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Sächsische Kreise melden Corona-Inzidenz nahe 500

Zunehmend Zweifel an Feiertagslockerung, fast jeder sechste Tote in Deutschland aus Sachsen gemeldet, 82 Tote und 2.291 Neuinfektionen - unser Newsblog.

Das offizielle Plakat der Landeshauptstadt Dresden, das auf die Nutzung von Mund- und Nasen-Bedeckungen hinweist, hängt an einer Laterne auf dem Altmarkt vor dem beleuchteten Weihnachtsbaum. und der Frauenkirche.
Das offizielle Plakat der Landeshauptstadt Dresden, das auf die Nutzung von Mund- und Nasen-Bedeckungen hinweist, hängt an einer Laterne auf dem Altmarkt vor dem beleuchteten Weihnachtsbaum. und der Frauenkirche. © Robert Michael/dpa-Zentralbild

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

17.52 Uhr: Sächsische Kreise melden Corona-Inzidenz nahe 500

Die Gesundheitsämter in Sachsen haben dem Robert Koch-Institut (RKI) fast 2.300 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die Zahl der Todesfälle stieg im Vergleich zum Vortag um 82 auf 1.224. Damit entfiel fast jeder sechste bundesweit gemeldete Verstorbene auf den Freistaat. Bei der Quote der Neuinfektionen pro Woche auf 100.000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz) bleibt Sachsen im Vergleich der Bundesländer negativer Spitzenreiter mit einem Wert von 280,5. Das ist mehr als das Doppelte des bundesweiten Inzidenzwertes.

Regional ist der Wert innerhalb des Freistaates nach RKI-Zahlen in den Landkreisen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie Bautzen am höchsten. Im bundesweiten Ranking der Regionen belegen sie Platz drei und vier. Die Landesuntersuchungsanstalt weist am Wochenende keine aktuellen Zahlen aus.

Im Kreis Bautzen hat sich die Lage derweil zugespitzt. Dort nähert sich die Inzidenzrate nach Auskunft des Landratsamtes der 500er-Marke. Am Samstag seien 256 neue Infektionen registriert worden und sechs Patienten gestorben, hieß es. Binnen einer Woche habe es damit 491 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gegeben. Derzeit seien in dem Landkreis mehr als 5.100 Infizierte und Kontaktpersonen in Quarantäne. Besonders stark betroffen sei ein Seniorenzentrum in Pulsnitz. Wegen der hohen Infektionszahlen habe das Landratsamt beschlossen, die Kreismusikschule wieder zu schließen, hieß es. Auch der Landkreis Görlitz meldete am Samstag mehr als 200 neue Infektionen und eine 7-Tage-Inzidenz von gut 490.

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17.37 Uhr: Merkel: "Uns fehlt, was die Künstler uns sonst geben"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Schließung von Kultureinrichtungen wegen der Corona-Pandemie als bitter bedauert. Dass in diesen Wochen Theater, Kinos, Opern, Museen, Clubs und viele andere Einrichtungen geschlossen sein müssten, sei besonders bitter, sagte Merkel in ihrem am Samstag ausgestrahlten Videopodcast. "Uns fehlt, was die Künstler uns dort sonst geben und was nur sie uns geben können." Deswegen sei es wichtig, dass umfangreiche Hilfe auch für Künstler und Kreative geleistet werde.

Kinos und Theater, Museen und Konzertbühnen, Orte für kleine Kunst und große Auftritte sind seit März mit Unterbrechung eingeschränkt und seit Anfang November wieder geschlossen. Die Folgen für Institutionen wie Betroffene sind oft dramatisch. Fast 170 Milliarden Euro erwirtschaftete die Kultur- und Kreativszene 2018 mit knapp 260.000 Unternehmen und 1,7 Millionen Mitarbeitern. Aber viele Kulturschaffende verdienen auch zu normalen Zeiten unter Durchschnitt.

16.55 Uhr: Spahn fürchtet Verteilungskonflikte um Impfstoff

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fürchtet zum Start der Corona-Impfungen in Deutschland Verteilungskonflikte. Anfangs werde die Menge an Impfstoffen begrenzt sein, sagte Spahn am Samstag bei einer Online-Diskussion in Berlin. Nach aktuellem Stand werde es im Januar in Deutschland für eine zweistellige Millionenzahl an Impfwilligen nur drei Millionen Impfdosen geben. Deshalb werde es eine "sehr harte Priorisierung" geben. Spahn sagte, er rechnet mit emotionalen Diskussionen. "Es wird ja nicht umsonst an Konzepten gearbeitet, bis hin zu polizeilichem Schutz der Impfzentren", fügte der Minister hinzu.

Möglicherweise werde es Situationen geben, in denen Leute sagten: "Ich will jetzt aber", aber noch nicht an der Reihe seien. Dann rechne er aber mit einer Entspannung. "Wir reden hier nicht über Jahre, sondern wir reden hier über Monate, in denen wir eine absolute Priorisierung brauchen." Er sei zuversichtlich, dass die Pandemie im Herbst oder Winter 2021 unter Kontrolle sein werde, weil dann ausreichend Impfstoffe zur Verfügung stünden.

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit.
Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit. © Michael Kappeler/dpa-POOL/dpa

16.13 Uhr: US-Expertin hält Corona-Impfstoffe für wirksam und sicher

Die Direktorin der Impfstoffabteilung der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA, Marion Gruber, würde "jedem zur Impfung" mit den neuen Corona-Impfstoffen raten. Die von den Behörden zugelassenen oder autorisierten Impfstoffe seien "wirklich sicher und wirksam", sagte die aus Deutschland stammende Gruber dem Südwestrundfunk (SWR) und ergänzte: "Die Leute können Vertrauen in uns haben, dass wir sicherstellen, dass diese Impfstoffe halten, was sie versprechen." Gruber sagte, man habe nun "Daten über die Sicherheit".

Beim Impfstoff des Mainzer Herstellers Biontech und des US-Konzerns Pfizer etwa lägen Daten von mehr als 40.000 Probanden vor. Man werde zwar auch zusätzliche Daten brauchen, aber für die Impfstoffe, die die FDA derzeit begutachte, "habe ich bis jetzt noch nichts gesehen, was mich nervös machen würde". Die FDA prüfe, wie sicher der Impfstoff sei, wie wirksam und welche Nebenwirkungen auftreten. Dabei stütze man sich auf Daten der Unternehmen und eigene Analysen, sagte sie.

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15.33 Uhr: Bremer Polizei im Großeinsatz: Kaum "Querdenken", aber Gegen-Demos

Die Bremer Polizei hat am Samstag mit einem massiven Aufgebot von Einsatzkräften und mehreren Wasserwerfern Präsenz in der Hansestadt gezeigt. Damit wollte die Polizei das am Samstag auch vom Bundesverfassungsgericht bestätigte Verbot einer "Querdenken"- Demonstration gegen die Corona-Politik am Hauptbahnhof durchsetzen. Dort versammelten sich am Nachmittag aber vor allem Teilnehmer von Gegendemonstrationen, die nicht verboten worden waren. Auf beiden Seiten des Bahnhofs zählte die Polizei insgesamt etwa 400 Teilnehmer. Auch einige der "Querdenken"-Bewegung zuzurechnende Demonstranten seien vor Ort gewesen, so eine Polizeisprecherin. "Bislang verlief alles friedlich."

Gegendemonstranten zur "Querdenken"-Demo stehen in Bremen Polizisten gegenüber.
Gegendemonstranten zur "Querdenken"-Demo stehen in Bremen Polizisten gegenüber. © Sina Schuldt/dpa

15.16 Uhr: Kreis Bautzen: Corona-Inzidenz bei fast 500

Die Corona-Belastung im Landkreis Bautzen steigt auf einen neuen Höchstwert. Am Sonnabend meldete das Gesundheitsamt 256 Neuinfektionen. Damit sind aktuell 2.084 Personen infiziert. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 491 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Mehr Informationen zur Situation im Landkreis finden Sie hier (SZ+).

15.06 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in Südbrandenburg weiter sehr hoch

In Brandenburg ist die Zahl der neuen Ansteckungen mit dem Coronavirus weiter hoch. Landkreise im Süden des Landes mit besonders hohen Werten haben schärfere Beschränkungen in Kraft gesetzt. Seit diesem Samstag gilt etwa im Landkreis Spree-Neiße ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit bis 20. Dezember. Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz will ab kommenden Montag das steigende Infektionsgeschehen ebenfalls mit weiteren Maßnahmen eindämmen. Ab dann muss unter anderem in der Schule ab der fünften Klasse ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Schüler an weiterführenden Schulen sollen in kleinere Lerngruppen aufgeteilt werden und Wechselunterricht erhalten. In stationären Pflegeeinrichtungen ist höchstens ein Besucher je Patient oder Bewohner täglich für maximal eine Stunde zulässig.

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz hat mit 331,9 neuen Infektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche den höchsten Inzidenzwert der Landkreise in Brandenburg, gefolgt vom Landkreis Spree-Neiße mit einem Wert von 254,1. Der Landesdurchschnitt wird mit 139,7 angegeben.

14.40 Uhr: Sollten Corona-Regeln zu Feiertagen wirklich gelockert werden?

Angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen mehren sich Forderungen, auf die Lockerung von Kontaktbeschränkungen über Weihnachten und Neujahr zu verzichten. Die für Gesundheit zuständige stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Bärbel Bas sagte:" Sollten die Zahlen bis zum 20. Dezember auf diesem hohen Niveau bleiben, sollten die Maßnahmen über die Feiertage nicht gelockert werden. Es sollte dann bei den jetzt gültigen Beschränkungen bis in den Januar bleiben." Ansonsten drohten noch höhere Zahlen, die weitergehende Beschränkungen nötig machten. Das bayerische Kabinett will am Sonntag über Verschärfungen beraten. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus bleibt in Deutschland auch rund fünf Wochen nach Inkrafttreten des Teil-Lockdowns auf hohem Niveau. Wie die Situation derzeit eingeschätzt wird, lesen Sie im Artikel Mehr Zweifel an Feiertags-Lockerungen

14.04 Uhr: Intensivmediziner warnt vor Gefahr von dritter Welle nach Feiertagen

Mediziner sehen die Regelungen für Weihachten und Silvester kritisch und warnen vor der Gefahr einer dritten Corona-Welle. "Zehn Personen aus bis zu zehn Haushalten zuzulassen, erscheint mir zu freizügig, gerade an Silvester, wo ein solches Szenario ja - anders als am Weihnachtsabend - durchaus nicht unrealistisch ist", sagte der Generalsekretär der Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGÄI). Bernhard Zwißler. "Hier könnte eine dritte Welle wieder Schwung nehmen."

Der Teil-Lockdown zeige Wirkung, wenngleich langsamer und weniger stark als erhofft. "Es sieht momentan so aus, als würde sich die Situation etwas beruhigen. Die Situation ist allerdings höchst fragil", sagte der Leiter der Klinik für Anästhesiologie am LMU Klinikum der Uni München. Der Scheitel der zweiten Welle im Hinblick auch auf die Zahl stationär behandelter Patienten und Intensivpatienten scheine dieser Tage erreicht zu sein. "Ich gehe davon aus, dass die Zahlen hier in den nächsten Wochen bis Weihnachten weiter langsam sinken werden."

13.47 Uhr: Spahn: Massenimpfungen gegen Coronavirus im Sommer denkbar

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Massenimpfungen gegen das Coronavirus bis Sommer nächsten Jahres in Aussicht gestellt. Dem Nachrichtenportal t-online sagte der CDU-Politiker: "Stand heute bin ich sehr optimistisch, dass es spätestens im Sommer Massenimpfungen geben wird." Er gehe davon aus, dass dann auch in Arztpraxen "flächendeckend" geimpft werden könne. Auf die Frage, ob Deutschland im Herbst mit dem Gröbsten durch sei, antwortete Spahn: "Wenn möglichst viele das Impfangebot wahrnehmen: ja."

Insgesamt gebe es bei den Impfstoff-Entwicklungen fünf Kandidaten, die mit einer "gewissen Wahrscheinlichkeit" bis zur Jahresmitte zugelassen würden. Dazu zählte Spahn neben den Entwicklungen von Biontech/Pfizer und Moderna auch die Produkte von Curevac, Astra Zeneca sowie Johnson & Johnson. Millionen Bundesbürger könnten schon im Frühjahr durch Impfungen immun sein. Bis Ende März seien "für Deutschland 11 Millionen Dosen allein von Biontech realistisch".

13.19 Uhr: Ethikrat-Mitglied: Impfpflicht in Teilbereichen möglich

In der Diskussion um Corona-Impfungen hält das Ethikrat-Mitglied Steffen Augsberg eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen oder Tätigkeitsbereiche für möglich. "Ob man die aber tatsächlich braucht, zum Beispiel auf den Intensivstationen, das hängt von der freiwilligen Befolgung ab", sagte der Gießener Rechtsprofessor dem Portal hessenschau.de am Samstag. Für die Gesamtgesellschaft werde es mit Sicherheit dabei bleiben, dass es keine Impfpflicht geben werde. Der Deutsche Ethikrat befürwortet eine Priorisierung der Impfungen mit dem Ziel, schwere Covid-19-Verläufe und Todesfälle zu vermeiden. Dazu sollten sich Risikogruppen wie Ältere und Vorerkrankte vorrangig impfen lassen, aber auch Medizin- und Pflegepersonal sowie Menschen in Berufen zur Aufrechterhaltung staatlicher Funktionen und des öffentlichen Lebens.

12.46 Uhr: Sachsens Linke fordert Runden Tisch zur Bewältigung der Pandemie

Angesichts gravierender Corona-Infektionszahlen in Sachsen hat die Linke der Landesregierung massive Versäumnisse vorgeworfen und einen "Runden Tisch Corona" gefordert. Die Regierung von Michael Kretschmer (CDU) habe über den Sommer wichtige Vorsorgemaßnahmen unterlassen, schrieben die Spitzen von Landtagsfraktion und Landespartei am Samstag in einer gemeinsamen Erklärung. "Die Staatsregierung hat einen gehörigen Anteil daran, dass die Lage heute so dramatisch ist und ein harter Lockdown droht, wenn die Krankenhäuser weiter volllaufen." Dagegen habe sich die große Mehrheit der Sachsen vernünftig verhalten und leide nun darunter, dass härtere Einschnitte nötig seien.

Die Linken Rico Gebhardt, Susanne Schaper und Stefan Hartmann mahnten, digital einen ständigen Runden Tisch einzurichten. An ihm sollten Vertreter derer beteiligt werden, die von den Schutzmaßnahmen betroffen seien und an deren Ausgestaltung mitwirken könnten, wie Wohlfahrts- und Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften und Kulturorganisationen. Auch müsse die Regierung Pläne für eine Corona-Schutzimpfung offenlegen und den Landtag einbinden. Zudem forderten die Linken, die Lasten der Krise sozial abzufedern. Zum einen sprachen sie sich dazu für die Aufnahme neuer Kredite aus; zum anderen für eine Corona-Vermögensabgabe für das reichste Prozent der Gesellschaft.

Ein offizielles Plakat der Landeshauptstadt Dresden, welches auf die Nutzung von Mund- und Nasen-Bedeckungen hinweist, hängt an einer Laterne auf dem Altmarkt vor der Frauenkirche.
Ein offizielles Plakat der Landeshauptstadt Dresden, welches auf die Nutzung von Mund- und Nasen-Bedeckungen hinweist, hängt an einer Laterne auf dem Altmarkt vor der Frauenkirche. © Robert Michael/dpa-Zentralbild

12.10 Uhr: Merkel: Unterstützung des Staats nicht endlos fortzusetzen

Vor den Haushaltsberatungen im Bundestag stimmt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf ein, dass die enormen öffentlichen Hilfen in der Corona-Krise weniger werden. Das aktuelle Maß an Unterstützung könne nicht endlos fortgesetzt werden, sagte Merkel in ihrem am Samstag veröffentlichten Podcast. Deshalb hätten alle große Verantwortung. "Bund, Länder und Kommunen müssen gut und konstruktiv zusammenarbeiten, um die Pandemie und ihre Folgen bestmöglich zu meistern."

Die große Koalition will kommendes Jahr fast 180 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen und dafür wieder die Schuldenbremse im Grundgesetz aussetzen. Merkel verteidigte die Neuverschuldung. Seit Beginn der Pandemie sei Ziel, die finanziellen Kräfte zu mobilisieren, um gegenzuhalten. "Noch höher wären die Kosten - finanziell wie sozial -, wenn viele Unternehmen zusammenbrächen und Millionen von Arbeitsplätzen verloren gingen." Auch 2021 könne der Bund große Summen einsetzen, weil in den vergangenen Jahren gut gehaushaltet worden sei.

>>> Aktuelle Audio-Podcast der Kanzlerin bei Spotify

11.58 Uhr: Bund sagt organisiertem Sport weiter Hilfe in Corona-Krise zu

Das Bundesinnenministerium hat dem deutschen Sport in der Corona-Krise weiter Unterstützung zugesagt. "Wir tun alles dafür, dem Sport sehr engagiert unter die Arme zu greifen, wenn es darum geht, mit der Corona-Pandemie zurechtzukommen", sagte Stephan Mayer, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, am Samstag bei der digitalen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Für 2021 würden die staatlichen Fördermittel erneut erhöht werden und vorbehaltlich der Verabschiedung des Haushaltes durch den Bundestag in der kommenden Woche auf 291 Millionen Euro ansteigen. "Man kann sagen: Im kommenden Jahr werden wir wieder einen Rekordhaushalt haben", sagte der CSU-Politiker. Für 2020 hatte der Bund dem Sport 279 Millionen Euro zugesagt. "Plus den vorgesehenen Corona-Hilfen stellt der Bund dem Sport rund 600 Millionen Euro unmittelbar zur Verfügung", sagte Mayer. "Das kann sich sehen lassen."

