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Corona: Sachsen startet Ende der Woche mit Schnelltests

Über 2.000 neue Fälle und fast 70 Tote im Freistaat, neue Verordnung für Landkreis Leipzig, Sachsens MP droht härtere Regeln an - unser Newsblog.

So wie hier in Österreich will auch der Freistaat Sachsen Corona-Schnelltests einsetzen.
So wie hier in Österreich will auch der Freistaat Sachsen Corona-Schnelltests einsetzen. © Georg Hochmuth/APA/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

17.20 Uhr: Sachsen startet Ende der Woche mit Corona-Schnelltests

Sachsen setzt zur Eindämmung der Corona-Pandemie künftig verstärkt auf Schnelltests. Ende der Woche soll mit den Schnelltests begonnen werden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Bereitgestellt werden sie vom Ministerium, letztendlich entscheiden aber die Landkreise, wo die Tests am meisten benötigt werden. Organisiert werden sollen die großangelegten Testungen dann mit Hilfe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) - etwa in Kitas, Schulen, Pflegeheimen oder in der gesamten Gemeinde. Laut Ministerium sind die Tests freiwillig.

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Gemeinsam mit den Landkreisen und kreisfreien Städten hat die Staatsregierung weitere Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie beschlossen.

In einer ersten Stufe sollen fünf besonders betroffene Landkreise insgesamt 20.000 Tests erhalten - bis zu 4.000 Schnelltests gibt es vorerst für jeden Landkreis. Gibt es ein positives Testergebnis, muss dieses anschließend von einem sogenannten PCR-Test bestätigt werden. So kündigte etwa der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge für Freitag flächendeckende Tests in der Gemeinde Rathmannsdorf an. Die Teilnahme sei freiwillig und kostenfrei, eine "zahlreiche Beteiligung" aber wünschenswert, hieß es. "Diese Schnelltests sind wichtig, um einen möglichst exakten Überblick zu bekommen. Wir wollen so die Dunkelziffer aufhellen, um möglichst alle Infizierten und die Ansteckungswege zu kennen. Nur so können wir die Infektionsketten wirksam unterbrechen und eine weitere Ausbreitung des Virus verhindern", sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD).

17.08 Uhr: Bachs Weihnachtsoratorium wird aus dem Freiberger Dom gestreamt

Die traditionelle Aufführung der ersten drei Teile aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach aus dem Freiberger Dom geht an diesem Samstag per Livestream in die Welt. Zusammen mit der Imagekampagne des Freistaates "So geht sächsisch" werde ein Konzert erlebbar, das wegen der Corona-Pandemie nicht mit Publikum stattfinden kann, teilte die Staatskanzlei in Dresden mit. Bachs Weihnachtsoratorium "gehört zur Seele Sachsens", sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Es sei wichtig, "diese wunderbare Kirchenmusik" auch in der Zeit notwendiger Einschränkungen live erlebbar zu machen. "Damit sendet der Freistaat die Weihnachtsbotschaft in die Welt." "Für viele Menschen in Sachsen gehört es zum Advent wie der Schwibbogen und der Christstollen", sagte Domkantor Albrecht Koch.

16.52 Uhr: Corona-Hilfen der EU könnten ohne Ungarn und Polen kommen

Die von der EU geplanten Corona-Hilfen könnten nach Einschätzung der zuständigen Experten auch dann fließen, wenn Ungarn und Polen an der Blockade von EU-Haushaltsentscheidungen festhalten. Wie ein ranghoher EU-Beamter am Mittwoch in Brüssel erklärte, wäre es möglich, die für die Hilfen veranschlagten 750 Milliarden Euro ohne Beteiligung der beiden Länder an den Finanzmärkten aufzunehmen. Eine solche Lösung könnte zum Beispiel über das in den EU-Verträgen vorgesehene Verfahren der "Verstärkten Zusammenarbeit" organisiert werden. Mit ihm kann eine Gruppe von mindestens neun EU-Staaten eine erweiterte Zusammenarbeit vereinbaren, ohne dass sich die anderen EU-Staaten daran beteiligen müssen. Selbst die Rückzahlung der 750 Milliarden Euro über den Gemeinschaftshaushalt wäre möglich, hieß es am Mittwoch weiter. Für nicht an dem Hilfsprogramm teilnehmende Staaten müsste es dann nur entsprechende Korrekturen ihrer Beitragszahlungen geben.

Ungarn und Polen blockieren derzeit aus Protest gegen ein neues Verfahren zur Ahndung von Rechtsstaatsverstößen notwendige Entscheidungen für die milliardenschwere Corona-Konjunkturhilfen und den nächsten langfristigen Haushalt der EU. Eine Lösung des Konflikts war bis zuletzt nicht absehbar. Auf die Corona-Hilfen sind vor allem diejenigen EU-Länder angewiesen, die wirtschaftlich stark unter der Corona-Krise leiden und gleichzeitig ein Schuldenproblem haben. Das sind zum Beispiel Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Belgien.

16.24 Uhr: Russland will nächste Woche mit Massenimpfungen beginnen

Russland will Ende nächster Woche mit Massenimpfungen gegen das Coronavirus beginnen. Dafür sollten zwei Millionen Dosen des russischen Vakzins "Sputnik V" eingesetzt werden, sagte Kremlchef Wladimir Putin am Mittwoch bei einer Online-Konferenz der Staatsagentur Tass zufolge. Das reicht für eine Million Menschen, weil jeweils zwei Impfungen nötig sind. Zunächst sollen demnach wie bislang bereits Ärzte und Lehrer freiwillig geimpft werden - danach schrittweise der Rest der Bevölkerung. "Sputnik V" war Mitte August trotz Bedenken internationaler Forscher als weltweit erster Impfstoff für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben worden. Die Freigabe erfolgte vor der wichtigen Testphase III, bei der an vielen Freiwilligen Wirksamkeit und Nebenwirkungen getestet werden. Diese Testreihe läuft seit gut dreieinhalb Monaten. Daran beteiligen sich auch Länder außerhalb Russlands wie Belarus und Venezuela. Russland hat bereits einen zweiten Impfstoff registriert, ein dritter ist in der Entwicklung.

Ein Klinikmitarbeiter vor einem Krankenhaus in Kommunarka bei Moskau: Am Mittwoch meldete Russland 25.345 neue Coronafälle und mit 589 Toten einen neuen Tageshöchstwert.
Ein Klinikmitarbeiter vor einem Krankenhaus in Kommunarka bei Moskau: Am Mittwoch meldete Russland 25.345 neue Coronafälle und mit 589 Toten einen neuen Tageshöchstwert. © Alexander Zemlianichenko Jr/XinHua/dpa

16.07 Uhr: Rund 200 Menschen protestieren gegen Corona-Beschränkungen

Eine nicht angemeldete Versammlung auf dem Markt in Annaberg-Buchholz hat am Dienstagabend die Polizei auf den Plan gerufen. Schätzungsweise seien bis zu 200 Menschen vor Ort gewesen, informierte eine Polizeisprecherin am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Sie hätten sich nur teilweise an die Vorgaben zum Mindestabstand gehalten. Offensichtlich sei das Ziel gewesen, Corona-Schutzmaßnahmen bewusst zu unterlaufen. Der Erzgebirgskreis ist einer der Hotspots der Corona-Pandemie in Sachsen und bundesweit. Im Internet hatte ein "Karl Stülpner Kommando" dazu aufgerufen, um 19 Uhr auf den Markt zu kommen, dort Lieder zu singen und "kollektiven Ungehorsam" angesichts der aktuellen Corona-Beschränkungen zu zeigen. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit etwa 25 Polizisten vor Ort. Es wurden Anzeigen erstattet wegen Beleidigung eines Beamten und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Außerdem habe ein Mann falsche Angaben zu seiner Person gemacht, hieß es.

15.34 Uhr: Landkreis Leipzig verschärft Corona-Regeln

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat nun auch der letzte Landkreis in Sachsen seine Regeln verschärft. Wie der Landkreis Leipzig am Mittwoch mitteilte, gilt von Donnerstag an eine Allgemeinverfügung, die unter anderem Ausgangsbeschränkungen vorsieht. Haus oder Wohnung darf dann nur mit triftigem Grund verlassen werden - etwa für Arbeit, Schule oder Sport. Masken müssen etwa auch in Fußgängerzonen und auf Spielplätzen getragen werden. Der Verkauf von alkoholischen Getränken außerhalb von Läden sowie der Konsum in der Öffentlichkeit sind verboten. Mehr zur Situation im Landkreis Leipzig

15.15 Uhr: Sachsen meldet mehr als 2.000 Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Sachsen ist erneut deutlich angestiegen. Nach der aktuellen Erhebung des Sozialministeriums wurden seit Dienstagmittag 2.114 Menschen positiv auf das Virus getestet. Seit Beginn der Pandemie im März sind damit bisher 60.720 Menschen infiziert worden. Etwa 38.210 auf das Virus positiv getestete Personen im Freistaat sind wieder genesen.

Auch die Zahl der mit Covid-19 in Verbindung stehenden Todesfälle stieg weiter - um 69 auf nun 1.075. Allein 22 der Verstorbenen wurden aus dem Kreis Görlitz gemeldet. In den Krankenhäusern müssen derzeit 2.266 Sars-CoV-2-Patienten behandelt werden, davon 422 auf Intensivstationen. Die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner liegt im gesamten Freistaat jetzt bei 261.

14.46 Uhr: Eindringlicher Appell von EU-Gesundheitskommissarin

"Alle 17 Sekunden verliert eine Person ihr Leben durch Covid-19 in Europa. Und jeden Tag in Europa betrauern über 5.000 Familien den Verlust eines geliebten Menschen."
EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Mittwoch am Rande einer Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister.

14.26 Uhr: Weitere Todesfälle im Landkreis Meißen

Der hohe Tageszuwachs an neuen Corona-Fällen hält unvermindert an. Im Landkreis Meißen gibt es mit Stand Mittwoch 3.269 positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestete Personen. Davon befinden sich gegenwärtig 955 Personen in behördlich angeordneter Quarantäne, teilte das Landratsamt am Mittwoch mit. Gegenüber dem Vortag sind 152 neu infizierte Personen hinzugekommen. Mehr zur Situation im Kreis Meißen (SZ+)

14.15 Uhr: Wenig Veränderung bei Zahl geschlossener Schulen

In Deutschland waren nach aktuellen Zahlen der Kultusministerkonferenz (KMK) in der vergangenen Woche insgesamt 157 Schulen geschlossen. Das waren 45 mehr als in der Woche davor. Allerdings lagen in der Vorwoche auch nur Daten zu 27.400 Schulen vor, während es nun Daten aus 28.600 Schulen waren. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 32.000 allgemeinbildende Schulen und rund 9.000 Berufsschulen. Eingeschränkten Präsenzbetrieb gab es nach der am Mittwoch veröffentlichten KMK-Statistik an 3.712 von knapp 25.000 Schulen, die entsprechende Daten meldeten - dort waren etwa einzelne Klassen oder Lerngruppen im sogenannten Distanzunterricht, also zu Hause. In der Vorwoche waren es 3702 von knapp 27.000 Schulen.

Die KMK veröffentlicht diese Zahlen seit kurzem einmal wöchentlich, indem verfügbare Daten aus den Bundesländern zusammengetragen werden. Sie können allerdings nur einen groben Überblick geben und sind nur begrenzt von Woche zu Woche vergleichbar. Nicht alle Länder übermitteln in allen abgefragten Bereichen Zahlen, und die Grundmengen der Schulen, Schüler und Lehrer, zu denen Daten übermittelt werden, variieren. Nachweislich mit Corona infiziert waren den Daten zufolge in der vergangenen Woche 18.240 Schülerinnen und Schüler, in der Woche davor waren es 20.185. Insgesamt gibt es rund 11 Millionen Schüler in Deutschland. Bei rund 800.000 Lehrkräften, zu denen eine Meldung aus den Ländern vorlag, wurden 2.831 Corona-Fälle gezählt (Vorwoche 3.169 von knapp 900.000 Lehrkräften). Darüberhinaus waren 210.637 Schüler und 12.891 Lehrer in Quarantäne (Vorwoche: 199.932 und 11.598).

13.51 Uhr: Neue WHO-Empfehlung: Maske kann auch zu Hause sinnvoll sein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Empfehlungen zum Maskentragen als Schutz vor Coronavirus-Infektionen ausgeweitet. Neu empfiehlt sie, dass Menschen auch in der eigenen Wohnung bei Besuch von Außenstehenden Masken tragen sollen, wenn die Lüftung dort nicht gut ist oder nicht richtig beurteilt werden kann. Das gelte "unabhängig davon, ob ein Abstand von mindestens einem Meter eingehalten werden kann", heißt es in den am Mittwoch aktualisierten Empfehlungen.

Masken sollten nicht am Arm oder Handgelenk getragen oder zum Kinn oder Hals hinuntergezogen werden, wenn sie gerade nicht über Mund und Nase sind, so die WHO. Sie sollten in sauberen wiederverwendbaren Plastiktüten aufbewahrt werden. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sollen neu alle dort Arbeitenden Masken tragen, also auch Reinigungs- und Küchenkräfte sowie Büroangestellte, nicht nur das Pflegepersonal.

Die WHO hat ihre Masken-Empfehlungen ausgeweitet
Die WHO hat ihre Masken-Empfehlungen ausgeweitet © Cristian Cristel/XinHua/dpa (Symbolbild)

13.39 Uhr: Österreich bremst Einreisen über Weihnachten mit Quarantänepflicht

Österreich verhängt für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten vom 7. Dezember bis zum 10. Januar eine zehntägige Quarantänepflicht. Ziel sei es, den Tourismus weitgehend einzudämmen, teilte die Regierung am Mittwoch in Wien mit. Österreich setze auf ein konsequentes Grenzregime, damit das Virus nicht durch Rückkehrer oder Touristen ins Land getragen werde, sagte Kanzler Sebastian Kurz am Mittwoch in Wien. Der Schwellenwert seien mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. Das gelte praktisch für alle Nachbarstaaten und speziell auch für den Westbalkan, hieß es. Alle Gaststätten und Hotels müssen bis zum 7. Januar geschlossen bleiben. Es werde wirtschaftliche Entschädigungen geben, sagte Kurz.

Die Lifte in den Skigebieten dürfen ab dem 24. Dezember öffnen - und können somit im Wesentlichen von Einheimischen genutzt werden. Zugleich dürfen nach dem Ende des aktuellen Lockdowns am 6. Dezember die Geschäfte und die Museen wieder öffnen. Auch die Pflichtschulen werden wieder geöffnet. Ausgangsbeschränkungen bestehen dann noch zwischen 20 Uhr und 6 Uhr.

13.25 Uhr: "Querdenken"-Anhänger protestieren gegen Medien

In Berlin haben erneut Anhänger der "Querdenken"-Bewegung gegen die Corona-Politik der Bundesregierung demonstriert. Am Mittwoch rief die Gruppierung dabei ausdrücklich zu einem "Medien-Marsch" in der Bundeshauptstadt auf. Damit sollte gegen die mediale Berichterstattung über die Covid-19-Pandemie protestiert werden. Die Veranstalter hatten rund 200 Menschen für die Demonstration angemeldet. Diese Zahl sei bis zum Mittag nicht ganz erreicht worden, sagte ein Polizeisprecher in Berlin. Weil mehrere Demonstrationsteilnehmer keinen Mund-Nasen-Schutz trugen, seien Ordnungswidrigkeits-Verfahren eingeleitet worden.

Der "Medien-Marsch" der "Querdenken"-Bewegung führte vorbei an mehreren großen Medien- und Verlagshäusern in der Bundeshauptstadt. So lagen auf dem Weg des Protestzugs den Angaben zufolge unter anderem das ZDF-Hauptstadtstudio, die Funke Mediengruppe, der Berliner Verlag, der Axel Springer Konzern, der "Tagesspiegel", das ARD-Hauptstadtstudio und das Haus der Bundespressekonferenz.

