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Mehr als 1.000 Corona-Tote in Sachsen

Neue Regeln in Dresden, kostenlose FFP2-Masken vor allem für Besucher, Biontech beantragt Impfstoff-Zulassung bei EU - unser Newsblog.

Ärzte auf der Covid-19-Station des Universitätsklinikums Leipzig.
Ärzte auf der Covid-19-Station des Universitätsklinikums Leipzig. © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

16.19 Uhr: Bund will künftig stärker auf Schnelltests setzen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie können künftig mehr Schnelltests zum Einsatz kommen - in Pflegeheimen, Kliniken und nach Infektionsfällen etwa auch in Schulen. Das sieht eine neue Verordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, die an diesem Mittwoch in Kraft tritt. Für Menschen, die in Corona-Risikogebiete mit hohen Infektionszahlen im Ausland reisen, werden Regelungen zugleich weiter verschärft: Für sie sind Corona-Tests nach der Rückkehr bald nicht mehr kostenlos - diese Möglichkeit läuft am 15. Dezember aus.

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Schnelltests sind inzwischen in größeren Mengen verfügbar. Dabei brauchen die Proben nicht extra zum Auswerten ins Labor geschickt werden. Diese Antigen-Tests gelten aber als nicht so genau wie sonst genutzte PCR-Tests. Laut Robert Koch-Institut (RKI) muss ein positives Ergebnis eines Schnelltests daher mit einem PCR-Test bestätigt werden. Gemacht werden müssen Schnelltests von medizinisch geschultem Personal.

15.35 Uhr: 1.576 Neuinfektionen in Sachsen - 45 neue Todesfälle.

Das Sächsische Sozialministerium verzeichnet 1.576 Corona-Neuinfektionen in Sachsen. Damit haben sich seit Beginn der Pandemie 58.606 Menschen im Freistaat mit Sars-CoV-2 infiziert. Insgesamt sind 1.006 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben, das sind 45 mehr als am Vortag.

15.26 Uhr: Corona-Intensivstation in Bautzen am Limit

In den Oberlausitz Kliniken sind die Betten der Covid-19-Intensivstation durchgehend belegt, so Geschäftsführer Reiner Rogowski. Nun sind weitere Schritte notwendig, über die die Klinikleitung derzeit berät. Beispielsweise ist es möglich, neun Plätze in den Aufwachräumen im OP-Bereich umzuwidmen. Das würde jedoch zu Lasten der Versorgung anderer Patienten, beispielsweise mit Herzinfarkt, gehen.

Alles zur Corona-Lage im Landkreis Bautzen lesen Sie hier.

15.02 Uhr: So läuft eine Impfstoff-Zulassung

Da heute praktisch kein Impfstoff mehr ausschließlich für den deutschen Markt zugelassen wird, ist dieses Verfahren größtenteils durch das zentrale europäische Zulassungsverfahren ersetzt worden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (Ema) mit Sitz in Amsterdam ist dabei die zentrale Prüfstelle.

Die Zulassungsanträge zu den Corona-Impfstoffkandidaten können in einem sogenannten "Rolling-Review"-Verfahren bewertet werden - das ist sowohl bei Moderna als auch beim Vakzin von Biontech/Pfizer der Fall. Das Verfahren soll die Bewertung durch die Ema beschleunigen. Anders als im regulären Verfahren wird die Beurteilung des Impfstoffkandidaten bereits begonnen, bevor alle erforderlichen Daten für einen «normalen» Zulassungsantrag eingereicht wurden.

Im Fall von Biontech/Pfizer will die Ema bis spätestens 29. Dezember über eine Zulassungsempfehlung entscheiden, teilte die Agentur am Dienstag in Amsterdam mit. Zum Antrag des US-Konzerns Moderna auf Zulassung seines Impfstoffs werde eine Entscheidung bis zum 12. Januar erwartet. Sollte die Ema grünes Licht geben, kann die EU-Kommission die Verwendung der Impfstoffe für alle Mitgliedsländer genehmigen. Ein Kommissionssprecher sagte am Dienstag, das Verfahren könnte nach einer Ema-Empfehlung binnen Tagen abgeschlossen sein. Die Kommission folgt in der Regel der Empfehlung.

14.52 Uhr: Auch Dresden verschärft Corona-Regeln

Am Dienstag hat auch die Landeshauptstadt Dresden ihre Corona-Allgemeinverfügung aktualisiert. Sie orientiert sich eng an den Vorgaben der Landesregierung und sieht unter anderem ein Alkoholverkaufsverbot, eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen und Ausgangsbeschränkungen. Diese Maßnahmen gelten so lange, bis die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen die 200er-Marke unterschreitet. Welche Regeln ab Mittwoch gelten, lesen Sie hier.

14.26 Uhr: SPD-Chef: Auch Reiche in Corona-Krise zur Kasse bitten

Der SPD-Bundesvorsitzende Norbert-Walter Borjans hat eine Beteiligung von "Krisengewinnern" und Vermögenden an den Milliarden-Lasten der Corona-Krise gefordert. "Nach wie vor gibt es riesige Krisengewinner", sagte Walter-Borjans am Dienstag nach einer gemeinsamen Sitzung mit der SPD-Landtagsfraktion in Düsseldorf. Das seien globale Unternehmen, die "jede Gelegenheit nutzten, sich an der Mitfinanzierung des Staates vorbeizumogeln." Steuer-Schlupflöcher zu schließen und Geldwäsche zu bekämpfen, sei jetzt wichtiger als je zuvor. Aber auch wohlhabende Menschen, die teils auch von der Corona-Krise profitiert hätten, «werden am Ende einen Teil dazu beitragen müssen», so Walter Borjans.

13.52 Uhr: Ski-Weltcup in Dresden ohne Norweger

Der norwegische Skiverband hat angesichts der Corona-Pandemie entschieden, das norwegische Langlaufteam nicht zu den nächsten Weltcup-Rennen nach Davos und Dresden zu schicken. Wie der Verband am Dienstag mitteilte, sei auch die Teilnahme an der Tour de Ski in der Schweiz und Italien im Januar unsicher. "Unser Hauptziel in dieser Skisaison ist die WM in Oberstdorf", sagte Langlaufmanager Espen Bjervig. Norwegen ist die stärkste Nation im Skilanglauf. Damit fehlt bei den Rennen die stärkste Skination.

13.35 Uhr: Akzeptanz für coronabedingte Warteschlangen gering

Die Bereitschaft der Verbraucher, sich wegen der verschärften Zugangsbeschränkungen in den Geschäften in Warteschlangen einzureihen, ist bislang gering. Bei einer Umfrage des Kölner Instituts für Handelsforschung gaben fast zwei Drittel der Befragen (64 Prozent) an, sie seien nicht gewillt, beim Einkauf schon vor dem Geschäft Schlange zu stehen. Am größten war der Widerwille bei den über 50-Jährigen, die zu 70 Prozent allergisch auf Wartezeiten reagierten. Deutlich größer war die Bereitschaft, auf Einlass zu warten, bei Konsumenten unter 30. Aber auch hier lehnten noch 53 Prozent der Befragten das Schlangestehen kategorisch ab.

Bund und Länder beschlossen erst vor wenigen Tagen, die Einlassbeschränkungen für Geschäfte im Kampf gegen die Pandemie wieder zu verschärfen. Dies führt dazu, dass in Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern - also auch in praktisch allen Supermärkten - weniger Kunden gleichzeitig einkaufen dürfen als bisher. Der Handel hatte deshalb vor Warteschlangen vor den Geschäften gewarnt.

13.04 Uhr: Sachsen verteilt Masken an Pflegeheime und Krankenhäuser

Sachsen verteilt fünf Millionen kostenlose FFP2-Masken an Pflegeheime, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und Einrichtungen, in denen Behinderte betreut werden. Das sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping während einer Online-Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung am Dienstag. Die Einrichtungen sollen die Masken demnach ab der kommenden Woche erhalten. Die Masken sollen vor allem für Besucher kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, damit die Bedingungen in den Einrichtungen erleichtert werden. In Schulen sollen kostenlose Masken indes nicht verteilt werden.

"Unsere Vorräte sind davon nicht betroffen", betonte Köpping. Die Reserve an Schutzausrüstung sei weiterhin ausreichend gefüllt. Die Reserve soll ausreichen, um den vierwöchigen Bedarf in einer schweren Pandemie abzudecken. Sie diene der Versorgung von Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz sowie der Krankenhäuser, der Gesundheitsämter, der Alten- und Pflegeheime sowie der Bediensteten des Landes.

Daneben verteidigte Köpping die Öffnung von Hotels über die Weihnachtsfeiertage. Die Betten seien aber nur für Familienangehörige bestimmt, die in Wohnungen nicht unterkommen. "Wir möchten, dass die Menschen ihre Familien besuchen können", sagte Köpping. Für Touristen würden blieben die Hotels weiterhin geschlossen bleiben.

12.39 Uhr: Ema-Entscheidung zu Biontech-Impfstoff noch im Dezember

Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema will noch im Dezember über eine Zulassungsempfehlung für den Corona-Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und des US-Pharmakonzerns Pfizer entscheiden. Bis spätestens 29. Dezember soll ein Ergebnis der Prüfung vorliegen, teilte die Agentur am Dienstag in Amsterdam mit.

Zum Antrag des US-Konzerns Moderna auf Zulassung seines Impfstoffs werde eine Entscheidung bis zum 12. Januar erwartet. Die drei Unternehmen hatten ihre Anträge auf Zulassung für die EU am Montag eingereicht. Sollte die Ema grünes Licht geben, kann die EU-Kommission die Verwendung der Impfstoffe für alle Mitgliedsländer genehmigen. Die Kommission folgt in der Regel der Ema-Empfehlung.

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12.20 Uhr: Massentests im Corona-Hotspot Hildburghausen gestartet

Im thüringischen Corona-Hotspot Hildburghausen haben am Dienstag freiwillige Massentests von Kindergarten- und Schulkindern sowie Erziehern begonnen. Sie sollen nach Angaben des Landratsamtes ermöglichen, dass Schulen und Kindergärten, die wegen des explosionsartigen Anstiegs der Corona-Infektionen am 25. November geschlossen worden waren, wieder öffnen können. Als Erste beteiligten sich Mädchen und Jungen einer Kita in der Stadt Hildburghausen sowie Bürgermeister Tilo Kummer (Linke) an den Schnelltests. Mehr über die Hintergründe erfahren Sie hier: Massentests für Kinder in Hildburghausen

Eine Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes nimmt einen Abstrich bei Bürgermeister Tilo Kummer (Die Linke).
Eine Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes nimmt einen Abstrich bei Bürgermeister Tilo Kummer (Die Linke). © dpa-Zentralbild

12.10 Uhr: Uniklinik Leipzig stellt auf Corona-Betrieb um

Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) stellt seinen Betrieb wegen steigender Corona-Zahlen um. Bisher habe die Versorgung von Covid-Patienten weitgehend parallel zum Normalbetrieb erfolgen können. Nun aber müssten weitere Kapazitäten geschaffen werden, teilte der Medizinische Vorstand des UKL, Prof. Christoph Josten, am Dienstag mit. Unter anderem sollen planbare und weniger dringliche Operationen verschoben werden. Betroffene Patienten würden rechtzeitig informiert. Die Notfallversorgung und dringende Behandlungen seien vollständig gesichert.

Die Zahl der Covid-Kranken sei in den vergangenen Wochen kontinuierlich gestiegen. Derzeit werden 26 Menschen mit einer Corona-Infektion intensivmedizinisch betreut, 40 liegen auf der Normalstation. Die Situation am Uniklinikum sei derzeit noch kontrollierbar, aber deutlich angespannter als im Frühjahr.

11.55 Uhr: Strikte Ausgangsbeschränkungen in Nürnberg

Die Stadt Nürnberg verhängt als erste Großstadt in Bayern im Teil-Lockdown zusätzlich strikte Ausgangsbeschränkungen. Damit sollen die stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen eingedämmt werden. Die Beschränkungen sollen ab sofort bis zunächst zum 20. Dezember gelten, kündigte Oberbürgermeister Marcus König (CSU) am Dienstag an. Nürnberger dürfen ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen.

Nürnberg ist nach München und mit mehr als 500.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Bayerns und ein wichtiges Wirtschaftszentrum.

Außerdem weitet die Stadt die Maskenpflicht und das Alkoholverbot in der Innenstadt aus. Ab dem 7. Dezember sollen Klassen ab der fünften Jahrgangsstufe geteilt und im Wechsel unterrichtet werden - mit Ausnahme von Förderschulen, schulvorbereitenden Einrichtungen und Abschlussklassen.

11.18 Uhr: Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung für Corona-Impfstoff

Die Mainzer Firma Biontech und der US-Pharmariese Pfizer haben bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) die Zulassung für ihren Corona-Impfstoff in der EU beantragt. Der Antrag auf eine bedingte Marktzulassung sei am Montag eingereicht worden, teilten Biontech und Pfizer am Dienstag mit. Am Montag hatte auch der US-Konzern Moderna bei der Ema einen entsprechenden Antrag für seinen Impfstoff gestellt.

Biontech könnte ihren Corona-Impfstoff nach einer Zulassung durch die Behörden nach eigenen Angaben "innerhalb von wenigen Stunden" ausliefern. Das sagte Biontech-Finanzvorstand Sierk Poetting am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU). "Wir haben auf Halde produziert und alles, was da ist, kann innerhalb von wenigen Stunden dann wirklich verteilt werden." Weitere Einzelheiten dazu: Biontech und Pfizer stellen Antrag für EU

Das deutsche Biotechnologieunternehmen Biontech hat seinen Hauptsitz in Mainz.
Das deutsche Biotechnologieunternehmen Biontech hat seinen Hauptsitz in Mainz. © Arne Dedert/dpa

11.10 Uhr: Müller regt Solidarisches Grundeinkommen in ganz Deutschland an

Angesichts negativer Folgen der Corona-Krise für den Arbeitsmarkt schlägt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) eine Ausweitung des Solidarischen Grundeinkommens auf ganz Deutschland vor. In Berlin wurden im Zuge des Programms für 1.000 Arbeitslose sozialversicherungspflichtige, nach Tarif oder Mindestlohn bezahlte Jobs im gemeinnützigen Bereich geschaffen - um zu verhindern, dass die Betreffenden in Hartz IV abrutschen.

