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Deutschland & Welt

Corona: 2,8 Prozent der Sachsen zweimal geimpft

262 Neuinfektionen in Sachsen, Nüßlein tritt aus CSU aus, Tui will Mallorca-Reisen ab Ostern - unser Newsblog.

Vor dem Impfzentrum in Dresden herrscht immer noch häufig reger Betrieb - knapp sieben Prozent der Sachsen haben bisher ihre Erstimpfung erhalten.
Vor dem Impfzentrum in Dresden herrscht immer noch häufig reger Betrieb - knapp sieben Prozent der Sachsen haben bisher ihre Erstimpfung erhalten. © Robert Michael/dpa-Zentralbild

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

16.20 Uhr: So viele Sachsen sind bisher geimpft

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Sachsen hinkt bei den Corona-Impfungen im Bundesvergleich hinterher, scheint aber aufzuholen. Bisher haben rund 113.500 Menschen die zweite Dosis Impfstoff erhalten und sind damit vollständig geimpft - ein Anteil von 2,8 Prozent, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Montag hervorgeht. Bundesweit lag die Quote bei 3,0 Prozent. Spitzenreiter sind Berlin und Rheinland-Pfalz mit 3,5 Prozent, Schlusslicht ist Niedersachsen mit 2,5 Prozent. Beim Blick auf die Erstimpfungen liegt Sachsen aber mit 6,6 Prozent über dem Bundesschnitt (6,2). Demnach haben bisher etwas mehr als 266.900 Menschen im Freistaat ihre erste Impfdosis erhalten.

16.14 Uhr: Nüßlein tritt aus CSU aus

Der wegen Geschäften mit Corona-Schutzmasken in der Kritik stehende Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein ist aus der CSU ausgetreten. Das teilte Generalsekretär Markus Blume am Montag nach einer Schalte des CSU-Präsidiums mit.

15.39 Uhr: Minister Dulig: Sachsens Wirtschaft funktioniert

Die Corona-Zahlen in Sachsen haben aufgehört zu sinken, im Gegenteil. Trotzdem hat Sachsens Landesregierung an diesem Montag Lockerung ermöglicht, es dürfen sich wieder mehr Menschen treffen und auch der Einzelhandel wird unter strengen Bedingungen wieder geöffnet. Wie geht das zusammen, riskiert Sachsen nicht eine dritte Welle? Im CoronaCast, dem Podcast zur Pandemie von Sächsische.de, bezieht Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) ausführlich Stellung zu diesen Sorgen. Und er verteidigt die Öffnungen nach vier Monaten Lockdown. Zur Lage der sächsischen Wirtschaft im Allgemeinen äußert er sich positiv: "Sachsens Wirtschaft funktioniert". Allerdings dürfe man jetzt nicht leichtsinnig werden - denn die Gefahr der Virusmutationen sei noch nicht gebannt.

15.20 Uhr: Pariser Krankenhäuser sollen wegen Corona weniger operieren

Um die Kapazitäten für Covid-19-Patienten zu erhöhen, sollen die Krankenhäuser im Großraum Paris bis zu 40 Prozent ihrer medizinischen Aktivitäten wie beispielsweise geplante Operationen reduzieren. Das hat die regionale Gesundheitsbehörde ARS angewiesen, wie diese auf Nachfrage am Montag bestätigte. Weit mehr als 900 Menschen liegen im Großraum Paris auf der Intensivstation. Der Generaldirektor der ARS Île de France, Aurélien Rousseau, befürchtet, dass die zwei kommenden Wochen besonders schwierig werden, wie die Zeitung «Le Parisien» aus einem internen Brief der Behörde an die Kliniken zitiert.

Die Corona-Lage in der französischen Hauptstadt ist angespannt. Es gilt eine erhöhte Corona-Warnstufe. Ein Wochenend-Lockdown wie etwa in Nizza oder Dunkerque (Dünkirchen) gilt im Pariser Großraum aber nicht. Die Polizeipräfektur hatte zuletzt ein Alkoholverbot an zahlreichen öffentlichen Plätzen wie etwa den Seine-Ufern verhängt. Am Wochenende räumte sie die Ufer, weil dort Abstandsregeln nicht eingehalten worden seien.