11.40 Uhr: Bundesverfassungsgericht: Bremer "Querdenken"-Demo bleibt verboten

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat das Verbot einer für heute in Bremen geplanten "Querdenken"-Demonstration gegen die Corona-Politik bestätigt. Das Gericht lehnte am Samstag einen Eilantrag der Veranstalter ab, wie ein Sprecher mitteilte. Damit folgte das Gericht zwei vorangegangenen Beschlüssen des Bremer Verwaltungs- sowie Oberverwaltungsgerichtes. Die Vorinstanzen hatten ihre Entscheidungen unter anderem mit der hohen zu erwartenden Teilnehmerzahl und einer Gefährdung für die Öffentlichkeit begründet. Es gebe kein milderes Mittel als das Versammlungsverbot.

Bei der Demonstration der Initiative "Querdenken 421" unter dem Motto "Bundesweites Fest für Frieden und Freiheit" waren bis zu 20.000 Teilnehmern auf der Bürgerweide am Hauptbahnhof erwartet worden. Die Polizei bereitete sich auf einen Großeinsatz vor. Sie hatte angekündigt, ausgesprochene Verbote durchzusetzen. An verschiedenen Stellen in Bremen waren am Samstagvormittag Wasserwerfer der Polizei stationiert. Das Bremer Ordnungsamt untersagte am Freitag auch für Samstag angemeldete Ersatzkundgebungen der "Querdenker" sowie jegliche Eil- und Spontanversammlungen.

10.41 Uhr: Bundesverfassungsgericht entscheidet über Bremer "Querdenken"-Demo

Dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe liegt ein Eilantrag gegen das Verbot der "Querdenker"-Demonstration an diesem Samstag in Bremen vor. Der Antrag sei am späten Freitagabend eingegangen, sagte Gerichtssprecher Pascal Schellenberg am Samstag. Über den Antrag solle zeitnah entschieden werden. Die "Querdenker" wollten mit bis zu 20.000 Teilnehmern ihre Proteste auf der Bürgerweide am Hauptbahnhof starten. Das Bremer Ordnungsamt hatte am Dienstag den Aufzug der Bewegung, die gegen die Anti-Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern protestiert, auf der Bürgerweide untersagt. Verwaltungsgericht und Oberverwaltungsgericht hatten das Verbot bestätigt.

Mittlerweile hat die Versammlungsbehörde auch alle Ersatzveranstaltungen der "Querdenker" untersagt. Unberührt davon blieben die angemeldeten Demonstrationen, die sich gegen die Kritiker der Corona-Politik richten.

10.12 Uhr: Giffey befürchtet mehr Gewalt gegen Frauen an Weihnachten

An Weihnachten droht Frauen nach Einschätzung von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) mehr Gewalt wegen der Corona-Einschränkungen. In der Zeit des ersten Lockdowns sei die Zahl der Anrufe beim Hilfetelefon um etwa 25 Prozent hochgegangen im Jahresvergleich, sagte Giffey den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auffällig sei die Zunahme an den Osterfeiertagen gewesen. "Ich fürchte, an Weihnachten erleben wir das wieder." An Feiertagen gebe es auch in anderen Jahren mehr Anrufe bei der Hotline "Gewalt gegen Frauen", sagte die Ministerin. Derzeit leisteten die Mitarbeiterinnen bis zu 480 Beratungen pro Woche zu häuslicher Gewalt, etwas weniger als im Frühjahr. "Ich gehe allerdings davon aus, dass wir ein deutlich größeres Dunkelfeld haben."

9.54 Uhr: Skilifte in Tschechien sollen ab 18. Dezember wieder laufen

Tschechien geht beim Wintersport eigene Wege. „Die Skigebiete öffnen ab 18. Dezember“, kündigte Gesundheitsminister Jan Blatný am Freitagabend an. Die hygienischen Auflagen für den Betrieb erarbeitet das Ministerium bis Montag. Dann soll die Regierung formell entscheiden. Was die Liftbetreiber in den Wintersportorten dazu sagen, lesen Sie im Artikel Tschechiens Skigebiete öffnen noch vor Weihnachten

9.39 Uhr: Pforzheim erlässt nächtliche Ausgangsbeschränkung

Die Stadt Pforzheim hat zur Eindämmung des Corona-Infektionsgeschehens eine nächtliche Ausgangsbeschränkung erlassen. Sie tritt am Samstag in Kraft und gilt bis zum 14. Dezember zwischen 21 Uhr und 5 Uhr, wie die Stadt bekanntgab. Als Ausnahme gelten demnach nur "triftige Gründe". Die Stadt erließ zudem eine erweiterte Maskenpflicht in Fußgängerzonen und ein Veranstaltungsverbot sowie weitere strengere Maßnahmen. Die Stadt zählt zu den Hotspots im Land mit 272,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Das ist der höchste Wert eines Stadt- oder Landkreises in Baden-Württemberg. Die Landesregierung hatte Kreise mit sehr hohem Infektionsgeschehen am Freitag in einem Erlass bereits zu Ausgangsbeschränkungen verpflichtet.

In Deutschland steigen die Zahlen Infizierter weiter an.
In Deutschland steigen die Zahlen Infizierter weiter an. © Christoph Schmidt/dpa (Symbolbild)

9.27 Uhr: Innenminister Maier: Ein Drittel auf "Querdenken"-Demos rechtsextrem

Bei Demonstrationen der "Querdenken"-Bewegung gehört nach Einschätzung des Vorsitzenden der Innenministerkonferenz Georg Maier (SPD) im Schnitt etwa ein Drittel der Teilnehmer zur rechtsextremen Szene. "Das merkt man an Symbolen und Fahnen, die dort auftauchen", sagte der Thüringer Innenminister der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Unter den Kritikern der Anti-Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern seien auch Impfgegner und Verschwörungstheoretiker, bei denen die Grauzone hin zum Rechtsextremismus beginne. Rechtsextremisten würden immer wieder Anschluss an andere gesellschaftliche Kreise wie Rechtsrock, Jugendkultur, Kampfsport oder die Fußball-Fanszene suchen. "Jetzt wittern die Rechtsextremisten Morgenluft und die Chance, durch die 'Querdenken'-Protestbewegung in viel größere Schichten vorzudringen", warnte Maier vor der Herbsttagung der Innenministerkonferenz in der kommenden Woche.

Der Innenpolitiker sprach sich dafür aus, dass die Polizei schon im Vorfeld von "Querdenker"-Demonstrationen verhindert, dass Extremisten aus anderen Teilen Deutschlands anreisen: "Wir kennen ja zum Teil unsere einschlägigen Charaktere, gerade in der Fußball-Szene, und müssen die im Vorfeld schon abfangen." Mit Blick auf die zunehmende Gewalt im Umfeld der Demonstrationen sagte Maier, die Polizei müsse, "wenn nötig, die Teilnehmer streng kontrollieren" - etwa auf Waffen.

Teilnehmer stehen am 7. November nach der Demonstration der Stuttgarter Initiative "Querdenken" umgeben von Einsatzfahrzeugen der Polizei am Hauptbahnhof in Leipzig.
Teilnehmer stehen am 7. November nach der Demonstration der Stuttgarter Initiative "Querdenken" umgeben von Einsatzfahrzeugen der Polizei am Hauptbahnhof in Leipzig. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

8.59 Uhr: Diakonie: Corona-Schnelltests kein Allheilmittel für Pflegeheime

Corona-Schnelltests sind aus Sicht von Fachleuten kein Allheilmittel, um Infektionsausbrüche in Alten- und Pflegeheimen zu verhindern. Zwar hätten dadurch bereits einige Einrichtungen vor Ausbrüchen bewahrt werden können, erklärte der Wohlfahrtsverband auf Anfrage. Allerdings sind diese Testergebnisse mit Unsicherheiten behaftet: Infektionen können unerkannt bleiben, gesunde Menschen fälschlicherweise ein positives Ergebnis bekommen. Beide Szenarien haben für Heime Folgen. "Wir haben natürlich die Hoffnung, dank der Schnelltests schon frühzeitig asymptomatische Menschen zu entdecken, statt erst nach Krankheitsfällen einem Ausbruch hinterherzulaufen", sagte die Direktorin des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg, Barbara Eschen. Absolute Sicherheit gebe es jedoch dadurch nicht, die Tests seien nur eine Momentaufnahme.

8.45 Uhr: 23.318 Corona-Neuinfektionen und 483 Todesfälle gemeldet

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Samstagmorgen 23.318 neue Corona-Infektionen gemeldet. Vor genau einer Woche lag der Wert noch bei 21.695 gemeldeten Neuinfektionen. Mit 483 neuen Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden wurde der zweithöchste Stand seit dem Ausbruch der Pandemie erreicht. Am vergangenen Mittwoch war der bisherige Höchstwert mit 487 Todesfällen erreicht worden. Insgesamt sind demnach an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 18.517 Menschen in Deutschland gestorben (Stand: 05.12., 00.00 Uhr). Seit dem Beginn der Pandemie haben sich nach Angaben des RKI insgesamt 1.153.556 Menschen mit dem Virus infiziert.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,04 (Vortag: 0,94). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 104 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

7.59 Uhr: Musikalische Weihnachtsbotschaft aus Sachsen in die Welt

Sachsen will am Samstag (19.30) mit einer Übertragung von Bachs "Weihnachtsoratorium" aus dem Freiberger Dom eine musikalische Botschaft in alle Welt senden. Das Konzert findet wegen der Corona-Pandemie ohne Publikum statt und kann im Live-Stream verfolgt werden. "Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach gehört zur Seele Sachsens. Es ist uns wichtig, dass auch in diesem besonderen Jahr mit all den notwendigen Einschränkungen diese wunderbare Kirchenmusik live erlebbar wird", betonte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

Die Übertragung ist Teil der Imagekampagne "So geht sächsisch". Unter Leitung von Domkantor Albrecht Koch musizieren Mitglieder des Domchores und der Domkurrende, das Dresdner Barockorchester und ein Solistenensemble. Damit will man zugleich freischaffende Musikerinnen und Musiker unterstützen, die wegen Corona viele Engagements verloren haben.

Der Stream läuft am 5. Dezember ab 19:30 Uhr auf dem Facebook-Account der Image-Kampagne "So geht sächsisch!" sowie den Youtube-Kanälen der Kampagne und des Freiberger Domes.

7.45 Uhr: Aussicht auf Impfstoff hebt laut Umfrage Stimmung in Deutschland

Die Aussicht auf einen Corona-Impfstoff wirkt sich positiv auf die Stimmung in Deutschland aus. Nach einer repräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey erwartet nur noch jeder zweite Verbraucher, dass sich die Einschränkungen im Alltag länger als sechs Monate hinziehen. Zum Vergleich: Im September rechneten noch gut zwei Drittel (68 Prozent) mit längeren Einschränkungen. Fast jeder vierte Befragte rechnet demnach mit einem wirtschaftlichen Aufschwung innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate."

Einen solchen Anstieg beim Optimismus der Konsumenten haben wir seit März nicht gesehen", sagte McKinsey-Experte Jesko Perrey. Dass sich die Stimmung trotz der verschärften Lockdown-Regeln bessere, spiegele die Signalkraft und Bedeutung eines möglichen Impfstoffes für das Konsumentenvertrauen wider. Am meisten sehnen sich die Verbraucher der Umfrage zufolge danach, wieder unbesorgt in Restaurants und Bars gehen zu können. Daneben vermissten sie vor allem das regelmäßige Treffen mit Freunden und Familie.

7.31 Uhr: Bundestagsexperten halten Impf-Gesetz für erforderlich

Die Bundesregierung sollte die Impfung gegen Covid-19 nach einer Einschätzung der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags nicht einfach per Verordnung regeln, sondern mit einem Gesetz. In einer Ausarbeitung heißt es: "Der überwiegend vertretenen Auffassung, wonach die Priorisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen beim Zugang zu Impfstoffen eines förmlichen Gesetzes bedarf, das zumindest die wesentlichen Kriterien für die Verteilung eines knappen Impfstoffes regelt, ist zuzustimmen." Schließlich habe das Bundesverfassungsgericht festgehalten, dass insbesondere die Grundrechtsrelevanz einer Maßnahme dafür entscheidend sei, ob diese durch ein formelles Gesetz zu regeln sei. Die Möglichkeit, Impfschutz gegen Covid-19 erlangen zu können, sei für die gesamte Bevölkerung von enormer Relevanz, da alle gleichermaßen von der Ansteckungsgefahr und den daraus folgenden Einschränkungen im Alltag betroffen seien. Die Entscheidung, welche Bevölkerungsgruppen bei der Verteilung zunächst zu bevorzugen seien, weise somit "eine hohe generelle Grundrechtsrelevanz auf", heißt es in der Ausarbeitung, die der FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae angefordert hatte.

Sonnabend 7.20 Uhr: Corona beeinflusst Buchmarkt: Kochbuch top, Reiseführer flop

Im Trend: Radfahren, Wandern, Kochen. Die Corona-Epidemie hat spürbaren Einfluss auf die Buchkäufe in Deutschland, wie Buchgroßhändler und -einzelhändler berichten. "Tatsächlich gab es durch die Corona-Pandemie auch Auswirkungen auf das Kaufverhalten bei Büchern", berichtet ein Sprecher des Großhändlers Libri in Hamburg. Auffällig ist vor allem das sprunghaft gestiegene Interesse an inländischen Rad- und Wanderführern. Das Resümee beim Großhändler Zeitfracht in Berlin lautet, dass es bei vielen auf der Tagesordnung stehe, ihr Zuhause schöner zu gestalten und Hobbys wiederzuentdecken. "So haben sich während der Corona-Pandemie bereits existierende Trendthemen wie Do it yourself und Kreativität, Hobby, Freizeit, Garten sowie Kochen und Backen, insbesondere Brotbacken, weiter verstärkt."

Das bestätigt die Münchner Buchhandelskette Hugendubel: In einzelnen Segmenten gebe es vermehrte Nachfrage. "Dazu gehören Kochbücher, Wander- und Radfahrführer sowie politische Literatur." Mangels Urlaubsmöglichkeiten jenseits der Grenzen bleiben Auslandsreiseführer dagegen liegen. Das beobachtet auch der Online-Händler Amazon: "Im Buchsegment Reiseführer sehen wir ein gesteigertes Interesse an Reisezielen in Deutschland, während sich zuletzt deutlich weniger Kunden für internationale Reisen zu interessieren scheinen."

Ein Stapel neuer Bücher liegt auf einem Verkaufstisch in einer Buchhandlung in Frankfurt/Main. Im Trend: Radeln, Wandern, Kochen, Kinderbücher.
Ein Stapel neuer Bücher liegt auf einem Verkaufstisch in einer Buchhandlung in Frankfurt/Main. Im Trend: Radeln, Wandern, Kochen, Kinderbücher. © Frank Rumpenhorst/dpa

Corona-Pandemie - das geschah am Freitag

21.58 Uhr: Sächsische Lehrergewerkschaft fordert alternative Unterrichtsmodelle

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat angesichts der Corona-Infektionszahlen in Sachsen unzureichende Schutzmaßnahmen in Schulen und Kitas kritisiert. "Das Infektionsgeschehen macht nicht vor Bildungseinrichtungen Halt", sagte die GEW-Landesvorsitzende Uschi Kruse am Freitag. Immer mehr Menschen an Bildungseinrichtungen seien infiziert oder in Quarantäne, die Versprechen von Präsenzunterricht und unveränderten Öffnungszeiten der Kitas nicht mehr zu halten.

Nur "schrittchenweise Wechselmodelle zu ermöglichen, ist inzwischen fahrlässig", kritisierte Kruse. Die Gewerkschaft forderte die Regierung daher auf, den Weg für alternative Unterrichtsmodelle und Betreuungsangebote frei zu machen. Andernfalls schließe das Virus die Einrichtungen, so Kruse. Zu Beginn der Woche waren nach Angaben des Kultusministeriums in Sachsen 158 von 1.374 öffentlichen Schulen von Corona-Infektionen betroffen. Zahlreiche Schulen in Sachsen beginnen in diesen Tagen zudem mit dem Wechselunterricht.

21.40 Uhr: Virologe Kekulé: Lockdown-Verlängerung nicht sinnvoll

Der Virologe Alexander Kekulé hält die Verlängerung des Teil-Lockdowns für nicht sinnvoll. Maßnahmen gegen das Virus wirkten am stärksten, wenn sie gerade beschlossen würden, sagte Kekulé im Podcast von MDR-Aktuell. Durch das Aufrechterhalten der gleichen Maßnahme würde man in der Regel keine stärkere Bremsung hinkriegen. Nach Ansicht Kekulés kam die Entscheidung für die Verlängerung bis zum 10. Januar überraschend. Für ihn hätte es zwei Optionen gegeben: entweder ein Abwarten bis kurz nach Silvester oder ein sofortiges Nachjustieren.

"Dann muss man aber jetzt schärfere Maßnahmen ergreifen und nicht bis 11. Januar warten", sagte er. Die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich am Mittwoch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf verständigt, den Teil-Lockdown mit geschlossenen Restaurants, Museen, Theatern und Freizeiteinrichtungen bis zum 10. Januar zu verlängern. Die Einschränkungen gelten seit Anfang November und waren in der vergangenen Woche zunächst bis kurz vor Weihnachten verlängert worden.

20.36 Uhr: Mehr als 100.000 Anträge auf Corona-Hilfskredite der KfW

Die Zahl der Anträge für Corona-Hilfskredite der staatlichen Förderbank KfW hat die Marke von 100.000 geknackt. Nach KfW-Daten vom Freitag gingen seit dem Start im März 101.134 Kreditanträge im Volumen von 58,8 Milliarden Euro ein. Die Förderbank unterstützt mit ihren Corona-Hilfsprogrammen im Auftrag des Bundes zusammen mit Banken und Sparkassen Unternehmen, die wegen der Corona-Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind. Hierfür stellt sie zinsgünstige Kredite bereit. Diese können Unternehmen bei Hausbanken oder bei jeder anderen Bank, die KfW-Kredite durchleitet, beantragen.