"Durch die Corona-Pandemie werden wieder viele Menschen arbeitslos, Kommunen müssen angesichts erneut knapper Kassen genau überlegen, wo sie welche sozialen Leistungen weiter anbieten können", schrieb Müller am Dienstag in einem Beitrag im Berliner "Tagesspiegel. "In einem Jahr werden sich die Arbeitslosen von heute in Hartz IV wiederfinden."

"Das muss nicht sein", meinte Müller. "Der Bund sollte noch einmal ernsthaft und unideologisch prüfen, ob es nicht gerade jetzt besser wäre, die Hartz IV-Gelder und Folgekosten in gute, soziale Arbeit zu investieren." Das kann aus Müllers Sicht vor allem in Regionen sinnvoll sein, in denen Langzeitarbeitslosigkeit besonders hoch ist. Ziel: "Gute Arbeit für die Gemeinschaft statt die Verwaltung von Arbeitslosigkeit in Hartz IV", so Müller.

10.52 Uhr: Friseurkette Klier wegen Corona in der Insolvenz

Der Umsatzeinbruch in der Corona-Krise hat Deutschlands größte Friseurkette Klier in die Insolvenz gedrückt. Das Amtsgericht am Firmenhauptsitz Wolfsburg eröffnete am Dienstag ein entsprechendes Verfahren, um die Forderungen der Gläubiger zu prüfen. Mehr dazu hier: Friseurkette Klier ist insolvent

10.39 Uhr: Corona-Ausbruch in Frauenkloster

In einem Frauenkloster in Niedersachsen sind 76 Ordensschwestern positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei 85 Ordesschwestern seien die Tests negativ ausgefallen, sagte die Generaloberin des Thuiner Franziskanerinnen-Ordens, Schwester Maria Cordis Reiker, am Dienstag. Der Verlauf sei bislang mild: "Es ist noch niemand im Krankenhaus, dafür sind wir dankbar."

Vom Thuiner Franziskanerinnen-Orden werden auch Schulen, ein Jungen-Internat und eine berufsbildende Schule betrieben. "Wir haben noch keinen Überblick, wie es mit den Schulen weitergeht, das ist alles noch im Fluss", sagte die Schwester. Ende vergangener Woche hatte das Gesundheitsamt für das gesamte Klostergelände Quarantäne angeordnet, nachdem mehrere Schwestern positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

10.21 Uhr: Arbeitslosigkeit in Sachsen sinkt trotz Teil-Lockdowns

Trotz des coronabedingten Teil-Lockdowns ist die Arbeitslosigkeit in Sachsen im November gesunken. Zugleich gab es aber viele neue Anzeigen auf Kurzarbeit etwa aus dem Gastgewerbe und Betrieben der Sport-, Unterhaltungs- und Erholungsbranche, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Chemnitz mitteilte. Insgesamt waren im November rund 126.600 Menschen in Sachsen arbeitslos gemeldet. Das ist ein Rückgang von 1,6 Prozent im Vergleich zu Oktober. Die Arbeitslosenquote wurde mit 6,0 Prozent ausgewiesen. Der Rückgang spreche für "einen relativ robusten Arbeitsmarkt", hieß es.

Damit liegen die Arbeitslosenzahlen aber weiter deutlich höher als vor einem Jahr. Im November 2019 war die Arbeitslosigkeit im Freistaat auf ein Rekordtief von 5,0 Prozent gesunken; damals waren fast 19.300 Menschen weniger arbeitslos als derzeit.

9.53 Uhr: Zahl der überforderten Gesundheitsämter steigt weiter

Die Zahl der in der Corona-Pandemie überforderten Gesundheitsämter steigt weiter, obwohl der exponentielle Anstieg der Neuinfektionen gestoppt ist. Allerdings verharrt die Kurve nun auf sehr hohem Niveau. 60 der bundesweit 400 Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) bis Montag Engpässe gemeldet, wie RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag) sagte.

43 Ämter gaben dabei an, dass "die Durchführung von Infektionsschutzmaßnahmen aufgrund von Kapazitätsengpässen nicht mehr vollständig erfolgt". Dazu gehört unter anderem die Nachverfolgung von Kontaktpersonen. Weitere 17 Gesundheitsämter meldeten, in absehbarer Zeit - mehr als zwei Tage in der Zukunft - überlastet zu sein.

9.16 Uhr: Österreichs Tourismusministerin gegen Schließung von Skigebieten

Die österreichische Tourismusministerin, Elisabeth Köstinger (ÖVP), hat sich gegen die von Deutschland und Italien angeregte Schließung von Skigebieten bis nach dem Jahreswechsel ausgesprochen. "Wir lassen uns sicher nicht von einem anderen Land vorschreiben, wann wir was öffnen", sagte sie dem Bayerischen Rundfunk am Dienstag. "Wir würden ja auch nie den Vorschlag liefern, dass man in Deutschland beispielsweise die Schulen schließen soll oder Friseurbetriebe."

Derzeit sei man in Österreich in "einem wirklich starken Lockdown", sagte Köstinger. Man plane "das Land behutsam Schritt für Schritt wieder hochzufahren". Sie betonte, dass der Wintertourismus nicht zum "Sündenbock" für die Coronainfektionen gemacht werden dürfe. Das Jahr habe den Menschen "extrem viel abverlangt". Viele wollten nun "mal wieder rauskommen aus der Stadt", sich erholen und Sport machen. Zuvor hatte sich schon Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz gegen eine europaweit abgestimmte Schließung der Skigebiete gewehrt.

Skifahrer fahren Ende November den Hang des "Hoernli" in Arosa hinab. Seit dem 28.11.2020 haben in der Schweiz wieder die ersten Skilifte ihren Betrieb aufgenommen. Auch Österreich will seine Skigebiete bald wieder öffnen.
Skifahrer fahren Ende November den Hang des "Hoernli" in Arosa hinab. Seit dem 28.11.2020 haben in der Schweiz wieder die ersten Skilifte ihren Betrieb aufgenommen. Auch Österreich will seine Skigebiete bald wieder öffnen. © Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

8.48 Uhr: Formel-1-Weltmeister Hamilton positiv getestet

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton (35) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden und fällt damit für das kommende Rennen am Sonntag in Bahrain aus. Das teilte sein Mercedes-Rennstall am Dienstag mit und erklärte: "Von leichten Symptomen abgesehen geht es ihm gut und er fühlt sich fit."

Hamilton sei in der vergangenen Woche dreimal getestet worden - der Befund sei jedesmal negativ gewesen. Zum letzten Mal sei er am Sonntagnachmittag getestet worden. Am Montagmorgen sei Hamilton allerdings mit leichten Symptomen aufgewacht. Zur gleichen Zeit sei der siebenmalige Weltmeister informiert worden, "dass eine Kontaktperson, mit der er vor seiner Ankunft in Bahrain in Kontakt stand, nachträglich positiv getestet wurde", schilderte Mercedes. Der daraufhin bei Hamilton durchgeführte Test fiel positiv aus, ein weiterer bestätigte das Ergebnis.

Hamilton hatte am Sonntag den Großen Preis von Bahrain gewonnen. Offen ist, ob er in anderthalb Wochen in Abu Dhabi beim Finale der Corona-Notsaison an den Start gehen kann. Wer ihn beim zweiten Bahrain-Rennen binnen acht Tagen bei den Silberpfeilen ersetzt, ist noch nicht entschieden.

Lewis Hamilton hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
Lewis Hamilton hat sich mit dem Coronavirus infiziert. © Britta Pedersen/dpa

8.41 Uhr: Weniger Unternehmen sehen Existenz durch Corona bedroht

Rund 15 Prozent der deutschen Unternehmen fühlen sich durch die Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht. Das sind sechs Prozentpunkte weniger als im Juni, als noch gut jeder fünfte Betrieb seinen Bestand gefährdet sah, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag mitteilte.

Doch trotz der Verbesserung gibt es Branchen, in denen die Sorgen noch flächendeckend präsent sind. Laut dem Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe, fühlen sich derzeit 86 Prozent der Reisebüros und Reiseveranstalter bedroht, 76 Prozent der Hotels und 62 Prozent der Gaststätten.

Auch bei den Metallerzeugern und -verarbeitern sind die Existenzsorgen mit 34 Prozent überdurchschnittlich hoch. Bei Druckereien sind es 29 Prozent, in der Werbebranche 27. Kaum Sorgen gibt es dagegen mit vier Prozent am Bau und einem Prozent in der Chemie, gar keine in der Pharmabranche.

8.25 Uhr: Spahns Ziel: Erste Impfungen im Januar

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt in der Corona-Pandemie darauf, dass im Januar die ersten Impfungen absolviert sind. "Unser Ziel ist es, dass bereits im Januar die ersten Risikogruppen und Pflegebeschäftigen geimpft sind", sagte Spahn am Dienstag im Deutschlandfunk.

Er hielt damit daran fest, dass auch Alte und Vorerkrankte zu den zuerst zu Impfenden zählen. So hatten es auch der Ethikrat, die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und die Ständige Impfkommission empfohlen. Kanzlerin Angela Merkel hatte jedoch in ihrer Regierungserklärung am Donnerstag gesagt: "Wir haben verabredet, dass diese Impfstoffe dann den Menschen angeboten werden, die im medizinischen, pflegerischen Bereich arbeiten, und sie als Erste Zugriff darauf haben." Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hatte sich deshalb irritiert gezeigt und davor gewarnt, dass der Impfstoff doch nicht zunächst für Pflegebedürftige und Kranke bereitgestellt werden könnte.

Spahn sagte, mit den Ländern sei vereinbart, dass die Impfzentren ab Mitte Dezember einsatzbereit seien. Während man zu Beginn - auch aufgrund logistischer Anforderungen der Impfstoffe - nur in Impfzentren und mobilen Teams impfen könne, solle dies ab Frühsommer auch in Arztpraxen möglich sein. "Wenn es einmal da drin ist im normalen System, schaffen wir auch große Zahlen", sagte Spahn.

7.46 Uhr: Umstrittener Corona-Berater von Trump reicht Rücktritt ein

Der umstrittene Corona-Berater des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, der Radiologe Scott Atlas, hat seinen Rücktritt eingereicht. In einem Schreiben an Trump, das Atlas am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter veröffentlichte, schrieb er: "Ich habe hart gearbeitet und mich auf eins konzentriert - Leben zu retten und den Amerikanern helfen, durch diese Pandemie zu kommen."

Der Radiologe arbeitete seit August für die US-Regierung. Atlas hat sich gegen strenge Eindämmungsmaßnahmen ausgesprochen und zweifelt die Nützlichkeit von Masken an. Damit zog er insbesondere Kritik von einem anderen Mitglied der Corona-Arbeitsgruppe im Weißen Haus auf sich: Der prominente Immunologe Anthony Fauci hat sich öffentlich nicht einverstanden mit Atlas' Standpunkten gezeigt.

Mitte November hatte Atlas nach der Verschärfung von Corona-Auflagen in Bundesstaaten wie Michigan auf Twitter geschrieben: "Das endet nur, wenn die Menschen sich erheben." Der Tweet war auch vor allem deshalb brisant, weil nur wenige Wochen zuvor eine Gruppe Verdächtiger festgenommen wurde, die Michigans Gouverneurin Gretchen Whitmer nach Erkenntnissen von Ermittlern wegen vorheriger Corona-Maßnahmen entführen und eventuell auch töten wollte. Atlas schrieb später, er wolle nicht zu Gewalt aufrufen.

Scott Atlas, Coronavirus-Berater des Weißen Hauses, hat seinen Rücktritt eingereicht.
Scott Atlas, Coronavirus-Berater des Weißen Hauses, hat seinen Rücktritt eingereicht. © Alex Brandon/AP/dpa

6.55 Uhr: Barmer: Teufelskreis bei Belastung von Pflegekräften durchbrechen

Die Barmer Krankenkasse hat vor anhaltender Überlastung von Pflegekräften gewarnt. "Die Arbeitssituation in der Pflege greift die Gesundheit der Beschäftigten massiv an", sagte Vorstandschef Christoph Straub. Bei Ausfällen würden Kolleginnen und Kollegen zusätzlich belastet. Dieser Teufelskreis müsse durchbrochen werden, zumal die Corona-Pandemie die Lage noch einmal verschärfe.

Laut einer Studie der Kasse, die am Dienstag in Berlin vorgestellt werden soll, sind Altenpflegekräfte deutlich mehr krankgeschrieben als Erwerbstätige in anderen Berufen. Zwischen 2016 und 2018 habe der Krankenstand von Hilfskräften in der Altenpflege 8,7 Prozent und von Fachkräften 7,2 Prozent betragen - in sonstigen Berufen waren es demnach 5,0 Prozent. Als Krankenstand gilt der durchschnittliche Anteil krankgeschriebener Versicherter je Kalendertag.

Kassenchef Straub forderte, Pflegeberufe müssten dringend deutlich arbeitnehmerfreundlicher werden. Die Bundesregierung will in einer "Konzertierten Aktion Pflege" umfassend bessere Bedingungen schaffen. Finanziert werden können künftig auch mehr Pflegestellen.

6.29 Uhr: Not wächst wegen Corona rasant: UN brauchen Milliarden

Katastrophen, Konflikte, Klimawandel und jetzt auch noch das Coronavirus haben Millionen Menschen ins Elend gestürzt. Es drohten sogar Hungersnöte, nachdem man gedacht habe, solche Katastrophen würden endgültig der Vergangenheit angehören, warnte der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock. Die Vereinten Nationen rechnen damit, dass im nächsten Jahr mehr Menschen Hilfe und Unterstützung brauchen als je zuvor: Insgesamt 235 Millionen Menschen, ein Anstieg von 40 Prozent innerhalb eines Jahres. Vor einem Jahr waren es 168 Millionen, im Jahr davor 146 Millionen Menschen.

Das UN-Nothilfebüro (OCHA) macht die Tragweite der Not mit einem Vergleich anschaulich: Wenn alle Notleidenden in einem Land lebten, wäre dies nach Einwohnern der fünftgrößte Land der Welt. Es hätte mehr als zweieinhalb mal so viele Einwohner wie Deutschland.