14.53 Uhr: Sachsens Wirtschaftsminister ruft zum Shoppen auf

Nach ersten Lockerungsschritten im Handel hat Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) die Sachsen aufgerufen, von den Angeboten Gebrauch zu machen und die lokalen Händler zu unterstützen. Maßnahmen wie "Click & Collect" oder "Click & Meet" würden vor allem dann helfen, wenn sie von zahlreichen Kunden genutzt würden. "Jeder und jede ist gefragt", sagte der SPD-Politiker am Montag. Zugleich kündigte Dulig den Start einer Kampagne an, um den Einzelhandel vor allem in den Innenstädten zu unterstützen. Für das Shoppen um die Ecke statt im Internet soll unter anderem mit Plakaten und Gewinnspielen geworben werden - geplant ist auch ein Ideenwettbewerb. Dafür können Händlerinitiativen ihre Konzepte zur Belebung der Innenstadt einreichen.

14.36 Uhr: Mittlerweile fast 8.000 Corona-Opfer in Sachsen

In Sachsen wurden nach Angaben des Sozialministeriums vom Montagnachmittag binnen eines Tages 262 Neuinfektionen sowie 13 weitere Todesfälle registriert. Allerdings sind die Zahlen nach Wochenenden oft niedriger, weil lokale Gesundheitsbehörden mancherorts nicht oder nur eingeschränkt tätig sind. Vor genau einer Woche waren es noch 191 Neuinfektionen, am Montag vor 14 Tagen 232. Seit Beginn der Pandemie gibt es nun insgesamt 198.573 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 7.994 Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. Rund 183.050 Menschen gelten schätzungsweise als wieder genesen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner, liegt aktuell in Sachsen bei 86,7. Vor einer Woche wurde aus dem Freistaat noch eine Inzidenz von 84,3 gemeldet, vor einem Monat betrug dieser Wert noch 100,2. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

14.12 Uhr: Tui will ab Ostern Mallorca-Reisen anbieten

Reiseanbieter Tui setzt zeitnah auf einen Wiederanlauf des wichtigen Mallorca-Geschäfts. "Die Hotellerie hat sich intensiv vorbereitet, sicheren und verantwortungsvollen Urlaub anzubieten", sagte Tui-Deutschland-Chef Marek Andryszak am Montag. Die Hygienekonzepte der lokalen Betreiber seien eng mit den Behörden abgestimmt, die Infektionszahlen niedriger als in großen Teilen Deutschlands. Osterurlaub auf Mallorca soll möglich gemacht werden.

Wie die Corona-Lage in Spanien ist und wie es um andere Reiseziele steht, lesen Sie hier: Tui plant Mallorca-Start zu Ostern.

Kehren die Touristen bald nach Mallorca zurück? Tui plant, die ersten Reisen auf die Mittelmeerinsel zu Ostern anzubieten.
Kehren die Touristen bald nach Mallorca zurück? Tui plant, die ersten Reisen auf die Mittelmeerinsel zu Ostern anzubieten. © Clara Margais/dpa

14.01 Uhr: Tschechiens Regierungschef will Abitur ausfallen lassen

Der tschechische Regierungschef Andrej Babis hat sich dafür ausgesprochen, die Abiturprüfung wegen der Corona-Krise ausfallen zu lassen. In einem Social-Media-Video, das bis Montagmittag schon mehr als 10.000 Menschen gesehen hatten, zog er die Bedeutung der Reifeprüfung grundsätzlich in Zweifel. Als Unternehmer mit 35.000 Mitarbeitern habe er bei Einstellungsgesprächen nie nach dem Abitur gefragt, sagte der Multimilliardär. Stattdessen habe er Fragen gestellt wie: "Bist du bereit, Neues zu lernen?" oder "Was sind deine Ziele?"

Der 66-Jährige forderte, für das Abitur in diesem Jahr die Durchschnittsnote heranzuziehen. Während Schülervertreter wegen des seit Monaten andauernden Distanzunterrichts seit längerem Erleichterungen fordern, gab es auch Kritik. So wie Babis würden leider auch andere Fabrikbesitzer denken, beklagte der Biologieprofessor Jaroslav Flegr bei Twitter.

Das Schulministerium betonte, dass über die diesjährige Gestaltung des Abiturs, das in Tschechien "maturita" genannt wird, noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei. Der EU-Mitgliedstaat mit rund 10,7 Millionen Einwohnern ist stark von der Corona-Krise betroffen. Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als 1,3 Millionen Infektionen und 21 882 Todesfälle.

13.45 Uhr: Drei Prozent der Deutschen sind vollständig geimpft

In Deutschland sind inzwischen mindestens drei Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Rund 2,5 Millionen Menschen haben bereits die zweite Dosis Impfstoff erhalten, wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht (Datenstand 8.3., 8.00 Uhr). Insgesamt 6,2 Prozent (ca. 5,2 Millionen) haben demnach mindestens eine Dosis erhalten.