Die Zahl der zugesagten Kreditanträge liegt den Angaben zufolge bei 95.858 und hat ein Volumen von 45,7 Milliarden. Die Differenz zu den Anträgen ergibt sich unter anderem auch daraus, dass manche Unternehmen auf bereits zugesagte Kredite verzichten oder den Antrag noch vor der Zusage wieder zurückziehen. Firmen riefen bis Ende November den Angaben zufolge etwa 27 Milliarden Euro ab. Vor allem größere Unternehmen nutzen die Corona-Hilfe nach Erfahrungen der KfW, um die Mittel nach und nach je nach ihrem Liquiditätsbedarf abzurufen. Die Bundesregierung hatte angesichts steigender Infektionszahlen und des damit verbundenen Teil-Lockdowns das KfW-Sonderprogramm bis zum 30. Juni 2021 verlängert.

20.12 Uhr: Jugendliche verbringen immer mehr Zeit im Netz

Im Corona-Jahr 2020 haben die Jugendlichen in Deutschland deutlich mehr Zeit mit digitalen Unterhaltungsmedien verbracht. Dies ergab die neue JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) mit 1.200 befragten Jugendlichen in Deutschland, die die Landesanstalt für Kommunikation am Freitag in Stuttgart vorstellte. Die tägliche Internetnutzungsdauer stieg demnach von 205 im Jahr 2019 auf 258 Minuten - das sind über vier Stunden.

Auch das Fernsehen gewann: In der Selbsteinschätzung der 12- bis 19-Jährigen stieg die werktägliche Fernsehdauer auf durchschnittlich mehr als zwei Stunden an. Zur Kommunikation untereinander bleibt WhatsApp der wichtigste Online-Dienst. 94 Prozent der Jugendlichen verwenden ihn mehrmals in der Woche. Die regelmäßige Nutzung der chinesischen Plattform Tiktok wuchs um 19 Prozentpunkte; jeder vierte Junge und zwei Fünftel der Mädchen kommunizieren regelmäßig über Tiktok.

19.57 Uhr: Spanien im Kampf gegen Corona sehr erfolgreich

Der einstige Corona-Hotspot Spanien feiert im Kampf gegen das Virus beachtliche Erfolge. Die Zahl der Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen blieb erstmals nach zwei Monaten unter der Marke von 100. Diese sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz betrage jetzt 98,56, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Freitagabend mit. Zum Vergleich: Dieser Wert betrug in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts am Freitag knapp 135.

Spanien habe inzwischen eine der niedrigsten Inzidenzen Europas, schrieb die Zeitung «El País». Der Wert konnte innerhalb eines Monats mehr als halbiert werden. Am 4. November betrug er noch 236. Die Zahl der Aufnahmen von Covid-19-Kranken in Intensivstationen binnen sieben Tagen ging im selben Zeitraum von 382 auf 210 zurück. Am Freitag waren nur noch rund 24 Prozent der Intensivplätze mit Covid-Patienten besetzt, gegenüber gut 29 Prozent Anfang November.

19.19 Uhr: Bahrain lässt Biontech-Impfstoff zu

Nach Großbritannien hat auch der arabische Golfstaat Bahrain den Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer zugelassen. Die zuständige nationale Genehmigungsbehörde habe die Entscheidung gefällt, nachdem alle verfügbaren Daten ausgewertet worden seien, meldete die staatliche bahrainische Nachrichtenagentur BNA am Freitag. Es handele sich dabei um eine Notfallgenehmigung (Emergency Use Authorisation).

Das Königreich hatte Anfang November bereits für Mitarbeiter des Gesundheitswesens den eingeschränkten Einsatz eines chinesischen Impfstoffs zugelassen. Wie gut diese Impfungen schützen und welche Nebenwirkungen sie haben können, ist derzeit weitgehend offen.

Für den Biontech/Pfizer-Impfstoff ergaben umfangreiche Testreihen nach Angaben der Unternehmen eine Wirksamkeit, die einen 95-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 bietet. Für die EU will die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema noch im Dezember über eine Zulassungsempfehlung für den Corona-Impfstoff entscheiden.

Der Golfstaat Bahrain mit rund 1,7 Millionen Einwohner hat bisher mehr als 87 000 Corona-Fälle und rund 340 Tote gemeldet. Nach Angaben des bahrainischen Gesundheitsministeriums sind im Land bislang mehr als zwei Millionen Tests auf das Virus gemacht worden.

18.54 Uhr: Lange Schlange vorm Berliner Kitkat-Club

In den Berliner Kitkat-Club zu gehen, hat jetzt eine neue Bedeutung bekommen. Für ausschweifende Partys ist der Club seit vielen Monaten geschlossen. Statt dessen gibt es nun kostenpflichtige Corona-Schnelltests in Zusammenarbeit mit einer Ärztin und geschultem Personal. An Andrang mangelte es am Freitag nicht, eine Warteschlange zog sich um das ganze Haus - mit mehr oder weniger Abstand. Nach dem derzeitigen Teil-Lockdown wollen auch andere Berliner Clubs mit Schnelltests nachziehen. Ziel sei, dass sich die Menschen wieder freier bewegen könnten, sagte der Sprecher der Clubkommission, Lutz Leichsenring, Anfang dieser Woche. Geplant seien Zentren, in denen sich Ausgehwillige schnell und kostengünstig testen lassen könnten, bevor sie Restaurants, Bars oder auch die Oma besuchen, ergänzt er. Die Clubs böten dafür genügend Platz. Die Innenbereiche sind seit Frühjahr geschlossen, viele Clubbetreiber fürchten um ihre Existenz. Zwischenzeitlich waren Veranstaltungen in Außenbereichen möglich. Wann Clubs wieder öffnen können, ist unklar.

18.43 Uhr: Sachsens Schneekanonen laufen - für wen eigentlich?

In Altenberg bot sich in den letzten Tagen ein Bild scheinbarer Normalität: Mit dem 1. Dezember gingen die Schneekanonen in Betrieb und beschneiten den Skihang - wie in jeder Saison. Doch Liftwart Manuel Püschel schränkt gleich ein: "Normalerweise hätten wir flächig beschneit und wären am Sonnabend mit dem Liftbetrieb gestartet", sagt er. Doch darf laut gültiger Corona-Schutz-Verordnung überhaupt jemand zum Skifahren ins Osterzgebirge? Das erfahren Sie im Artikel Altenberger Piste wird beschneit (SZ+)

Drei Nächte lang waren die Schneekanonen auf dem Altenberger Skihang in Betrieb.
Drei Nächte lang waren die Schneekanonen auf dem Altenberger Skihang in Betrieb. © Egbert Kamprath

18.21 Uhr: Gut 2.400 Beteiligte bei Corona-Tests im Kreis Hildburghausen

An den großangelegten Corona-Schnelltests für Schulen und Kindergärten im thüringischen Landkreis Hildburghausen, einem bundesweiten Corona-Hotspot, hat sich etwa ein Drittel der dazu berechtigten Kinder, Lehrkräfte und Erzieher beteiligt. Das Landratsamt nannte nach Abschluss der Testaktion am Freitag die Zahl von 2418 getesteten Personen. Etwa 9.000 Menschen waren zu den freiwilligen Tests aufgerufen worden. Diese hatten am Dienstag begonnen, zwei Dutzend Testteams unter anderem von Bundeswehr und Deutschem Roten Kreuz waren vor Ort. In dem Kreis an der Grenze zu Bayern gilt wegen der hohen Infektionszahlen derzeit ein regionaler Lockdown mit strengen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, einem Versammlungsverbot und verschärfter Maskenpflicht. Schulen und Kindergärten sind geschlossen. Der Kreis war tagelang die Region in Deutschland mit dem höchsten Sieben-Tages-Wert bei Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Am Freitag betrug dieser 414. Damit liegt die Kommune immer noch im bundesweiten Spitzenfeld.

18.00 Uhr: Krankenkassen machen Defizit von 1,7 Milliarden Euro

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland haben in den ersten neun Monaten dieses Jahres insgesamt 1,7 Milliarden Euro Verlust gemacht. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, dass die Pandemie immer deutlichere Spuren bei den Einnahmen und Ausgaben der Krankenkassen hinterlasse. "Daher werden wir der gesetzlichen Krankenversicherung in diesem und auch im nächsten Jahr durch einen zusätzlichen Bundeszuschuss unter die Arme greifen", erklärte der CDU-Politiker am Freitag. Bis auf die landwirtschaftliche Krankenversicherung, die einen Überschuss von rund 45 Millionen Euro erzielte, hätten alle Krankenkassenarten Defizite verbucht, heißt es in der Mitteilung weiter. So stiegen etwa die Leistungsausgaben um knapp 4,2 Prozent, die Verwaltungskosten um 5,8 Prozent. Insgesamt standen den Krankenkassen laut Bundesgesundheitsministerium Einnahmen in Höhe von 194,7 Milliarden Euro Ausgaben von rund 196,3 Milliarden Euro gegenüber. Trotz des Defizits hatten die Krankenkassen laut der Mitteilung zum Stichtag 30. September Reserven in Höhe von 17,8 Milliarden Euro. Das entspreche 81 Prozent ihrer Monatsausgaben und sei damit vier Mal so hoch wie die gesetzlich vorgesehene Mindestreserve.

17.47 Uhr: Sachsens Verkehrsminister appelliert an Maskenverweigerer

Kurz vor einem bundesweiten Aktionstag zur Durchsetzung der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln am Montag hat sich Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig an Maskenverweigerer gewandt. Fahrten in Bussen und Bahnen ohne Masken können ein Gesundheitsrisiko für andere Menschen darstellen, so der SPD-Politiker. „Deshalb appelliere ich an alle, die Maskenpflicht konsequent einzuhalten. Schützen Sie sich und andere Menschen mit dem Tragen der Maske. Helfen Sie mit, das Virus auszurotten!“. Dulig bedankte sich gleichzeitig bei allen, die sich an die derzeit gültige Pflicht zur Mund-Nase-Bedeckung halten. „Ich danke den Millionen Fahrgästen im Freistaat, die tagtäglich mit Geduld, Disziplin und Maske dabei mithelfen, die Ausbreitung des Corona-Virus durch diesen kleinen und individuellen Beitrag einzudämmen.“

Der erste Aktionstag zur Kontrolle und Einhaltung der Maskenpflicht soll am Montag bundesweit stattfinden. Behörden und Verkehrsunternehmen wollen an diesem Tag ihre Maßnahmen zur Kontrolle sichtbar erhöhen. Ähnliche Aktionen hatten bereits einzelne Kommunen durchgeführt.

Polizei und Ordnungsamt bei einer Kontrolle in Dresdens Verkehrsmitteln.
Polizei und Ordnungsamt bei einer Kontrolle in Dresdens Verkehrsmitteln. © Marion Doering

17.16 Uhr: Dresdner Kreuzchor sagt alle Auftritte bis 10. Januar ab

Der Dresdner Kreuzchor hat wegen mehrerer Corona-Infektionsfälle im Ensemble alle Auftritte bis zum 10. Januar abgesagt. Nach den vier bereits bekannten Fällen hätten sich weitere Kruzianer sowie auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert, teilte die Sprecherin des Chores, Nina Bewerunge, am Freitag in Dresden mit. Konkrete Zahlen nannte sie nicht. Geprobt werden könne derzeit nicht. Der künstlerische Unterricht der Kruzianer sei zunächst für die nächste Woche abgesagt worden. Mehr dazu im Artikel Kreuzchor sagt Auftritte ab

17.07 Uhr: Tschechien öffnet Skigebiete trotz Corona am 18. Dezember

Die Skigebiete in Tschechien dürfen vom 18. Dezember an öffnen. Das gab Gesundheitsminister Jan Blatny am Freitag bekannt. "Wir glauben, dass die meisten Menschen wirklich zum Sport in die Berge fahren und nicht wegen der abendlichen Unterhaltung", sagte der Mediziner. Mit den Einzelheiten zum Hygienekonzept und dem Warteschlangen-Management werde sich das Kabinett am Montag befassen.

Mit einem Zustrom ausländischer Touristen wird derzeit nicht gerechnet. "In Österreich ist das für die Einheimischen gedacht, auch bei uns sollte es nur für unsere Leute sein", sagte der tschechische Regierungschef Andrej Babis im Sender Radio Zet. In dem EU-Mitgliedstaat gilt immer noch der Notstand. Am Freitag meldeten die Behörden 4624 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden. Es gab seit Pandemiebeginn 8641 Todesfälle. Einreisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Tschechien müssen sich derzeit bis auf Ausnahmen online anmelden und dem örtlichen Gesundheitsamt einen negativen Corona-PCR-Test vorlegen. Eine 24-Stunden-Ausnahmeregelung gilt ausdrücklich nicht für touristische oder sportliche Aktivitäten. Die deutsche Bundesregierung hat Tschechien zum Risikogebiet erklärt und eine Reisewarnung ausgesprochen.

16.38 Uhr: Regionen in Griechenland und Irland von Risikoliste gestrichen

Die Bundesregierung stuft von Sonntag an weitere Regionen in Finnland und Estland wegen hoher Infektionszahlen als Corona-Risikogebiete ein. Gleichzeitig wird dieser Status dann aber für einzelne Gebiete auf dem griechischen Festland (Mittelgriechenland und Epirus) und in Irland (South-East) aufgehoben. Das gab das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag auf seiner Website bekannt. Die Einstufung als Risikogebiet und die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Das Gute für Urlauber: Sie können bereits gebuchte Reisen stornieren, wenn ihr Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen aber bis zu zehn Tage in Quarantäne, können sich davon aber durch einen negativen Test ab dem fünften Tag nach Einreise vorzeitig befreien lassen.

16.26 Uhr: Polizei verstärkt Kontrollen in Seiffen

Nach dem Besucheransturm am vergangenen Wochenende hat die Polizei in Seiffen nun verstärkte Kontrollen eingeläutet. Dabei wurden heute bei einer Verkehrskontrolle mehr als 20 Ordnungswidrigkeiten binnen einer Stunde festgestellt. Das habe laut Polizei Autofahrer betroffen, die gegen die geltenden Ausgangsbeschränkungen verstießen und keinen triftigen Grund vorweisen konnten. Fußstreifen kontrollieren zudem in dem Weihnachtsort die Einhaltung von Abständen und das Tragen von Mund-Nasen-Schutz. Mehr zu den Kontrollen

Beamte der Bereitschaftspolizei kontrollieren am Ortsrand von Seiffen die einfahrenden Fahrzeuge.
Beamte der Bereitschaftspolizei kontrollieren am Ortsrand von Seiffen die einfahrenden Fahrzeuge. © dpa/Jan Woitas

16.07 Uhr: Landkreis Regen verschärft Beschränkungen, Passau verlängert

Der niederbayerische Landkreis Regen verschärft wegen anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen seine Ausgangsbeschränkungen. Diese würden von Samstag an nicht nur nachts, sondern auch tagsüber gelten, sagte Landrätin Rita Röhrl (SPD) am Freitag. "Die Wohnung darf dann nur noch aus triftigem Grund verlassen werden." Nach Angaben des dortigen Gesundheitsamts lag die Inzidenz im Landkreis Regen Stand Freitagnachmittag bei 502. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hatte am gleichen Tag 482,9 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche gemeldet. Beide Werte lagen am Freitag damit höher als in allen anderen Landkreisen und Städten Bayerns.

Derweil verlängert die Stadt Passau die seit einer Woche geltenden Ausgangsbeschränkungen bis einschließlich 11. Dezember. Unter anderem dürfen die Menschen ihre Wohnung nur noch aus einem triftigen Grund verlassen. In Passau ist die Lage seit Tagen besonders dramatisch. Nach Angaben des Robert Koch-Institutes lag die Inzidenz in Passau bei 482,9. Zum Vergleich: Vor einigen Tagen lag der Wert für die Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche hier noch bei etwa 600.

15.52 Uhr: Laut ifo-Umfrage sind viele Ost-Unternehmen in Existenznot

In der Corona-Pandemie sieht sich einer Umfrage des ifo-Instituts zufolge etwa jedes fünfte Unternehmen in Ostdeutschland in seiner Existenz bedroht. Damit liege der Anteil höher als in Deutschland insgesamt, sagte Joachim Ragnitz von der ifo-Niederlassung in Dresden am Freitag. Im bundesweiten Schnitt gaben demnach rund 15 Prozent der befragten Unternehmen an, Existenzsorgen zu haben. "Die Gefahr einer Pleitewelle im Osten ist noch längst nicht gebannt", sagte Ragnitz.

Vor allem im Dienstleistungssektor sei die Angst vor einem Aus seit dem Sommer unverändert hoch. Hier spiegle sich die Situation im Gastgewerbe wider, das von den aktuellen Schließungen stark betroffen ist. Im Durchschnitt rechneten die Unternehmen über alle Branchen hinweg, dass sich ihre Geschäftslage in etwa einem Jahr normalisieren werde, hieß es. Die Einschätzungen beziehen sich auf Daten des Instituts aus der regelmäßigen Befragung von rund 1.200 Unternehmen in Ostdeutschland zu ihrem Geschäftsklima.

