7 ähnlich viele neutralisierende Antikörper gebildet werden wie gegen die herkömmlichen Varianten. Gegen B.1.351 wurden deutlich weniger solcher Antikörper gebildet. Der Schutz bleibe vermutlich dennoch bestehen, teilte Moderna mit.

16.35 Uhr: Sachsens Grüne für Erleichterungen bei Maßnahmen

Die Grünen in Sachsen pochen auf Erleichterungen bei einzelnen Maßnahmen in der Corona-Pandemie. Am Montag plädierten sie dafür, auch den Abschlussklassen an den Berufsschulen wieder einen Unterricht zu ermöglichen, damit sich die Betroffenen auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten können. Bislang durften nur die Abschlussklassen der Oberschule, des Gymnasiums, der Beruflichen Gymnasien und der Fachoberschulen wieder zurück zum Unterricht. Das sächsische Kabinett will am Dienstag über die neue Corona- Schutzverordnung entscheiden.

Die Grünen sprachen sich auch dafür aus, dass Alleinerziehende in der Ausbildung ihre Kinder in die Notbetreuung geben können. Für ihre Partei stünden bei den Verordnungen vor allem die Menschen im Fokus, die es besonders schwer haben, sagte Landtagsabgeordnete Christin Melcher. "Die hohe Auslastung der Notbetreuung von fast 30 Prozent macht uns Sorgen. Hier sind die Arbeitgeber gefragt, überall wo es geht, Homeoffice anzubieten und mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern flexible Lösungen zu finden."

Die Linken sparten nach Sondersitzungen mehrerer Landtagsausschüsse zur neuen Corona-Schutzverordnung am Montag nicht mit Kritik. "Die Staatsregierung hangelt sich von Verordnung zu Verordnung, das Pendel dürfte auch 2021 zunächst noch zwischen Lockdown und Lockerung hin und her schwingen", mutmaßte Fraktionschef Rico Gebhardt. Es sei höchste Zeit, eine Langfriststrategie zu entwickeln, um mit möglichst geringen Schäden aus der Pandemie herauszukommen.

16.25 Uhr: Hälfte der Deutschen findet Fahren mit Bus und Bahn unsicher

Aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus fahren viele Deutsche aktuell mit ungutem Gefühl in Bussen und Bahnen. 48 Prozent der Befragten fühlen sich momentan in den öffentlichen Verkehrsmitteln eher oder sehr unsicher. Dies gaben sie in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale-Bundesverbands (VZBV) an. Gut 40 Prozent der Umfrageteilnehmer fühlen sich eher oder sehr sicher.

Der Verband kritisierte bislang nicht ausreichend getroffene Maßnahmen für den Gesundheitsschutz im Nahverkehr. „Um den ÖPNV nicht nur in der Krise, sondern auch langfristig zu stärken, sind zusätzliche, kundenorientierte Maßnahmen notwendig“, sagte Marion Jungbluth, Leiterin Mobilität und Reisen beim Verband, am Montag.

Kunden nehmen Fahrzeuge demnach als zu voll wahr. Zudem sei die Bereitschaft gesunken, auf verspätete Busse und Züge an Haltestellen und auf vollen Bahnsteigen zu warten. Etwa jeder zweite Befragte tue sich schwer mit dem Versprechen von Unternehmen, dass die Ansteckungsgefahr in den Fahrzeugen gering sei. Mehrheitlich forderten die Befragten mehr Fahrzeuge, deftigere Geldbußen beim Nichttragen eines Mund-Nasen-Schutzes und eine bessere Belüftung.

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16.01 Uhr: Bundesregierung stuft Portugal als Corona-Mutationsgebiet ein

Die Bundesregierung hat Portugal ab Mittwoch als Corona-Risikogebiet mit besonders gefährlichen Virusmutationen eingestuft. Das teilte das Robert Koch-Institut am Montag auf seiner Internetseite mit. Bisher gehören nur Großbritannien, Irland, Brasilien und Südafrika in diese höchste Risiko-Kategorie. Portugal gilt dagegen noch als "Hochinzidenzgebiet", der mittleren von drei Risikostufen.

Für Reisende aus Portugal ändert sich durch die neue Einstufung kaum etwas. Wie bisher, müssen sie einen negativen Corona-Test vorweisen können, wenn sie nach Deutschland einreisen. Anschließend müssen sie für zehn Tage in Quarantäne, von der sie sich nach fünf Tagen mit einem weiteren Test befreien können. Bei Einreise aus den Mutations-Gebieten ist es aber noch schwerer, sich von der Quarantäne ganz befreien zu lassen.

Portugal gehört zu den Ländern mit den weltweit höchsten Neuinfektionszahlen im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Am Sonntag wurden mit 275 Corona-Toten mehr als je zuvor gemeldet. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden machte die besonders ansteckende britische Virusvariante am Mittwoch vergangener Woche bereits etwa 13 Prozent aller Neuinfektionen in Portugal aus, in Regionen wie Lissabon sogar 20 Prozent.

15.38 Uhr: Nur wenige Neuinfektionen in Sachsen gemeldet

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist am Montag nur leicht gestiegen. Insgesamt wurden in Sachsen seit Sonntag 384 neue Fälle registriert, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Damit gibt es seit Beginn der Pandemie im März im Freistaat 175.194 von Laboren bestätigte Fälle. 5.791 Menschen starben, von Sonntag auf Montag kamen 74 Todesfälle dazu. Derzeit werden in sächsischen Krankenhäusern 2.234 Frauen und Männer mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt, 436 von ihnen auf der Intensivstation. Die Sieben-Tag-Inzidenz lag am Montag bei 171,4 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner, am Sonntag lag der Wert noch bei 167.

15.31 Uhr: Illegales Glücksspiel mit mehr als 20 Teilnehmern entdeckt

Polizisten haben am Wochenende ein verbotenes Glücksspiel-Treffen in Nordrhein-Westfalen aufgelöst. Die Beamten trafen in Gevelsberg in einer gewerblichen Halle auf mehr als 20 Personen zwischen 22 und 70 Jahren, von denen einige an Tischen saßen und pokerten. Andere nutzten Spielautomaten. Zuvor hatte die Polizei einen Hinweis auf das Treffen erhalten, wie es in einer Mitteilung vom Montag hieß. Demnach wurden bei der Kontrolle in der Nacht zu Samstag eine kleinere Drogenmenge sowie Geld in fünfstelliger Höhe sichergestellt. Die Glücksspiel-Teilnehmer erhielten Platzverweise. Gegen sie werde nun unter anderem wegen Durchführung eines illegalen Glückspiels ermittelt. Zudem müssen sie mit Strafen wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung rechnen.

14.53 Uhr: Kommunen sollen Bedarf für Corona-Amtshilfe melden

Die Bundesregierung hat Länder und Kommunen aufgerufen, einen Bedarf für Hilfseinsätze in Alten- und Pflegeheimen zu melden. Dies sei Voraussetzung dafür, dass Freiwillige zielgenau eingesetzt werden können, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Er kündigte eine Hotline an, bei der sich Freiwillige melden können und dann vom Roten Kreuz geschult werden.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, derzeit seien insgesamt 14.500 Soldaten in der Corona-Hilfe eingesetzt. Davon seien bundesweit 747 Frauen und Männer in Altenheimen auf Basis von 52 Amtshilfeanträgen aktiv. In den Planungen seien 1.400 Soldaten vorgesehen. Bemerkbar sei, dass Hilfsangebote verstärkt angenommen würden. Die Zahl der eingesetzten Soldaten könne weiter erhöht werden.

Soldaten des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung werten im Gesundheitsamt Berlin-Mitte die Daten zur Corona-Kontaktverfolgung aus.
Soldaten des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung werten im Gesundheitsamt Berlin-Mitte die Daten zur Corona-Kontaktverfolgung aus. © dpa/Carsten Koall

14.28 Uhr: EU fordert von Astrazeneca Lieferung ohne Abstriche und ohne Verzug

Die EU-Kommission fordert vom Hersteller Astrazeneca die Lieferung der vertraglich vereinbarten Mengen an Corona-Impfstoff ohne Abstriche und ohne Verzug. Dies habe Präsidentin Ursula von der Leyen am Montag in einem Telefonat mit Firmenchef Pascal Soriot bekräftigt, erklärte die Kommission. Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides habe zudem in einem Brief Klarstellungen von dem Pharmakonzern gefordert und an Vertragspflichten erinnert.

Der britisch-schwedische Konzern hatte am Freitag mitgeteilt, nach der für diese Woche erwarteten Zulassung zunächst weniger Impfstoff als geplant an die EU liefern zu wollen. Statt 80 Millionen Impfstoffdosen sollen bis Ende März nur 31 Millionen eingeplant sein. Die EU-Kommission ist darüber verärgert und forderte bei einer internen Sitzung am Montagmittag Erklärungen von Astrazeneca.

Die EU-Kommission hatte im August mit der Firma einen Vertrag über bis zu 400 Millionen Imfstoffdosen geschlossen und nach eigenen Angaben einen dreistelligen Millionenbetrag dafür bezahlt, die Produktion schon vor der EU-Zulassung hochzufahren. Nach Darstellung der EU-Kommission hätte der Konzern laut Vertrag bereits seit der verbindlichen Bestellung Ende Oktober Mengen für die EU fertigen müssen. Den Hinweis der Firma auf Produktionsprobleme bei einem Zulieferer in Belgien hält die Kommission für nicht stichhaltig.

14.06 Uhr: Sachsens Linke fordern Solidarität mit armen Menschen in der Krise

Die Corona-Pandemie droht nach Ansicht der sächsischen Linken das Armutsproblem in Deutschland zu verschärfen. Als Beleg führte die Linksfraktion im Landtag am Montag auch die Pflicht zum Tragen medizinischer Masken in bestimmten Bereichen an. "Der Freistaat muss dafür sorgen, dass Menschen mit geringen Löhnen und Renten sowie Sozialleistungsbeziehende diese Masken kostenlos erhalten", erklärte Parteichefin Susanne Schaper und unterstützte zugleich einen Aufruf von Gewerkschaften und Verbände zu Solidarität in der Krise.

"Wer wenig Geld hat, ist von der Pandemie viel stärker betroffen als Menschen mit existenzsichernden Einkommen", betonte Schaper. Arme Menschen seien beispielsweise stärker auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen und mehr von Kurzarbeit und Jobverlust betroffen. Sie lebten in kleineren Wohnungen, könnten sich Endgeräte fürs Homeschooling kaum leisten und auch medizinische Masken sowie Desinfektionsmittel schwerer bezahlen: "Solidarität ist das Gebot der Stunde. Deshalb streiten wir weiter für ein gerechtes Steuersystem und eine Corona-Vermögensabgabe der Superreichen."

13.41 Uhr: Verlängerte Lockdown spaltet Sachsen

Voraussichtlich am Dienstag entscheidet Sachsens Landesregierung über die ab Donnerstag gültige neue Corona-Schutzverordnung. Wie sich nach dem Corona-Gipfel mit den Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der vergangenen Woche abzeichnet, wird es für Sachsen im Vergleich zu den jetzt geltenden Einschränkungen kaum Verschärfungen geben. Trotzdem spalten die von Bund und Länder vereinbarten Maßnahmen das Bundesland. Sind die Maßnahmen nicht ausreichend oder übertrieben? Nicht nur in dieser Frage sind sich die Sachsen uneins - das zeigt eine repräsentative Umfrage, die sächsische.de gemeinsam mit den Meinungsforschern von Civey. Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Das denken die Sachsen über den verlängerten Lockdown" (SZ+)

13.09 Uhr: Gesundheitsministerium präzisiert Heimtest-Pläne

Bei den geplanten Corona-Heimtests geht es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums um neue, einfache Verfahren, die so bisher noch nicht verfügbar sind. "Wir sprechen ausdrücklich von Selbsttests, die einfacher zu handhaben sind", sagte ein Ministeriumssprecher am Montag in Berlin. Die Produkte müssten zertifiziert werden und sowohl aussagekräftig genug als auch so von Laien praktizierbar sein, dass die Gefahr falscher Ergebnisse relativ gering sei. Das sei eine perspektivische Sache. "Noch gibt es keine Schnelltests, die so zertifiziert sind und in der Menge verfügbar wären, dass sie für so eine Verordnung in Frage kommen."

Das Gesundheitsministerium plant eine Änderung der "Medizinprodukte-Abgabeverordnung", wonach Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung künftig privat erworben werden können.

12.44 Uhr: Spahn bringt Impfstoff-Exportgenehmigungspflicht ins Gespräch

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine Pflicht zur Genehmigung für den Export von Impfstoffen aus der Europäischen Union (EU) ins Gespräch gebracht. Aus seiner Sicht solle die EU eine entsprechende Genehmigungspflicht prüfen, sagte Spahn nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen am Montag in der ersten virtuellen Sitzung des neugewählten CDU-Bundesvorstandes. Dann könne man Informationen darüber erhalten, ob und wenn ja welche Impfstoffe die EU verließen und einen solchen Export gegebenenfalls unterbinden, begründete Spahn demnach seinen Vorstoß. In den USA gebe es eine solche Exportbeschränkung.

Kanzlerin Angela Merkel wiederholte nach diesen Informationen ihre Ankündigung, im Spätsommer solle es ein Impfangebot an alle geben, die dies wollten. Sie habe betont, Pflegekräfte sollten schnell geimpft werden.

12.23 Uhr: 21 weitere Todesopfer in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 39 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 19.939 Menschen in Dresden positiv getestet worden. 21 Menschen verstarben seit Sonntag in Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer seit Krisenbeginn im März 2020 auf 629 Opfer. Zudem wurden binnen eines Tages 45 weitere Patienten ins Krankenhaus einwiesen. Als genesen gelten mittlerweile 17.328 Dresdner - 183 mehr als am Sonntag.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg seit dem Vortag von 124,8 auf 126,6. Da für mögliche Neubewertungen der Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt auch diesen Wert an. Er beträgt heute 121,6, tags zuvor waren es noch 120.

12.13 Uhr: Verschärfte Testpflicht für Grenzgänger aus Tschechien führt zu Staus

Die verschärften Einreiseregeln für Berufspendler aus Tschechien haben an der Grenze zu Deutschland mancherorts zu Verkehrsbehinderungen geführt. Die Bundesregierung hatte das Nachbarland zum Corona-Hochrisikogebiet erklärt. Tägliche Grenzgänger müssen in Bayern bei der Einreise alle 48 Stunden einen neuen negativen Corona-Test vorlegen, in Sachsen zweimal die Woche. Am ersten Arbeitstag seit der Verschärfung bildete sich vor dem Grenzübergang Folmova-Furth in Wald ein drei Kilometer langer Rückstau bis nach Tschechien hinein. Die deutsche Polizei sprach am Montagmorgen von etwa 400 Fahrzeugen.

Vor einer mobilen Teststation auf tschechischer Seite vor dem Übergang nach Schirnding bildete sich eine mehrere Hundert Meter lange Autoschlange. Die Wartezeit auf einen Rachenabstrich betrug dort nach Angaben der Behörden mehrere Stunden. Die Polizei regelte den Verkehr. Nach Schätzungen fahren 35.000 bis 60.000 Tschechen regelmäßig zur Arbeit nach Deutschland. Der tschechische Regierungschef Andrej Babis wollte im Laufe des Tages mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder telefonieren, um auf Erleichterungen zu dringen.

Der Verkehr bei Pomezí Nad Ohøí staut sich am Grenzübergang nach Bayern.
Der Verkehr bei Pomezí Nad Ohøí staut sich am Grenzübergang nach Bayern. © Slavomír Kubeš/CTK/dpa

11.48 Uhr: Gesundheitsministerium will Kauf von Heimtests ermöglichen

In der Corona-Krise sollen die Bürger bald Zugang zu Heimtests bekommen. Das Bundesgesundheitsministerium plant eine Änderung der "Medizinprodukte-Abgabeverordnung", wonach Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung künftig privat erworben werden können. Der Entwurf zur Änderung der Verordnung liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Im Moment dürfen Schnelltests nur an Ärzte, medizinische oder Pflegeeinrichtungen abgegeben werden, auch Bildungseinrichtungen gehören seit Dezember zu den möglichen Empfängern. Perspektivisch würden auch Tests zur Eigenanwendung durch Laien eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung der Pandemie spielen, heißt es in dem Entwurf nun. Auch wenn es bisher keine CE-zertifizierten Tests zur Eigenanwendung auf dem Markt gebe, solle durch die Aufhebung der Abgabebeschränkung ein Anreiz geschaffen werden, heißt es weiter. Mit dem CE-Zeichen dokumentieren Hersteller, dass ihr Produkt EU-Richtlinien erfüllt, zum Beispiel an die Sicherheit.

In dem Entwurf wird darauf hingewiesen, dass Tests zur Eigenanwendung "hinsichtlich Sicherheit und Leistungsfähigkeit ausreichend gebrauchstauglich zur Eigenanwendung durch Laien" sein müssten und die Ergebnisqualität unter diesen Anwendungsbedingungen sichergestellt sein müsse. Bei bisherigen Antigen-Schnelltests muss wie bei PCR-Tests mit einem Wattestäbchen ein Abstrich tief in der Nase oder im Rachen genommen werden. Für Selbsttests ist das eher ungeeignet.

11.32 Uhr: Hochzeitsstimmung trotz Corona im Kreis Bautzen

Trotz Corona haben sich im Landkreis Bautzen im vergangenen Jahr einige Paare das Ja-Wort gegeben. Ein Vergleich der Großen Kreisstädte zeigt, dass im Vergleich zum Vorjahr insgesamt nur 20 Trauungen weniger stattfanden. In zwei Städten haben sogar mehr Paare geheiratet. So wurden in Radeberg und in Kamenz 2020 mehr Ehen geschlossen als noch 2019. In Bautzen und Kamenz hat jeweils ein Paar sogar am 29. Februar geheiratet und feiert nun nur alle vier Jahre Hochzeitstag. 2020 wurde vor allem am 20. Februar geheiratet. Gleich acht Paare haben sich an diesem Datum in Bautzen trauen lassen. In Hoyerswerda waren es fünf Paare. Am liebsten geheiratet wird freitags oder sonnabends. In Bischofswerda, Kamenz und Radeberg finden am Sonnabend die meisten Trauungen statt; in Hoyerswerda und Bautzen am Freitag. Mehr zu den Trauungen in Pandemiezeiten (SZ+)

11.03 Uhr: Niederländischer Premier verurteilt Corona-Krawalle

Am Tag nach den schweren Krawallen in den Niederlanden hat Premier Mark Rutte die Gewalt scharf verurteilt. "Das ist absolut unzulässig, das hat nichts zu tun mit Protesten, sondern ist kriminelle Gewalt", sagte Rutte am Montag in Den Haag. In mehr als zehn Städten im Land hatte es heftige Ausschreitungen gegeben.

Gruppen hatten sich aus Protest gegen verschärfte Corona-Maßnahmen und die abendliche Ausgangssperre in verschiedenen Städten versammelt und randaliert. Polizisten waren mit Feuerwerk und Steinen angegriffen worden. Autos wurden in Brand gesteckt, Gebäude beschädigt und Geschäfte geplündert. Erst nach Stunden hatte die Polizei die Lage unter Kontrolle. Die Unruhen hatten am Nachmittag in Amsterdam und Eindhoven begonnen, als die Polizei zuvor verbotene Demonstrationen gegen die Ausgangssperre auflösen wollte. Später flammten Proteste und Krawalle unter anderem auch in Den Haag, Tilburg, Stein, Enschede, Roermond und Apeldoorn auf.