Die Vereinten Nationen wollen nächstes Jahr 160 Millionen Menschen in 56 Ländern helfen. Um die anderen kümmern sich Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz. Die geplanten UN-Programme zur Versorgung mit Nahrungsmitteln, Zufluchtsorten und medizinischer Hilfe kosten zusammen 35 Milliarden Dollar (gut 29 Mrd Euro). Dieses Jahr lag der Bedarf nach mehreren Ergänzungen auch wegen der Coronavirus-Pandemie bei fast 39 Milliarden Dollar. Davon waren aber bis Ende November erst knapp 45 Prozent zusammengekommen.

6.03 Uhr: 13.604 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13.604 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. In der Vorwoche waren es mit 13.54 ähnlich viele Fälle, wie aus Zahlen des RKI vom Dienstagmorgen hervorgeht. Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Binnen eines Tages sind außerdem 388 neue Todesfälle gemeldet worden. Das ist der vierthöchste Wert seit Beginn der Pandemie.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Der bisherige Höchststand von 410 Todesfällen wurde am vergangenen Mittwoch erreicht. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg am Dienstag auf 16.636.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 1.067.473 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 01.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 758.800 Menschen inzwischen genesen.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 0,91 (Vortag: 0,95). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 91 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

5.51 Uhr: Verschärfte Corona-Regeln in Deutschland in Kraft getreten

Strengere Kontaktbeschränkungen im Dezember, Lockerungen über Weihnachten - die von Bund und Ländern beschlossenen neuen Corona-Regeln sind am Dienstag in den meisten Bundesländern in Kraft getreten. Restaurants, Theater und Freizeiteinrichtungen bleiben damit geschlossen. Zusätzlich sind private Zusammenkünfte ab sofort auf maximal fünf Personen aus dem eigenen und einem weiteren Haushalt begrenzt. Kinder bis 14 Jahre werden hier nicht mitgezählt.

Mit der Verlängerung der Maßnahmen soll eine Überbelastung der Krankenhäuser verhindert werden. "Die Zahl der Patienten steigt zwar noch, aber nicht mehr so stark wie noch vor zwei Wochen. Wenn das so bleibt, wäre die Entwicklung für die Kliniken beherrschbar", sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft Gerald Gaß der der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag).

5.33 Uhr: Minister Müller für mehr Naturschutz im Kampf gegen Pandemien

Entwicklungsminister Gerd Müller hat zu verstärktem Naturschutz aufgerufen, um der Übertragung von Infektionskrankheiten vom Tier auf den Menschen entgegenzuwirken. "Das Risiko der Übertragung vom Tier auf den Menschen nimmt in dem Maße zu, wie wir die natürlichen Lebensräume zerstören, Regenwälder abholzen und in die letzte unberührte Natur vordringen", sagte der CSU-Politiker anlässlich des Welt-Aids-Tages. "Jedes Jahr sterben 2,7 Millionen Menschen an solchen Zoonosen. Aids, Corona und andere Infektionskrankheiten sind so auch eine Folge unseres ausbeuterischen Umgangs mit der Natur."

Aids war von Affen auf den Menschen übertragen worden, bei Ebola waren es Fledermäuse, auch das Coronavirus stammt ursprünglich von Wildtieren. Zur Bekämpfung solcher Zoonosen fordert Müller einen Dreiklang aus Human- und Tiermedizin sowie Naturschutz. "Dies ist dringend nötig: Experten haben bereits Dutzende weitere Zoonosen mit einem Pandemiepotenzial wie Aids oder Corona identifiziert."

Müller verwies auch darauf, dass auch im letzten Jahr immer noch 690.000 Menschen an den Folgen von Aids gestorben seien. "Corona erschwert nun den Kampf gegen Aids massiv: Medikamente kommen nicht an, weil Versorgungsketten zusammenbrechen und ohnehin schwache Gesundheitssysteme überlastet sind." Experten würden mit 150.000 zusätzlichen Todesfällen rechnen.

Gerd Müller (CSU), Entwicklungsminister
Gerd Müller (CSU), Entwicklungsminister © Bernd von Jutrczenka/dpa

5.24 Uhr: Pläne für Skisaison in Tschechien

Trotz der Corona-Epidemie bereitet sich Tschechien auf eine Skisaison vor. Für den Betrieb der Skiareale unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln solle es aber genaue Vorgaben für Warteschlangen an den Skiliften geben. Darauf haben sich die Nationale Sportagentur und Experten aus der Branche geeinigt. Das berichtet Radio Prag. Die Entscheidung darüber müsse vom Gesundheitsministerium getroffen werden. Mehr zu diesem Thema: Trotz Corona: Tschechien plant Skisaison (SZ+)

5.05 Uhr: Moderna beantragt Zulassung für Corona-Impfstoff in der EU

Der US-Pharmakonzern Moderna hat wie angekündigt als erstes Unternehmen die Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU beantragt. Der Antrag auf eine bedingte Zulassung sei am Montag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur Ema eingereicht worden, sagte eine Moderna-Sprecherin in New York.

Parallel dazu wurde auch eine Notfall-Zulassung bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA beantragt. Die entsprechenden Daten seien der FDA übermittelt worden, teilte Moderna per Kurznachrichtendienst Twitter mit. Die FDA setzte daraufhin für den 17. Dezember ein Treffen eines Beratungskomitees an, bei dem der Antrag diskutiert werden solle.

US-Präsident Donald Trump hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA zuvor bereits per Twitter aufgefordert, sie müsse nun "rasch handeln". Der US-Präsident hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach politischen Druck auf die Behörde in Hinblick auf die Zulassung von Corona-Impfstoffen und -Behandlungsmethoden ausgeübt und war dafür scharf kritisiert worden.

Corona-Pandemie: Das passierte am Montag

21.43 Uhr: Bund plant "Nationale Gesundheitsreserve" - kein Standort in Sachsen

Als Konsequenz aus der Corona-Krise will der Bund an 19 Standorten in Deutschland eine Nationale Gesundheitsreserve mit wichtigem Material wie Schutzmasken aufbauen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: "Diese Pandemie lehrt uns, dass wir mehr vorsorgen müssen." Wie das Corona-Kabinett der Bundesregierung am Montag beschloss, soll die Reserve bis Ende 2021 vor allem mit bereits beschafften Masken gefüllt werden, danach mit Material aus inländischer Produktion. Ständig vorgehalten werden soll der Bedarf des Gesundheitswesens und des Bundes für einen Monat.

Die Reserve solle im Kern aus Schutzausrüstung, Schutzmasken, Beatmungsgeräten und Medikamenten bestehen, erläuterte Spahn in Berlin. "So unterstützen wir im Notfall besonders diejenigen, die in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen arbeiten. Am Material soll gute Gesundheitsversorgung nicht scheitern." Für den Aufbau der Reserve seien 2021 im Bundeshaushalt eine Milliarde Euro vorgesehen. "Vorsorge kostet, aber Vorsorge schützt in der Krise." Die dauerhafte Bevorratung dürfte sicherlich Kosten im dreistelligen Millionenbereich jährlich ausmachen.

Für die erste Phase sind demnach derzeit von Seiten des Bundes über Logistikunternehmen 16 regionale Standorte vorgesehen: Apfelstädt, Augsburg, Bergkamen, Biblis, Crailsheim, Dortmund, Emmerich, Euskirchen, Halle (Saale), Hamburg, Ibbenbüren, Kabelsketal, Krefeld, Langenhagen, Neuss, Unna. Dazu kommen vom Bund gemietete Lagerflächen für Handdesinfektionsmittel in Neustadt (Hessen), Muggensturm und Krefeld. Die Bundesreserve soll kompatibel zu Länderreserven sein, beraten werden soll auch über Kooperationen.

20.09 Uhr: Diese Beschränkungen gelten ab Dienstag

Am morgen, den 1. Dezember, treten in Sachsen schärfere Corona-Regeln in Kraft. Auf Grundlage der am Freitag von der sächsischen Staatsregierung erlassenen Allgemeinverfügung, die den Rahmen vorgibt, haben die Landkreise nun selbst Regeln festgelegt. Diese orientieren sich auch daran, wie stark die jeweilige Region von der Pandemie betroffen ist. Welche Regeln in welcher Region gelten, lesen Sie zusammengefasst hier.

19.22 Uhr: Merkel im Gespräch mit Polizisten

Polizisten haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von Schwierigkeiten im Dienst seit Beginn der Corona-Krise berichtet. In einem Online-Gespräch mit der Kanzlerin konstatierte ein Polizeibeamter aus Berlin am Montag eine Zunahme der Gewaltbereitschaft bei Menschen, die gegen die Maßnahmen von Bund und Ländern zur Eindämmung der Pandemie protestieren.

Wichtig sei "eine gewisse Verlässlichkeit der Verordnung und Normen", betonte er. Denn selbst Bürger, die prinzipiell bereit seien, sich an Regeln zu halten, seien oft nicht genau im Bilde darüber, was aktuell gilt. Gerke Stüven, Leiterin des Polizeikommissariats im niedersächsischen Wildeshausen, sagte, dass es "für uns als Polizei schwierig ist, mit Appellen und Empfehlungen zu arbeiten". Die Beamten brauchten einen "rechtssicheren Handlungsraum", da sie ansonsten nicht berechtigt seien, zur Durchsetzung von Kontaktbeschränkungen beispielsweise Grundstücke zu betreten.

Merkel kritisierte unterdessen die Wortwahl der AfD, die im Bundestag unter anderem von einer «Corona-Diktatur» gesprochen hatte. Sie sagte zu den Polizeibeamten: "Wir müssen auch unheimlich darauf achten, das sehen Sie an der Sprache im Deutschen Bundestag, dass es auch zum Teil immer radikaler wird" - gerade von Seiten der AfD, die dramatische Worte wähle. "Worte sind immer der Vorbote von Taten, und deshalb ist das unsere Aufgabe, da wirklich auch Einhalt zu gebieten", führte sie weiter aus.

18.56 Uhr: Wirtschaftsminister wollen Innenstädte langfristig stärken

Der Einzelhandel in den Innenstädten braucht aus Sicht von Bund und Ländern neben finanziellen Hilfen auch neue Konzepte. Es brauche Lösungen für eine langfristige Perspektive nach der Corona-Pandemie, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vor der Wirtschaftsministerkonferenz (WMK) am Montag. Es müsse zum Beispiel gelingen, die Theken der Einzelhändler ins Internet hinein zu verlängern. Menschen sollten nicht nur bei Plattformen wie Amazon, sondern auch beim Einzelhändler ihres Vertrauens online bestellen können. "Das wird nicht gehen ohne erhebliche Investitionen", sagte Altmaier bei einer Pressekonferenz mit der WMK-Vorsitzenden Kristina Vogt (Die Linke). Zudem brauche es mehr Anreize, um in die Innenstädte zu kommen.

Vogt sagte, die Corona-Krise treffe die Innenstädte hart. "In Bremen haben wir 40 Prozent weniger Passanten in der Innenstadt", berichtete sie als Beispiel. In einer Videokonferenz am späten Montagnachmittag wollten die Wirtschaftsministerinnen und -minster aller Bundesländer unter anderem über Möglichkeiten für die Belebung der Innenstädte beraten. Altmaier soll im Laufe der Veranstaltung dazukommen. Vogt zufolge haben sich mehrere Städte, darunter Bremen, als sogenannte Stadtlabore zusammengeschlossen. Ziel sei, Lösungsideen für eine Belebung der Innenstädte in der Praxis zu testen. Das Bundesland Bremen hat seit dem Jahr 2019 den Vorsitz der Wirtschaftsministerkonferenz. Zum Jahreswechsel übernimmt turnusgemäß Nordrhein-Westfalen.

18.20 Uhr: Pinguine in London schauen im Lockdown Weihnachtsfilme

Das Londoner Sea Life Aquarium hat seine Pinguine während des Teil-Lockdowns in England mit Weihnachtsfilmen bei Laune gehalten. "Es ist großartig zu sehen, wie sehr unsere Pinguine die Weihnachtsfilme genießen, die wir ihnen zeigen", sagte die Aquaristin des Unterwasserzoos, Leah Pettitt, der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge. Besucher seien wichtig für die Zoo-Tiere: Die Mitarbeiter des Aquariums seien überzeugt, dass die Tiere die Besucher genauso beobachteten wie die Besucher die Pinguine.

Während des Teil-Lockdowns in England im November mussten Zoos und ähnliche Einrichtungen jedoch geschlossen bleiben. Ab Mittwoch gilt im Land wieder ein regionales Stufensystem, bei dem Zoos und andere Freizeiteinrichtungen wieder öffnen dürfen. "Während sie die festlichen Filme gucken, sind sie ganz still, genauso wie wir, und freuen sich sehr darauf, dass unsere lebendigen Gäste diese Woche zurückkehren", so Pettitt über die Pinguine.

Statt Besucher schauen die Pinguine im Londoner Sea-LIfe Weihnachtsfilme an.
Statt Besucher schauen die Pinguine im Londoner Sea-LIfe Weihnachtsfilme an. © Yui Mok/PA Wire/dpa

17.22 Uhr: Briten stellen klar: Weihnachtsmann muss keine Maske tragen

Der Weihnachtsmann muss in Großbritannien keine Maske tragen. Das stellte ein Sprecher der Downing Street, des britischen Regierungssitzes, am Montag klar: "Wir wissen, dass es für Kinder ein magisches Erlebnis ist, den Weihnachtsmann zu treffen, weshalb er Sicherheitsmaßnahmen ergreifen wird, um in corona-konformer Weise auftreten zu können", sagte der Sprecher. Kinder dürfen daher in diesem Jahr in sogenannten "Santa's Grottos", also bei Auftritten von Weihnachtsmännern etwa in Kaufhäusern, nicht wie üblich auf deren Schoß sitzen. Die Abstandsregeln gelten also auch für Santa Claus.