Teilnehmer bei einer Demonstration der Gruppe "Querdenken30" gegen "Lügen der Presse".
Teilnehmer bei einer Demonstration der Gruppe "Querdenken30" gegen "Lügen der Presse". © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild

13.13 Uhr: Corona-Infektion bei Hund und Katze in Deutschland nachgewiesen

In Deutschland sind bei einer Katze und einem Hund Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Proben der Katze seien im Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems bei Greifswald untersucht worden, sagte dessen Präsident Thomas Mettenleiter. Bei dem Haustier aus Frankfurt/Main seien Antikörper nachgewiesen worden, sagte der Wissenschaftler. Das Tier habe die Infektion überlebt. Zu dem Hund aus München konnte er keine weiteren Angaben machen.

Die Katze sei getestet worden, weil in ihrem Haushalt Sars-CoV-2 nachgewiesen worden war, sagte Mettenleiter. Überrascht habe ihn der Befund bei den Haustieren nicht. "Wir wissen seit dem Frühjahr, dass sie infizierbar sind", sagte er. Weltweit seien rund 70 bestätigte Fälle bei Haustieren bekannt. Zwei Drittel davon seien Katzen, ein Drittel Hunde. Aus Zoos seien mehrere Infektionen von Großkatzen bekannt, unter anderem in Südafrika. Wer Frettchen als Haustiere halte, müsse ebenfalls damit rechnen, dass sie sich anstecken können.

Infizierte Menschen sollten daher auch Abstand zu ihren Haustieren halten, mahnte Mettenleiter. Die Vierbeiner könnten durch das Coronavirus ebenfalls an Atemwegsinfektionen erkranken und schlimmstenfalls sterben. Dass das Virus mutiere und vom Haustier wieder auf den Menschen übertragen werde, sei aber nicht seine Befürchtung.

13.05 Uhr: Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Polen seit Pandemie-Beginn

In Polen hat die Zahl der seit Beginn der Pandemie registrierten Corona-Infektionen die Marke von einer Million überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 13.855 Neuinfektionen hinzu, wie das Gesundheitsministerium in Warschau am Mittwoch mitteilte. Im gleichen Zeitraum starben 609 Menschen. Damit liegt die Zahl der gemeldeten Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie bei rund 1,14 Millionen. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Deutschland hat das Nachbarland als Risikogebiet eingestuft.

Zuletzt ist die Zahl der registrierten Neuinfektionen in Polen deutlich zurückgegangen. Der bisherige Höchststand war Anfang November mit knapp 28.000 Fällen erreicht worden. Daraufhin hatte die Regierung weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens verfügt. Alle Schulen wurden auf Fernunterricht umgestellt. Kinos, Theater und Museen wurden erneut geschlossen - ebenso wie Geschäfte in Einkaufszentren, mit Ausnahme von Lebensmittelläden und Apotheken. Mittlerweile wurden die Auflagen für den Einzelhandel wieder gelockert, in der Vorweihnachtszeit wird es auch verkaufsoffene Sonntage geben.

12.53 Uhr: Steinmeier bekräftigt Wunsch nach Gedenken an Corona-Opfer

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat seinen Wunsch nach einer offiziellen Trauer-Veranstaltung für die Corona-Opfer bekräftigt. "Um all das als Gesellschaft besser zu verarbeiten, wünsche ich mir - zu gegebener Zeit - ein öffentliches Trauergedenken für die vielen Toten der Corona-Pandemie und ihre Angehörigen, die häufig noch nicht einmal Beistand leisten konnten", sagte Steinmeier der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit". Viele Menschen seien einen "bitteren, einsamen Tod gestorben", fügte er hinzu. Vor lauter medizinischen und hygienischen Fragen, finanziellen und wirtschaftlichen Herausforderungen gebe es in dieser Pandemie etwas, das bislang nicht sehr viel besprochen worden sei, "das aber einen tiefen Eindruck auf uns alle hinterlässt: Wir alle sind jetzt seit langer Zeit wieder ernsthaft mit der Verletzlichkeit unseres Lebens konfrontiert".

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier regt ein Trauergedenken an die Corona-Opfer an.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier regt ein Trauergedenken an die Corona-Opfer an. © Wolfgang Kumm/dpa

12.40 Uhr: Neun weitere Todesopfer in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben am Mittwoch 288 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun 6.952 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Die Zahl der in Zusammenhang mit dem Virus Verstorbenen stieg auf 76 seit Beginn Krise im März, das sind neun mehr als noch am Dienstag. Zudem mussten 20 weitere Patienten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Als genesen gelten mittlerweile 4.536 Dresdner - 102 mehr als am Vortag.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, beträgt nun laut dem Dresdner Gesundheitsamt 234,6. Da für schärfere Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt jetzt auch diesen Wert an. Am Mittwoch beträgt er 187,9, liegt damit unterhalb des Grenzwerts 200. Diese RKI-Zahlen sind jedoch durch Verzögerungen in der Meldekette weniger tagesaktuell.

12.27 Uhr: Ministerpräsident Michael Kretschmer im CoronaCast

Seit Dienstag gelten in Sachsen schärfere Corona-Regeln. Doch was passiert, wenn die beschlossenen Maßnahmen nicht reichen und die Fallzahlen weiter stark steigen? "Auch wenn wir das nicht wollen, dann müssten wir nach Weihnachten Kindergärten und Schulen schließen", sagt Michael Kretschmer im CoronaCast von Sächsische.de. In dem Podcast-Gespräch geht es neben diesem Thema auch um die Lage der Krankenhäuser im Freistaat. Außerdem wird kritisch auf das Handeln der Regierung im Sommer geblickt und analysiert, weshalb im Herbst die Situation gekippt ist.

Hören Sie sich den Podcast direkt über den Player hier an. Weitere Informationen zum Thema und zusätzliche Abspielmöglichkeiten finden Sie in diesem Artikel: "Als nächstes müssten wir Schulen und Kitas schließen"

12.22 Uhr: Bahn will Weihnachtsverkehr mit 100 Zusatz-Fahrten entzerren

Mit 100 zusätzlichen Fahrten über die Weihnachtstage will die Deutsche Bahn den Fernverkehr während dieser Zeit entlasten und für mehr Platz in den Zügen sorgen. "Das sind doppelt so viele Sonderzüge wie normalerweise an Weihnachten gefahren werden", sagte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber am Mittwoch in Berlin. Die zusätzlichen Züge sollen vom 18. bis zum 27. Dezember zum Einsatz kommen.

Wegen der Corona-Krise geht die Deutsche Bahn von einer deutlich geringeren Nachfrage aus als über die Feiertage normalerweise üblich ist. Eine Verbraucherumfrage habe ergeben, dass das Fahrgastaufkommen in diesem Jahr um bis zu 60 Prozent unter dem Niveau der Vorjahre liegen könnte, sagte Huber. Das entspräche einer durchschnittlichen Auslastung von 35 bis 40 Prozent. "Genau lässt sich das zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht absehen."

12.10 Uhr: Skilanglauf-Weltcup in Dresden ohne Schweden und Norweger

Nach Norwegen zieht auch Schweden seine Teilnahme an den Weltcup-Rennen im Skilanglauf in Davos und Dresden zurück. Die Sportler fürchten, mit dem Coronavirus infiziert zu werden. Damit bleiben zwei der erfolgreichsten Skinationen dem Wettbewerb fern. Der Arzt der schwedischen Mannschaft sagte am Mittwoch laut einer Mitteilung des Schwedischen Skiverbandes, man könne zurzeit keine sichere Hin- und Rückreise von und nach Dresden und Davos garantieren. "Wenn etwas schief geht, kann die Krankheit möglicherweise schwerwiegende Folgen für die infizierte Person haben. Keiner von uns ist bereit, dieses Risiko einzugehen", sagt Per Andersson.

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11.59 Uhr: Verbraucher trotz Corona in Kauflaune

Kräftige Umsatzanstiege verhelfen dem Einzelhandel in Deutschland weiter aus der Corona-Krise. Im Oktober nahm die Branche preisbereinigt 8,2 Prozent mehr ein als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Zum Vormonat September wuchsen die Umsätze um 2,6 Prozent. Das Niveau vor der Corona-Krise habe der Einzelhandel schon weit übertroffen, so die Statistiker: Gemessen am Februar, dem Monat vor Ausbruch der Pandemie hierzulande, lagen die Erlöse im Oktober real 5,9 Prozent höher. Über die ersten zehn Monate des Jahres hinweg steht ein deutliches Plus.

Allerdings verläuft die Erholung sehr unterschiedlich. Gute Geschäfte im Oktober machte etwa der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren (real plus 7,3 Prozent zum Vorjahr). Auch der Handel mit Einrichtung, Haushaltsgeräten und Baubedarf nahm deutlich zu, mit gut 14 Prozent Umsatzplus. Im boomenden Internet- und Versandhandel schossen die Erlöse gar um fast 30 Prozent hoch. Wofür die Deutschen ihr wegen ausgefallener Urlaube gespartes Geld ausgeben, erfahren Sie hier.

11.53 Uhr: Darts-WM soll mit Zuschauern steigen - Fans und Alkohol erlaubt

Die Darts-Weltmeisterschaft im Londoner Alexandra Palace soll auch im Corona-Jahr 2020 mit Publikum stattfinden. Für das Event ab 15. Dezember sollen 1.000 Fans pro Session zugelassen werden, wie der Weltverband PDC am Mittwoch mitteilte. Im Vergleich zu den großen Fußball-Stadien haben die Darts-Organisatoren damit nur geringe Zuschauereinbußen: Im "Ally Pally" finden auch in normalen Jahren nur bis zu 3.000 Zuschauer pro Session Platz. Die PDC spricht von einer "coronasicheren Umgebung unter besonderen Bedingungen". Bisher mussten seit Beginn der Pandemie im März alle Darts-Turniere ohne Publikum ausgetragen werden. Von Mitte März bis Juli war der Spielbetrieb auf der World Tour sogar komplett ausgesetzt.

Zu den Regeln für die WM zählt, dass nur Fans aus Großbritannien Tickets erwerben können. Interessierte können jeweils einen Tisch für vier Personen buchen und diesen mit Menschen aus ihrem Haushalt teilen. Essen und Getränke sollen mit einer speziellen App an den Tisch bestellt werden können. Auch alkoholische Getränke sollen erlaubt sein.

So sah es im Dezember 2020 bei der Darts: WM im Alexandra Palace aus. Dieses Jahr sind viel weniger Fans zugelassen.
So sah es im Dezember 2020 bei der Darts: WM im Alexandra Palace aus. Dieses Jahr sind viel weniger Fans zugelassen. © John Walton/PA Wire/dpa

11.32 Uhr: Rotes Kreuz: Corona hat mehr als 200.000 neue Freiwillige mobilisiert

Das Rote Kreuz hat im Corona-Jahr einen Zulauf von mehr als 200.000 neuen Freiwilligen erlebt. So konnten Familien und Alleinstehende weltweit während der Pandemie unterstützt werden, teilte die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) am Mittwoch in Genf mit. "Als Reaktion auf die beispiellosen humanitären Bedürfnisse in diesem Jahr haben wir auch beispiellose Menschlichkeit und Güte erlebt", sagte IFRC-Präsident Francesco Rocca. Jede einzelne gute Tat zähle. In den USA hätten sich rund 78.000 Menschen neu als freiwillige Helferinnen und Helfer gemeldet, in Italien 60.000, in den Niederlanden 48.000 und in Kenia 35.000.

Auch in kleineren Ländern wollten mehr Menschen etwas Gutes tun: In Kirgistan seien fast 2.000 Freiwillige hinzugekommen, und sogar im kleinen pazifischen Inselstaat Tuvalu, der keinen Corona-Fall hatte, seien 130 Menschen zusätzlich als Freiwillige an Bord gekommen. Insgesamt zählt die Föderation weltweit mehr als zwölf Millionen aktive Freiwillige. Freiwillige Rotkreuzhelfer verteilen zum Beispiel Nahrungsmittel und Medikamente, transportieren Kranke, helfen bei der Nachverfolgung von Infektionsketten und unterstützen Menschen in Quarantäne. Sie hätten zusammen Dutzende Millionen Menschen erreicht.

11.18 Uhr: Nächste Woche schon 800.000 Corona-Impfstoffdosen in Großbritannien

Die ersten 800.000 Corona-Impfstoffdosen des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer sollen bereits in der kommenden Woche in Großbritannien zur Verfügung stehen. "Zu Wochenbeginn werden wir das Impfprogramm gegen Covid-19 hier in diesem Land starten", sagte Gesundheitsminister Matt Hancock zudem am Mittwoch dem Nachrichtensender Sky News in London. Den Transport und die Lagerung des Vakzins bezeichnete er als eine Herausforderung, denn das Mittel müsse bei minus 70 Grad gelagert werden.

Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel hatte am Mittwochmorgen eine Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff bekanntgegeben. Es ist die erste Zulassung für den Impfstoff BNT162b2 weltweit. Er muss pro Person zweimal verabreicht werden. Premier Boris Johnson nannte die Notfallzulassung "fantastisch".

10.59 Uhr: Kretschmer weist in Finanzstreit Brinkhaus-Forderung zurück

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die Forderung des Unionsfraktionschefs im Bundestag, Ralph Brinkhaus (CDU), nach mehr Corona-Hilfen der Länder zurückgewiesen. "Dieser Streit ist aus meiner Sicht völlig an den Haaren herbeigezogen. Es gibt ihn so nicht", sagte er am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". "Ich glaube, dass wir gerade in der jetzigen Zeit Menschen brauchen, die mit Ruhe, Sachlichkeit und Verstand am Werk sind. Ein Streit jetzt auch ums Geld ist das letzte, was wir brauchen." Brinkhaus hatte mit seinem Vorstoß für einen größeren Länderbeitrag zu den Corona-Hilfen eine breite Länderfront auch aus den eigenen Reihen gegen sich aufgebracht, aber auch Rückendeckung von Unions-Haushalts- und Wirtschaftsexperten bekommen.

Kretschmer sagte, der Vorwurf verkenne ein bisschen den föderalen Staatsaufbau Deutschlands. Nur der Bund könne Steuern erheben. Nach der Verfassung sei klar, dass man sich auf eine notwendige Aufgabe verständige - wie jetzt die Bekämpfung der Pandemie. Nachdem die Pandemie etwas abgeklungen sei, müsse man sich zusammensetzen, einen "Kassensturz" machen und klären, aus welchen Quellen die Schulden, die nun von Bund und Ländern angehäuft worden seien, finanziert werden könnten.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) weist den Corona-Finanzierungsvorschlag seinen Parteikollegen Brinkhaus zurückgewiesen.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) weist den Corona-Finanzierungsvorschlag seinen Parteikollegen Brinkhaus zurückgewiesen. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild (Archiv)

10.44 Uhr: Fast Rekord mit fast 2.600 Corona-Tote an einem Tag in den USA

In den USA hat die Zahl der binnen 24 Stunden erfassten Corona-Toten den Höchststand seit Mitte April erreicht. Am Dienstag meldeten die Behörden 2.597 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore von Mittwochmorgen (MEZ) hervorging. Damit nähert sich die Zahl dem bislang höchsten Wert von 2.607 Toten am 15. April.

Zugleich gab es nach Angaben der JHU am Dienstag landesweit 180.098 neue Corona-Fälle. In der Vorwoche waren am gleichen Tag rund 172.900 Neuinfektionen gemeldet worden. Der bislang höchste Wert binnen eines Tages war am Freitag mit rund 205.000 neuen Fällen registriert worden. Wegen des Feiertags Thanksgiving am vergangenen Donnerstag waren viele Testzentren im Land geschlossen oder nur begrenzt geöffnet. Auch bei der Übermittlung von Daten soll es Medienberichten zufolge zu Verzögerungen gekommen sein.