Flammen schlagen vor dem Bahnhof von Eindhoven aus einem umgekippten Auto
Flammen schlagen vor dem Bahnhof von Eindhoven aus einem umgekippten Auto © Rob Engelaar/ANP/dpa

10.35 Uhr: Lauterbach findet Debatte über Impf-Privilegien zurzeit sinnlos

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kann der derzeitigen Debatte über Privilegien für bereits gegen Covid-19 Geimpfte nichts abgewinnen. Zum jetzigen Zeitpunkt habe sie "keinen Sinn", sagte er. Es fehle der breite Zugang zum Impfstoff ebenso wie wissenschaftliche Daten zu einer möglicherweise anhaltenden Ansteckungsgefahr von Geimpften. Es sei ungewiss, ob geimpfte Menschen das Coronavirus weiter verbreiten. "Zum jetzigen Zeitpunkt fehlen komplett die Daten", sagte Lauterbach am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". FDP-Politiker Marco Buschmann stimmte Lauterbach bezüglich der fehlenden wissenschaftlichen Studien zu. Trotzdem sei es rechtlich schwierig, den Menschen weiterhin Freiheitsrechte zu entziehen, wenn feststehen sollte, dass geimpfte Menschen weder selbst krank werden noch andere anstecken könnten.

Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte Mitte Januar gefordert, Geimpften früher als anderen den Besuch von Restaurants oder Kinos zu erlauben. Es sei noch nicht abschließend geklärt, inwiefern Geimpfte andere infizieren könnten, sagte er. "Was aber klar ist: Ein Geimpfter nimmt niemandem mehr ein Beatmungsgerät weg. Damit fällt mindestens ein zentraler Grund für die Einschränkung der Grundrechte weg."

10.16 Uhr: Laut RKI mehr als 630 neue Corona-Infektionen in Sachsen

Die Gesundheitsämter in Sachsen haben dem Robert Koch-Institut (RKI) bis Montag 632 neue Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Insgesamt wurden damit seit Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020 mehr als 174.800 Corona-Infektionen in Sachsen nachgewiesen, wie aus der Online-Übersicht des Instituts hervorgeht. Zugleich stieg die Zahl der Todesfälle um acht auf 5.730. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche wurde mit 171 angegeben, am Sonntag lag der Wert noch bei 167. Die geringste Infektionsrate im Freistaat weist den Zahlen nach die Stadt Chemnitz mit 84 auf, die höchste der Landkreis Leipzig mit 229, gefolgt vom Landkreis Nordsachsen mit 226. Sachsen hatte die Inzidenz-Liste der Bundesländer lange angeführt, mittlerweile haben aber Sachsen-Anhalt mit 204,3 und Thüringen mit 203,6 die negativen Spitzenpositionen inne. Die Zahlen des Robert Koch-Instituts können aber durch Meldeverzögerungen von den Angaben der Behörden auf lokaler und Länderebene abweichen.

10.02 Uhr: Ifo-Chef fordert flexiblere Corona-Hilfen für gebeutelte Unternehmen

Das Münchner Ifo-Institut hat angesichts der stockenden Unterstützung geschlossener Betriebe mit Corona-Hilfen flexiblere Instrumente gefordert. "Man könnte die Steuervorauszahlungen des letzten Jahres pauschal kürzen und den Firmen so helfen", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest im ZDF-"Morgenmagazin". Dazu könnten die Finanzämter einbezogen werden, die Kontakte zu allen Firmen hätten. Fuest warnte vor einem radikalen Lockdown einschließlich geschlossener Industriebetriebe. "Es wäre Wahnsinn, die Industrie jetzt stillzulegen." Das dürfe man unter keinen Umständen tun. "Wir müssen die Industrie offen halten, wir können uns einen wirtschaftlichen Zusammenbruch nicht leisten." Es müssten ja auch weiter Hilfen gezahlt werden können für die geschlossenen Bereiche. "Wo soll das denn sonst herkommen", sagte Fuest.

Seit Wochen warten viele Unternehmer auf die Auszahlung der beantragten sogenannten Novemberhilfen. Damit wollte der Bund Betrieben eigentlich schnell unter die Arme greifen: Bis zu 75 Prozent des Vorjahresumsatzes sollen die Antragsteller erhalten. Zudem wurde ein Dezember-Hilfsprogramm aufgelegt. Es sei kein Zustand, dass viele angekündigte Hilfen der Bundesregierung aus dem vergangenen Jahr noch nicht ausbezahlt worden seien, so Fuest. Er nahm aber auch die Behörden in Schutz, auf die in dieser Pandemie viel zukomme: "Das ist eine Belastungssituation, und deshalb ist es nicht überraschend, dass es da langsam geht."

9.27 Uhr: Zittauer "Totenzug" hat juristisches Nachspiel

Im Oktober waren sieben, meist vermummte und wie zur Pest-Zeit vor Jahrhunderten in schwarzen Kutten gekleidete Frauen und Männer mit Bezug zu den staatlichen Anti-Corona-Maßnahmen durch Zittau gelaufen und hatten einen durch die Stadt geschoben. Der von vielen als geschmacklos empfundene Zittauer "Totenzug" hat nun ein juristisches Nachspiel: Der polizeiliche Staatsschutz hat gegen einen der Zittauer AfD-Stadträte ermittelt. Jetzt liegt das Verfahren bei der Staatsanwaltschaft zur Prüfung und Entscheidung. Mehr dazu im Artikel Ermittlungen gegen Zittauer AfD-Stadtrat (SZ+)

9.02 Uhr: Trotz Corona Party gegenüber von Polizeiinspektion

Ihren 28. Geburtstag hat eine Frau in Oberfranken trotz der geltenden Corona-Regeln mit mehreren Gästen gefeiert - direkt gegenüber der Polizeiinspektion. Die Veranstalterin der Party in Forchheim und ihre acht Gäste erwarte nun eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz, teilte die Polizei am Montag mit. Die Beamten wurden am Sonntagabend durch die Beschwerde einer Nachbarin auf die Feier aufmerksam. Gefeiert wurde in der Wohnung der 28-Jährigen, die in einem Mehrfamilienhaus lebt.

8.47 Uhr: Stiko-Chef: Impfstoff-Knappheit war "nicht vorhersehbar"

Lieferengpässe bei Corona-Impfstoffen sind nach Ansicht der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut nicht abzusehen gewesen. "Das ist sehr unerfreulich, gar keine Frage, aber das sind Dinge, die nicht in unserer Macht stehen", sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Die Herstellungsprobleme seien "letztlich nicht vorhersehbar" gewesen. Zu der Zeit, als Vorverträge mit Herstellern gemacht worden seien, habe man nichts über die wirkliche Wirksamkeit der Impfstoffe gewusst. "Man musste mehrere Katzen im Sack kaufen, weil man nicht wusste, welcher Impfstoff zuerst zur Zulassung kommt", sagte Mertens. Die Stiko ist ein Expertengremium mit dem Ziel, Empfehlungen zu Impfungen auf Basis aktueller Forschung zu geben. Nach den Lieferproblemen bei Pfizer-Biontech hatte vergangene Woche der britisch-schwedische Konzern Astrazeneca angekündigt, zunächst weniger Dosen an die EU abzugeben als geplant. Die Zulassung dieses Impfstoffs wird in Kürze erwartet.

8.16 Uhr: Ost-Beauftragter: Corona-Zahlen in AfD-Hochburgen kein Zufall

Die hohen Corona-Zahlen in den Hochburgen der Alternative für Deutschland (AfD) sind nach Ansicht des Ost-Beauftragten der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), kein Zufall. Eine mal laute, mal leise Rebellion gegen die Infektionsschutzpolitik behindere unterm Strich die Virusabwehr, sagte Wanderwitz dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". In einer Pandemie spielten viele Faktoren eine Rolle, sagte Wanderwitz. Dazu zähle nicht zuletzt die Haltung der Menschen zu Abstandsregeln und Maskenpflicht. "Wer die Infektionsschutzmaßnahmen ablehnt, wie viele AfD-Anhänger, Reichsbürger und Esoteriker es tun, hilft am Ende bei der Ausbreitung des Virus."

Wanderwitz fügte hinzu, das Phänomen habe inzwischen eine Dimension, die über das Parteipolitische hinausgehe. So entstehe in manchen Regionen der früheren DDR eine Realitätsverweigerung wie im Jahr 2016 bei den Trump-Wählern in den USA. Viele schöben Komplexes und Unwillkommenes einfach beiseite, igelten sich ein und seien dann keinem Argument mehr zugänglich.

Marco Wanderwitz, Ostbeauftragter der Bundesregierung
Marco Wanderwitz, Ostbeauftragter der Bundesregierung © Archivbild: Jürgen Lösel

7.57 Uhr: Diakonie Sachsen fordert besseren Schutz von Kita-Personal

Die Diakonie Sachsen kritisiert den Schutz von Erzieherinnen und Erziehern in der Pandemie als unzureichend. "Es gibt immer noch keine Gleichstellung von Schule und der Bildungseinrichtung Kita", sagte Inga Blickwede, Kita-Referentin der sächsischen Diakonie, gegenüber "MDR Aktuell". Sie forderte, bei Tests und der Bereitstellung von Masken nachzubessern. Die sächsische Diakonie drängt außerdem auf eine zügige Impfung des Kita- und Schulpersonals.

7.31 Uhr: Weg zur Corona-Impfung für Ältere zu Hause bislang schwer

Viele Senioren im Deutschland sehen sich derzeit auf dem Weg zu einer Corona-Impfung vor mehreren Hürden. Während Menschen über 80 Jahren in Alten- und Pflegeheimen von Impfteams aufgesucht werden, müssen sich Ältere, die zu Hause leben, selbst um eine Impfung kümmern. Die Terminvergabe ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich geregelt. Mit der Anmeldung über ein Onlineportal sind Ältere oft überfordert, Telefonhotlines waren zum Start in mehreren Ländern überlastet. Zudem gibt es bislang noch nicht in allen Ländern die Möglichkeit, sich in einem Impfzentrum impfen zu lassen.

Ein weiteres Problem bleibt für viele über 80-Jährige mit eingeschränkter Mobilität der Weg zum Impfzentrum. Auch eine mögliche Infektion bei der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln schreckt viele Ältere und ist dennoch für sie oftmals die einzige verfügbare Möglichkeit. Eine Kostenübernahme für eine Taxifahrt zum Impfzentrum und wieder nach Hause, wie etwa in Berlin, gibt es in den wenigsten Ländern. Impfungen zu Hause werden derzeit nicht angeboten.

7.05 Uhr: Australien lässt Biontech/Pfizer-Impfstoff zu

Mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer hat Australien erstmals ein Vakzin gegen den Erreger Sars-CoV-2 zugelassen. Mit den Impfungen solle gegen Ende Februar begonnen werden, teilte das Büro von Premierminister Scott Morrison am Montag mit. Morrison sprach von einem wichtigen Schritt im Kampf gegen das Coronavirus. Wie die Nachrichtenagentur AAP berichtete, sollen die Impfungen in 30 bis 50 Krankenhäusern beginnen, wo zunächst ältere und behinderte Patienten sowie Gesundheitsarbeiter geimpft werden sollen. Australien ist bisher vergleichsweise glimpflich durch die Corona-Pandemie gekommen. In dem Land mit rund 25 Millionen Einwohnern wurden laut Johns-Hopkins-Universität bisher erst 28.777 Ansteckungen und 909 Todesfälle registriert. Vor Weihnachten hatte es während rund sieben Wochen überhaupt keine nachgewiesenen Neuinfektionen gegeben.

6.40 Uhr: Ärger in Tschechien über verschärfte Testpflicht für Grenzgänger

Die verschärften deutschen Einreiseregeln für Berufspendler aus Tschechien stoßen im Nachbarland auf Kritik. Seit Sonntag müssen die Grenzgänger bei jeder Fahrt in die Bundesrepublik einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Hintergrund ist die Einstufung Tschechiens als Hochrisikogebiet. Nur in Sachsen genügen zwei Tests pro Woche.

Den grenzüberschreitenden Arbeitskräften und ihren Familien werde das Leben erschwert, sagte Jan Triska von der tschechischen Pendlervereinigung (APCR). Wer es sich leisten könne, werde sich nach einer neuen Arbeit in Tschechien umsehen. Für viele gehe es indes um ihre Existenz. "Die Unsicherheit ist wahnsinnig groß", sagte Triska. Viele seien der Ansicht, dass die Verschärfung politisch motiviert sei. "Die Politiker in Deutschland schieben die ungünstige Corona-Lage auf die Pendler, auf die Tschechen, auch wenn es dafür keine relevanten Daten gibt", sagte der Vertreter der Interessengruppe. Nach Schätzungen fahren 35.000 bis 60.000 Tschechen regelmäßig zur Arbeit nach Deutschland. Auf ein anderes Problem machte der Präsident der Verwaltungsregion Karlsbad (Karlovy Vary), Petr Kulhanek, im Fernsehsender CT aufmerksam. Die Forderung, die Pendler alle 48 Stunden neu zu testen, sei eine "enorme Belastung" für das Corona-Testsystem. Es drohe, dass echte Verdachtsfälle keinen Termin mehr für einen Test auf das Virus Sars-CoV-2 bekommen würden.

Seit Beginn der Pandemie gab es in Tschechien 937.617 bestätigte Corona-Infektionen und 15.369 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner. Besonders überlastet ist das Krankenhaus in der westlichen Grenzstadt Cheb (Eger). Fast täglich werden Covid-19-Intensivpatienten von dort mit dem Hubschrauber in andere Landesteile verlegt.

6.19 Uhr: Deutlich weniger Grippe und andere Infektionen

Mehr als 50.000 Menschen in Deutschland sind bis jetzt an oder mit Corona gestorben. Das sind doppelt so viele wie in der bisher schlimmsten Grippewelle 2017/18. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Während die Anzahl der Coronatoten mit Tests belegt ist, werden die Grippetoten anhand der Übersterblichkeit in einem bestimmten Zeitraum nur geschätzt. Labormedizinische Nachweise gab es 2017/18 für lediglich 1.700 Grippetodesfälle. Mehr dazu in diesem Artikel (SZ+)

5.58 Uhr: 6.729 Corona-Neuinfektionen und 217 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 6729 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 217 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Vergangenen Montag hatte das RKI 7.141 Neuinfektionen und 214 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Allerdings waren die Daten aus Rheinland-Pfalz zu diesem Zeitpunkt nur unvollständig übermittelt worden. An Montagen sind die erfassten Fallzahlen zudem meist geringer, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bei 111,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.141.665 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder mit dem Virus gestorben sind, stieg auf 52.087. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.823.500 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 1,01 (Vortag ebenfalls 1,01). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

5.18 Uhr: Kanzleramtschef: Mutation wird in Deutschland dominante Form werden

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) geht davon aus, dass die vor allem in Großbritannien verbreitete Mutation des Coronavirus auch in Deutschland die dominante Form werden wird. "Wir sehen ja momentan, dass wir jetzt in mehreren Krankenhäusern auch schon mit der Mutante zu tun haben. Das heißt, das ist bei uns im Land angekommen und deshalb wird sie irgendwann so wie in anderen Ländern auch dann die Führung übernehmen und wird Probleme machen", sagte Braun in der ARD-Talkshow "Anne Will". "Da bin ich sehr sicher", ergänzte er auf Nachfrage.

"Deshalb ist es jetzt wichtig, dass wir Kurs halten, dass wir die Zahlen sehr stark senken." Dann sei es schwierig für die Mutante und für das Stammvirus. "Wir wollen sie so lange wie möglich aus dem Land raushalten und da wo sie schon ist, eben sehr niedrig halten. Das wird man auf Dauer nicht schaffen", sagte Braun. Der Virus-Typ B.1.1.7 war bisher vor allem in Großbritannien aufgetreten. Die Variante ist Experten zufolge leichter übertragbar als die bislang vorherrschende.

Montag, 5.01 Uhr: KMK-Präsidentin: Erste Schulöffnungen Anfang Februar möglich

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, hält erste Schulöffnungen Anfang Februar für möglich. "Sicher nicht vollständig", schränkte die brandenburgische Bildungsministerin in der "Rheinischen Post" ein. "Aber ich halte das bei entsprechender Infektionslage beispielsweise mit Wechselunterricht für möglich. Allerdings kann das anfangs auch nur für Abschlussklassen und die ersten Klassenstufen gelten. Distanzunterricht über einen langen Zeitraum tut insbesondere den Grundschulkindern nicht gut."

"Kein Land sollte auf ein anderes warten müssen, um seine Schulen zu öffnen", sagte die SPD-Politikerin und verwies auf ein sehr unterschiedliches Infektionsgeschehen in den Bundesländern. "Ich finde es richtig, wenn die Länder die Spielräume, die ihnen die Beschlüsse bieten, unterschiedlich nutzen."

Zur Frage, ob an Corona-Abschlüssen ein Makel haften bleiben könnte, sagte Ernst: "Diese Absolventen werden es sein, die unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen einen Abschluss gemacht haben. Sie haben gelernt, noch eigenverantwortlicher zu arbeiten. Das wird ihnen im späteren Leben sogar helfen. Und ich hoffe, dass auch die Personalabteilungen in diesem Meistern der Krise einen besonderen Wert potenzieller Bewerberinnen und Bewerber erkennen werden. Ein Abschlusszeugnis der Jahre 2020 und 2021 kann künftig als besondere Auszeichnung gelten, nicht als Makel."

Die SPD-Politikerin sprach sich im Interview mit der Zeitung zudem für Lernangebote in den Sommerferien aus. "Das finde ich sehr wichtig. In den Sommerferien sollten Schulen Angebote machen, auch um Lernstoff nachzuholen, der im Distanzunterricht auf der Strecke blieb. Das hat es ja auch im letzten Jahr schon in vielen Bundesländern gegeben", sagte Ernst.

Corona-Pandemie: Das geschah am Sonntag

17.55 Uhr: FFP2-Maskenpflicht in Österreich

In Österreich gilt ab Montag die Pflicht, die besonders wirksamen FFP2-Masken unter anderem beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln zu tragen. Supermärkte händigen die Masken oft gratis aus oder verlangen einen geringen Betrag. Die Händler versichern, dass genügend Masken für alle Kunden vorrätig seien. Auch Patienten müssen beim Arztbesuch die FFP2-Masken nun verpflichtend tragen. Außerdem wird der verpflichtende Mindestabstand von einem auf zwei Meter vergrößert.

In Österreich sind alle Geschäfte, deren Produkte nicht zum täglichen Bedarf zählen, ohnehin geschlossen. Ob der Lockdown wie bisher geplant am 8. Februar gelockert werden kann, berät die Bundesregierung in den nächsten Tagen. Die Hotels und Gaststätten bleiben auf alle Fälle im Februar zu.

16.05 Uhr: Testpflicht für Pendler sorgt für lange Wartezeiten an Grenzübergängen

Nach der Verschärfung der Testpflicht für tschechische Berufspendler, die in Deutschland arbeiten, haben sich vor den Teststationen teils lange Schlangen gebildet. Die deutsche Polizei berichtete am Nachmittag von etwa 500 Menschen auf deutscher Seite, die wegen eines Corona-Tests im Bereich des Übergangs Schirnding (Landkreis Wunsiedel) unterwegs waren. Der stellvertretende Bürgermeister der tschechischen Nachbargemeinde Cheb (Eger), Jiri Cerny, sagte der Deutschen-Presse-Agentur, bei Temperaturen unter null Grad betrage die Wartezeit zwei bis drei Stunden.

