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Corona: RKI meldet erstmals über 19.000 Neuinfektionen

Touristen müssen aus Mecklenburg abreisen, fast 100.000 Neuinfektionen in den USA, 16 Todesopfer binnen einen Tages in Sachsen - unser Newsblog.

Bund und Länder haben ab dem kommenden Montag einen Teil-Lockdown beschlossen.
Bund und Länder haben ab dem kommenden Montag einen Teil-Lockdown beschlossen. © Peter Kneffel/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

10.57 Uhr: Merkel zum Teil-Lockdown: Wollen schnell und unbürokratisch helfen 

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Bevor an diesem Montag Kulturbetriebe, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen für einen Monat schließen müssen, hat Kanzlerin Angela Merkel der Wirtschaft erneut Unterstützung zugesichert. "Wir lassen Unternehmen und Betriebe, die durch die aktuelle Krise unverschuldet in Schwierigkeiten gekommen sind, nicht allein", sagte die CDU-Politikerin in ihrem am Samstag veröffentlichten Podcast. "Wir wollen schnell und unbürokratisch helfen." Am Mittwoch werde sie mit den Spitzenverbänden der Arbeitgeber und der Industrie beraten, wie die Auswirkungen der Krise weiter abgefedert werden könnten.

Merkel rechtfertigte die harten Eingriffe der kommenden Wochen, gegen die Kultur- und Gastrobranche heftig protestieren: "Diese zweite Welle der Pandemie macht es erforderlich, schnell und konsequent zu handeln", sagte sie. "Wir müssen den rapiden Anstieg der Infektionszahlen stoppen, bevor unser Gesundheitssystem überlastet ist." Aus Sicht der Wissenschaft sei klar, dass sich möglichst wenig Menschen begegnen sollten, die sich infizieren können.

Die Maßnahmen seien "hart" und die Betroffenen wiesen zu Recht auf die großen Belastungen hin, räumte Merkel ein. Vielfach treffe es nun wieder Unternehmen, Selbstständige oder Vereine, die schon seit Beginn der Pandemie Umsatzeinbußen hinnehmen müssten. Die Kanzlerin verwies auf die zusätzlichen Hilfen von bis zu zehn Milliarden Euro für die betroffenen Bereiche und versicherte: "Die Bundesregierung wird weiterhin alles Notwendige tun, um die Lasten der Pandemie für die Wirtschaft und damit auch für die Arbeitsplätze und unseren Wohlstand zu begrenzen und gleichzeitig unser aller Gesundheit zu schützen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) © Kay Nietfeld/dpa

10.24 Uhr: Patientenschützer: Schnelltests auch bei Sterbe-Begleitung nutzen

Die neuen Corona-Schnelltests sollten aus Sicht von Patientenschützern auch genutzt werden, um Sterbenden und Angehörigen einen gemeinsamen Abschied zu ermöglichen. "Niemals darf es erneut dazu kommen, dass sie voneinander isoliert und allein gelassen werden", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Bund und Länder seien gefordert, ausreichend Schnelltests für Menschen in der letzten Lebenszeit, Angehörige und Begleiter wie Seelsorger oder Hospizhelfer bereitzustellen. Der Trauermonat November müsse Mahnung dazu sein.

"Zehntausende Menschen leiden auch heute noch darunter, ihre Lieben in den letzten Tagen und Wochen nicht begleitet zu haben", sagte Brysch mit Blick auf teils strikte Corona-Beschränkungen im Frühjahr. Auch deswegen müssten die Schnelltests die 12.000 Pflegeheime und knapp 2.000 Krankenhäuser erreichen. Dies gelte auch für Sterbende, die daheim betreut werden. Bund und Länder hatten bekräftigt, dass Schnelltests als Ergänzung zu PCR-Tests vorrangig in der Pflege und Kliniken eingesetzt werden sollen, auch um Besuche zu erleichtern. 

10.02 Uhr: Gewalt bei Demonstrationen in Spanien 

In mehreren spanischen Städten hat es in der Nacht zu Samstag gewalttätige Demonstrationen gegen die neuen Corona-Beschränkungen gegeben. Im Zentrum Barcelonas in Katalonien lieferten sich mehrere Hundert Menschen und die Polizei bis spät in die Nacht Straßenschlachten, wie die Zeitung "La Vanguardia" und das staatliche Fernsehen RTVE berichteten.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie die Polizei mit Pflastersteinen beworfen wurde, Müllcontainer brannten und Barrikaden errichtet wurden. Medien berichteten auch von einigen geplünderten Geschäften, während Anwohner die Demonstranten von ihren Balkonen aus beschimpft hätten. Zwölf Menschen seien festgenommen worden.

Die Polizei machte vor allem rechte Hooligans von der berüchtigten Fangruppe "Boixos Nois" (Verrückte Jungs) des Fußballvereins FC Barcelona für die Gewalt verantwortlich. Auch in anderen Städten wie Bilbao im Baskenland oder Burgos in Kastilien und León gab es Unruhen. In der Stadt Vilafranca del Penedès im Süden Kataloniens hätten 120 junge Leute "Freiheit" von den Corona-Maßnahmen gefordert und versucht, das Rathaus zu stürmen, schrieb "La Vanguardia".

Polizisten und Demonstranten am Freitagabend in Barcelona.
Polizisten und Demonstranten am Freitagabend in Barcelona. © Emilio Morenatti/AP/dpa

9.39 Uhr: Bahn will Angebot auch im zweiten Teil-Lockdown aufrecht erhalten 

Die Deutsche Bahn will auch während des erneut beschlossenen Teil-Lockdowns in der Corona-Krise ab kommender Woche den Fahrbetrieb nahezu ohne Einschränkungen aufrechterhalten. "Wir fahren weiter den vollen Fahrplan", sagte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber. "Der Zugbetrieb bei der DB läuft also planmäßig." 

Bereits in den vergangenen Wochen hatte die Deutsche Bahn wieder einen Rückgang bei den Fahrgastzahlen verzeichnet. "Seit Anfang Oktober registrieren wir eine zunehmende Verunsicherung unserer Kunden im Fernverkehr, während das Verkehrsaufkommen im Regionalverkehr stabil geblieben ist", hatte der Konzern bereits vergangene Woche mitgteilt. Das Fernbusunternehmen Flixbus, das unter der Marke Flixtrain auch im Fernverkehr auf der Schiene aktiv ist, hatte am Donnerstag angekündigt, sowohl den Bus- als auch den Zugverkehr in den kommenden Wochen einzustellen. 

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9.22 Uhr: Museumsdirektoren protestieren gegen Schließung 

Direktoren namhafter Kunstmuseen in Deutschland haben in einem Brief gegen die Schließung ihrer Häuser aufgrund der neuen Corona-Bestimmungen protestiert. "Erkennbar hat die Politik sich darum bemüht, bei der Gestaltung des neuerlichen Lockdowns differenziert vorzugehen", teilten die 36 Direktorinnen und Direktoren mit. Leider sei der Kulturbetrieb jedoch abermals in extremem Maß betroffen und mit ihm die Museen, die zum zweiten Mal in diesem Jahr für mehrere Wochen geschlossen werden sollten. "Bei allem Verständnis für die Herausforderungen, die Corona uns allen auferlegt, halten wir das für eine falsche Entscheidung."

Museen gehörten zu den sichersten öffentlichen Orten. Die seit März entwickelten Hygiene- und Abstandsregeln, die Begrenzung der Besucherzahl sowie der konsequente Verzicht auf Eröffnungen und größere Veranstaltungen hätten sich bewährt. Wenn die Museen nun erneut geschlossen würden, so erscheine dies eher als symbolische Geste. "Es ist uns unverständlich, warum es möglich ist, Baumärkte, Autohäuser und andere Geschäfte offen zu halten, Museen aber, die über dieselben oder großzügigere Flächen für einen Corona-gerechten Publikumsverkehr verfügen, geschlossen werden."

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Stephan Berg, Direktor des Kunstmuseums Bonn, Frédéric Bußmann, Generaldirektor der Kunstsammlungen Chemnitz, Peter Gorschlüter, Direktor des Folkwang-Museums Essen, Ulrike Groos, Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart, Alexander Klar, Direktor der Kunsthalle Hamburg, Eva Kraus, Direktorin der Bundeskunsthalle in Bonn und Felix Krämer, Generaldirektor der Stiftung Museum Kunstpalast in Düsseldorf. 

8.48 Uhr: Neuer Höchstwert an Neuinfektionen in Deutschland 

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 19.059 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstagmorgen hervor. Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 18.681 Fällen. Am Samstag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 14.714 Neuinfektionen gemeldet.

Noch Ende September hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gewarnt, dass es zu Weihnachten 19.200 Neuinfektionen am Tag geben könnte. Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 518.753 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 31.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Samstag um 103 auf insgesamt 10.452.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,06 (Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass ein Infizierter etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Freitag bei 1,21. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. 

8.33 Uhr: Touristen müssen Mecklenburg-Vorpommern bis 5. November verlassen

Touristen müssen spätestens bis zum 5. November aus Mecklenburg-Vorpommern abreisen. Das kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitagabend in Schwerin nach einer Kabinettssitzung an. Grundsätzlich dürften vom 2. November an für den restlichen Monat keine Gäste mehr für touristische Zwecke aufgenommen werden.

"Natürlich gilt für die Gäste, die schon da sind, dass sie eine Zeit haben, auch wieder zurückzureisen", sagte Schwesig. Dies gilt demnach für alle Buchungen, die bis einschließlich Freitag getätigt worden seien. Wer eine Unterkunft später buche, müsse bis zum kommenden Montag wieder abreisen.

Das Nachbarbundesland Schleswig-Holstein hatte am Freitag eine ähnliche Regelung wie Mecklenburg-Vorpommern angekündigt. Grundsätzlich müssen Touristen dort bis zum 2. November abgereist sein, Urlauber auf den Nordsee-Inseln und Halligen bekommen wegen der Kapazitäten im Fährverkehr sowie den Autozügen bis zum 5. November Zeit.

Mecklenburg-Vorpommern, Warnemünde: Eine Familie mit Hund geht an der aufgewühlten Ostsee spazieren. Touristen müssen spätestens bis zum 5. November aus Mecklenburg-Vorpommern abreisen.
Mecklenburg-Vorpommern, Warnemünde: Eine Familie mit Hund geht an der aufgewühlten Ostsee spazieren. Touristen müssen spätestens bis zum 5. November aus Mecklenburg-Vorpommern abreisen. © Bernd Wüstneck/dpa

8.12 Uhr: Wieder US-Tagesrekord: Fast 100.000 Corona-Neuinfektionen

Die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages hat in den USA mit fast 100.000 kurz vor der Präsidentenwahl einen neuen Höchststand erreicht. Am Freitag wurden 99.321 Fälle verzeichnet, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) hervorgeht. Das sind fast 11.000 mehr als noch am Vortag.

Insgesamt wurden nach JHU-Angaben in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 9,05 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 229.700 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Am nächsten Dienstag wird in den USA gewählt. In regulären Umfragen liegt der demokratische Herausforderer Joe Biden vielfach vorn - auch wegen der Unzufriedenheit mit Präsident Donald Trumps Umgang mit der Corona-Krise. Dieser behauptet, durch sein Krisenmanagement womöglich Millionen Tote verhindert zu haben. Biden wirft Trump dagegen Versagen vor und beschuldigt ihn, für den Tod Zehntausender US-Bürger verantwortlich zu sein. 

8.02 Uhr: Scholz gegen Verlängerung von Mehrwertsteuersenkung

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat seine Position bekräftigt, die befristete Mehrwertsteuersenkung auch wirklich zum Jahresende auslaufen zu lassen. "Gerade weil diese Steuersenkung sowie die vorübergehende Einführung der degressiven Abschreibung befristet worden sind, zeigen sie Wirkung. Die Konsumenten und die Unternehmen sollen nicht alle auf bessere Zeiten warten. Das ist das ganze Geheimnis des Erfolgs", sagte der Vizekanzler der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Samstag). "Frau Merkel und ich sind uns einig, dass die Mehrwertsteuersenkung zum Jahresende ausläuft."

Seit Juli gelten für ein halbes Jahr niedrigere Steuersätze: 16 statt 19 Prozent beziehungsweise 5 statt 7 Prozent. Damit will die Bundesregierung in der Corona-Krise den Konsum ankurbeln. 

Corona-Pandemie: Das passierte am Freitag

22.02 Uhr: Praxis-Angestellte beklagen zunehmend aggressive Patienten

In der Corona-Pandemie beklagen sich Angestellte von Praxen zunehmend über aggressiv und fordernd auftretende Patienten. "Es liegt nicht in unserer Verantwortung, wenn es Lieferengpässe bei Impfstoffen gibt", sagte die Präsidentin des Verbandes medizinischer Fachberufe (VMF), Hannelore König, am Freitag in Bochum. Sie bezog sich dabei auf Grippe- und Pneumokokken-Impfstoffe. Patientinnen und Patienten ließen teils ihren Frust an den Praxisteams ab. Die Mitarbeiter trügen zudem durch die zahlreichen Patientenkontakte ein erhöhtes Infektionsrisiko. "Viele Fachangestellte sind mittlerweile am Limit." Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Dirk Spelmeyer, sagte, typische Streitpunkte seien etwa lange besetzte Telefonleitungen oder Wunsch-Corona-Tests.

21.43 Uhr: Bundesregierung verteidigt Castor-Transport in Corona-Zeiten

Angesichts der Corona-Pandemie gibt es Kritik an der laufenden Atommüll-Lieferung aus Großbritannien nach Hessen - die Bundesregierung hat den Castor-Transport aber erneut verteidigt. Deutschland sei völkerrechtlich zu dem Transport verpflichtet und die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen seien erfüllt, sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums am Freitag in Berlin. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, Bund und Länder hätten sich geeinigt, dass der Transport stattfinden könne. Das Hygienekonzept der Bundespolizei sehe unter anderem vor, dass die Einsatzkräfte vor den Einsatz auf eine Corona-Infektion getestet würden.Zudem würden weitere Tests vorgehalten, die Beamtinnen und Beamten hielten die Abstands- und Hygieneregeln ein und arbeiteten in Kohorten, sie würden nur ein Einzelzimmern untergebracht.