10.20 Uhr: Kretschmer droht noch härteren Lockdown an

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat einen härteren Lockdown angekündigt - falls die Corona-Infektionszahlen bis Weihnachten nicht runtergehen. "Dann werden wir nach Weihnachten die Kindergärten nicht mehr öffnen können. Dann werden die Schulen länger geschlossen bleiben. Dann müssen wir darüber sprechen, ob die Geschäfte für eine gewisse Zeit lang geschlossen bleiben", sagte der Regierungschef im sozialen Netzwerk Instagram. Dort beantwortete Kretschmer Nutzer-Fragen. Er hoffe, dass die bisherigen Maßnahmen ausreichend seien. "Es hängt sehr davon ab, dass wir uns alle an die Maßnahmen halten, weil die Alternative wäre ein wirklich kompletter Lockdown und eine wirkliche Ausgangssperre. Das wollen wir auf jeden Fall verhindern", sagte Kretschmer.

Alles zu schließen wie im Frühjahr, wäre eine sehr teure Maßnahme. "Diese Kraft hat der Freistaat Sachsen nicht." Schon bei der Vorstellung der neuen Coronaschutzverordnung am vorigen Freitag hatte Kretschmer von einem Lockdown gesprochen, sollten die Maßnahmen im Dezember nicht klappen. Sachsen verzeichnet derzeit bundesweit die höchste Rate an Neuinfektionen binnen 7 Tagen je 100.000 Einwohner. In den meisten der 13 Regionen im Land gelten Ausgangsbeschränkungen. Haus oder Wohnung dürfen nur noch mit triftigem Grund verlassen werden. Zudem wurden die Maskenpflicht ausgeweitet und Alkoholverbote erlassen.

10 Uhr: Querdenken plant weiter große Demonstration in Berlin

Die Stuttgarter Initiative Querdenken hält an ihrer geplanten großen Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen am Silvestertag in Berlin fest. Angemeldet seien 22.500 Teilnehmer, teilte der Initiator Michael Ballweg mit. Die Demonstration solle am Nachmittag des 31. Dezember auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Großem Stern ähnlich wie im August ablaufen. Im Sommer hatten dort Zehntausende Menschen demonstriert.

Auch auf der Internetseite von Querdenken heißt es: "Bundesweite Demo in Berlin am 31.12.2020". Alle Initiativen bundes- und europaweit sollten sich unter dem Motto "Willkommen 2021 – Das Jahr der Freiheit und des Friedens" beteiligen.
Die Berliner Polizei bestätigte, dass Querdenken eine Demonstration mit dem Titel "Berlin invites Europe - Fest für Freiheit und Frieden II" angemeldet habe. "Aktuell laufen dazu Abstimmungen zwischen der Initiative und der Polizei Berlin." Einzelheiten könnten noch nicht mitgeteilt werden. Die Polizei hat dabei auch die aktuellen Corona-Regeln für Demonstrationen - Maskenpflicht und Abstand - im Blick.

Im August hatten sich viele Querdenken-Demonstranten nicht an die Abstandsregel gehalten. Am 18. November war dann eine ähnliche Demonstration von der Polizei mit Hilfe von Wasserwerfern aufgelöst worden, weil fast niemand einen Mund-Nasen-Schutz trug.

Teilnehmer einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen stehen am 28. August vor dem Reichstag, ein Teilnehmer hält eine Reichsflagge.
Teilnehmer einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen stehen am 28. August vor dem Reichstag, ein Teilnehmer hält eine Reichsflagge. © Fabian Sommer/dpa

9.42 Uhr: Intensivmediziner: Rückgang der Belastung in Krankenhäusern in Sicht

Trotz einer Rekordzahl von Corona-Todesfällen sieht der Chef der Intensivmediziner-Vereinigung Divi, Uwe Janssens, die Situation in den Krankenhäusern unter Kontrolle. "Wir hoffen sehr stark, und wir sehen es in den letzten Tagen auch, dass wir in eine sehr hohe Stabilisierungsphase auf deutschen Intensivstationen eintreten", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Die Zuwächse bei den Zahlen seien nicht mehr in dem Umfang da, "das heißt, wir kommen auf ein Plateau". Wenn es so bliebe, könnte es in 14 bis 20 Tagen einen leichten Rückgang der Belastung geben.

Wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Mittwochmorgen hervorgeht, sind in den vergangenen 24 Stunden 487 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet worden - ein neuer Rekord seit Beginn der Pandemie. Janssens sagte, die hohen Sterbezahlen seien Ergebnis der hohen Infektionszahlen der letzten Wochen. "Es dauert halt, bis ein an Covid-19 erkrankter Patient leider Gottes diesen schweren Weg nimmt und verstirbt", sagte er.

Gleichzeitig erneuerte der Intensivmediziner seine Sorge über die Lockerung der Corona-Maßnahmen über die Feiertage. In einigen Regionen Deutschland seien noch Intensivbetten frei, 20 bis 30 Prozent etwa in Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern. Im wegen der Lockerungen möglichen Fall wieder steigender Infektionszahlen müsste man demnach erst diese Ressourcen durch Verlegungen ausnutzen. Erst dann sei man an einer Grenze angekommen.

9.28 Uhr: Verhandlungen über neue Staatshilfen für Tui kurz vor dem Ziel

Die Verhandlungen über neue Staatshilfen für den Reisekonzern Tui stehen offenbar kurz vor dem Ziel. Am Mittwochmorgen kam dazu der Ausschuss des Wirtschaftsstabilisierungsfonds zu Beratungen zusammen, wie mehrere Insider berichteten. In diesem Ausschuss sitzen Vertreter von Bundesministerien. Geplant sind Stabilisierungsmaßnahmen für Tui, es soll um einen Beitrag von mehr als einer Milliarde Euro gehen. Die Tourismusbranche ist besonders stark vom Nachfragerückgang in der Corona-Pandemie betroffen.

Tui war im Frühjahr als erstes deutsches Großunternehmen von der staatlichen Förderbank KfW mit einem Darlehen über 1,8 Milliarden Euro unterstützt worden. Ende September waren 1,2 Milliarden Euro in Form einer zweiten Kreditlinie sowie einer Anleihe hinzugekommen, die der Bund auch in eigene Anteile bei Tui umwandeln kann. Der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds dient der Stabilisierung der Wirtschaft in Folge der Coronavirus-Pandemie. Er stellt Unternehmen Stabilisierungsmaßnahmen zur Stärkung ihrer Kapitalbasis und zur Überwindung von Liquiditätsengpässen bereit. beschlossen.

Tui könnte bald bis zu einer Milliarde Euro Staatshilfen bekommen.
Tui könnte bald bis zu einer Milliarde Euro Staatshilfen bekommen. © Julian Stratenschulte/dpa (Archiv)

8.59 Uhr: EZB: Bargeld verliert immer mehr an Bedeutung

Bargeld verliert nach Erkenntnissen der Europäischen Zentralbank (EZB) für Verbraucher allmählich an Bedeutung. Zwar seien Scheine und Münze weiterhin das beliebteste Zahlungsmittel für kleinere Beträge an der Ladenkasse, die Nutzung von Karten nehme jedoch zu. Das geht aus Daten für das Jahr 2019 hervor, die die Notenbank am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichte. Demnach wickelten im vergangenen Jahr die Erwachsenen im Euroraum 73 Prozent ihrer Zahlungen an Verkaufsstellen und zwischen Privatpersonen bar ab. Drei Jahre zuvor waren es noch 79 Prozent. Der Anteil der Kartennutzung für kleinere Beträge an der Ladenkasse stieg in den drei Jahren von 19 Prozent auf 24 Prozent der Transaktionen. In einer ergänzenden Erhebung im Juli 2020 gaben vier von zehn Befragten nach Auskunft der EZB an, seit Beginn der Corona-Pandemie Bargeld seltener verwendet zu haben.

8.35 Uhr: Städtebund fordert mehr verkaufsoffene Sonntage

Angesichts der Umsatzeinbrüche bei vielen Einzelhändlern in der Corona-Krise fordert nun auch der Städte- und Gemeindebund, mehr verkaufsoffene Sonntage zu gestatten. Die Geschäfte in den Innenstädten gerieten "zunehmend in die Krise und können sich kaum gegen einen Online-Handel behaupten, der sieben Tage die Woche 24 Stunden offen ist", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem "Handelsblatt".

"Da wäre es richtig und wichtig, jedenfalls in dieser Krisensituation zusätzliche verkaufsoffene Sonntage zu ermöglichen." Vergangene Woche hatte bereits Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) angeregt, im kommenden Jahr mehr verkaufsoffene Sonntage zu gestatten. Zuvor hatte auch die FDP die Länder aufgefordert, in ihren Ladenschlussgesetzen zu ermöglichen, dem Einzelhandel an möglichst vielen Sonntagen die Öffnung zu erlauben.

8.15 Uhr: Biontech und Pfizer: Großbritannien lässt Corona-Impfstoff zu

Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel hat nach Angaben des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer eine Notfallzulassung für deren Corona-Impfstoff erteilt. Das teilten die beiden Unternehmen am Mittwoch mit. Damit bekommen die Briten früher grünes Licht für einen Corona-Impfstoff als die EU und die USA. Mehr zur Impfstoff-Zulassung lesen Sie hier.

8.10 Uhr: Datenschutzbeauftragter für Verbesserungen von Corona-App

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber (SPD) hat sich hinter Forderungen nach einer Verbesserungen der Corona-Warn-App gestellt. "Wir sind der festen Überzeugung, dass man die Corona-Warn-App um Funktionen ergänzen kann, ohne Datenschutzprobleme zu bekommen", sagte Kelber laut "Welt". So könne etwa eine automatische Cluster-Erkennung integriert werden. "Außerdem könnte man die Zettelwirtschaft in der Gastronomie beenden, indem man eine entsprechende Registrierungsmöglichkeit in der App integriert", zitierte die Zeitung den Datenschutzbeauftragten.

Denkbar sei auch, dass die Nutzer negative Testergebnisse freiwillig teilten, um die Pandemie-Forschung zu unterstützen. Diese Funktionen ließen sich "datenschutzkonform umsetzen". Als vereinbar mit dem Datenschutz stuft Kelber dem Interview zufolge auch ein zentrales Impfregister zur Erfassung nicht personenbezogener Daten ein. "Ich habe keine grundsätzliche Skepsis", sagte er. Ein solches Register und die damit verbundenen Datenverarbeitungen bräuchten aber eine rechtliche Grundlage.

8.03 Uhr: Sportler protestieren in Bautzen gegen Corona-Maßnahmen

Mit Abstand stehen vier Männer auf dem Kornmarkt in Bautzen. Einer hat ein Rad dabei, einer trägt einen Trainingsanzug, einer einen Badmintonschläger: Die Utensilien, die sie dabeihaben, stehen symbolisch für ihr Anliegen. Sie rufen zum Protest gegen die Schließung der Sportstätten wegen der Corona-Pandemie auf. Dabei wollen sie aber nicht dicht an dicht nebeneinander stehen wie bei den "Querdenken"-Protesten. Stattdessen wollen sie ihren Protest online abhalten. Was ihre ungewöhnliche Idee direkt mit Sport zu tun hat und wie sie sie vorbereiten, erfahren Sie hier (SZ+).

7.37 Uhr: Diakonie fordert regelmäßige Corona-Schnelltests in Pflegeheimen

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie mahnt flächendeckend regelmäßige Corona-Schnelltests in Pflegeeinrichtungen an. Um Sicherheit zu bekommen und eine Isolation von Heimbewohnern wie im Frühjahr zu verhindern, müssten zweimal pro Woche sowohl die Bewohnerinnen und Bewohner wie auch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getestet werden, sagte Lilie am Mittwoch im Deutschlandfunk. Das sei momentan noch nicht in allen Einrichtungen möglich. Ziel sei es, Besuche insbesondere an den Weihnachtstagen zu ermöglichen. Dem stünden derzeit logistische Schwierigkeiten bei der Auslieferung der Tests durch die Behörden entgegen. "Das wird Stück für Stück besser", sagte Lilie, "aber wir brauchen da eine andere Geschwindigkeit."

"Die Pflegenden sind am Limit", sagte der Präsident der evangelischen Wohlfahrtsorganisation zu Ergebnissen einer Umfrage unter Diakonie-Beschäftigten. Ihnen werde in der Corona-Pandemie mehr als zu viel abverlangt, ergänzte Lilie und verwies darauf, dass sich der Personalmangel in den Einrichtungen durch Covid-19-Erkrankungen und Quarantänefälle noch einmal deutlich verschärft habe.

Nichts für Laien: Corona-Schnelltests gehören in die Hände von Fachpersonal.
Nichts für Laien: Corona-Schnelltests gehören in die Hände von Fachpersonal. © Sven Hoppe/dpa

7.16 Uhr: Familiennachzug - Außenministerium großzügiger bei Sprachkenntnissen

In der Corona-Krise legt das Auswärtige Amt die Sprach-Anforderungen für den Nachzug von Ehepartnern nach Deutschland etwas weiter aus. Das geht aus Angaben von Staatsminister Niels Annen (SPD) im inzwischen veröffentlichten Protokoll einer Bundestagssitzung in der vergangenen Woche hervor. Für den Nachzug von Bürgern aus Nicht-EU-Staaten ist normalerweise eine der Voraussetzungen, dass "der Ehegatte sich zumindest auf einfache Art in deutscher Sprache verständigen kann", wie es im Aufenthaltsgesetz heißt. Für Bürger der 27 EU-Länder sowie Island, Liechtenstein und Norwegen ist der Nachzug generell einfacher. Allerdings muss es den Betroffenen auch möglich und zumutbar sein, Deutsch zu lernen. Als Richtwert gilt hier seit einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2012 ein Jahr: Dieser Zeitraum wird vom für die Visavergabe zuständigen Auswärtigen Amt als zumutbar angesehen für den Versuch, sich einfache Deutschkenntnisse anzueignen.


In der Corona-Pandemie können Sprachinstitute geschlossen oder wegen Reisebeschränkungen über einen längeren Zeitraum nicht erreichbar sein, erklärte Annen schon Mitte November im Bundestag.

6.58 Uhr: Aida Cruises rechnet mit Erholung der Branche

Vor dem für Samstag geplanten Saisonneustart der Kreuzfahrtreederei Aida Cruises auf den Kanarischen Inseln hat sich Vorstandschef Michael Thamm zuversichtlich über die Zukunft der Branche gezeigt. Noch im Dezember soll das zweite Schiff in der Region starten. "Wir gehen auch davon aus, dass wir im Frühjahr alle 14 Schiffe wieder in Fahrt haben werden", sagte Thamm. Im März hatte Aida Cruises wie alle Firmen der Branche wegen der Corona-Pandemie die Reisen eingestellt. Die bisherigen Umsatzausfälle bei Aida lägen im Bereich von rund 1,5 Milliarden Euro. "Wir kommen einigermaßen gut durch diese schwierige Situation", sagte Thamm. "Die Situation ist auf gar keinen Fall existenzbedrohend."

Mit dem US-Unternehmen Carnival Corporation gebe es einen starken Gesellschafter, der Zugang zum Kapitalmarkt habe. "Wir verhandeln mit der Bundesregierung über einen Kredit von 400 Millionen Euro. Ich hoffe, wir kommen noch dieses Jahr zu einem positiven Abschluss." Aida Cruises beschäftigt laut Thamm aktuell rund 10.000 Mitarbeiter. Von den rund 1500 Beschäftigten an Land seien etwa 80 Prozent in Kurzarbeit. Die Mehrzahl der ausländischen Mitarbeiter warte in den Heimatländern darauf, dass die Branche wieder in Gang kommt.

6.40 Uhr: Corona-Krise treibt Notebook-Verkäufe weiter hoch

Die starke Nachfrage nach Notebooks in der Corona-Krise hält länger an als zunächst erwartet. "Anfang des Jahres sah es nach einem sechs Monate langen Schub für die Branche aus", betonte Analyst Ryan Reith vom Marktforscher IDC in der Nacht zum Mittwoch. Nun zeige sich aber, dass der Aufschwung nachhaltiger sei. IDC rechnet damit, dass der Trend zum Arbeiten und Lernen von Zuhause aus das Geschäft sogar noch über das Jahr 2022 hinaus ankurbeln könne.