Begonnen hatten die bundesweiten Impfungen - nach ersten Impfungen in Sachsen-Anhalt - offiziell am 27. Dezember. Im Fokus standen zunächst ältere Menschen in Heimen. Aktuell werde bei gut 203.000 Impfungen pro Tag im Schnitt alle 0,4 Sekunden eine Impfung durchgeführt, hieß es am Montag auf dem Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums. Die bisher meisten Impfungen wurden demnach mit 235.912 Dosen am 3. März 2021 durchgeführt.

13.31 Uhr: Syriens Präsident Assad positiv getestet

Syriens Präsident Baschar al-Assad und seine Frau Asma sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Beiden gehe es gesundheitlich gut, teilte das syrische Präsidialamt am Montag mit. Der Staatschef und seine Frau hätten "leichte Symptome" verspürt und sich daraufhin einem PCR-Test unterzogen. Das Paar werde sich für zwei bis drei Wochen in häusliche Quarantäne begeben und die Arbeit von dort fortsetzen.

Über gesundheitliche Beschwerden des 55 Jahre alten Präsidenten war zuletzt nichts bekannt. Im August hatte er eine Rede im Parlament allerdings wegen eines leicht abgesenkten Blutdrucks für einige Minuten unterbrechen müssen, setzte diese dann aber fort, wie es von Seiten der Regierung seinerzeit hieß.

13.17 Uhr: Pflege-Personal am häufigsten krankgeschrieben

Die Beschäftigten in der Pflege und in Kindertagesstätten sind 2020 laut einer Studie der Techniker Krankenkasse (TK) am häufigsten aufgrund einer Covid-19-Diagnose krankgeschrieben worden. Danach wurden aus der Berufsgruppe der "Haus- und Familienpflege" 1.242 von 100.000 Erwerbstätigen mit Covid-19 krankgeschrieben, wie die TK am Montag in Hamburg mitteilte. Dazu zählen auch Beschäftigte ambulanter Pflegedienste.

Auf Platz zwei folgen die Beschäftigten in der Altenpflege mit 1.205 Betroffenen pro 100.000 Erwerbstätigen. Auf den weiteren Plätzen finden sich das Kita-Personal (1.127 pro 100.000) und Krankenpflegerinnen (1.101 pro 100.000). Auch Ergo- und Physiotherapeuten sowie ärztliches Personal wurden 2020 überdurchschnittlich häufig wegen Covid-19 krankgeschrieben. Bürojobs sind dagegen kaum gefährdet: Die Beschäftigten in Forschung und Lehre (194 pro 100.000), in der Softwareentwicklung (245 pro 100.000) und im Controlling (248 pro 100.000) wurden selten krankgeschrieben. Frauen (574 je 100.000) sind über alle Berufe hinweg etwas häufiger betroffen als Männer (420 je 100.000).

Insgesamt spielte 2020 die Diagnose Covid-19 laut TK aber eine untergeordnete Rolle bei den Krankschreibungen. Von den rund 5,3 Millionen Krankschreibungen der TK entfielen 27.579 auf Covid-19, ein Anteil von rund 0,5 Prozent. Die meisten Fehlzeiten gehen auf das Konto von psychischen Erkrankungen (19,8 Prozent), gefolgt von den Muskel-Skelett-Beschwerden (17,9 Prozent) und Krankheiten des Atmungssystems (15,3 Prozent).

12.52 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen weiter gestiegen

Die Corona-Wocheninzidenz ist in Sachsen erneut gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin gab den Wert am Montag mit 86,7 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Am Vortag lag er bei knapp 82. Neue Todesfälle wurden nicht verzeichnet. Zwei Landkreise lagen über der kritischen Marke 100: der Vogtlandkreis (247,8) und der Landkreis Nordsachsen (124,4). Am geringsten ist das Infektionsgeschehen in Leipzig mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 48,4. Bundesweit gehört Sachsen weiter zu den Ländern mit dem höchsten Infektionsgeschehen - nach Thüringen und Sachsen-Anhalt. Bundesweit liegt der Inzidenzwert aktuell bei 68,0 (Vortag: 66,1).