21.16 Uhr:  Mehr als neun Millionen Corona-Infektionen in den USA

Seit Beginn der Pandemie sind in den USA mehr als neun Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das ging am Freitag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Damit verzeichneten die USA die höchste absolute Zahl an nachgewiesenen Infektionen, dicht gefolgt von Indien mit mehr als acht Millionen Fällen. An dritter Stelle steht Brasilien, wo rund 5,5 Millionen Ansteckungen registriert wurden. Experten gehen zugleich von einer hohen Dunkelziffer an Corona-Infektionen aus.
Fast 230.000 Menschen sind gestorben - mehr als in jedem anderen Land. Allerdings sind die USA ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Auf 100.000 Einwohner kommen damit knapp 70 Tote, während es in Peru rund 108, in Brasilien und Spanien rund 76 sind. In Deutschland wurden gut zwölf Tote pro 100 000 Einwohner verzeichnet. Weltweit starben laut Johns-Hopkins-Universität knapp 1,2 Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Die Künstlerin Suzanne Brennan Firstenberg geht durch ihre Kunstinstallation aus weißen Fänchen, die im Gedenken an die an COVID-19 verstorbenen US-Amerikaner.
Die Künstlerin Suzanne Brennan Firstenberg geht durch ihre Kunstinstallation aus weißen Fänchen, die im Gedenken an die an COVID-19 verstorbenen US-Amerikaner. © AP

20.37 Uhr: Zoo Leipzig muss erneut seine Pforten schließen

Der Zoo Leipzig bleibt vom 2. bis zum 30. November geschlossen. Damit entspricht der Zoo der aktuellen Corona-Verordnung des Freistaates Sachsen zur Eindämmung der steigenden Infektionszahlen im Land. „Die Anstrengungen der Politik zum Schutz der Bevölkerung stehen im Fokus. Wir bedauern natürlich, dass wir für unsere Besucher kein Anlaufpunkt sein dürfen, sehen aber angesichts der steigenden Infektionszahlen im ganzen Land die Notwendigkeit für harte Maßnahmen zum Schutz aller", sagt Zoodirektor Jörg Junhold.

20.15 Uhr: Verwaltungsgericht hebt Maskengebot bei "Querdenken"-Demo auf

Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat die Auflage des Maskengebots bei einer "Querdenken"-Demo am Samstag in Karlsruhe aufgehoben. Dem Antrag der Organisatorin der Demo gegen die Auflage der Stadt Karlsruhe habe das Gericht stattgegeben, teilte ein Sprecher des Gerichts am Freitagabend mit. Die Teilnehmer müssten sich somit nicht an die Auflage halten. 

Die Vorgabe der baden-württembergischen Stadt greift aus Sicht des Gerichts zu stark in die Versammlungsfreiheit ein. Mit der konsequenten Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern gebe es ein ebenso geeignetes Mittel um das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus wirksam zu reduzieren, hieß es zur Begründung.

19.56 Uhr:  Kleiner Grenzverkehr weiter möglich

Laut sächsischer Landesregierung ist der „kleine Grenzverkehr“ weiterhin möglich. Ein Aufenthalt in Tschechien oder Polen ist aus Sächsischer Sicht bis zu 24 Stunden ohne anschließende Quarantäne möglich, auch zum Einkaufen und Tanken. Von der Quarantäne ausgenommen sind außerdem Personen, die Angehörige ersten Grades besuchen wollen, Grenzpendler, Beschäftigte im Gesundheitswesen und im Waren-, Güter- und Personenverkehr. Auch aus tschechischer Sicht bleibt der kleine Grenzverkehr weiter möglich, bestätigte der tschechische Botschafter am Donnerstag im Sächsische.de-Interview.

19.30 Uhr: WHO warnt vor Coronavirus-Langzeitfolgen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor Spätfolgen von Coronavirus-Infektionen gewarnt. "Für eine bedeutende Zahl von Menschen hat dieses Virus eine Reihe ernsthafter Langzeitfolgen", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitagabend in Genf. Berichte über anhaltende Komplikationen nach Covid-19 gebe es von Krankenhauspatienten ebenso wie von daheim behandelten, jungen sowie alten Menschen. Zahlen dazu, wie viele Patienten betroffen sind, gibt es laut WHO noch nicht.

"Besonders besorgniserregend ist die große Bandbreite an Symptomen, die sich im Laufe der Zeit verändern, oft überschneiden und jedes System im Körper betreffen können", sagte Tedros. Betroffene berichteten etwa von monatelang andauernden Symptomen wie starker Erschöpfung, Atemproblemen, Herzrasen oder Gedächtnisschwierigkeiten, die eine Rückkehr in den Beruf oder Alltag teils unmöglich machten.

18.50 Uhr: Belgien schließt die meisten Geschäfte wieder

Im schwer vom Coronavirus getroffenen Belgien müssen die meisten Geschäfte wieder schließen. Ausnahmen gebe es etwa für Supermärkte, sagte Regierungschef Alexander De Croo am Freitag nach einer Krisensitzung in Brüssel. Gemessen an der Einwohnerzahl zählt Belgien nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur derzeit die meisten Corona-Infektionen in der Europäischen Union.

18.27 Uhr: Dax verliert - auch wegen neuen Corona-Regeln

Mit einem moderaten Minus hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag eine desaströse Woche und einen ebensolchen Monat Oktober beendet. Der Dax schloss am Freitag mit einem Rückgang von 0,36 Prozent bei 11 556,48 Punkten. Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel büßte 0,31 Prozent auf 25 721,00 Punkte ein.

Angesichts der verschärften Corona-Krise mit einem neuen Teil-Lockdown in Deutschland vom kommenden Montag an verbuchte der Dax eine rabenschwarze Woche. Letztlich belief sich der Wochenverlust auf 8,6 Prozent. Für den gesamten Monat Oktober sieht es mit einem Minus von 9,4 Prozent noch etwas schlimmer aus.

18.20 Uhr: AfD wirbt mit Kampf gegen vermeintliche "Corona-Diktatur"

Angesichts sinkender Umfragewerte im Bund versucht die rechtspopulistische AfD, die Corona-Pandemie für sich zu nutzen und geht in deutlich schärfere Opposition gegenüber des Regierungskurses. Auch hält die Partei weiterhin an einem für November geplanten Präsenz-Parteitag fest. 

Mehr zum Thema: AfD will mit Corona-Thema Wähler locken

17.50 Uhr: Sachsen verschärft Corona-Regeln

Wegen steigender Corona-Fallzahlen werden die Schutzmaßnahmen wieder verschärft. Wie die nächsten Schritte und Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Freistaat aussehen sollen, hat Sachsens Regierung am Freitag mitgeteilt. Folgende Beschlüsse wurden gefasst (Auszug):

  • Ältere Schüler müssen im Unterricht Masken tragen
  • Geschlossen werden unter anderem: Aus-und Fortbildungseinrichtungen (außer allgemeinbildende Schulen und Berufsschulen), Freibäder, Saunen, Fitnessstudios, Kultureinrichtungen, Orte für Tanzlustbarkeiten, Musikschulen, Zirkusse, u.ä.
  • Weihnachtsmärkte dürfen nicht stattfinden
  • Maskenpflicht jetzt auch im Taxi
  • Keine Ausnahmeregelung für den Amateursport
  • Individualsport kann weiter betrieben werden
  • Schulsport ist vom Verbot ausgenommen
  • Medizinische Einrichtungen bleiben geöffnet
  • Gottesdienste und Versammlungen dürfen stattfinden
  • Bibliotheken bleiben geöffnet
  • Demonstrationen dürfen nur an einem festen Ort stattfinden
  • Touristen müssen Sachsen verlassen
  • Coronahilfen sollen noch im November genehmigt werden

Gesundheitsministerin Petra Köpping appellierte an die Sachsen, auf Verwandtenbesuche zu verzichten. Dies sei aber lediglich eine Empfehlung.

Die Verordnung soll bis Ende November gelten. Ministerpräsident Michael Kretschmer hofft, dass eine Verlängerung nicht nötig ist, sagt aber auch, er könne nichts versprechen.

Die neue Corona-Schutz-Verodnung, gültig ab 2. November (PDF-Download)

16.54 Uhr: Touristen müssen Brandenburger Hotels bis Mittwoch verlassen

Touristen, die sich in Hotels in Brandenburg aufhalten, müssen bis kommenden Mittwoch abreisen. Das teilte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag nach der Sondersitzung des Kabinetts zu dem am Montag beginnenden Teil-Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie mit. Es werde bis Ende November untersagt, Gäste zu touristischen Zwecken zu beherbergen.
"Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Einschränkungen hart sind", sagte Ministerpräsident Woidke. Er sei aber überzeugt, dass sie notwendig seien. Das Verbot gelte nicht für die Vermietung von Ferienhäusern mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr. Hotels und Pensionen dürfen nur noch Geschäftsreisende beherbergen.

16.42 Uhr: Tschechien verlängert Notstand bis 20. November

Das tschechische Parlament hat am Freitag den seit Anfang Oktober geltenden Coronavirus-Notstand bis zum 20. November verlängert. Dafür stimmten 86 Abgeordnete. Es gab 11 Gegenstimmen und keine Enthaltungen. Die Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Andrej Babis hatte sich für eine Verlängerung bis zum 3. Dezember starkgemacht, konnte sich damit aber nicht durchsetzen.
Das Land mit seinen knapp 10,7 Millionen Einwohnern hat einen der steilsten Anstiege der Infektionsraten in Europa zu verzeichnen. Im Rahmen des Ausnahmezustands gelten weitgehende Ausgangsbeschränkungen und eine nächtliche Ausgangssperre. Restaurants und Schulen sowie die meisten Geschäfte sind geschlossen.

16.22 Uhr: Corona-Hotspot Bergamo steht besser da als im Frühjahr

Bergamo bleibt auch in der zweiten Corona-Welle etwas Besonderes: Im Frühjahr war das Gebiet um die norditalienische Stadt eine der am schlimmsten von dem Virus betroffenen Zonen. Die Bilder der Militärlastwagen mit Särgen gingen um die Welt. Aktuell scheinen die Menschen dort besser durch die zweite Corona-Welle zu kommen als in vielen anderen Teilen Italiens. Obwohl die Region Lombardei, zu der Bergamo gehört, erneut an der Spitze bei den Zahlen der Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 in Italien steht, ist die Lage in Bergamos Krankenhäusern eher entspannt.
"In der Provinz hat sich so etwas wie eine weit verbreitete Immunität entwickelt", sagte Fabio Pezzoli, für Gesundheit zuständiger Direktor im Hospital Papa Giovanni XXIII, der Zeitung "La Repubblica" vom Freitag. Dagegen sieht die Lage in der rund 50 Kilometer entfernten Metropole Mailand dramatischer aus. Am Donnerstag meldete die Provinz Bergamo 135 Neuinfektionen in 24 Stunden, verglichen mit mehr als 3.200 in der Provinz Mailand. Bezogen auf die Bevölkerungsgröße bedeute das achtmal so viel Fälle dort wie in Bergamo, sagte Bergamos Bürgermeister Giorgio Gori im Fernsehen der Rai.

16.03 Uhr: Strengere Corona-Maßnahmen auf Island

Auf der Nordatlantik-Insel Island gelten ab Samstag wegen steigender Infektionszahlen strengere Corona-Maßnahmen. Die maximale Teilnehmerzahl für Versammlungen wird im gesamten Land von 20 auf 10 herabgesetzt. Bis zu 30 Menschen dürfen eine Beerdigung besuchen; in Apotheken und Lebensmittelgeschäften sind nun maximal 50 Kunden erlaubt. Sportveranstaltungen und Bühnenauftritte werden allesamt untersagt, Schwimmbäder, Bars und Nachtclubs geschlossen. Restaurants mit Alkoholausschank müssen um 21.00 Uhr schließen. Das gaben Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir und ihre Regierung am Freitag auf einer Pressekonferenz bekannt.

15.48 Uhr: Lettland erneut mit Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

In Lettland hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Freitag mit 284 positiven Tests binnen 24 Stunden erneut einen Höchststand erreicht. Dies teilte die Gesundheitsbehörde in Riga mit. Der Rekordwert lag zuvor bei 259 Fällen. Das baltische EU-Land mit seinen 1,9 Millionen Einwohnern registrierte bislang 5.679 bestätigte Corona-Infektionen und 69 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Dabei hatten die täglichen Infektionszahlen zuletzt klar zugenommen.

15.15 Uhr: Dramatischer Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Sachsen

Den zweiten Tag infolge hat Sachsen einen Rekordwert an Corona- Neuinfektionen binnen eines Tages erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Freitag gab es 1.132 Neuinfektionen. Der bisherige Höchstwert war am Donnerstag mit 1.166 Neuinfektionen.

Insgesamt haben sich in Sachsen bislang 17.194 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. 316 Menschen starben an oder mit einer Covid-19-Erkrankung. Das sind 16 Todesopfer mehr als am Donnerstag. 749 Corona-Patienten befinden sich im Krankenhaus, davon 156 auf der Intensivstation. Den größten Anstieg bei den Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichneten die Landeshauptstadt Dresden (192), der Landkreis Bautzen (140) und der Erzgebirgskreis (129). Der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche stieg landesweit auf 103.

Die vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Zahlen können teils von denen der Städte und Landkreise und auch von denen des Robert Koch-Instituts abweichen. Das liegt nach Angaben der Behörden an den unterschiedlichen Meldezeiten der Neuinfektionen.

15.04 Uhr: Dresdner Dampfer stellen Betrieb ein

Es lief gerade richtig gut für die Dresdner Dampfer. Die Zahlen im September waren besser als in den fünf Jahren zuvor, nur der September 2017 reichte mit knapp 71.000 Passagieren fast an das Ergebnis aus diesem Jahr heran.  Doch wegen dem erneuten Lockdown stellt die Weiße Flotte die Schifffahrt ab Montag ein, bis Ende November wird weder ein Dampfer noch ein Salonschiff mit Passagieren auf Tour gehen.