Viele Dienstleister sehen sich von Corona-Maßnahmen existenziell bedroht.
Viele Dienstleister sehen sich von Corona-Maßnahmen existenziell bedroht. © dpa/Rolf Vennenbernd

15.31 Uhr: Landkreis Görlitz knapp vor Inzidenz von 500

Innerhalb von sieben Tagen sollen sich in einem Landkreis pro 100.000 Einwohner nur 50 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-Cov-2 infizieren. Die so genannte Inzidenz von 50. In dieser Situation können die Gesundheitsämter gut die Kontakte verfolgen. Im Landkreis Görlitz liegt diese Inzidenz mittlerweile aber beim Zehnfachen. Das Landratsamt gab die selbst berechnete 7-Tage-Inzidenz am Freitagmittag mit 499 an. Mehr zur Situation im Landkreis Görlitz (SZ+)

15.09 Uhr: Bürgerstiftung Dresden organisiert Corona-Einkaufshilfen

Dresdner in Corona-Quarantäne, die keine Hilfe von Familien und Freunden in Anspruch nehmen können, können über die Bürgerstiftung eine Einkaufshilfe anfragen. Die Freiwilligenagentur versuche dann, über einen Verein, eine Initiative oder eine Kirchgemeinde aus der Nachbarschaft eine verlässliche Einkaufshilfe zu finden, teilte die Stadt Dresden am Freitag mit. Das Team an der Hotline sei unter der Nummer 0351/3158120 auch über die Feiertage vom 23. Dezember bis zum 3. Januar 2021 erreichbar, hieß es. Mit dem Service soll vor allem älteren und in dieser Zeit besonders einsamen Menschen eine Einkaufshilfe in Corona-Zeiten vermittelt werden.

14.52 Uhr: Sachsen meldet 74 Tote und mehr als 2.100 Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Sachsen auch am Freitag angestiegen, wenn auch etwas weniger als am Tag zuvor. Nach der Erhebung des Sozialministeriums wurden innerhalb eines Tages 2.105 Menschen positiv auf das Virus getestet. Am Donnerstag lag die gemeldete Zahl mit 2.685 Neuinfektionen noch deutlich höher. Seit Beginn der Pandemie im März sind damit nun 65.510 Menschen mit dem Virus infiziert worden. Etwa 41.280 Personen davon gelten schätzungsweise als wieder genesen.

Die Zahl der mit Covid-19 in Verbindung stehenden Todesfälle stieg ebenfalls - um 74 auf nun 1.212. Allein 28 Verstorbene wurden aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gemeldet. In den Krankenhäusern müssen derzeit 2.307 Sars-CoV-2-Patienten behandelt werden, davon 430 auf Intensivstationen. Die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner liegt im gesamten Freistaat jetzt bei 276, am Donnerstag waren es noch 267. Diese Inzidenz ist im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 470,3 besonders hoch. Sachsen ist derzeit mit Abstand das Bundesland mit der höchsten Inzidenz.

14.30 Uhr: ÖPNV-Rettungsschirm: Sachsen beschließt 100 Prozent Ausgleich

Verkehrsunternehmen in Sachsen haben nun die Möglichkeit, durch die Corona-Krise verursachte Schäden ausgleichen zu lassen. Wie das Wirtschaftsministerium am Freitag mitteilte, sollen die coronabedingten Einnahmeausfälle bei Bus und Bahn zu 100 Prozent ausgeglichen werden. Darauf hatten sich Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) mit dem Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) nach langem Ringen verständigt. Sachsen wollte bisher - im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern - die Verluste bei Verkehrsunternehmen nur zu 70 Prozent ausgleichen. Nun kommen noch 30 Prozent an Landesgeldern dazu. "Die sächsischen Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger haben es trotz schwieriger Zeiten geschafft, ihr Angebot aufrecht zu erhalten und die Mobilität für die Bürgerinnen und Bürger gewährleistet", so Dulig. Mit der gefunden Lösung könne dem Nahverkehr der Rücken gestärkt werden. Derzeit liegen dem Ministerium zufolge 68 Anträge von Bus- und Bahnanbietern im öffentlichen Personennahverkehr in Höhe von rund 80 Millionen Euro vor. 38 Millionen Euro entfallen auf private und öffentliche Verkehrsunternehmen, 42 Millionen Euro haben Städte, Landkreise und Zweckverbände beantragt. Die Bescheide sollen noch vor Weihnachten versandt werden, hieß es.

Der Finanzminister verwies darauf, dass man mit den "begrenzten Mitteln" sorgfältig wirtschaften müsse. Die Finanzierungslücke habe durch den Coronabewältigungsfonds geschlossen werden können. Vom Bund kommen zum Ausgleich der Corona-Schäden rund 167 Millionen Euro, Sachsen stellt insgesamt 16 Millionen Euro aus Landesmitteln bereit. Allerdings muss noch der Haushalts- und Finanzausschusses im Landtag zustimmen. In der Corona-Krise mit den Einschränkungen des öffentlichen Lebens ist auch der öffentliche Nahverkehr war betroffen. So fahren etwa weniger Pendler mit Bus und Bahn, da viele Unternehmen ihre Mitarbeiter von zuhause aus arbeiten lassen.

14.07 Uhr: Bundesregierung: Corona-Impfung wird kostenlos sein

In Deutschland werden nach Angaben der Bundesregierung alle, die sich gegen Corona impfen lassen wollen, Anspruch auf eine kostenlose Impfung erhalten. "Die Impfung wird kostenlos sein, egal ob und wie jemand versichert ist", sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Freitag in Berlin. Regierungssprecher Steffen Seibert wiederholte noch einmal, dass die Impfung freiwillig sein werde. Er kündigte eine "sehr umfangreiche" Informationskampagne der Regierung zu allen Fragen der Impfung an. Man hoffe, damit sehr viele Menschen überzeugen zu können. Pläne, Menschen dafür zu bezahlen, sich impfen zu lassen, gebe es nicht, sagte Seibert auf eine entsprechende Nachfrage.

13.52 Uhr: Rund 650 Soldaten helfen in Sachsen bei Corona-Bekämpfung

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie ist die Bundeswehr seit dieser Woche auch im Vogtlandkreis im Einsatz. Damit sei die Truppe nun in allen sächsischen Landkreisen und kreisfreien Städten zur Unterstützung vor Ort, teilte das Landeskommando am Freitag mit. Seit dieser Woche übernehmen die Soldaten in einem Pflegeheim in Weischlitz sowie in einer Wohnstätte Kauschwitz Hilfstätigkeiten, um das Pflegepersonal zu entlasten. Der Einsatz ist vorerst bis Anfang 2021 geplant. Das Landratsamt des Vogtlandkreises verwies am Freitag darauf, dass die Ausgangsbeschränkungen trotz sinkender Inzidenzwerte bestehen bleiben. Zum einen grenze das Vogtland an Regionen mit hohen Infektionszahlen, hieß es zur Begründung. Zudem seien alle Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit im Vogtland belegt. Die Situation in mehreren Pflegeheimen sei kritisch. Mehr als 650 Soldatinnen und Soldaten helfen derzeit in sächsischen Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, Gesundheitsämtern und in mobilen Abstrichteams aus.

Soldaten des Sanitätsdienstes der Bundeswehr ziehen sich auf der Corona-Station im Städtischen Klinikum Görlitz ihre Virenschutzkittel an.
Soldaten des Sanitätsdienstes der Bundeswehr ziehen sich auf der Corona-Station im Städtischen Klinikum Görlitz ihre Virenschutzkittel an. ©  dpa/Robert Michael

13.30 Uhr: Sterbefallzahlen Anfang November fünf Prozent über Durchschnitt

In der ersten Novemberwoche sind in Deutschland fünf Prozent mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der vergangenen vier Jahre. Das geht aus vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts vom Freitag hervor. Demnach starben in der 45. Kalenderwoche (2. bis 8. November 2020) mindestens 18.483 Menschen. Der Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 liegt bei 17.654. Bereits seit Mitte Oktober liegt die Zahl der Todesfälle etwa um diesen Prozentsatz über dem Durchschnitt der Vorjahre. Parallel zu den steigenden Todesfallzahlen stieg auch die Zahl der Todesfälle von Patienten, die zuvor laborbestätigt an Covid-19 erkrankt waren. In der 45. Kalenderwoche gab es insgesamt 1.067 beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Covid-19-Todesfälle.

In den Nachbarländern fällt die sogenannte Übersterblichkeit viel deutlicher aus. Das europäische Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen meldet derzeit für Anfang November eine extrem hohe Übersterblichkeit für Belgien und die Schweiz. Eine sehr hohe Übersterblichkeit wird für Frankreich, Italien, Slowenien und Spanien gemeldet. In anderen europäischen Ländern stellt das Netzwerk eine mäßige Übersterblichkeit fest.

13.04 Uhr: Corona-Schnelltests in sächsischen Hotspots angelaufen

In mehreren Gemeinden in Sachsen haben am Freitag die ersten großangelegten Corona-Schnelltests begonnen. So hatten sich etwa in Rathmannsdorf im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bereits am Morgen vor Beginn der Tests zahlreiche Menschen vor dem Gemeindezentrum versammelt. Die knapp 1.000 Einwohner sind aufgerufen, sich bis zum Abend freiwillig und kostenfrei auf das Corona-Virus testen zu lassen. Bei den sogenannten Antigen-Tests liegen die Ergebnisse bereits nach etwa 15 Minuten vor. Auch in Räckelwitz bei Kamenz im Landkreis Bautzen wurde am Morgen in der Turnhalle der Gemeinde mit den Massentests begonnen. "Es wird auf jeden Fall angenommen, am Morgen war recht viel los", sagte Kai Kranich vom Deutschen Roten Kreuz, das die Massentests gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen umsetzt. Man gehe davon aus, dass die meisten aber erst nach der Arbeit am Nachmittag zum Testen kommen. Auch die Gesundheitsämter waren vor Ort, um im Falle eines positiven Ergebnisses über das weitere Vorgehen zu beraten.

Mit der Test-Aktion sollen möglichst viele Träger des Coronavirus ohne Symptome von ihrer Infektion erfahren. Experten vermuten, dass viele Corona-Ansteckungen durch Menschen passieren, die nichts von ihrer Infektion mit Sars-CoV-2 wissen. Der Freistaat stellt in einer ersten Stufe rund 20.000 Tests zur Verfügung - insgesamt sollen es bis zu 200.000 sein.

Einer älteren Dame wird in Rathmannsdorf eine Rachenprobe entnommen. Laut Robert Koch-Institut gibt es im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge eine 7-Tage-Inzidenz von 470 .
Einer älteren Dame wird in Rathmannsdorf eine Rachenprobe entnommen. Laut Robert Koch-Institut gibt es im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge eine 7-Tage-Inzidenz von 470 . © dpa/Daniel Schäfer

12.56 Uhr: Bremer "Querdenken"-Demo bleibt verboten

Das Bremer Oberverwaltungsgericht (OVG) hat eine Beschwerde gegen das Verbot einer für Samstag geplanten Großdemonstration gegen die Corona-Politik abgelehnt. Damit bestätigte das Gericht am Freitag in zweiter Instanz einen entsprechenden Beschluss des Verwaltungsgerichtes. Es gebe kein milderes Mittel als das Versammlungsverbot, hieß es zur Begründung. "Es wäre nicht geeignet, dem Antragsteller ein Schutz- und Hygienekonzept aufzuerlegen, dessen Einhaltung letztlich nicht zu erwarten sei." Es geht um eine von der Initiative "Querdenken421" unter dem Motto: "Bundesweites Fest für Frieden und Freiheit" geplante Demonstration mit bis zu 20.000 Teilnehmern auf der Bürgerweide am Hauptbahnhof. Sie wurde am Dienstag vom Ordnungsamt mit einer weiteren Demonstration auf dem Marktplatz verboten, zu der bis zu 10.000 Teilnehmer erwartet werden. Ein Wechsel von einer Demonstration zur anderen durch die Teilnehmer ist nach Angaben der beiden Anmelder ausdrücklich beabsichtigt. Der Rechtsweg zum Bundesverfassungsgericht ist nun noch offen.

12.27 Uhr: DRK sucht bis zu 300 Helfer für Impfzentren in Sachsen

Für die geplanten Corona-Impfzentren in Sachsen sucht das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bis zu 300 Mitarbeiter. Gearbeitet werde könne in Vollzeit, Teilzeit oder auch auf Minijob-Basis, wie der Landesverband am Freitag mitteilte. Zu den Aufgaben gehören vor allem organisatorische und logistische Tätigkeiten - etwa Unterstützung im Check-in Bereich, Hilfe für die impfenden Ärzte sowie die Betreuung der zu Impfenden. Bewerbungen könnten über die Internetseite des DRK erfolgen. Geplant ist der Einsatz zunächst für bis zu drei Monate. Mehr dazu im Artikel Helfer für Sachsens Impfzentren gesucht

12.14 Uhr: Vier weitere Todesopfer in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben am Freitag 229 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun 7.392 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Die Zahl der in Zusammenhang mit dem Virus Verstorbenen stieg auf 73 seit Beginn Krise im März, das sind vier mehr als noch am Donnerstag. Zudem mussten 21 weitere Patienten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Als genesen gelten mittlerweile 4.824 Dresdner - 182 mehr als am Vortag.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, beträgt nun laut dem Dresdner Gesundheitsamt 228,6. Da für schärfere Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt jetzt auch diesen Wert an. Er beträgt heute 189,5 und liegt damit unterhalb des Grenzwerts 200. Diese RKI-Zahlen sind jedoch durch Verzögerungen in der Meldekette weniger tagesaktuell.

11.55 Uhr: Ehepaar nimmt Taxi - und muss 600 Euro Strafe zahlen

Die Auswüchse der Corona-Maßnahmen hat am Freitag ein griechisches Ehepaar zu spüren bekommen, das mit dem Taxi zum Flughafen fahren wollte. Bei einer der zahlreichen Straßenkontrollen im Rahmen des griechischen Lockdowns wurden die Athener Eheleute mit je 300 Euro Strafe belegt, weil pro Taxi nur ein Kunde erlaubt ist. Auch dem Taxifahrer wurden 300 Euro aufgebrummt. Dem Sender Antenna gegenüber zeigte sich der Ehemann fassungslos: "Wo ist da die Logik? Das ist doch meine Frau, mit der ich rund um die Uhr zusammen bin! Sollen wir zwei verschiedene Taxis nehmen?" Ja, lautet die Antwort. Während des griechischen Lockdowns gibt es für Taxi-Fahrten mit mehreren Personen nur zwei Ausnahmen: Wenn ein Elternteil mit minderjährigen Kindern unterwegs ist oder wenn jemand ins Krankenhaus muss und der Arzt dafür eine Begleitperson verordnet.

11.32 Uhr: Bürgermeister aus Sachsen wendet sich an Corona-Leugner

Dirk Neubauer, Bürgermeister von Augustusberg in Mittelsachsen, hat die Kommentare und Argumente von Corona-Leugnern und Menschen, die die aktuelle Lage nicht ernst nehmen, satt. Bei Facebook meldete sich Neubauer zu Wort - mit einem eindringlichen Appell. "Versucht es mal mit Verantwortung. Dieses Land braucht keinen Hass, keine Verschwörungstheorien und vor allem keine vermeintlichen Querdenker, die schon am einfachsten scheitern, was Menschsein bedeutet: An Rücksichtnahme", heißt es darin. In seinem Facebook-Post beschreibt Neubauer auch, mit wie viel Hass die Menschen ihm teilweise entgegentreten. "Wärst Du mein Bürgermeister, Du hättest längst den Abdruck meiner Schuhsohle im Gesicht." Mehr dazu im Artikel Bürgermeister greift Corona-Leugner an

11.07 Uhr: Corona-Hygienemaßnahmen helfen auch in Grippe-Saison

Die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie geltenden Hygienemaßnahmen bremsen offenbar die saisonale Ausbreitung der Grippe in Sachsen. Seit Anfang Oktober wurden nach dem jüngsten Wochenbericht der Landesuntersuchungsanstalt (LUA) vom Freitag 15 Erkrankungen gemeldet - deutlich weniger als im gleichen Zeitraum der fünf Vorjahre, wo jeweils zwischen 45 und 75 Fälle registriert waren. Die weitere Entwicklung bleibt nach Angaben des Gesundheitsministeriums abzuwarten: "Die Grippewelle baut sich regelhaft erst meist nach dem Jahreswechsel auf." Das Ministerium geht aber davon aus, dass die AHA- und andere Maßnahmen gegen Corona dazu beitragen, dass Zahl der Grippe-Fälle niedrig sind "und vielleicht auch bleiben werden". Unter Umständen werde aber auch weniger auf Influenza untersucht, "da Sars-CoV-2 im Fokus steht und das Infektionsgeschehen in diesem Winter bestimmen wird". Eine Prognose für 2020/2021 sei noch nicht möglich. "Allerdings spricht einiges dafür, dass diese Influenza-Saison keine Rekord-Saison wird."

Das Ministerium verwies darauf, dass Empfehlungen wie kein Händereichen, Andere nicht anhusten oder -niesen, häufiges Händewaschen und Lüften schon immer galten - ebenso wie die zur Grippeschutzimpfung. "Festzustellen ist aber, dass die gemeldeten Todesfälle an Covid-19 deutlich über denen der gemeldeten Influenza-Todesfälle in Vorsaisons liegen." Die Letalität, also der Anteil der Erkrankten, die an Corona sterben, sei erheblich höher als bei Influenza.

10.57 Uhr: Walter-Borjans: "Profilierung einzelner Länder ist jetzt nicht gut"

Der Co-Bundesvorsitzende der SPD, Norbert Walter-Borjans, hat sich verärgert über die Alleingänge einzelner Bundesländer in der Corona-Pandemie gezeigt. "Ich glaube, dass in dieser Situation ganz wichtig ist, dass die Menschen im Land wissen, was gilt. Diese Profilierung einzelner Länder, vor allen Dingen immer noch mit anderen Hintergründen, die gerade auch was zu tun haben mit der Ordnung innerhalb der CDU, die ist jetzt nicht gut", sagte er am Freitag im "Frühstart" von RTL und ntv. Mit Blick auf den verlängerten Teil-Lockdown sagte Walter-Borjans, er finde, dass "in dieser sensiblen Situation" alle Schritte der Regierung genau erklärt werden müssten. Der bislang erzielte "Bremsvorgang" reiche noch nicht aus, die Zahlen müssten deutlicher sinken.