12.41 Uhr: Nur sieben Neuinfektionen in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag lediglich sieben neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Allerdings sind die Fallzahlen am Wochenende meist kleiner. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 22.516 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Zwei Menschen verstarben seit Sonntag in Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer seit Pandemiebeginn vor einem Jahr auf 936 Opfer. Zudem wurden binnen eines Tages fünf weitere Patienten ins Krankenhaus einwiesen. Als genesen gelten mittlerweile 20.766 Dresdner - 61 mehr als am Sonntag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, fiel seit dem Vortag leicht von 72,2 auf 71,8. Da für mögliche Neubewertungen der Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt auch diesen Wert an. Er liegt heute bei 70,6, tags zuvor waren es noch 70,7. Alle Zahlen aus Dresden (SZ+)

12.33 Uhr: Abgeordneter Löbel legt Mandat wegen Maskenaffäre sofort nieder

Der unter Druck geratene Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel legt wegen der Affäre um Geschäfte mit Corona-Masken sein Bundestagsmandat sofort nieder. "Um weiteren Schaden von meiner Partei abzuwenden, lege ich mein Bundestagsmandat mit sofortiger Wirkung nieder", teilte er am Montag mit. Mehr dazu lesen Sie hier.

12.28 Uhr: Weitere Corona-Fälle auf Kreuzfahrtschiff - 1.000 Arbeiter sitzen fest

Nach weiteren Corona-Infektionen auf dem Meyer-Kreuzfahrtschiff "Odyssey of the Seas" sitzen rund 1.000 Arbeiter und Besatzungsmitglieder auf dem Luxusliner in Bremerhaven fest. Bei fünf weiteren Personen an Bord seien Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden, wie ein Sprecher der Bremer Senatorin für Gesundheit am Montag sagte. Die Infizierten würden nun von Bord gebracht und in einem Hotel isoliert. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Papenburger Meyer-Werft, bei der das Schiff gebaut wurde, zwei Corona-Infektionen bestätigt. Die nun infizierten Personen waren laut der Gesundheitsbehörde als Kontaktpersonen der ersten beiden Fälle eingestuft und umgehend in Einzel-Kabinen isoliert worden. "Wir rechnen nicht mit weiteren Fällen", sagte der Sprecher.

Um ganz sicher zu gehen, gebe es für das Schiff zunächst aber noch keine Freigabe. Rund 1.000 Menschen, darunter Arbeiter und Besatzungsmitglieder, sitzen daher nun weiter auf dem Luxusliner fest. Die "Odyssey of the Seas" war vor rund einer Woche über die Ems in Richtung Nordsee überführt worden. Für die Endausrüstung liegt das Kreuzfahrtschiff nun in Bremerhaven. Nach Angaben der Meyer-Werft werden alle Arbeiter an Bord täglich auf das Coronavirus getestet.

Das Kreuzfahrtschiff "Odyssey of the Seas" wird am 27. Februar von der Meyer-Werft über die Ems in Richtung Nordsee überführt.
Das Kreuzfahrtschiff "Odyssey of the Seas" wird am 27. Februar von der Meyer-Werft über die Ems in Richtung Nordsee überführt. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

12.16 Uhr: Müller: Corona wirft Gleichberechtigung weltweit um Jahre zurück

Die Corona-Krise wirft die Gleichberechtigung der Frauen nach Einschätzung von Entwicklungsminister Gerd Müller weltweit um Jahre zurück. Frauen und die Ärmsten hätten als erste ihre Jobs verloren, warnte der CSU-Politiker am Montag zum Weltfrauentag. "Die dramatische weltweite Hunger- und Wirtschaftskrise führt auch dazu, dass schätzungsweise 13 Millionen Mädchen zu Früh- oder Zwangsheiraten gedrängt werden. Durch die Lockdowns steigt zudem die häusliche und sexuelle Gewalt", so Müller. Die Teilhabe von Frauen am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben zu stärken sei der beste Weg, den Wiederaufbau nach der Corona-Krise anzugehen.

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12 Uhr: Frankfurter Buchmesse plant für Oktober Präsenzmesse

Die Frankfurter Buchmesse soll in diesem Jahr vom 20. bis 24. Oktober in Präsenz stattfinden. Aussteller könnten sich ab sofort anmelden, teilte die Buchmesse am Montag mit. Die Messe sei als Präsenzveranstaltung mit ergänzenden digitalen Formaten geplant und könne flexibel an die pandemische Entwicklung angepasst werden. Die Leipziger Buchmesse hatte ihre für 27. bis 30. Mai geplanten Präsenzveranstaltungen abgesagt.