Auch aus hygienischen Gründen sei die lange Warteschlange ungünstig, sagte Cerny. Die Menschen stünden "ziemlich dicht beieinander". "Gestern waren es sehr viele und heute sind es noch mehr." Die Bundesregierung hat Tschechien wegen der vielen Corona-Fälle zum Hochrisikogebiet erklärt. Pendler müssen bei der Einreise nach Bayern einen Corona-Test (PCR-Test oder Labor- oder Schnelltests vergleichbarer Qualität) vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

14.55 Uhr: Antikörper-Therapie soll schwere Verläufe verhindern

Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Aussicht gestellte Covid-19-Behandlung mit Antikörpern soll erwachsenen Patienten mit milden oder moderaten Symptomen und einem Risiko für schwere Verläufe zugute kommen. Eine Anwendung erfolge nach individueller Nutzen-Risiko-Abschätzung der behandelnden Ärzte, teilte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auf Anfrage mit.

Spahn hatte in der "Bild am Sonntag" mitgeteilt, 200 000 Dosen entsprechender Präparate für 400 Millionen Euro gekauft zu haben. In den USA gibt es für diese Arzneimittel eine Notfallzulassung der Arzneimittelbehörde FDA, in der Europäischen Union sind die Mittel bisher nicht zugelassen. Mehr dazu: Antikörper-Therapie soll Verläufe abmildern

13.55 Uhr: Bundesregierung befürchtet Angriffe auf Impfzentren

Die Bundesregierung stellt sich auf mögliche Angriffe auf Impfzentren, Impfstofftransporte oder auch Hersteller von Corona-Impfstoffen ein. Zwar gebe es bisher keine konkreten Hinweise darauf, aber es bestehe wegen "der großen medialen Präsenz sowie der hohen Dynamik und Emotionalität" des Themas eine "abstrakte Gefährdung" der genannten Einrichtungen, heißt es in einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuerst hatten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe darüber berichtet.

"In diesem Zusammenhang sind insbesondere Proteste von Impfgegnern, Corona-Skeptikern und Verschwörungstheoretikern auch an Standorten der Produktionsfirmen, der Impfzentren und der Impfstoff-Lagerstätten einzukalkulieren", heißt es in dem Schreiben des Ministeriums. Personen könnten versuchen, in die Einrichtungen einzudringen, um ihrem Protest Nachdruck zu verleihen. "Dies könnte eskalierend mit Sachbeschädigungen in den Gebäuden einhergehen. In Einzelfällen könnte es bei Aufeinandertreffen mit dem beschäftigten Personal oder den Impfempfängern zu auch strafrechtlich relevanten physischen Übergriffen kommen."

12.00 Uhr: Fast 25 Millionen Menschen in USA bisher mit Corona infiziert

In den USA haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie vor einem Jahr fast 25 Millionen Menschen mit dem Sars-CoV-2-Virus angesteckt. Die Zahl der bisher registrierten Toten im Zusammenhang mit dem Virus stieg auf knapp 417.500, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore am Sonntagvormittag (MEZ) hervorging.

Die Zahl der Toten binnen 24 Stunden erreichte am Samstag demnach 3.332. Der bisherige Höchstwert an Corona-Toten wurde am 12. Januar mit 4.462 verzeichnet. Zudem registrierten die Behörden für Samstag 172.650 Neuinfektionen. Der bisherige Tagesrekord lag am 2. Januar bei 298.031 neuen Fällen. Das Land mit rund 330 Millionen Einwohnern verzeichnet in absoluten Zahlen gemessen weltweit die meisten Infektionsfälle und Toten im Zusammenhang mit dem Corona-Virus.

Für den neuen US-Präsidenten Joe Biden ist die Corona-Pandemie eine der größten Aufgaben.
Für den neuen US-Präsidenten Joe Biden ist die Corona-Pandemie eine der größten Aufgaben. © AP/dpa/Alex Brandon

10.50 Uhr: Israel beginnt mit Impfung von Jugendlichen

Als eines der ersten Länder weltweit hat Israel mit der Impfung von Teenagern gegen das Coronavirus begonnen. Die ersten Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren wurden am Samstag geimpft, wie israelische Medien am Sonntag berichteten. Erforderlich ist eine Genehmigung der Eltern. Damit soll Schülern, die vor dem Abitur stehen, wieder die Teilnahme an Präsenzunterricht in den Schulen ermöglicht werden.

Am Freitag und Samstag - dem Wochenende in Israel - wurden insgesamt 195 000 Menschen geimpft, teilte Gesundheitsminister Juli Edelstein am Sonntag auf Twitter mit. Von den etwa neun Millionen Einwohnern erhielten inzwischen 2,5 Millionen die erste Dosis und fast eine Million bereits die zweite Dosis. Ungeachtet eines mehrwöchigen Lockdowns seien die Infektionszahlen bislang aber nicht stark genug gesunken, so der Minister.

09.25 Uhr: Über 12.200 Neuinfektionen in Deutschland

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 12.257 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 349 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Sonntagmorgen bekanntgab. Vergangenen Sonntag hatte das RKI 13.882 Neuinfektionen und 445 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bei 111,1. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.134.936 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 24.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 51.870.

08.35 Uhr: Strengere Regeln für Einreise nach Deutschland

Für mehr als 20 Länder mit besonders hohen Corona-Infektionszahlen gelten seit Mitternacht am Sonntag strengere Regeln bei der Einreise nach Deutschland. Zu diesen Hochrisikogebieten zählen das Nachbarland Tschechien, die Urlaubsländer Portugal, Spanien und Ägypten sowie die USA. Wer von dort einreisen will, muss an der Grenze einen negativen Corona-Test (PCR-Test) vorweisen können.

Die Tests werden nach Angaben des Bundesinnenministeriums an den Flug- und Seehäfen systematisch kontrolliert. In den Grenzgebieten zu anderen EU-Staaten und der Schweiz sollen Einreisende stichprobenartig und verdachtsunabhängig überprüft werden. Das nennt man Schleierfahndung. Als Hochinzidenzgebiete zählen Länder mit deutlich höheren Infektionszahl als in Deutschland. Dazu zählen in der Regel die Länder mit einem Inzidenzwert über 200. Mehr dazu: Das gilt jetzt bei der Einreise nach Deutschland

Corona-Pandemie - Das geschah am Samstag

18.10 Uhr: 894 Neuinfektionen in Sachsen

In Sachsen ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter angestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Samstag wurden binnen eines Tages 894 Neuinfektionen sowie 51 weitere Todesfälle registriert. Damit gibt es bisher insgesamt 174.076 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 5.711 Menschen, die seit Beginn der Pandemie an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. Rund 149.300 Menschen gelten als wieder genesen.

Der Inzidenzwert für den Freistaat Sachsen liegt bei 169 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - wie bereits am Freitag. Der Inzidenzwert sank in den letzten Tagen kontinuierlich, scheint aber nun zu stagnieren. Besonders von der Pandemie betroffen ist aktuell der Landkreis Bautzen mit einer Wocheninzidenz von 260. Den niedrigsten Wert dieser 7-Tage-Inzidenz verzeichnet aktuell die Stadt Chemnitz mit 87,7.

Deutschlandweit beträgt die 7-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut (RKI) durchschnittlich 113. Die RKI-Werte weichen aber aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

17.50 Uhr: Rund 1.000 Menschen demonstrieren in Erfurt gegen Corona-Maßnahmen

Wenige Tage vor dem geplanten Inkrafttreten einer neuen Corona-Verordnung haben in Erfurt rund 1.000 Menschen gegen die Anti-Corona-Regeln demonstriert. Nach Angaben einer Sprecherin der Polizei wurde am Samstag die nach der geltenden Verordnung maximal mögliche Teilnehmerzahl von 1.000 erreicht. Weitere Teilnehmer seien von der Polizei zurückgewiesen worden. Angemeldet waren 500 Teilnehmer. Laut Polizei gab es vereinzelt Verstöße gegen die Auflagen für die Versammlung - etwa gegen die Pflicht, eine Maske zu tragen. Thüringen ist derzeit das Land mit dem bundesweit größten Infektionsgeschehen.

17.06 Uhr: Spahn: Im Februar mindestens drei Millionen Impfdosen von Astrazeneca

Trotz verringerter Lieferzusage des Impfstoffherstellers Astrazeneca an die EU rechnet Gesundheitsminister Jens Spahn für Deutschland "im Februar mit mindestens drei Millionen Impfdosen". Das sei "leider weniger, als erwartet war", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". Er traf die Aussage unter der Voraussetzung, dass der Impfstoff von Astrazeneca wie erwartet Ende Januar in der EU zugelassen wird. Es zeige sich einmal mehr, dass die Produktion von Impfstoffen deutlich komplexer sei, als manche Überschrift vermuten lasse, sagte er.

Astrazeneca wird nach einer Zulassung zunächst weniger Corona-Impfstoff an die EU liefern als geplant, hatte eine Sprecherin des britisch-schwedischen Unternehmens am Freitag mitgeteilt. Grund sei eine geringere Produktion an einem Standort in der europäischen Lieferkette. Wie "Bild" berichtet hatte, muss der Impfstoff wegen der aufgetauchten Mutationen in einigen Ländern angepasst werden. Bereits auf Halde produzierte Impfstoffe könnten deshalb womöglich nicht ausgeliefert werden. Zudem seien die Auswirkungen eines Brandes in einem Werk noch nicht klar. In dieser Woche war es bereits zu einem Lieferengpass der Hersteller Biontech und Pfizer gekommen.

Spahn erneuerte sein Versprechen, dass im Sommer allen Bürgern eine Impfung angeboten werden könne, wenn die erwarteten Zulassungen weiterer Impfstoffe kommen. Auch am Ziel, die erste Gruppe von Impfkandidaten "bis Ende März" durchzuimpfen, hielt er fest. Zu der Gruppe gehören Über-80-Jährige, Pflegeheimbewohner und Medizin- und Pflegepersonal.

Kritik an einem mangelnden Impftempo in Deutschland im internationalen Vergleich wies der Minister zurück. "Sinnvoll vergleichen können wir in zwei oder drei Monaten." Deutschland habe mit den Pflegeheimen angefangen, das sei aufwendiger und dauere länger.

16.17 Uhr: Polizei stoppt illegales Glücksspiel in Berliner Wohnung

Eine illegale Glücksspielrunde mit knapp zwei Dutzend Menschen ist in Berlin aufgelöst worden. In einer Dreizimmerwohnung traf die Polizei gegen Mitternacht auf 22 Menschen, die weder Abstände einhielten, noch Mund-Nase-Bedeckungen trugen, wie die Beamten mitteilten. Die Polizei war in der Nacht zu Samstag demnach per Notruf alarmiert worden. Eine Anruferin hatte in der Wohnung im Stadtteil Steglitz ein "Kommen und Gehen" beobachtet.

In zwei Räumen waren demnach Glücksspiele aufgebaut, mit einer Vielzahl von Würfeln, Karten und Spielchips. Die Fenster waren mit Aluminiumfolie abgeklebt, um Einblicke von außen zu verhindern. Der Wohnungsinhaber war nicht vor Ort. Alle erhielten Anzeigen wegen Verstößen gegen die Infektionsschutzverordnung. Zudem starteten die Beamten 20 Ermittlungsverfahren wegen illegalen Glückspiels. 8.000 Euro Bargeld wurden sichergestellt.

15.38 Uhr: Sonderregelung für Einreise von Pendlern aus Tschechien in Kraft

Nach Einstufung Tschechiens als Corona-Hochrisikogebiet hat Sachsen für Grenzpendler Ausnahmen von der verschärften Testpflicht verfügt. Laut einer am Samstag in Kraft getretenen Allgemeinverfügung müssen sich Menschen, die zur Arbeit nach Sachsen einreisen, wöchentlich nur zweimal auf das Coronavirus testen lassen. Der Test ist auch erst nach der Einreise möglich, muss aber vor Arbeitsbeginn erfolgen. Für die Ausnahme müssen Betroffene bei der Einreise einen gültigen Arbeitsvertrag vorweisen können.

Begründet wurde der Schritt damit, dass viele Menschen aus Tschechien in Sachsen arbeiten - laut Staatskanzlei mehr als 10.000. Damit soll die "Funktionsfähigkeit" der Betriebe in der Grenzregion sichergestellt werden. Für Grenzpendler aus Polen ändert sich nichts - das Land gilt nicht als Hochinzidenzland.

"Hochinzidenzgebiete" sind Länder mit deutlich höheren Infektionszahlen als in Deutschland. Der Grenzwert ist in der Regel eine Inzidenz von 200. Darunter fallen neben Tschechien unter anderem Spanien, Portugal, Ägypten, Israel und die USA. Für Einreisende aus diesen Ländern gilt ab Sonntag eine strengere Testpflicht.

15.23 Uhr: Feuerwehrleute müssen nach Unfall in Quarantäne

Feuerwehrleute, die nach einem Lkw-Unfall auf der A4 zwischen Wilsdruff und Raststätte "Dresdner Tor" beim Bergen der Insassen halfen, mussten sich nach dem Einsatz in Quarantäne begeben, den Grund lesen Sie hier: Bananenlaster auf A4 umgekippt

15.04 Uhr: Erstmals Ausgangssperre in den Niederlanden

Die Niederländer stehen vor der bisher schwersten Anti-Corona-Maßnahme. Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie gilt ab Samstag landesweit eine Ausgangssperre. Von 21.00 bis 4.30 Uhr dürfen Bürger die Wohnungen nicht mehr verlassen. Damit will die Regierung die Verbreitung des Virus stark bremsen. Große Sorgen machen sich die Behörden vor allem über die Virus-Mutationen. Daher gilt auch ein Verbot für Passagierflüge aus Großbritannien, Südafrika und Südamerika.

Verstöße gegen die Sperrstunde werden mit einer Geldbuße von 95 Euro bestraft. Ausnahmen gelten für Personen, die beruflich unterwegs sein müssen, sowie Menschen, die andere pflegen oder Reisende. Auch Gassigehen mit dem Hund ist erlaubt. Die Ausgangssperre gilt vorerst bis zum 9. Februar.

14.20 Uhr: Bartkulanz wegen FFP2-Maske in Oberammergau

Die Corona-Krise beeinträchtigt auch den Haarwuchs in Oberammergau. Von Aschermittwoch an sind ein Jahr vor den Passionsspielen traditionell Schere und Rasiermesser für alle Mitspieler tabu, dann gilt der Haar- und Barterlass. Doch dieses Jahr gibt es bei den Bärten aus Infektionsschutzgründen Kulanz. "Die FFP2-Maske sollte richtig sitzen, ob Bart getragen wird, muss jeder für sich selbst entscheiden", sagte eine Sprecherin der Passionsspiele.

Am 17. Februar wird Spielleiter Christian Stückl der Tradition folgend alle Mitspieler aufrufen, sich Haare und Bärte wachsen zu lassen. "Der Fokus liegt hier klar auf den Haaren, da es ja seine Zeit dauert bis die Haar eine gewisse Länge haben. Der Bart ist natürlich auch wichtig, da sind wir aber in der derzeitigen Situation nicht streng", sagte die Sprecherin. "Es würden auch zwei bis drei Monate Vorlauf reichen für einen vorzeigbaren Bart auf der Bühne."

Rund 2.500 Oberammergauer - fast die Hälfte der Bewohner - wollen vom 14. Mai bis 2. Oktober 2022 das jahrhundertealte Laienspiel vom Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu aufführen. Es geht auf ein Gelübde zurück: Als vor fast 400 Jahren die Pest tobte, gelobten die Oberammergauer, alle zehn Jahre die Passion aufzuführen, wenn niemand mehr sterben würde - was der Legende nach auch geschah.

Just wegen der Corona-Pandemie wurden die Passionsspiele im März vergangenen Jahres kurz vor dem Start verschoben. Hatte man vor einem Jahr auf den Straßen des Ortes schon dichte Bärte und wallende Mähnen gesehen, so griffen nach der Absage viele zu Rasiermesser und Schere. Mancher fängt am Aschermittwoch trotzdem nicht bei ganz kurz an - sondern hat wegen des Lockdowns und der geschlossenen Friseurläden schon eine "Corona-Frisur".

13.15 Uhr: Expertin: Jeder neunte Österreicher hatte bereits Corona

In Österreich hat nach Ansicht einer Expertin bereits etwa jeder neunte Bürger eine Infektion mit dem Coronavirus durchgemacht. Schon vor drei Monaten hätten 4,7 Prozent der Österreicher eine solche Infektion hinter sich gehabt, sagte die Leiterin des Zentrums für Virologie der MedUni Wien, Elisabeth Puchhammer, am Samstag.

Schätzungsweise 60 Prozent der Infektionen verliefen asymptomatisch. "Damit dürften in Österreich jetzt schon mehr als eine Million Österreicher eine Infektion mit SARS-CoV-2 hinter sich haben, sagte die Expertin weiter. Es gilt als sicher, dass die ehemals Infizierten zumindest eine Zeit lang vor einer Erkrankung geschützt sind. In der offiziellen Statistik sind rund 400.000 laborbestätigte Fälle von Corona ausgewiesen.

Bei der Letalität - also dem Anteil derer, die an der Krankheit sterben im Vergleich zu den insgesamt daran Erkrankten - zeige sich in den USA eine Rate von 1,7 Prozent, in Österreich von 1,8 Prozent und in Deutschland von 2,2 Prozent, so die Expertin weiter.

12.36 Uhr: Madrid verschärft Corona-Maßnahmen

Die spanische Hauptstadt Madrid hat angesichts der drastisch steigenden Zahl von Corona-Infektionen die Gegenmaßnahmen weiter verschärft. So beginnt die nächtliche Ausgangssperre in der Millionenmetropole ab Montag schon eine Stunde früher um 22.00 Uhr, so wie das in anderen spanischen Regionen schon seit längerem gilt.

Die konservative Regionalregierung hatte sich lange gegen einschneidendere Maßnahmen gesträubt. Die hohe Zahl der Neuinfektionen und die Überlastung der Intensivstationen mit Corona-Patienten zwangen die Verantwortlichen nun aber zur Kehrtwende, wie die Zeitung "El País" am Samstag schrieb. Deutschland hatte Spanien neben anderen Ländern wegen der besorgniserregenden Corona-Zahlen am Vortag zum Hochrisikogebiet erklärt, was das Reisen in das beliebte Urlauberland weiter erschweren soll.

Allerdings sind auch die neuen Maßnahmen Madrids nicht ganz so streng wie in manchen anderen Teilen des Landes, vor allem die für Gaststätten. So dürfen an Treffen in Restaurants, die spätestens um 21.00 Uhr schließen müssen, zwar künftig nur noch maximal vier Personen teilnehmen, sie müssen jedoch nicht aus demselben Haushalt stammen. Zudem dürfen Gaststätten auch weiter in Innenräumen bedienen. Anders sieht es bei privaten Treffen zuhause aus. Dorthin darf dann in Madrid niemand mehr Gäste aus anderen Haushalten einladen.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag in Madrid nach den aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Freitagabend bei 495. Das ist höher als der spanische Durchschnitt, der bei 410 lag. Zum Vergleich: In Deutschland wurde dieser Wert am Samstag mit 113 angegeben. Die Zahl der registrierten Corona-Toten ist hingegen in Spanien zurzeit mit etwa 400 pro Tag niedriger als in Deutschland. Experten befürchten jedoch, dass die Todeszahlen wegen der hohen Infektionsrate bald steigen könnten.