Die PC-Verkäufe gingen mit dem Vormarsch der Smartphones auf Talfahrt, stabilisierten sich dann aber bei deutlich kleineren Stückzahlen als früher. Schon das Absatzplus von 2,7 Prozent 2019 wurde als Erfolg gesehen. In diesem Jahr schoss mit dem Wechsel ins Homeoffice angesichts der Corona-Pandemie aber vor allem der Verkauf mobiler Computer in die Höhe. IDC rechnet mit einem Zuwachs von gut 26 Prozent auf 215,8 Millionen verkaufte Notebooks. Bei Desktop-Rechnern werde es einen Rückgang von 17 Prozent auf 75,5 Millionen Geräte geben. Insgesamt erwarten die Marktforscher ein Verkaufsplus von 11,2 Prozent.

6.14 Uhr: Stehen die Tannenbäume im Corona-Jahr früher in den Stuben?

Machen es sich die Deutschen im Corona-Jahr früher zu Hause mit einem Tannenbaum gemütlich? In den sozialen Medien wirkt es vielfach so. Echte Bäume aber sind das wohl meistens noch nicht. Der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger im badischen Bühl erwartet auch 2020 ein traditionelles Verhalten beim Tannenbaumkauf. Die "stille Masse" posiert demnach nicht schon jetzt mit einem geschmückten Baum im Wohnzimmer. Die meisten der etwa 22 Millionen echten Weihnachtsbäume werden erst um den vierten Advent verkauft, wie Geschäftsführer Martin Rometsch der Deutschen Presse-Agentur sagte - diesmal also etwa zwischen dem 15. und 23. Dezember.

Vor allem im Freien wie vor Geschäften stehen schon reichlich Weihnachtsbäume.
Vor allem im Freien wie vor Geschäften stehen schon reichlich Weihnachtsbäume. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

5.57 Uhr: Höchstwert: 487 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 487 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Das ist ein neuer Rekord seit Beginn der Pandemie, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Der bisherige Höchstwert war am Freitag mit 426 Todesfällen erreicht worden. Insgesamt wurden binnen 24 Stunden 17.270 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das sind rund 1.400 weniger als in der Vorwoche, in der am Mittwoch 18.633 neue Fälle hinzukamen. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg am Mittwoch auf 17.123.

Das RKI zählt in Deutschland seit Beginn der Pandemie 1.084.743 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 (Stand: 02.12, 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 779.500 Menschen inzwischen genesen. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 0,89 (Vortag: 0,91). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 89 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

5.29 Uhr: Marburger Bund fordert Entlastung für Klinikärzte

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert eine Entlastung der Klinikmitarbeiter in der Corona-Pandemie. "Das ärztliche und pflegerische Personal arbeitet am Anschlag", sagte die Vorsitzende des Verbandes, Susanne Johna. Viele Krankenhäuser seien aufgrund der vielen Intensivpatienten am Limit. "Wirklich schockierend finde ich Überlegungen, Ärztinnen und Ärzte, die positiv auf das Virus getestet sind, weiter arbeiten zu lassen, ohne auch nur annähernd alle Entlastungsmöglichkeiten für das Personal auszuschöpfen", so Johna. Die Bundesvorsitzende verlangt, mehr Rücksicht auf die Beschäftigten zu nehmen. "Ich höre ständig neue Vorschläge zur Aufweichung von Höchstgrenzen der Arbeitszeit." Dabei sei Entlastung geboten.

"Wir fordern seit Wochen, dass Vorgaben zur Dokumentation und andere Verwaltungstätigkeiten ausgesetzt werden, die schon im Normalbetrieb wahnsinnig viel Zeit kosten." Doch die Appelle blieben bisher unbeachtet, kritisierte die Krankenhausärztin. Den größten Handlungsbedarf sieht die Internistin beim Ärztemangel und bei der Unterbesetzung im öffentlichen Gesundheitsdienst. So lange junge Ärztinnen und Ärzte bis zu 1.500 Euro im Monat weniger verdienen als im Krankenhaus, werden nach Johnas Überzeugung die Gesundheitsämter personell ausbluten. "Zum Schutz der Bevölkerung auf vielen Ebenen brauchen wir einen starken Öffentlichen Gesundheitsdienst, nicht nur in der jetzigen Pandemie, sondern dauerhaft", sagte Johna.

5.13 Uhr: Strengere Corona-Regeln für Sachsens Großstädte

Für Dresden und Chemnitz gelten von Mittwoch an strengere Corona-Regeln. Das sehen die Allgemeinverfügungen vor, die dann in Kraft treten. Dazu zählen etwa eine Ausweitung der Maskenpflicht in der Innenstadt und ein teilweises Alkoholverbot. In Chemnitz greifen zudem Kontakt - und Ausgangsbeschränkungen. Die Wohnung darf dann nur noch aus "triftigen Gründen" verlassen werden - etwa für den Weg zur Arbeit, Schule und Kita, dem Arzt oder für Sport. Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) appellierte an die Bürger, die Regelungen ernst zu nehmen. "Meine Bitte: Wägen Sie ab, ob Sie wirklich einen triftigen Grund haben, die Wohnung zu verlassen." Mit den vom 2. Dezember an geltenden Verfügungen setzen die Städte die Vorgaben aus der neuen sächsischen Corona-Schutzverordnung um.

In Dresden drohen ebenfalls Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen - und zwar dann, wenn die Landeshauptstadt an fünf Tagen hintereinander den kritischen Wert von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche überschreitet. Das ist bisher noch nicht der Fall. Die Stadt werde die Öffentlichkeit unverzüglich informieren, hieß es. Als Grundlage gelten die Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Leipzig will am Mittwoch ebenfalls eine Allgemeinverfügung mit neuen Corona-Regeln veröffentlichen. Vorgesehen sind zwar keine strikte Ausgangsbeschränkungen, dafür aber ein Verbot für den Verkauf von alkoholischen Heißgetränken wie Glühwein oder Grog im gesamten Stadtgebiet. Noch liegt Leipzig unter der kritischen 200er Marke.

Blick über die Augustusbrücke in Dresden in Richtung Altstadt.
Blick über die Augustusbrücke in Dresden in Richtung Altstadt. © Marion Doering

5.04 Uhr: Laschets Sohn: Habe keinen Vorteil, keine Provision erhalten

In der Debatte um eine Masken- und Kittel-Bestellung der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen bei der Mode-Firma van Laack hat sich Johannes "Joe" Laschet zu Wort gemeldet: "Selbstverständlich habe ich keinen Cent, keinen Vorteil und keine Provision erhalten", schrieb der Sohn von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) im sozialen Netzwerk Instagram. Bei der Suche nach Masken und Produzenten zu Beginn der Corona-Krise habe er seinem Vater den Kontakt eines "Inhabers weitergegeben, mit dem ich bekanntlich schon lange zusammen arbeite", schrieb Joe Laschet - ohne den Namen van Laack zu erwähnen. "Zweck des ganzen war, dass Krankenhäuser, Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger fehlende Schutzkleidung bekommen konnten", so der Mode-Influencer, der bei Instagram knapp 92.000 Abonnenten hat: "Es ging nicht um persönliche Vorteile, sondern um effektive Hilfe."

Van Laack-Inhaber Christian von Daniels hatte am Wochenende in der "Rheinischen Post" publik gemacht, dass sein Werbe-Partner "Joe" Laschet den Kontakt zum Ministerpräsidenten hergestellt hatte. Im Frühjahr hatte die Firma aus Mönchengladbach einen Auftrag des Landes über 38,5 Millionen Euro bekommen. Die NRW-Polizei orderte später zwei mal 1,25 Millionen Masken für insgesamt vier Millionen Euro.

Mittwoch 5 Uhr: Fraktionsvize der Union fordert mehr Schutz für den Bundestag

Den Reichstag besser zu schützen, hat der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Thorsten Frei gefordert. "Jedes Landesparlament ist im Augenblick besser geschützt als der Deutsche Bundestag", sagte der Bundestagsabgeordnete der in Düsseldorf erscheinenden Tageszeitung "Rheinischen Post". "Ich bin ein klarer Befürworter einer Bannmeile", sagte Frei. Die derzeit geltende Regelung sei unzureichend, wie sich bei den Corona-Demonstrationen gezeigt habe.

Ende August beispielsweise waren zahlreiche Demonstranten, viele von ihnen aus der Szene der sogenannten Reichsbürger, mit Fahnen und zum Teil auch mit Geschrei die Treppe zum Besuchereingang des Reichstags hochgelaufen. Die Szenen hatten für Empörung gesorgt. Als der Bundestag noch in Bonn getagt hatte, gab es eine sogenannte Bannmeile um das Gebäude, in der nicht demonstriert werden durfte - Ausnahmen waren möglich. In Berlin gibt es keine Bannmeile um das Parlament mehr, sondern einen "befriedeten Bezirk". Dort sind öffentliche Versammlungen zwar grundsätzlich verboten - aber zuzulassen, "wenn eine Beeinträchtigung der Tätigkeit des Deutschen Bundestages und seiner Fraktionen" nicht zu erwarten ist.

Corona-Pandemie: Das geschah am Dienstag

21.49 Uhr: Spahn gibt keine Schnelltest-Garantie

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Hoffnung auf eine Verfügbarkeit von Corona-Schnelltests in allen Alten- und Pflegeheimen bis Weihnachten gedämpft. "Kann ich versprechen, dass jedes Pflegeheim am 24.12. welche hat? Nein", sagte Spahn am Dienstag im WDR-Fernsehen in einem Doppelinterview, das mit ihm und dem NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) geführt wurde. Er wolle da ehrlich sein. Es seien auch schon Tests verfügbar, aber eben noch nicht überall ausreichend, so Spahn. Das werde sich aber Zug um Zug verbessern. Ein Schnelltest könne eine "zusätzliche Sicherheit" für einen Besuch bei Verwandten bedeuten. Die anderen Corona-Regeln seien damit aber nicht aufgehoben.

20.45 Uhr: England lockert Corona-Regeln

In England gelten von Mittwoch an wieder regional unterschiedliche Regelungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Eine entsprechende Verordnung der Regierung wurde am Dienstagabend vom Parlament in London abgesegnet. Das Land wird in drei Warnstufen eingeteilt. Trotz heftigen Widerstands aus Teilen der konservativen Regierungspartei wurden die Maßnahmen mit großer Mehrheit angenommen - auch dank zahlreicher Enthaltungen von Seiten der Opposition.

Für weite Teile des Landes bedeutet das eine Lockerung der Regeln. Nicht lebensnotwendige Geschäfte waren seit Anfang November landesweit geschlossen. Auch Restaurants und Pubs durften nicht öffnen. Das wird nun teilweise zurückgenommen. Trotzdem gibt es vor allem in Premierminister Boris Johnsons Tory-Partei immer größeren Widerstand gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung.

Seit Anfang November hatte die Regierung einen zweiten Lockdown über England verhängt. In den Landesteilen Schottland, Wales und Nordirland gelten eigene Regeln. In Großbritannien wurden am Dienstag 602 neue Todesfälle bei positiv mit dem Virus Getesteten innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf mehr als 59.000. Zudem wurden 13 430 Neuinfektionen registriert.

20.22 Uhr: Bringt Corona den Weihnachtsbraten in Gefahr?

Andre Noack aus dem Kreis Meißen ist Geflügelzüchter. Über Aufträge braucht er sich nicht zu beschweren, die meisten seiner Gänse, Enten und Perlhühner sind längst für den Weihnachtstag reserviert. Doch was passiert, wenn kurz vor dem Fest das Virus in seiner Belegschaft ausbrechen würde und Mitarbeiter in Quarantäne müssten? Was geschieht dann mit dem Geflügel, wenn es nicht geschlachtet und verkauft werden kann? Was Andre Noack tut, um das zu verhindern, lesen Sie hier: Bringt Corona den Weihnachtsbraten in Gefahr?

20.02 Uhr: Positive Tests bei Berliner Eisbären

Wegen positiver Covid-19-Testergebnisse innerhalb des Teams der Eisbären Berlin muss das Spiel der Hauptstädter gegen die Adler Mannheim beim Magenta Sport Cup vorsorglich verlegt werden. Wie die Deutsche Eishockey Liga am Dienstagabend mitteilte, findet das Spiel nun am Dienstag statt. Ursprünglich war das Duell für diesen Donnerstag geplant.

Die positiv getesteten Spieler verbleiben laut DEL-Mitteilung für die kommenden zehn Tage in häuslicher Quarantäne und werden nach negativ ausfallenden Corona-Tests - unter Einhaltung des «Return-to-Play»- Protokolls der DEL - den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen.

19.49 Uhr: Joe Biden verspricht "neue amerikanische Wirtschaft"

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat bekräftigt, die Wirtschaft des Landes reformieren zu wollen. «Wir können eine neue amerikanische Wirtschaft aufbauen, die für alle Amerikaner funktioniert, nicht nur für einige», sagte Biden am Dienstag bei der Vorstellung seines Wirtschafts- und Finanzteams in seinem Heimatort Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. Mit Blick auf die durch die Corona-Pandemie verursachte Krise versprach Biden, dass er und sein Team die Wirtschaft wieder in Gang bringen und jeder von der erhofften Erholung profitieren werde. Seine Regierung werde Jobs schaffen, Einkommen erhöhen, Medikamentenpreise senken, die Gleichheit zwischen den ethnischen Gruppen im Land fördern und die Mittelschicht, das "Rückgrat des Landes", stärken.

19.10 Uhr: Schärfere Regeln in Chemnitz

Die Menschen in Chemnitz müssen sich angesichts hoher Corona-Infektionszahlen auf strenge Corona-Regeln einstellen. Entsprechende Allgemeinverfügungen hat die Stadt am Dienstag erlassen. Zu den Regeln zählen unter anderem eine Ausweitung der Maskenpflicht in der Innenstadt und ein Alkoholverbot für öffentliche Plätze.

In Chemnitz gilt bereits ab dem 2. Dezember eine Kontakt - und Ausgangsbeschränkung. Die Wohnung darf nur aus "triftigen Gründen» verlassen werden: für den Weg zur Arbeit, Schule und Kita sowie für Sport und Bewegung.

"Die Situation ist sehr ernst, auch die Chemnitzer Krankenhäuser kommen an ihre Kapazitätsgrenzen. Deshalb ist es absolut notwendig, dass sich alle an die Regelungen halten und die Kontakte auf das Notwendigste reduzieren", sagte Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD).

17.54 Uhr: Görlitzer Landrat warnt die Bürger

Der Landrat des Landkreises Görlitz, Bernd Lange, hat die Einwohner des Landkreises auf eine längere Corona-Pandemie und schärfere Kontrollen eingestimmt. "Öffnungen von Gaststätten und Restaurants halte ich für ausgeschlossen", sagte Lange am Dienstag. Auch von Einkaufsfahrten nach Dresden riet Lange ab und warnte vor möglichen Kontrollen. Das ganze Gespräch mit dem Landrat lesen Sie hier.

Die täglichen Neuinfektionen im Kreis steigen, die 7-Tage-Inzidenz hat die 400-er Marke deutlich überstiegen, und jetzt musste er auch noch verschärfte Einschränkungen verhängen. Görlitz gehört deutschlandweit zu den Landkreisen, wo das Coronavirus am stärksten verbreitet ist.

17.07 Uhr: Bremer Ordnungsamt untersagt "Querdenken-Demo"

Das Bremer Ordnungsamt hat eine für Samstag angekündigte große Demonstration der sogenannten Querdenken-Bewegung gegen die Corona-Politik verboten. Es geht um zwei Veranstaltungen vor dem Bahnhof sowie auf dem historischen Marktplatz, bei denen mit insgesamt 30.000 Teilnehmern zu rechnen sei, teilte die Innenbehörde am Dienstag mit.

Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) betonte, die Bremer versuchten seit Wochen unter teils großen persönlichen und wirtschaftlichen Opfern, die Infektionsrate wieder unter ein beherrschbares Maß zu drücken und jeden unnötigen Kontakt zu vermeiden. "Vor diesem Hintergrund ist es hanebüchen und geradezu irre, was diese Leute unter Leugnung aller Fakten und Gefahren in Bremen planen."

Das zuständige Ordnungsamt verhindere mit seiner Entscheidung womöglich ein sogenanntes Superspreader-Ereignis mit schwerwiegenden Folgen für viele auch unbeteiligte Menschen, verteidigte Mäurer die Entscheidung. Zudem werde die "Querdenker"-Bewegung zum idealen Agitationsfeld für Bewegungen aus dem rechten Spektrum.

In anderen Bundesländern wurden vergleichbare Verbote vor den Verwaltungsgerichten angefochten. Beim Bremer Verwaltungsgericht ging nach eigenen Angaben bis Dienstagabend kein Antrag ein. Sollte es dennoch zu einer Demonstration kommen, ist laut Innenbehörde mit erheblichen Verkehrsbehinderungen im gesamten Stadtgebiet zu rechnen. Die Bremer Polizei bereite sich auf einen Großeinsatz vor und werde von Kräften aus Brandenburg, Schleswig-Holstein, Berlin und der Bundespolizei unterstützt.

17.01 Uhr: Koalition streitet über Homeoffice

Zwischen Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ist offener Streit über einen gesetzlichen Weg für mehr Homeoffice in Deutschland ausgebrochen. Altmaier zeigte sich skeptisch gegenüber einem Entwurf für ein "Mobile Arbeit Gesetz", den Heil am Vortag zur Abstimmung an die anderen Bundesministerien geschickt hatte.

Heil will den Arbeitnehmern ein neues Recht geben: Sie sollen in ihrer Firma konkret anmelden können, wann und wie viel sie mobil arbeiten wollen. Der Arbeitgeber soll dies mit ihnen erörtern - und gegebenenfalls begründet und schriftlich ablehnen müssen. Altmaier hält davon aber wenig - obwohl auch der Koalitionsvertrag von Union und SPD die Förderung mobiler Arbeit und einen Anspruch auf Auskunft über eventuelle Ablehnungsgründe vorsieht und Homeoffice in der Pandemie einen Boom erlebt. Hintergründe und Argumente erfahren Sie hier.

16.50 Uhr: Zoom verfünffacht Gewinn - Anleger trotzdem unzufrieden

Der Videokonferenz-Dienst Zoom ist im vergangenen Quartal weiter explosiv gewachsen - den Anlegern geht das inzwischen aber nicht mehr schnell genug. Die Zoom-Aktie fiel nach Vorlage der Zahlen im frühen US-Handel am Dienstag um gut 13 Prozent. Dabei sprang der Umsatz binnen eines Jahres von 166,6 Millionen Dollar (139,2 Mio Euro) auf gut 777 Millionen Dollar hoch. Der Gewinn in dem Ende Oktober abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal schoss im Jahresvergleich sogar von 2,2 Millionen auf 198,4 Millionen Dollar hoch.

Zoom war mit der Corona-Krise in eine neue Liga aufgestiegen. Die Firma sollte ursprünglich Videokonferenzen für Unternehmen zur Verfügung stellen. In der Pandemie nahm aber nicht nur die Nutzung in Firmen zu, sondern auch Verbraucher greifen zu Zoom für alle möglichen Szenarien - von Familientreffen bis Yoga-Stunden.

Das Geld verdient Zoom allerdings nach wie vor im Geschäft mit größeren Unternehmen. Die Zahl der Kunden mit mehr als zehn Mitarbeitern stieg auf 433 700, das waren fast sechs Mal mehr als vor einem Jahr, wie Zoom nach US-Börsenschluss am Montag mitteilte. Vor drei Monaten hatte die Firma erst 370 200 Kunden mit mehr als zehn Beschäftigten.

16.26 Uhr: Leipzig verbietet Glühweinverkauf

Auch das von deutlich weniger Corona-Infektionen betroffene Leipzig hat neue Corona-Beschränkungen erlassen, will aber Ausgangsbeschränkungen um jeden Preis vermeiden. Deshalb gilt nun eine erweitere Maskenpflicht in der Innenstadt sowie ein Verkaufsverbot für Glühwein-Stände. Welche Regeln darüber hinaus in Sachsens größter Stadt gelten, lesen Sie hier.

Leipzig ohne Glühwein? Zugunsten der Verzichts auf Ausgangsbeschränkungen verzichtet Leipzig auf den Außer-Haus-Verkauf von Glühwein.
Leipzig ohne Glühwein? Zugunsten der Verzichts auf Ausgangsbeschränkungen verzichtet Leipzig auf den Außer-Haus-Verkauf von Glühwein. © Patrick Seeger/dpa

16.19 Uhr: Bund will künftig stärker auf Schnelltests setzen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie können künftig mehr Schnelltests zum Einsatz kommen - in Pflegeheimen, Kliniken und nach Infektionsfällen etwa auch in Schulen. Das sieht eine neue Verordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, die an diesem Mittwoch in Kraft tritt. Für Menschen, die in Corona-Risikogebiete mit hohen Infektionszahlen im Ausland reisen, werden Regelungen zugleich weiter verschärft: Für sie sind Corona-Tests nach der Rückkehr bald nicht mehr kostenlos - diese Möglichkeit läuft am 15. Dezember aus.

Schnelltests sind inzwischen in größeren Mengen verfügbar. Dabei brauchen die Proben nicht extra zum Auswerten ins Labor geschickt werden. Diese Antigen-Tests gelten aber als nicht so genau wie sonst genutzte PCR-Tests. Laut Robert Koch-Institut (RKI) muss ein positives Ergebnis eines Schnelltests daher mit einem PCR-Test bestätigt werden. Gemacht werden müssen Schnelltests von medizinisch geschultem Personal. Alles zu den neuen Regeln lesen Sie hier.

15.35 Uhr: 1.576 Neuinfektionen in Sachsen - 45 neue Todesfälle.

Das Sächsische Sozialministerium verzeichnet 1.576 Corona-Neuinfektionen in Sachsen. Damit haben sich seit Beginn der Pandemie 58.606 Menschen im Freistaat mit Sars-CoV-2 infiziert. Insgesamt sind 1.006 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben, das sind 45 mehr als am Vortag.

15.26 Uhr: Corona-Intensivstation in Bautzen am Limit

In den Oberlausitz Kliniken sind die Betten der Covid-19-Intensivstation durchgehend belegt, so Geschäftsführer Reiner Rogowski. Nun sind weitere Schritte notwendig, über die die Klinikleitung derzeit berät. Beispielsweise ist es möglich, neun Plätze in den Aufwachräumen im OP-Bereich umzuwidmen. Das würde jedoch zu Lasten der Versorgung anderer Patienten, beispielsweise mit Herzinfarkt, gehen.

Alles zur Corona-Lage im Landkreis Bautzen lesen Sie hier.

15.02 Uhr: So läuft eine Impfstoff-Zulassung

Da heute praktisch kein Impfstoff mehr ausschließlich für den deutschen Markt zugelassen wird, ist dieses Verfahren größtenteils durch das zentrale europäische Zulassungsverfahren ersetzt worden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (Ema) mit Sitz in Amsterdam ist dabei die zentrale Prüfstelle.

Die Zulassungsanträge zu den Corona-Impfstoffkandidaten können in einem sogenannten "Rolling-Review"-Verfahren bewertet werden - das ist sowohl bei Moderna als auch beim Vakzin von Biontech/Pfizer der Fall. Das Verfahren soll die Bewertung durch die Ema beschleunigen. Anders als im regulären Verfahren wird die Beurteilung des Impfstoffkandidaten bereits begonnen, bevor alle erforderlichen Daten für einen «normalen» Zulassungsantrag eingereicht wurden.

Im Fall von Biontech/Pfizer will die Ema bis spätestens 29. Dezember über eine Zulassungsempfehlung entscheiden, teilte die Agentur am Dienstag in Amsterdam mit. Zum Antrag des US-Konzerns Moderna auf Zulassung seines Impfstoffs werde eine Entscheidung bis zum 12. Januar erwartet. Sollte die Ema grünes Licht geben, kann die EU-Kommission die Verwendung der Impfstoffe für alle Mitgliedsländer genehmigen. Ein Kommissionssprecher sagte am Dienstag, das Verfahren könnte nach einer Ema-Empfehlung binnen Tagen abgeschlossen sein. Die Kommission folgt in der Regel der Empfehlung.

14.52 Uhr: Auch Dresden verschärft Corona-Regeln

Am Dienstag hat auch die Landeshauptstadt Dresden ihre Corona-Allgemeinverfügung aktualisiert. Sie orientiert sich eng an den Vorgaben der Landesregierung und sieht unter anderem ein Alkoholverkaufsverbot, eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen und Ausgangsbeschränkungen. Diese Maßnahmen gelten so lange, bis die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen die 200er-Marke unterschreitet. Welche Regeln ab Mittwoch gelten, lesen Sie hier.

14.26 Uhr: SPD-Chef: Auch Reiche in Corona-Krise zur Kasse bitten

Der SPD-Bundesvorsitzende Norbert-Walter Borjans hat eine Beteiligung von "Krisengewinnern" und Vermögenden an den Milliarden-Lasten der Corona-Krise gefordert. "Nach wie vor gibt es riesige Krisengewinner", sagte Walter-Borjans am Dienstag nach einer gemeinsamen Sitzung mit der SPD-Landtagsfraktion in Düsseldorf. Das seien globale Unternehmen, die "jede Gelegenheit nutzten, sich an der Mitfinanzierung des Staates vorbeizumogeln." Steuer-Schlupflöcher zu schließen und Geldwäsche zu bekämpfen, sei jetzt wichtiger als je zuvor. Aber auch wohlhabende Menschen, die teils auch von der Corona-Krise profitiert hätten, «werden am Ende einen Teil dazu beitragen müssen», so Walter Borjans.

13.52 Uhr: Ski-Weltcup in Dresden ohne Norweger

Der norwegische Skiverband hat angesichts der Corona-Pandemie entschieden, das norwegische Langlaufteam nicht zu den nächsten Weltcup-Rennen nach Davos und Dresden zu schicken. Wie der Verband am Dienstag mitteilte, sei auch die Teilnahme an der Tour de Ski in der Schweiz und Italien im Januar unsicher. "Unser Hauptziel in dieser Skisaison ist die WM in Oberstdorf", sagte Langlaufmanager Espen Bjervig. Norwegen ist die stärkste Nation im Skilanglauf. Damit fehlt bei den Rennen die stärkste Skination.

13.35 Uhr: Akzeptanz für coronabedingte Warteschlangen gering

Die Bereitschaft der Verbraucher, sich wegen der verschärften Zugangsbeschränkungen in den Geschäften in Warteschlangen einzureihen, ist bislang gering. Bei einer Umfrage des Kölner Instituts für Handelsforschung gaben fast zwei Drittel der Befragen (64 Prozent) an, sie seien nicht gewillt, beim Einkauf schon vor dem Geschäft Schlange zu stehen. Am größten war der Widerwille bei den über 50-Jährigen, die zu 70 Prozent allergisch auf Wartezeiten reagierten. Deutlich größer war die Bereitschaft, auf Einlass zu warten, bei Konsumenten unter 30. Aber auch hier lehnten noch 53 Prozent der Befragten das Schlangestehen kategorisch ab.

Bund und Länder beschlossen erst vor wenigen Tagen, die Einlassbeschränkungen für Geschäfte im Kampf gegen die Pandemie wieder zu verschärfen. Dies führt dazu, dass in Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern - also auch in praktisch allen Supermärkten - weniger Kunden gleichzeitig einkaufen dürfen als bisher. Der Handel hatte deshalb vor Warteschlangen vor den Geschäften gewarnt.

13.04 Uhr: Sachsen verteilt Masken an Pflegeheime und Krankenhäuser

Sachsen verteilt fünf Millionen kostenlose FFP2-Masken an Pflegeheime, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und Einrichtungen, in denen Behinderte betreut werden. Das sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping während einer Online-Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung am Dienstag. Die Einrichtungen sollen die Masken demnach ab der kommenden Woche erhalten. Die Masken sollen vor allem für Besucher kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, damit die Bedingungen in den Einrichtungen erleichtert werden. In Schulen sollen kostenlose Masken indes nicht verteilt werden.

"Unsere Vorräte sind davon nicht betroffen", betonte Köpping. Die Reserve an Schutzausrüstung sei weiterhin ausreichend gefüllt. Die Reserve soll ausreichen, um den vierwöchigen Bedarf in einer schweren Pandemie abzudecken. Sie diene der Versorgung von Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz sowie der Krankenhäuser, der Gesundheitsämter, der Alten- und Pflegeheime sowie der Bediensteten des Landes.

Daneben verteidigte Köpping die Öffnung von Hotels über die Weihnachtsfeiertage. Die Betten seien aber nur für Familienangehörige bestimmt, die in Wohnungen nicht unterkommen. "Wir möchten, dass die Menschen ihre Familien besuchen können", sagte Köpping. Für Touristen würden blieben die Hotels weiterhin geschlossen bleiben.

12.39 Uhr: Ema-Entscheidung zu Biontech-Impfstoff noch im Dezember

Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema will noch im Dezember über eine Zulassungsempfehlung für den Corona-Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und des US-Pharmakonzerns Pfizer entscheiden. Bis spätestens 29. Dezember soll ein Ergebnis der Prüfung vorliegen, teilte die Agentur am Dienstag in Amsterdam mit.

Zum Antrag des US-Konzerns Moderna auf Zulassung seines Impfstoffs werde eine Entscheidung bis zum 12. Januar erwartet. Die drei Unternehmen hatten ihre Anträge auf Zulassung für die EU am Montag eingereicht. Sollte die Ema grünes Licht geben, kann die EU-Kommission die Verwendung der Impfstoffe für alle Mitgliedsländer genehmigen. Die Kommission folgt in der Regel der Ema-Empfehlung.

12.20 Uhr: Massentests im Corona-Hotspot Hildburghausen gestartet

Im thüringischen Corona-Hotspot Hildburghausen haben am Dienstag freiwillige Massentests von Kindergarten- und Schulkindern sowie Erziehern begonnen. Sie sollen nach Angaben des Landratsamtes ermöglichen, dass Schulen und Kindergärten, die wegen des explosionsartigen Anstiegs der Corona-Infektionen am 25. November geschlossen worden waren, wieder öffnen können. Als Erste beteiligten sich Mädchen und Jungen einer Kita in der Stadt Hildburghausen sowie Bürgermeister Tilo Kummer (Linke) an den Schnelltests. Mehr über die Hintergründe erfahren Sie hier: Massentests für Kinder in Hildburghausen

Eine Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes nimmt einen Abstrich bei Bürgermeister Tilo Kummer (Die Linke).
Eine Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes nimmt einen Abstrich bei Bürgermeister Tilo Kummer (Die Linke). © dpa-Zentralbild

12.10 Uhr: Uniklinik Leipzig stellt auf Corona-Betrieb um

Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) stellt seinen Betrieb wegen steigender Corona-Zahlen um. Bisher habe die Versorgung von Covid-Patienten weitgehend parallel zum Normalbetrieb erfolgen können. Nun aber müssten weitere Kapazitäten geschaffen werden, teilte der Medizinische Vorstand des UKL, Prof. Christoph Josten, am Dienstag mit. Unter anderem sollen planbare und weniger dringliche Operationen verschoben werden. Betroffene Patienten würden rechtzeitig informiert. Die Notfallversorgung und dringende Behandlungen seien vollständig gesichert.

Die Zahl der Covid-Kranken sei in den vergangenen Wochen kontinuierlich gestiegen. Derzeit werden 26 Menschen mit einer Corona-Infektion intensivmedizinisch betreut, 40 liegen auf der Normalstation. Die Situation am Uniklinikum sei derzeit noch kontrollierbar, aber deutlich angespannter als im Frühjahr.