17.08 Uhr: Auch Radeberg sagt seinen Weihnachtsmarkt ab

Die Stadt hat bis zuletzt gewartet. Jetzt ist klar: der Weihnachtsmarkt in Radeberg findet in diesem Jahr nicht statt. Die Corona-Schutzverordnung des Freistaats untersagt alle Weihnachtsmärkte bis 28. Dezember. „Jetzt haben wir Klarheit. Wir werden nun alle, die einen Stand geplant hatten, über die Absage informieren“, sagte Oberbürgermeister Gerhard Lemm. Mehr zur Absage in Radeberg (SZ+)

17.00 Uhr: Weihnachtsbaum aus Slowenien im Vatikan aufgestellt

Auf dem Petersplatz in der Vatikanstadt ist am Montag der traditionelle Weihnachtsbaum aufgestellt worden. Die 28 Meter hohe Fichte stamme aus Slowenien, wie der Vatikan Ende Oktober mitgeteilt hatte. Drei Tage habe die Reise des Baumes bis nach Rom gedauert, schrieb das Nachrichtenportal "Vatican News". Für den 11. Dezember ist eine Zeremonie zur Illumination geplant, und die Krippe soll eingeweiht werden - laut Heiligem Stuhl unter den dann gegebenen Einschränkungen der Corona-Pandemie. Papst Franziskus will die Stifter des Baumes an diesem Tag zu einer Privataudienz empfangen. Wegen Pandemie und Ansteckungsrisiko sagte der Pontifex seinen traditionellen Besuch an der Marienstatue in Roms Innenstadt am 8. Dezember ab. Der Besuch war anlässlich des Hochfestes Mariä Empfängnis nahe der Spanische Treppe geplant - einem beliebten zentralen Treffpunkt für Touristen.

Ein Kran richtet die 28 Meter hohe Tanne auf dem Petersplatz im Vatikan auf.
Ein Kran richtet die 28 Meter hohe Tanne auf dem Petersplatz im Vatikan auf. © Gregorio Borgia/AP/dpa

16.38 Uhr: Einkauf in Tschechien endet mit Quarantäne

Sächsische Polizisten haben am Sonntag an einem deutsch-tschechischen Grenzübergang im Erzgebirge ein einreisendes Auto mit deutschen Kennzeichen kontrolliert. Wie die Polizei in Chemnitz am Montag mitteilt, hielten die Beamten den aus Vejprty kommenden Dacia an der Grenze zu Bärenstein an. Bei der Kontrolle kam heraus, dass der 70-jährige Fahrer und seine 57-jährige Beifahrerin nur kurz zum Einkaufen in das Nachbarland eingereist sind. Nach den derzeitigen Regelungen fällt ein Shopping- oder Tankausflug nach Tschechien allerdings nicht unter die vorgeschriebenen triftigen Gründe für eine quarantänefreie Wiedereinreise. Die beiden deutschen Staatsangehörigen müssen sich nun in eine häusliche Quarantäne begeben, hieß es. Zudem habe die Polizei das zuständige Gesundheitsamt informiert.

16.19 Uhr: Milliarden für Corona-Hilfen: Sachsen verteidigt sich

Der Freistaat Sachsen sieht keinen Grund für eine höhere Beteiligung an den Kosten für Corona-Hilfsmaßnahmen und stellt sich damit gegen eine entsprechende Forderung des Bundes. Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) widerspricht in dem Punkt vehement dem Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ralph Brinkhaus: „Hier wird fälschlicherweise der Eindruck erweckt, die Länder hätten sich bisher nicht beteiligt. Das Gegenteil ist der Fall", sagte Vorjohann gegenüber sächsische.de. Was Sachsens Finanzminister noch sagte (SZ+)

16.10 Uhr: Ausgabe von FFP2-Masken kann sich laut Spahn hinziehen

Die versprochene Ausgabe von FFP2-Masken an Risikogruppen kann sich laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) "weit bis in den Dezember hineinziehen". Das sagte er nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts am Montag in Berlin. Spahn wies darauf hin, dass 27 Millionen Bürgerinnen und Bürger zu den besonders gefährdeten Personen gehörten, die jeweils 15 FFP2-Masken erhalten sollen. Das seien insgesamt etwa 400 Millionen Masken. Bei deren Ausgabe müsse zudem sichergestellt werden, dass alle Betroffenen die Unterstützung auch bekämen, sagte der Minister. Bund und Länder hatten vor zwei Wochen vereinbart, dass Risikogruppen die Schutzmasken ab Anfang Dezember gegen eine geringe Eigenbeteiligung zur Verfügung gestellt bekommen.

15.47 Uhr: Sonne, Schnee, leere Pisten - Lockdown an der Zugspitze

Strahlendes Wetter, perfekte Wintersportverhältnisse - doch die Lifte stehen still. Auf Deutschlands höchstgelegenem Skigebiet an der Zugspitze (2.962 Meter) sind am Montag Pistenraupen unterwegs. Die Bügel der Schlepplifte hängen - doch sie bleiben leer: In diesem Jahr werde es absehbar keinen Skibetrieb mehr geben, erläuterte die Bayerische Zugspitzbahn. In Bayern dürfen Skilifte, Seilbahnen und die dazugehörige Gastronomie während des Lockdowns bis zum 20. Dezember nicht öffnen. Man rechne mit einer Verlängerung der Maßnahmen bis 10. Januar, hieß es bei der Zugspitzbahn. Die Weihnachtsferien machen rund ein Drittel des Wintergeschäfts aus.

"Nicht nur uns trifft diese Entscheidung hart: Auch Hotellerie, Gastronomie, Skischulen und Skiverleihe im Ort sind direkt betroffen", betonte Matthias Stauch, Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn. Man sei gut vorbereitet für den Winter. Der Betrieb im Sommer habe gezeigt, dass Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen gut funktionierten. An der Zugspitze sollten nach dem ursprünglichen Plan schon seit 13. November Skifahrer und Snowboarder ihre Schwünge ziehen. Im niedriger gelegenen Skigebiet Garmisch-Classic war mit der Beschneiung begonnen worden. Das weitere Vorgehen sei dort aber offen.

Pisteraupen warten im geschlossene Skigebiet auf der Zugspitze auf ihren Einsatz. Die Skigebiete sind vorbereitet, aber wegen der Pandemie haben sie keine Gäste.
Pisteraupen warten im geschlossene Skigebiet auf der Zugspitze auf ihren Einsatz. Die Skigebiete sind vorbereitet, aber wegen der Pandemie haben sie keine Gäste. © dpa/Angelika Warmuth

15.26 Uhr: Landkreise Bautzen und Görlitz verschärfen Corona-Regeln

Ab Dienstag gilt im Landkreis Bautzen eine neue Allgemeinverfügung. Damit reagiert die Kreisverwaltung auf die hohe Zahl der Neuinfektionen. Bereits am Freitag hatte der Freistaat diesen Schritt für alle Corona-Hotspots in Sachsen angekündigt. Als Grenze gelten 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Landkreise und kreisfreie Städte, diesen Wert an mehr als fünf Tagen in Folge überschreiten, müssen handeln. Im Landkreis Bautzen liegt die Sieben-Tage bereits seit einem Monat über dem Grenzwert. Diese Regeln gelten ab Dienstag im Kreis Bautzen (SZ+)

Auch der ähnlich stark von Corona betroffene Landkreis Görlitz verfügt nun neue Maßnahmen, die ab Dienstag gelten werden. Die Regelungen dort erfahren Sie im Artikel Kreis Görlitz verschärft die Corona (SZ+)

15.03 Uhr: Sachsen meldet fast 5.000 Neuinfektionen über das Wochenende

Kein Zeichen der Entspannung gibt es derzeit in Sachsen: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist über das Wochenende erneut deutlich angestiegen. Nach der aktuellen Erhebung des Sozialministeriums wurden seit Freitag 4.816 Menschen positiv auf das Virus getestet. Seit Beginn der Pandemie im März sind damit bisher 57.030 Menschen infiziert worden. Die meisten Neuinfektionen in der Statistik entfallen mit 613 auf den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, gefolgt vom Erzgebirgskreis (622) und dem Kreis Görlitz (552). Geschätzt 35.390 Sachsen gelten inzwischen als genesen.

Auch die Zahl der mit Covid-19 in Verbindung stehenden Todesfälle stieg sehr stark an - um 115 auf nun 961. Etwa die Hälfte der Verstorbenen wurden aus den Kreisen Görlitz (30) und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (23) gemeldet. In den Krankenhäusern müssen derzeit 2.157 Sars-CoV-2-Patienten behandelt werden, davon 398 auf Intensivstationen. Die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner liegt im gesamten Freistaat jetzt bei 275, am Freitag lag dieser Inzidenzwert noch bei 244.

14.40 Uhr: Staatliche Kunstsammlungen Dresden starten digitalen Adventskalender

Auch im Dezember müssen die Museen aufgrund der anhaltenden Covid-19-Pandemie geschlossen bleiben. Um den Besucherinnen und Besuchern dennoch in Zeiten des Social Distancing Einblicke in die vielfältigen Aktivitäten der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) zu ermöglichen, startet der Museumsverbund einen Online-Adventskalender unter dem Hashtag #wiröffnentüren. Vom 1. Dezember 2020 bis Heiligabend öffnet sich jeden Tag ein digitales Türchen auf den Social Media-Plattformen Instagram, Facebook sowie Twitter. Dahinter verbergen sich Geschichten aus dem Museumsalltag, finden sich Einblicke in aktuell ruhende Ausstellungen, oder werden Neuigkeiten rund um die 15 Museen verkündigt, ob aus der Gemäldegalerie Alte Meister, dem Kupferstich-Kabinett oder dem Japanischen Palais. Zudem wird es Verlosungen geben – ob für Eintrittskarten zu Sonderausstellungen oder Ausstellungskataloge.

14.27 Uhr: Rom stimmt die Italiener auf Ausgangssperren zu Silvester ein

In Italien zeichnet sich ab, dass die nächtliche Ausgangssperre ab 22 Uhr für die 60 Millionen Italiener auch noch zu Silvester gelten dürfte. Um eine dritte Corona-Welle zu vermeiden, müsse die Politik auch im Dezember streng bleiben, sagte Italiens Minister für Angelegenheiten der Regionen, Francesco Boccia, dem Fernsehsender Rai News. Sollten die Beschränkungen wie bisher fortbestehen, müssten die Menschen Silvester eben bei sich zu Hause feiern, erläuterte er. In Italien gilt seit Anfang November eine nächtliche Ausgangssperre von 22 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Boccia will sie beibehalten. Noch in dieser Woche wird ein neues Dekret erwartet, das eine Aktualisierung zahlreicher Corona-Maßnahmen enthält. Neben der Frage, was zu Weihnachten und Silvester erlaubt sein wird, war zuletzt auch eine Öffnung von Skigebieten über die Ferien ein Streitthema. Politiker und Experten warnen seit Tagen davor, die Fehler des Sommers mit zu vielen Lockerungen und zu vielen Reisen zu wiederholen.

Ein medizinischer Mitarbeiter im Schutzanzug am "Agostino Gemelli"-Krankenhausin Rom. Im Italien gelten derzeit strenge Beschränkungen.
Ein medizinischer Mitarbeiter im Schutzanzug am "Agostino Gemelli"-Krankenhausin Rom. Im Italien gelten derzeit strenge Beschränkungen. © Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press/dpa

14.14 Uhr: Intensivmediziner beklagen "absolute Ausnahmesituation" in Kliniken

Intensivmediziner appellieren eindringlich an die Bevölkerung, die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus einzuhalten. "Wir sind in einer absoluten Ausnahmesituation, die wir in der Geschichte der Intensivmedizin so noch nie erlebt haben", sagte Gernot Marx von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Jede Gruppe, die sich aktuell nicht treffe, trage vielleicht dazu bei, dass ein paar mehr Menschen überlebten. Die vereinbarten Lockdown-Maßnahmen hätten aus der Sicht von Marx noch schärfer ausfallen müssen. Denn die Corona-Pandemie führe ihn und seine Kollegen derzeit an die Belastungsgrenze. Laut der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) meldeten zuletzt rund 1.300 Kliniken etwa 5.900 freie Intensivbetten. Aus ihrem Bericht geht ebenfalls hervor, dass in Folge des steilen Anstiegs bei den Neuinfektionen im Oktober auch die Zahl der belegten Intensivbetten gestiegen ist. Zuletzt ist diese Kurve jedoch wieder etwas abgeflacht.

13.58 Uhr: Kroatischer Politiker tritt nach Corona-Randale zurück

Der kroatische Staatssekretär im Ministerium für Kriegsveteranen, Stjepan Sucic, ist nach Angriffen gegen Polizisten im Einsatz zur Durchsetzung von Corona-Regeln zurückgetreten. "Ich entschuldige mich für mein unangemessenes Verhalten in Vukovar und möchte weder für die Regierung noch für das Ministerium eine Belastung darstellen", erklärte er am Montag in einer Stellungnahme für die Medien.

Sucic hatte sich am vergangenen Freitag in der ostkroatischen Stadt Vukovar nach der coronabedingten Sperrstunde in einer Kneipe aufgehalten. Als Polizisten kamen, um die Personalien der Gäste festzustellen, weigerte sich Sucic zusammen mit dem Leiter des örtlichen Gedenkzentrums für die Opfer eines Massakers im Krieg 1991, den Ausweis zu zeigen. Zeugen zufolge sollen die beiden Staatsbeamten die Polizisten unflätig beschimpft und ihnen unter Berufung auf ihre Regierungsämter mit "Konsequenzen" gedroht haben. Um sie auf die Polizeiwache abzuführen, musste ein Einsatzkommando anrücken. Der Leiter des Gedenkzentrums soll noch im Lokal tätlichen Widerstand geleistet haben. Sucic wiederum soll auf der Polizeiwache randaliert und eine Glastür zerschlagen haben.

13.46 Uhr: 266 neue Fälle in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben am Montag 266 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun 6.448 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Die Zahl der in Zusammenhang mit dem Virus Verstorbenen stagnierte bei 55 seit Beginn Krise im März, allerdings mussten vier weitere Patienten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Als genesen gelten mittlerweile 4.218 Dresdner - 218 mehr als am Sonntag. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, beträgt nun 230,1.