Ein medizinisches Team des neuen "Krankenhauses für Pandemien" in Madrid dreht auf der Corona-Intensivstation einen Patienten in seinem Bett auf die andere Seite.
Ein medizinisches Team des neuen "Krankenhauses für Pandemien" in Madrid dreht auf der Corona-Intensivstation einen Patienten in seinem Bett auf die andere Seite. © Bernat Armangue/AP/dpa

12.05 Uhr: Weit über 3.000 Corona-Todesfälle in den USA binnen 24 Stunden

In den USA sind 3.758 Todesfälle binnen eines Tages im Zusammenhang mit dem Corona-Virus registriert worden. Diese Zahl für Freitag meldete die Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore am Samstagvormittag (MEZ) auf ihrer Internetseite. Der bisherige Höchstwert an Corona-Toten war am 12. Januar mit 4462 verzeichnet worden. Die Anzahl der registrierten Neuinfektionen binnen 24 Stunden erreichte am Freitag 189 925. Der bisherige Tagesrekord wurde am 2. Januar mit 298 031 neuen Fällen verzeichnet.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang rund 24,8 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 414.000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

11.31 Uhr: Londoner Polizei löst Party mit 200 Gästen auf

Bei der Auflösung einer illegalen Party mit 200 Gästen in London sind zwei Polizisten verletzt worden. Feiernde hätten die Beamten angegriffen, als sie zu fliehen versuchten, teilte die Polizei am Samstag mit. Noch am Ort brummten die Einsatzkräfte bei dem Vorfall, der sich in der Nacht zum vorigen Sonntag ereignet hatte, mehr als 30 Gästen Bußgelder zu je 200 Pfund (rund 225 Euro) auf. Das Gebäude wurde für drei Monate gesperrt, der Eigentümer musste bereits in der Vergangenheit wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln eine Geldstrafe von 1.000 Pfund zahlen.

In England gelten scharfe Ausgangs- und Reisebeschränkungen. Treffen mit Mitgliedern anderer Haushalte sind nur in Ausnahmefällen genehmigt, etwa zur gegenseitigen Unterstützung, zur Pflege oder bei Hochzeiten und Beerdigungen. Innenministerin Priti Patel kündigte jüngst an, die Strafen für Erstverstöße auf 800 Pfund zu vervierfachen. Großbritannien ist eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder in Europa.

11.06 Uhr: Fast 1.400 Corona-Neuinfektionen gemeldet

Die Gesundheitsämter in Sachsen haben dem Robert Koch-Institut zuletzt fast 1.400 neue Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Zugleich wurden 153 weitere Todesfälle bekannt, wie aus der Online-Übersicht des Instituts vom Samstag hervorgeht. Die Zahl stieg damit auf 5.670. Die Wocheninzidenz blieb mit 169 auf dem Niveau des Vortages. Im bundesweiten Vergleich liegt Sachsen damit weiter auf Platz 4 der Länder mit dem höchsten Infektionsgeschehen hinter Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

Die geringste Infektionsrate im Freistaat weist nach RKI-Zahlen die Stadt Chemnitz mit knapp 88 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen auf; die höchste der Landkreis Bautzen mit einer Quote von 260.

10.15 Uhr: Britische Experten verwundert über Johnsons Aussage zu Sterblichkeit

Britische Experten haben sich verwundert gezeigt über die Aussagen von Premierminister Boris Johnson zu einer womöglich höheren Sterblichkeit bei der in Großbritannien nachgewiesenen Virus-Variante. Derzeit liefen mehrere Untersuchungen. Es sei "nicht vollständig klar", dass die Mutante tödlicher sei, sagte die medizinische Direktorin der Gesundheitsbehörde Public Health England, Yvonne Doyle, am Samstag dem Sender BBC Radio 4. "Es ist zu früh, das zu sagen." Es gebe zwar Hinweise. Aber: "Es handelt sich nur um eine kleine Zahl von Fällen, und es ist viel zu früh, um zu sagen, was tatsächlich herauskommen wird", sagte Doyle.

Der Wissenschaftler Mike Tildesley, Mitglied des Expertengremiums Sage, sagte der BBC, es sei zu früh für klare Aussagen. "Ich würde gerne noch ein oder zwei Wochen warten und ein bisschen analysieren, bevor wir wirklich starke Schlussfolgerungen ziehen." Die Zahl der Todesfälle sei zwar leicht gestiegen, von 10 auf 13 je 1.000 Patienten. "Aber das basiert auf einer ziemlich kleinen Datenmenge", sagte Tildesley. Er sei sehr überrascht gewesen, dass Johnson die Information auf einer Pressekonferenz verkündet habe. "Ich mache mir Sorgen, dass wir Dinge voreilig melden, wenn die Daten noch nicht wirklich besonders aussagekräftig sind", sagte Tildesley.

Regierungschef Johnson hatte am Vorabend gesagt, es gebe "einige Hinweise", dass die Variante tödlicher ist als die bislang vorherrschende. Dafür gebe es "einige Hinweise" sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Freitag in einer Pressekonferenz in London. Die Mutation B.1.1.7 war Ende vergangenen Jahres in der südostenglischen Grafschaft Kent aufgetaucht und hatte sich rasch in London und Teilen des Landes ausgebreitet.

Boris Johnson hatte am Freitagabend gesagt, es gebe "einige Hinweise", dass die neue Virusvariante tödlicher ist als die bislang vorherrschende.
Boris Johnson hatte am Freitagabend gesagt, es gebe "einige Hinweise", dass die neue Virusvariante tödlicher ist als die bislang vorherrschende. © Toby Melville/PA Wire/dpa

9.41 Uhr: Viel Homeoffice in Bundesministerien

Beim Arbeiten im Homeoffice geht die Bundesregierung mit gutem Beispiel voran. In vielen Bundesministerien sind in den Gebäuden kaum noch Beamte oder Angestellte anzutreffen - die Homeoffice-Quote beträgt bis zu 85 Prozent, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Im Umweltministerium "gilt aktuell eine maximale Präsenzreduzierung", sagte ein Ministeriumssprecher. Von den aktuell 1.187 Beschäftigten könnten mehr als 80 Prozent von zuhause aus arbeiten. Vor der Pandemie hätten maximal 15 Prozent dazu die Möglichkeit gehabt. Ähnlich schaut es in anderen Häusern aus. So heißt es im Familienministerium, derzeit seien am Tag im Schnitt weniger als 15 Prozent der 911 Beschäftigten in den Dienstgebäuden anwesend.

Im Wirtschaftsministerium arbeiten nach Angaben eines Sprechers ebenfalls weniger als 20 Prozent der 1.880 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort im Büro. "Für systemrelevantes Funktionspersonal wurden spezielle organisatorische Regelungen wie Einsatz im Schichtdienst oder in Wechsel-Team-Modellen getroffen, um Kontakte im Ministerium so weit wie möglich zu verringern."

Leere Büros und Flure sind auch im Bundespräsidialamt die Realität. Nach Angaben einer Sprecherin ist jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter - es sind rund 200 - technisch dafür ausgerüstet, im Homeoffice zu arbeiten. Die Umstellung sei schon mehr als ein Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie erfolgt. "Das Bundespräsidialamt ist damit führend unter den obersten Bundesbehörden." Die Mitarbeiter seien angehalten, diese Möglichkeit zu nutzen, was derzeit grundsätzlich auch jeder tue.

So weit ist die Bundestagsverwaltung mit ihren rund 3.000 Mitarbeitern noch nicht. Etwa 1.870 von ihnen sei es prinzipiell möglich, aus dem Home Office zu arbeiten, sagte ein Sprecher. Allerdings reicht das technische Equipment im Moment nur für rund 75 Prozent von ihnen. In Kürze sollen aber weitere Laptops bereitgestellt werden. Dann soll die Quote auf rund 86 Prozent steigen.

9.02 Uhr: Südafrikanische Corona-Variante auch in Panama und Kuba nachgewiesen

Erstmals sind in Kuba und Panama Infektionen mit der zuerst in Südafrika aufgetretenen Coronavirus-Variante B.1.351 gemeldet worden. Diese wurde bei jeweils einer Person festgestellt, die aus Südafrika eingereist war, wie die Gesundheitsministerien beider Länder unabhängig voneinander am Freitag mitteilten.

Im mittelamerikanischen Panama handelte es sich den Angaben zufolge um einen 40-Jährigen aus Botsuana. Dieser sei seit seiner Einreise am 5. Januar isoliert worden - zunächst in einem Hotel, nach dem positiven Test vergangenen Sonntag dann in einem Krankenhaus. Aus Kuba hieß es, der Reisende habe keine Symptome. Die Menschen, mit denen er Kontakt gehabt habe, seien negativ getestet worden. Es sei jedoch nicht ausgeschlossen, dass das Virus in der mutierten Form bereits auf der Karibikinsel zirkuliere.

Südafrika hatte Ende vergangenen Jahres die Entdeckung der neuen Corona-Variante bekanntgegeben. Sie weist Experten zufolge Ähnlichkeiten mit der Virus-Mutation aus Großbritannien auf, habe sich aber unabhängig entwickelt. Beide Varianten sind nach derzeitigem Kenntnisstand ansteckender als das Ursprungsvirus. Der britische Premierminister Boris Johnson sagte am Freitag, es gebe Hinweise darauf, dass die britische Variante auch tödlicher sei. Die südafrikanische Mutation B.1.351 - auch als 501Y.V2 bekannt - ist inzwischen auch in Deutschland - unter anderem in Sachsen - aufgetaucht.

8.15 Uhr: 16.417 Corona-Neuinfektionen und 879 neue Todesfälle

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 16.417 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 879 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Samstagmorgen bekanntgab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 18.678 Neuinfektionen und 980 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bei 112,6 (Freitag 115,3). Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.122.679 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 23.01., 00.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 51.521. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.795.400 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 0,97 (Vortag: 0,93). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 97 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Samstag, 7.45 Uhr: Hongkong schottet ganzen Stadtteil ab

Aus Furcht vor einer sprunghaften Verbreitung des Coronavirus ist ein besonders dicht besiedelter Stadtteil der Millionenmetropole Hongkong im Morgengrauen abgeriegelt worden. Tausende Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Einwanderungsbehörden sind seit Samstagfrüh (Ortszeit) damit beschäftigt, die rund 10.000 Bewohner des Jordan-Viertels nach und nach alle auf den Erreger zu testen. Das betroffene Gebiet mit 150 Wohnblöcken werde zu diesem Zweck für zwei Tage bis voraussichtlich Montagmorgen hermetisch abgeschottet, teilte die Regierung mit. Bis dahin, so die Hoffnung der Behörden, sollen alle Testergebnisse vorliegen.

Es handelt sich um den ersten derartigen Lockdown in Hongkong seit Beginn der Corona-Pandemie vor etwa einem Jahr. Bewohner des betroffenen Viertels, das zu den ärmsten in Hongkong gehört, dürfen die Sperrzone seit Samstagmorgen 4:45 Uhr (Ortszeit; 21:45 Uhr MEZ) nicht mehr verlassen und müssen nach dem Test in häuslicher Quarantäne bleiben, bis ein gesichertes Ergebnis vorliegt. Lokale Medien zeigten Bilder von Einsatzkräften in weißen Schutzanzügen, die das Viertel in Gruppen durchkämmten und auf der Suche nach Infizierten von Tür zu Tür ziehen sollten.

Grund für die Abschottung ist die jüngste Häufung von Corona-Infektionen in dem Stadtteil. Von den 55 am Freitag in ganz Hongkong gemeldeten Neuansteckungen machten sie fast die Hälfte aus.

Corona-Pandemie: Das passierte am Freitag

21.48 Uhr: Polizei nimmt Corona-Gegnerin Autoschlüssel weg

Eine Gegnerin staatlicher Coronamaßnahmen ist trotz Belehrungen durch die Polizei am Freitag fahnenschwenkend langsam auf der Autobahn A7 entlang gefahren - mehrfach. Nach dem dritten Mal sei der Fahrzeugschlüssel der Frau vorübergehend einbehalten worden, teilte die Polizei Unterfranken mit. Corona-Maßnahmen-Gegner hatten für Freitagnachmittag im Internet und auf Flugblättern Kundgebungen im Bereich der Autobahnen angekündigt. Die Polizei habe daher starke Präsenz in ganz Unterfranken gezeigt. Insgesamt sei die Weiterfahrt von zwei Fahrzeugen unterbunden worden. Zudem seien zwei Strafverfahren wegen Verstößen nach dem Waffengesetz eröffnet und 24 Ordnungswidrigkeiten zur Anzeige gebracht worden - etwa wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht sowie die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen.

21.24 Uhr: Thüringens Bildungsminister: Schulen bis Ostern geschlossen

In Thüringen gibt es vermutlich länger als bisher geplant keinen Präsenzunterricht in den Schulen. "Ich gehe davon aus, dass wir zumindest noch bis Ostern in dieser Situation verharren, dass wir mindestens bis Ostern mit diesem System der geschlossenen Schulen arbeiten müssen", sagte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) nach Angaben des MDR vom Freitag im Thüringen Journal. Häusliches Lernen und Distanzlernen werde anhalten. Gleichzeitig sagte Holter: "Es werden bestimmte Schülerinnen und Schüler in der Schule sein. Das sind insbesondere die Abschlussklassen und die, die besonderen Förderbedarf haben." Eltern, Kinder und Lehrer müssten sich darauf einstellen, länger durchhalten zu müssen, auch wenn das eine riesige Herausforderung und Belastung für alle sei.

21.03 Uhr: Bill Gates hat sich gegen Corona impfen lassen

Microsoft-Gründer Bill Gates hat eine Corona-Impfung bekommen. "Einer der Vorteile, 65 zu sein, ist der Zugang zum Covid-19-Impfstoff", schrieb Gates am Freitag bei Twitter. Er habe diese Woche die erste der zwei Impfdosen erhalten - "und ich fühle mich großartig".

Gates steht im Mittelpunkt einiger Verschwörungstheorien rund um das Coronavirus. Eine der unbelegten Behauptungen ist, dass Gates unter dem Vorwand der Impfungen Chips zur Kontrolle über die Menschheit einpflanzen wolle. "Diese verrückten Ideen verbreiten sich irgendwie schneller in den sozialen Medien als die Wahrheit. Ich bin überrascht, dass mein Name in diesen Verschwörungstheorien auftaucht", sagte Gates am September bei "Bild Live".

20.57 Uhr: Sachsens Ministerpräsident kritisiert Corona-Politik in Tschechien

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die aktuell weniger rigide Corona-Politik des Nachbarlandes Tschechien kritisiert. "Wir haben ein unterschiedliches Agieren in den Mitgliedstaaten der EU. Die Voraussetzung für offene Grenzen ist aber ein gemeinsames Verständnis darüber, wie man gegen die Pandemie vorgeht", sagte der Regierungschef der "Welt". Der CDU-Politiker störte sich etwa daran, dass im Nachbarland "alle Geschäfte wieder öffnen", während in Dresden drastische Maßnahmen beschlossen würden. "Damit werden unsere Bemühungen konterkariert." Deshalb habe Sachsen eine Testpflicht für Pendler aus Tschechien und Polen eingeführt. Am Freitag gab Staatskanzleichef Oliver Schenk (CDU) in Dresden bekannt, dass Grenzpendler aus Tschechien künftig nur noch einreisen dürfen, wenn sie einen negativen Test vorlegen oder einen Arbeitsplatz im Freistaat nachweisen und sich vor Arbeitsantritt im Betrieb testen lassen. Dies sollte für den Fall gelten, dass Tschechien als "Hochinzidenzland" eingestuft würde. Nur wenige Stunden später stufte die Bundesregierung Tschechien schließlich als solches ein.

Zur Frage nach Grenzschließungen erklärte Kretschmer: "Wir sind hier in Sachsen im Dreiländereck zu Polen und Tschechien ein gemeinsamer Wirtschafts- und Lebensraum. Den kann man nicht einfach zerschneiden." Viele Polen und Tschechen seien in Sachsen im Gesundheitssektor aktiv und deshalb unverzichtbar. "Aber wenn an der Grenze ein Reisebus aus einem Risikogebiet von der Bundespolizei angehalten wird und die Insassen keinen negativen Corona-Test vorweisen können, dann ist es richtig, sie zurückzuweisen", so der Ministerpräsident.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer kritisiert Tschechiens Corona-Politik.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer kritisiert Tschechiens Corona-Politik. © Archivbild: Jürgen Lösel

20.21 Uhr: Acht neue Fälle der südafrikanischen Virus-Mutation in Sachsen

Nach dem Auftauchen einer besonders ansteckenden südafrikanischen Variante des Coronavirus bei einer Frau in Leipzig sind acht weitere Infektionen bekannt geworden. Dies habe sich bei Nachverfolgung von Kontakten des ersten Falls ergeben, sagte ein Sprecher der Stadt am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Die acht neuen Betroffenen wie auch die Frau seien in Quarantäne. Die Nachverfolgung von Kontakten laufe und werde übers Wochenende fortgesetzt. Zur Zahl der Kontakte der Infizierten, bei denen sich weitere Menschen mit der Virus-Mutation angesteckt haben könnten, konnte er keine genauere Angabe machen.

Am Donnerstag hatten Stadt und Universitätsklinikum darüber informiert, dass erstmals in Sachsen zufällig diese in Südafrika verbreitete Mutation nachgewiesen wurde. Entdeckt wurde sie bei einem Routine-Screening aller Patienten des Uniklinikums bei einer Frau Mitte 20. Sie war zu Wochenbeginn dort wegen einer Notfallbehandlung, danach aber wieder nach Hause geschickt worden. Den Angaben nach hatte sie keinerlei Symptome einer Corona-Infektion.

20.08 Uhr: Dresdens Kliniken benötigen viel mehr Impfstoff

Fast einen Monat nachdem er begonnen hat, ist der Impfmarathon in Dresden ins Stocken geraten. Der Impfstoff fehlt. Deshalb werden derzeit auch keine neuen Termine im Impfzentrum vergeben. Zeit für eine Zwischenbilanz: Wie viele Dresdner haben den knappen Impfstoff bereits erhalten? Wie sieht die Verteilung zwischen Jüngeren und Älteren aus? Und warum werden Polizisten jetzt schon geimpft? Ein Überblick über den aktuellen Stand (SZ+)

19.54 Uhr: CoronaCast: Sachsens Kultusminister verteidigt Präsenzunterricht für Abschlussklassen

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) bewertet die Rückkehr von Schülern der Abschlussklassen zum Präsenzunterricht nach wie vor als richtige Entscheidung. "Nur so können wir gute und faire Abschlüsse anbieten", sagt der CDU-Politiker im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie. Seit Montag läuft für rund 50.000 Schülerinnen und Schüler in Sachsen die Prüfungsvorbereitung in den Klassenzimmern statt vor Bildschirmen zu Hause. Das Schuljahr ohne Prüfungen zu beenden, sei für den Minister auch in diesem Jahr keine sinnvolle Option gewesen. Es würden Nachteile entstehen, weil die Abschlüsse nicht mit denen anderer Jahrgänge vergleichbar wären. In dem Podcast-Gespräch spricht Piwarz außerdem darüber, ab wann alle die Schulen auch für weitere Jahrgänge geöffnet werden können und über die Pläne für Kitas. Außerdem geht es um die Folgen der LernSax-Pannen, einen erst diese Woche abgewehrten großen DDoS-Angriff und die Zukunft digitalen Lernens in Sachsen.

Hören Sie die Podcastfolge direkt über diesen Player. Hintergründe und zusätzliche Abspielmöglichkeiten finden Sie in diesem Artikel: Wie weiter in Schulen und Kitas, Herr Piwarz?