Ab Montag stellt die Weiße Flotte die Schifffahrt auf der Elbe ein.
Ab Montag stellt die Weiße Flotte die Schifffahrt auf der Elbe ein. © Thomas Kretschel

14.46 Uhr: Erste Eilanträge gegen Schließungen in Berlin

Am Berliner Verwaltungsgericht sind die ersten Eilanträge gegen die für kommende Woche angeordneten Schließungen von Restaurants, Kneipen und Bars eingegangen. "Stand jetzt gibt es vier Eilanträge rund um den Komplex des am Montag beginnenden Lockdowns", teilte das Gericht am Freitag auf Anfrage mit. Weitere 19 Anträge seien angekündigt, bislang aber noch nicht eingegangen. Wann über die Eilanträge entschieden werde, sei zunächst nicht absehbar.

14.28 Uhr: Trump spielt Anstieg der Corona-Infektionen herunter

US-Präsident Donald Trump hat die Bedeutung der in den USA auf eine Rekordhöhe gestiegenen Neuinfektionen mit dem Coronavirus heruntergespielt. "Mehr Tests entsprechen mehr Fällen", schrieb er am Freitag auf Twitter. Krankenhäuser seien inzwischen viel besser vorbereitet und die Behandlungsmethoden funktionierten, schrieb er weiter.
Die Zahl der Tests ist jedoch deutlich langsamer angestiegen als jene der täglich gemeldeten Neuinfektionen. Gesundheitsexperten sind deshalb wegen des jüngsten Anstiegs sehr besorgt. Am Donnerstag erreichten die USA mit 88.521 bestätigten Infektionen einen neuen Tagesrekord, wie Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) zeigten. Das waren fast 1. 000 Infektionen mehr als noch am Vortag.

14.16 Uhr: Touristen müssen Schleswig-Holstein bis Montag verlassen

Touristen müssen spätestens bis zum 2. November aus Schleswig-Holstein abreisen. Für Urlauber auf den Nordsee-Inseln und Halligen gelte eine Frist bis zum 5. November wegen der Kapazitäten im Fährverkehr sowie den Autozügen, teilte die Landesregierung am Freitag in Kiel mit und verwies auf die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse für einen Teil-Lockdown im November.

13.58 Uhr: Studentenrat attackiert Leipziger Unileitung

Der Studentenrat der Universität Leipzig kritisiert mangelnde Unterstützung durch die Hochschulleitung in der Corona-Krise. Für das Wintersemester seien erneut keine Erleichterungen in Sicht, erklärte der Rat am Freitag in Leipzig. Der Fokus des Rektorats scheine einzig darauf zu liegen, "Prüfungen über die Bühne zu bringen", kritisierte Studentenvertreter Paul Reinhardt.
Studentenrat Nico Eisbrenner ergänzte, die TU Dresden habe etwa beschlossen, sämtliche Prüfungsversuche als Freiversuche zu werten, das Semester auf Antrag nicht auf die Regelstudienzeit anzurechnen und Wiederholungsfristen auszusetzen. Diese Beschlüsse fordere man auch für die Universität Leipzig.

13.40 Uhr: Seniorenheim in Kleingießhübel unter Quarantäne

Mit den Seniorenheim am "Kleinen Zschirnstein" im Reinhardtsdorf-Schönaer Ortsteil Kleingießhübel steht nun auch eine Senioreneinrichtung in der Sächsischen Schweiz komplett unter Quarantäne. Das Landratsamt Pirna hat dies am 29. Oktober verfügt, nachdem zahlreiche Corona-Fälle in dem Heim aufgetreten waren. Bislang wurden 20 Bewohner sowie 16 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet (Stand 29. Oktober). Die privat betriebene Einrichtung verfügt über 29 Plätze.

13.34 Uhr: Neuinfektionen in Österreich klettern rasant weiter nach oben

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus schnellt auch in Österreich weiter rasant nach oben. Binnen 24 Stunden wurde der Rekordwert von 5.627 neuen Fällen gezählt, wie die Ministerien für Gesundheit und Innen am Freitag in Wien berichteten. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vortag, als 4.453 neu mit dem Virus angesteckte Menschen registriert wurden. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl ist die Entwicklung damit deutlich schlechter als in Deutschland.
Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat 6.000 Neuinfektionen pro Tag als kritischen Wert für eine erneute Verschärfung von Maßnahmen genannt, um eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern.

13.20 Uhr: AfD in Sachsen will gegen Corona-Einschränkungen klagen

Die AfD will wegen der Corona-Einschränkungen vor das sächsische Verfassungsgericht ziehen. Eine entsprechende Normenkontrollklage kündigte die AfD-Fraktion am Freitag in Dresden an. Details sollen am Montag vorgestellt werden. "Die neuen Corona-Beschränkungen sind unverhältnismäßig und überzogen. Erneut regiert die Staatsregierung mit Verordnungen am Parlament vorbei und übergeht undemokratisch die Vertretung der Bürger", erklärte Frank Peschel, wirtschaftspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag.

Peschel zufolge werden viele Betriebe der Gastronomie-, Tourismus- oder Kulturbranche die neuerliche Zwangsschließung nicht überleben: "Ohne einen wissenschaftlichen Beweis, dass sie besonders zur Verbreitung des Virus beitragen, werden diese Branchen abermals Opfer staatlicher Zwangsmaßnahmen. Das werden wir nicht hinnehmen."

13.01 Uhr: Sächsischer Landtag sagt Feierstunde zu seinem Jubiläum ab

Der Sächsische Landtag hat wegen der Corona- Pandemie eine Feierstunde zu seinem 30-jährigen Bestehen abgesagt. Das teilte das Parlament am Freitag mit. Ursprünglich sollte dort am 10. November Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble als Festredner zu den Gästen sprechen. Kommenden Mittwoch und Donnerstag sind Sitzungen des Landtages angesetzt. Landtagspräsident Matthias Rößler will mit Vertretern der Fraktionen am Montag über den Ablauf der Tagungen beraten.

12.46 Uhr: Polen mit neuem Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

Die Anzahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat in Polen den vierten Tag in Folge einen Höchststand erreicht. Das Gesundheitsministerium in Warschau vermeldete am Freitag 21.629 positive Tests innerhalb von 24 Stunden. Am stärksten betroffen war die Region um die Hauptstadt Warschau mit mehr als 3.400 neuen Fällen. Im gleichen Zeitraum starben 202 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus.

Der bisherige Rekordwert war mit 20.156 Fällen erst am Mittwoch erreicht worden. Seit Beginn der Pandemie gab es in Polen 5.351 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner. Polen wird von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestuft.

12.37 Uhr: Bildungsministerium will Nothilfe für Studenten reaktivieren

Das Bundesbildungsministerium will die Ende September ausgelaufene Nothilfe für Studenten für die Zeit des Teil-Lockdowns im November wieder auflegen. Das kündigte eine Sprecherin am Freitag in Berlin an. Das Ministerium beabsichtige, die Wiedereinsetzung der Überbrückungshilfe für den Monat vorzunehmen. Das Instrument habe sich bewährt.

Nach Angaben der Sprecherin laufen derzeit Gespräche mit dem Deutschen Studentenwerk, das zwischen Juni und September für die Bearbeitung der Anträge und die Auszahlung der Nothilfe zuständig war. Unter anderem Gewerkschaften hatten gefordert, die finanzielle Unterstützung erneut aufzulegen, da durch die anstehenden Schließungen in der Gastronomie und Eventbranche wieder viele Studentenjobs wegbrechen dürften.

In der Corona-Krise hatte das Bildungsministerium zwei Hilfsangebote für Studenten in Not aufgestellt: Zum einen die Überbrückungshilfe, die nicht zurückgezahlt werden muss. Gezahlt wurden 100 bis maximal 500 Euro pro Monat. Die zweite Säule ist der KfW-Studienkredit, den es auch vor der Krise schon gab, der nun aber seit Mai bis März 2021 zinsfrei gestellt ist.

12.05 Uhr: Polizei will bei Demos Einhaltung der Corona-Regeln kontrollieren

Die Polizei will bei den am Samstag geplanten Kundgebungen in Dresden die Einhaltung der Corona-Regeln kontrollieren. Das kündigte die Polizeidirektion der sächsischen Landeshauptstadt am Freitag an. Zu den Regeln gehören das Abstandsgebot und die Maskenpflicht. Insgesamt sind für den Samstag drei Kundgebungen und eine Mahnwache angemeldet. Die Initiative "Querdenken", die wie in anderen deutschen Städten nun auch in Dresden gegen Maßnahmen der Regierung in der Corona-Pandemie protestieren will, hat für den Samstagnachmittag eine Veranstaltung mit 1.000 Teilnehmern auf dem Theaterplatz angemeldet. Sie soll nach Darstellung der Veranstalter der vorläufige Höhepunkt des Protests in Dresden darstellen.

11.33 Uhr: Sachsens Grüne fordern landesweite Strategie für Gesundheitsämter 

Die Grünen im sächsischen Landtag fordern eine landesweite Strategie zur Unterstützung der Gesundheitsämter in der Corona-Krise. "Der öffentliche Gesundheitsdienst ist entscheidend für die Bewältigung der Corona-Pandemie", erklärte die Abgeordnete Kathleen Kuhfuß. Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen seien die Ämter momentan teilweise nicht mehr in der Lage, Infektionsketten nachzuverfolgen. Die Fachkräfte arbeiteten seit Monaten am Limit und brauchten jetzt dringend Unterstützung durch Personal der Landesverwaltung und des Bundes. "Ich bin überzeugt, dass es dabei nicht nur um mehr Personal vor Ort geht, sondern auch eine fachliche Unterstützung durch ein neues Landesgesundheitsamt notwendig ist", betonte Kuhfuß. 

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hatte Mitte dieser Woche die Bediensteten des Freistaates angesichts stark steigender Corona-Infektionen um Unterstützung der Gesundheitsämter gebeten. Für die Kontaktnachverfolgung werde das dringend benötigt, schrieb er am Mittwoch in einem Brief an die Landesdiener. Nach Rücksprache mit ihren Vorgesetzten könnten sie sich im Beteiligungsportal des Landes anmelden. Die Kolleginnen und Kollegen in den Gesundheitsämtern der Landkreise und kreisfreien Städte seien an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt. 

11.21 Uhr: Eurozone wächst nach Corona-Einbruch stark 

Die Wirtschaft der Eurozone ist im Sommer nach dem Corona-Einbruch im Frühjahr stark gewachsen. Die Wirtschaftsleistung (BIP) lag im dritten Quartal 12,7 Prozent höher als im Vorquartal, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte. Analysten hatten zwar mit einer kräftigen Erholung gerechnet, im Schnitt aber lediglich einen Zuwachs um 9,6 Prozent erwartet.

In der Europäischen Union (EU) betrug das Wirtschaftswachstum im Sommer laut Eurostat 12,1 Prozent. Sowohl im Euroraum als auch in der EU wurden die stärksten Zuwächse seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1995 gemessen.

Allerdings wiegt die Krise schwer, wie der Vorjahresvergleich zeigt: Gegenüber Sommer 2019 lag die Wirtschaftsleistung im Euroraum 4,3 Prozent niedriger, in der EU waren es 3,9 Prozent weniger.

Die Konjunkturaussichten sind alles andere als günstig, da viele Staaten in Europa in Reaktion auf eine zweite Corona-Welle starke Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen haben. 

10.41 Uhr: Österreich und Italien fast ganz als Risikogebiete eingestuft

Die Bundesregierung hat Österreich bis auf zwei kleine Exklaven und fast ganz Italien wegen dramatisch steigender Infektionszahlen ab diesem Sonntag zu Corona-Risikogebieten erklärt. Mit Kroatien, Slowenien, Ungarn, Bulgarien und Zypern werden zudem fünf EU-Länder komplett auf die Risikoliste gesetzt, wie das Robert Koch-Institut am Freitag auf seiner Internetseite mitteilte. 

Die Einstufung als Risikogebiet und die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Das Gute für Urlauber: Sie können bereits gebuchte Reisen stornieren, wenn ihr Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Das Schlechte: Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen derzeit noch für 14 Tage in Quarantäne, können sich aber durch einen negativen Test davon vorzeitig befreien lassen.

10.16 Uhr: 7-Tage-Inzidenz nun bundesweit über 100 

Die Zahl erfasster Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner lag in den vergangenen sieben Tagen erstmals bundesweit über 100. Die 7-Tage-Inzidenz liege Stand 00.00 Uhr bei 104,9, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mit. Tags zuvor hatte sie bei bundesweit 99,0 gelegen, vor vier Wochen (2.10.) noch bei 15,3. Eine hohe 7-Tage-Inzidenz zeigt an, dass sich viele Menschen mit dem Virus infiziert haben.

Besonders viele Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen erfassen den Daten vom Freitag zufolge derzeit Bremen (160,3), Berlin (146,1), Hessen (145,8) und Nordrhein-Westfalen (140,0). Werte über dem bundesweiten Mittel haben zudem auch Bayern (114,1) und das Saarland (116,5). Sachsen liegt mit Stand vom Donnerstag bei 91,0.

50 Neuinfektionen in einer Region in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner galten in den vergangenen Wochen als wichtiger Grenzwert, ab dem in dem Gebiet oft gezielt Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Welle eingeführt wurden.

Auch die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 18.681 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Freitagmorgen hervor. Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 16.774 Fällen.

Mehr zum Thema: Inzidenz: Was bedeuten eigentlich die Corona-Grenzwerte? (SZ+)

10.01 Uhr: Massiver Umsatzrückgang in der Reisebranche 

Reisewarnungen, Stornierungen und die Verunsicherung der Kunden reißen immer tiefere Löcher in die Bilanzen von Reisebüros und Veranstaltern. Einer am Freitag veröffentlichten Auswertung von Travel Data + Analytics (TDA) zufolge sind die Umsätze für die diesjährige Sommersaison zum Buchungsstand Ende September zusammengerechnet um 78 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eingebrochen. Ende August lag das Minus noch bei 74 Prozent. Die anstehende Wintersaison 2020/21 verzeichnete einen Umsatzrückgang um 66 Prozent.