11.55 Uhr: Strikte Ausgangsbeschränkungen in Nürnberg

Die Stadt Nürnberg verhängt als erste Großstadt in Bayern im Teil-Lockdown zusätzlich strikte Ausgangsbeschränkungen. Damit sollen die stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen eingedämmt werden. Die Beschränkungen sollen ab sofort bis zunächst zum 20. Dezember gelten, kündigte Oberbürgermeister Marcus König (CSU) am Dienstag an. Nürnberger dürfen ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen.

Nürnberg ist nach München und mit mehr als 500.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Bayerns und ein wichtiges Wirtschaftszentrum.

Außerdem weitet die Stadt die Maskenpflicht und das Alkoholverbot in der Innenstadt aus. Ab dem 7. Dezember sollen Klassen ab der fünften Jahrgangsstufe geteilt und im Wechsel unterrichtet werden - mit Ausnahme von Förderschulen, schulvorbereitenden Einrichtungen und Abschlussklassen.

11.18 Uhr: Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung für Corona-Impfstoff

Die Mainzer Firma Biontech und der US-Pharmariese Pfizer haben bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) die Zulassung für ihren Corona-Impfstoff in der EU beantragt. Der Antrag auf eine bedingte Marktzulassung sei am Montag eingereicht worden, teilten Biontech und Pfizer am Dienstag mit. Am Montag hatte auch der US-Konzern Moderna bei der Ema einen entsprechenden Antrag für seinen Impfstoff gestellt.

Biontech könnte ihren Corona-Impfstoff nach einer Zulassung durch die Behörden nach eigenen Angaben "innerhalb von wenigen Stunden" ausliefern. Das sagte Biontech-Finanzvorstand Sierk Poetting am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU). "Wir haben auf Halde produziert und alles, was da ist, kann innerhalb von wenigen Stunden dann wirklich verteilt werden." Weitere Einzelheiten dazu: Biontech und Pfizer stellen Antrag für EU

Das deutsche Biotechnologieunternehmen Biontech hat seinen Hauptsitz in Mainz.
Das deutsche Biotechnologieunternehmen Biontech hat seinen Hauptsitz in Mainz. © Arne Dedert/dpa

11.10 Uhr: Müller regt Solidarisches Grundeinkommen in ganz Deutschland an

Angesichts negativer Folgen der Corona-Krise für den Arbeitsmarkt schlägt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) eine Ausweitung des Solidarischen Grundeinkommens auf ganz Deutschland vor. In Berlin wurden im Zuge des Programms für 1.000 Arbeitslose sozialversicherungspflichtige, nach Tarif oder Mindestlohn bezahlte Jobs im gemeinnützigen Bereich geschaffen - um zu verhindern, dass die Betreffenden in Hartz IV abrutschen.

"Durch die Corona-Pandemie werden wieder viele Menschen arbeitslos, Kommunen müssen angesichts erneut knapper Kassen genau überlegen, wo sie welche sozialen Leistungen weiter anbieten können", schrieb Müller am Dienstag in einem Beitrag im Berliner "Tagesspiegel. "In einem Jahr werden sich die Arbeitslosen von heute in Hartz IV wiederfinden."

"Das muss nicht sein", meinte Müller. "Der Bund sollte noch einmal ernsthaft und unideologisch prüfen, ob es nicht gerade jetzt besser wäre, die Hartz IV-Gelder und Folgekosten in gute, soziale Arbeit zu investieren." Das kann aus Müllers Sicht vor allem in Regionen sinnvoll sein, in denen Langzeitarbeitslosigkeit besonders hoch ist. Ziel: "Gute Arbeit für die Gemeinschaft statt die Verwaltung von Arbeitslosigkeit in Hartz IV", so Müller.

10.52 Uhr: Friseurkette Klier wegen Corona in der Insolvenz

Der Umsatzeinbruch in der Corona-Krise hat Deutschlands größte Friseurkette Klier in die Insolvenz gedrückt. Das Amtsgericht am Firmenhauptsitz Wolfsburg eröffnete am Dienstag ein entsprechendes Verfahren, um die Forderungen der Gläubiger zu prüfen. Mehr dazu hier: Friseurkette Klier ist insolvent

10.39 Uhr: Corona-Ausbruch in Frauenkloster

In einem Frauenkloster in Niedersachsen sind 76 Ordensschwestern positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei 85 Ordesschwestern seien die Tests negativ ausgefallen, sagte die Generaloberin des Thuiner Franziskanerinnen-Ordens, Schwester Maria Cordis Reiker, am Dienstag. Der Verlauf sei bislang mild: "Es ist noch niemand im Krankenhaus, dafür sind wir dankbar."

Vom Thuiner Franziskanerinnen-Orden werden auch Schulen, ein Jungen-Internat und eine berufsbildende Schule betrieben. "Wir haben noch keinen Überblick, wie es mit den Schulen weitergeht, das ist alles noch im Fluss", sagte die Schwester. Ende vergangener Woche hatte das Gesundheitsamt für das gesamte Klostergelände Quarantäne angeordnet, nachdem mehrere Schwestern positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

10.21 Uhr: Arbeitslosigkeit in Sachsen sinkt trotz Teil-Lockdowns

Trotz des coronabedingten Teil-Lockdowns ist die Arbeitslosigkeit in Sachsen im November gesunken. Zugleich gab es aber viele neue Anzeigen auf Kurzarbeit etwa aus dem Gastgewerbe und Betrieben der Sport-, Unterhaltungs- und Erholungsbranche, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Chemnitz mitteilte. Insgesamt waren im November rund 126.600 Menschen in Sachsen arbeitslos gemeldet. Das ist ein Rückgang von 1,6 Prozent im Vergleich zu Oktober. Die Arbeitslosenquote wurde mit 6,0 Prozent ausgewiesen. Der Rückgang spreche für "einen relativ robusten Arbeitsmarkt", hieß es.

Damit liegen die Arbeitslosenzahlen aber weiter deutlich höher als vor einem Jahr. Im November 2019 war die Arbeitslosigkeit im Freistaat auf ein Rekordtief von 5,0 Prozent gesunken; damals waren fast 19.300 Menschen weniger arbeitslos als derzeit.

9.53 Uhr: Zahl der überforderten Gesundheitsämter steigt weiter

Die Zahl der in der Corona-Pandemie überforderten Gesundheitsämter steigt weiter, obwohl der exponentielle Anstieg der Neuinfektionen gestoppt ist. Allerdings verharrt die Kurve nun auf sehr hohem Niveau. 60 der bundesweit 400 Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) bis Montag Engpässe gemeldet, wie RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag) sagte.

43 Ämter gaben dabei an, dass "die Durchführung von Infektionsschutzmaßnahmen aufgrund von Kapazitätsengpässen nicht mehr vollständig erfolgt". Dazu gehört unter anderem die Nachverfolgung von Kontaktpersonen. Weitere 17 Gesundheitsämter meldeten, in absehbarer Zeit - mehr als zwei Tage in der Zukunft - überlastet zu sein.

9.16 Uhr: Österreichs Tourismusministerin gegen Schließung von Skigebieten

Die österreichische Tourismusministerin, Elisabeth Köstinger (ÖVP), hat sich gegen die von Deutschland und Italien angeregte Schließung von Skigebieten bis nach dem Jahreswechsel ausgesprochen. "Wir lassen uns sicher nicht von einem anderen Land vorschreiben, wann wir was öffnen", sagte sie dem Bayerischen Rundfunk am Dienstag. "Wir würden ja auch nie den Vorschlag liefern, dass man in Deutschland beispielsweise die Schulen schließen soll oder Friseurbetriebe."

Derzeit sei man in Österreich in "einem wirklich starken Lockdown", sagte Köstinger. Man plane "das Land behutsam Schritt für Schritt wieder hochzufahren". Sie betonte, dass der Wintertourismus nicht zum "Sündenbock" für die Coronainfektionen gemacht werden dürfe. Das Jahr habe den Menschen "extrem viel abverlangt". Viele wollten nun "mal wieder rauskommen aus der Stadt", sich erholen und Sport machen. Zuvor hatte sich schon Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz gegen eine europaweit abgestimmte Schließung der Skigebiete gewehrt.

Skifahrer fahren Ende November den Hang des "Hoernli" in Arosa hinab. Seit dem 28.11.2020 haben in der Schweiz wieder die ersten Skilifte ihren Betrieb aufgenommen. Auch Österreich will seine Skigebiete bald wieder öffnen.
Skifahrer fahren Ende November den Hang des "Hoernli" in Arosa hinab. Seit dem 28.11.2020 haben in der Schweiz wieder die ersten Skilifte ihren Betrieb aufgenommen. Auch Österreich will seine Skigebiete bald wieder öffnen. © Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

8.48 Uhr: Formel-1-Weltmeister Hamilton positiv getestet

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton (35) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden und fällt damit für das kommende Rennen am Sonntag in Bahrain aus. Das teilte sein Mercedes-Rennstall am Dienstag mit und erklärte: "Von leichten Symptomen abgesehen geht es ihm gut und er fühlt sich fit."

Hamilton sei in der vergangenen Woche dreimal getestet worden - der Befund sei jedesmal negativ gewesen. Zum letzten Mal sei er am Sonntagnachmittag getestet worden. Am Montagmorgen sei Hamilton allerdings mit leichten Symptomen aufgewacht. Zur gleichen Zeit sei der siebenmalige Weltmeister informiert worden, "dass eine Kontaktperson, mit der er vor seiner Ankunft in Bahrain in Kontakt stand, nachträglich positiv getestet wurde", schilderte Mercedes. Der daraufhin bei Hamilton durchgeführte Test fiel positiv aus, ein weiterer bestätigte das Ergebnis.

Hamilton hatte am Sonntag den Großen Preis von Bahrain gewonnen. Offen ist, ob er in anderthalb Wochen in Abu Dhabi beim Finale der Corona-Notsaison an den Start gehen kann. Wer ihn beim zweiten Bahrain-Rennen binnen acht Tagen bei den Silberpfeilen ersetzt, ist noch nicht entschieden.

Lewis Hamilton hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
Lewis Hamilton hat sich mit dem Coronavirus infiziert. © Britta Pedersen/dpa

8.41 Uhr: Weniger Unternehmen sehen Existenz durch Corona bedroht

Rund 15 Prozent der deutschen Unternehmen fühlen sich durch die Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht. Das sind sechs Prozentpunkte weniger als im Juni, als noch gut jeder fünfte Betrieb seinen Bestand gefährdet sah, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag mitteilte.

Doch trotz der Verbesserung gibt es Branchen, in denen die Sorgen noch flächendeckend präsent sind. Laut dem Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe, fühlen sich derzeit 86 Prozent der Reisebüros und Reiseveranstalter bedroht, 76 Prozent der Hotels und 62 Prozent der Gaststätten.

Auch bei den Metallerzeugern und -verarbeitern sind die Existenzsorgen mit 34 Prozent überdurchschnittlich hoch. Bei Druckereien sind es 29 Prozent, in der Werbebranche 27. Kaum Sorgen gibt es dagegen mit vier Prozent am Bau und einem Prozent in der Chemie, gar keine in der Pharmabranche.

8.25 Uhr: Spahns Ziel: Erste Impfungen im Januar

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt in der Corona-Pandemie darauf, dass im Januar die ersten Impfungen absolviert sind. "Unser Ziel ist es, dass bereits im Januar die ersten Risikogruppen und Pflegebeschäftigen geimpft sind", sagte Spahn am Dienstag im Deutschlandfunk.

Er hielt damit daran fest, dass auch Alte und Vorerkrankte zu den zuerst zu Impfenden zählen. So hatten es auch der Ethikrat, die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und die Ständige Impfkommission empfohlen. Kanzlerin Angela Merkel hatte jedoch in ihrer Regierungserklärung am Donnerstag gesagt: "Wir haben verabredet, dass diese Impfstoffe dann den Menschen angeboten werden, die im medizinischen, pflegerischen Bereich arbeiten, und sie als Erste Zugriff darauf haben." Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hatte sich deshalb irritiert gezeigt und davor gewarnt, dass der Impfstoff doch nicht zunächst für Pflegebedürftige und Kranke bereitgestellt werden könnte.

Spahn sagte, mit den Ländern sei vereinbart, dass die Impfzentren ab Mitte Dezember einsatzbereit seien. Während man zu Beginn - auch aufgrund logistischer Anforderungen der Impfstoffe - nur in Impfzentren und mobilen Teams impfen könne, solle dies ab Frühsommer auch in Arztpraxen möglich sein. "Wenn es einmal da drin ist im normalen System, schaffen wir auch große Zahlen", sagte Spahn.

7.46 Uhr: Umstrittener Corona-Berater von Trump reicht Rücktritt ein

Der umstrittene Corona-Berater des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, der Radiologe Scott Atlas, hat seinen Rücktritt eingereicht. In einem Schreiben an Trump, das Atlas am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter veröffentlichte, schrieb er: "Ich habe hart gearbeitet und mich auf eins konzentriert - Leben zu retten und den Amerikanern helfen, durch diese Pandemie zu kommen."

Der Radiologe arbeitete seit August für die US-Regierung. Atlas hat sich gegen strenge Eindämmungsmaßnahmen ausgesprochen und zweifelt die Nützlichkeit von Masken an. Damit zog er insbesondere Kritik von einem anderen Mitglied der Corona-Arbeitsgruppe im Weißen Haus auf sich: Der prominente Immunologe Anthony Fauci hat sich öffentlich nicht einverstanden mit Atlas' Standpunkten gezeigt.

Mitte November hatte Atlas nach der Verschärfung von Corona-Auflagen in Bundesstaaten wie Michigan auf Twitter geschrieben: "Das endet nur, wenn die Menschen sich erheben." Der Tweet war auch vor allem deshalb brisant, weil nur wenige Wochen zuvor eine Gruppe Verdächtiger festgenommen wurde, die Michigans Gouverneurin Gretchen Whitmer nach Erkenntnissen von Ermittlern wegen vorheriger Corona-Maßnahmen entführen und eventuell auch töten wollte. Atlas schrieb später, er wolle nicht zu Gewalt aufrufen.

Scott Atlas, Coronavirus-Berater des Weißen Hauses, hat seinen Rücktritt eingereicht.
Scott Atlas, Coronavirus-Berater des Weißen Hauses, hat seinen Rücktritt eingereicht. © Alex Brandon/AP/dpa

6.55 Uhr: Barmer: Teufelskreis bei Belastung von Pflegekräften durchbrechen

Die Barmer Krankenkasse hat vor anhaltender Überlastung von Pflegekräften gewarnt. "Die Arbeitssituation in der Pflege greift die Gesundheit der Beschäftigten massiv an", sagte Vorstandschef Christoph Straub. Bei Ausfällen würden Kolleginnen und Kollegen zusätzlich belastet. Dieser Teufelskreis müsse durchbrochen werden, zumal die Corona-Pandemie die Lage noch einmal verschärfe.

Laut einer Studie der Kasse, die am Dienstag in Berlin vorgestellt werden soll, sind Altenpflegekräfte deutlich mehr krankgeschrieben als Erwerbstätige in anderen Berufen. Zwischen 2016 und 2018 habe der Krankenstand von Hilfskräften in der Altenpflege 8,7 Prozent und von Fachkräften 7,2 Prozent betragen - in sonstigen Berufen waren es demnach 5,0 Prozent. Als Krankenstand gilt der durchschnittliche Anteil krankgeschriebener Versicherter je Kalendertag.

Kassenchef Straub forderte, Pflegeberufe müssten dringend deutlich arbeitnehmerfreundlicher werden. Die Bundesregierung will in einer "Konzertierten Aktion Pflege" umfassend bessere Bedingungen schaffen. Finanziert werden können künftig auch mehr Pflegestellen.