19.33 Uhr: Ungarn bestellt zwei Millionen Impfdosen in Russland

Als erstes EU-Land hat Ungarn zwei Millionen Dosen des russischen Corona-Impfstoffs "Sputnik V" bestellt. Außenminister Peter Szijjarto kündigte am Freitag bei einem Besuch in Moskau an, dass das Mittel in drei Etappen geliefert werden solle. Die ersten Dosen soll Ungarn binnen 30 Tagen erhalten. Bei einer Impfung mit "Sputnik V" sind zwei Injektionen nötig. In Russland wird bereits seit Anfang Dezember damit geimpft. In Ungarn bekam "Sputnik V" am Donnerstag die erste Notzulassung in der EU. Eine zweite Behörde muss allerdings noch zustimmen. Der rechtsnationale Ministerpräsident Viktor Orban klagt, dass sein Land mit knapp zehn Millionen Einwohnern zu wenig Impfstoff von der EU erhalte. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat bislang zwei Impfstoffe westlicher Produzenten - den von Biontech-Pfizer und den von Moderna - für den Gebrauch in der EU zugelassen. Dem Kreml zufolge besprachen Russlands Präsident Wladimir Putin und EU-Ratspräsident Charles Michel in einem Telefonat am Freitag die Möglichkeiten einer gemeinsamen Herstellung von Impfstoff. Russland strebt eine Registrierung von "Sputnik V" in der Europäischen Union an. Ein entsprechender Antrag liegt bereits bei der EMA.

19.05 Uhr: Gericht kippt Corona-Beschränkung für Hundesalon

Ein Hundesalon darf auch unter Lockdown-Bedingungen weiterarbeiten, wenn er seine Dienstleistung ohne Kontakt zu anderen Menschen erbringt. Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof in Mannheim gab am Freitag einem Eilantrag statt und setzte die Einschränkungen des Landes in diesem Punkt mit sofortiger Wirkung außer Vollzug. (AZ: 1 S 139/21) Die Antragstellerin hatte in ihren Hundesalons bereits im März 2020 einen "Schleusenbetrieb" eingerichtet. Die Vierbeiner werden dabei ohne direkten Kundenkontakt übergeben, bezahlt wird auf Rechnung oder kontaktlos. Das Gericht verwies auf das im Einzelhandel erlaubte "Click & Collect", bei dem Kunden per Telefon oder Internet Ware bestellen und später selbst abholen. Hundesalons müssten gleichbehandelt werden. Zudem gingen das Robert Koch-Institut und die Bundesregierung davon aus, dass Haustiere das Coronavirus nicht übertragen können, sondern es von Mensch zu Mensch weitergegeben werde, argumentieren die Richter. Deshalb könnten Hundesalons weiterarbeiten, während Friseurbetriebe ausnahmslos geschlossen bleiben müssten. Der Beschluss des VGH ist unanfechtbar.

18.42 Uhr: Ibiza wird wegen stark steigender Corona-Zahlen abgeriegelt

Die auch bei Deutschen beliebte spanische Urlauberinsel Ibiza wird ab Samstag wegen steil ansteigender Coronazahlen vorerst bis zum Monatsende weitgehend abgeriegelt. Die Balearen-Inseln im Mittelmeer gehörende Insel darf dann nur noch aus triftigem Grund besucht werden, etwa um zur Arbeit oder zum Arzt zu kommen, wie die deutschsprachige "Mallorca Zeitung" am Freitag berichtete. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen sei auf Ibiza auf mehr als 1.800 gestiegen, meldete die Nachrichtenagentur Europa Press. Auch auf den anderen Balearen-Inseln ist die Lage kritisch. Insgesamt liegt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf den Balearen bei 309. In Deutschland wurde dieser Wert mit 115 angegeben.

Die Balearen hatten die Pandemie lange Zeit relativ gut im Griff. Erste "Test-Urlauber" aus Deutschland wurden hier Ende Juni sogar schon vor der offiziellen Wiederöffnung der Grenzen in Spanien begrüßt. Seit Mitte Dezember wird die Lage aber immer schlimmer. Vor allem auf Mallorca und der bei Deutschen besonders beliebten Partymeile des "Ballermann", aber auch auf Ibiza, Menorca und Formentera berichten Hilfsorganisationen von einer drastischen Zunahme der Arbeitslosigkeit und der Armut. Der Tourismus trägt in normalen Zeiten 35 Prozent zum Regionaleinkommen bei.

Die Urlaubsinsel Ibiza wird abgeriegelt
Die Urlaubsinsel Ibiza wird abgeriegelt © dpa/Ute Müller

18.31 Uhr: In England entdeckte Virus-Variante womöglich tödlicher als bisherige

Die zuerst in Großbritannien entdeckte Variante des Coronavirus ist möglicherweise tödlicher als die bislang vorherrschende. Darauf gebe es "einige Hinweise" sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Freitag in einer Pressekonferenz im Regierungssitz Downing Street in London. Die hohe Belastung der Krankenhäuser im Land sei zu einem erheblichen Teil auf die neue Virusvariante zurückzuführen, so der konservative Politiker.

Die Mutation war Ende vergangenen Jahres in der südostenglischen Grafschaft Kent aufgetaucht und hatte sich mit rasender Geschwindigkeit in London und Teilen des Landes ausgebreitet. Großbritannien ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder in Europa. Täglich werden Zehntausende Neuinfektionen und zuletzt jeweils mehr als 1.000 Tote gemeldet. Seit Wochen gilt ein Lockdown mit weitreichenden Ausgangs- und Reisebeschränkungen, Schulen und nicht lebensnotwendige Geschäfte sind geschlossen. Die Maßnahmen sollen Mitte Februar überprüft werden.

18.08 Uhr: Astrazeneca: Liefermengen für EU niedriger als geplant

Der Hersteller Astrazeneca wird zunächst weniger Corona-Impfstoff an die EU liefern als geplant. Sollte der britisch-schwedische Konzern die Zulassung von der EU erhalten, werde die Menge zu Beginn niedriger sein, sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag auf Anfrage. Grund seien geringere Erträge an einem Produktionsstandort "innerhalb unserer europäischen Lieferkette". Eine Verzögerung der Lieferungen sei aber nicht geplant. Nach Angaben aus EU-Kreisen warnte das Unternehmen gegenüber EU-Staaten vor möglichen Lieferproblemen bei seinem Impfstoff. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. Der Hersteller hat zusammen mit der britischen Universität Oxford einen Impfstoff entwickelt, der in Großbritannien bereits genutzt wird. Für kommende Woche wird auch eine Zulassung in der EU erwartet.

Wie "Bild" berichtete, muss der Impfstoff nach den Mutationen in einigen Ländern angepasst werden. Bereits auf Halde produzierte Impfstoffmengen könnten deshalb womöglich nicht ausgeliefert werden. Zudem seien die Auswirkungen auf die Produktion nach einem Brand in einem Werk in Indien noch nicht klar. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte dazu auf Anfrage: "Wir gehen weiter davon aus, dass der Impfstoff von Astrazeneca Ende kommende Woche für die EU zugelassen wird. Die EU hat viel in die Vorproduktion dieses Impfstoffes investiert. Nach der Zulassung wird klar, wie viel Impfstoff wann zusätzlich für Deutschland zur Verfügung steht."

17.50 Uhr: Mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete eingestuft

Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung ab Sonntag erstmals mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete eingestuft, für die dann leicht verschärfte Einreiseregeln gelten. Wie das Robert Koch-Institut am Freitag auf seiner Internetseite mitteilte, gehören dazu das Nachbarland Tschechien, die Urlaubsländer Portugal, Spanien und Ägypten sowie die USA.

Bisher hatte die Bundesregierung nur zwischen Gebieten mit besonders ansteckenden Virusvarianten und "normalen" Risikogebieten unterschieden. Jetzt gibt es drei Kategorien:

  • "Normale" Risikogebiete: Das sind Länder oder Regionen über einem Grenzwert (auch Inzidenzwert genannt) von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Das gilt derzeit für fast ganz Europa mit Ausnahme einzelner Gebiete in Griechenland, Finnland, Norwegen, Österreich und Dänemark. Weltweit sind weit mehr als 100 Länder Risikogebiete.
  • Hochinzidenzgebiete: Das sind Länder mit deutlich höheren Infektionszahlen als in Deutschland. Dazu zählen in der Regel die Länder mit einem Inzidenzwert über 200 (Inzidenz in Deutschland: 115). Es können aber auch weitere Länder unter dieser Marke unter bestimmten Bedingungen zu "Hochinzidenzgebieten" erklärt werden. Ab Sonntag gibt es neben den bereits genannten Staaten folgende Länder mit besonders hohem Risiko: Albanien, Andorra, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Estland, Iran, Israel und die Palästinensischen Gebiete, Kolumbien, Kosovo, Lettland, Libanon, Litauen, Mexiko, Montenegro, Nordmazedonien, Panama, Portugal, Serbien, Slowenien und die Vereinigten Arabischen Emirate.
  • Virusvarianten-Gebiete: Das sind Gebiete, in denen hochansteckende Varianten des Coronavirus aufgetreten sind. Bisher fallen Großbritannien, Irland, Südafrika und Brasilien in diese Kategorie.

Reisende aus "normalen" Risikogebieten müssen sich spätestens 48 Stunden nach Einreise in Deutschland auf Corona testen lassen. Zudem müssen sie zehn Tage in Quarantäne, können sich davon allerdings durch einen zweiten negativen Test ab Tag fünf vorzeitig befreien lassen. Der Unterschied bei den Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebieten: Der Test muss bereits höchstens 48 Stunden vor Einreise erfolgen. Außerdem können die Ausnahmeregeln für die Quarantäne eingeschränkt werden. Das ist aber Sache der einzelnen Bundesländer.

17.28 Uhr: Bayerischer Landkreis vergibt ersten digitalen Corona-Impfpass

Während in der EU über einen möglichen digitalen Impfpass und zu erfassende Daten diskutiert wird, hat ein Landkreis in Bayern eine erste digitale Impfkarte vergeben. Ein 71-jähriger Kinder- und Jugendmediziner, der noch praktiziert, bekam am Freitagnachmittag im oberbayerischen Landkreis Altötting seine zweite Corona-Impfung sowie die Impfkarte mit QR-Code, wie ein Sprecher des Landratsamtes erläuterte. Nach Informationen des Landratsamtes ist der Landkreis mit der Lösung bundesweit Vorreiter. Erfasst werden demnach auf der Karte Namen, Geburtsdatum, Wohnort, Fotos des Geimpften, Impfstoff und die beiden Impftermine. Scannt der Geimpfte den Code, kann er die Daten auf dem Smartphone hinterlegen.

Das Vorgehen sei nicht mit dem Gesundheitsministerium abgestimmt worden. "Wir haben das völlig eigenständig umgesetzt", sagte der Sprecher. Es gebe aber Interesse von anderen Landkreisen. Der Datenschutz sei gewährleistet, die Daten würden nur auf der Karte gespeichert. Mit der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) sei das Vorgehen entwickelt worden. Diese habe ein Kölner Unternehmen dazu geholt, das digitale Zertifikate erstellt. Landrat Erwin Schneider (CSU) hatte die Impfkarte auf den Weg gebracht. "Wir wollten hier einen Start setzen", sagte der Sprecher. "Der Landrat wollte den Leuten schon einmal etwas an die Hand geben." Die Impfkarte sei freiwillig, der Landkreis übernehme die Kosten. Der Gedanke sei gewesen, die Daten schon einmal digital zu erfassen - und später möglicherweise auf ein überregionales System zu übertragen.

Derzeit wird in der EU über einen Corona-Impfpass debattiert. Die 27 Mitgliedsländer wollen sich bis Ende Januar auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Offen ist, ob der gelbe Impfpass der WHO gemeinsamer Nenner werden könnte. Diskutiert wird auch, welche Daten erfasst werden und ob dies digital geschehen soll.

Eine Muster-Impfkarte mit dem englischen Musternamen John Doe liegt bei einem Pressetermin auf einem Tisch.
Eine Muster-Impfkarte mit dem englischen Musternamen John Doe liegt bei einem Pressetermin auf einem Tisch. © Landratsamt Altoetting

17.00 Uhr: 81,6 Millionen Euro an Novemberhilfen ausgezahlt

In Sachsen sind bisher 81,6 Millionen Euro als sogenannte Novemberhilfe an Unternehmen und Soloselbstständige geflossen. Nach ersten Abschlägen war vorige Woche mit der regulären Auszahlung begonnen worden. Laut Wirtschaftsministerium hat sich die Zahl der bewilligten Auszahlungen diese Woche allein von Mittwoch bis Freitag auf fast 3.800 mehr als verdoppelt. "Dies zeigt: Wir kommen schnell voran", konstatierte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). "Alle Anträge, die wir vom Bund erhalten, leiten wir sofort zur Auszahlung weiter." Aus der Wirtschaft hatte es massive Kritik gegeben, dass die Auszahlung der Finanzhilfen zu lange dauere. Laut Ministerium gibt es fast 15.000 Anträge für die Novemberhilfen mit einem Volumen von mehr als 181 Millionen Euro. Damit wurde bisher weniger als die Hälfte des beantragten Geldes ausgezahlt.

16.32 Uhr: Corona beschleunigt Strukturwandel in der Post- und Paketbranche

Die Coronakrise hat den Rückgang der Briefmengen in Deutschland deutlich verstärkt. Wie die Bundesnetzagentur am Freitag mitteilte, sank die Sendungszahl schätzungsweise um neun Prozent auf 12,4 Milliarden. 2019 hatte es ein Minus von nur rund 4 Prozent gegeben. Weil die Menschen im Internetzeitalter weniger Briefe schreiben und viele Firmen verstärkt auf digitale Kommunikation setzen, sinkt die Briefmenge schon seit langem. Im Coronajahr 2020 kam als Negativfaktor hinzu, dass viele von der Krise betroffene Unternehmen - vor allem Einzelhändler - auf Werbepost verzichteten.

Zugleich boomt der Paketmarkt wegen des Online-Handels. Hier stiegen die Sendungen im Jahr 2020 in Deutschland nach Schätzung der Bonner Behörde um 17 Prozent auf 3,6 Milliarden - damit zog das Wachstum verglichen mit 2019 deutlich an, als es ein Plus von rund 6 Prozent gegeben hatte.

Pakete in einem Paketzentrum von DHL: Der Markt boomt.
Pakete in einem Paketzentrum von DHL: Der Markt boomt. © Tom Weller/dpa

16.21 Uhr: Dehoga begrüßt Überlegungen zu EU-Impfpass

Hotels und Gaststätten in Deutschland schöpfen Zuversicht aus Überlegungen für einen EU-Impfpass und die EU-weite Anerkennung von Corona-Schnelltest-Ergebnissen. "Wir begrüßen das gemeinsame abgestimmte Vorgehen der EU-Staaten bei der weiteren Bekämpfung der Corona-Pandemie", teilte Ingrid Hartges, die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands, am Freitag mit. Positiv seien etwa Vorschläge für gemeinsame Impfzertifikate. "Das gilt mit Blick auf unsere Gäste wie auch insbesondere mit Blick auf unsere Beschäftigten aus anderen EU-Staaten." Auch Antigen-Schnelltests stärker anzuwenden, stoße in der Branche auf Zustimmung. "Das könnte vielen Betrieben unserer Branche vor allem im Veranstaltungsbereich helfen."

Die EU-Staaten hatten sich am Donnerstagabend verständigt, nicht notwendige Reisen weiter einzuschränken, die Grenzen aber offen zu lassen. Neue Virusvarianten sollen gezielter aufgespürt werden und die Impfkampagne besser in Schwung kommen. Es soll einen EU-Impfpass geben, aber vorerst keine Vorteile für Geimpfte etwa beim Reisen. Ergebnisse bestimmter Corona-Schnelltests sollen künftig in allen EU-Staaten anerkannt werden.

15.36 Uhr: Erste Hausarzt-Impfung in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern führen erste Hausarztpraxen Corona-Impfungen durch. Zunächst acht Hausärzte in einer ersten Testphase in Zusammenarbeit mit Impfzentren dabei, wie ein Sprecher des Landkreises Nordwestmecklenburg am Freitag sagte. Die Mediziner hätten zuvor in mobilen Impfteams mitgewirkt und seien im Umgang mit dem Impfstoff geschult. Einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" (Freitag) zufolge hatte es am Donnerstag in einer Hausarztpraxis in Neuburg bei Wismar erste Corona-Impfungen für Senioren gegeben.

Nach Angaben des Schweriner Gesundheitsministeriums liegt die Organisation der Impfungen in der Zuständigkeit der Landkreise. Hausärzte könnten dabei gewissermaßen als "Außenstellen der Impfzentren" fungieren, sagte ein Sprecher. Die Zuteilung der Patienten erfolge aber über die zentrale Terminvergabe durch die beauftragten Callcenter.

In Mecklenburg-Vorpommern hat mit 2,9 Prozent die bundesweit höchste Impfquote. Seit dem Impfstart Ende Dezember wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts rund 47 200 Menschen im Land geimpft. Zunächst war vorrangig in Pflegeheimen geimpft worden. Inzwischen erhalten zu Hause lebende Senioren über 80 eine schriftliche Einladung und können telefonisch Termine vereinbaren. Das System scheint nach ersten Anlaufschwierigkeiten zu funktionieren.

15.20 Uhr: Tschechische Pendler müssen sich wohl alle 48 Stunden testen lassen

In wenigen Tagen will die Bundesregierung Hochinzidenz-Länder festlegen, was bedeuten würde, dass eine Einreise aus diesen Staaten nur nach Vorlage eines negativen Corona-Tests möglich ist. Tschechien wird mit einer Inzidenz von 450 bis 500 wahrscheinlich dazugehören, was auch 10.000 bis 11.000 Pendler beträfe. Für diese soll es jedoch möglich sein, regelmäßig vor Arbeitsbeginn einen Test zu machen, der alle 48 Stunden zu erneuern ist. Die Regelung soll in der Nacht von Samstag zu Sonntag um Mitternacht in Kraft treten. Diese soll dann auch durch Bundes- und Landespolizei kontrolliert werden, vor allem durch "Schleierfahndung" zwischen Grenze und Betriebsort.

Erst Anfang dieser Woche war eine neue Regelung in Sachsen in Kraft getreten, dass sich Pendler aus Polen und Tschechien einmal in der Woche testen lassen müssen, wobei der Freistaat 10 Euro zu jedem Test beisteuert. Diese wird nun durch die Bundesregelung ersetzt.

15.12 Uhr: 1.000 Bundeswehr-Soldaten in Sachsen im Einsatz

Am Freitag saß der auch sächsische Oberkommandeur der Bundeswehr Klaus Finck neben Gesundheitsministerin Petra Köpping auf dem Podium und berichtete über den Corona-Einsatz der Bundeswehr in Sachsen. In ganz Deutschland sei die Bundeswehr mit 10.000 Einheiten in 300 von 400 Kreisen eingesetzt, 1.000 Soldaten allein in Sachsen. Es handele sich um Einheiten der Panzergrenadierbrigade 37, die meisten kommen aus Sachsen, manche auch aus benachbarten Bundesländern. "Wir bleiben so lange wie wir gebraucht werden", so Finck. Die Bundeswehr werde dann abziehen, wenn Sachsen die Lage wieder alleine unter Kontrolle bekomme.