Belastet wurde das Wintergeschäft unter anderem durch Reisewarnungen für beliebte Sonnenziele wie die Kanaren oder Ägypten. Die Kanaren wurden vergangene Woche allerdings von der Risikoliste gestrichen.

Stornierungen bereits gebuchter Reise belasten die Branche zusätzlich. Reisewarnungen ermöglichen es Pauschalreisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren. Falls Kunden nicht umbuchen wollen oder Gutscheine akzeptieren, müssen Veranstalter bereits geleistete Anzahlungen zurückerstatten.

Lichtblick bleibt die kommende Sommersaison. Einschließlich umgebuchter Urlaube aus diesem Jahr wies Ende September die Sommersaison 2021 (Mai bis Oktober) im Vergleich zum Vorjahr ein mehr als doppelt so hohes Umsatzvolumen auf. 

9.43 Uhr: Fluggesellschaften starten am BER mit verringertem Angebot

Aufgrund der Corona-Krise wird zum Start des neuen Hauptstadtflughafens BER an diesem Samstag (31. Oktober) nur ein Bruchteil der sonst üblichen Passagierzahlen erwartet. Der bislang größte Anbieter in Berlin etwa, das britische Luftfahrtunternehmen Easyjet, plant für die Betriebsaufnahme am BER mit rund 180 Flügen pro Woche. Im Jahr 2019 waren es demnach von den Berliner Airports Tegel und Schönefeld aus rund 250 Flüge am Tag.

Die Lufthansa nutzt den Flughafen vor allem als Ausgangspunkt für Langstreckenflüge mit einmaligem Umstieg an den Drehkreuzen Frankfurt oder München. Für den Start am BER plant die größte deutsche Fluggesellschaft mit lediglich 30 Flügen täglich - etwa halb so viele wie vor der Krise. Die Lufthansa-Tochter Eurowings wiederum startet am 4. November erstmals vom BER, wie das Unternehmen mitteilte. 70 Flüge pro Woche will die Fluggesellschaft dann zunächst anbieten. Auch die Billigfluggesellschaft Ryanair wird ihre Kapazitäten am BER für den Winterflugplan reduzieren, auf 40 Prozent des Vorjahres.

Check-in-Schalter im Terminal 1 des neuen Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER).
Check-in-Schalter im Terminal 1 des neuen Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER). © Bernd von Jutrczenka/dpa

8.57 Uhr: Israel beschließt weitere Lockerungen nach zweitem Lockdown

Knapp zwei Wochen nach ersten Lockerungen von Israels zweitem Corona-Lockdown sind weitere Erleichterungen geplant. Das sogenannte Corona-Kabinett beschloss in der Nacht zum Freitag die Öffnung der Grundschulen für die 1. bis 4. Klasse, allerdings unter Einschränkungen. Von Sonntag an dürfen auch Ferienwohnungen wieder geöffnet werden. In Gebetshäusern können sich bis zu zehn Menschen versammeln und draußen bis zu 20. Auch Friseur- und Kosmetiksalons dürfen dann wieder einzelne Kunden empfangen.

Auch nach den ersten Lockerungen in Israel waren die Infektionszahlen weiter gesunken. Am Freitag verzeichnete das Gesundheitsministerium 630 neue Fälle. Vor einem Monat waren es noch mehr als 9.000 am Tag gewesen.

8.38 Uhr: Unions-Haushaltsexperte: Geld für Überbrückungshilfe ist da 

Der Haushaltsexperte der Unionsfraktion, Eckhardt Rehberg, hat betont, dass für die Überbrückungshilfe für Unternehmen während des Teil-Lockdowns im November keine neuen Schulden nötig sind. Diese zehn Milliarden Euro Überbrückungshilfe seien kein zusätzliches Geld, sagte er am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". Im zweiten Nachtragshaushalt seien für Überbrückungsprogramme für Unternehmen 25 Milliarden Euro vorgesehen worden. "Davon sind noch gute 20 Milliarden vorhanden", sagte Rehberg.

Bund und Länder hatten am Mittwoch einschneidende Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie im November beschlossen. Gastronomiebetriebe sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen bleiben den gesamten November geschlossen. Hotels wird die Aufnahme von Touristen verboten. Um Umsatzverluste wettzumachen, will der Bund zehn Milliarden Euro zur Verfügung stellen.

8.22 Uhr: US-Tagesrekord: Mehr als 88.000 Corona-Neuinfektionen 

Die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages hat in den USA kurz vor der Präsidentenwahl einen neuen Höchststand erreicht. Am Donnerstag wurden 88.521 Fälle verzeichnet, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Freitag hervorgeht. Das sind fast 10.000 mehr als noch am Vortag.

Insgesamt wurden nach JHU-Angaben in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 8,95 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 228.000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Allein am Donnerstag wurden der JHU zufolge 971 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet.

Wie die "Washington Post" berichtete, nehmen die Neuinfektionen auch in den "Swing States" zu, also jenen besonders hart umkämpften Bundesstaaten, die bei der Präsidentenwahl nächste Woche entscheidend sein könnten. In diesen Staaten habe der wöchentliche Durchschnitt an neuen Fällen in den vergangenen zwei Wochen um etwa 45 Prozent zugenommen. Iowa, Michigan, Minnesota und Pennsylvania hätten Rekorde verzeichnet, auch in Florida und Georgia steige die Anzahl wieder. Am nächsten Dienstag wird in den USA gewählt.

8.05 Uhr: Dresdner Gastronomen trotzen der Krise

Das Sommergeschäft ließ viele sächsische Gastwirte Hoffnung schöpfen. Nun müssen sie wieder schließen. Zwei Gastronomen aus Dresden lassen sich nicht entmutigen - nachzulesen hier: Corona-Lockdown in der Gastronomie: Nicht aufgeben! (SZ+)

Thomas Widmann betreibt acht Restaurants im Dresdner Zentrum. Der Lockdown überrascht ihn nicht.
Thomas Widmann betreibt acht Restaurants im Dresdner Zentrum. Der Lockdown überrascht ihn nicht. © Sven Ellger

7.43 Uhr: Japan erstattet Eintrittskarten für verschobene Olympische Spiele 

Nach der coronabedingten Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio aufs nächste Jahr beginnt Japan in Kürze mit dem Verfahren für die Rückerstattung von Eintrittskarten. Bereits gekaufte Tickets bleiben zwar auch für das nächste Jahr gültig. Doch wer die Spiele dann nicht besuchen kann, kann zwischen dem 10. und 30. November die Rückerstattung der Eintrittskarten beantragen, wie Japans Olympia-Macher am Freitag bekanntgaben. Die Rückgabe der Tickets für die Paralympics kann zwischen dem 1. und 21. Dezember beantragt werden.

6.50 Uhr: Neuer Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 18.681 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Freitagmorgen hervor. Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 16.774 Fällen. Am Freitag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 11.242 Neuinfektionen gemeldet.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 499.694 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 30.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 77 auf insgesamt 10.349. Das RKI schätzt, dass rund 345.700 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Donnerstag bei 0,97 (Vortag: 1,03). Das bedeutet, dass ein Infizierter etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Donnerstag bei 1,17. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. 

6.40 Uhr: Flixbus stellt Betrieb im November vorübergehend ein 

Der Fernbus-Anbieter Flixbus stellt aufgrund der neuen Corona-Kontaktbeschränkungen seinen Betrieb in Deutschland, Österreich und der Schweiz ab 3. November vorübergehend ein. Auch das Fernbahn-Unternehmen Flixtrain wird von Dienstag an vorläufig nicht mehr fahren, wie das Unternehmen Flixmobility am Freitag mitteilte. Wenn es die Situation erlaube, wolle Flixbus den Betrieb bis zu den Feiertagen wieder aufnehmen. "Auch Flixtrain wird, sobald es möglich und sinnvoll ist, wieder fahren." 

Mitgründer und Geschäftsführer André Schwämmlein sagte, diese Entscheidung falle nicht leicht. "Schließlich sind unsere Verkehrsträger auch in Zeiten von Corona zwei der sichersten Verkehrsmittel überhaupt." Dennoch müsse man auf die derzeitige Lage reagieren.

5.52 Uhr: Lage auf Intensivstationen in Sachsen spitzt sich zu

Die Lage in Sachsens Krankenhäusern ist angesichts der rasant steigenden Zahl von Corona-Neuinfektionen angespannt. Normalstationen werden derzeit zu Isolierbereichen umgebaut, Pflegekräfte aus den freien Tagen zurückgeholt. Größte Sorge bereitet Ärzten die wachsende Anzahl von Covid-19-Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Mehr dazu hier: Corona: Sachsens Kliniken fehlen Intensiv-Pflegekräfte (SZ+)

5.33 Uhr: Frankreich verhängt wieder Ausgangsbeschränkungen

Im Kampf gegen die Corona-Epidemie gelten in Frankreich weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Die neuen Maßnahmen traten am Freitag (00.00 Uhr) in Kraft - sie sind zunächst bis zum 1. Dezember befristet.

Bürger dürfen sich nicht mehr ohne Weiteres frei bewegen. Menschen können zwar auf die Straße gehen, wenn sie arbeiten, wichtige Einkäufe erledigen, einen Arzt aufsuchen oder frische Luft schnappen wollen - müssen dafür dann aber eine Bescheinigung ausfüllen. Sport ist eine Stunde pro Tag in einem Umkreis von einem Kilometer vom Wohnort erlaubt.

Staatschef Emmanuel Macron hatte die Beschränkungen am Mittwoch angekündigt. Der 42-Jährige will das Land mit seinen 67 Millionen Menschen aber nicht so weit lahmlegen wie noch während des Lockdowns im Frühjahr. Die Wirtschaft soll so weit wie möglich weiterlaufen; die Menschen sollen arbeiten, aber möglichst von zu Hause aus. Anders als im Frühjahr bleiben die Schulen geöffnet. Bars, Restaurants und «nicht unentbehrliche Geschäfte» müssen jedoch schließen.

Auch Reisen in andere Regionen des Landes sind nicht ohne Weiteres möglich - für die Rückkehr aus den Herbstferien gibt es am Wochenende aber Ausnahmen. 

5.16 Uhr: WHO Europa-Chef warnt vor negativen Folgen kompletter Lockdowns

Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie vor vorschnellen kompletten Lockdowns gewarnt. Zwar wisse man, dass strikte Beschränkungen wie Anfang des Jahres die Übertragung von Krankheitserregern einschränken und dem Gesundheitssystem den dringend benötigten Raum zur Erholung gebe, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag in Kopenhagen. "Wir wissen aber auch, dass komplette Lockdowns die Nachfrage nach psychischer Gesundheitsfürsorge steigern und zu einem Anstieg der häuslichen Gewalt führen wird." Zudem würden weniger chronisch Kranke in Krankenhäuser gehen, was zu vorzeitigen Todesfällen führen würde.

Darüber hinaus hätten die indirekten Auswirkungen eines Lockdowns negative Folgen für die Wirtschaft, Menschen würden in finanzielle Notlagen kommen. «Angesichts dieser Realitäten erachten wir nationale Lockdowns als letzte Möglichkeit.» Vielmehr könnten Maßnahmen ergriffen werden, die Leben retteten und gleichzeitig die Lebensgrundlagen erhielten.

Corona-Pandemie: Das passierte am Donnerstag

22.01 Uhr: "Liebe Eltern, bitte bewahren Sie Ruhe"

Gaststätten und Hotels machen ab Montag dicht, Kitas und Schulen bleiben offen. Darauf haben sich Bund und Länder verständigt. Zwar gelten Kitas und Schulen nicht als Hotspots bei der Übertragung des Coronavirus. Die letzten Wochen haben allerdings gezeigt, dass der Erreger vor diesen Einrichtungen nicht halt macht. Wie also soll der Alltag in den nächsten Wochen aussehen? Was passiert, wenn Corona-Fälle auftauchen sollten? Dresden Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) hat sich in einem Schreiben an Eltern, Kinder und Erzieher gerichtet. So soll es nach den Herbstferien weitergehen.

21.40 Uhr: Trump: Wir machen nie wieder einen Lockdown

US-Präsident Donald Trump hat ungeachtet weiter steigender Coronavirus-Infektionen neue weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens in den USA ausgeschlossen. "Wir werden nie wieder einen Lockdown machen", verkündete Trump am Donnerstag bei einem Wahlkampfauftritt in Tampa im Bundesstaat Florida. Er nahm dabei auch ausdrücklich Bezug auf die in Deutschland und Frankreich angekündigten Einschränkungen.
Während die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA zuletzt wieder auf rund 79.000 an einem Tag angestiegen war, beharrt Trump weiterhin darauf, dass man bald über den Berg sein werde. Er verweist darauf, dass bald wirksame Arzneimittel wie Antikörper-Medikamente sowie Impfstoffe verfügbar sein würden. Experten auch aus Trumps Regierung warnen allerdings, dass bis dahin noch Monate vergehen dürften. Deshalb setzten sie sich unter anderem für das Tragen von Masken ein.

Donald Trump
Donald Trump © AP

20.58 Uhr: Rio sagt seinen Straßenkarneval ab

Nach der Verschiebung des weltberühmten Karnevals im Sambodrom hat die brasilianische Metropole Rio de Janeiro wegen der Corona-Pandemie den Straßenkarneval abgesagt. Dies berichtete das Nachrichtenportal "G1" am Donnerstag. Demnach hätten Vertreter von Karnevalsgruppen, die städtische Tourismusagentur Riotur und Spezialisten für Gesundheit und öffentliche Sicherheit die Absage nach einer Online-Besprechung festgelegt.