10.36 Uhr: Sachsen bleibt negativer Spitzenreiter beim Infektionsgeschehen

Die Gesundheitsämter in Sachsen haben dem Robert Koch-Institut (RKI) mehr als 2.600 neue Corona-Infektionen sowie 59 weitere Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 276 bleibt das Pandemiegeschehen im Freistaat im bundesweiten Vergleich besonders dramatisch; auf Rang zwei rangiert Bayern, wo der Wert mit 171 allerdings deutlich niedriger liegt. Außer der kreisfreien Städte Leipzig, Dresden und Chemnitz sowie dem Landkreis Leipzig sind alle sächsischen Regionen in der RKI-Landkarte dunkelrot, weisen also einen Inzidenzwert zwischen 250 und 500 auf. Aktuelle Zahlen der Landesregierung zum Infektionsgeschehen werden erst am Nachmittag veröffentlicht.

Der geschmückte Weihnachtsbaum steht einsam auf dem Leipziger Marktplatz.
Der geschmückte Weihnachtsbaum steht einsam auf dem Leipziger Marktplatz. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild

10.15 Uhr: Verschiebung der Olympischen Spiele kostet Japan Milliarden

Die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio auf den nächsten Sommer und die nötigen Corona-Maßnahmen kosten die japanischen Olympia-Macher Milliarden an Zusatzkosten. Der Geschäftsführer des Organisationskomitees, Toshiro Muto, bezifferte die gesamten Zusatzkosten am Freitag auf 294 Milliarden Yen (rund 2,3 Milliarden Euro). Allein 198 Milliarden Yen an Mehrausgaben entstehen wegen der Verlegung der Spiele. Die Organisatoren, die Stadt Tokio und Japans Regierung teilen sich die Kosten. Hinzu kommen die Kosten für die Maßnahmen zum Schutz gegen das Coronavirus.

Die für dieses Jahr geplanten Sommerspiele waren Ende März wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verlegt worden. Die Mehrkosten ergeben sich unter anderem daraus, dass die Arenen und die Immobilien für das olympische Dorf auch für das kommende Jahr angemietet werden müssen. Hinzu kommen Ausgaben für Mitarbeiter, Ausrüstung und Lagerflächen. Zuletzt hatten die Olympia-Macher Pläne für Einsparungen von umgerechnet über 200 Millionen Euro vorgelegt. Ausgaben für Büroflächen, Werbung und zeremoniellen Pomp sollen gekürzt werden.

9.54 Uhr: Corona-Rekord in den USA: Mehr als 217.000 neue Fälle an einem Tag

In den USA hat die Zahl der binnen 24 Stunden erfassten Corona-Neuinfektionen einen neuen Höchststand erreicht. Am Donnerstag gab es 217.664 neue bestätigte Fälle, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Freitagmorgen (MEZ) hervorging. Der bislang höchste Wert war am Freitag voriger Woche mit rund 205.000 neuen Fällen registriert worden. Auch bei der Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Toten gab es erneut einen Höchststand. Am Donnerstag wurden 2.879 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion verzeichnet. Der bislang höchste Wert war erst am Vortag mit 2.804 Toten registriert worden.

Nach dem Feiertag Thanksgiving in der vergangenen Woche hatten Experten mit einer landesweiten Zunahme der Ansteckungen gerechnet. Die Gesundheitsbehörde CDC hatte im Vorfeld von Familienbesuchen und Reisen dringend abgeraten. Viele Menschen hielten sich jedoch nicht daran.

9.33 Uhr: Landrat schließt "Reichsbürger"-Gaststätte in Bad Saarow

Wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln hat der Landkreis Oder-Spree die Schließung einer Gaststätte in Bad Saarow verfügt, die offensichtlich von einem "Reichsbürger" betrieben wird. Der Wirt hatte das Restaurant offengehalten, obwohl das wegen des bundesweiten Teil-Lockdowns nicht erlaubt ist. "Hier war die Durchsetzung der Regeln unseres Rechtsstaates nötig", sagte Landrat Rolf Lindemann am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Da sich der Wirt uneinsichtig zeige und gewerberechtliche Fragen zu klären seien, sei ihm auch der Außer-Haus-Verkauf von Speisen und Getränken, der Lokalen im Teil-Lockdown eigentlich erlaubt ist, vorerst untersagt worden.

9.22 Uhr: Warteschlangen zum Auftakt der Massentests in Österreich

Die Corona-Massentests in Österreich stoßen auf reges Interesse. Zum Auftakt am Freitag bildeten sich in Wien und Innsbruck nach Angaben von Reportern des ORF und des Senders OE24 längere Warteschlangen vor den Teststationen. In Österreichs Hauptstadt können sich die Bürger an drei Standorten bis zum 13. Dezember testen lassen. Die Kapazität liegt in Wien bei bis zu 150.000 Tests pro Tag.

Die Regierung hofft, dass sich im Laufe der nächsten Wochen mehrere Millionen Österreicher untersuchen lassen. Ziel ist es, besonders auch die symptomfreien Infizierten zu entdecken, um so die Infektionsketten zu durchbrechen. Neben Wien und Tirol startete das Projekt am Freitag auch im Bundesland Vorarlberg. Die weiteren sechs Bundesländer folgen in den nächsten Tagen. Vergleichbare Massentests gab es bisher im Nachbarland Slowakei oder auch im norditalienischen Südtirol.

Anwohner stehen am Morgen vor einer Teststation im Feuerwehrhaus von Annaberg in Österreich während eines Corona-Massentests am Eingang an.
Anwohner stehen am Morgen vor einer Teststation im Feuerwehrhaus von Annaberg in Österreich während eines Corona-Massentests am Eingang an. © Barbara Gindl/APA/dpa

9 Uhr: 432 Corona-Todesfälle: dritthöchster Wert für Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 432 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 binnen eines Tages gemeldet. Damit wurde am Freitag der dritthöchste Stand seit Beginn der Pandemie erfasst. Der bisherige Höchstwert von 487 Todesfällen war am Mittwoch erreicht worden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg am Freitag auf 18.034. Die Zahl von 23.449 gemeldeten neuen Corona-Infektionen binnen 24 Stunden liegt knapp über den 22.806 Fällen der Vorwoche, wie aus den RKI-Zahlen hervorgeht.

Das RKI zählt in Deutschland seit Beginn der Pandemie 1.130.238 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 (Stand: 04.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 820.600 Menschen inzwischen genesen. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstag bei 0,94 (Vortag: 0,89). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 94 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

8.18 Uhr: Schutzschirm für Warenverkehr wird um ein halbes Jahr verlängert

Bundesregierung und Kreditversicherer verlängern den Schutzschirm zur Sicherung des Warenverkehrs in der Corona-Krise bis Ende Juni 2021. Der Bund werde ab Januar weiterhin eine Garantie für Entschädigungszahlungen der Kreditversicherer von bis zu 30 Milliarden Euro übernehmen, teilten Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mit. Mit dem Schutzschirm soll verhindert werden, dass deutsche Firmen in der Krise auf unbezahlten Rechnungen sitzen bleiben und Lieferketten reißen. Die EU-Kommission muss der Verlängerung noch zustimmen.

"Der Schutzschirm ist ein wichtiges Element unserer Krisenreaktion mit dem wir Vertrauen schaffen und unsere Wirtschaft am Laufen halten", erklärte Finanzminister Olaf Scholz (SPD). Wirtschaftsminister Peter Altmaier ergänzte, Lieferbeziehungen könnten damit aufrechterhalten und die Wirtschaft stabilisiert werden. Warenkreditversicherer ersetzen Unternehmen Ausfälle, wenn Kunden die gelieferten Produkte nicht bezahlen können oder wollen. In der Corona-Krise sind solche Versicherungen aber weniger leicht verfügbar, weil das Risiko für die Versicherer größer wird. Das soll durch die Garantie abgemildert werden. Ursprünglich war der Schutzschirm nur für 2020 aufgespannt worden.

7.56 Uhr: Pflegebeauftragter legt Leitfaden für Besuche in Altenheimen vor

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat an die Alten- und Pflegeheime appelliert, pragmatische Besuchsregeln in der Corona-Zeit zu entwickeln. "Eine Isolation der Bewohner wie im ersten Lockdown darf es nicht noch einmal geben", sagte Westerfellhaus den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zugleich äußerte er Verständnis für die schwierige Lage der Heimleitungen. "Viele haben Angst, dass sie mit zu offenen Besuchskonzepten Infektionsausbrüche riskieren und dann an den Pranger gestellt werden."

Hilfestellung bei der Entwicklung von Besuchskonzepten soll ein Leitfaden bieten, den der Pflegebeauftragte gemeinsam mit dem Expertenrat des Robert Koch-Instituts (RKI) entwickelt hat. Die Startauflage von 14.000 Exemplaren der Handreichung soll laut Zeitungsbericht jetzt an Alten- und Pflegeheime verschickt werden und auch auf der Internetseite des Pflegebeauftragten abrufbar sein. "Es ist eine Orientierung, keine rechtsverbindliche Vorschrift: Jede Einrichtung kann auf dieser Basis die eigenen Besuchskonzepte weiterentwickeln", erläuterte Westerfellhaus.

Ein Container für Besucher steht vor dem Professor Weber Haus in Kiel. Die Alten- und Pflegeheime wollen trotz Corona-Bedrohung ihren Bewohnern ein möglichst schönes Fest mit viel Lichterglanz und Begegnungen schaffen.
Ein Container für Besucher steht vor dem Professor Weber Haus in Kiel. Die Alten- und Pflegeheime wollen trotz Corona-Bedrohung ihren Bewohnern ein möglichst schönes Fest mit viel Lichterglanz und Begegnungen schaffen. © Frank Molter/dpa

7.36 Uhr: Kubicki hält Ermittlung der Corona-Inzidenzwerte für unseriös

Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki hat das Ausrichten der staatlichen Corona-Maßnahmen an den Inzidenzwerten für Neuinfektionen kritisiert und deren seriöses Zustandekommen in Frage gestellt. "Das Festhalten an den Inzidenzwerten als ausschlaggebendem Faktor der Corona-Bekämpfung wird immer absurder", sagte der Vizevorsitzende der FDP in Berlin. "Nicht allein das Infektionsgeschehen bestimmt die Höhe der erfassten Neuinfektionen, sondern vor allem auch die jeweilige Teststrategie. Das gibt die Bundesregierung verhältnismäßig unverblümt zu."

Kubicki bezog sich auf die Antwort des Gesundheitsministeriums auf seine Anfrage zu den Schwankungen bei der Zahl der Corona-Testungen. Er wollte wissen, ob die Regierung oder das Robert Koch-Institut Berechnungen vornimmt, die diese berücksichtigen, so dass eine um den Schwankungsfaktor bereinigte Darstellung der Neuinfektionsrate und Inzidenzwerte über die vergangenen Monate möglich sei.

7.09 Uhr: Italien verschärft seine Corona-Regeln

Mit weiteren Einschränkungen für die Menschen will die Regierung in Italien eine weitere Corona-Welle verhindern. Alle Skigebiete blieben bis zum 6. Januar geschlossen, teilte Ministerpräsident Giuseppe Conte mit. Zwischen dem 21. Dezember und dem 6. Januar müssen Italiener, die als Touristen im Ausland waren und zurückkehren, in Quarantäne. Das gilt auch für ausländische Touristen, die nach Italien einreisen.

6.55 Uhr: 100 Tage Maske tragen: Biden plant Appell an Amerikaner

Der gewählte US-Präsident Joe Biden will die Amerikaner bei seiner Amtseinführung dazu aufrufen, zur Eindämmung der Corona-Pandemie 100 Tage lang Masken in der Öffentlichkeit zu tragen. Außerdem werde er anordnen, dass der Mundschutz in Gebäuden von Bundesbehörden sowie in Verkehrsmitteln wie Flugzeugen getragen werden muss, sagte Biden in einem Interview des TV-Senders CNN. Ein US-Präsident kann das Tragen von Masken nur in bestimmten Situationen anordnen, solche Entscheidungen liegen größtenteils bei den einzelnen Bundesstaaten.

Er sei überzeugt, dass man mit Masken und Impfungen einen erheblichen Rückgang der Coronavirus-Infektionen erreichen könne, betonte Biden, der am 20. Januar ins Amt eingeführt wird. Die USA erleben gerade eine massive Corona-Welle mit einem starken Anstieg von Ansteckungen und auch Todesfällen. Der noch amtierende Präsident Donald Trump hatte das Tragen von Masken immer wieder ins Lächerliche gezogen.

6.29 Uhr: Flughafen Leipzig/Halle für Umschlag von Corona-Impfstoff gerüstet

Der Flughafen Leipzig/Halle sieht sich für den Umschlag und Transport von Corona-Impfstoffen gerüstet. Dafür brauche es gewisse Standards, sagte Flughafensprecher Uwe Schuhart. Dazu gehörten etwa kurze Wege, zudem müsse die Sicherheit der Kühlkette ununterbrochen gewährleistet sein. Seit Anfang des Jahres ist der Airport als Europas fünftgrößtes Luftfrachtdrehkreuz dafür zertifiziert, rund um die Uhr kritische und temperaturempfindliche Pharmagüter abzufertigen. "Wir stehen bereit, sobald es einen Impfstoff gibt", sagte Schuhart.

Bundesweit gibt es drei für sensible Pharmasendungen zertifizierte Flughäfen - neben Leipzig/Halle sind das Frankfurt und Düsseldorf. Im vergangenen Jahr wurden etwa nach Angaben in Frankfurt, an Europas größtem Pharma-Drehkreuz, rund 120.000 Tonnen Impfstoffe, Arzneimittel und andere Pharma-Produkte umgeschlagen. Am Airport Leipzig/Halle gibt es ein 2017 errichtetes Kühllager für sensible Produkte. Schuhart verwies darauf, dass bereits Impfstoffe in Leipzig/Halle umgeschlagen wurden, etwa für UN-Organisationen auf Flügen nach Afrika. Insgesamt legte das Luftfrachtaufkommen von Januar bis Oktober um 8,4 Prozent auf mehr als 1,1 Million Tonnen zu.

Temperaturempfindliche Pharmazeutika werden am Flughafen Leipzig/Halle umgeschlagen und in ein Kühllager verfrachtet.
Temperaturempfindliche Pharmazeutika werden am Flughafen Leipzig/Halle umgeschlagen und in ein Kühllager verfrachtet. © Uwe Schossig/Leipzig/Halle Airport/dpa

6.20 Uhr: Corona-Infektionen bei Kita-Kindern über Schwellenwert

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hat auch bei Kita-Kindern in Deutschland den kritischen Schwellenwert überschritten. Das geht aus einer aktuellen Corona-Kita-Studie hervor. Laut Familienministerin Franziska Giffey werden im bundesweiten Durchschnitt 59 Kleinkinder pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen positiv getestet. Der kritische Wert liegt bei 50. Damit infiziere sich die Gruppe der Null- bis Fünfjährigen nach wie vor am seltensten, sagte Giffey den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

5.37 Uhr: Berchtesgaden will Corona-Virus über Abwasser überwachen

Forscher und Behörden wollen im Berchtesgadener Land mit der Analyse von Corona-Viren im Abwasser ein Frühwarnsystem für den Pandemieverlauf installieren. An zehn Messstellen im Landkreis sollen dazu bei dem Pilotprojekt Proben ausgewertet werden, teilte das Landratsamt mit. Erstmals würden damit in Deutschland flächendeckend Abwasserproben analysiert. Durch die Korrelation mit den Einwohnerzahlen und bestätigten Corona-Fällen sollen sie Aufschluss über das Infektionsgeschehen geben.

Viele infizierte Menschen entwickelten wenig oder kaum Symptome, könnten das Virus aber unbemerkt an Risikogruppen weitergeben, hieß es. Wissenschaftler suchten nach Frühwarnsystemen zum Schutz der Bevölkerung. Virusnachweise im Abwasser gab es schon vor vielen Monaten. Auf Basis entsprechender Analysen vermuteten Forscher etwa, dass der Erreger in Italien früher zirkulierte als angenommen. Spuren waren in Abwasserproben aus Mailand und Turin entdeckt worden, die aus dem vergangenen Dezember stammten.

5.08 Uhr: Pfizer senkte Jahresziel für Impfstoff wegen Lieferkettenproblemen

Der Pharmakonzern Pfizer hat das Auslieferungsziel bei seinem Corona-Impfstoff in diesem Jahr nach eigenen Angaben unter anderem wegen Verzögerungen beim Ausbau der Lieferkette halbieren müssen. Der Ausbau dauere länger als angenommen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens dem "Wall Street Journal" am Donnerstag. Außerdem hätten die Ergebnisse der klinischen Studie später vorgelegen als ursprünglich gedacht. Der Zeitung zufolge hielt Pfizer noch bis Mitte November intern an dem Ziel fest, bis Ende dieses Jahres 100 Millionen Impfdosen auszuliefern. Zuletzt sprach das Unternehmen allerdings schon von 50 Millionen Dosen. Für das kommende Jahr bleibe es bei der ursprünglichen Planung zur Auslieferung von mehr als einer Milliarde Impfstoff-Dosen, schrieb die Zeitung weiter. Wer sich impfen lässt, braucht zwei Dosen, um geschützt zu sein.

Pfizer entwickelte den Impfstoff zusammen mit dem deutschen Hersteller Biontech aus Mainz. In dem Bericht hieß es unter Berufung auf eine an der Impfstoff-Entwicklung beteiligte Person, einige Bestandteile hätten in der frühen Produktion nicht den Standards entsprochen. Auf eine Anfrage nach weiteren Informationen antwortete der Konzern zunächst nicht.

Die britische Arzneimittelbehörde hatte Pfizer und Biontech am Mittwoch eine Notfallzulassung für deren Corona-Impfstoff erteilt. Großbritannien ist damit das erste Land, das dem Impfstoff eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt hat. Die US-Arzneimittelbehörde FDA und die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema prüfen derzeit ebenfalls solche Anträge. Mehr zu den Impf-Vorhaben in Großbritannien.