Klaus Finck ist der Kommandeur des Landeskommandos Sachsen.
Klaus Finck ist der Kommandeur des Landeskommandos Sachsen. © Ronald Bonß

15.03 Uhr: Köpping: "Lockdown-Maßnahmen wirken"

Bei einer Pressekonferenz am Freitag sprach Sozialministerin Petra Köpping (SPD) von einem "leichten Lächeln", das ihr die derzeitigen Corona-Zahlen bereiteten. Die Infektionszahlen gingen ganz systematisch ein kleines Stück nach unten, so Köpping. Das zeige, dass die Lockdown-Maßnahmen wirkten. Mittlerweile seien 62.000 Menschen geimpft, in erster Linie in Pflegeheimen und das Personal in Krankenhäusern.

Zudem hätte Köpping wegen der in Leipzig aufgetretenen südafrikanische Virus-Mutation mit dem Leipziger OB Burkhardt Jung telefoniert. Er versicherte, dass das örtliche Gesundheitsamt über ausreichend Kapazitäten verfüge, um die Kontaktpersonen der infizierten Person nachzuverfolgen und abzusondern.

14.51 Uhr: Mehr als 150 weitere Todesopfer in Sachsen

In Sachsen ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter angestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Freitagnachmittag wurden binnen eines Tages 1.308 Neuinfektionen sowie 151 weitere Todesfälle registriert. Damit gibt es bisher insgesamt 173.182 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 5.660 Menschen, die seit Beginn der Pandemie an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. Rund 147.900 Menschen gelten als wieder genesen.

Besonders von der Pandemie betroffen ist aktuell der Landkreis Bautzen, wo innerhalb es innerhalb der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner 271,2 Neuinfektionen gab. Der niedrigste Wert dieser 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell in der Stadt Chemnitz mit 82,8. Für den gesamten Freistaat wird die Inzidenz mit 169,1 beziffert, deutschlandweit beträgt sie laut Robert Koch-Institut (RKI) durchschnittlich 115,3. Die RKI-Werte weichen aber aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

14.44 Uhr: Bisher 82 Millionen Euro Novemberhilfen in Sachsen ausgezahlt

Sachsens krisengeplagte Betriebe und Soloselbstständige haben bislang rund 81,6 Millionen Euro Novemberhilfen bekommen. Das teilte das sächsische Wirtschaftsministerium am Freitag mit. Der Mammutanteil wurde von sogenannten "Prüfenden Dritten", wie Steuerberatern, gestellt. Soloselbstständige haben insgesamt 10,12 Millionen Euro beantragt und 7,62 Millionen bekommen, über die "Dritten" haben hauptsächlich Unternehmen 171,01 Millionen Euro beantragt und 73,94 Millionen bekommen. Wirtschaftsminister Martin Dulig kündigte an, dass die restlichen Hilfen schnell ausgezahlt würden: "Uns allen ist bewusst: Jeder Tag zählt, denn es geht um Existenzen"

14.38 Uhr: Sachsens AfD-Fraktion erwägt Corona-Untersuchungsausschuss

Die AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag schließt einen Untersuchungsausschuss zum Corona-Management der Regierung nicht aus. "Je nachdem, wie sich die Corona-Krise weiterentwickelt und welche Entscheidungen die Regierung trifft, kann ein Untersuchungsausschuss zu einem geeigneten Instrument der parlamentarischen Kontrolle werden", sagte Partei- und Fraktionschef Jörg Urban am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Zum aktuellen Zeitpunkt wolle man aber zunächst den Ausgang der zahlreichen Klagen gegen die Corona-Politik der Staatsregierung abwarten: "Zugleich fordern wir, den Lockdown zügig zu beenden."

Laut Verfassung muss der Landtag einen Untersuchungssausschuss einsetzen, wenn ein Fünftel der Mitglieder das befürwortet. Die notwendige Stimmenzahl hat die AfD mit 38 Mandaten im 119 Sitze umfassenden Landtag.

Im Brandenburger Landtag begann am Freitag ein Corona- Untersuchungsausschuss zur Krisenpolitik der Landesregierung mit der Befragung von Zeugen. Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft (parteilos) war als Leiter des Corona-Krisenstabs erster Zeuge. Der Landtag in Potsdam hatte auf Antrag der AfD-Fraktion im September 2020 einen solchen U-Ausschuss beschlossen.

14.13 Uhr: Steinmeier plant zentrale Gedenkfeier für Corona-Opfer

Mit einer zentralen Gedenkfeier nach Ostern in Berlin will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Erinnerung an die Toten der Corona-Pandemie wach halten. Gemeinsam mit den anderen Verfassungsorganen wolle er damit "ein Zeichen setzen, dass wir als Gesellschaft gemeinsam trauern, dass wir die Toten und das Leid der Hinterbliebenen nicht vergessen", teilte das Bundespräsidialamt am Freitag mit.

Steinmeier sagte später in einer Online-Gesprächsrunde mit von der Pandemie betroffenen Bürgern, eine Gedenkfeier sei aktuell wegen der hohen Infektionszahlen noch nicht zu realisieren. Er hoffe aber, dass dies nach Ostern gehe.

In Deutschland sind seit Beginn der Pandemie vor rund einem Jahr mehr als 50 000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte.

"Das ist eben nicht nur eine Zahl, das ist nicht nur ein statistischer Wert, den wir heute zur Kenntnis nehmen und der sich morgen wieder verändert", sagte Steinmeier in der Gesprächsrunde. "Sondern hinter jeder Zahl steht ein Schicksal. Es ist ein Mensch verloren, der uns am Herzen lag."

13.39 Uhr: Vergleichsweise wenig Neuinfektionen in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 34 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet - so wenige wie seit langem nicht. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 19.655 Menschen in Dresden positiv getestet worden. 23 Menschen verstarben seit Donnerstag in Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer seit Krisenbeginn im März 2020 auf 607 Opfer. Zudem wurden binnen eines Tages 17 weitere Patienten ins Krankenhaus einwiesen. Als genesen gelten mittlerweile 17.045 Dresdner - 192 mehr als am Donnerstag. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, sank seit dem Vortag von 144,9 auf 131,8. Da für Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt auch diesen Wert an. Er beträgt heute 115,7, tags zuvor waren es noch 128,6. Alle Zahlen aus Dresden (SZ+)

13.16 Uhr: Staatskanzlei verteidigt Dialog Kretschmers mit Corona-Kritikern

Die Sächsische Staatskanzlei hat den Dialog von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) mit Kritikern der Corona- Maßnahmen verteidigt. "Die Demonstration vor dem Haus des Ministerpräsidenten hat deutlich gezeigt, dass es in der Bevölkerung einerseits zahlreiche Fragen gibt, andererseits aber auch viele Falschinformationen rund um Corona kursieren", sagte Regierungssprecher Ralph Schreiber am Freitag auf Anfrage. Deshalb habe Kretschmer den Dialog im Rahmen einer Veranstaltung angeboten.

Er habe in den vergangenen Wochen mehrfach an öffentlichen Online-Diskussionsforen in Regie der Konrad-Adenauer-Stiftung teilgenommen. Diese werde auch die Veranstaltung am kommenden Freitag (29. Januar) moderieren. Die für den Termin geplante Online-Diskussion via Zoom sei öffentlich und richte sich an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, vorrangig in der Region Zittau, betonte Schreiber. Die Veranstaltung stehe unter dem Motto «Fakten statt Fake News - Fragen und Antworten zur Corona-Krise am Beispiel des Dreiländerecks».

12.45 Uhr: Maßnahmen gegen Autokorsos auf Autobahnen in Sachsen

Um vermutlich aus Protest gegen die Corona-Maßnahmen stattfindenden, unangemeldeten Autokorsos auf sächsischen Autobahnen entgegenzuwirken, hat das Landratsamt Zwickau am Freitag zwischen 13 und 20 Uhr eine Allgemeinverfügung erlassen. Diese regelt Beschränkungen für die A4 zwischen der Landesgrenze nach Thüringen und der Raststätte "Auerswalder Blick", sowie für die A72 zwischen der Landesgrenze nach Bayern und Thüringen.

Auf den Abschnitten gilt am Freitag:

  • Eine Mindestgeschwindigkeit von 89 km/h (Ausnahmen sind Lkw, die klar erkennbar nicht zu einem unerlaubten Autokorso gehören und bei Hindernissen oder sich ändernden Witterungsbedingungen)
  • Ein Verbot von Transparenten
  • Es dürfen nicht mehr als drei erkennbar zusammengehörende Autos hintereinander fahren
  • Doppelter Sicherheitsabstand

Bereits am 11. Januar hatte die Polizei in Zwickau einen unangemeldeten Autokorso mit mindestens 40 Fahrzeugen aufgelöst. Die Autos hatten die Warnblinkanlagen eingeschaltet und den Verkehr aufgehalten, wie die Polizei am Montag mitteilte. Da die Versammlung nicht angemeldet war, beendeten die Beamten den Autokorso. Zeitgleich hatte es in der Region mehrere andere Autokorsos gegeben.

12.40 Uhr: Gericht widerspricht Anspruch auf vorgezogene Corona-Impfung

Trotz schwerer Herzkrankheit hat ein 73-jähriger Mann aus Niedersachsen nach einem Gerichtsbeschluss keinen Anspruch auf eine sofortige Impfung gegen das Coronavirus. Er hatte argumentiert, dass er wegen seiner Vorerkrankung ein besonders hohes Risiko habe, schwer an Covid-19 zu erkranken oder gar zu sterben. Das Sozialgericht Oldenburg wies den Eilantrag am Donnerstag aber zurück.

Gesetzgeber und Regierung hätten abgewogen und entschieden, die verletzlichste Personengruppe zuerst durch eine Impfung zu schützen, befanden die Richter. Dazu zählen laut Corona-Impfverordnung Menschen über 80 Jahre, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und besonders gefährdetes Medizin- und Pflegepersonal. Weil Impfstoff noch knapp sei, sei es nicht zu beanstanden, dass zunächst diese Gruppe geimpft werde. Ausnahmen sehe die Verordnung nicht vor.

Der Herzpatient gehöre zur Gruppe mit der zweithöchsten Priorität, er könne deshalb schon bald mit einer Impfung rechnen, befanden die Richter. Es sei ihm zuzumuten, sich bis dahin zu Hause zu schützen. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

12.25 Uhr: Auch Brasilien-Mutation jetzt in Deutschland

Erstmals ist in Deutschland ein Nachweis der in Brasilien kursierenden Corona-Variante bekannt geworden. Die Mutante sei bei einem Reiserückkehrer in Hessen entdeckt worden, sagte Hessens Sozialministerium Kai Klose (Grüne) am Freitag in Wiesbaden. Klose zufolge handelt es sich um den ersten Nachweis in Deutschland. Auch dem Robert Koch-Institut (RKI) war am Freitag kein anderer Nachweis bekannt.

Die Person sei am Donnerstag aus Brasilien in Frankfurt angekommen, erklärte die Virologin Sandra Ciesek. Im Labor sei bei einer PCR-Untersuchung die in Brasilien entdeckte Mutation nachgewiesen worden. Die Sequenzierung stehe noch aus.

Neben der erstmals in Brasilien nachgewiesenen Variante stehen zwei weitere im Fokus, die zunächst in Großbritannien und in Südafrika entdeckt worden waren, und ebenfalls in Deutschland bereits nachgewiesen wurden. Alle drei Varianten stehen im Verdacht, ansteckender zu sein als der Wildtyp des Coronavirus Sars-CoV-2. Es gebe aber keine Hinweise, dass sie zu schwereren Verläufen führten, sagte Ciesek.

11.40 Uhr: Corona-Infektionsrate in Sachsen erneut gesunken

Der Lockdown zeigt in Sachsen offensichtlich Wirkung und hat das Corona-Infektionsgeschehen weiter gebremst. Die Ansteckungen im Laufe einer Woche sanken nach Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Freitag erneut und wurden mit 169 (Vortag: 186) pro 100 000 Einwohnern ausgewiesen. Damit liegt Sachsen aber immer noch über dem Bundesschnitt von 115 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen. Nach RKI-Angaben wurden binnen eines Tages im Freistaat knapp 1.100 neue Infektionen gemeldet; die Zahl der Todesfälle stieg um 84 auf 5.517.

11.20 Uhr: RKI-Präsident Wieler: Gesamtzahl der Toten "schier unfassbar"

Der Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler sieht die derzeit hohen Todeszahlen sehr kritisch. "Das ist eine bedrückende, für mich schier unfassbare Zahl", sagte er am Freitag in Berlin über die Gesamtzahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Corona von 50.642 Menschen. Trotzdem sehe er die derzeit sinkenden Zahlen positiv. Wenn die Infektionszahlen gering gehalten würden, könnten schwere Verläufe sowie Todeszahlen verhindert und besser kontrolliert werden. Derzeit gebe es an vielen Tagen über tausend Todesfälle.

Vor allem die Ausbrüche in Pflegeheimen sieht Wieler kritisch. Etwa 900 Fälle seien bekannt, "wahrscheinlich gibt es auch eine Dunkelziffer."

Dennoch sind nach Aussagen Wielers Erfolge zu verzeichnen. "Die Zahlen sinken in den meisten Bundesländern, und das sind die Erfolge der Maßnahmen", so der RKI-Präsident. "Wir dürfen eben nicht nachlassen." Alle Maßnahmen schützten auch vor neuen Virusvarianten.

Das Robert Koch-Institut verzeichnete am Freitag 17.862 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Vor genau einer Woche waren es 22.368. Der Höchststand von 33.777 registrierten Neuinfektionen binnen 24 Stunden war am 18. Dezember gemeldet worden - darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

RKI-Präsident Lothar Wieler.
RKI-Präsident Lothar Wieler. © John Macdougall/AFP-Pool/dpa

10.51 Uhr: Polizei stoppt Gottesdienst - fast 100 Besucher ohne Masken


Die Polizei hat am Donnerstagabend in Essen einen Gottesdienst mit fast 100 Teilnehmern aufgelöst, 88 Erwachsenen und 10 Kindern. Die Gottesdienstbesucher hätten weder Masken getragen noch den vorgeschriebenen Abstand eingehalten, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Es habe auch keine Teilnehmerliste gegeben. Der Gottesdienst sei wegen der "massiven Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung sofort beendet worden", teilte die Polizei mit.

Alle Teilnehmer seien aus der Kirche geführt worden. Ihre Identitäten seien festgestellt worden, die Erwachsenen hätten Anzeigen erhalten und müssten mit Bußgeldern rechnen, so die Polizei. Die Gottesdienstteilnehmer stammen laut dem Bericht überwiegend aus Gelsenkirchen. Die "WAZ" hatte zuvor berichtet.

10.37 Uhr: Drosten warnt vor zu frühem Ende der Maßnahmen nach Impferfolgen

Der Berliner Virologe Christian Drosten warnt vor einem verfrühten Ende der Corona-Maßnahmen. "Wenn die alten Menschen und vielleicht auch ein Teil der Risikogruppen geimpft sein werden, wird ein riesiger wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer und vielleicht auch rechtlicher Druck entstehen, die Corona-Maßnahmen zu beenden", sagte er dem "Spiegel". "Und dann werden sich innerhalb kurzer Zeit noch viel mehr Leute infizieren, als wir uns das jetzt überhaupt vorstellen können. Dann haben wir Fallzahlen nicht mehr von 20.000 oder 30.000, sondern im schlimmsten Fall von 100.000 pro Tag."

Das seien dann zwar eher jüngere Menschen, aber wenn sich sehr viele davon infizieren, seien die Intensivstationen trotzdem wieder voll und es gäbe trotzdem viele Tote. "Dieses schlimme Szenario könnten wir etwas abfedern, wenn wir die Zahlen jetzt ganz tief nach unten drücken." Drosten geht zudem nicht davon aus, dass der kommende Sommer in Bezug auf Corona ähnlich wird wie der vergangene. "Dass wir 2020 einen so entspannten Sommer hatten, hatte wahrscheinlich damit zu tun, dass unsere Fallzahlen im Frühjahr unter einer kritischen Schwelle geblieben sind. Das ist inzwischen aber nicht mehr so".

10.16 Uhr: Deutlich weniger Verkehrsunfälle durch Corona-Einschränkungen

Die Corona-Pandemie hat die Zahl der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr deutlich sinken lassen. Von Januar bis November erfasste die Polizei 2,1 Millionen Straßenverkehrsunfälle, 15,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse mitteilte. Die Entwicklung sei auf das geringere Verkehrsaufkommen infolge der Corona-Einschränkungen zurückzuführen, erklärten die Statistiker.

Auch für das Gesamtjahr sei von niedrigeren Zahlen auszugehen. Bis einschließlich November seien 2.523 Verkehrstote gezählt worden, 10,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im gesamten Jahr 2019 waren es 3.046. Die Dezember-Zahlen liegen dem Statistischen Bundesamt noch nicht vor.

Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden sank zwischen Januar und November um rund 11 Prozent auf 247.300. Verletzt wurden mit insgesamt 305.900 Menschen 14 Prozent weniger. Im November wurden mit 190 fünf Prozent weniger Menschen bei Verkehrsunfällen getötet als im Vorjahresmonat, die Zahl der Verletzten sank den Angaben zufolge um knapp 22 Prozent auf rund 23.900.

9.47 Uhr: Zentrale Gedenkfeier für Opfer der Corona-Pandemie nach Ostern

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will nach Ostern in Berlin eine zentrale Gedenkfeier für die Toten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in Deutschland ausrichten. Gemeinsam mit den anderen Verfassungsorganen wolle er damit "ein Zeichen setzen, dass wir als Gesellschaft gemeinsam trauern, dass wir die Toten und das Leid der Hinterbliebenen nicht vergessen", teilte das Bundespräsidialamt am Freitag in Berlin mit.

In Deutschland sind seit Beginn der Pandemie vor rund einem Jahr mehr als 50.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte. Um bis dahin ein Zeichen des gemeinsamen Gedenkens zu setzen, rief Steinmeier zugleich alle Bürger zu einer Aktion "#lichtfenster" auf. Er ermunterte sie, vom Freitag an ein Licht in ihre Fenster zu stellen und auch ein Bild davon mit dem Hashtag #lichtfenster in den sozialen Medien zu teilen. Im Schloss Bellevue werde gut sichtbar ein Licht im zentralen Fenster über dem Portal leuchten.

9.30 Uhr: Japans Regierung dementiert Bericht über Olympia-Absage

Japans Regierung hat einen Medienbericht dementiert, wonach sie intern zum Schluss gekommen sei, dass die Olympischen Spiele in Tokyo wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden müssen. "Wir weisen den Bericht vollständig zurück", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Manabu Sakai am Freitag in Tokio. Die Londoner "Times" hatte unter Berufung auf ein nicht näher genanntes Mitglied der japanischen Regierungskoalition berichtet, es bestehe Einigkeit darüber, dass die bereits um ein Jahr verschobenen Spiele zum Scheitern verurteilt seien und abgesagt werden müssten. Ziel sei es nun, eine gesichtswahrende Form zu finden, die Absage anzukündigen und sich die Option offen zu halten, zu einem späteren Zeitpunkt Olympia-Gastgeber zu sein. Die nächste Möglichkeit dafür wäre im Jahr 2032.

Wegen deutlich gestiegener Coronavirus-Fälle hatte Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga in der Vorwoche den Notstand über den Großraum Tokio hinaus auf sieben weitere Präfekturen ausgeweitet. Es gilt ein weitreichendes Einreiseverbot bis 7. Februar. In jüngsten Umfragen hatte sich eine deutliche Mehrheit der Japaner für eine Absage oder erneute Verlegung der Olympischen Spiele ausgesprochen.