13.10 Uhr: Moderna will Zulassung für Corona-Impfstoff in EU beantragen

Der US-Pharmakonzern Moderna will als erstes Unternehmen die Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU beantragen. Der Antrag auf eine bedingte Zulassung solle noch am Montag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur Ema gestellt werden, teilte das Unternehmen heute mit. Parallel dazu soll eine Notfall-Zulassung bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA beantragt werden. Mit dem Zulassungsantrag bei der Ema rückt eine Corona-Impfung auch in Deutschland näher. Mehr zu Modernas Impfstoff

13.01 Uhr: OVG Bautzen bestätigt Verbot des Vereinssports für Kinder

Das sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) hat das Verbot des Vereinssports für Kinder und Jugendliche im Teil-Lockdown bestätigt. Das Verbot sei "nicht ungeeignet", um das Ziel zu erreichen, dass die Menschen derzeit weniger Kontakte haben, teilte das Gericht in Bautzen am Montag mit. Auch wenn es noch nicht abschließend wissenschaftlich geklärt sei, könne nicht ausgeschlossen werden, dass auch Kinder und Jugendliche bei der Verbreitung des Coronavirus eine Rolle spielen. Es gehe im Teil-Lockdown darum, bestimmte Lebensbereiche herunterzufahren und "vordringliche Bereiche" aufrechtzuerhalten, führte das Gericht aus. Deswegen sei es auch keine unzulässige Ungleichbehandlung, dass Sport in Schule und Kita weiter erlaubt sei. Dazu komme, dass in Vereinen Kinder aus verschiedenen Lebensbereichen zusammenkämen, während es in Kita und Schule feste Gruppen gebe. Der Beschluss des OVG im Eilverfahren ist unanfechtbar.

12.46 Uhr: Polizei beendet Adventsfeier in Leipzig

Die Polizei musste am Sonntag in Leipzig eine Adventsfeier mit über 40 Personen beenden, nachdem das städtische Ordnungsamt die Beamten um Hilfe gerufen hatte. Im Stadtteil Plagwitz waren laut einer Mitteilung vom Montag mehrere Tische aufgestellt, Glühwein wurde ausgeschenkt. Die Teilnehmer der Feier hätten keine Mindestabstände eingehalten und sich gegenüber dem Ordnungsamt "uneinsichtig und unkooperativ" verhalten, hieß es. Als die Bereitschaftspolizei eintraf, zerstreuten sich die Menschen. Von zehn Feiernden konnten allerdings noch die Personalien festgestellt werden. Auf sie kommen nun Anzeigen aufgrund der Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung zu.

Als die Einsatzkräfte wieder abrücken wollten, machten die Ordnungsamt-Mitarbeiter dann noch eine unangenehme Entdeckung: An ihrem Dienstfahrzeug waren die Reifen zerstochen. Die Polizei ermittelt deswegen nun wegen Sachbeschädigung.

12.31 Uhr: Altmaier: Corona-Hilfen sind nicht unbegrenzt weiterführbar

Aus Sicht von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sind die im November und Dezember gewährten Corona-Hilfen nicht auf Dauer finanzierbar. "Wir können ganz sicherlich nicht auf unbegrenzte Zeit sehr umfassende Pakete wie jetzt die Umsatzrückvergütung weiterführen", sagte Altmaier im Deutschlandfunk. Im November und Dezember unterstützt der Bund Firmen, die vom Teil-Lockdown betroffen sind, mit Zuschüssen von bis zu 75 Prozent des Umsatzes aus dem Vorjahresmonat. Insgesamt sind dafür derzeit rund 30 Milliarden Euro veranschlagt. Die Kritik, dass die Politik an falscher Stelle unterstütze, wies Altmaier zurück: "Es gibt nicht für alle Beteiligten gleichermaßen eine gerechte Antwort auf die Situation". Wenn es darum gehe, Hunderttausenden Hilfe zuteilwerden zu lassen, finde man immer Beispiele, wo jemand zu wenig Hilfe bekomme und jemand zu viel. Hierbei handle es sich jedoch um Sonderfälle. Auch Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hatte sich zuvor geäußert und erklärt, dass man bis Januar zielgenauere Hilfen ausarbeiten müsse. "Der Umsatz kann auf Dauer nicht das zentrale Kriterium sein."

12.03 Uhr: Sächsische Landkreise verschärfen Corona-Regeln

Wegen der hohen Infektionsraten verschärfen weitere Landkreise in Sachsen ihre Regeln. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wollte am Montag eine Allgemeinverfügung veröffentlichen, die ab morgen gelten solle. In der Region werde der Schwellenwert von 200 Neuinfektionen in 7 Tagen je 100.000 Einwohner seit Mitte November dauerhaft überschritten, teilte das Landratsamt in Pirna mit. Auch im Landkreis Zwickau seien zwei neue Allgemeinverfügungen in Vorbereitung. Am Wochenende hatten bereits die Landkreise Görlitz und Bautzen Allgemeinverfügungen angekündigt. Nach Angaben des Landratsamtes in Pirna haben sich die Landkreise am Wochenende zu den Regeln abgestimmt. Vorgesehen sind demnach unter anderem Alkoholverbote auf bestimmten öffentlichen Plätzen, eine Ausweitung der Maskenpflicht sowie Ausgangsbeschränkungen.

Ab Dienstag gilt dann auch die neue Coronaschutzverordnung des Freistaats. Sie verpflichtet die Kreise und Städte in Sachsen, bei Überschreitung des Schwellenwerts zeitlich befristete Ausgangsbeschränkungen anzuordnen. Das Verlassen von Haus oder Wohnung ohne triftigen Grund muss von den Landkreisen dann untersagt werden. Zu den triftigen Gründen gehören unter anderem Wege zu Schule und Kita, zur Arbeit und zum Arzt und in den Kleingarten. Sport im Umkreis von 15 Kilometern wird ebenfalls gestattet.

11.54 Uhr: Gedenken an Terroranschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt noch unklar

Knapp vier Jahre nach dem islamistischen Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt ist wegen der Corona-Pandemie noch nicht klar, ob und wie das jährliche Gedenken stattfinden kann. Über mögliche Veranstaltungen am 19. Dezember sei noch nicht entschieden, sagte eine Senatssprecherin am Montag. Auch beim Schaustellerverband, der die Gedenkveranstaltungen der vergangenen Jahre mitorganisierte, gibt es noch keinen Beschluss. Der Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche, auf den vor vier Jahren ein tunesischer Islamist mit einem Lastwagen gefahren war, wurde wegen der Infektionsgefahr verboten. In den vergangenen Jahren hatten sich Politiker, Trauergäste, Hinterbliebene und Verwandte von Todesopfern und Verletzten zum Gedenken an der Kirche versammelt. Letztes Jahr wurden um 19.55 Uhr die Lichter auf dem Weihnachtsmarkt gelöscht und um 20.02 Uhr - die Uhrzeit des Anschlages - läuteten die Glocken der Gedächtniskirche zwölf Mal.

11.47 Uhr: Steuerzahlerbund begrüßt Idee der Homeoffice-Pauschale

Der Bund der Steuerzahler begrüßt die Idee, Beschäftigte im Homeoffice bei der Steuer zu entlasten. "Arbeitnehmer, die zu Hause arbeiten und deshalb auf private Ressourcen zurückgreifen, müssen dafür einen steuerlichen Ausgleich erhalten", sagte Präsident Reiner Holznagel. Man habe sich von Anfang an für eine Werbungskostenpauschale von monatlich 100 Euro ausgesprochen. "Die 5 Euro am Tag sind also ein entsprechend guter Ansatz", sagte Holznagel mit Blick auf einen Bericht der "FAZ", wonach die Koalition eine entsprechende Entlastung für Arbeitnehmer plane, die von zu Hause aus arbeiten.

In dem Bericht heißt es, Finanzpolitiker der Koalition hätten sich auf eine Steuerpauschale von 5 Euro pro Tag, höchstens jedoch 600 Euro pro Jahr, verständigt. "Die Homeoffice-Pauschale ist die flexible Antwort auf die verkrustete Rechtsprechung zum häuslichen Arbeitszimmer - unbürokratisch und leicht nachvollziehbar", zitiert die Zeitung den CSU-Finanzpolitiker Sebastian Brehm. Brehm sagte am Montag, es gebe noch keine Einigung. Man befinde sich innerhalb der Unionsfraktion und mit dem Koalitionspartner SPD in der Abstimmung. Unklar ist demnach auch noch, ob die Pauschale zusätzlich zum sogenannten Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro gewährt werden soll. Der Betrag wird bei der Steuerberechnung pauschal vom Einkommen abgezogen für Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem Beruf entstehen.

Millionen Arbeitnehmer sitzen derzeit im Homeoffice.
Millionen Arbeitnehmer sitzen derzeit im Homeoffice. © Peter Schneider/KEYSTONE/dpa

11.17 Uhr: Merkel kritisiert Hotelöffnungen über Weihnachten

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Pläne verschiedener besonders von der Corona-Pandemie betroffener Länder kritisiert, über Weihnachten in Großstädten Hotelübernachtungen für Familienbesuche zu erlauben. Merkel habe sich am Montag in einer virtuellen Sitzung des CDU-Präsidiums zu dem Beschluss von Bund und Ländern bekannt, die strengen Corona-Kontaktbeschränkungen über die Festtage zu lockern, berichteten Teilnehmer am Montag in Berlin. Es sei nicht kontrollierbar, ob nur Gäste in den Hotels übernachteten, die tatsächlich Verwandte in der Region besuchten, begründete Merkel demnach ihre Kritik. Nach diesen Informationen bezog sich die Kanzlerin auf solche Regelungen in Großstädten wie Berlin. Es sei nicht zu erklären, dass zugleich etwa die Krankenschwestern an der Berliner Charité über Weihnachten durcharbeiten müssten. Ausdrücklich habe sie in diesem Zusammenhang nicht von Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern gesprochen, berichteten mehrere Teilnehmer. In einigen Flächenländern seien sinkende Inzidenzwerte zu erkennen.

Nach Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin hatte auch Sachsen am Montag angekündigt, über die Festtage Hotelübernachtungen für Familienbesuche zu erlauben - entgegen einer Empfehlung aus dem Kanzleramt.

10.42 Uhr: Tschechien beendet den zweiten Lockdown

Vor wenigen Tagen noch überwogen die warnenden Stimmen in der tschechischen Regierung davor, das öffentliche Leben noch vor dem Ende der zweiten Corona-Welle wieder hochzufahren. Dann hieß es, die Chancen dafür vor Weihnachten stünden 50:50.Und dennoch fasste die Regierung am Sonntag Beschlüsse, die beispielsweise die Zeitung Mladá fronta dnes zu der Titelzeile ermunterte: „Ende der großen Verbote“. Was genau die Regierung in Prag beschlossen hat, lesen Sie hier: Spiel auf Risiko mit der Adventsstimmung? (SZ+)

10.33 Uhr: "Wort des Jahres" 2020 gekürt

"Corona-Pandemie" ist von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) zum "Wort des Jahres" 2020 gekürt worden. Im vergangenen Jahr wurde "Respektrente" zum "Wort des Jahres" gekürt, 2018 war es "Heißzeit". Welche Begriffe in diesem Jahr auf den Plätzen zwei und drei folgen erfahren Sie hier: "Corona-Pandemie" ist Wort des Jahres

10.14 Uhr: Hotel-Übernachtungen zu Weihnachten auch in Sachsen erlaubt

Wer zu Weihnachten seine Familie besuchen will und bei ihr jedoch nicht unterkommt, kann zu den Feiertagen im Hotel übernachten. Das teilt das sächsische Sozialministerium auf Anfrage von Sächsische.de mit und bestätigt damit einen entsprechenden Zeitungsbericht. Die Einzelheiten dazu lesen Sie hier: Weihnachten: Übernachtung im Hotel möglich (SZ+)

9.58 Uhr: Vierschanzentournee-Auftakt in Oberstdorf vor leeren Rängen

Die Vierschanzentournee der Skispringer soll in diesem Winter komplett ohne Zuschauer stattfinden. Am Montag gab Oberstdorf als letzter der vier Ausrichter bekannt, dass der Auftakt des Traditionsevents am 29. Dezember dieses Jahr vor leeren Rängen statt wie bisher geplant mit 2.500 Zuschauer ausgetragen werde.

Der Vorsitzende des Skiclubs, Peter Kruijer, sagte: "Es tut uns in der Seele weh, aber wir müssen jetzt die Reißleine ziehen und schweren Herzens auf Zuschauer verzichten." Dies schmerze umso mehr, weil man in den vergangenen Monaten ein Konzept entwickelt habe. Wegen der Corona-Krise sind Zuschauer bei Sportevents in Deutschland derzeit verboten. Auch die Springen in Garmisch-Partenkirchen (1. Januar), Innsbruck (3. Januar) und Bischofshofen (6. Januar) sollen ohne Publikum stattfinden.

Die Sprungscganze in Oberstdorf. Wegen der Corona-Krise sind Zuschauer bei Sportevents in Deutschland derzeit verboten.
Die Sprungscganze in Oberstdorf. Wegen der Corona-Krise sind Zuschauer bei Sportevents in Deutschland derzeit verboten. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

9.47 Uhr: Kurzarbeit in Deutschland steigt wieder an

Die neuen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben die Kurzarbeit in Deutschland nach Berechnungen des Ifo-Instituts wieder ansteigen lassen. Der Anteil der Unternehmen mit Kurzarbeit sei im November auf 28,0 Prozent gestiegen, teilte das Institut am Montag in München mit. Im Oktober betrug der Anteil demnach 24,8 Prozent. Die Forscher beziehen sich auf eigene Umfragen. Kurzarbeit ist in der Krise ein entscheidendes Instrument, um flächendeckende Entlassungen von Arbeitnehmern zu verhindern.

Besonders deutliche Anstiege verzeichneten laut Ifo Hotels (62,9 auf 91 Prozent) und die Gastronomie (53,4 auf 71,7 Prozent). Bei Reisebüros Reiseveranstaltern legte Kurzarbeit von 88,0 auf 91,1 Prozent zu. "Gerade in diesen vom Teil-Lockdown massiv betroffenen Branchen wird wieder sehr viel Kurzarbeit gefahren", sagte Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link.

9.10 Uhr: Corona-Krise dämpft Anstieg der Tarifverdienste

Die Corona-Krise und die Lohnzurückhaltung von Gewerkschaften haben den Anstieg der Tarifverdienste kräftig gedämpft. Im dritten Quartal kletterten sie um 1,2 Prozent zum Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Das sei der geringste Anstieg der Tarifverdienste seit dem zweiten Quartal 2011. Berücksichtigt wurden tarifliche Grundvergütungen und in Tarifabschlüssen festgelegte Sonderzahlungen wie Einmalzahlungen, Jahressonderzahlungen oder tarifliche Nachzahlungen.

Obwohl die Tarifverdienste nur wenig zulegten, hatten die betroffenen Arbeitnehmer real mehr Geld in der Tasche: Im dritten Quartal sanken die Verbraucherpreise zugleich um 0,1 Prozent. Der große Einsatz von Kurzarbeit in der Pandemie habe indes keinen Einfluss auf die Tarifindizes, betonten die Statistiker. Änderungen der tatsächlich bezahlten Arbeitszeit fließen in den Tarifindex nicht ein.