Freitag 5 Uhr: Ende der Corona-Tests im Landkreis Hildburghausen geplant

Im Landkreis Hildburghausen sollen am Freitag die freiwilligen Corona-Schnelltests für tausende Kindergarten- und Schulkinder sowie Lehrer und Erzieher abgeschlossen werden. Mit Ergebnissen sei voraussichtlich erst am Montag zu rechnen, sagte Landrat Thomas Müller (CDU). Insgesamt waren 9.000 Tests zur Verfügung gestellt worden - 8.000 für Kinder und 1.000 für Erzieher und Lehrer. Vermutlich werde man etwa ein Drittel der potenziellen Testkandidaten erreicht haben, sagte Müller. Er bedauerte, dass sich nicht alle Kitabeschäftigten und Eltern dem Aufruf zu den freiwilligen Tests angeschlossen haben.

Die Corona-Pandemie: das geschah am Donnerstag

22.00 Uhr: Neue Höchstwerte in den USA, 2.800 Tote und 205.000 neue Infizierte

Die Zahl der binnen 24 Stunden erfassten Corona-Toten in den USA hat einen Rekordwert erreicht. Am Mittwoch wurden 2.804 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion verzeichnet, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore von Donnerstagmittag (Abend in Europa) hervorging. Der bislang höchste Wert mit 2.607 Toten war am 15. April registriert worden.

Zum zweiten Mal seit Beginn der Pandemie übertraf die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Neuinfektionen am Mittwoch die Marke von 200 000. Der bislang höchste Wert war nach JHU-Angaben am Freitag mit rund 205 000 neuen Fällen registriert worden. Experten hatten mit Blick auf den Feiertag Thanksgiving in der vergangenen Woche mit einer landesweiten Zunahme der Ansteckungen gerechnet. Die Gesundheitsbehörde CDC hatte im Vorfeld von Familienbesuchen und Reisen dringend abgeraten. Viele Menschen hielten sich jedoch nicht daran.

21.44 Uhr: Italien schließt Skigebiete bis Januar

Mit einem neuen Dekret und weiteren Einschränkungen für die Menschen will die Regierung in Italien eine weitere Corona-Welle verhindern. Alle Skigebiete blieben bis zum 6. Januar geschlossen, teilte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Donnerstagabend mit. Zwischen dem 21. Dezember und dem 6. Januar müssen Italiener aber auch Touristen, die aus dem Ausland nach Italien einreisen, demnach in Quarantäne. Zur Länge der Quarantäne machte der Anführer der Mitte-Links-Regierung allerdings keine Angaben.

Die landesweit geltende Ausgangssperre bleibt Conte zufolge weiter bei 22 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Eine Ausnahme sei die Silvesternacht: Dann werde die Sperre von 22 Uhr am 31. Dezember bis 7 Uhr am Neujahrstag verlängert. Ebenfalls erhalten bleibt die Aufteilung der Regionen in dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern in die drei Corona-Risikozonen rot, orange und gelb.

Außerdem müssen sich italienische Schüler der höheren Jahrgangsstufen weiter in Geduld üben. Laut Dekret sollen sie erst wieder ab dem 7. Januar zum Präsenzunterricht kommen und dann in einer ersten Phase auch nur dreiviertel der Schüler. Bislang verfolgen sie den Unterricht digital zu Hause.

21.04 Uhr: Sebastian Kurz: Migranten haben das Virus "eingeschleppt"

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat seine viel kritisierte Aussage wiederholt, dass das Corona-Virus im Sommer durch Auslandsreisen von Menschen mit Migrationshintergrund "eingeschleppt" worden sei. Die Alpenrepublik habe durch Reiserückkehrer, vor allem vom Balkan, ein Drittel des Infektionsgeschehens im Sommer «importiert», so Kurz am Donnerstag bei "Bild live". "Das ist einfach ein Faktum, das ist keine Schuldzuweisung, sondern schlicht und ergreifend die Realität", sagte Kurz.

Österreichs Regierung verkündete am Mittwoch eine zehntägige Quarantänepflicht für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten rund um Weihnachten und Neujahr. Das gilt praktisch für alle Nachbarstaaten und speziell auch für den Balkan, hieß es.

Kritik an der Wortwahl von Kurz kam nicht nur von der Opposition und in sozialen Medien. Die Kommunikation der Reisebeschränkungen sei "einseitig und von mangelnder Sensibilität" geprägt gewesen, so Grünen-Chef und Koalitionspartner Werner Kogler. Die Aussagen hätten viele Menschen verletzt. "Und ich denke da besonders an die vielen Frauen und Männer, die sich bei uns seit vielen Monaten in Pflegeheimen, Spitälern - da auch in den Intensivstationen - und in anderen wichtigen Bereichen voll einsetzen", so Kogler.

20.16 Uhr: Auch nicht im Stadion: Düsseldorf sagt Rosenmontagszug endgültig ab

Am Rosenmontag wird es auch im Düsseldorfer Fußballstadion keinen Corona-konformen Umzug geben. Das Comitee Carneval (CC) hat die Session nun komplett abgesagt, wie die Jecken am Donnerstag mitteilten. "Jedem Karnevalisten blutet das Herz, wenn er den Höhepunkt einer Session ersatzlos streichen muss", sagte CC-Präsident Michael Laumen mit Bezug auf den Rosenmontag. Aber die Gesundheit der Menschen habe "absoluten Vorrang. Und dieser Verantwortung müssen wir als Veranstalter unbedingt Rechnung tragen", so Laumen.

Dass es keinen traditionellen Rosenmontagszug geben würde, war seit einem Treffen der rheinischen Karnevalsvertreter mit der Landesregierung im September klar. In Düsseldorf hatte man die Möglichkeit eines Umzugs durch die "Merkur Spiel-Arena", das Stadion der Fortuna, ins Spiel gebracht. Dem CC schwebte eine Fahrt mit 70 Wagen vor, man hatte mit dem Arena-Betreiber bereits Kontakt aufgenommen. Nun zieht aber das Düsseldorfer Impfzentrum in das Stadion.

20.01 Uhr: Proteste gegen "Querdenken" angekündigt

Das Bündnis "Dresden Nazifrei“ ruft gemeinsam mit der SPD, den Jusos, den Grünen und der Linken für den 12. Dezember auf, sich den umstrittenen Bündnis „Querdenken“ in den Weg zu stellen. Unter dem Motto: „Querstellen statt Querdenken“ sind von „Dresden Nazifrei“ Kundgebungen auf der Cocker-Wiese und im Umfeld angemeldet. Die Parteien haben Kundgebungen in der Altstadt angemeldet, heißt es von den Veranstaltern.

Was am 12. Dezember geplant ist.

19.48 Uhr: EU-Kommission prüft Corona-Hilfen ohne Ungarn und Polen

Im EU-Haushaltsstreit mit Polen und Ungarn prüft die EU-Kommission konkrete Modelle, um den milliardenschweren Corona-Aufbaufonds ohne die beiden Länder zu starten. Dies bestätigten EU-Kreise am Donnerstabend in Brüssel. Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Freitag) berichtete, das bevorzugte Modell orientiere sich an der neuen Kurzarbeiterhilfe SURE.

Der Corona-Fonds könnte demnach durch freiwillige Garantien der EU-Staaten abgesichert werden statt über den EU-Haushalt. Das Geld könnte nach diesem Modell genauso schnell fließen wie vorgesehen, schrieb die FAZ. Aus Kommissionskreisen hieß es aber, eine Entscheidung über einen bestimmten Weg sei noch nicht gefallen.

Polen und Ungarn blockieren das 1,8 Billionen Euro schwere Haushaltspaket für die nächsten sieben Jahre, einschließlich bis zu 750 Milliarden Euro an Hilfen gegen die Corona-Rezession. Grund ist, dass beide Länder eine neue Klausel zur Kürzung von EU-Mitteln bei bestimmten Rechtsstaatsverstößen ablehnen. Sollte der EU-Gipfel nächste Woche keine Lösung bringen, droht der EU ein Nothaushalt. Der Corona-Fonds könnte nicht in Kraft treten.

19.22 Uhr: Sachsens Klinikärzte brauchen Entlastung

Der Marburger Bund in Sachsen hat mit Blick auf die zugespitzte Situation in den Krankenhäusern die konsequente Umsetzung der neuen Corona-Maßnahmen gefordert. Die Zahl der stationären Covid-19-Patienten habe ein Niveau erreicht, "das die Kliniken an die Grenze des Machbaren bringt", heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten "Dringenden Appell". Dabei handele es sich, "anders als von den ignoranten Leugnern des Pandemiezustandes behauptet, um erkrankte Menschen und nicht bloß positive Testergebnisse."

Der Ärzte-Berufsverband kritisierte die Landkreise, die die bestehenden Infektionsschutzregeln nur zögerlich umsetzten und damit eine weitere Verschärfung der Maßnahmen provozierten. Alle seien gefragt, nur ein "adäquates Sozialverhalten" gemäß der seit Dienstag geltenden Regeln führten zur entscheidenden Verbesserung der Lage und damit zur Entlastung der Kliniken und des Personals, das am Limit arbeite. "Es wird immer schwieriger, andere Notfallpatienten angemessen zu versorgen, da die mit Covid-19 Erkrankten zunehmend personelle Kräfte binden."

Der Verband kritisierte in diesem Zusammenhang die Diskussion um eine Aussetzung des Arbeitszeitgesetzes zugunsten eines "flexiblen Einsatzes" der Mitarbeiter in der klinischen Versorgung. Die Kollegen, die bereits jetzt acht, zwölf oder oft auch bis zu 24 Stunden am Stück arbeiteten, um Menschenleben zu retten, "haben diesen Schutz bitter nötig" - für ihre eigene Gesundheit und zur Sicherheit der Patienten. Er dürfe nicht aufgeweicht werden.

19.06 Uhr: Corona-Impfung wird in Frankreich kostenlos für alle sein

In Frankreich soll die Corona-Impfung für alle Menschen kostenlos sein. "Der Beginn der Impfung ist jetzt nur noch eine Frage von Wochen", sagt Premier Jean Castex am Donnerstagabend bei der Vorstellung der nationalen Impfstrategie. Eine Million besonders gefährdete Menschen sollen bereits im Januar geimpft werden können. Das seien etwa Ältere in Pflegeheimen. Frankreich werde über rund 200 Millionen Impfdosen verfügen, was es ermögliche, 100 Millionen Menschen zu impfen, so der Premier.

18.58 Uhr: Zwei Drittel der Deutschen finden Lockerungen zu Silvester falsch

Eine knappe Mehrheit der Bundesbürger findet es einer Umfrage zufolge richtig, die Corona-Kontaktbeschränkungen zu Weihnachten zu lockern. Das hat eine repräsentative Umfrage von infratest dimap für den ARD-"Deutschlandtrend" im Auftrag der "Tagesthemen" ergeben. 53 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die geplante Lockerung an den Weihnachtstagen für eher richtig halten. 44 Prozent sagten, dies sei eher falsch. Eine Lockerung der Kontaktbeschränkungen zu Silvester hingegen sehen zwei Drittel kritisch: 68 Prozent finden das eher falsch, 30 Prozent eher richtig. Aktuell dürfen sich fast überall in Deutschland nur zwei Haushalte mit bis zu fünf Personen treffen. Zwischen dem 23. Dezember und dem 1. Januar soll dies vorübergehend gelockert werden. Ob und wie stark, entscheidet jedes Bundesland selbst. Je nach Land können dann bis zu zehn Personen zusammenkommen, Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet. Grundsätzlich stimmen die Deutschen den staatlichen Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie der Umfrage zufolge weiterhin mehrheitlich zu. 53 Prozent halten sie den Angaben zufolge für angemessen. 27 Prozent finden, sie gingen zu weit. 18 Prozent meinen, sie gingen nicht weit genug.

18.42 Uhr: Fast 1.000 Corona-Tote in 24 Stunden in Italien

In Italien haben die Behörden innerhalb eines Tages fast 1.000 Menschen verzeichnet, die mit dem Coronavirus starben, und damit so viele wie noch nie seit dem Beginn der Pandemie. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wurden den Behörden in dieser Zeit 993 Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Corona-Toten liege damit bei rund 58.000. Ein anderes Bild zeigt sich bei den Corona-Neuinfektionen. Innerhalb von 24 Stunden zählten die Behörden etwas mehr als 23.000 Corona-Fälle. Das waren etwa 6.000 weniger als am Donnerstag der Vorwoche. Insgesamt wurden damit bislang fast 1,665 Millionen Corona-Fälle registriert. Zuletzt hatten die täglichen Toten-Fallzahlen ungefähr zwischen 540 und 850 geschwankt. Am Mittwoch etwa hatte das Gesundheitsministerium 684 Menschen gemeldet, die mit Sars-CoV-2 gestorben waren. Der bisherige Höchstwert stammte von Ende März. Den Angaben nach waren damals 969 Menschen mit oder am Coronavirus gestorben.

18.28 Uhr: Nächste Weihnachtsmarkt-Absage in Dresden

Nach der Absage des Striezelmarktes und anderer Weihnachtsmärkte in der Landeshauptstadt folgt nun eine weitere: Auch die Mittelalter-Weihnacht im Dresdner Stallhof fällt dieses Jahr wegen Corona aus. Davon betroffen sind auch die "Rauhnächte", die den beliebten Stallhof-Weihnachtsmarkt sonst bis in den Januar hinein verlängert hatten. Was der Veranstalter sagt und warum er dennoch zuversichtlich ist, lesen Sie im Artikel Auch Stallhof-Weihnacht abgesagt (SZ+)

Einen Weihnachtsmarkt wird es im Dresdner Stallhof in diesem Jahr nicht geben
Einen Weihnachtsmarkt wird es im Dresdner Stallhof in diesem Jahr nicht geben © Archiv: Marion Doering

18.01 Uhr: Kleiner Grenzverkehr nach Tschechien bleibt untersagt

Angesicht des heute in Tschechien zu Ende gehenden Lockdowns weist Sachsens Sozialministerium am Donnerstag darauf hin, dass für deutsche Staatsbürger weiterhin Einschränkungen bei der Einreise ins Nachbarland bestehen. Demnach seien touristische Reisen grundsätzlich zwar möglich, aber nur mit aktuellem negativen PCR-Testergebnis und einer elektronischen Anmeldung unter Angabe des genauen Reiseverlaufs. Notwendige Reisen nach Tschechien seien ohne negativen Test und Anmeldung bis zu 24 Stunden Aufenthaltsdauer möglich. Das gilt allerdings weiterhin explizit nicht für den sogenannten kleinen Grenzverkehr zum Einkaufen oder Tanken in Tschechien. Laut der aktuellen Quarantäne-Verordnung des Freistaats gilt: Personen dürfen nur für maximal 12 Stunden ohne Quarantänepflicht aus einem ausländischen Risikogebiet nach Sachsen einreisen oder sich für weniger als 12 Stunden im ausländischen Risikogebiet aufhalten, wenn sie einen triftigen Grund haben. Dazu zählen laut Ministerium berufliche, soziale und medizinische Gründe. Gleichzeitig darf der Aufenthalt nicht dem Einkauf, dem privaten Besuch einer kulturellen Veranstaltung, einem Sportereignis, einer öffentlichen Festivität oder einer sonstigen Freizeitveranstaltung dienen.

17.42 Uhr: Epidemiologe: Pandemie in Sachsen härter ausbremsen

Gegen das Infektionsgeschehen in Sachsen hilft aus Sicht des Leipziger Epidemiologen Markus Scholz möglicherweise nur ein kurzer vollständiger Lockdown. Angesichts des bestehenden "überexponentiellen" Trends bei den Fallzahlen müsse "viel stärker" gebremst werden, um wieder in einen normalen Bereich zu kommen, sagte der Universitätsprofessor am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Je später man reagiert, je zögerlicher, desto härter muss man eingreifen." Wenn sich in zwei Wochen kein Erfolg zeige, "dann ist die Frage, ob man nicht kurzzeitig härter bremsen sollte". Wenn die Zahlen gleichblieben und nur allmählich absinken, müssten die Maßnahmen ansonsten dauerhaft fortgesetzt werden, bis die Impfungen abgeschlossen seien. Scholz sieht fünf Faktoren, warum der Freistaat bundesweiter Hotspot ist. Welche das sind, lesen Sie im Artikel Zur Not ein kurzer vollständiger Lockdown

17.04 Uhr: Studie: Corona dominiert die TV-Nachrichten

Die Corona-Krise beherrscht die Fernsehnachrichten: Die vier am stärksten genutzten deutschen TV-Sender Das Erste, ZDF, RTL und Sat.1 füllten während der ersten neun Monaten dieses Jahres durchschnittlich mehr als die Hälfte der Sendezeit ihrer Nachrichtensendungen mit Beiträgen zur Covid-19-Pandemie. Das ist das Ergebnis einer Analyse von Daten der kontinuierlichen Fernsehprogrammforschung von ARD und ZDF, die in der Fachzeitschrift "Media Perspektiven" (10-11/20) erschienen ist. Es zeige sich dabei in quantitativer Hinsicht eine hohe Übereinstimmung zwischen den sechs untersuchten Nachrichtensendungen "Tagesschau", "heute", "RTL aktuell", "Sat.1 Nachrichten", "Tagesthemen" und "heute journal".

Die Corona-Krise werde auch in zahlreichen aktuellen Sondersendungen thematisiert, heißt es. Die Ausstrahlung dieses Sendungstyps wurde von 26 Sendestunden im Gesamtjahr 2019 auf insgesamt 69 Stunden im Zeitraum Januar bis September 2020 ausgeweitet, dabei sei es in 46 Sendestunden um die Pandemie gegangen. Knapp 80 Prozent der Sondersendungen seien im Ersten oder im ZDF ausgestrahlt worden. Corona habe andere Themen jedoch nicht völlig aus den Nachrichten verdrängt, hält die Studie fest. Bei drei von vier Themen, die 2019 in den sechs untersuchten Nachrichtensendungen Topthemen waren, sei der Berichterstattungsumfang auch 2020 nicht geringer ausgefallen. Lediglich der Brexit habe deutlich weniger Beachtung gefunden als 2019.