Im Nationalstadion in Tokio sollen am 23. Juli die Olympischen Spiele eröffnet werden.
Im Nationalstadion in Tokio sollen am 23. Juli die Olympischen Spiele eröffnet werden. © kyodo/dpa

8.51 Uhr: Giffey will Corona-Tests auch in der Kinderbetreuung ausweiten

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) plädiert für eine Ausweitung von Corona-Tests auch in der Kinderbetreuung. "Ich glaube, es ist jetzt sehr wichtig, so lange das Impfen noch nicht möglich ist, die Tests auszuweiten", sagte Giffey, die Berliner SPD-Landesvorsitzende ist, im ARD-"Morgenmagazin" am Freitag. Derzeit gebe es in der Kinderbetreuung vor allem freiwillige Tests. Nach der aktuellen Corona-Kita-Studie seien etwa 20 Prozent der Erzieher coronabedingt nicht am Kind. "Das ist eine hohe Zahl", bemerkte Giffey. Sie seien krank oder in Quarantäne.

"Nach dem 14. Februar braucht es Öffnung", so die Familienministerin weiter. "Je länger es dauert, desto höher wird der Preis." Hierbei spiele Gesundheit gegen Gesundheit, da viele Kinder durch die Einschränkungen in der Pandemie unter Bewegungsmangel und Einsamkeit litten. "Wenn wir über Lockerungen reden, dann müssen Schulen und Kitas die ersten sein", betonte sie.

8.19 Uhr: Neuer James-Bond-Film schon wieder verschoben

Das Warten auf den neuen James-Bond-Film geht weiter. Die 007-Macher teilten in der Nacht zu Freitag mit, dass "Keine Zeit zu sterben" (Originaltitel: "No Time To Die") weltweit nun erst am 8. Oktober in die Kinos kommen soll. Der Start des Agententhrillers mit Daniel Craig war in Deutschland eigentlich für den 31. März geplant. Wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie war schon in den vergangenen Wochen über eine erneute Verschiebung des Films spekuliert worden. In vielen Ländern sind die Filmtheater derzeit geschlossen.

James-Bond-Fans sind das Warten mittlerweile gewohnt. Ursprünglich hätte die Premiere von "Keine Zeit zu sterben" bereits im Oktober 2019 stattfinden sollen. Wegen eines Wechsels auf dem Regiestuhl und wegen Nachbesserungen am Drehbuch wurde der Start zunächst auf Februar, dann auf April 2020 verschoben. Nach dem Ausbruch des Coronavirus verlegten die Produzenten den Termin erst in den November 2020, später auf März 2021 und nun nochmals nach hinten in den Oktober. Dieses Mal verzichteten die Macher in der kurzen Mitteilung auf der offiziellen 007-Website auf eine Erklärung.

Der 25. Bond-Film war einer der ersten, dessen Starttermin wegen der Pandemie verlegt wurde. Daniel Craig wird voraussichtlich erst im Oktober als James Bond im Kino zu sehen sein.
Der 25. Bond-Film war einer der ersten, dessen Starttermin wegen der Pandemie verlegt wurde. Daniel Craig wird voraussichtlich erst im Oktober als James Bond im Kino zu sehen sein. © Nicole Dove/DANJAQ and Metro Goldwyn Mayer Picture

7.47 Uh: Deutschland erklärt Tschechien zum Hochrisiko-Gebiet

Mit Wirkung von Sonntag-Mitternacht an gilt Tschechien für Deutschland als Hochrisikogebiet. Das berichten mehrere Prager Zeitungen am Freitag unter Berufung auf diplomatische Quellen. In der Folge müssten Pendler ab Montagfrüh beim Überschreiten der Grenze nach Sachsen und Bayern häufiger als bisher negative Covid-Tests vorlegen. Im Falle Sachsens sind zwei Tests pro Woche erforderlich. Die Kosten dafür wollen sich beide Seiten teilen. Pendler nach Bayern brauchen alle 48 Stunden einen negativen Test. Tschechien hat derzeit eine Sieben-Tage-Inzidenz von etwa 681 auf 100.000 Einwohner. Die Zahl in Deutschland liegt bei 119.

7.33 Uhr: Ex-Verfassungsrichter Papier sieht Corona-Maßnahmen skeptisch

Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, sieht die Corona-Schutzmaßnahmen der Politik kritisch. Die Politik sei auch dem Freiheitsschutz der Bürger verpflichtet, sagte Papier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Die Menschen in diesem Land sind keine Untertanen“, kritisierte er. Die Verantwortlichen müssten auch die ökonomischen, sozialen und kulturellen Lebensgrundlagen im Auge behalten und dürften sich nicht nur „am Rat der Virologen“ orientieren.

Die Politik dürfe „nicht einseitig auf das Ziel der Unterschreitung von Inzidenzwerten abstellen“, forderte Papier. Der Inzidenzwert der Neuinfektionen dürfe „nicht zum Maß aller Dinge werden. Sonst kommen wir zu undifferenzierten Beschränkungen wie pauschalen Ausgangssperren, die nicht mehr zu rechtfertigen sind“, sagte der Jurist den Zeitungen. Zugleich sprach sich Papier dafür aus, Corona-Auflagen für geimpfte Personen aufzuheben. Freiheitsbeschränkungen dürften vielmehr nur so lange aufrechterhalten werden, wie sie nötig seien, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Solange aber nicht gesichert sei, dass Geimpfte andere nicht anstecken könnten, kämen Aufhebungen oder Lockerungen nicht in Betracht.

7.08 Uhr: EU will Grenzen offen halten - vorerst

Reisen könnte mit neuen Corona-Auflagen in Europa bald noch mühsamer werden. Erwogen würden weitere Beschränkungen, berichtete EU-Ratschef Charles Michel nach einem Videogipfel der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union am Donnerstagabend. Zur Debatte stehen neue Test- und Quarantänepflichten für Menschen aus "dunkelroten Zonen" mit sehr hohen Corona-Fallzahlen. Frankreich plant solche Pflichten bereits ab Sonntag für die meisten europäischen Reisenden.

Die Staats- und Regierungschefs sähen die Lage wegen der neuen, ansteckenderen Varianten des Coronavirus als sehr ernst, erklärte Michel nach der rund vierstündigen Videokonferenz. Man kämpfe an zwei Fronten: Beschleunigung der Impfungen in Europa und Eindämmung des Virus. Die EU-Gesundheitsagentur ECDC stuft das Risiko durch die Verbreitung der neuen Varianten inzwischen als hoch/sehr hoch ein - also höher als bislang.

Die Grenzen in der EU sollten offen bleiben, um den Transport wichtiger Güter und die Dienstleistungsfreiheit im EU-Binnenmarkt zu sichern, sagte Michel. "Es sollte keine undifferenzierten Reisesperren geben." Gleichwohl seien weitere Beschränkungen für nicht unabdingbare Reisen womöglich notwendig, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen.

6.47 Uhr: Nachfrage nach Hunden in der Corona-Pandemie stark gestiegen

In der Corona-Pandemie sind viele auf den Hund gekommen. Ob Labrador oder Französische Bulldogge: „Die Nachfrage ist extrem“, sagt der Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH), Herbert Klemann, in Worms. Die Züchter würden mit Anrufen regelrecht „bombardiert“ und könnten gar nicht so viel züchten, wie nachgefragt werde. Das sei schon in 2020 so gewesen: „Und der Bedarf ist immer noch da. Dass der Lockdown verlängert wurde, treibt das Ganze noch mal an“, sagt er.

Denn in der Corona-Pandemie sind viele Familien mehr als sonst zu Hause. Der Run auf Hundewelpen sei bundesweit sehr groß, sagt VDH-Sprecher Udo Kopernik im nordrhein-westfälischen Hennef (Sieg). „Den Züchtern wird die Hütte eingerannt.“ Er sieht den Trend teils kritisch. „Wenn Eltern dem Kinderwunsch nachgeben und selber aber eigentlich gar keinen Hund wollen, kann das nur schiefgehen.“ Klemann befürchtet, dass nach der Pandemie viele Hunde im Tierheim landen könnten. „Wenn die Leute wieder normal zur Arbeit gehen und die Kinder den Hund nicht mehr betreuen können, dann wird das ein Problem.“

6.28 Uhr: Sterberisiko durch Corona bei Älteren mehr als verdoppelt

Corona ist für ältere Menschen besonders gefährlich. Genauer hat das nun ein Mathematiker analysiert: Mit zunehmenden Alter steigt nicht nur das Risiko binnen eines Jahres zu sterben - bei Corona-Infizierten über 60 Jahren ist es demnach sogar mehr als doppelt so hoch wie bei Gesunden im selben Alter. Und nicht nur das: Ab 60 Jahren wird für Infizierte der Abstand zwischen dem Risiko, an Corona zu sterben, und dem allgemeinen Altersrisiko, das auch für Gesunde gilt, zunehmend schneller immer größer.

Das hat der Stuttgarter Mathematik-Professor Christian Hesse auf Grundlage von Daten aus Deutschland und internationaler Studien zur sogenannten Infektionssterblichkeit errechnet. Das ist der Anteil der Corona-Toten unter allen Infizierten, ob getestet oder nicht. Dafür musste für eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung mit Blutproben der Immunstatus ermittelt werden, um auch frühere, unentdeckt gebliebene Corona-Infektionen festzustellen.

Auch bei Gesunden gilt: Die Gefahr, binnen eines Jahres zu sterben, ist bei jungen Menschen naturgemäß deutlich niedriger. Sie verdoppelt sich aber im Schnitt alle sieben Jahre. Bei Jüngeren gibt es auch größere Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Für nicht infizierte 20-jährige Männer liegt die Wahrscheinlichkeit Hesse zufolge bei 0,042 Prozent, innerhalb eines Jahres zu sterben. Für Frauen ist der entsprechende Wert mit 0,018 Prozent weniger als halb so groß in diesem Alter. Das Sterberisiko wie bei einem 20-jährigen Mann habe eine Frau erst im Alter von 34 Jahren. Dieser Unterschied verringere sich mit den Jahren, erklärte Hesse. So seien etwa 88-jährige Männer und 90-jährige Frauen hinsichtlich des Risikos vergleichbar.

6.02 Uhr: Auch vierte und fünfte Corona-Welle möglich

Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner hält in der Corona-Pandemie nicht nur eine dritte, sondern auch eine vierte und fünfte Welle für möglich. Womöglich würden diese aber flacher als die erste und zweite Welle verlaufen. "Ich gehe nicht davon aus, dass wir eine riesige dritte Welle bekommen, weil wir relativ früh mit dem Lockdown eingegriffen haben", sagt der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing, der mit seinem Team vor einem Jahr die bundesweit ersten Corona-Patienten behandelt hatte.

"Solange es keine Durchimpfung in der Bevölkerung gibt und solange wir nicht sommerliche Temperaturen draußen haben, sollten wir uns aber an den Gedanken gewöhnen, dass es vielleicht auch eine vierte und fünfte Welle geben kann", sagte Wendtner der Deutschen Presse-Agentur weiter. Das Wichtigste sei es nun, zügig mit dem Impfen voran zu kommen. Für offene Fragen und Zweifel an der Impfung müsse es mehr Aufklärung geben. Die Impfstoffe hätten alle üblichen Testphasen durchschritten, die Nebenwirkungen seien sehr gering. Jeder könne etwa mit Mund-Nasen-Schutz, Abstand und auch Impfung dazu beitragen, dass die Pandemie unter Kontrolle komme und einschränkende Maßnahmen gelockert werden könnten.

5.40 Uhr: Mehr als 50.000 Corona-Tote in Deutschland seit Pandemiebeginn

In Deutschland sind seit Beginn der Pandemie mehr als 50.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 859 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesfälle auf 50.642. Vor genau einer Woche waren 1.113 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet worden. Der Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden.

Als Covid-19-Todesfall zählt das RKI nachweislich infizierte Menschen, die direkt an Corona gestorben sind und solche mit Vorerkrankungen, bei denen sich die Todesursache nicht abschließend klären lässt. Es liegt am Ermessen des Gesundheitsamtes, ob es einen Fall als verstorben "an" oder "mit" Covid-19 an das RKI übermittelt. Forscher gehen davon aus, dass die Zahl der Covid-19-Todesfälle ohne die Corona-Einschränkungen um ein Vielfaches höher läge.

Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI außerdem 17.862 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Vor genau einer Woche hatte das RKI 22.368 Neuinfektionen verzeichnet. Der Höchststand von 33.777 registrierten Neuinfektionen binnen 24 Stunden war am 18. Dezember gemeldet worden - darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bei 115,3. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern bleiben jedoch groß: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 218,4 und Brandenburg mit 194,4. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 80,9.

5.15 Uhr: Sachen investiert Millionen in Landesbetriebe

Der Freistaat Sachsen hat seine Landesbeteiligungen im Corona-Jahr 2020 mit Millionensummen gestützt. Ob und in welcher Höhe auch für 2021 Hilfen zur Verfügung gestellt werden, könne noch nicht gesagt werden, teilte das Finanzministerium in Dresden mit. Ein großer Batzen der Coronamittel ging mit rund 30,7 Millionen Euro an die Mitteldeutsche Flughafen AG. Auf deren Airports in Dresden und Leipzig/Halle waren die Passagierzahlen dramatisch eingebrochen. Ungefähr je die Hälfte des Geldes erhielt die Flughafen AG als Darlehen und als Kapitalzuführung.

Die Sächsischen Staatsbäder erhielten 4,4 Millionen Euro als Coronahilfen. An die Staatlichen Schlösser, Burger und Gärten gingen 3 Millionen Euro. Sie alle hatten unter coronabedingten Schließungen gelitten. Geld bekam auch die seit einiger Zeit kriselnde Porzellan-Manufaktur Meissen - nämlich 2 Millionen Euro. Sechsstellige Beträge gingen an die Festung Königstein, die Landesbühnen Sachsen und die Meissen-Porzellan-Stiftung.

Das Land hatte für seine Betriebe und Beteiligungen insgesamt 71,6 Millionen Euro aus dem Corona-Bewältigungsfonds eingeplant. Der Freistaat ist an insgesamt 30 Unternehmen beteiligt, die 5.480 Mitarbeiter haben. Offen ist noch die Summe, mit der das Land die Leipziger Messe unterstützt. Für eine Auszahlung fehle noch eine beihilferechtliche Genehmigung, teilte das Finanzministerium mit.

Freitag, 5 Uhr: Große Mehrheit glaubt nicht an unbeschwerten Osterurlaub

Eine große Mehrheit der Deutschen glaubt nicht daran, dass schon in den Osterferien Urlaub im europäischen Ausland ohne Quarantäne oder Testpflichten möglich sein wird. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur rechnen 79 Prozent auch dann noch mit entsprechenden Einschränkungen. Nur 12 Prozent meinen, dass dann schon ein unbeschwerter Urlaub im Ausland möglich sein wird. 10 Prozent machten keine Angaben. Ostersonntag ist dieses Jahr der 4. April.

Derzeit hat die Bundesregierung fast ganz Europa als Corona-Risikogebiet eingestuft. Auf dem europäischen Festland gibt es nur noch in Griechenland, Finnland, Norwegen und Österreich einzelne Regionen, die ausgenommen sind. Hinzu kommen ein Großteil der griechischen Inseln, die britische Isle of Man und die Kanalinsel Guernsey sowie die dänische Insel Grönland.

Rückkehrer aus Risikogebieten müssen sich spätestens 48 Stunden nach Einreise in Deutschland auf Corona testen lassen. Zudem müssen sie zehn Tage in Quarantäne, können sich davon allerdings durch einen zweiten negativen Test ab dem fünften Tag nach Einreise vorzeitig befreien lassen.

Corona-Pandemie: Das geschah am Donnerstag

21.36 Uhr: Verfassungsschutz sieht sich bei "Querdenken"-Beobachtung bestätigt

Nach den ersten Wochen der Beobachtung sieht der baden-württembergischen Verfassungsschutz die Gefahr durch die "Querdenken"-Bewegung bestätigt. Wegen der Nähe der Organisatoren zu Reichsbürgern und Extremisten sei es richtig, eine mittlere zweistellige Zahl der radikalisierten "Querdenken"-Anführer im Land mit nachrichtendienstlichen Mitteln zu beobachten, sagte die baden-württembergische Verfassungsschutzpräsidentin Beate Bube der Zeitung "Badische Neueste Nachrichten".

Die Bewegung habe sich zwar aus Anlass der Corona-Proteste gebildet, im weiteren Verlauf aber radikalisiert. Es gebe eine staatsfeindliche Haltung auf Demonstrationen und in den Online-Aktivitäten. "Solche Haltungen werden von den Organisatoren gezielt geschürt", sagte Bube. "Aus unserer Sicht liegen also ausreichend Anhaltspunkte vor, dass hier Feinde der Demokratie am Werk sind." Das Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) in Baden-Württemberg beobachtet als erstes in Deutschland die in Stuttgart entstandene "Querdenken"-Bewegung.

Die Gruppe "Querdenken 711" ist so etwas wie die Keimzelle der mittlerweile bundesweit aktiven Protestbewegung gegen die Corona-Maßnahmen. Ende Dezember hatte ihr Gründer Michael Ballweg die Anhänger der Bewegung zu einer Pause der Großdemos aufgerufen. Die Vorwürfe des Verfassungsschutzes hat er wiederholt zurückgewiesen.

Teilnehmer einer Protestkundgebung der Initiative "Querdenken 711" in Stuttgart.
Teilnehmer einer Protestkundgebung der Initiative "Querdenken 711" in Stuttgart. © Christoph Schmidt/dpa

20.43 Uhr: Ausgangssperre in den Niederlanden ab Samstag

Um die schnelle Verbreitung von Virus-Mutationen zu stoppen, verhängen die Niederlande erstmals eine Ausgangssperre. Ab Samstag dürfen Bürger von 21 bis 4:30 Uhr ihre Wohnungen nicht mehr verlassen. Nach einer heftigen Debatte stimmte das Parlament am Donnerstagabend in Den Haag der Maßnahme zu. Seit Ausbruch der Pandemie hatte es nicht so eine schwerwiegende Maßnahme gegeben.

Die Regierung hatte bereits persönliche Kontakte reduziert. Mitglieder eines Haushaltes dürfen pro Tag nur noch eine Person empfangen. Außerdem wurde ein Flugverbot aus Großbritannien, Südafrika und Südamerika angeordnet. In den Regionen sollen die Virus-Mutationen besonders verbreitet sein.

Das Land befindet sich bereits seit Mitte Dezember im Lockdown. Geschäfte, Schulen und Gaststätten sind bis zum 9. Februar geschlossen und persönliche Kontakte stark eingeschränkt. Das Ausgehverbot gilt vorerst ebenfalls bis zum 9. Februar.

20.20 Uhr: Brüssel genehmigt deutsche "Novemberhilfen"

Die EU-Kommission hat deutsche "Novemberhilfen" im Umfang von zwölf Milliarden Euro genehmigt. Die Unterstützung von Unternehmen in der Corona-Krise sei mit den EU-Regeln vereinbar, erklärte Kommissionsvizepräsidentin Margrethe Vestager am Donnerstagabend in Brüssel.

Die "Novemberhilfen" sollen Unternehmen für wirtschaftliche Schäden durch den Lockdown in der Pandemie entschädigen. Die jetzt genehmigten Hilfen sehen nach Angaben der Kommission vor, dass bis zu 100 Prozent der nachgewiesenen Verluste erstattet werden oder 75 Prozent des Umsatzes der Monate November und Dezember 2019.

Zuvor hatte die Brüsseler Behörde bereits grünes Licht für einen anderen Teil des deutschen Hilfspakets gegeben, wonach Firmen mit bis zu 4 Millionen Euro pro Unternehmen unterstützt werden können. Die Kommission stellte fest, dass die deutschen Hilfen direkt mit der Pandemie zusammenhingen und angemessen seien.