8.40 Uhr: Sachsen will sich nicht an Corona-Hilfen des Bundes beteiligen

Nach der Forderung von Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus nach einer stärkeren Beteiligung der Länder an den Corona-Hilfen kommt nun Kritik aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Wie der MDR am Montag berichtete, wollen sich die drei Länder nicht an den Corona-Hilfen des Bundes beteiligen.

Sachsens Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) kritisierte den Vorschlag. Es werde der Eindruck erweckt, die Länder hätten sich bisher nicht beteiligt, sagte er. Das Gegenteil sei der Fall. Sachsen habe einen Corona-Bewältigungsfonds von fast sieben Milliarden Euro aufgelegt. Für den Freistaat Sachsen sei es selbstverständlich, die kommunale Ebene zu unterstützen und zwar noch deutlich vor der Zusage des Bundes, dort ebenfalls zu helfen.

Die Bekämpfung der Pandemie dürfe nicht vom Geldbeutel der Länder abhängen, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). "Reiche Länder könnten sich dann mehr Schutz und mehr Entschädigung leisten als arme. Das kann niemand ernsthaft wünschen."

8.13 Uhr: Kanzleramtschef Braun schließt weitere Corona-Hilfen nicht aus

Zusätzlich zu den Milliarden für die von der Corona-Krise schwer getroffene deutsche Wirtschaft stellt Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) weitere Hilfen in Aussicht. "Bei Bedarf müssen wir neue Impulse setzen", sagte Braun dem "Handelsblatt" (Montag). Allerdings sollen die Hilfen nicht in der jetzigen Form fortgesetzt werden. Am Montag wollen sich auch die Wirtschaftsminister der Länder bei einer Online-Konferenz mit den Folgen der Pandemie beschäftigen. "Der Umsatz kann auf Dauer nicht das zentrale Kriterium sein", sagte Braun. "Bis Januar müssen wir zielgenauere Hilfen ausarbeiten." Künftig werde die Hilfe stärker an den Fixkosten ausgerichtet wie bereits bei den ab Januar geltenden Überbrückungshilfen. Für 2021 kündigte Braun einen "Kassensturz" an. "Wir müssen im Rahmen eines Kassensturzes bewerten, was Corona uns gekostet hat", sagte er. Steuererhöhungen wollte er laut "Handelsblatt" nicht ausschließen.

7.42 Uhr: Samuel Koch leidet unter Corona - und vertraut Kanzlerin Merkel

Samuel Koch, seit zehn Jahren wegen eines Unfalls bei "Wetten, dass..?" querschnittsgelähmt, vertraut in der Corona-Krise Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrer Regierung. "Ich habe ein Grundvertrauen in die Entscheidungsträger", sagte der Schauspieler und Autor in Mannheim. Er sei überzeugt, dass Merkel nach bestem Wissen und Gewissen agiere. Er habe aber auch Verständnis für die Gegner der Corona-Maßnahmen. "Es ist wichtig, dass man kritisch ist, einige Maßnahmen sind nicht zu Ende gedacht." Er selbst leide unter der Krise, da er als Schauspieler nicht auftreten kann und Lesungen seiner Bücher absagen musste. Der heute 33-Jährige war am 4. Dezember 2010 in der TV-Show "Wetten, dass..?" verunglückt und sitzt seitdem im Rollstuhl.

Koch plädiert dafür, in der Pandemie "die ein oder anderen verschüttet gegangenen Eigenschaften wieder auszugraben - Langmut, Geduld, Disziplin - und vielleicht erst auf die Knie und dann, wenn nötig, auf die Barrikaden zu gehen". In Zeiten des Social Distancing könne man auch Gemeinschaft anders stattfinden lassen als sonst. "So haben wir gerade ein köstliches Dinner mit Freunden in Berlin über Videotelefonie gemacht."

Schauspieler Samuel Koch vertraut der Bundeskanzlerin, hat aber auch Verständnis für die Gegner der Corona-Maßnahmen.
Schauspieler Samuel Koch vertraut der Bundeskanzlerin, hat aber auch Verständnis für die Gegner der Corona-Maßnahmen. © Uwe Anspach/dpa

7.21 Uhr: Tourismus in Dresden erholte sich spürbar

Nach dem ersten Corona-Lockdown füllten sich die Dresdner Hotels und Pensionen im Sommer wieder. Das zeigen die neuesten Touristenzahlen für den Monat September. Demnach schrumpfte der Verlust an Übernachtungen von minus 95 Prozent im April auf minus sieben Prozent im September. Mehr zu den Zahlen und Hintergründen: Dresdner Hotels haben langsam aufgeholt (SZ+)

6.42 Uhr: Kinder müssen vergeblich auf den Weihnachtsmann warten

Viele Kinder in Sachsen werden in diesem Jahr Heiligabend wegen der Corona-Pandemie vergeblich auf den Weihnachtsmann warten. "Wegen der derzeitigen Infektionssituation können wir es nicht verantworten, Weihnachtsmänner und Engel von Familie zu Familie zu schicken", sagte Juliane Lucas von der Studentischen Arbeitsvermittlung in Dresden. Mehr dazu hier: Heiligabend ohne Weihnachtsmann

6.17 Uhr: Tom Beck nach Corona-Infektion: Duschgels riechen alle anders

Schauspieler und Sänger Tom Beck (42) spürt rund sieben Monate nach seiner Corona-Infektion noch die Folgen. "Der Geruchssinn ist in manchen Dingen wirklich noch weg. Ich würde sagen, 95 Prozent der Sachen riechen für mich genauso wie vorher, vier Prozent anders und ein Prozent rieche ich gar nicht", sagte Beck.

Der in Berlin lebende Musiker, der im Mai sein viertes Studioalbum "4B" veröffentlichte, strauchelt vor allem bei Duschgels. "Die riechen alle irgendwie anders. Vielleicht kommt das auch irgendwann wieder. Aber ich finde es wirklich erschreckend und erstaunlich, wie sich die Infektion bis heute auswirkt."

Der gebürtige Nürnberger ("Alarm für Cobra 11") hatte sich im April während der Produktion der Musikshow "The Masked Singer" infiziert, die er später als Faultier gewann. Die ProSieben-Sendung, in der Prominente unter einer Verkleidung singen, musste damals zwei Wochen pausieren.

Schauspieler Tom Beck
Schauspieler Tom Beck © Henning Kaiser/dpa

5.55 Uhr: Corona-Neuinfektionen leicht über Vorwochenwert

Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages sind 11.169 neue Fälle übermittelt worden, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Montag hatte die Zahl bei 10.864 gelegen. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden zudem 125 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf insgesamt 16.248.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 1.053.869 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 30.11., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 739.100 Menschen inzwischen genesen.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 0,95 (Vortag: 0,96). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

5.42 Uhr: Höhere Heizkosten durch Homeoffice

Arbeit im Homeoffice kann die private Heizkostenrechnung nach oben treiben. Wer in den Wintermonaten statt ins Büro zu fahren komplett von zu Hause aus arbeitet, muss nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox mit einem um rund 4 Prozent höheren Heizbedarf rechnen. Je nach Heizsystem könnten dadurch Mehrkosten von bis zu 45 Euro anfallen.

Beim Heizen mit Gas mache das bei einen Durchschnittsverbrauch Mehrkosten von 45 Euro aus. Bei einer Ölheizung müsse eine Steigerung in Höhe von rund 33 Euro eingeplant werden. Die Berechnungen beruhen auf den durchschnittlichen Energiepreisen im Oktober 2020. "Verbraucher müssen sich im kommenden Jahr auf deutlich höhere Heizkosten einstellen. Wer von zu Hause arbeitet sogar in doppelter Hinsicht", sagte Verivox Energieexperte Thorsten Storck.

Im vergangenen Jahr habe die Haushalte nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) erstmals seit 2015 wieder weniger Energie fürs Heizen verbraucht. Der Energiebedarf sei um 3,2 Prozent auf durchschnittlich 130 Kilowattstunden pro Quadratmeter beheizter Wohnfläche gesunken.

5.31 Uhr: Virologe Kekulé für privates Corona-Meldesystem

Der Virologe Alexander Kekulé hat ein privates Corona-Meldesystem für Veranstaltungen ab 20 Personen vorgeschlagen. "Alle Veranstalter, auch die privaten, sollten in die Pflicht genommen werden, die Teilnehmer zu registrieren", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Sei ein Teilnehmer positiv, könne der Veranstalter alle anderen warnen. "Dadurch könnte man ein paralleles Meldesystem einziehen, das auf privater Ebene viel, viel schneller ist und das eine höhere Bereitschaft zur Mitwirkung hätte", sagte Kekulé.

Mit Blick auf Weihnachten sagte Kekulé, es gebe "die ernstzunehmende besondere Gefahr, dass sich viele Menschen infizieren, die über 70 Jahre alt sind. Und diese haben, wenn sie sich infizieren, ein Sterberisiko von fast zehn Prozent." Aber dieses Risiko sei zu steuern. Die in der vergangenen Woche von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen beinhalteten die Möglichkeit, dass bis Weihnachten die Infektionszahlen deutlich gesunken seien. "Die Politik wettet hier auf fallende Zahlen. Wenn es sehr viel anders kommt, haben die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin ein Kommunikationsproblem."

Mit einer Impfung der gesunden Allgemeinbevölkerung rechnet Kekulé nach eigener Aussage im Zeitraum April bis Juni. "Im Sommer könnte die Seuche dann verschwinden und im Herbst hoffentlich nicht wiederkommen. Das ist mein optimistisches Szenario."

5.12 Uhr: Bund plant Nationale Gesundheitsreserve an 19 Standorten

Als Konsequenz aus der Corona-Krise will der Bund an 19 Standorten in Deutschland eine Nationale Gesundheitsreserve mit wichtigem Material wie Schutzmasken aufbauen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: "Diese Pandemie lehrt uns, dass wir mehr vorsorgen müssen." Mit den Plänen soll sich am Montag das Corona-Kabinett befassen. Demnach soll die Reserve bis Ende 2021 vor allem mit schon beschafften Masken gefüllt werden, dann mit Material aus inländischer Produktion. Ständig vorgehalten werden soll der Bedarf des Gesundheitswesens und des Bundes für einen Monat.

Die Reserve solle im Kern aus Schutzausrüstung, Schutzmasken, Beatmungsgeräten und Medikamenten bestehen, erläuterte Spahn. "So unterstützen wir im Notfall besonders diejenigen, die in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen arbeiten. Am Material soll gute Gesundheitsversorgung nicht scheitern."

Die Bundesregierung hatte Anfang Juni grundsätzlich den Aufbau einer "Nationalen Reserve Gesundheitsschutz" beschlossen und beteiligte Ministerien mit einem Konzept beauftragt. Hintergrund ist auch, dass zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr Schutzmasken und anderes Material knapp waren. Der Bund stieg daraufhin in die Beschaffung ein und beschloss Anreize für inländische Hersteller. Reserven sollen in erster Linie auch weiterhin medizinische Einrichtungen und die Länder vorhalten, ehe auf Bundesbestände zugegriffen werden soll.

5.00 Uhr: Laschet: Neue Corona-Konzepte ab Januar - sonst geht der Staat kaputt

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat neue Konzepte in der Corona-Pandemie ab Januar gefordert: "Noch ein weiteres Jahr wie dieses halten Gesellschaft und Wirtschaft nicht durch", so Laschet zur "Rheinischen Post" (Montag). Ab Januar müssten "kluge Konzepte langfristige Perspektiven für ein Leben mit der Pandemie ermöglichen", so der Landeschef: "Mit der Zulassung des Impfstoffs sind diese Konzepte auch realistisch."

Laschet ergänzte gegenüber der "Rheinischen Post": "Wir können nicht auf Dauer alles schließen, und der Staat bezahlt Monat für Monat Milliarden-Ausfälle. Ab dem neuen Jahr wird ein neues Modell nötig sein. Dauerhafte Schließungen und anschließende Ausgleichszahlungen machen den Staat auf Dauer kaputt."

Corona-Pandemie: Das passierte am Sonntag

18.14 Uhr: Patientenschützer: Impfungen sind kein umfassender Schutz

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat vor zu hohen Erwartungen mit Blick auf mögliche Impfungen gegen das Coronavirus gewarnt. Es sei gefährlich, den Eindruck zu erwecken, "dass Impfungen vor dem Virus umfassend schützen", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch am Sonntag in Dortmund dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Den Corona-Ironman wird es auch dann nicht geben." Die Seren würden helfen, die Erkrankung Covid-19 zu mildern. Ob Impfungen die Infektion verhindern können, sei jedoch unsicher. Auch geimpfte Pflegekräfte und Ärzte könnten das Virus weitergeben, erklärte Brysch weiter. Weiterhin müsse der Schutz pflegebedürftiger und chronisch kranker Menschen in den Mittelpunkt der Pandemie-Strategie gerückt werden. "Auf Infektionsgrundschutz wird auch in Zukunft nicht zu verzichten sein", unterstrich er. Brysch warnte die Bundesregierung davor, mit einfachen Bildern und Slogans die Impfbereitschaft steigern zu wollen. "Eine Schwarz-Weiß-Propaganda treibt die Menschen in die Fänge der Corona-Leugner, warnte der Patientenschützer. Denn nach der Impfung sei das Virus nicht weg. Die Gesellschaft müsse daher damit leben.

17.58 Uhr: Auch im Kreis Meißen steigt der Inzidenzwert

Im Landkreis Meißen gibt es am Sonntag 2.909 positiv auf Sars-CoV-2 getestete Personen. Davon befinden sich aktuell 830 Personen in behördlich angeordneter Quarantäne. Gegenüber Samstag sind damit 103 neu infizierte Personen hinzugekommen. Der Anstieg ist zwar etwas weniger stark als am Vortag (134), aber immer noch beträchtlich. Zudem sind sechs weitere Menschen verstorben. Der Inzidenzwert für den Landkreis Meißen hat einen Rekordwert erreicht: 304,0. Mehr zur Situation im Landkreis Meißen (SZ+)

17.37 Uhr: Ordnungsamt zu AfD-Parteitag: Auch am zweiten Tag alles "geordnet"

Beim Parteitag der AfD im niederrheinischen Kalkar lief aus Sicht des Ordnungsamts in der Halle auch am zweiten Tag alles "ruhig und geordnet" ab. Man habe zwar immer wieder einzelne Delegierte gesehen, die den Mund-Nasen-Schutz nur über dem Mund getragen hätten - "aber dann haben wir sie drauf aufmerksam gemacht und sie haben dann auch gleich reagiert", so eine Sprecherin am Sonntag zur Deutschen Presse-Agentur.