Im vergangenen Jahr hatte die Frankfurter Buchmesse lange an einer Präsenzveranstaltung im Herbst festgehalten, musste aber kurz vor Beginn den persönlichen Besuch absagen. Geschäftsführer Juergen Boos sprach in einem Interview in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" von einem Einnahmeausfall "in Höhe von mehreren Millionen Euro". Die Buchmesse habe Kosten sparen und Vertretungen im Ausland reduzieren müssen.

Die Frankfurter Buchmesse gilt als weltweit wichtigster Branchentreffpunkt für Verlage, Buchhandel, Autoren, Agenten, Dienstleister und Privatpersonen. Die 73. Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr steht unter dem Motto "Wiederbegegnung (re:connect)" und will den internationalen Rechtehandel sowie reichweitenstarke Angebote für das Publikum in den Mittelpunkt stellen.

Im Oktober soll die Frankfurter Buchmesse wieder als Präsenzmesse abgehalten werden.
Im Oktober soll die Frankfurter Buchmesse wieder als Präsenzmesse abgehalten werden. © Arne Dedert/dpa (Symbolbild)

11.36 Uhr: Urlaubsreisen grundsätzlich hoch im Kurs - Corona verunsichert

Urlaubsreisen stehen bei den Menschen in Deutschland einer Studie zufolge unverändert weit oben auf der Wunschliste, doch die Corona-Pandemie bremst die Planung. Demnach wissen 38 Prozent noch nicht, ob sie in diesem Jahr reisen werden. Das sind mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr, wie aus der am Montag vorgestellten Analyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) hervorgeht. Knapp die Hälfte plant eine Urlaubsreise. Bei der Befragung im Januar 2020 - also vor Ausbruch der Pandemie - waren es noch 71 Prozent. Nur 14 Prozent gaben an, definitiv nicht verreisen zu wollen (Vorjahr: 11 Prozent).

"Ob und wie man verreist, hängt im Wesentlichen von den Möglichkeiten in der Pandemie ab", erläuterte Tourismusexperte Martin Lohmann einen Tag vor Beginn der internationalen Reisemesse ITB. Das Branchentreffen in Berlin (9. bis 12. März) findet in diesem Jahr wegen der Pandemie online statt. Hoffnung bereitet der Branche, dass Urlaubsreisen unverändert weit oben auf der Wunschliste der Menschen in Deutschland stehen. Die große Mehrheit der Befragten (80 Prozent) schätzt trotz der Corona-Krise zudem die eigene wirtschaftliche Lage stabil ein oder erwartet sogar eine Verbesserung. "Dies ist eine weitere essenzielle Voraussetzung für ein schnelles Anspringen der Urlaubsnachfrage 2021, sobald Reisen wieder möglich ist", heißt es in der "Reiseanalyse 2021".

11.11 Uhr: Verband: Schnelltests nur in wenigen sächsischen Apotheken möglich

Corona-Schnelltests werden dem Apothekerverband zufolge wohl nur in wenigen sächsischen Apotheken möglich sein. "Wir gehen davon aus, dass nur eine geringe zweistellige Prozentzahl der rund 950 Apotheken im Freistaat dieses Angebot machen können", sagte Verbandssprecherin Kathrin Quellmalz am Montag auf Anfrage. Grund sei ein straffes Hygienekonzept, dass einen separaten Zugang sowie einen eigenen, gut belüfteten Raum für die Testungen vorsieht.

Viele Kunden hätten in den vergangenen Tagen aber bereits nach den Schnelltests gefragt. Es sei davon auszugehen, dass es einen ähnlichen Ansturm gebe wie bei den Discountern. Der Bund bezahlt allen Bürgern ab sofort wöchentlich mindestens einen Schnelltest. Tatsächlich sind die Tests an diesem Montag aber noch nicht überall durchgängig verfügbar. Für die Bereitstellung der Schnelltests sind die Bundesländer verantwortlich.

10.51 Uhr: Wegen Impfung: Mehrheit der Stadträte in Halle will OB Dienstgeschäfte verbieten

Die Mehrheit der Mitglieder des Stadtrates in Halle will Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) die Führung seiner Dienstgeschäfte verbieten. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Von den 56 Stadträten seien mindestens 32 gewillt, dem Vorschlag von Linken, Grünen, SPD und FDP in einer Sondersitzung am nächsten Montag zu folgen. Die mit 10 Stadträten größte Fraktion der CDU befände sich noch im Diskussionsprozess, sagte der Fraktionsvorsitzende Andreas Scholtyssek. Es spreche aktuell "einiges dafür", dass auch seine Fraktion dem Antrag zustimme, so Scholtyssek.