20.16 Uhr: FDP will am Dreikönigstreffen festhalten

Trotz der steigenden Infektionszahlen und drastischen Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens hält die FDP an ihren Plänen für ihr traditionelles Dreikönigstreffen am 6. Januar in Stuttgart fest. "Wir sind da unbeirrt", sagte der baden-württembergische FDP-Vorsitzende Michael Theurer am Donnerstag. "Wir wollen, dass das Treffen stattfindet."
Natürlich gehe die Partei davon aus, mit deutlich weniger Teilnehmern im Stuttgarter Staatstheater zu planen als bislang. "Im Notfall müssen wir die Veranstaltung als Stream nach draußen übertragen", sagte Theurer. Doch das Treffen finde seit 1866 in jedem Jahr statt und sei nur durch die Weltkriege und die Nazizeit unterbrochen worden. "Eine so wichtige Institution der deutschen Demokratiegeschichte darf nicht der Pandemie zum Opfer fallen", sagte Theurer.

19.30 Uhr: Österreich mit Corona-Rekordwert

In Österreich hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen neuen Höchstwert erreicht. Binnen eines Tages wurden laut Innenministerium 4.453 neue Fälle verzeichnet. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl ist die Entwicklung damit deutlich schlechter als in Deutschland. Auch die Auslastung der Klinikbetten stieg markant an. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nannte am Donnerstag erneut eine Zahl von 6.000 Neuinfektionen pro Tag als kritischen Wert für eine erneute Verschärfung von Maßnahmen, um eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern. Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass ein solcher Wert in wenigen Tagen erreicht wird.

19.02 Uhr:  Bundeswehr auf Corona-Mission in Freital

Sie tragen keinen Tarnfleck, sondern weiße Kunststoffoveralls, Schutzbrillen und Mundschutz. Ihre Vornamen haben sie auf Gewebeklebeband geschrieben, sie prangen jetzt oben links auf Brusthöhe. Im normalen Soldatenleben gehören die Männer und Frauen einer Fernmeldekompanie an. Nun verteilen sie im Seniorenheim Jochhöh in Freital das Essen auf die Zimmer, wechseln die Bettwäsche, desinfizieren Türklinken. "Es ist schön, dass wir helfen können. Die Menschen sind sehr froh, dass wir hier sind", sagt einer der Soldaten.

Seit neun Tagen sind die Männer und Frauen in Freital stationiert - auf Corona-Mission.

Freital: Generalleutnant Martin Schelleis (l) spricht bei seinem Besuch vor dem Seniorenheim «Jochhöh» mit Soldaten der Bundeswehr. Die Soldaten unterstützen die Arbeit des Pflegepersonals im Altenheim.
Freital: Generalleutnant Martin Schelleis (l) spricht bei seinem Besuch vor dem Seniorenheim «Jochhöh» mit Soldaten der Bundeswehr. Die Soldaten unterstützen die Arbeit des Pflegepersonals im Altenheim. © dpa-Zentralbild

18.20 Uhr: Vom einsamen Tod in Corona-Zeiten

Nicole G. aus dem Löbauer Oberland verliert ihren Vater in der Hochzeit der Krise. Die Ärzte lassen sie erst zu ihm, als er tot ist.
Ihr Vater starb am 29. April - doch die Corona-Krise hatte ihn schon Wochen vorher von seiner Familie und seinen verbliebenen Freunden isoliert. "Es geht um einen einsamen, alten Mann, der die letzten Jahre nach dem Tod seiner Frau allein in seinem Häuschen gelebt hat", sagt die Tochter. Es war im März, dass sie ihren Vater zum letzten Mal von nahem lebend sah. Denn mit Einleitung des Lockdowns hätte auch sie den Kontakt zum Vater auf Telefongespräche reduziert. Die ganze Geschichte lesen Sie hier: "Vom einsamen Tod in Corona-Zeiten" (SZ+)

18.07 Uhr: Corona-Notstand in Spanien bis Mai 2021

Im von der Pandemie besonders schwer getroffenen Spanien wird der Corona-Notstand bis Mai 2021 herrschen. Auf Antrag der linken Regierung billigte das Parlament am Donnerstag in Madrid eine ebenso umstrittene wie lange Verlängerung des sogenannten Alarmzustandes. Bei der Debatte vor der Abstimmung hatte Gesundheitsminister Salvador Illa vor "sehr schweren Monaten" gewarnt. Man müsse "zum Wohle aller vereint handeln", forderte er.

Im Rahmen des Notstandes kündigen derweil immer mehr Regionen eine Abriegelung ihres Territoriums an. Am Donnerstag taten das auch Katalonien mit der Metropole Barcelona, Madrid sowie Kantabrien. Damit haben bereits 12 der 17 "Comunidades Autónomas" (Autonomen Gemeinschaften) eine Absperrung für bis zu zwei Wochen beschlossen. Die betroffenen Menschen dürfen ihre Region nur mit triftigem Grund verlassen - etwa, um zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren.

17.53 Uhr: Verwirrung um den kleinen Grenzverkehr

Darf man als Deutscher noch nach Tschechien zum Tanken oder nicht?  Laut einer Information der Tschechischen Botschaft in Berlin vom Dienstag seien mit dem erneuten Lockdown in Tschechien auch Einkaufstouren im kleinen Grenzverkehr aus Deutschland untersagt. So ist die offizielle Lesart. Es gibt aber eben auch die sächsische Variante. Fakt ist zur Stunde: Ein Grenzübertritt ist nach wie vor möglich.

17.40 Uhr: "Striezelmarkt kann in dieser Form nicht stattfinden"

Zum ersten Mal nach Bekanntwerden des Lockdowns äußert sich Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert zum Striezelmarkt. Aufgrund des Infektionsgeschehens und nach den Festlegungen der Bundesregierung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie seien ab dem 2. November Veranstaltungen bis Ende November untersagt. "Das betrifft auch die thematischen Weihnachtsmärkte."

Blick auf den Dresdner Striezelmarkt.
Blick auf den Dresdner Striezelmarkt. © Robert Michael

17.33 Uhr: Luxemburg beschließt nächtliche Ausgangssperre

Wegen Corona gilt ab Freitag eine nächtliche Ausgangssperre in Luxemburg. Das Luxemburger Parlament beschloss am Donnerstag einen Gesetzestext, wonach die Bürger zwischen 23 und 6 Uhr grundsätzlich zu Hause bleiben müssen. Ausnahmen sind beispielsweise Arztbesuche oder der Weg zur Arbeit. Auch das Gassigehen mit einem Hund ist im Umkreis von einem Kilometer um die Wohnung erlaubt.

17.25 Uhr: Bayerns drittgrößte Stadt schon ab Freitag im Teil-Lockdown

Augsburg wird den für kommende Woche in Deutschland geplanten Teil-Lockdown vorzeitig umsetzen. In Bayerns drittgrößter Stadt werden die in dem Bund-Länder-Beschluss vom Mittwoch festgelegten Schutzmaßnahmen bereits ab diesem Freitagabend gelten. Der 2. November sei für Augsburg zu spät, sagte Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) am Donnerstagnachmittag.
Zuvor hatte bereits Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigt, dass die 300.000-Einwohner-Stadt in Schwaben die Verschärfung der Corona-Vorschriften vorziehen werde. Auch die ähnlich stark betroffene oberbayerische Stadt Rosenheim geht wegen extrem hoher Corona-Infektionszahlen ab Freitag, 21.00 Uhr, in den Teil-Lockdown.

17.03 Uhr: Dänemark beschränkt auch die Einreise aus Schleswig-Holstein

Dänemark weitet seine Reisebeschränkungen nun auch auf Schleswig-Holstein aus. Das ging am Donnerstagnachmittag aus dem wöchentlich aktualisierten Reisemaßgaben des dänischen Außenministeriums hervor. Die Maßnahme bedeutet, dass den Dänen ab Samstag auch von nicht notwendigen Reisen nach Schleswig-Holstein abgeraten wird. Einwohner Schleswig-Holsteins können weiter nach Dänemark einreisen, müssen dafür aber einen triftigen Einreisegrund oder einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Da die Arbeit als Einreisegrund gilt, werden Grenzpendler weiter ins Land gelassen.

16.40 Uhr: Was in Corona-Quarantäne erlaubt ist - und was nicht

Viele trifft er unvermittelt: Der Anruf vom Gesundheitsamt mit der Aufforderung, sich unverzüglich in Quarantäne zu begeben. Was genau sich hinter dem offiziell "Häusliche Absonderung" genannten Gebot verbirgt, wird selten klar formuliert. Doch die Regeln sind streng.

16.17 Uhr: Ab Montag ruht der Fußball in Sachsen

Als Reaktion auf den Beschluss aus der Videokonferenz von Bund und Ländern, die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu verschärfen, setzt der Sächsische Fußball-Verband seinen Spiel- und Trainingsbetrieb ab Montag bis voraussichtlich 30. November 2020 aus. Diese Entscheidung betrifft auch den Spielbetrieb der Stadt- und Kreisfußballverbände des SFV, den Freizeitsport und Trainingsbetrieb der sächsischen Klubs auf allen privaten und öffentlichen Sportanlagen. "Ich bin entsetzt über die Ignoranz und Geringschätzung gegenüber dem Sport und der Vereine", sagte SFV-Präsident Hermann Winkler.

16.08 Uhr: Corona-Ausbruch im Nossener Seniorenheim

Im Landkreis Meißen sind bislang 694 Personen positiv auf Covid-19 getestet worden. Davon befinden sich gegenwärtig 242 Personen in behördlich angeordneter Quarantäne. Hinzu kommt ein massiver Corona-Ausbruch im Pflegeheim „Schöner Blick“ in Nossen. Dort wurden 17 Mitarbeiter sowie 22 Bewohner positiv getestet. Diese Fälle sind noch nicht in der aktuellen Tagesstatistik berücksichtig und werden erst morgen hinzugezählt. Weitere Testungen sind geplant, so dass mit weiteren Corona-Fällen vor allem bei den Familienangehörigen der Bewohner und Pflegekräfte zu rechnen ist.

15.55 Uhr: Dresdner Philharmonie sagt Festwoche zum 150-jährigen Jubiläum ab

Die Dresdner Philharmonie muss wegen der verschärften Corona-Auflagen auf ihre Festwoche zum 150. Geburtstag des Orchesters verzichten. Intendantin Frauke Roth erklärte am Donnerstag: "Wir haben lange gehofft, dass wir unser Jubiläum trotz Corona Ende November mit einer Festwoche feiern können. Die Hoffnung hat sich nun zerschlagen, und ich bin darüber nicht nur für unser Orchester, sondern auch für unser wunderbares, treues Publikum sehr traurig." Gemeinsam mit dem Chefdirigenten Marek Janowski habe man ein Programm konzipiert, das die Wurzeln der Dresdner Philharmonie in der Stadtgesellschaft und sozusagen die "DNA" des Orchesters zum Klingen bringen sollte.

15.40 Uhr: Mehr als 1.100 neue Corona-Fälle in Sachsen

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Sachsen ist binnen eines Tages dramatisch gestiegen und hat einen Höchstwert erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wurden im Vergleich zum Vortag 1.166 Infektionsfälle mehr durch Labortests bestätigt. Der bisherige Höchstwert war laut Ministerium am vergangen Montag mit 1.444 Fällen erreicht worden. Allerdings wurden da die Zahlen vom Wochenende summiert. 300 Menschen starben an oder mit einer Covid-19-Erkrankung, das sind neun Todesfälle mehr als am Vortag. Als genesen gelten 9.480 Menschen. Den größten Zuwachs an Neuinfektionen innerhalb eines Tages gab es im Erzgebirgskreis (191), dem Landkreis Mittelsachsen (182) und dem Landkreis Bautzen (140). Der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche stieg landesweit auf 91.
Die vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Zahlen können teils von denen der Städte und Landkreise und auch von denen des Robert Koch-Instituts abweichen. Das liegt nach Angaben der Behörden an den unterschiedlichen Meldezeiten der Neuinfektionen.

15.24 Uhr: Enkeltrick - Betrüger schockt Dresdner Seniorin

Auf perfide Art haben Trickbetrüger in Dresden versucht, Sorgen und Ängste in der Corona-Krise auszunutzen. Wie die Polizeidirektion Dresden am Donnerstag mitteilte, hatte ein Mann eine 79 Jahre alte Frau angerufen und sich als ihr Enkel ausgegeben. Dabei behauptete er, an Corona erkrankt zu sein und in einem Krankenhaus zu liegen.

15.10 Uhr: Riesas OB Müller in Quarantäne

Riesas Oberbürgermeister Marco Müller (CDU) befindet sich in zweiwöchiger Quarantäne. Das hat die Stadtverwaltung am Donnerstag mitgeteilt. Hintergrund der Entscheidung sei ein positives Testergebnis bei der Ehefrau des Oberbürgermeisters. "Meine Frau, die als Kinderärztin tätig ist, testet sich regelmäßig selbst, um ihre kleinen Patientinnen und Patienten nicht zu gefährden", wird Müller in der Mitteilung der Stadt zitiert. Auch an diesem Montag habe sie routinemäßig einen Schnelltest durchgeführt, der ein positives Ergebnis auswies.

Riesas Oberbürgermeister Marco Müller (CDU
Riesas Oberbürgermeister Marco Müller (CDU © Lutz Weidler

14.53 Uhr: Maskenverweigerer greift Passanten und zwei Beamte an

Im Streit um die Maskenpflicht hat ein 33-Jähriger am Nürnberger Hauptbahnhof einen Passanten und zwei Beamte verletzt. Ein 38-Jähriger hatte den Mann auf die Maskenpflicht im Bahnhof hingewiesen, wie die Bundespolizei am Donnerstag mitteilte. Nach einem kurzen Streit attackierte der 33-Jährige den Mann und schlug ihm mehrmals mit der Faust ins Gesicht.
Als zwei Polizisten zu der Auseinandersetzung in der Nacht auf Donnerstag gerufen wurden, ging der 33-Jährige auch auf diese los. Dabei schlug er einer 28-jährigen Beamtin mit der Faust in den Bauch und verletzte einen 24-jährigen Beamten am Knie. "Unter Zwangsanwendung wurde der Schläger schließlich zur Bundespolizeidienststelle getragen", teilte die Polizei weiter mit. Dort beleidigte er mehrere Beamte und beschwerte sich über die Corona-Regelungen. Er wurde später wieder entlassen.