Die Entscheidung der AfD, trotz der Corona-Pandemie in einer Veranstaltungshalle auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände im "Wunderland Kalkar" einen Präsenzparteitag mit 600 Delegierten abzuhalten, war auf breite öffentliche Kritik gestoßen. Nach einem Gerichtsentscheid müssen die Delegierten durchgehend Maske tragen.

Atemschutzmasken liegen beim Bundesparteitag der AfD auf einem Tisch.
Atemschutzmasken liegen beim Bundesparteitag der AfD auf einem Tisch. © dpa/Rolf Vennenbernd

17.00 Uhr: Kroatien: Staatsbeamte missachten Corona-Regeln und randalieren

Zwei hohe Staatsbeamte haben in der ostkroatischen Stadt Vukovar gegen geltende Corona-Maßnahmen verstoßen und nach dem Einschreiten der Polizei randaliert. Wie das Internet-Portal jutarnji.hr meldete, richtete sich der Behördeneinsatz in der Nacht zuvor gegen eine Kneipe, die entgegen der Corona-Auflagen spät nachts geöffnet war und Alkohol ausschenkte. Wie das Portal berichtete, nahm die Polizei einen Staatssekretär aus dem Veteranenministerium sowie den Leiter eines Gedenkzentrums für Massakeropfer aus dem Krieg 1991 mit auf die Wache. Die beiden sollen sich den Amtshandlungen der Polizisten widersetzt haben. Der Leiter des Gedenkzentrums soll sich gegen die vorläufige Festnahme körperlich gewehrt haben. Er wurde unter Anwendung von Zwangsmaßnahmen abgeführt. Der Staatssekretär hatte sich im Lokal geweigert, den Polizisten seinen Ausweis zu zeigen. Er soll auf der Polizeiwache Inventar beschädigt haben. Beide Staatsbeamte wurden schließlich wegen Randalierens, Sachbeschädigung und Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt und auf freien Fuß gesetzt.

16.25 Uhr: Landkreis Bautzen überschreitet Inzidenz von 400

Der Landkreis Bautzen verzeichnet zum Sonntag 126 neue Infektionen mit dem Coronavirus. Damit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz nun bei 408,33 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Insgesamt sieben weitere Leute, die sich mit dem Virus infiziert haben, sind gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie im Kreis Bautzen auf 84. Weitere Informationen im Newsblog aus dem Kreis Bautzen (SZ+)

15.41 Uhr: Alpenländer wollen Wintersport trotz Corona

Maßregelungen aus München, Berlin oder Brüssel - ein rotes Tuch für Österreich und die Schweiz, das gilt auch im Corona-Winter: Der Aufruf, die Skigebiete über Weihnachten und Neujahr geschlossen zu halten, empört viele in den Alpenländern. Sie wollen sich das Weihnachtsgeschäft mit den Wintertouristen nicht vermasseln lassen - auch wenn die Infektionszahlen in beiden Ländern zurzeit deutlich höher sind als etwa in Deutschland. Auch Italien und Frankreich sind für eine Öffnung der Skigebiete erst im Januar. Wie die Schweiz und Österreich reagieren

15.17 Uhr: Kekulé: Besonders hohes Infektionsrisiko für Senioren zu Weihnachten

Der Virologe Alexander Kekulé hat das Infektionsrisiko zu Weihnachten in Deutschland mit jenem in Norditalien im Frühjahr verglichen. "Wir Deutschen haben an Weihnachten die Tradition, über Generationen hinweg mit der Familie zu feiern", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Und deshalb sind wir jetzt in einem ähnlichen Risiko, das die Menschen in Norditalien im Frühjahr hatten." Dort hatte die Pandemie besonders stark gewütet. Die Norditaliener lebten das ganze Jahr über ein Multigenerationen-Leben, sagte Kekulé. "Bei uns dagegen gibt es speziell an Weihnachten die ernstzunehmende besondere Gefahr, dass sich viele Menschen infizieren, die über 70 Jahre alt sind." Und diese hätten, wenn sie sich infizierten, ein Sterberisiko von fast zehn Prozent. Dennoch zeigte sich der Virologe angesichts der beschlossenen Kontaktbeschränkungen optimistisch: "Ich denke, dass wir dieses Risiko steuern können." Die Maßnahmen beinhalteten die Möglichkeit, dass bis Weihnachten die Infektionszahlen deutlich weiter unten seien, wenn ein Großteil der Bevölkerung sich daran halte, erklärte Kekulé.

Alexander Kekule, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie in Halle
Alexander Kekule, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie in Halle © Archivbild: dpa/Karlheinz Schindler

14.45 Uhr: Wien beginnt Corona-Massentests am 4. Dezember

Die freiwilligen Corona-Massentests beginnen in Wien am 4. Dezember, zwei Tage später als ursprünglich geplant. Das sagte der Stadtrat für Gesundheit, Peter Hacker (SPÖ), am Sonntag. Die Berufsfeuerwehr hat drei größere Testzentren eingerichtet, die zusammen jeden Tag 150.000 Tests durchführen können. Die anderen Bundesländer starten auch am kommenden Freitag oder in den Tagen danach mit ihrem Testangebot. Damit sollen Menschen, die nichts von ihrer Infektion wissen, gefunden und Infektionsketten unterbrochen werden. Die Regierung hat die 8,9 Millionen Einwohner zu reger Teilnahme an den Antigen-Schnelltests aufgerufen. Wegen der drohenden Knappheit von Intensivbetten in Krankenhäusern sind in Österreich Kulturbetriebe, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen geschlossen, seit Mitte November auch Schulen und die meisten Geschäfte. Die Infektionen sind zuletzt gesunken, aber immer noch deutlich höher als in Deutschland. Pro 100.000 Einwohner lag die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt bei rund 350, in Deutschland bei 136.

14.19 Uhr: Nach Corona-Schutz weniger andere Infektionskrankheiten

Die Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie haben nach einer Analyse der AOK Nordost im Herbst andere Infektionskrankheiten stark ausgebremst. Für die Kasse gilt das als Beleg, dass sich viele Menschen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern an die Regeln im Teil-Lockdown halten. Auch wenn die Corona-Zahlen vielerorts noch immer sehr hoch liegen - bei Grippe oder Bronchitis zeigen sich in der Statistik Effekte, die für die Kasse nicht allein mit Zufällen zusammenhängen können. So waren von Ende September bis Mitte November im Vergleich zu den Vorjahreszeiträumen 50 Prozent weniger AOK-Versicherte im Nordosten wegen Grippe krankgeschrieben, wie die Kasse mitteilte. Allerdings haben sich wahrscheinlich auch mehr Menschen gegen Influenza impfen lassen. Alltagsmasken, häufiges Hände waschen und Distanzgebote halten augenscheinlich aber auch andere Infektionskrankheiten häufiger in Schach als früher: So sanken die Krankschreibungen wegen Magen-Darm-Infekten und Lungenentzündungen nach AOK-Angaben um ein gutes Drittel. Bei akuter Bronchitis gingen sie sogar um mehr als die Hälfte zurück.

Insgesamt umfasst die AOK-Analyse mehr als 63 000 Krankschreibungen aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Rund jeder vierte Einwohner dieser Bundesländer ist nach AOK-Angaben bei ihr versichert. Für die Vergleichzeiträume zog die Kasse Daten aus den Jahren 2017, 2018 und 2019 heran.

13.23 Uhr: Berlin überschreitet Warnwert für Belegung von Intensivbetten

Erstmals seit Einführung des Ampelsystems zur Bewertung der Corona-Lage in Berlin ist der Warnwert für Intensivbetten überschritten worden. Mehr als ein Viertel dieser Betten in der Hauptstadt ist jetzt mit Covid-19-Patienten belegt, wie aus dem am Sonntag aktualisierten Lagebericht der Gesundheitsverwaltung für Samstag hervorgeht. Damit steht die Corona-Ampel in Berlin nun bei zwei Indikatoren auf Rot. Die Corona-Ampel berücksichtigt insgesamt drei Indikatoren: die Reproduktionszahl (kurz R-Wert), die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen und die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten. Für jedes Kriterium wurden Grenzwerte definiert. Werden diese mindestens drei Mal in Folge überschritten, wechselt die entsprechende Ampelfarbe auf Gelb oder Rot.

Ein Pfleger kümmert sich auf einer Berliner Intensivstation um einen Corona-Patienten.
Ein Pfleger kümmert sich auf einer Berliner Intensivstation um einen Corona-Patienten. ©  dpa/Kay Nietfeld

12.55 Uhr: Olympia-Verschiebung kostet 1,61 Milliarden Euro

Die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio auf den nächsten Sommer könnte Medien zufolge Mehrkosten von umgerechnet 1,61 Milliarden Euro verursachen. Dies berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag unter Berufung auf mehrere Quellen. Im Dezember wollen die japanischen Gastgeber und das Internationale Olympische Komitee demnach entscheiden, wer welchen Anteil an den zusätzlichen Ausgaben trägt. Die für dieses Jahr geplanten Sommerspiele waren Ende März wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verlegt worden. Die Mehrkosten ergeben sich unter anderem daraus, dass die Arenen und die Immobilien für das olympische Dorf auch für das kommende Jahr angemietet werden müssen. Hinzu kommen Ausgaben für Mitarbeiter, Ausrüstung und Lagerflächen. Zuletzt hatten die Olympia-Macher Pläne für Einsparungen in Höhe von 241 Millionen Euro vorgelegt. Dabei sollen Ausgaben für Büroflächen und der Aufwand für Werbung und zeremoniellen Pomp gekürzt werden. Das ursprünglich geplante Budget haben die Olympia-Organisatoren bereits deutlich überschritten. Laut einer Studie der britischen Universität Oxford sind die Spiele in Tokio schon jetzt die teuersten in der Geschichte der Sommerspiele. Der größte Teil der Kosten kommt am Ende auf Japans Steuerzahler zu.

12.18 Uhr: Dresdens Inzidenzwert knapp unter 200

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben am Sonntag 91 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun 6.182 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Die Zahl der in Zusammenhang mit dem Virus Verstorbenen stagnierte bei 55 seit Beginn Krise im März, allerdings mussten zwei weitere Patienten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Als genesen gelten mittlerweile exakt 4.000 Dresdner - 16 mehr als am Samstag. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, beträgt nun 190,7. Alle Zahlen aus Dresden (SZ+)

11.47 Uhr: Tschechien lockert Corona-Maßnahmen

Tschechien lockert zum Weihnachtsgeschäft seine strengen Corona-Regeln. Von Donnerstag an dürfen alle Einzelhandelsgeschäfte und Restaurants wieder öffnen. Das gab die Regierung nach einer Sondersitzung des Kabinetts am Sonntag bekannt. Es gelten strenge Hygieneregeln und eine Begrenzung der Kundenzahl in Geschäften auf eine Person je 15 Quadratmeter. Bislang sind nur lebensnotwendige Einkäufe erlaubt. Die Maskenpflicht selbst im Freien bleibt bestehen.

Tschechien mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern hatte noch vor kurzem eine der höchsten Infektionsraten in Europa zu beklagen. Zuletzt entspannte sich die Lage etwas. Am Sonntag wurden 2.667 neue Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Pandemiebeginn gab es insgesamt 518.649 bestätigte Infektionen und 8.054 Todesfälle. Mit dem Übergang von Stufe vier auf drei im Corona-Warnsystem Pes (tschechisch für Hund) ab Donnerstag sind weitere Erleichterungen verbunden. Die nächtliche Ausgangssperre entfällt. Es dürfen sich bis zu 50 Personen im Freien und zehn in Innenräumen versammeln. An Gottesdiensten dürfen in der Adventszeit maximal 30 Gläubige teilnehmen. Museen und Galerien können mit Einschränkungen öffnen, Theater und Kinos bleiben aber geschlossen.

11.25 Uhr: Wohin mit 50.000 Striezelmarkt-Tassen?

Sie sind in diesem Jahr ein besonderes Sammlerstück: Der Striezelmarkt fällt flach, doch die Glühweintassen gibt es trotzdem. 50.000 Stück hat die Stadt in diesem Jahr bei der Keramikmanufaktur Kannegießer im oberlausitzischen Neukirch produzieren lassen. Eigentlich sollten die Tassen wie jedes Jahr als Pfand an alle Glühweintrinker auf dem Striezelmarkt ausgegeben werden, doch dann kam die Absage des Marktes. Was nun mit den Tassen passieren soll, lesen Sie im Artikel Wohin mit 50.000 Striezelmarkt-Tassen? (SZ+)

Der 586. Striezelmarkt ist - wie so viele andere Weihnachtsmärkte auch - abgesagt worden.
Der 586. Striezelmarkt ist - wie so viele andere Weihnachtsmärkte auch - abgesagt worden. © dpa/Sebastian Kahnert

10.54 Uhr: Corona-Masken bescheren Modehersteller Van Laack Umsatzsprung

Der rasche Einstieg in die Produktion von Mund-Nasen-Masken hat dem Mönchengladbacher Modehersteller von Laack einen massiven Wachstumsschub beschert. "Im aktuellen Geschäftsjahr wird sich der Umsatz dank mehr als 100 Millionen verkaufter Masken und zwölf Millionen Kittel mindestens verdoppeln", sagte Firmenchef Christian von Daniels der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Van Laack produziert aktuell nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Stoffmasken im Monat, die anschließend in mehr als 30.000 Verkaufsstellen vertrieben werden - von Griechenland bis Portugal. In der Spitze, also etwa im Mai, seien im Monat sogar eine Million Masken produziert worden, sage der Firmenchef. Viele andere Modehersteller hätten die Chancen, die das Produkt Mund-Nasen-Schutz biete, verschlafen, meinte er. "Allein im ersten Halbjahr 2020 haben die Deutschen pro Kopf 53 Euro für Masken ausgegeben, im gesamten Jahr 2019 waren es im Schnitt aber nur 26,50 Euro für Hemden. Damit will ich sagen: Die Maske ist als Produkt total unterschätzt worden in der Branche."