6.29 Uhr: Not wächst wegen Corona rasant: UN brauchen Milliarden

Katastrophen, Konflikte, Klimawandel und jetzt auch noch das Coronavirus haben Millionen Menschen ins Elend gestürzt. Es drohten sogar Hungersnöte, nachdem man gedacht habe, solche Katastrophen würden endgültig der Vergangenheit angehören, warnte der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock. Die Vereinten Nationen rechnen damit, dass im nächsten Jahr mehr Menschen Hilfe und Unterstützung brauchen als je zuvor: Insgesamt 235 Millionen Menschen, ein Anstieg von 40 Prozent innerhalb eines Jahres. Vor einem Jahr waren es 168 Millionen, im Jahr davor 146 Millionen Menschen.

Das UN-Nothilfebüro (OCHA) macht die Tragweite der Not mit einem Vergleich anschaulich: Wenn alle Notleidenden in einem Land lebten, wäre dies nach Einwohnern der fünftgrößte Land der Welt. Es hätte mehr als zweieinhalb mal so viele Einwohner wie Deutschland.

Die Vereinten Nationen wollen nächstes Jahr 160 Millionen Menschen in 56 Ländern helfen. Um die anderen kümmern sich Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz. Die geplanten UN-Programme zur Versorgung mit Nahrungsmitteln, Zufluchtsorten und medizinischer Hilfe kosten zusammen 35 Milliarden Dollar (gut 29 Mrd Euro). Dieses Jahr lag der Bedarf nach mehreren Ergänzungen auch wegen der Coronavirus-Pandemie bei fast 39 Milliarden Dollar. Davon waren aber bis Ende November erst knapp 45 Prozent zusammengekommen.

6.03 Uhr: 13.604 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13.604 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. In der Vorwoche waren es mit 13.54 ähnlich viele Fälle, wie aus Zahlen des RKI vom Dienstagmorgen hervorgeht. Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Binnen eines Tages sind außerdem 388 neue Todesfälle gemeldet worden. Das ist der vierthöchste Wert seit Beginn der Pandemie.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Der bisherige Höchststand von 410 Todesfällen wurde am vergangenen Mittwoch erreicht. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg am Dienstag auf 16.636.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 1.067.473 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 01.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 758.800 Menschen inzwischen genesen.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 0,91 (Vortag: 0,95). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 91 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

5.51 Uhr: Verschärfte Corona-Regeln in Deutschland in Kraft getreten

Strengere Kontaktbeschränkungen im Dezember, Lockerungen über Weihnachten - die von Bund und Ländern beschlossenen neuen Corona-Regeln sind am Dienstag in den meisten Bundesländern in Kraft getreten. Restaurants, Theater und Freizeiteinrichtungen bleiben damit geschlossen. Zusätzlich sind private Zusammenkünfte ab sofort auf maximal fünf Personen aus dem eigenen und einem weiteren Haushalt begrenzt. Kinder bis 14 Jahre werden hier nicht mitgezählt.

Mit der Verlängerung der Maßnahmen soll eine Überbelastung der Krankenhäuser verhindert werden. "Die Zahl der Patienten steigt zwar noch, aber nicht mehr so stark wie noch vor zwei Wochen. Wenn das so bleibt, wäre die Entwicklung für die Kliniken beherrschbar", sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft Gerald Gaß der der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag).

5.33 Uhr: Minister Müller für mehr Naturschutz im Kampf gegen Pandemien

Entwicklungsminister Gerd Müller hat zu verstärktem Naturschutz aufgerufen, um der Übertragung von Infektionskrankheiten vom Tier auf den Menschen entgegenzuwirken. "Das Risiko der Übertragung vom Tier auf den Menschen nimmt in dem Maße zu, wie wir die natürlichen Lebensräume zerstören, Regenwälder abholzen und in die letzte unberührte Natur vordringen", sagte der CSU-Politiker anlässlich des Welt-Aids-Tages. "Jedes Jahr sterben 2,7 Millionen Menschen an solchen Zoonosen. Aids, Corona und andere Infektionskrankheiten sind so auch eine Folge unseres ausbeuterischen Umgangs mit der Natur."

Aids war von Affen auf den Menschen übertragen worden, bei Ebola waren es Fledermäuse, auch das Coronavirus stammt ursprünglich von Wildtieren. Zur Bekämpfung solcher Zoonosen fordert Müller einen Dreiklang aus Human- und Tiermedizin sowie Naturschutz. "Dies ist dringend nötig: Experten haben bereits Dutzende weitere Zoonosen mit einem Pandemiepotenzial wie Aids oder Corona identifiziert."

Müller verwies auch darauf, dass auch im letzten Jahr immer noch 690.000 Menschen an den Folgen von Aids gestorben seien. "Corona erschwert nun den Kampf gegen Aids massiv: Medikamente kommen nicht an, weil Versorgungsketten zusammenbrechen und ohnehin schwache Gesundheitssysteme überlastet sind." Experten würden mit 150.000 zusätzlichen Todesfällen rechnen.

Gerd Müller (CSU), Entwicklungsminister
Gerd Müller (CSU), Entwicklungsminister © Bernd von Jutrczenka/dpa

5.24 Uhr: Pläne für Skisaison in Tschechien

Trotz der Corona-Epidemie bereitet sich Tschechien auf eine Skisaison vor. Für den Betrieb der Skiareale unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln solle es aber genaue Vorgaben für Warteschlangen an den Skiliften geben. Darauf haben sich die Nationale Sportagentur und Experten aus der Branche geeinigt. Das berichtet Radio Prag. Die Entscheidung darüber müsse vom Gesundheitsministerium getroffen werden. Mehr zu diesem Thema: Trotz Corona: Tschechien plant Skisaison (SZ+)

5.05 Uhr: Moderna beantragt Zulassung für Corona-Impfstoff in der EU

Der US-Pharmakonzern Moderna hat wie angekündigt als erstes Unternehmen die Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU beantragt. Der Antrag auf eine bedingte Zulassung sei am Montag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur Ema eingereicht worden, sagte eine Moderna-Sprecherin in New York.

Parallel dazu wurde auch eine Notfall-Zulassung bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA beantragt. Die entsprechenden Daten seien der FDA übermittelt worden, teilte Moderna per Kurznachrichtendienst Twitter mit. Die FDA setzte daraufhin für den 17. Dezember ein Treffen eines Beratungskomitees an, bei dem der Antrag diskutiert werden solle.

US-Präsident Donald Trump hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA zuvor bereits per Twitter aufgefordert, sie müsse nun "rasch handeln". Der US-Präsident hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach politischen Druck auf die Behörde in Hinblick auf die Zulassung von Corona-Impfstoffen und -Behandlungsmethoden ausgeübt und war dafür scharf kritisiert worden.

Corona-Pandemie: Das passierte am Montag

21.43 Uhr: Bund plant "Nationale Gesundheitsreserve" - kein Standort in Sachsen

Als Konsequenz aus der Corona-Krise will der Bund an 19 Standorten in Deutschland eine Nationale Gesundheitsreserve mit wichtigem Material wie Schutzmasken aufbauen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: "Diese Pandemie lehrt uns, dass wir mehr vorsorgen müssen." Wie das Corona-Kabinett der Bundesregierung am Montag beschloss, soll die Reserve bis Ende 2021 vor allem mit bereits beschafften Masken gefüllt werden, danach mit Material aus inländischer Produktion. Ständig vorgehalten werden soll der Bedarf des Gesundheitswesens und des Bundes für einen Monat.

Die Reserve solle im Kern aus Schutzausrüstung, Schutzmasken, Beatmungsgeräten und Medikamenten bestehen, erläuterte Spahn in Berlin. "So unterstützen wir im Notfall besonders diejenigen, die in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen arbeiten. Am Material soll gute Gesundheitsversorgung nicht scheitern." Für den Aufbau der Reserve seien 2021 im Bundeshaushalt eine Milliarde Euro vorgesehen. "Vorsorge kostet, aber Vorsorge schützt in der Krise." Die dauerhafte Bevorratung dürfte sicherlich Kosten im dreistelligen Millionenbereich jährlich ausmachen.

Für die erste Phase sind demnach derzeit von Seiten des Bundes über Logistikunternehmen 16 regionale Standorte vorgesehen: Apfelstädt, Augsburg, Bergkamen, Biblis, Crailsheim, Dortmund, Emmerich, Euskirchen, Halle (Saale), Hamburg, Ibbenbüren, Kabelsketal, Krefeld, Langenhagen, Neuss, Unna. Dazu kommen vom Bund gemietete Lagerflächen für Handdesinfektionsmittel in Neustadt (Hessen), Muggensturm und Krefeld. Die Bundesreserve soll kompatibel zu Länderreserven sein, beraten werden soll auch über Kooperationen.

20.09 Uhr: Diese Beschränkungen gelten ab Dienstag

Am morgen, den 1. Dezember, treten in Sachsen schärfere Corona-Regeln in Kraft. Auf Grundlage der am Freitag von der sächsischen Staatsregierung erlassenen Allgemeinverfügung, die den Rahmen vorgibt, haben die Landkreise nun selbst Regeln festgelegt. Diese orientieren sich auch daran, wie stark die jeweilige Region von der Pandemie betroffen ist. Welche Regeln in welcher Region gelten, lesen Sie zusammengefasst hier.

19.22 Uhr: Merkel im Gespräch mit Polizisten

Polizisten haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von Schwierigkeiten im Dienst seit Beginn der Corona-Krise berichtet. In einem Online-Gespräch mit der Kanzlerin konstatierte ein Polizeibeamter aus Berlin am Montag eine Zunahme der Gewaltbereitschaft bei Menschen, die gegen die Maßnahmen von Bund und Ländern zur Eindämmung der Pandemie protestieren.

Wichtig sei "eine gewisse Verlässlichkeit der Verordnung und Normen", betonte er. Denn selbst Bürger, die prinzipiell bereit seien, sich an Regeln zu halten, seien oft nicht genau im Bilde darüber, was aktuell gilt. Gerke Stüven, Leiterin des Polizeikommissariats im niedersächsischen Wildeshausen, sagte, dass es "für uns als Polizei schwierig ist, mit Appellen und Empfehlungen zu arbeiten". Die Beamten brauchten einen "rechtssicheren Handlungsraum", da sie ansonsten nicht berechtigt seien, zur Durchsetzung von Kontaktbeschränkungen beispielsweise Grundstücke zu betreten.

Merkel kritisierte unterdessen die Wortwahl der AfD, die im Bundestag unter anderem von einer «Corona-Diktatur» gesprochen hatte. Sie sagte zu den Polizeibeamten: "Wir müssen auch unheimlich darauf achten, das sehen Sie an der Sprache im Deutschen Bundestag, dass es auch zum Teil immer radikaler wird" - gerade von Seiten der AfD, die dramatische Worte wähle. "Worte sind immer der Vorbote von Taten, und deshalb ist das unsere Aufgabe, da wirklich auch Einhalt zu gebieten", führte sie weiter aus.

18.56 Uhr: Wirtschaftsminister wollen Innenstädte langfristig stärken

Der Einzelhandel in den Innenstädten braucht aus Sicht von Bund und Ländern neben finanziellen Hilfen auch neue Konzepte. Es brauche Lösungen für eine langfristige Perspektive nach der Corona-Pandemie, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vor der Wirtschaftsministerkonferenz (WMK) am Montag. Es müsse zum Beispiel gelingen, die Theken der Einzelhändler ins Internet hinein zu verlängern. Menschen sollten nicht nur bei Plattformen wie Amazon, sondern auch beim Einzelhändler ihres Vertrauens online bestellen können. "Das wird nicht gehen ohne erhebliche Investitionen", sagte Altmaier bei einer Pressekonferenz mit der WMK-Vorsitzenden Kristina Vogt (Die Linke). Zudem brauche es mehr Anreize, um in die Innenstädte zu kommen.

Vogt sagte, die Corona-Krise treffe die Innenstädte hart. "In Bremen haben wir 40 Prozent weniger Passanten in der Innenstadt", berichtete sie als Beispiel. In einer Videokonferenz am späten Montagnachmittag wollten die Wirtschaftsministerinnen und -minster aller Bundesländer unter anderem über Möglichkeiten für die Belebung der Innenstädte beraten. Altmaier soll im Laufe der Veranstaltung dazukommen. Vogt zufolge haben sich mehrere Städte, darunter Bremen, als sogenannte Stadtlabore zusammengeschlossen. Ziel sei, Lösungsideen für eine Belebung der Innenstädte in der Praxis zu testen. Das Bundesland Bremen hat seit dem Jahr 2019 den Vorsitz der Wirtschaftsministerkonferenz. Zum Jahreswechsel übernimmt turnusgemäß Nordrhein-Westfalen.

18.20 Uhr: Pinguine in London schauen im Lockdown Weihnachtsfilme

Das Londoner Sea Life Aquarium hat seine Pinguine während des Teil-Lockdowns in England mit Weihnachtsfilmen bei Laune gehalten. "Es ist großartig zu sehen, wie sehr unsere Pinguine die Weihnachtsfilme genießen, die wir ihnen zeigen", sagte die Aquaristin des Unterwasserzoos, Leah Pettitt, der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge. Besucher seien wichtig für die Zoo-Tiere: Die Mitarbeiter des Aquariums seien überzeugt, dass die Tiere die Besucher genauso beobachteten wie die Besucher die Pinguine.

Während des Teil-Lockdowns in England im November mussten Zoos und ähnliche Einrichtungen jedoch geschlossen bleiben. Ab Mittwoch gilt im Land wieder ein regionales Stufensystem, bei dem Zoos und andere Freizeiteinrichtungen wieder öffnen dürfen. "Während sie die festlichen Filme gucken, sind sie ganz still, genauso wie wir, und freuen sich sehr darauf, dass unsere lebendigen Gäste diese Woche zurückkehren", so Pettitt über die Pinguine.

Statt Besucher schauen die Pinguine im Londoner Sea-LIfe Weihnachtsfilme an.
Statt Besucher schauen die Pinguine im Londoner Sea-LIfe Weihnachtsfilme an. © Yui Mok/PA Wire/dpa

17.22 Uhr: Briten stellen klar: Weihnachtsmann muss keine Maske tragen

Der Weihnachtsmann muss in Großbritannien keine Maske tragen. Das stellte ein Sprecher der Downing Street, des britischen Regierungssitzes, am Montag klar: "Wir wissen, dass es für Kinder ein magisches Erlebnis ist, den Weihnachtsmann zu treffen, weshalb er Sicherheitsmaßnahmen ergreifen wird, um in corona-konformer Weise auftreten zu können", sagte der Sprecher. Kinder dürfen daher in diesem Jahr in sogenannten "Santa's Grottos", also bei Auftritten von Weihnachtsmännern etwa in Kaufhäusern, nicht wie üblich auf deren Schoß sitzen. Die Abstandsregeln gelten also auch für Santa Claus.

17.08 Uhr: Auch Radeberg sagt seinen Weihnachtsmarkt ab

Die Stadt hat bis zuletzt gewartet. Jetzt ist klar: der Weihnachtsmarkt in Radeberg findet in diesem Jahr nicht statt. Die Corona-Schutzverordnung des Freistaats untersagt alle Weihnachtsmärkte bis 28. Dezember. „Jetzt haben wir Klarheit. Wir werden nun alle, die einen Stand geplant hatten, über die Absage informieren“, sagte Oberbürgermeister Gerhard Lemm. Mehr zur Absage in Radeberg (SZ+)

17.00 Uhr: Weihnachtsbaum aus Slowenien im Vatikan aufgestellt

Auf dem Petersplatz in der Vatikanstadt ist am Montag der traditionelle Weihnachtsbaum aufgestellt worden. Die 28 Meter hohe Fichte stamme aus Slowenien, wie der Vatikan Ende Oktober mitgeteilt hatte. Drei Tage habe die Reise des Baumes bis nach Rom gedauert, schrieb das Nachrichtenportal "Vatican News". Für den 11. Dezember ist eine Zeremonie zur Illumination geplant, und die Krippe soll eingeweiht werden - laut Heiligem Stuhl unter den dann gegebenen Einschränkungen der Corona-Pandemie. Papst Franziskus will die Stifter des Baumes an diesem Tag zu einer Privataudienz empfangen. Wegen Pandemie und Ansteckungsrisiko sagte der Pontifex seinen traditionellen Besuch an der Marienstatue in Roms Innenstadt am 8. Dezember ab. Der Besuch war anlässlich des Hochfestes Mariä Empfängnis nahe der Spanische Treppe geplant - einem beliebten zentralen Treffpunkt für Touristen.