Hintergrund ist die vorzeitige Corona-Impfung Wiegands sowie mehrerer Stadträte und Mitglieder des Katastrophenstabes. Wiegand hatte seine Impfung nicht sofort, sondern erst Wochen später öffentlich gemacht. Laut der von Bund und Land festgelegten Prioritätenliste der Dringlichkeit der Impfberechtigten wäre Wiegand noch nicht an der Reihe gewesen. Während der Aufarbeitung der vorzeitigen Impfungen verwickelte sich Wiegand in Widersprüche.

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) nach seiner Aussage vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Landtag in Magdeburg.
Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) nach seiner Aussage vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Landtag in Magdeburg. © Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild

10.30 Uhr: Deutsche Industrie startet mit Rückschlag ins Jahr

Die deutsche Industrie hat zu Jahresbeginn einen Rückschlag erlitten. Im Januar lag die Gesamtproduktion 2,5 Prozent tiefer als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Der jüngste Rückgang folgt auf einen besseren Vormonat: Die bisher gemeldete Stagnation im Dezember wurde nachträglich in einen Anstieg um 1,9 Prozent korrigiert. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag die Produktion im Januar 3,9 Prozent tiefer. Trotz des jüngsten Rückschlags ist die deutsche Industrie wesentlich besser durch die Krise gekommen als die Dienstleister, da letztere viel stärker von den Corona-Beschränkungen betroffen sind.

Für herbe Belastung sorgte im Januar der Bausektor, der seinen Ausstoß um 12,2 Prozent verringerte. Das Bundeswirtschaftsministerium kommentierte, der Rückgang dürfte unter anderem durch die ungünstige Witterung verursacht worden sein. Im Januar war es zeitweise sehr kalt gewesen, auch gab es Bodenfrost. Zudem wurden Steuereffekte als Grund genannt: So gilt die coronabedingte Mehrwertsteuersenkung seit Jahresbeginn nicht mehr.

10.04 Uhr: Lindner: Sonderermittler könnte Maskenaffäre aufklären

FDP-Chef Christian Lindner hat die Einrichtung eines Sonderermittlers ins Gespräch gebracht, um die Affäre um Provisionen von Bundestagsabgeordneten bei der Beschaffung von Corona-Schutzmasken aufzuklären. Man müsse auch schauen, was "auf der anderen Seite des Beschaffungsprozesses, also in den Ministerien passiert ist", sagte Lindner am Montag in der Sendung "Frühstart" von RTL/n-tv. "Sicherlich wäre die CDU/CSU gut beraten, einen Sonderermittler zu fordern, der mit besonderen Befugnissen und Akteneinsicht als unabhängige Persönlichkeit hier Transparenz und Klarheit schafft", betonte Lindner. Ein Sonderermittler könne ganz ohne Vorverurteilung "Licht ins Dunkel" bringen. Der Vorgang könnte laut Lindner noch "deutlich" vor der Bundestagswahl abgeschlossen werden.

Die Abgeordneten Georg Nüßlein (CSU) und Nikolas Löbel (CDU) sollen Provisionen in sechsstelliger Höhe für die Vermittlung von Masken-Geschäften kassiert haben. Beide haben ihren Austritt aus der Unionsfraktion erklärt, wollen ihr Mandat aber behalten, obwohl Partei- und Fraktionsführung den Rückzug verlangen.

9.45 Uhr: Leipzig muss hohe Strafe für Verlegung des Liverpool-Spiels zahlen

RB Leipzig muss für die Verlegung seines Achtelfinal-Rückspiels in der Champions League gegen den FC Liverpool eine Strafe in Millionenhöhe zahlen. Weil Liverpool sein Heimspiel am Mittwoch aufgrund von deutschen Corona-Reisebeschränkungen in Budapest austragen muss, erhalten die Briten von Leipzig eine Entschädigung von zehn Prozent des Startgeldes. Das geht aus dem Anhang K der Regularien der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hervor. Das genaue Startgeld ist von der UEFA noch nicht kommuniziert worden. Da es in der vergangenen Saison 15,25 Millionen Euro waren, ist davon auszugehen, dass RB mindestens 1,525 Millionen zahlen muss.