14.41 Uhr: Bayern steht erneut vor Ausrufung des Corona-Katastrophenfalls

Wegen der stark steigenden Corona-Infektionszahlen erwägt Bayern bald wieder die Ausrufung des Katastrophenfalls. In den nächsten Tagen könne dies notwendig werden, um auf die "dramatische Entwicklung" besser reagieren zu können, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München. Wenn sich die Zahlen weiter wie bisher entwickelten, sei die Ausrufung in der kommenden Woche absehbar.
In Bayern habe sich in den vergangenen neun Tagen die Belegung der Intensivbetten verdoppelt, in einigen Regionen drohten in den kommenden Tagen bereits Kapazitätsengpässe. Durch die Ausrufung des Katastrophenfalls könne das Land die Verteilung der Intensivpatienten besser koordinieren.

14.33 Uhr: Kretschmer hält im Landtag Regierungserklärung zu Corona

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will sich am kommenden Mittwoch in einer Regierungserklärung zur Corona-Pandemie äußern. Landtagspräsident Matthias Rößler kündigte am Donnerstag eine anschließende Aussprache aller Fraktionen im Plenum an: "Das Parlament wird sich also umfassend mit der aktuellen Corona-Situation und den Maßnahmen der Staatsregierung befassen."

14.24 Uhr: Corona-Regeln: Darf die Polizei auch zu Hause kontrollieren?

Nur zwei Haushalte dürfen sich ab kommenden Montag (2. November) noch treffen, maximal zehn Personen. So lautet eine der Maßnahmen, die Bund und Länder beschlossen haben, um die Verbreitung von Corona einzudämmen. Doch darf die Polizei in Privatwohnungen kontrollieren, ob dort die Corona-Regeln eingehalten werden?  Die Antwort lesen Sie hier: Corona-Kontrollen zu Hause möglich?

14.13 Uhr: Putin will keinen landesweiten Lockdown

Trotz massiv steigender Corona-Zahlen in Russland sieht Kremlchef Wladimir Putin keinen Grund für einen landesweiten Lockdown. "Wir planen keine totalen Einschränkungen, da die Wirtschaft und die Geschäfte dabei im Grunde genommen komplett lahmgelegt würden", sagte der Präsident am Donnerstag bei einem im Staatsfernsehen übertragenen Wirtschaftsforum. "Trotz der schwierigen epidemiologischen Situation sind wir jetzt viel besser (...) gewappnet." Er verwies dabei auf die Erfahrungen des Gesundheitswesens seit Beginn der Pandemie im Frühjahr.

Russland hofft, dass sich die Situation nach Beginn von Massenimpfungen entspannen wird. Sie könnten zum Jahresende beginnen, sagte der Kremlchef. Bislang sind zwei Impfstoffe gegen das Coronavirus registriert worden.

14.04 Uhr: Tim Bendzko-Experiment zeigt: Konzerte in Hallen sind möglich

Veranstaltungen wie in der Kultur und im Sport können unter bestimmten Voraussetzungen auch in einer Pandemie in großen Hallen mit Publikum stattfinden. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher in einer Studie unter dem Motto "Restart 19", deren Ergebnisse am Donnerstag in Halle vorgestellt wurden. Grundlage für die Studie war ein Konzert-Experiment im Sommer in der Arena Leipzig mit Tim Bendzko. Dabei wurden von den rund 1400 freiwilligen Teilnehmern riesige Datenmengen erhoben.

13.51 Uhr: Reservelager für Schutzausrüstung in Sachsen geplant

Im Frühjahr fehlten in vielen Einrichtungen Masken, Handschuhe und Kittel.  Jetzt will Sachsen ein zentrales Reservelager für Schutzausrüstung aufbauen. Das hat das Kabinett beschlossen. Die Vorräte sollen ausreichen, um den Bedarf in einer schweren Pandemie für vier Wochen abzudecken. „Sie dienen der Versorgung von Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz, sowie der Krankenhäuser, der Gesundheitsämter und der Alten- und Pflegeheime und der Bediensteten des Freistaates Sachsen“, teilten das Gesundheits- und Innenministerium am Donnerstag mit.

13.30 Uhr: Dynamo Dresden gegen SV Meppen am Samstag noch vor Publikum

Dynamo Dresden darf trotz der neu beschlossenen Corona-Maßnahmen sein Heimspiel am Samstag gegen Meppen vor 999 Zuschauern austragen. Wie Pressesprecher Henry Buschmann bekanntgab, haben die Behörden dem nochmals angepassten Hygienekonzept des Fußball-Drittligisten, der im sportlichen Bereich große Personalprobleme hat, zugestimmt. "Die Infrastruktur des Stadions gibt es her, das Hygienekonzept mit großem Abstand und Maske umzusetzen“, sagt Buschmann.

Dagegen werden die nächsten Partien im November gegen 1860 München und Unterhaching auf jeden Fall Geisterspiele sein. Zudem soll Dynamo am Mittwoch, dem 18. November, 12 Uhr, im Sachsenpokal in Torgau gegen International Leipzig spielen. Das Spiel werde jedoch nur stattfinden, wenn der Gegner vorher zweimal auf Corona getestet worden ist, erklärt Buschmann. Dazu sei man mit dem Sächsischen Fußball-Verband im Austausch und werde eine Lösung finden. Die für den 14. November angesetzte Mitgliederversammlung des Vereins soll weiterhin stattfinden - in welcher Form aber ist derzeit offen.

13.10 Uhr: Schweine-Schlachtstau: Klöckner will Ausweitung der Arbeitszeiten 

In der Corona-Pandemie sind die Kapazitäten in Schlachthöfen teils eingeschränkt - und die Schweineställe deswegen zu voll. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) fordert daher, die Arbeitszeiten in Schlacht- und Zerlegebetrieben vorübergehend auszuweiten. Am Donnerstag veröffentlichte ihr Ministerium einen Brief der Ministerin an Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) mit der Bitte, sich "für flexible Lösungen zur Öffnung der Schlachtbetriebe an Sonn- und Feiertagen einzusetzen" - auch am Reformationstag, dem 31. Oktober, der in Niedersachsen Feiertag ist. In Niedersachsen werden besonders viele Schweine gehalten.

Nach Angaben der Verbände stauten sich derzeit mehr als 400.000 Schlachtschweine. Es fehlten wöchentlich mehr als 100.000 Schlachtungen - besonders durch den eingeschränkten Betrieb der Tönnies-Betrieben in Rheda und Sögel sowie der Firma Vion in Emstek. "Sollte sich an dieser Situation nichts ändern, wird bis Jahresende ein Schlachtstau von 1 bis 1,2 Millionen Schlachtschweinen erwartet."

12.38 Uhr: Fast 80 neue Corona-Fälle in Dresden

Kurz vorm zweiten Lockdown ist in Dresden keine Entspannung bei den Infektionszahlen in Sicht. Das Gesundheitsamt hat am Donnerstag knapp 80 neue Fälle gemeldet. Drei weitere Patienten sind wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingewiesen worden. Das sind die neuesten Zahlen zur Pandemie in Dresden 

12.27 Uhr: Sarah Wiener positiv getestet: "Geht mir nicht so gut" 

Die Köchin und Grünen-Politikerin Sarah Wiener (58) ist an Covid-19 erkrankt. Ihr gehe es leider nicht so gut, teilte die Fernsehköchin auf Facebook mit. "Ich bin sehr schnell erschöpft und habe einen hartnäckigen Husten." Sie sei aber zuhause und hoffe, dass es ihr bald besser gehe.

Die von der Politik beschlossenen Verschärfungen der Corona-Maßnahmen hält Wiener für richtig. "Wenn ihr mich fragt: sie machen Sinn und ich hoffe, es bewirkt auch das Richtige." Sie selbst habe alle Vorsichtsmaßnahmen eingehalten, keine Partys oder große Treffen besucht. Obwohl sie zudem keine Vorerkrankungen habe und abseits vom Arbeitsstress ein "ziemlich gesundes Leben" führe, sei sie und nun doch an Covid erkrankt.

Die österreichische Unternehmerin und Fernsehköchin Sarah Wiener ist an Covid-19 erkrankt.
Die österreichische Unternehmerin und Fernsehköchin Sarah Wiener ist an Covid-19 erkrankt. © dpa/Sebastian Kahnert

12.15 Uhr: Lichtinstallation im Pillnitzer Park in Dresden fällt aus

Am Mittwoch verkündete die Bundesregierung einen zweiten Lockdown, der bereits ab Montag gelten soll. Am Donnerstag wurden die ersten Veranstaltungsabsagen auch in Dresden bekannt.

So teilen die Veranstalter des Christmas Garden im Pillnitzer Schlosspark mit, dass das beliebte Event zur Weihnachtszeit abgesagt werden muss. Mehr dazu hier: Dresden: Christmas Garden wegen Corona abgesagt (SZ+)

11.53 Uhr: Ordnungsruf für Frauke Petry 

Die frühere AfD-Politikerin Frauke Petry hat im Bundestag einen Ordnungsruf kassiert, weil sie ohne Mund-Nasenschutz durch den Plenarsaal gegangen ist. Bereits nach Petrys Weg zum Rednerpult hatte Bundestags-Vizepräsidentin Petra Pau (Linke), die die Sitzung leitete, die fraktionslose Petry ans vorgeschriebene Tragen einer Maske erinnert. Petry ließ aber auch auf dem Rückweg das Gesicht unbedeckt. "Setzen Sie bitte die Maske auf", sagte Pau - und kurz darauf: "Da Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, rufe ich Sie zur Ordnung. Setzen Sie bitte die Maske auf, ansonsten zieht das weitere Ordnungsmaßnahmen nach sich."

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hatte Anfang Oktober angeordnet, dass in den Bundestagsgebäuden - einschließlich Plenarsaal - in der Regel eine Schutzmaske zu tragen ist und etwa im Plenarsaal am Platz abgenommen werden kann, wenn ein Mindestabstand von 1,50 zu anderen Personen gewährleistet ist. Zur Durchsetzung ist ein Zwangsgeld von bis zu 25.000 Euro möglich, auch eine Geldbuße bis 5.000 Euro ist möglich - oder gar ein Hausverbot. 

Frauke Petry
Frauke Petry © Sebastian Kahnert/ZB/dpa

11.32 Uhr: Dehoga prüft rechtliche Schritte

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Sachsen will die von Bund und Ländern vereinbarten neuen Corona-Beschränkungen für die Branche nicht tatenlos hinnehmen. Bei einer Bundeskonferenz mit allen Landesverbänden werden rechtliche Schritte geprüft, sagte Sachsens Dehoga-Hauptgeschäftsführer Axel Klein am Donnerstag in Dresden. Es gehe um das wirtschaftliche Überleben der rund 9.500 Betriebe im Freistaat. "Wir haben viel investiert um die Hygieneregeln einzuhalten: vorgebeugt, Kontaktnachverfolgungen geschaffen, Plätze reduziert. Jetzt fühlen wir uns als Unternehmer ausgebremst."

Am Mittwoch hatten sich die 16 Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung auf einen befristeten Teil-Lockdown verständigt. Der sieht unter anderem vor, dass Restaurants im November wie schon im Frühjahr nur noch Speisen außer Haus verkaufen dürfen. Hotels dürfen außerdem nur noch Geschäftsreisende beherbergen. Die Regelungen sollen am Montag in Kraft treten und zunächst bis Ende November gelten. Die betroffenen Betriebe sollen vom Bund entschädigt werden und bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes aus dem November 2019 erstattet bekommen.

"Damit haben wir in den vergangenen Monaten schon schlechte Erfahrungen gemacht. Die Hilfen kamen erst spät und bedurften eines enormen bürokratischen Aufwands", erläuterte Klein. Zum Teil-Lockdown im März seien etwa 30 Prozent der Betriebe in Sachsen wirtschaftlich massiv bedroht gewesen. "Die Lage hatte sich leicht verbessert, und nun stehen wir vor der gleichen Situation wie im Frühjahr." 

11.17 Uhr: Corona-Justizfall Ischgl: Staat bestreitet Schuld der Behörden

Im Justizstreit um das Corona-Krisenmanagement im österreichischen Ischgl hat der Staat jegliches schuldhaftes Handeln der Behörden bestritten. Die Gesundheitsbehörden hätten "zu jedem Zeitpunkt sämtliche dem Ermittlungsstand entsprechenden, erforderlichen und durch die bestehende Rechtslage zur Verfügung stehenden Maßnahmen unverzüglich gesetzt", heißt es in einer Klagebeantwortung der Finanzprokuratur als Vertreterin des Staates. In ihrer Stellungnahme zu einer Amtshaftungsklage stellt die Finanzprokuratur außerdem infrage, dass sich der Betroffene in Ischgl mit dem Coronavirus angesteckt habe. Aufgrund der Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen sei es durchaus möglich, dass der Kläger bereits infiziert nach Ischgl gereist sei.

Der Verbraucherschutzverein (VSV), der die Interessen der Opfer vertritt, reagiert entsetzt. "Diese Klagebeantwortung ist eine ungeheuerliche Täter-Opfer-Umkehr und wir werden die falschen Darstellungen Punkt für Punkt widerlegen", sagte VSV-Vorsitzender Peter Kolba am Donnerstag. Über die anfangs eingebrachten vier Klagen hinaus würden weitere folgen. Mit einem Gerichtstermin sei voraussichtlich aber erst zu Beginn 2021 zu rechnen.

Ischgl galt im März als Corona-Hotspot in Europa. Tausende Infektionen sollen auf den bekannten Tiroler Wintersportort zurückzuführen sein. Eine unabhängige Experten-Kommission hatte unlängst festgestellt, dass es im Krisenmanagement zu Fehlern und Fehleinschätzungen gekommen war. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt gegen vier Verdächtige wegen vorsätzlicher oder fahrlässiger Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten.

10.52 Uhr: US-Immunologe Fauci befürwortet landesweite Maskenpflicht

Angesichts von Corona-Infektionszahlen auf Rekordniveau in den USA hat der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci sich für eine nationale Maskenpflicht ausgesprochen. "Wenn es funktioniert, sollten wir es tun, ja", sagte Fauci am Mittwoch (Ortszeit) in einem Interview mit dem Sender CNBC. Er glaube aber nicht, dass es auf Bundesebene geschehen werde, denn "es werde möglicherweise nicht vom Weißen Haus kommen". Präsident Donald Trump, der sich am Dienstag um seine Wiederwahl bewirbt, hatte den Sinn von Masken im Kampf gegen das Virus wiederholt angezweifelt.