Ein Kran richtet die 28 Meter hohe Tanne auf dem Petersplatz im Vatikan auf.
Ein Kran richtet die 28 Meter hohe Tanne auf dem Petersplatz im Vatikan auf. © Gregorio Borgia/AP/dpa

16.38 Uhr: Einkauf in Tschechien endet mit Quarantäne

Sächsische Polizisten haben am Sonntag an einem deutsch-tschechischen Grenzübergang im Erzgebirge ein einreisendes Auto mit deutschen Kennzeichen kontrolliert. Wie die Polizei in Chemnitz am Montag mitteilt, hielten die Beamten den aus Vejprty kommenden Dacia an der Grenze zu Bärenstein an. Bei der Kontrolle kam heraus, dass der 70-jährige Fahrer und seine 57-jährige Beifahrerin nur kurz zum Einkaufen in das Nachbarland eingereist sind. Nach den derzeitigen Regelungen fällt ein Shopping- oder Tankausflug nach Tschechien allerdings nicht unter die vorgeschriebenen triftigen Gründe für eine quarantänefreie Wiedereinreise. Die beiden deutschen Staatsangehörigen müssen sich nun in eine häusliche Quarantäne begeben, hieß es. Zudem habe die Polizei das zuständige Gesundheitsamt informiert.

16.19 Uhr: Milliarden für Corona-Hilfen: Sachsen verteidigt sich

Der Freistaat Sachsen sieht keinen Grund für eine höhere Beteiligung an den Kosten für Corona-Hilfsmaßnahmen und stellt sich damit gegen eine entsprechende Forderung des Bundes. Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) widerspricht in dem Punkt vehement dem Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ralph Brinkhaus: „Hier wird fälschlicherweise der Eindruck erweckt, die Länder hätten sich bisher nicht beteiligt. Das Gegenteil ist der Fall", sagte Vorjohann gegenüber sächsische.de. Was Sachsens Finanzminister noch sagte (SZ+)

16.10 Uhr: Ausgabe von FFP2-Masken kann sich laut Spahn hinziehen

Die versprochene Ausgabe von FFP2-Masken an Risikogruppen kann sich laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) "weit bis in den Dezember hineinziehen". Das sagte er nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts am Montag in Berlin. Spahn wies darauf hin, dass 27 Millionen Bürgerinnen und Bürger zu den besonders gefährdeten Personen gehörten, die jeweils 15 FFP2-Masken erhalten sollen. Das seien insgesamt etwa 400 Millionen Masken. Bei deren Ausgabe müsse zudem sichergestellt werden, dass alle Betroffenen die Unterstützung auch bekämen, sagte der Minister. Bund und Länder hatten vor zwei Wochen vereinbart, dass Risikogruppen die Schutzmasken ab Anfang Dezember gegen eine geringe Eigenbeteiligung zur Verfügung gestellt bekommen.

15.47 Uhr: Sonne, Schnee, leere Pisten - Lockdown an der Zugspitze

Strahlendes Wetter, perfekte Wintersportverhältnisse - doch die Lifte stehen still. Auf Deutschlands höchstgelegenem Skigebiet an der Zugspitze (2.962 Meter) sind am Montag Pistenraupen unterwegs. Die Bügel der Schlepplifte hängen - doch sie bleiben leer: In diesem Jahr werde es absehbar keinen Skibetrieb mehr geben, erläuterte die Bayerische Zugspitzbahn. In Bayern dürfen Skilifte, Seilbahnen und die dazugehörige Gastronomie während des Lockdowns bis zum 20. Dezember nicht öffnen. Man rechne mit einer Verlängerung der Maßnahmen bis 10. Januar, hieß es bei der Zugspitzbahn. Die Weihnachtsferien machen rund ein Drittel des Wintergeschäfts aus.

"Nicht nur uns trifft diese Entscheidung hart: Auch Hotellerie, Gastronomie, Skischulen und Skiverleihe im Ort sind direkt betroffen", betonte Matthias Stauch, Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn. Man sei gut vorbereitet für den Winter. Der Betrieb im Sommer habe gezeigt, dass Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen gut funktionierten. An der Zugspitze sollten nach dem ursprünglichen Plan schon seit 13. November Skifahrer und Snowboarder ihre Schwünge ziehen. Im niedriger gelegenen Skigebiet Garmisch-Classic war mit der Beschneiung begonnen worden. Das weitere Vorgehen sei dort aber offen.

Pisteraupen warten im geschlossene Skigebiet auf der Zugspitze auf ihren Einsatz. Die Skigebiete sind vorbereitet, aber wegen der Pandemie haben sie keine Gäste.
Pisteraupen warten im geschlossene Skigebiet auf der Zugspitze auf ihren Einsatz. Die Skigebiete sind vorbereitet, aber wegen der Pandemie haben sie keine Gäste. © dpa/Angelika Warmuth

15.26 Uhr: Landkreise Bautzen und Görlitz verschärfen Corona-Regeln

Ab Dienstag gilt im Landkreis Bautzen eine neue Allgemeinverfügung. Damit reagiert die Kreisverwaltung auf die hohe Zahl der Neuinfektionen. Bereits am Freitag hatte der Freistaat diesen Schritt für alle Corona-Hotspots in Sachsen angekündigt. Als Grenze gelten 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Landkreise und kreisfreie Städte, diesen Wert an mehr als fünf Tagen in Folge überschreiten, müssen handeln. Im Landkreis Bautzen liegt die Sieben-Tage bereits seit einem Monat über dem Grenzwert. Diese Regeln gelten ab Dienstag im Kreis Bautzen (SZ+)

Auch der ähnlich stark von Corona betroffene Landkreis Görlitz verfügt nun neue Maßnahmen, die ab Dienstag gelten werden. Die Regelungen dort erfahren Sie im Artikel Kreis Görlitz verschärft die Corona (SZ+)

15.03 Uhr: Sachsen meldet fast 5.000 Neuinfektionen über das Wochenende

Kein Zeichen der Entspannung gibt es derzeit in Sachsen: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist über das Wochenende erneut deutlich angestiegen. Nach der aktuellen Erhebung des Sozialministeriums wurden seit Freitag 4.816 Menschen positiv auf das Virus getestet. Seit Beginn der Pandemie im März sind damit bisher 57.030 Menschen infiziert worden. Die meisten Neuinfektionen in der Statistik entfallen mit 613 auf den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, gefolgt vom Erzgebirgskreis (622) und dem Kreis Görlitz (552). Geschätzt 35.390 Sachsen gelten inzwischen als genesen.

Auch die Zahl der mit Covid-19 in Verbindung stehenden Todesfälle stieg sehr stark an - um 115 auf nun 961. Etwa die Hälfte der Verstorbenen wurden aus den Kreisen Görlitz (30) und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (23) gemeldet. In den Krankenhäusern müssen derzeit 2.157 Sars-CoV-2-Patienten behandelt werden, davon 398 auf Intensivstationen. Die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner liegt im gesamten Freistaat jetzt bei 275, am Freitag lag dieser Inzidenzwert noch bei 244.

14.40 Uhr: Staatliche Kunstsammlungen Dresden starten digitalen Adventskalender

Auch im Dezember müssen die Museen aufgrund der anhaltenden Covid-19-Pandemie geschlossen bleiben. Um den Besucherinnen und Besuchern dennoch in Zeiten des Social Distancing Einblicke in die vielfältigen Aktivitäten der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) zu ermöglichen, startet der Museumsverbund einen Online-Adventskalender unter dem Hashtag #wiröffnentüren. Vom 1. Dezember 2020 bis Heiligabend öffnet sich jeden Tag ein digitales Türchen auf den Social Media-Plattformen Instagram, Facebook sowie Twitter. Dahinter verbergen sich Geschichten aus dem Museumsalltag, finden sich Einblicke in aktuell ruhende Ausstellungen, oder werden Neuigkeiten rund um die 15 Museen verkündigt, ob aus der Gemäldegalerie Alte Meister, dem Kupferstich-Kabinett oder dem Japanischen Palais. Zudem wird es Verlosungen geben – ob für Eintrittskarten zu Sonderausstellungen oder Ausstellungskataloge.

14.27 Uhr: Rom stimmt die Italiener auf Ausgangssperren zu Silvester ein

In Italien zeichnet sich ab, dass die nächtliche Ausgangssperre ab 22 Uhr für die 60 Millionen Italiener auch noch zu Silvester gelten dürfte. Um eine dritte Corona-Welle zu vermeiden, müsse die Politik auch im Dezember streng bleiben, sagte Italiens Minister für Angelegenheiten der Regionen, Francesco Boccia, dem Fernsehsender Rai News. Sollten die Beschränkungen wie bisher fortbestehen, müssten die Menschen Silvester eben bei sich zu Hause feiern, erläuterte er. In Italien gilt seit Anfang November eine nächtliche Ausgangssperre von 22 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Boccia will sie beibehalten. Noch in dieser Woche wird ein neues Dekret erwartet, das eine Aktualisierung zahlreicher Corona-Maßnahmen enthält. Neben der Frage, was zu Weihnachten und Silvester erlaubt sein wird, war zuletzt auch eine Öffnung von Skigebieten über die Ferien ein Streitthema. Politiker und Experten warnen seit Tagen davor, die Fehler des Sommers mit zu vielen Lockerungen und zu vielen Reisen zu wiederholen.

Ein medizinischer Mitarbeiter im Schutzanzug am "Agostino Gemelli"-Krankenhausin Rom. Im Italien gelten derzeit strenge Beschränkungen.
Ein medizinischer Mitarbeiter im Schutzanzug am "Agostino Gemelli"-Krankenhausin Rom. Im Italien gelten derzeit strenge Beschränkungen. © Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press/dpa

14.14 Uhr: Intensivmediziner beklagen "absolute Ausnahmesituation" in Kliniken

Intensivmediziner appellieren eindringlich an die Bevölkerung, die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus einzuhalten. "Wir sind in einer absoluten Ausnahmesituation, die wir in der Geschichte der Intensivmedizin so noch nie erlebt haben", sagte Gernot Marx von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Jede Gruppe, die sich aktuell nicht treffe, trage vielleicht dazu bei, dass ein paar mehr Menschen überlebten. Die vereinbarten Lockdown-Maßnahmen hätten aus der Sicht von Marx noch schärfer ausfallen müssen. Denn die Corona-Pandemie führe ihn und seine Kollegen derzeit an die Belastungsgrenze. Laut der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) meldeten zuletzt rund 1.300 Kliniken etwa 5.900 freie Intensivbetten. Aus ihrem Bericht geht ebenfalls hervor, dass in Folge des steilen Anstiegs bei den Neuinfektionen im Oktober auch die Zahl der belegten Intensivbetten gestiegen ist. Zuletzt ist diese Kurve jedoch wieder etwas abgeflacht.

13.58 Uhr: Kroatischer Politiker tritt nach Corona-Randale zurück

Der kroatische Staatssekretär im Ministerium für Kriegsveteranen, Stjepan Sucic, ist nach Angriffen gegen Polizisten im Einsatz zur Durchsetzung von Corona-Regeln zurückgetreten. "Ich entschuldige mich für mein unangemessenes Verhalten in Vukovar und möchte weder für die Regierung noch für das Ministerium eine Belastung darstellen", erklärte er am Montag in einer Stellungnahme für die Medien.

Sucic hatte sich am vergangenen Freitag in der ostkroatischen Stadt Vukovar nach der coronabedingten Sperrstunde in einer Kneipe aufgehalten. Als Polizisten kamen, um die Personalien der Gäste festzustellen, weigerte sich Sucic zusammen mit dem Leiter des örtlichen Gedenkzentrums für die Opfer eines Massakers im Krieg 1991, den Ausweis zu zeigen. Zeugen zufolge sollen die beiden Staatsbeamten die Polizisten unflätig beschimpft und ihnen unter Berufung auf ihre Regierungsämter mit "Konsequenzen" gedroht haben. Um sie auf die Polizeiwache abzuführen, musste ein Einsatzkommando anrücken. Der Leiter des Gedenkzentrums soll noch im Lokal tätlichen Widerstand geleistet haben. Sucic wiederum soll auf der Polizeiwache randaliert und eine Glastür zerschlagen haben.

13.46 Uhr: 266 neue Fälle in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben am Montag 266 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun 6.448 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Die Zahl der in Zusammenhang mit dem Virus Verstorbenen stagnierte bei 55 seit Beginn Krise im März, allerdings mussten vier weitere Patienten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Als genesen gelten mittlerweile 4.218 Dresdner - 218 mehr als am Sonntag. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, beträgt nun 230,1.

13.10 Uhr: Moderna will Zulassung für Corona-Impfstoff in EU beantragen

Der US-Pharmakonzern Moderna will als erstes Unternehmen die Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU beantragen. Der Antrag auf eine bedingte Zulassung solle noch am Montag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur Ema gestellt werden, teilte das Unternehmen heute mit. Parallel dazu soll eine Notfall-Zulassung bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA beantragt werden. Mit dem Zulassungsantrag bei der Ema rückt eine Corona-Impfung auch in Deutschland näher. Mehr zu Modernas Impfstoff

13.01 Uhr: OVG Bautzen bestätigt Verbot des Vereinssports für Kinder

Das sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) hat das Verbot des Vereinssports für Kinder und Jugendliche im Teil-Lockdown bestätigt. Das Verbot sei "nicht ungeeignet", um das Ziel zu erreichen, dass die Menschen derzeit weniger Kontakte haben, teilte das Gericht in Bautzen am Montag mit. Auch wenn es noch nicht abschließend wissenschaftlich geklärt sei, könne nicht ausgeschlossen werden, dass auch Kinder und Jugendliche bei der Verbreitung des Coronavirus eine Rolle spielen. Es gehe im Teil-Lockdown darum, bestimmte Lebensbereiche herunterzufahren und "vordringliche Bereiche" aufrechtzuerhalten, führte das Gericht aus. Deswegen sei es auch keine unzulässige Ungleichbehandlung, dass Sport in Schule und Kita weiter erlaubt sei. Dazu komme, dass in Vereinen Kinder aus verschiedenen Lebensbereichen zusammenkämen, während es in Kita und Schule feste Gruppen gebe. Der Beschluss des OVG im Eilverfahren ist unanfechtbar.

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12.46 Uhr: Polizei beendet Adventsfeier in Leipzig

Die Polizei musste am Sonntag in Leipzig eine Adventsfeier mit über 40 Personen beenden, nachdem das städtische Ordnungsamt die Beamten um Hilfe gerufen hatte. Im Stadtteil Plagwitz waren laut einer Mitteilung vom Montag mehrere Tische aufgestellt, Glühwein wurde ausgeschenkt. Die Teilnehmer der Feier hätten keine Mindestabstände eingehalten und sich gegenüber dem Ordnungsamt "uneinsichtig und unkooperativ" verhalten, hieß es. Als die Bereitschaftspolizei eintraf, zerstreuten sich die Menschen. Von zehn Feiernden konnten allerdings noch die Personalien festgestellt werden. Auf sie kommen nun Anzeigen aufgrund der Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung zu.

Als die Einsatzkräfte wieder abrücken wollten, machten die Ordnungsamt-Mitarbeiter dann noch eine unangenehme Entdeckung: An ihrem Dienstfahrzeug waren die Reifen zerstochen. Die Polizei ermittelt deswegen nun wegen Sachbeschädigung.

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