9.24 Uhr: Gesund wegen Corona-Regeln: Verkauf von Erkältungsmitteln bricht ein

Weil die Menschen in Corona-Zeiten auf Abstand gehen und sich dadurch weniger erkälten, ist der Verkauf von rezeptfreien Arzneimitteln in Deutschland deutlich abgesackt. Bayer-Chef Werner Baumann nennt bei Erkältungspräparaten ein Marktminus von über 20 Prozent im vergangenen Jahr - diese Entwicklung betreffe auch seine Firma. Procter & Gamble, Stada und Sanofi vermeldeten ebenfalls Einbußen, ohne das mit Zahlen zu konkretisieren. Die Unternehmen sind bekannt für Mittel wie etwa "Wick", "Grippostad", "Mucosolvan" und "Alka-Seltzer Plus". Die gesunkene Nachfrage bekamen auch die Apotheken in Deutschland zu spüren. Die Apothekervereinigung ABDA teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass bei Erkältungs-, Durchfall- und Läusemitteln in den ersten drei Quartalen 2020 der Absatz rezeptfreier Medikamente deutlich gefallen sei. Dabei bezog sich die Vereinigung auf Daten des Marktforschers Insight Health.

Den Daten zufolge wurden bei Durchfallmitteln in den ersten neun Monaten der Vorjahre etwa 15 Millionen Packungen nachgefragt - 2020 waren es dagegen nur knapp 12 Millionen, also ein Fünftel weniger. Auch bei Erkältungsmitteln gab es Rückgänge: Fragten Apothekenkunden normalerweise knapp 150 Millionen Arzneimittel in den ersten drei Quartalen nach, waren es 2020 noch knapp 130 Millionen. Bei Läusemitteln habe sich zudem der Absatz von etwa zwei Millionen auf 1,2 Millionen Medikamente fast halbiert. In den Zahlen sind das Apothekengeschäft vor Ort und der Versandhandel inbegriffen.

8.51 Uhr: Söder: Abgeordnete in Maskenaffäre sollen Mandate abgeben und spenden

In der Affäre um Provisionen von Bundestagsabgeordneten bei der Beschaffung von Corona-Schutzmasken hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Betroffenen aufgefordert, ihre Mandate zurückzugeben. Neben der Abgabe von Ämtern wäre es auch konsequent, die Mandate abzugeben, sagte der CSU-Chef am Montag im "ZDF"-Morgenmagazin. Ein wichtiges Signal wäre ferner, Geld, dass mit diesen Geschäften verdient worden sei, zurückzugeben und zu spenden, um hier auch "moralisch" reinen Tisch zu machen. Im CSU-Präsidium werde man sich am Montagnachmittag darüber unterhalten, welche "parteilichen Konsequenzen" das haben müsse, fügte Söder hinzu.

Die CSU habe einen klaren Verhaltenskodex vor einigen Jahren aufgestellt. Auch dagegen sei klar verstoßen worden. Die Abgeordneten Georg Nüßlein (CSU) und Nikolas Löbel (CDU) sollen Provisionen in sechsstelliger Höhe für die Vermittlung von Masken-Geschäften kassiert haben. Beide haben ihren Austritt aus der Unionsfraktion erklärt, wollen ihr Mandat aber behalten, obwohl Partei- und Fraktionsführung den Rückzug verlangen. In der Krise zu helfen sei gut, damit "groß Kasse" zu machen aber nicht, betonte Söder. Insgesamt sei durch dieses Verhalten ein großer Schaden entstanden. Mehr dazu im Artikel "Masken-Affäre: Union prüft weitere Fälle"

8.47 Uhr: Apotheken: Schnelltests noch nicht überall ab sofort möglich

Die Organisation von Schnelltests stellt die Apotheken in Deutschland vor erhebliche Herausforderungen. Es werde nicht möglich sein, dies sofort überall umzusetzen, sagte die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Gabriele Regina Overwiening, am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". So müsse die Wegeführung für Testkunden zumeist eine andere sein als für andere Kunden. Es bestehe aber die Möglichkeit, außerhalb der Apotheken Räume anzumieten. Die Mitarbeiter bräuchten zudem für den eigenen Schutz eine entsprechende Ausrüstung.

Eine Vergabe von Terminen nannte Overwiening sinnvoll. Es gebe auch Apotheken, wo man sich spontan testen lassen könne. Die Arbeitslast müsse aber für die Apotheken kalkulierbar sein. Der Bund bezahlt allen Bürgern ab sofort wöchentlich mindestens einen Schnelltest. Tatsächlich sind die Tests an diesem Montag aber noch nicht überall durchgängig verfügbar. Für die Bereitstellung der Schnelltests sind die Bundesländer verantwortlich.