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sowie eine mögliche Maskenpflicht sind in den USA zu einem Politikum und Wahlkampfthema geworden. Im Gegensatz zu Trump hatte der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden mehrfach das Tragen von Masken und auch ein nationales Vorgehen gegen das Coronavirus angemahnt.

9.31 Uhr: Merkels Regierungserklärung: Befinden uns "in dramatischer Lage"

Kanzlerin Angela Merkel hat in einer Regierungserklärung im Bundestag die Corona-Lage in Deutschland als dramatisch bezeichnet. In den vergangenen Wochen seien die Zahlen der Neuinfektionen "deutlich in die Höhe geschnellt", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag. Auch die Zahl der Menschen, die auf Intensivstationen betreut werden, steige, viele Gesundheitsämter seien an der Belastungsgrenze. "Eine solche Dynamik wird unsere Intensivmedizin in wenigen Wochen überfordern", sagte Merkel. "Wir befinden uns zum Beginn der kalten Jahreszeit in einer dramatischen Lage. Sie betrifft uns alle. Ausnahmslos." Im Bundestag kam es während Merkels Rede zu wütenden Zwischenrufen.

Mehr dazu hier: Merkel spricht von „dramatischer Lage“

9.20 Uhr: Montgomery: Corona-Maßnahmen kommen sehr spät 

Aus Sicht des Vorsitzenden des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, kommen die neuen Corona-Maßnahmen sehr spät. "Nach meiner Auffassung kommen sie auf den allerletzten Drücker. Ich frage mich auch, warum wir dem Virus jetzt noch bis Montag Zeit geben müssen", sagte der Mediziner am Donnerstag dem Südwestrundfunk (SWR). Die Pandemie habe sich schlimmer entwickelt, als er ursprünglich befürchtet habe.

Montgomery sagte, im Prinzip reichten die AHA-Regeln aus, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Doch er gab zu bedenken: "Die Menschen sind zu unvernünftig. Ich frage mich, was noch geschehen muss, damit man manchen Menschen die Lektion beibringt, dass dieses Virus bisher nicht durch eine Therapie behandelt werden kann, dass wir nur durch Prävention, nur durch kluges Verhalten diesem Virus Paroli bieten können."

Die Politik habe nun die schwierige Aufgabe, zwischen den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Anforderungen und den sozialen Folgen abzuwägen. Die Entscheidung, auch sämtliche Restaurants zu schließen, konnte er nicht ganz nachvollziehen: "Wenn ein Restaurant ein sehr gutes Hygienekonzept hat, dann könnte man das auf lassen", sagte er dem SWR.

Frank Ulrich Montgomery ist Vorsitzender des Weltärztebundes.
Frank Ulrich Montgomery ist Vorsitzender des Weltärztebundes. © Guido Kirchner/dpa

9.08 Uhr: Erste Prozesse wegen Verstößen gegen Corona-Regeln in Dresden

Während in Dresden die Diskussion über eine zweite coronabedingte Ausgangssperre an Fahrt gewinnt, sind die ersten Bußgeldverfahren aus dem ersten Lockdown vom März/April am Amtsgericht der Stadt angekommen. Mehr dazu hier: Erste Einsprüche gegen Corona-Bußgelder vor Gericht (SZ+)

8.11 Uhr: Spahn verteidigt Corona-Maßnahmen - und ist "demütig"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat durch seine eigene Corona-Erkrankung einen anderen Blick auf die Pandemie gewonnen. Die Erfahrung habe ihn "demütig" gemacht, sagte der CDU-Politiker am Donnerstagmorgen in einem Telefon-Interview im WDR. Spahn stellte sich dort für eine halbe Stunde den Fragen der Zuhörer. Es gehe ihm selbst gut, er habe nur leichte Erkältungssymptome. Die Arbeit seines Gesundheitsamtes vor Ort habe er als professionell und unaufgeregt empfunden, sagte der Minister. Spahn ist derzeit in häuslicher Quarantäne.

Der Minister verteidigte die vom Bund und den Ländern bis Ende November vereinbarten harten Maßnahmen gegen die Pandemie. Das sei eine schwere Zeit für die Betroffenen, aber Kontakte müssten unbedingt verringert werden. Die Infektionszahlen stiegen gerade bei den Älteren wieder rasant. "Ich will nicht warten, bis die Intensivstationen überfüllt sind", sagte er. "Wenn sie überfüllt sind, ist es zu spät."

7.53 Uhr: VW hat Corona-Einbruch aus dem Frühjahr überwunden 

Der VW-Konzern bekommt die Folgen des tiefen Corona-Einbruchs zusehends besser in den Griff. Der weltgrößte Autohersteller meldete am Donnerstag für die ersten neun Monate des laufenden Jahres einen Vorsteuer-Gewinn von rund 2,3 Milliarden Euro. Das ist immer noch eine drastische Abnahme gegenüber dem Vorjahreswert von 14,6 Milliarden Euro - aber bereits eine deutliche Verbesserung zur Jahresmitte, als die Volkswagen-Gruppe hierbei mit einem Verlust von etwa 1,4 Milliarden Euro in die roten Zahlen gerutscht war.

Man sehe inzwischen eine "spürbare Erholung", erklärte das Unternehmen in Wolfsburg. Jedoch ist die Gesamtentwicklung 2020 aufgrund der schwachen Nachfrage weiterhin kritisch: Der Umsatz lag nach drei Vierteln des Jahres bei 155,5 Milliarden Euro und damit 16,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau, bei den Auslieferungen verbuchte die VW-Gruppe bis Ende September insgesamt ein Minus von 18,7 Prozent auf ungefähr 6,5 Millionen Fahrzeuge. Im September selbst hatte es wieder eine leichte Steigerung der Verkäufe gegeben.

Das neue Volkswagen-Elektroauto ID.4
Das neue Volkswagen-Elektroauto ID.4 © Peter Steffen/dpa

7.31 Uhr: Wieder gewaltsame Proteste in Italien 

In Italien ist es am Mittwochabend in mehreren Städten zu neuen Protesten gegen die verschärften Corona-Bestimmungen der gekommen. In der norditalienischen Stadt Verona gingen nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa rund 500 Menschen vornehmlich aus dem rechtsradikalen Spektrum auf die Straße. Sie warfen mit Glas und kippten vor Lokalen Tische und Stühle um. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt. Ebenfalls am Mittwochabend wurde ein Mitarbeiter eines italienischen TV-Senders bei gewalttätigen Protesten in Palermo auf Sizilien verletzt, wie Ansa berichtete. Dort sei es nach einer Demonstration von Lokalbesitzern gegen die Beschränkung ihrer Öffnungszeiten zu Flaschenwürfen und dem Abschießen von Feuerwerkskörpern gekommen. Auch andernorts gab es vereinzelt Kundgebungen. Die Polizei habe von einigen Beteiligten die Personalien aufgenommen.

Bereits seit dem Wochenende war es in Italien bei Demonstrationen gegen die Regierung mehrfach zu Gewalt gekommen. Politiker machten unter anderem Neo-Faschisten und jugendliche Straftäter für die Übergriffe verantwortlich.

6.57 Uhr: Virologe: Umfassende Corona-Impfung wird bis 2022 dauern 

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut geht davon aus, dass eine Impfung der gesamten Bevölkerung gegen das Coronavirus auch bei schneller Entwicklung eines Impfstoffs Ende 2021 noch nicht abgeschlossen sein wird. Wenn man etwa pro Tag 100.000 Menschen impfen würde, brauche man 150 Tage, um 15 Millionen Menschen zu impfen, sagte der Virologe Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Dieses Tempo wäre nach Mertens Ansicht bereits eine Herausforderung.

"Der Start der Impfungen darf nicht übereilt passieren: Es kommt nicht darauf an, vier Wochen früher oder später mit dem Impfen anzufangen", sagte der Virologe. Vor allem Transport und Lagerung, die Einrichtung der regionalen Impfzentren und die bundesweit zeitgleiche Dokumentation der Impfungen müssten gut vorbereitet werden, ebenso die Auswertung der Sicherheitsaspekte und des medizinischen Impferfolgs.

6.41 Uhr: Leitender Intensivmediziner: "Müssen diesen Trend stoppen"

 Die starke Zunahme der Corona-Infektionen ist nach Ansicht des Leiters der Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Stefan Kluge (52), "absolut besorgniserregend". "Wir müssen diesen Trend stoppen, die Politik muss handeln", sagte der Klinikdirektor mit Blick auf die neuen Kontaktbeschränkungen. "Uns bleibt keine andere Wahl." Ein Blick auf die derzeit nur langsam steigende Zahl der Todesopfer tauge nicht zur Einschätzung der aktuellen Lage.

Mehr dazu hier: Corona-Lage "absolut besorgniserregend"

5.55 Uhr: Virologe: Nach "Lockdown Light" muss sich Verhalten ändern

Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer hält die geplanten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für sinnvoll, um die zweite Welle zu brechen - aber nur dann, wenn sich danach das Verhalten ändert. "Es steht und fällt damit, dass sich die Menschen bewusst sind, dass es ohne ihr Mitwirken nicht funktioniert", sagte der Laborleiter und Dozent.

Mit massiven Kontaktbeschränkungen gebe es eine gute Chance, die Infektionsketten zu durchbrechen, sagte Stürmer. Nur müssten die Menschen nach der "Rückkehr in den Normalbetrieb" wieder darauf achten, sich an bestimmte Maßnahmen wie das Lüften oder die AHA-Regeln - Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen - zu halten. "Sonst führt das in eine Endlosschleife", sagte Stürmer. Die Entwicklung der Fallzahlen habe gezeigt: "Die Menschen sind zu leichtsinnig geworden."

Die Chance auf ein "normales Weihnachten" sieht der Laborleiter indes nicht. "Das wäre wieder kontraproduktiv", sagte Stürmer. Die angedachten Maßnahmen würden jedoch ermöglichen, ein "etwas normaleres Weihnachten" zu feiern als unter massiven Kontaktbeschränkungen - "zwar nicht wie vor Corona, aber nicht nur mit der Familie und sonst gar nichts". 

5.38 Uhr: Bildungsministerin für Ausweitung der Maskenpflicht an Schulen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat eine Ausweitung der Maskenpflicht an Deutschlands Schulen im Kampf gegen das Coronavirus angeregt. "Wir müssen alles versuchen, die Schulen auch in den nächsten Wochen offen zu halten", sagte die CDU-Politikerin in Berlin. Alle in der Gesellschaft müssten sich an die neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie halten. Gleichzeitig müsse geklärt werden, wie der Schulbetrieb an die verschärfte Infektionslage angepasst werde. "Dabei wird auch über eine Ausweitung der Maskenpflichten nachzudenken sein, um eine Art Sicherheitspuffer für den Schulbetrieb zu schaffen."

Die CDU-Politikerin begrüßte den jüngsten Beschluss von Bund und Ländern, wonach Schulen und Kindergärten offen bleiben. "Die Corona-Zeit darf für die Schülerinnen und Schüler nicht zu einer verlorenen Zeit werden", sagte sie. Die Belastung der Familien dürfte nicht noch gesteigert werden. "Die Schulen dürfen aber auch weiter nicht zu Corona-Hotspots werden", betonte die Ministerin.

Denkbar sei auch die vermehrte Teilung von Unterricht. "Es ist besser, vielleicht an manchen Orten den Präsenzunterricht zu Gunsten von mehr Abstand zu reduzieren, als am Ende gar keinen Unterricht in der Schule anbieten zu können." Ebenso könne die teils schon praktizierte Mischung von Präsenz- und Distanzunterricht sinnvoll sein.

Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung © Bernd von Jutrczenka/dpa

5.25 Uhr: Neuer Höchstwert: 16.774 Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 16.774 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Donnerstagmorgen hervor. Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 14.964 Fällen. Am Donnerstag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter 11.287 Neuinfektionen gemeldet. Damit hatte der Wert erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland die Marke von 10.000 überschritten.

Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 481.013 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 29.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 89 auf insgesamt 10.272. Das RKI schätzt, dass rund 339.200 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Mittwoch bei 1,03 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Dienstag bei 1,17. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. 

Corona-Pandemie: Das passierte am Mittwoch

21.58 Uhr: Bislang mehr als 5000 Corona-Fälle bei Vereinten Nationen

Bei den Vereinten Nationen hat es seit Beginn der Pandemie weltweit bislang mehr als 5.000 Corona-Fälle gegeben. Mindestens 5.325 Infektionen mit dem Virus seien bislang verzeichnet worden, sagte ein UN-Sprecher am Mittwoch in New York. 64 Menschen im Dienst der UN seien bislang nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. In der Hauptverwaltung der UN in New York habe es bislang mindestens 130 Fälle gegeben. Die Vereinten Nationen haben weltweit mehrere Zehntausend Mitarbeiter, dazu kommen die Mitarbeiter und Beteiligten der Unterorganisationen.

21.02 Uhr: Virusängste beschleunigen die Börsen-Talfahrt

Der wichtigsten US-Standardwerte-Indizes Dow Jones Industrial und S&P 500 sind am Mittwoch weiter ins Rutschen gekommen. Dabei sackte der Dow auch wieder unter die Marke von 27 000 Punkten. Die technologielastigen Nasdaq-Börsen, die noch am Dienstag in einer Gegenbewegung zugelegt hatten, wurden ebenfalls vom Abwärtssog erfasst.
Die sich zuspitzende Corona-Krise sorgt unter den Anlegern für wachsende Ängste. Von einer Panik könne zwar noch keine Rede sein, aber die Nervosität steige deutlich, sagte etwa Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus Axi zu den Talfahrten der Märkte in Europa und den USA.