10.13 Uhr: Sachsen bei Inzidenzwert bundesweit an der Spitze

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Sachsen ist innerhalb eines Tages um fast 1.400 angestiegen. Seit Beginn der Pandemie sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Sonntag 53.804 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden, 882 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche (Inzidenzwert) stieg landesweit auf 226,16. Das ist im Vergleich der Bundesländer der höchste Wert. Die Landkreise Görlitz und Bautzen verzeichneten nach eigenen Angaben jeweils einen Inzidenzwert von rund 400. Sie gehören damit bundesweit zu den Corona-Hotspots. Ähnlich betroffen ist der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Die vom Sozialministerium des Freistaats veröffentlichten Zahlen können teils von denen der Städte und Landkreise und auch von denen des Robert Koch-Instituts abweichen. Das liegt nach Angaben der Behörden an den unterschiedlichen Meldezeiten der Neuinfektionen. Allerdings veröffentlicht das Ministerium am Wochenende keine Zahlen - die Werte folgen zusammengefasst am Montag und fallen dadurch höher aus.

9.50 Uhr: Mehr als 150 Festnahmen bei Anti-Lockdown-Protesten in London

Bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen hat die Polizei in London mehr als 150 Menschen festgenommen. Die Demonstranten seien unter anderem wegen Missachtung der geltenden Corona-Regeln oder Angriffen auf Polizisten festgenommen worden, teilte die Polizei nach der Demonstration am Samstag mit. Im aktuellen Teil-Lockdown sollen die Bürger in England ihr Zuhause nur aus triftigen Gründen wie Arbeit, Einkauf oder der Pflege Angehöriger verlassen. Demonstrationen gehören nicht zu den erlaubten Ausnahmen. Teilnehmer zogen - zumeist ohne Abstand und Masken - am Samstag durch die Londoner Innenstadt. Auf ihren Plakaten stand etwa "Stop Controlling Us" ("Hört auf, uns zu kontrollieren") oder "No More Lockdowns" ("Keine Lockdowns mehr"). Es kam mehrfach zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen hat die Polizei in London Dutzende Menschen festgenommen.
Bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen hat die Polizei in London Dutzende Menschen festgenommen. © Victoria Jones/PA Wire/dpa

9.27 Uhr: Kubicki warnt vor langfristiger nationaler Gesundheitskrise

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat die Bundesregierung aufgefordert, bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie auch wirtschaftspolitische und sozialpsychologische Aspekte einzubeziehen. "Diese Erwägungen spielen derzeit keine Rolle", sagte der Bundestagsvizepräsident der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Und offensichtlich werden andere Gesundheitsaspekte ebenfalls sehr unterbeleuchtet." Es sei fatal, wenn nicht die Expertise von Menschen herangezogen werde, die sich mit anderen Dingen beschäftigen als Infektionskrankheiten. Kubicki wies darauf hin, dass in Frankreich die Zahl der Krebsscreenings um 86 bis 100 Prozent gesunken sei. In Deutschland würden deutlich weniger Herzinfarkte diagnostiziert als vor der Pandemie. "Hier bahnt sich eine langfristige Gesundheitskrise nationaler Tragweite an. Hinzu kommen die wirtschaftlichen, sozialen, bildungspolitischen Auswirkungen", warnte der FDP-Politiker. Das große Problem sei, dass die Unterordnung aller Belange unter den Infektionsschutz jetzt ausdrücklich im Infektionsschutzgesetz verankert sei. "Die Koalition hat gemeinsam mit den Grünen diese Vernachlässigung anderer Schäden in Gesetzesform gegossen und damit bewusst in Kauf genommen."

8.49 Uhr: Jeder Vierte hat laut Umfrage Zweifel an neuen Kontaktauflagen

Mehr als ein Viertel der Deutschen zweifelt einer Umfrage zufolge am Sinn der neuen Corona-Beschränkungen für die Adventszeit sowie für Weihnachten und Silvester. 30 Prozent der Bundesbürger halten nichts von der jüngsten Bund-Länder-Vereinbarung, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf die Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Kantar berichten. Ähnlich viele Bürger (29 Prozent) zeigen sich laut Umfrage skeptisch, was Beschränkungen für private Zusammenkünften zu Silvester anbelangt. Eine deutliche Mehrheit hält diese Pandemie-Maßnahmen dagegen für sinnvoll (70 beziehungsweise 71 Prozent). Die Begrenzung auf höchstens fünf Teilnehmer aus zwei Haushalten für private Treffen in der Vorweihnachtszeit halten demnach 27 Prozent der Deutschen für nicht zielführend. Eine Mehrheit von 73 Prozent sehe darin hingegen eine sinnvolle Entscheidung. Erhebliche Zweifel gibt es dem Bericht zufolge beim Böllerverbot. Knapp ein Drittel der Befragten (33 Prozent) gebe an, keinen Sinn im Verzicht auf ein Silvesterfeuerwerk zu sehen. 67 Prozent äußern der Umfrage zufolge Verständnis für diese Auflage.

Die größte Skepsis herrsche in Bezug auf den Nutzen der Corona-Warn-App, heißt es weiter. Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent halte die App nicht für ein geeignetes Mittel zur Eindämmung der Pandemie. 49 Prozent sähen sie dagegen als sinnvoll an. Weitgehende Zustimmung herrsche bei der Maskenpflicht. 90 Prozent geben an, das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung helfe bei der Bekämpfung der Pandemie. 85 Prozent werteten es als sinnvoll, nicht notwendige Kontakte zu vermeiden und in der Corona-Krise auf berufliche und private Reisen zu verzichten. Beim Blick auf die politischen Lager zeigt sich den Angaben zufolge, dass die Skepsis gegenüber den neuen Pandemie-Maßnahmen mit Abstand am stärksten bei Anhängern der AfD ausgeprägt ist. In den Wählerschaften von Union, SPD, Grünen, FDP und Linken fänden die Maßnahmen dagegen überwiegend sehr deutliche Zustimmung. Für die repräsentative Erhebung befragte Kantar zwischen dem 25. und dem 26. November insgesamt 1.011 Personen.

Die Weihnachtsbeschränkungen leuchten offenbar nicht jedem Deutschen ein.
Die Weihnachtsbeschränkungen leuchten offenbar nicht jedem Deutschen ein. © dpa/Oliver Berg

8.19 Uhr: "Unwort des Jahres": Begriffe rund um Corona-Pandemie im Fokus

Auf der Suche nach dem "Unwort des Jahres" sind bei der Jury bislang 760 Einsendungen mit 316 Vorschlägen eingegangen. In die engere Wahl kommen hiervon 30, die den Kriterien entsprechen, wie die Sprecherin der Jury, Nina Janich, der Deutschen Presse-Agentur in Darmstadt sagte. Im Fokus steht diesmal die Corona-Pandemie in allen Facetten. Welche Begriffe besonders oft vorgeschlagen wurden, lesen Sie im Artikel Corona beherrscht auch die Unwort-Wahl

7.50 Uhr: Corona-Neuinfektionen unter Vorwochenniveau

Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) am Wochenende vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages sind 14.611 neue Fälle übermittelt worden, wie das RKI am Sonntagmorgen bekanntgab. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl bei 15.741 gelegen. An Sonn- und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden zudem 158 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Sars-CoV-2 Infektion gestorben sind, stieg auf insgesamt 16.123. Das Robert Koch-Institut zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 1.042.700 nachgewiesene Infektionen in Deutschland. Nach Schätzungen sind inzwischen rund 722.300 Menschen genesen.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 0,96 (Vortag: 0,93). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 96 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

7.05 Uhr: Trotz Corona: Schlittschuhbahnen öffnen in Moskau

Trotz massiv steigender Corona-Zahlen in Russland sind in der Hauptstadt Moskau Schlittschuhbahnen in die Wintersaison gestartet. Mehr als 20.000 Quadratmeter groß ist die Eisfläche etwa auf dem riesigen Ausstellungsgelände WDNCh, wie die Veranstalter mitteilten. Auch in vielen anderen Parks in Europas größter Metropole können die Moskauer in den nächsten Wochen Eislaufen. Wegen der Corona-Pandemie seien die Regeln aber verschärft worden, hieß es. So können Tickets nur noch online gekauft werden, um einen Andrang vor den Kassen zu vermeiden und die Zahl der Schlittschuhläufer zu steuern.

Vor Betreten der Eisbahn wird die Temperatur gemessen. Wer Fieber hat, wird nicht aufs Eis gelassen. Mund-Nasen-Schutz muss demnach aber nur in der Umkleidekabine getragen werden. Am Samstag meldeten die russischen Behörden 27.100 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. In Moskau waren es 7.320. Innerhalb eines Tages starben landesweit 510 Menschen mit dem Virus. Zum Vergleich: In Deutschland mit deutlich weniger Einwohnern haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut 21 695 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden übermittelt. In Russland sind seit Beginn der Pandemie mehr als 2,2 Millionen Menschen erkrankt.

Corona-Pandemie: Das geschah am Samstag

17.48 Uhr: Corona-Lage und Wintersport in Italien nicht vereinbar

Angesichts hoher Corona-Infektionszahlen in Italien haben Experten des Gesundheitsministeriums die Hoffnung auf Wintersport und ein normales Weihnachten gedämpft. Es werde ein anderes Weihnachten werden, sagte der Präsident des Gesundheitsrates, Franco Locatelli, am Samstag. Die aktuellen Zahlen seien zudem "nicht mit einer Öffnung des Wintersportbetriebs vereinbar". Auch ein Silvester und Neujahr wie sonst seien dieses Jahr unvorstellbar.

Laut des aktuellen Lageberichts signalisieren die Corona-Daten, dass die Maßnahmen der vergangenen Wochen zwar Wirkung zeigen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen sei aber immer noch hoch. In vielen Regionen herrsche weiter ein hohes Ansteckungsrisiko. Der Anstieg der Fallzahlen-Kurve geht jedoch zurück, wie der Chef des Gesundheitsinstituts ISS, Silvio Brusaferro, sagte. Auch der Reproduktionswert für den Zeitraum vom 4. bis 17. November sank von zuletzt durchschnittlich 1,2 auf 1,08. "Ein R-Wert etwas über eins bedeutet jedoch immer noch ein Ansteigen der Fälle", kommentierte Brusaferro. Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter durchschnittlich ansteckt. Am Samstag meldeten die italienischen Gesundheitsbehörden knapp 690 Menschen, die binnen eines Tages mit dem Coronavirus starben, und damit deutlich weniger als am Vortag (rund 820). In derselben Zeit wurden mit etwa 26 300 Neuinfektionen gut 2000 weniger als am Freitag registriert.

17.21 Uhr: Tausende demonstrieren länderübergreifend gegen Corona-Maßnahmen

Über 2.000 Menschen aus Deutschland und Polen haben am Samstag in Frankfurt (Oder) nach Polizeiangaben gegen Corona-Beschränkungen demonstriert. Zu der Demo hatte die Initiative "Querdenken" aus Duisburg aufgerufen. Auf Deutsch und Polnisch wurde "Frieden" und "Freiheit" gerufen. Aus Slubice auf polnischer Seite kamen Hunderte nach Frankfurt (Oder), einige schwenkten polnische Flaggen. Veranstalter und Polizei riefen mehrfach dazu auf, den Mindestabstand einzuhalten und Masken zu tragen. Doch viele Besucher der "Querdenken"-Demonstration hielten sich nicht daran. Die Beamten stellten auch Masken zur Verfügung, wenn jemand angab, keine zu haben und gingen in die Menge hinein. Die Beamten zeigten sich trotz allem über den Demo-Verlauf zufrieden.

Aus dem polnischen Slubice gehen Teilnehmer einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen über den Grenzübergang Stadtbrücke nach Frankfurt (Oder).
Aus dem polnischen Slubice gehen Teilnehmer einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen über den Grenzübergang Stadtbrücke nach Frankfurt (Oder). © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

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Der besonders stark von der Pandemie betroffene Thüringer Kreis Hildburghausen verhängt noch härtere Corona-Regeln. Nach einem unangemeldeten Corona-Protest gilt ab Sonntag ein Versammlungsverbot. Mit einer neuen Verordnung untersagte das Landratsamt am Samstag Versammlungen sowohl in geschlossenen Räumen als auch unter freiem Himmel sowie sämtliche Veranstaltungen im Kreisgebiet. Zudem gilt in der Innenstadt von Hildburghausen jetzt eine allgemeine Maskenpflicht. Nach den neuen Corona-Regeln können nun nur noch im Einzelfall und auf Antrag Versammlungen genehmigt werden, wenn sie infektionsschutzrechtlich vertretbar sind und vier Tage vorher angemeldet wurden. Unangemeldete Versammlungen sind demnach verboten.

Unterdessen gelten seit Samstag auch in Passau angesichts der stark gestiegenen Zahl von Corona-Infektionen strenge Ausgangsbeschränkungen. Die Maßnahmen sollen zunächst eine Woche dauern, wie Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) am Freitag angekündigt hatte.Passauer dürfen ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen. Außerdem gilt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Die Stadt verordnet Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen sieben bis elf - mit Ausnahme von Abschlussklassen an Mittel- und Realschulen. Passau hatte am Freitag einen Wert von knapp 440 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen erreicht.

Verschärfungen wird es von Dienstag an auch in Teilen Sachsens geben. Der ebenfalls besonders stark von vielen Neuinfektionen betroffene Landkreis Görlitz will am Montag verschärfte Corona-Beschränkungen bekanntgeben. (Mehr im Artikel Kreis Görlitz kündigt verschärfte Ausgangsregeln an (SZ+)) Auch die Bewohner des Landkreises Bautzen, derzeit mit einer Inzidenz von 399, müssen sich auf verschärfte Beschränkungen einstellen. Wie das Landratsamt mitteilte, soll am Montag eine Allgemeinverfügung für Ausgangsbeschränkungen (SZ+) verabschiedet werden.

In Bautzen weisen Schilder auf die Maskenpflicht hin. Im Landkreis wird es von Dienstag an verschärfte Beschränkungen geben.
In Bautzen weisen Schilder auf die Maskenpflicht hin. Im Landkreis wird es von Dienstag an verschärfte Beschränkungen geben. © SZ/Uwe Soeder

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