16.44 Uhr: Besondere Vorsicht im Krematorium Meißen

Begrenzt auf den Landkreis Meißen ist aktuell keine signifikante Übersterblichkeit zu beobachten. Nach Angaben des Geschäftsführers vom Krematorium Meißen, Jörg Schaldach, schwankt die Zahl der Todesfälle im Kreis jährlich in einer Breite von acht Prozent um die Marke von 3.000 Verstorbenen. Wahrscheinlich aufgrund der Grippewelle waren es 2018 etwas mehr, 2019 wiederum ein bisschen weniger. Wenn sich in der Endphase des Dezembers nicht noch eine dramatische Entwicklung ergibt, dürfte 2020 nach der Prognose von Schaldach ein durchschnittliches Sterbejahr werden. Mehr dazu im Artikel "Auch Junge sterben an Corona" (SZ+)

16.18 Uhr: Mehr als 7.000 Menschen in Schweden an Covid-19 gestorben

In Schweden ist die Zahl der Covid-19-bedingten Todesfälle auf mehr als 7.000 gestiegen. Wie die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mitteilten, wurden seit Mittwoch 34 neue Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl lag nunmehr bei 7.007. Seit Ausbruch der Pandemie wurden in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land mehr als 270.000 Infektionen registriert. Staatsepidemiologe Andres Tegnell erwartet, dass die Kurve in den nächsten Wochen abflachen werde. Im Vergleich zu seinen Nachbarländern bewegt sich Schweden aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Am Donnerstag lag die Infektionsrate bei 684 per 100.000 Einwohner in den letzten 14 Tagen. 13,3 Prozent der Tests waren positiv. In Deutschland lag die Zahl der Neuinfektionen am Donnerstag bei 134 Fällen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Aufgrund steigender Infektionszahlen, vor allem unter Jugendlichen, hat die schwedische Regierung nun beschlossen, dass die Schüler der Oberstufen von Montag an zu Hause unterrichtet werden sollen. Der Generaldirektor des schwedischen Gesundheitsamtes, Johan Carlson, sagte, Ziel sei es, Gedränge, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln, zu vermeiden. Schweden ist im Umgang mit der Pandemie einen anderen Weg gegangen als seine Nachbarländer. Die Gesundheitsbehörden haben sich auf Empfehlungen beschränkt. In den letzten Wochen hat sich jedoch gezeigt, dass das Land ebenso von einer zweiten Infektionswelle getroffen wurde.

Anders Tegnell, Staatsepidemiologe der schwedischen Gesundheitsbehörde
Anders Tegnell, Staatsepidemiologe der schwedischen Gesundheitsbehörde © Fredrik Sandberg/TT NEWS AGENCY/AP/dpa

15.50 Uhr: Söder erwägt strengere Kontaktbeschränkungen - auch zu Silvester

Angesichts weiterhin hoher Corona-Zahlen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) strengere Kontaktbeschränkungen in Aussicht gestellt - auch zu Silvester. "Ich glaube auch, dass wir uns jetzt noch einmal grundlegend (...) überlegen müssen, ob das allein die Maßnahme ist oder ob es an einigen Stellen noch deutliche Verbesserungen braucht", sagte Söder in Passau mit Blick auf die am Vortag beschlossene Verlängerung des Teil-Lockdowns bis zum 10. Januar. Durch den seit November geltenden Teil-Lockdown sei zwar das exponentielle Wachstum gestoppt worden. Aber das reiche nicht aus. "Die Gesamtzahlen gehen nicht runter. Ganz im Gegenteil." In einzelnen Hotspots seien die Zahlen zum Teil sprunghaft angestiegen. "Wenn die Zahlen so bleiben, wird es auch klar sein, dass beispielsweise an Silvester die Zahl der Kontakte auch reduziert werden muss", so Söder.

15.31 Uhr: Sachsen meldet knapp 2.700 Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Sachsen auch am Donnerstag deutlich angestiegen. Nach der Erhebung des Sozialministeriums wurden innerhalb eines Tages 2.685 Menschen positiv auf das Virus getestet. Am Mittwoch lag die gemeldete Zahl mit 2.114 Neuinfektionen noch deutlich niedriger. Seit Beginn der Pandemie im März sind damit nun 63.405 Menschen mit dem Virus infiziert worden. Etwa 39.830 Personen davon gelten schätzungsweise als wieder genesen.

Die Zahl der mit Covid-19 in Verbindung stieg ebenfalls - um 63 auf nun 1.138. Jeweils 16 Verstorbene wurden aus dem Landkreis Zwickau und dem Kreis Görlitz gemeldet. In den Krankenhäusern müssen derzeit 2.296 Sars-CoV-2-Patienten behandelt werden, davon 438 auf Intensivstationen. Die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner liegt im gesamten Freistaat jetzt bei 267. Diese Inzidenz ist im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 451,6 besonders hoch, die Stadt Leipzig steht hier mit 102,8 noch vergleichsweise gut da.

15.10 Uhr: Wie bedrohlich ist "Querdenken?"

Weil es im Umfeld der „Querdenken“-Proteste zu immer mehr Gewalt kommt, werden die Rufe nach Polizei und Verfassungsschutz lauter. Doch für eine Einstufung als Beobachtungsobjekt reicht es laut Behörden bislang allerdings nicht - trotz der Warnungen vor einer Radikalisierung und Unterwanderung durch Extremisten. Das könnte sich aber bald ändern, heißt es aus Sicherheitskreisen. Sowohl unter den Organisatoren der „Querdenken“-Veranstaltungen wie auch im näheren Umfeld der Initiative seien bekannte Extremisten aktiv. Warum sich Politiker über Parteigrenzen hinweg für die Beobachtung aussprechen, lesen Sie hier: Wie bedrohlich ist "Querdenken"?

15.00 Uhr: Mobilität geht im Teil-Lockdown merklich zurück

Die Mobilität der Menschen ist in Deutschland im Teil-Lockdown wegen der Corona-Pandemie im November merklich zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank sie nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag um 8,5 Prozent. Rückgänge habe es in 14 der 16 Bundesländer gegeben. Die stärksten seien in den Stadtstaaten zu verzeichnen. So ging sie in Hamburg und Berlin um etwa 19 Prozent und in Bremen um 16 Prozent zurück.

Über die Länder hinweg zeigten sich zudem während des Teil-Lockdowns seit dem 2. November Unterschiede zwischen Wochenenden und Arbeitstagen. Werktags lag die Mobilität sieben Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats, am Wochenende fiel der Rückgang mit 15 Prozent deutlich höher aus. Dies deute darauf hin, dass die Menschen in der Woche ihren normalen Beschäftigungen nachgingen, während auf Freizeitaktivitäten am Wochenende verzichtet werde. Die Analyse der Mobilität der Menschen geht dem Statistischen Bundesamt zufolge von einem Zusammenhang mit der sogenannten Inzidenz, also der Zahl von Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen aus. Hierbei gelte ein Zeitverzug von 21 Tagen. Die Inzidenzkurve zeige nach drastischen Anstiegen im Oktober ein Abflachen und sogar leichten Rückgang zum Ende des Novembers hin. Die Ergebnisse basieren dem Amt zufolge auf der Auswertung anonymisierter Mobilfunkdaten.

14.33 Uhr: Bundestag verteidigt Corona-Bonus für Mitarbeiter

Nach einem Sturm der Entrüstung hat der Bundestag den steuerfreien Corona-Bonus für Parlamentsbeschäftigte verteidigt. Damit sei lediglich der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst wie üblich auf die Mitarbeiter der Abgeordneten übertragen worden, teilte die Bundestags-Pressestelle in einer Stellungnahme mit. Sie reagierte damit auf Berichte des Nachrichtenportals "ThePioneer" und in der "Augsburger Allgemeinen", wonach es im Dezember eine einmalige Sonderzahlung von bis zu 600 Euro gibt. Ende Oktober hatten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf höhere Löhne im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen verständigt. Teil der Tarifeinigung war auch eine einmalige Corona-Sonderzahlung von 600 Euro für die unteren Einkommensgruppen, 400 Euro für die mittleren und 300 Euro für die oberen Einkommensgruppen. Von solchen Tarifabschlüssen profitieren auch automatisch alle Beschäftigten in der Bundestagsverwaltung - nicht aber die direkten Mitarbeiter der Parlamentarier, weil diese lediglich befristete, privatrechtliche Arbeitsverträge mit ihren Abgeordneten haben. Doch im Sinne der Gleichbehandlung wurde "nach ständiger Übung", wie der Bundestag erklärte, auch die Tarifeinigung vom Oktober dieses Jahres "wirkungsgleich auf diesen Personenkreis übertragen". Deshalb gibt es einmalig zwischen 300 und 600 Euro für die betroffenen Mitarbeiter sowie 200 Euro für die Auszubildenden.

Blick auf das Reichstagsgebäudein Berlin: Der Bundestag den steuerfreien Corona-Bonus für Parlamentsbeschäftigte verteidigt.
Blick auf das Reichstagsgebäudein Berlin: Der Bundestag den steuerfreien Corona-Bonus für Parlamentsbeschäftigte verteidigt. © dpa/Annette Riedl

14.06 Uhr: Dresdner Klinik nimmt keine Corona-Patienten mehr auf

Das Städtische Klinikum Dresden kann aktuell keine Corona-Patienten mehr aufnehmen. Die Kapazitäten geben das nicht mehr her. Laut Sprecherin Viviane Piffczyk meldete sich das Klinikum von der sogenannten Corona-Leitstelle ab. "Die Abmeldung erfolgte gegenüber der Corona-Krankenhaus-Leitstelle, die am Uniklinikum Dresden angesiedelt ist. Diese koordiniert die Verteilung der Corona-Patienten in Dresden und Ostsachsen". Mehr zur Situation am Klinikum Dresden (SZ+)

13.48 Uhr: Weniger Schoko-Weihnachtsmänner in der Corona-Krise

Auch das noch: Die Corona-Krise trifft sogar Schokoladen-Figuren. Die Zahl der in Deutschland hergestellten Weihnachtsmänner aus Vollmilch-, Zartbitter- oder Weißer Schokolade sank in diesem Jahr um 1,3 Prozent auf rund 151 Millionen, wie der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) am Donnerstag mitteilte. Das waren 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Gründe dafür seien verhaltenere Bestellungen des Lebensmitteleinzelhandels und teilweise auch Rückgänge im Exportgeschäft. Die Hersteller von Saisonsüßwaren befürchteten, "dass die Abverkäufe im für sie wichtigen Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr aufgrund der abgesagten Weihnachtsmärkte, der leereren Innenstädte, der fehlenden Geschenkanlässe und der selteneren Einkaufsfrequenz deutlich hinter dem Vorjahr zurückbleiben", sagte der Hauptgeschäftsführer des BDSI, Carsten Bernoth.

13.24 Uhr: Kretschmer: Normalität erst wieder ab Mai oder Juni 2021

Nach Einschätzung von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wird wegen der Corona-Pandemie erst in einem halben Jahr wieder Normalität im Leben einkehren. "Ich glaube, dass wir, sobald der Sommer kommt, wieder eine grundsätzliche Entspannung haben", sagte er am Donnerstag im Gespräch mit dem Sender MDR-Sachsenradio. Dann seien auch viele Menschen geimpft, "so dass wir ab Mai/Juni wieder ein normales Leben führen werden. Bis dahin müssen wir kommen". Kretschmer zufolge befördert nachlässiges Verhalten die weitere Ausbreitung des Coronavirus trotz des geltenden Teil-Lockdowns im Freistaat. "Es liegt daran, dass wir zu viele Kontakte haben und zu viel Unachtsamkeit insgesamt", sagte er.

"Wir wollen gern wieder Dinge ermöglichen, auch in der Gastronomie." Aber dafür müsse die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche je 100.000 Einwohner wieder deutlich unter 100, am besten unter 50 sinken. "Das ist möglich bis Januar, daran sollten wir alle arbeiten." Die Hotspots Pflegeeinrichtungen machten nur vielleicht 20 bis 30 Prozent der Entwicklung aus. "Der Rest ist Unachtsamkeit" - die gemütlichen Runden mit einem Bier oder Wein mit Menschen, mit denen man täglich und mit Abstand zu tun habe. "Wir müssen versuchen, das zu unterbinden", mahnte der Regierungschef.

Gegenüber sächsische.de hatte Kretschmer zuletzt noch härtere Maßnahmen angekündigt, sollten die Fallzahlen nicht deutlich nach unten gehen. Das Interview mit dem Ministerpräsidenten lesen Sie hier: Kretschmer denkt an noch härtere Corona-Regeln (SZ+)

13.10 Uhr: Corona-Video von Mai Thi Nguyen-Kim an der Spitze der YouTube-Charts

Die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim hat das erfolgreichste YouTube-Video dieses Jahres in Deutschland produziert. Ihr Video "Corona geht gerade erst los" wurde 2020 bislang 6,4 Millionen Mal aufgerufen. Damit erreichte es die meisten Nutzungen (Views) und landete auf Platz 1 bei den "Top Trending Videos". Mit dem Video hatte die promovierte Chemikerin im Frühjahr ihre Zuschauer auf eine länger andauernde Corona-Krise eingestimmt. Es landete nun in der Rangliste vor einem Beitrag von Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf zum Thema "Männerwelten - Belästigung von Frauen". Nguyen-Kim löst damit den Gewinner des vergangenen Jahres, Rezo mit seinem Video "Die Zerstörung der CDU", ab. Mehr zu den YouTube-Charts lesen Sie hier.

12.56 Uhr: DFB verlegt zwei weitere Spiele von Drittligist Zwickau

Wegen mehrerer Corona-Fälle hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zwei weitere Spiele des Drittligisten FSV Zwickau verlegt. Nach der Absage des Spiels beim SC Verl am Dienstag wurden auch die Begegnungen bei Bayern München II am 7. Dezember und gegen den FC Ingolstadt am 13. Dezember verschoben. Das teilte der DFB am Donnerstag mit. Nachdem in dieser Woche vier Spieler des FSV positiv auf das Coronavirus getestet wurden, hatte das Gesundheitsamt eine Trainings- und Wettkampfsperre für 18 Akteure bis zum 13. Dezember verhängt. Sollten bei der nächsten Testung die 14 als Kontaktpersonen geltenden Spieler negativ sein, könnte vom 8. Dezember an ein Training in Kleingruppen möglich sein. Spiele dürfen jedoch frühestens ab dem 14. Dezember stattfinden.

12.41 Uhr: Widerspruch innerhalb der sächsischen Landesregierung

Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat die Drohung von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kritisiert, dass der Freistaat im Januar einen harten Lockdown mit "rigorosen Maßnahmen" angehen wird, wenn die Corona-Infektionszahlen bis Weihnachten nicht deutlich sinken sollten. Mögliche Ausfälle müssten "die Betriebe dann allein stemmen, auch ohne Entschädigung", hatte Kretschmer am Mittwoch in einem Exklusiv-Interview mit Sächsische.de gesagt. Dulig kritisierte diese Äußerungen. Was genau er Kretschmer ankreidet, erfahren Sie hier: Corona-Hilfen: Dulig widerspricht Kretschmer (SZ+)

12.20 Uhr: Mehr als 200 Neuinfektionen in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben am Donnerstag 211 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun 7.163 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Die Zahl der in Zusammenhang mit dem Virus Verstorbenen stieg auf 79 seit Beginn Krise im März, das sind drei mehr als noch am Mittwoch. Zudem mussten 23 weitere Patienten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Als genesen gelten mittlerweile 4.642 Dresdner - 106 mehr als am Vortag.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, beträgt nun laut dem Dresdner Gesundheitsamt 232. Da für schärfere Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt jetzt auch diesen Wert an. Er beträgt heute 196,3 und liegt damit unterhalb des Grenzwerts 200. Diese RKI-Zahlen sind jedoch durch Verzögerungen in der Meldekette weniger tagesaktuell.

12.14 Uhr: EU-Kommission will Medienlandschaft nach Corona-Krise stärken

Die heftig von Corona getroffene Medienlandschaft muss nach Ansicht der EU-Kommission stärker bei der Erholung sowie der Digitalisierung unterstütz werden. "Diese Sektoren, die die Coronavirus-Krise besonders hart getroffen hat, sind für die Demokratie, die kulturelle Vielfalt Europas und die digitale Autonomie von entscheidender Bedeutung", heißt in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Ein Aktionsplan sieht nun unter anderem vor, dass Medienunternehmen der Zugang zu Finanzierung erleichtert und Investitionen zugunsten des ökologischen und digitalen Wandels angekurbelt werden sollen. So sollen Medien und der audiovisuelle Bereich - etwa Kinos - krisenfester werden. Nach Einschätzung der EU-Kommission könnte die "strategische Autonomie des audiovisuellen und Mediensektors der EU" gefährdet sein, weil "Online-Plattformen von Betreibern außerhalb der EU große Marktanteile" gewönnen. "Die Medien sind nicht nur ein Wirtschaftssektor, sondern ein Grundpfeiler unserer Demokratie", sagte EU-Kommissionsvize Vera Jourova.

11.57 Uhr: Britischer Experte: Impfung kann Todesfälle um 99 Prozent verringern

Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer hofft die britische Regierung auf eine drastische Reduzierung der Todesfälle durch Corona. Die erste Phase des Immunisierungsprogramms soll bereits in der kommenden Woche beginnen und vor allem auf ältere und geschwächte Menschen sowie Bewohner von Pflegeheimen abzielen. "Wir könnten theoretisch 99 Prozent der Krankenhausaufenthalte und Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 eliminieren", sagte Professor Jonathan Van-Tam, der stellvertretende medizinische Chefberater der Regierung in England, im BBC-Fernsehen am Donnerstag.