In Deutschland hatte es von Unternehmen und Verbänden Kritik daran gegeben, dass die Novemberhilfen zu langsam geflossen seien. Beklagt wurden Bürokratie und Regelwirrwarr. Die Auszahlung über die Länder hatte erst Mitte Januar begonnen.

20.05 Uhr: Corona-Notstand in Tschechien wird verlängert

Das Parlament in Tschechien hat einer Verlängerung des Corona-Notstands bis zum 14. Februar zugestimmt. Dafür votierten am Donnerstagabend 53 Abgeordnete; dagegen waren 19. Der Ausnahmezustand ermöglicht es der Regierung, Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen und Soldaten in Krankenhäusern einzusetzen. Die Regierung unter Ministerpräsident Andrej Babis hatte sich für eine Befristung bis zum 21. Februar stark gemacht. Gesundheitsminister Jan Blatny begründete dies unter anderem mit der Gefahr durch neue Virusvarianten. Zuletzt war erstmals die als ansteckender geltende britische Variante in Tschechien nachgewiesen worden.

Die Corona-Zahlen waren in Tschechien nach Weihnachten dramatisch angestiegen und gehen nur allmählich wieder zurück. Am Donnerstag meldeten die Behörden 8.162 neue Fälle binnen 24 Stunden. Seit Pandemiebeginn gab es mehr als 917.000 bestätigte Infektionen und 14.973 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

19.36 Uhr: England vervierfacht Strafen für erste Corona-Verstöße

Die britische Regierung vervierfacht die Strafen für Corona-Verstöße in England. Künftig sollen 800 Pfund (gut 900 Euro) statt 200 fällig werden, wenn Menschen trotz Verbots Partys besuchen, wie Innenministerin Priti Patel am Donnerstag ankündigte. "Diese schweren Verstöße kosten Leben", sagte Patel. Die Strafe verdoppele sich bei jedem weiteren Verstoß bis zu einem Höchstbetrag von 6.400 Pfund.

Der ranghohe Polizist Martin Hewitt betonte, Partys seien "gefährlich, unverantwortlich und völlig inakzeptabel". Die Polizei werde nicht ihre Zeit damit verschwenden, mit Menschen darüber zu argumentieren. Solche Leute gefährdeten die Leben anderer, sagte Hewitt. Als Beispiele nannte er eine Feier auf der Londoner Szenenmeile Brick Lane mit 40 Menschen, die sich feindselig gegenüber der Polizei verhalten hätten, sowie eine Party mit 150 Menschen in der Grafschaft Hertfordshire.

In England sind Treffen mit Mitgliedern anderer Haushalte weitestgehend verboten.

18.53 Uhr: 2020 weniger Ausbildungsverträge bei IHKs in Sachsen

Die Corona-Pandemie und deren Bekämpfung hat wie erwartet auch negative Folgen für den sächsischen Ausbildungsmarkt. 2020 sank nach IHK-Angaben vom Donnerstag die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge gegenüber dem Vorjahr in den Betrieben. Insgesamt haben sich landesweit 10.682 junge Frauen und Männer für eine duale Ausbildung entschieden. Das sind 697 Verträge oder 6,1 Prozent weniger als 2019. Die meisten Verträge wurden im Bereich Handel sowie für Berufe der Metalltechnik, Hotellerie und Gastronomie sowie Elektrotechnik abgeschlossen. Angesichts der Belastungen durch die Pandemie und fehlender Ausbildungsmessen sowie Einschränkungen persönlicher Beratung, schulischer Bewerbertrainings sowie Praktika sprach der Dresdner IHK-Präsident Andreas Sperl für alle IHK von einer positiven Bilanz. Die Zahlen lägen deutlich unter dem bundesweiten Rückgang von rund elf Prozent.

92 Prozent der Lehrlinge haben ihre Ausbildung im Betrieb normal fortgeführt oder zeitweise durch alternative Formen wie Homeoffice ergänzt, sagte Sperl und dankte Personalverantwortlichen und Ausbildern. Der befürchtete Einbruch auf dem Ausbildungsmarkt sei dank "dieser bemerkenswerten Gemeinschaftsleistung" abgewendet worden.

18.31 Uhr: Wo Homeoffice in Dresden an Grenzen stößt

Schon am kommenden Mittwoch müssen Unternehmer alle Mitarbeiter ins Homeoffice schicken. Überall dort, wo keine zwingenden betrieblichen Gründe dagegen sprechen, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil am Mittwoch. Das können Produktionsstrecken sein, die sich freilich nicht nach Hause verlagern lassen.

Wie viele Dresdner arbeiten bereits in ihrer Wohnung und in welchen Büros herrscht noch Hochbetrieb? Und wie sollen die Arbeitnehmer besser geschützt werden, die ihre Arbeit im Betrieb verrichten müssen? Die wichtigsten Antworten im Überblick (SZ+)

Für Bus- und Straßenbahnfahrer sowie viele andere Berufsgruppen ist das Homeoffice keine Alternative.
Für Bus- und Straßenbahnfahrer sowie viele andere Berufsgruppen ist das Homeoffice keine Alternative. © Christian Juppe

18.06 Uhr: Gerangel bei Corona-Debatte im tschechischen Parlament

Die Debatte im tschechischen Parlament über eine Verlängerung des Corona-Notstands ist am Donnerstag eskaliert. Nachdem ihm wegen persönlicher Beleidigungen das Mikrofon ausgeschaltet worden war, lieferte sich der Abgeordnete Lubomir Volny ein heftiges Gerangel mit dem Sitzungspräsidenten Tomas Hanzel. Andere Parlamentarier kamen diesem sofort zu Hilfe. "Wenn du hierher kommst, kriegst du Prügel", schrie Volny einen von ihnen an. Als gewählter Vertreter des Volkes habe er das Recht, sich äußern zu können: "So bringt ihr mich nicht zum Schweigen!" Die Sitzung war live im Fernsehen zu sehen. Volny wurde nach dem Zwischenfall des Saales verwiesen. Er ist Vorsitzender der ultrarechten Bewegung "Die Einigen - Alternative für Patrioten". Der 47-Jährige war bereits zuvor aufgefallen, weil er im Rednersaal anders als die übrigen Abgeordneten keine Maske trug. Die Polizei prüft nach eigenen Angaben, ob eine Ordnungswidrigkeit wegen Verstoßes gegen die Hygieneregeln vorliegt.

Seit Pandemiebeginn gab es in Tschechien mehr als 917.000 bestätigte Infektionen und 14.973 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

17.52 Uhr: Weitere Nachweise der Corona-Varianten in Deutschland

Im Zuge der verstärkten Suche nach den neuen Coronavirus-Varianten hat es in Deutschland weitere Treffer gegeben. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat Stand Donnerstag 28 Nachweise der Variante B.1.1.7 aus sieben Bundesländern gemeldet bekommen, wie eine Sprecherin mitteilte. Die Variante war erstmals in Großbritannien aufgetaucht und gilt als besonders infektiös. Für die Variante, die sich zunächst in Südafrika stark verbreitete, waren dem RKI insgesamt 17 Fälle aus Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg bekannt. Die Meldungen können beim RKI allerdings zeitverzögert ankommen. Am Donnerstag wurde erstmals auch in Sachsen eine Infektion mit der südafrikanischen Variante des Coronavirus bekannt. Die Frau Mitte 20 war am Leipziger Universitätsklinikum ambulant und nicht wegen eines Corona-Verdachts behandelt worden. Die Infektion war laut Klinikum im Zuge eines Routine-Screenings aller Patienten nachgewiesen worden.

In Berlin waren neben anderen Nachweisen allein auf einer Station des Humboldt-Klinikums bei zehn Infizierten die britische Variante registriert worden, wie der landeseigene Vivantes-Konzern mitteilte. Bei den Fällen bei Patienten und Personal hieß es, die Ansteckungen seien nicht mit Reisen zu erklären. Die Dunkelziffer ist hoch, denn in Deutschland wird noch lange nicht jeder Infizierte auf die genaue Virusvariante untersucht.

17.34 Uhr: Dramatische Corona-Lage in Portugal

Wegen steigender Coronazahlen werden in Portugal alle Kindertagesheime, Schulen und Universitäten geschlossen. Die Maßnahme werde ab Freitag und für die nächsten zwei Wochen gelten, erklärte Ministerpräsident António Costa in Lissabon. Costa begründete die Schließung mit dem starken Anstieg der Ansteckungen im Zusammenhang mit der in Großbritannien aufgetretenen Virus-Mutation. Nach amtlichen Angaben macht diese derzeit 13 Prozent der Neuinfektionen aus. Das Land mit rund 10,3 Millionen Einwohnern hatte am Mittwoch einen neuen Höchstwert an Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Die 14.647 neuen Fälle würden auf Deutschland umgerechnet, das etwa acht Mal so viele Einwohner hat, knapp 120.000 Ansteckungen an einem einzigen Tag bedeuten. Am Donnerstag wurden in Portugal 13.544 Neuinfektionen gemeldet.

Im Vergleich zu anderen Ländern Europas war Portugal lange glimpflich durch die Pandemie gekommen. Seit dem Herbst wird die Lage aber immer schlechter. Nach jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich zuletzt binnen 14 Tagen 1.215 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus an. Nur zwei der 30 erfassten Länder stehen noch schlechter da: Irland mit rund 1.444 sowie Tschechien mit 1.362. Für Deutschland betrug dieser Wert etwas mehr als 319. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Lissabon wurden seit Pandemiebeginn im Land gut 595.000 Infektionen nachgewiesen. 9.686 Menschen starben an oder mit Covid-19.

17.15 Uhr: Fallzahlen in England sinken trotz Lockdowns nicht

Trotz des Lockdowns in Großbritannien nimmt die Zahl der Corona-Infektionen einer neuen Studie zufolge nicht ab, sondern hat zuletzt sogar noch zugelegt. Demnach wurde im größten Landesteil England zwischen dem 6. und 15. Januar jeder 63. Mensch positiv getestet, wie die Forscher des Imperial College London am Donnerstag mitteilten. Das waren 50 Prozent mehr als Anfang Dezember. Die Wissenschaftler werteten nach eigenen Angaben Abstriche von etwa 143.000 Menschen aus. "Während der ersten zehn Tage des dritten Covid-Lockdowns in England im Januar 2021 war die Verbreitung von Sars-CoV-2 ohne Anzeichen eines Rückgangs sehr hoch", betonten die Forscher.

Der Infektiologe Steven Riley sagte dem Sender Sky News zufolge, der Lockdown mit weitreichenden Ausgangs- und Reisebeschränkungen sei offenbar nicht so wirkungsvoll wie noch im Frühjahr 2020. Die Ergebnisse zeigten zudem, dass die in Großbritannien entdeckte Virus-Variante schneller übertragen werde. Nach Regierungsangaben hatte die Zahl der Neuinfektionen zuletzt abgenommen. Am Mittwoch wurden 38.905 neue Fälle gemeldet, deutlich weniger als in der Vorwoche. Allerdings war die Zahl der Todesfälle zuletzt stark gestiegen, auf den Tagesrekord von 1.820 am Mittwoch. Die Forscher erklären sich die Unterschiede in den Zahlen damit, dass die Regierungsangaben von Tests aus der Zeit nach Weihnachten stammen. Ihre eigenen Untersuchungen seien aber vom Januar, als die Menschen nach den Feiertagen wieder mehr unterwegs waren. Aus der Regierung hieß es Medienberichten zufolge, die Studie spiegele nicht die Auswirkungen des Lockdowns wider.

Ein Arbeiter in Schutzkleidung desinfiziert die Rückseite eines Krankenwagens, nachdem in dem Krankenwagen ein Patient zum Krankenhaus "Royal London Hospital" gefahren wurde.
Ein Arbeiter in Schutzkleidung desinfiziert die Rückseite eines Krankenwagens, nachdem in dem Krankenwagen ein Patient zum Krankenhaus "Royal London Hospital" gefahren wurde. © Yui Mok/PA Wire/dpa

16.57 Uhr: KLM streicht weitere 1000 Stellen

Die niederländische Fluggesellschaft KLM wird wegen der Corona-Krise weitere 800 bis 1.000 Stellen streichen. Das teilte KLM am Donnerstag in Amsterdam mit. Bereits im vergangenen Jahr waren 5.000 Mitarbeiter entlassen worden. Das habe sich als nicht ausreichend erwiesen, erklärte das Unternehmen. Vor allem durch Reisebeschränkungen und internationale Maßnahmen dauere die Erholung vor allem auf den Langstrecken länger als erwartet. Die Fluggesellschaft bekam bislang 3,4 Milliarden Euro staatliche Unterstützung in der Corona-Krise. "Diese Reduzierung ist noch unabhängig von den neuen Maßnahmen der Regierung der vergangenen 48 Stunden", erklärte KLM-Chef Pieter Elbers. Die Regierung hatte am Mittwoch die Corona-Maßnahmen drastisch verschärft. So wurde ein Verbot für Passagierflüge aus Großbritannien, Südafrika und Südamerika verhängt. Außerdem müssen Reisende aus Hochrisiko-Gebieten künftig nicht nur ein negatives Testergebnis vorweisen, sondern sich vor jedem Flug einem Schnelltest unterziehen.

16.35 Uhr: EU-Kommission: Lieferengpass bei Biontech-Impfstoff nur diese Woche

Der Lieferengpass der Impfstoffhersteller Biontech und Pfizer soll nach Angaben der EU-Kommission rasch überwunden sein. Diese Woche werde weniger geliefert, nächste Woche aber bereits wieder 100 Prozent der zugesagten Menge, sagte ein Kommissionssprecher am Donnerstag. Der Lieferrückstand aus dieser Woche werde dann schnell ausgeglichen. So hätten es die Hersteller mitgeteilt. In Deutschland stehen derzeit einige Impfzentren still, weil Impfstoff fehlt. Biontech und Pfizer hatten Ende vergangener Woche kurzfristig mitgeteilt, sie müssten die Produktion einschränken, um die Kapazität eines Werks in Belgien aufzustocken. Die Unternehmen hätten aber zugesichert, die für das erste Quartal bestellte Gesamtmenge zu liefern, bekräftigte der Kommissionssprecher. Er begrüßte zudem, dass nach einer Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde EMA aus jeder Ampulle des Pfizer/Biontech-Impfstoffs sechs Impfdosen gezogen werden können - statt der ursprünglich anvisierten fünf Dosen. Damit stünden kurzfristig mehr Dosen zur Verfügung, sagte der Sprecher. Die Lieferverträge der EU beziehen sich jedoch auf eine Gesamtzahl von Impfdosen. Letztlich liefern die Hersteller also weniger Ampullen, die Käufer machen kein unbezahltes Plus.

16.04 Uhr: Mehr als 1.200 Corona-Neuinfektionen in Sachsen

In Sachsen ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter angestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Donnerstagnachmittag wurden binnen eines Tages 1.246 Neuinfektionen sowie 90 weitere Todesfälle registriert. Damit gibt es bisher insgesamt 171.874 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 5.509 Menschen, die seit Beginn der Pandemie an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. Rund 145.500 Menschen gelten als wieder genesen. Besonders von der Pandemie betroffen ist aktuell der Landkreis Bautzen, wo es innerhalb der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner 301,9 Neuinfektionen gab. Der niedrigste Wert dieser 7-Tage-Inzidenz liegt derzeit mit 75,1 in der Stadt Chemnitz. Für den gesamten Freistaat wird die Inzidenz mit 186 beziffert, deutschlandweit beträgt sie laut Robert Koch-Institut (RKI) durchschnittlich 119. Die RKI-Werte weichen aber aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

15.35 Uhr: Ansturm auf Krankenkassen-Telefone wegen FFP2-Masken

Wegen der zugesagten Versorgung von älteren und vorerkrankten Menschen mit FFP2-Masken laufen bei den Krankenkassen in Thüringen und Sachsen derzeit die Telefone heiß. Es gebe eine sehr große Nachfrage von Versicherten, teilten die AOKplus und die IKK classic am Donnerstag auf Anfrage mit. Allein bei der AOKplus haben nach eigener Darstellung 1,3 Millionen Menschen in beiden Bundesländern Anspruch auf eine Versorgung mit den - bis auf eine Eigenbeteiligung der Versicherten - vom Bund finanzierten FFP2-Masken. In Thüringen sind es rund 404 000 Versicherte. Bislang seien 500.000 Berechtigungsscheine in beiden Ländern verschickt worden, sagte eine AOK-Sprecherin.

Wann die restlichen Coupons folgen, sei derzeit unklar, hieß es. Es gebe bislang keine Informationen der Bundesdruckerei, wann diese die ausstehenden Berechtigungsscheine liefern kann. Die Bundesdruckerei stellt die fälschungssicheren Dokumente her - laut Bundesgesundheitsministerium für rund 34 Millionen gesetzlich Krankenversicherte bundesweit. Die AOK hat in Thüringen und Sachsen insgesamt rund 3,4 Millionen Versicherte. Auch bei der IKK classic haben die ersten Versicherten in beiden Ländern ihre Berechtigungsscheine erhalten.

Begehrte Ware: FFP2-Masken in einer Apotheke
Begehrte Ware: FFP2-Masken in einer Apotheke © dpa/ Hauke-Christian Dittrich

15.03 Uhr: Corona-geimpfte Menschen wohl doch ansteckend

Experten sind der Auffassung, dass gegen Corona geimpfte Menschen wohl doch das Virus noch an andere weitergeben könnten. Besonders beim in Großbritannien bereits zugelassenen Impfstoff von AstraZeneca deuteten sowohl Tierversuche als auch Studien mit Klinikpersonal daraufhin, dass kein sogenannter Fremdschutz gegeben sei, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, der Online-Ausgabe der "Augsburger Allgemeinen". Geimpfte Affen, die man absichtlich mit Corona infiziert hat, seien zwar nicht erkrankt, sagte Watzl, der an der TU Dortmund arbeitet, weiter. Dennoch sei das Virus noch mehrere Tage im Rachen der Tiere nachweisbar gewesen: "Das heißt, diese Tiere wären wahrscheinlich trotz Impfung ansteckend gewesen." Ähnliche Ergebnisse liefere eine klinische Studie, da AstraZeneca in England den Impfstoff mit sehr vielen Beschäftigten im Gesundheitswesen getestet habe.

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Berufsgruppen im Gesundheitswesen werden auch ohne Symptome sehr regelmäßig auf Corona getestet, sagte Watzl zu den Ergebnissen aus Großbritannien. "Hier zeigte sich, dass auch in der geimpften Gruppe positive PCR-Tests vorlagen, ohne dass die Betroffenen an Corona erkrankten." Die Frage sei, ob ein Geimpfter das Coronavirus in der gleichen Weise weitergibt wie ein Nicht-Geimpfter - oder doch in geringerem Maße. Besser sieht es in Sachen Fremdschutz bei den in Deutschland zugelassenen RNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna aus. Das Virus habe man bei geimpften und absichtlich infizierten Affen einen Tag später nicht mehr nachweisen können. Ob das auch für Menschen gelte, sei aber noch offen. "Bei der Frage, ob die Impfung einen Fremdschutz bietet, müssen wir klar sagen: Wir wissen es nicht", betonte Watzl. Sobald eine Herdenimmunität gegen Corona erreicht sei, werde die Frage aber hinfällig, sagte der Immunologe weiter. Denn letztendlich sei es egal, ob Geimpfte das Virus übertragen, wenn auch ihr Gegenüber geimpft ist.

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