20.15 Uhr: Macron führt Ausgangsbeschränkungen wieder ein

Mit Ausgangsbeschränkungen im ganzen Land verschärft Frankreich seinen Kampf gegen die zweite Welle der Corona-Pandemie. Die Beschränkungen sollen von Freitag an gelten, kündigte Staatschef Emmanuel Macron am Mittwochabend in einer Fernsehansprache an.

19.34 Uhr: Positiver Corona-Test bei Görlitzer Bischof

Bischof Wolfgang Ipolt ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt gibt es vier Coronafälle in der Bischofsverwaltung, betroffen ist auch Ipolts Generalvikar Alfred Hoffmann, teilte das Bistum Görlitz am Mittwoch mit. Offenbar geht es den Infizierten aber ganz gut, denn das Bistum geht davon aus, dass Ipolt seinen Dienst nach der Quarantäne am Freitag dieser Woche wieder antritt. Bei Hoffmann dauert sie bis einschließlich Freitag.

19.02 Uhr: Dehoga Sachsen spricht von “Schock”

Der Dehoga Hotel- und Gaststättenverband Sachsen ist über die Beschlüsse Ministerpräsidentenkonferenz mit Angela Merkel bestürzt. Hauptgeschäftsführer Axel Klein spricht von einem „Schock“. Im Gegensatz zu ungeregelten Zusammenkünften in Privaträumen sei das Gastgewerbe nicht vordergründig für Infektionsketten verantwortlich, beruft sich der Dehoga-Chef des Landes auf Erkenntnisse des Robert-Koch-Instituts. In den Betrieben sei die Umsetzung der Corona-Regeln bestens gewährleistet, würden Gäste zu deren Einhaltung angehalten. „Jetzt werden sie unverschuldet in Mithaftung genommen für grobe Fahrlässigkeit einiger weniger“, schimpft der Regionalchef des Berufsverbandes, Interessenvertretung von knapp einem Drittel der rund 9.000 Gastgewerbebetriebe im Freistaat mit etwa 60.000 Beschäftigten.

Axel Klein
Axel Klein © Christian Juppe

18.30 Uhr: Merkel warnt vor "nationaler Gesundheitsnotlage"

Deutschland muss wegen der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine "akute nationale Gesundheitsnotlage" vermeiden. "Wir müssen handeln, und zwar jetzt", sagte die Kanzlerin am Mittwoch nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. "Die Kurve muss wieder abflachen." Man brauche jetzt im November eine befristete "nationale Kraftanstrengung", sagte Merkel und sprach von harten und belastenden Maßnahmen.

18.01 Uhr: Fast 25.000 Corona-Neuinfektionen in Italien

In Italien hat die Anzahl der binnen eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen fast die Marke von 25.000 erreicht. Wie die Behörden in Rom am Mittwoch mitteilten, wurden 24.991 neue Corona-Fälle registriert. In dem Land mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern starben in 24 Stunden zudem 205 Menschen mit oder an dem Virus. Erst am Sonntag war in Italien die Schwelle von 20.000 Neuinfektionen überschritten worden.
Seit Beginn der Pandemie im Februar gab es in dem Mittelmeerland nun fast 590.000 bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. Die Zahl der Corona-Toten stieg auf 37.905.

17.35 Uhr: Sächsischer Politiker kritisiert "Hammer-Lockdown"

Der sächsische FDP-Politiker Torsten Herbst hält die geplanten neuen Corona-Beschränkungen in Deutschland für völlig überzogen. "Im Vorfeld war viel von 'Soft Lockdown' und 'Shutdown light' die Rede - was jetzt beschlossen wurde, ist eher ein 'Hammer-Lockdown'", erklärte der Dresdner Bundestagsabgeordnete am Mittwoch.

Die Einschränkungen träfen Bürger und zahlreiche Unternehmen mit voller Wucht: "Es entsteht der Eindruck, als hätten Kanzlerin und Länderchefs nichts aus den Fehlern der Maßnahmen in der ersten Corona-Welle und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen gelernt. Man schießt weiter mit der Schrotflinte auf die Probleme, statt mit gezielten Maßnahmen vorzugehen."

17.12 Uhr: Corona-Krisengipfel beschließt massive Einschränkungen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder haben am Mittwoch in einer Video-Konferenz über schärfere Corona-Regeln beraten. Auf folgende Maßnahmen wurde sich am Nachmittag geeinigt:

  • Schulen und Kindergärten sollen weiter offen bleiben

  • Groß- und Einzelhandel bleiben offen -  nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter.

  • Gastronomiebetriebe sollen vom 2. November für den restlichen Monat geschlossen werden (Davon ausgenommen sein soll die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause, Kantinen sollen offen bleiben dürfen.)

  • Vorerst keine touristischen Übernachtungsangebote - Touristische Übernachtungsangebote im Inland sind im November verboten. Diese dürfen nur noch für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen gemacht werden.

  • Profisport nur noch ohne Zuschauer. Das gilt auch für die Fußballbundesliga.

  • Kontakte in Öffentlichkeit sollen drastisch beschränkt werden - Bund und Länder wollen angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen den gemeinsamen Aufenthalt in der Öffentlichkeit nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes mit maximal zehn Personen gestatten. Dies gelte verbindlich, Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen würden von den Ordnungsbehörden sanktioniert.

  • Freizeiteinrichtungen sollen weitgehend geschlossen werden - Bund und Länder wollen wegen der Corona-Krise Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, im November deutschlandweit weitgehend untersagen. So sollen Theater, Opern oder Konzerthäuser vom 2. November an bis Ende des Monats schließen.

  • Gottesdienste bleiben erlaubt - Allerdings müssten die Hygienekonzepte unbedingt eingehalten werden.

  • Firmen sollen Homeoffice ermöglichen - Bund und Länder fordern die Unternehmen angesichts hoher Corona-Infektionszahlen eindringlich auf, Heimarbeit zu ermöglichen - wo immer dies umsetzbar ist.

  • Corona-Nothilfen für Unternehmen - Der Bund plant milliardenschwere Nothilfen für Unternehmen, die von den vorübergehenden Schließungen zur Eindämmung des Coronavirus betroffen sind. Erstattet werden sollen Umsatzausfälle, die Finanzhilfe soll ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro haben.

Deutschlandweit sollen die Maßnahmen bereits vom 2. November (Montag) an und nicht wie ursprünglich in der Beschlussvorlage des Bundes vorgesehen vom 4. November an in Kraft treten.

Die Maßnahmen gelten nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ganz Deutschland. "Die Beschlüsse gelten bundesweit", sagte Merkel. Alle müssten sie durch Allgemeinverordnungen umsetzen. Thüringen werde noch das Parlament befassen. "Aber so, wie es hier steht, gilt es bundesweit." In den vergangenen Monaten waren die Bundesländer bei ihren Corona-Schutzmaßnahmen unterschiedlich vorgegangen. Immer wieder waren bundesweit einheitlichere Regeln gefordert worden.

16.50 Uhr: Tourismusmesse ITB im kommenden Jahr nur digital

Die Reisemesse ITB soll im kommenden Jahr aufgrund der Corona-Krise nur online durchgeführt werden. "Die ITB Berlin 2021 findet von Dienstag bis Freitag, 9. bis 12. März, ausschließlich für Fachbesucher und rein digital statt", teilten die Organisatoren am Mittwoch mit. "Wir haben ein Alternativkonzept entwickelt, mit dem wir als weltweit führende Reisemesse unseren Partnern und Kunden wieder eine verlässliche Plattform für globales Netzwerken, Business und Content bieten", hieß es.

15.45 Uhr: Reisewarnung für die ganze Türkei

Die Bundesregierung setzt die Reisewarnung für die ganze Türkei wegen der Corona-Pandemie zum 9. November wieder in Kraft. Die bisher bestehende Ausnahmeregelung für die Touristenregionen Aydin, Izmir, Muğla und Antalya am Mittelmeer würden nur noch bis zum 8. November gelten, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch in seinen Reisehinweisen für die Türkei im Internet mit.

14.35 Uhr: Scholz will Firmen bis zu 75 Prozent der Umsatzausfälle ersetzen

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will Firmen, die besonders von der Corona-Krise getroffen sind, große Teile ihres Umsatzausfalls ersetzen. Wie die "Bild"-Zeitung am Mittwoch berichtete, könnte bei kleinen Betrieben bis zu 75 Prozent, bei größeren bis zu 70 Prozent der Lücke gestopft werden. Vergleichsmaßstab sind die Umsätze des Vorjahresmonats. Scholz schlug die Maßnahme demnach bei einer Sitzung im Kanzleramt vor - es werde aber noch darüber beraten. Die Kosten bezifferte er auf sieben bis zehn Milliarden Euro für vier Wochen.

14.30 Uhr: Kabinett beschließt neue Regeln zu Corona-Verdienstausfällen

Für Verdienstausfälle in der Corona-Krise sollen teils neue Regeln kommen. So sollen Entschädigungsansprüche für Eltern bis März 2021 verlängert werden, wie das Bundeskabinett am Mittwoch beschloss. Diese sollen außerdem auch dann bestehen, wenn einzelne Kinder zu Hause betreut werden müssen, weil sie vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt sind. Bisher sind Entschädigungen möglich, wenn Schulen oder Kitas ganz geschlossen werden und keine andere Betreuung möglich ist. Eltern, die nicht zur Arbeit gehen, können 67 Prozent des Nettoeinkommens als Entschädigung vom Staat erhalten. Wann das Gesetz in Kraft treten soll, lesen Sie hier.

14.16 Uhr: Labor liefert falsch positive Corona-Testergebnisse

Ein Medizinlabor aus Augsburg hat nach Angaben des Bezirks Oberbayern mehrere Dutzend falsch positive Corona-Testergebnisse geliefert. Der Fehler sei im Isar-Amper-Klinikum in Taufkirchen (Vils) am Samstag aufgefallen, sagte Bezirkssprecherin Susanne Büllesbach am Mittwoch.
In der bezirkseigenen Klinik wurden demnach nach der Analyse durch das Labor in Schwaben an einem Tag 60 positive Tests registriert. Dies kam den Mitarbeitern des Krankenhauses merkwürdig vor. "Uns ist die schiere Menge an positiven Tests aufgefallen", sagte die Sprecherin. Eine Nachuntersuchung, die ebenfalls durch den Dienstleister aus Augsburg vorgenommen wurde, ergab, dass tatsächlich nur 2 der 60 Patienten sich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Demnach waren 58 Tests falsch.

13.50 Uhr: Lauterbach: "Große Gruppen im privaten Raum sind ein No-Go"

Die Menschen in Deutschland sollen sich wegen der starken Corona-Ausbreitung nach Ansicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach derzeit auch nicht mehr in großen Gruppen in Wohnungen treffen. "Große Gruppen im privaten Raum sind ein No-Go", sagte Lauterbach am Mittwoch. Natürlich gelte die "Unverletzlichkeit der Wohnung" nach Artikel 13 Grundgesetz. "Diese stellt niemand infrage - auch ich nicht", sagte Lauterbach. "Es muss aber auch klar sein: Jetzt ist nicht die Zeit, in größeren Gruppen zu feiern - nicht im Restaurant, nicht im Club und auch nicht in den Wohnungen."
Er sagte: "Die Rückverfolgungen werden dadurch unmöglich gemacht, und die Unterbrechung der zweiten Welle wird verhindert." Das Ziel sei klar: "Den exponentiellen Anstieg von Infizierten, Erkrankten und Toten bremsen." Der Weg dazu sei auch klar: "Wir alle müssen unsere Kontakte massiv reduzieren." Im Frühling habe das geklappt. "Alle haben mitgemacht. Das müssen wir wiederholen."

Karl Lauterbach (SPD)
Karl Lauterbach (SPD) © dpa

13.10 Uhr: Experten sprechen sich gegen Lockdown aus

Ärzte und Wissenschaftler haben sich gegen ein breites Herunterfahren des Alltagslebens zur Corona-Eindämmung ausgesprochen und werben für größere Bemühungen um Akzeptanz. "Eine pauschale Lockdown-Regelung ist weder zielführend noch umsetzbar", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am Mittwoch. Man könne nicht das ganze Land "Wochen und Monate in eine Art künstliches Koma" versetzen, auch angesichts bleibender Schäden für Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft. Nötig seien zielgerichtete Maßnahmen zur Eindämmung. Essentiell für ein Gelingen sei die Kooperation der Bevölkerung etwa bei Regeln zu Abstand und Masken.

Gassen sagte, es sei falsch, "nur mit düsterer Miene apokalyptische Bedrohungsszenarien aufzuzeichnen". Die Kunst sei aber, keinesfalls zu verharmlosen. Um die Bevölkerung zur Mitarbeit anzuhalten, sollte man "auf Gebote setzen und nicht überwiegend auf Verbote". In einem Positionspapier, das nach KBV-Angaben mehrere weitere Ärzteverbände unterstützen, wird auch ein bundeseinheitliches Ampelsystem für eine transparente Darstellung des Infektionsgeschehens angeregt. Sie sollte nicht nur auf der Zahl der Corona-Neuinfektionen beruhen.

12.47 Uhr: IHK Dresden sieht Gastro-Branche in Gefahr

Die Industrie- und Handelskammer Dresden (IHK) sieht im Falle eines neuen Lockdowns Tausende Gastronomiebetriebe in ihrer Existenz bedroht. "Der jüngste Anstieg der Infektionszahlen ist zweifelsohne besorgniserregend, weshalb weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Pandemiegeschehens unumgänglich sind. Diese müssen aber auch geeignet und zielgerichtet sein", erklärte IHK- Hauptgeschäftsführer Detlef Hamann am Mittwoch in Dresden. Eine zweite, länger anhaltende Schließung der Gastronomie gehöre aber nicht dazu.

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Hamann zufolge ist ein solcher Schritt doppelt gefährlich. Zum einen für die rund 6200 Mitgliedsbetriebe aus der Gastronomie im Bereich der IHK Dresden, die schon seit Wochen und Monaten um ihren Fortbestand kämpfen. "Gefährlich aber auch, weil eine Schließung die Gefahr birgt, mehr Menschen aus den Restaurants ins nachweislich unsichere, private Umfeld zu verdrängen, und so neue Infektionsherde entstehen zu lassen."

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