Voraussetzung sei aber, dass die Impfung auf hohe Akzeptanz in der Bevölkerung stoße. Premierminister Boris Johnson wollte noch am Donnerstag in einer Facebook-Fragestunde auf die Fragen und Sorgen der Bevölkerung eingehen. Van-Tam warnte jedoch auch vor übereilter Euphorie und Nachlässigkeit im Umgang mit der Pandemie. "Wir müssen auch sicherstellen, dass die Leute verstehen, dass dies kein unmittelbarer Ausweg von irgendetwas ist", so der Wissenschaftler. Man habe nun noch einige harte Wintermonate vor sich und die Menschen müssten weiterhin die Abstandsregeln befolgen, egal ob sie eine Impfung erhalten hätten oder nicht.

Mit dem Corona-Impfstoff verbinden sich große Hoffnungen auf ein Ende der Pandemie.
Mit dem Corona-Impfstoff verbinden sich große Hoffnungen auf ein Ende der Pandemie. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa (Symbolbild)

11.39 Uhr: Menschenrechtsgericht weist Klage zu Corona ab

Ein Bürger, der durch die Corona-Politik seines Landes die Menschenrechte verletzt sieht, kann sich nicht ohne weiteres an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) wenden. Das geht aus einem Urteil des Straßburger Gerichts vom Donnerstag hervor, in dem es die Individualbeschwerde eines Franzosen als unzulässig abwies. Er habe nicht gezeigt, wie er persönlich von den beklagten Missständen betroffen sei, hieß es zur Begründung. (AZ: 18108/20)

Der Mann aus Marseille hatte sich vor dem EGMR auf mehrere Menschenrechte berufen, darunter das Recht auf Leben. Seiner Ansicht nach tat der französische Staat nicht genug, um die Bürger vor dem Virus zu schützen. Unter anderem beklagte er laut EGMR Beschränkungen beim Zugang zu Corona-Tests. Die Richter urteilten aber, dass das zu allgemein sei. Die individuelle Beschwerde eines Bürgers vor dem EGMR könne sich nicht allein darauf stützen, dass ein Gesetz oder eine Praxis die Europäische Menschenrechtskonvention zu verletzen scheine. Gemäß Artikel 34 der Konvention müsse sie vielmehr darlegen, dass der Bürger selbst dadurch wahrscheinlich in seinen Rechten verletzt werde.

11.12 Uhr: RKI mahnt zu deutlich stärkerer Corona-Eindämmung

Die Zahl der neuen Corona-Fälle in Deutschland muss aus Sicht des Robert Koch-Instituts (RKI) deutlich stärker gesenkt werden, um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bekommen. "Die Lage bleibt weiter sehr angespannt", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Auch nach den Beschränkungen der vergangenen Wochen, die die Fallzahlen als ersten Erfolg stabilisiert hätten, seien sie immer noch zu hoch. "Sie sinken nicht spürbar." Die Gesundheitsämter seien zusehends erschöpft und schafften es nicht mehr zu ermitteln, wo sich Betroffene angesteckt haben. Es gebe mehr Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen, in einigen Regionen kämen Krankenhäuser an Belastungsgrenzen. Die Zahl der schweren Verläufe und Todesfälle steige von Woche zu Woche, es sei mit vielen weiteren Fällen zu rechnen.

Wieler rief alle Bürger eindringlich dazu auf, Regeln zu Abstand, Hygiene und Alltagsmasken "immer und überall" zu beherzigen. Dies sei entscheidend, da man sich prinzipiell überall anstecken könne, wo Menschen zusammenkommen. "Wir sind dem Virus nicht hilflos ausgeliefert." Covid-19 sei "eine vermeidbare Erkrankung." In Deutschland wurden laut RKI nun 22.046 neue Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet - etwas weniger als am Donnerstag der Vorwoche mit 22.268. Mit 479 neuen Todesfällen innerhalb eines Tages gab es jetzt den zweithöchsten Stand seit Beginn der Pandemie.

10.40 Uhr: Lehrerverbandspräsident befürwortet Selbsttests bei Lehrern

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hat den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Corona-Selbsttests bei Lehrern begrüßt. Man unterstütze das Vorhaben des Ministers, sagte Meidinger der Deutschen Presse-Agentur. "Allerdings mit zwei Einschränkungen: nur für Selbsttests, kein Einsatz von Lehrkräften bei Schnelltestungen von Schülern und zweitens bei Beachtung des Freiwilligkeitsprinzips." Spahn hatte gesagt, Kitas und Schulen beziehungsweise deren Träger könnten von Freitag an eigenständig Schnelltests beziehen und nutzen. "Lehrerinnen und Lehrer werden sich regelmäßig selbst testen dürfen." Bislang dürfen Antigen-Schnelltests nur von medizinisch geschultem Personal durchgeführt werden.

Mit Schnelltest und Zeituhr sind die Selbsttests zu bewerkstelligen.
Mit Schnelltest und Zeituhr sind die Selbsttests zu bewerkstelligen. © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild (Symbolbild)

10.21 Uhr: Corona in Vietnam verbreitet: Flugbegleiter droht Haftstrafe

Nach den ersten lokal übertragenen Corona-Fällen in Vietnam seit fast 90 Tagen hat die Polizei Ermittlungen gegen einen Flugbegleiter eingeleitet. Er gilt als Ursprung der neuen Infektionen, die am Montag bekannt geworden waren. Der 28-jährige Patient, der von seiner Arbeit suspendiert wurde, könnte wegen "Verbreitung gefährlicher Infektionskrankheiten" angeklagt werden, sagte der stellvertretende Polizeichef von Ho-Chi-Minh-Stadt, Nguyen Si Quang, am Donnerstag. Ihm drohten bis zu zwölf Jahre Haft, berichtete die Zeitung "VnExpress".

Der Mann war aus Japan nach Vietnam zurückgekehrt. Nach seiner Ankunft trat er die obligatorische Quarantäne an, durfte sich aber nach zwei negativen Tests zu Hause selbst isolieren. Jedoch hatte der Flugbegleiter in dieser Zeit Kontakt zu seiner Mutter und zu zwei Freunden, darunter ein Englischlehrer, der einige Tage bei ihm wohnte. Dieser war am Montag positiv getestet worden, hatte zuvor aber Kurse geleitet und Cafés besucht. Seither wurde bereits bei weiteren Menschen eine Infektion nachgewiesen.

10.06 Uhr: Eilantrag gegen Verbot von "Querdenken"-Demo in Bremen abgelehnt

Das Bremer Verwaltungsgericht hat einen Eilantrag gegen das Verbot einer für Samstag geplanten Großdemonstration sogenannter Querdenker gegen die Corona-Politik abgelehnt. Das Verbot sei verhältnismäßig und erforderlich. Es sei kein milderes Mittel ersichtlich, welches genauso geeignet wäre, die vorliegenden Gefahren abzuwenden, hieß es in dem über 20 Seiten zählenden Beschluss des Gerichtes. Nach Angaben von Donnerstag legten die Anmelder bereits Beschwerde gegen die Entscheidung ein, über die nun das Bremer Oberverwaltungsgericht zu entscheiden hat.

In der Sache geht es um eine von der Initiative "Querdenken421" unter dem Motto: "Bundesweites Fest für Frieden und Freiheit" geplante Demonstration mit bis zu 20.000 Teilnehmern auf der Bürgerweide am Hauptbahnhof. Sie wurde am Dienstag mit einer weiteren Demonstration auf dem Marktplatz vom Ordnungsamt verboten, zu der bis zu 10.000 Teilnehmer erwartet werden. Ein Wechsel von einer Demonstration zur anderen durch die Teilnehmer ist nach Angaben der beiden Anmelder ausdrücklich beabsichtigt.

Aus Sicht des Gerichtes bietet der vom Antragsteller ausgewählte Ort an der Bürgerweide für die Versammlung erkennbar nicht genügend Platz für 20.000 Teilnehmer. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) hatte es unter Verweis auf die Anstrengungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie als "hanebüchen und geradezu irre" bezeichnet, "was diese Leute unter Leugnung aller Fakten und Gefahren in Bremen planen".

9.51 Uhr: Kramer: "Querdenken"-Bewegung könnte Verdachtsfall werden

Der Thüringer Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer sieht eine weitere Radikalisierung der "Querdenken"-Bewegung. Es lägen inzwischen hinreichende Anhaltspunkte dafür vor, dass die bundesweite "Querdenken"-Bewegung als Verdachtsfall eingestuft werden könnte, sagte Kramer dem RBB. Eine abschließende Bewertung soll in Kürze im Verbund mit den anderen Landesämtern für Verfassungsschutz erfolgen. Die Einstufung als Verdachtsfall würde es dem Verfassungsschutz ermöglichen, nachrichtendienstliche Mittel bei der Beobachtung und Informationsgewinnung einzusetzen.

Nach Aussage von Kramer sind zunehmende Radikalisierungstendenzen bei Organisatoren der "Querdenken"-Demonstrationen zu beobachten. Dazu gehöre auch ein Treffen zwischen Angehörigen der sogenannten "Reichsbürgerszene" und führenden Organisatoren der "Querdenken"-Bewegung. Nach Einschätzung von Kramer hat es sich dabei um ein Vernetzungstreffen gehandelt, an dem mehr als hundert Personen aus dem gesamten Bundesgebiet teilgenommen hätten.

Laut Kramer beobachten die Verfassungsschutzämter inzwischen bundesweit, dass "Rechtsextremisten, Reichsbürger, Impfgegner und Verschwörungsphantasten" in der "Querdenken"-Bewegung "das Regiment übernehmen" würden.

9.37 Uhr: Erstmals mehr als 3.000 Corona-Tote an einem Tag in den USA

Die Zahl der binnen 24 Stunden erfassten Corona-Toten in den USA hat erstmals seit Beginn der Pandemie die Schwelle von 3.000 überschritten. Am Mittwoch meldeten die Behörden 3.157 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore von Donnerstagmorgen (MEZ) hervorging. Der bislang höchste Wert mit 2.607 Toten war am 15. April registriert worden. Zum zweiten Mal seit Beginn der Pandemie übertraf die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Neuinfektionen am Mittwoch die Marke von 200.000. Der bislang höchste Wert war nach JHU-Angaben am Freitag mit rund 205.000 neuen Fällen registriert worden.

Experten hatten mit Blick auf den Feiertag Thanksgiving in der vergangenen Woche mit einer landesweiten Zunahme der Ansteckungen gerechnet. Die Gesundheitsbehörde CDC hatte im Vorfeld von Familienbesuchen und Reisen dringend abgeraten. Viele Menschen hielten sich jedoch nicht daran. Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 13,9 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 273.000 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Krankenschwestern und Ärzte räumen den Bereich, bevor sie einen Covid19-Patienten defibrillieren, der im St. Joseph's Hospital in New York einen Herzstillstand erlitt.
Krankenschwestern und Ärzte räumen den Bereich, bevor sie einen Covid19-Patienten defibrillieren, der im St. Joseph's Hospital in New York einen Herzstillstand erlitt. © John Minchillo/AP/dpa

9.22 Uhr: Was passiert mit dem Geld aus Sachsens Corona-Kasse?

Dass ein Finanzminister in Pandemiezeiten viele Probleme hat, ist normal. Dass eines davon damit zusammenhängt, dass die Kassen noch nicht gänzlich leer sind, ist wiederum das spezielle Problem von Sachsens oberstem Kassenwart Hartmut Vorjohann (CDU). Den ersten Versuch, die eigene Corona-Finanzreserve mit anderen teilen zu müssen, konnte der Minister diese Woche noch abwehren.

Massive Forderungen des Bundes, wonach sich die Bundesländer künftig stärker an den Kosten für Corona-Hilfsmaßnahmen beteiligen sollen, konterte er mit dem Hinweis, dass der Freistaat längst fleißig zahle: „Hier wird fälschlicherweise der Eindruck erweckt, die Länder hätten sich bisher nicht beteiligt. Das Gegenteil ist der Fall. Sachsen hat bereits vor Ostern einen Coronabewältigungsfonds aufgelegt." Genau dieses Vorsorgepaket erhöht jetzt aber nicht nur den Druck aus Berlin, sondern auch Begehrlichkeiten im eigenen Land. Wer an das Geld herankommen will, erfahren Sie hier (SZ+).

9 Uhr: Lambrecht warnt vor ungeregelter Corona-Impfpflicht durch Hintertür

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) warnt vor einer ungeregelten Corona-Impfpflicht durch die Hintertür, falls Bürgerinnen und Bürgern ohne Impfschutz im gesellschaftlichen Leben Nachteile drohten. Es handele sich "nicht nur eine rechtliche, sondern vor allem auch eine ethische Frage, die wir sehr gründlich abwägen müssen", sagte sie der "Augsburger Allgemeinen". Eine breite öffentliche Diskussion über das Thema sei sehr wichtig.

Vor möglichen Folgen für nicht geimpfte Bürger bei bestimmten Aktivitäten müssen laut Lambrecht zuerst wissenschaftliche Fragen geklärt werden. Bisher gebe es nach ihrer Kenntnis "noch keine fundierten Erkenntnisse darüber, ob und in welchem Maße eine Impfung nicht nur die geimpfte Person vor einem Ausbruch der Krankheit schützt, sondern auch andere Personen vor einer Ansteckung", erklärte die Ministerin. Dies sei aber Voraussetzung für alle weiteren Überlegungen. Lambrecht betonte, dass die Bundesregierung eine Impfpflicht weiter ablehne.

8.40 Uhr: In Tschechien dürfen alle Geschäfte und Gaststätten wieder öffnen

In Tschechien treten am Donnerstag weitreichende Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen in Kraft. Restaurants, Kneipen und der gesamte Einzelhandel dürfen wieder öffnen. Alle nichtlebensnotwendigen Geschäfte waren seit sechs Wochen geschlossen. Die Zahl der Kunden bleibt auf eine Person je 15 Quadratmeter Ladenfläche begrenzt. Die nächtliche Ausgangssperre entfällt. Museen und Galerien dürfen mit Einschränkungen öffnen, Theater und Kinos bleiben geschlossen.

Ministerpräsident Andrej Babis ermahnte die Menschen in der Vorweihnachtszeit zur Selbstdisziplin. Er sei angesichts der Lockerungen «leicht nervös», räumte er am Mittwoch im Fernsehsender «Nova» ein. «Drücken wir die Daumen und seien wir wirklich diszipliniert.» Manche Experten wie der Biologe Jaroslav Flegr hielten die Lockerungen für verfrüht und warnten vor einer «dritten Welle» an Corona-Infektionen.

Tschechien mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern hatte noch vor kurzem eine der höchsten Infektionsraten in Europa zu beklagen. Inzwischen sieht es etwas besser aus. Dennoch wurden am Mittwoch immerhin noch 5.176 neue Fälle binnen 24 Stunden registriert. Seit Pandemiebeginn gab es insgesamt rund 528.000 bestätigte Infektionen und mehr als 8.400 Todesfälle. Mehr zur Situation in Tschechien erfahren Sie im Artikel Spiel auf Risiko mit der Adventsstimmung?

8.24 Uhr: Lehrer und Erzieher sollen sich selbst auf Corona testen

Lehrer und Erzieher sollen sich in Zukunft nach einer entsprechenden Schulung selbst auf das Coronavirus testen dürfen. "Kitas und Schulen beziehungsweise ihre Träger können von Freitag an eigenständig Schnelltests beziehen und nutzen", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Lehrerinnen und Lehrer werden sich regelmäßig selbst testen dürfen." Antigen-Schnelltests könnten dabei helfen, Lehrer und Erzieher und damit auch Kinder besser zu schützen. Bislang dürfen Antigen-Schnelltests nur von medizinisch geschultem Personal durchgeführt werden. Mit einer neuen Verordnung, die an diesem Freitag in Kraft tritt, will Spahn einerseits regeln, dass Pädagogen nach vorheriger Schulung selbst testen dürfen. Daneben sollen auch die Schulträger bei Bedarf mit geschultem Personal Tests vor Ort durchführen dürfen.

"Das ist eine weitere alltagstaugliche Option, um Kindern auch in Pandemiezeiten den Kita- oder Schulbesuch zu ermöglichen", sagte Spahn den Zeitungen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden dem Robert Koch-Institut seit Beginn der Pandemie 636 Corona-Ausbrüche in Schulen übermittelt. In den letzten vier Wochen habe es demnach rund 64 Ausbrüche pro Woche gegeben. 18 Prozent dieser Ausbrüche hätten 6-10-Jährige, 26 Prozent 11-14-Jährige, 31 Prozent 15-20-Jährige und 25 Prozent Personen über 21 Jahren betroffen. Bei 53 Ausbrüchen (8 Prozent) seien nur erwachsene Personen betroffen gewesen. Den Daten zufolge liegt der Anteil der Infektionsfälle an Schulen an allen Corona-Ausbrüchen bei etwa zwei Prozent.

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8.12 Uhr: Flixbus nimmt Betrieb am 17. Dezember wieder auf - aber nicht lange

Der Fernbus-Anbieter Flixbus bietet ab dem 17. Dezember vorübergehend wieder Verbindungen an. In Deutschland sollen dann 150 Ziele angefahren werden, wie das Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte. Das Angebot bleibe zunächst bis zum 11. Januar begrenzt. Flixbus hatte seinen Betrieb am 3. November wegen der neuen Corona-Kontaktbeschränkungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorübergehend eingestellt.

Zu den Abfahrts- und Ankunftsorten mit Beginn der Schulferien und an den Feiertagen gehören außer Großstädten wie Berlin, München, Hamburg oder Köln auch zahlreiche kleine Städte, hieß es. Zudem werden Fahrten ins benachbarte Ausland angeboten. Flixbus wies darauf hin, dass Reisen nach dem Jahreswechsel weiterhin eingeschränkt werden sollen, um einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken. Nach dem 11. Januar werde man das Verbindungsnetz "dynamisch der Situation im neuen Jahr anpassen", sagte Geschäftsführer André Schwämmlein.

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