8.15 Uhr: Schnelltests und Selbsttests - was ist der Unterschied?

Parallel zur Lockerung von Corona-Beschränkungen setzt die Bundesregierung verstärkt auf Tests, die nicht extra im Labor ausgewertet werden müssen. Angeboten werden soll von diesem Montag an zumindest ein kostenloser Schnelltest pro Woche für alle Bürger. Dazu wird durch geschultes Personal etwa in Apotheken, Testzentren oder Praxen ein Nasen- oder Rachenabstrich genommen. Die Probe kommt auf einen Streifen, der nach 15 bis 20 Minuten mit einer Verfärbung reagiert.

Selbsttests für Zuhause können in konkreten Alltagssituationen helfen, etwa bei Privatbesuchen. Sie müssen in Apotheken, Geschäften oder im Internet gekauft werden. Selbsttests funktionieren ganz ähnlich wie die Schnelltests. Der Unterschied: Sie werden selbst durchgeführt und die Probe wird aus dem vorderen Nasenbereich entnommen. Gebrauchshinweise sind zu beachten. In absehbarer Zeit könnten auch noch Gurgel- und Spucktests hinzu kommen. Sowohl beim Schnell- als auch beim Selbsttest gilt: Ein positives Ergebnis muss unabdingbar durch einen PCR-Test überprüft werden. Und auch bei einem negativen Ergebnis sind die Corona-Regeln weiterhin einzuhalten.

Medizinisch geschultes Personal träufelt nach dem Abstrich für einen Corona-Schnelltest in eine Lösung auf die Antigen Testkasette.
Medizinisch geschultes Personal träufelt nach dem Abstrich für einen Corona-Schnelltest in eine Lösung auf die Antigen Testkasette. © Kay Nietfeld/dpa

8.02 Uhr: Weniger Corona-Tote: Zahlt sich das Impfen schon aus?

Zugegeben, im internationalen Vergleich gehört Deutschland nicht zu den Musterschülern, was das Impfen gegen Corona angeht. Israel, Großbritannien und die USA sind uns weit voraus. Doch auch hierzulande geht es voran, vor allem bei den besonders gefährdeten Senioren. Von den Pflegeheim-Bewohnern haben bereits rund zwei Drittel die 2. Dosis erhalten. Bezogen auf alle Menschen in Deutschland sind zwar erst einige Prozent geimpft, die hohen Raten bei den Senioren könnten aber schon Wirkung zeigen - nicht nur bei der Zahl der Todesfälle.

So fällt auf, dass die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete 7-Tage-Inzidenz bei den Menschen ab 80 Jahren mittlerweile deutlich niedriger ist als beim Durchschnitt der Bevölkerung. Trotz stagnierender oder sogar steigender Fallzahlen in der Gesamtbevölkerung steckten sich unter den Hochbetagten zuletzt immer weniger nachweislich mit dem Virus an. Woran das liegen könnte, erfahren Sie hier.

7.44 Uhr: Richterbund: Mehr als 10.000 Eilverfahren und Klagen wegen Corona

Nach Angaben des Deutschen Richterbundes sind im vergangenen Jahr bei deutschen Gerichten mehr als 10.000 Eilverfahren und Klagen gegen Corona-Auflagen eingegangen. "Die Gerichte haben Maßnahmen des Infektionsschutzes inzwischen in Tausenden Verfahren überprüft und nötigenfalls korrigiert", sagte der Bundesgeschäftsführer des Richterbundes, Sven Rebehn, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Ein deutlicher Rückgang der Fallzahlen zeichne sich auch in diesem Jahr an vielen Gerichten bislang nicht ab. "Zum größten Teil haben die Gerichte die angegriffenen Corona-Beschränkungen bislang bestätigt", sagte Rebehn. Eine Quote zum Ausgang der Verfahren hat der Richterbund nicht ermittelt.

7.28 Uhr: Nachhilfe-Boom in Dresden durch Homeschooling

Aufatmen bei vielen Dresdner Schülern und Eltern. Ab dem 15. März sollen die Kinder ab der 5. Klasse wieder in die Schulen zurückkehren. Wenn die Inzidenz nicht über 100 steigt. Und die Rückkehr wird auch Zeit, finden viele Eltern. Die Motivation ihrer Kinder habe im Homeschooling zuletzt stark nachgelassen. Aus Sorge um große Bildungslücken beim Nachwuchs melden sich jetzt viele zur Nachhilfe an.

Nico Kühnold, Inhaber der Nachhilfeagentur Schülerhilfe, rechnet ab der Schulöffnung wieder mit deutlich erhöhter Nachfrage in Dresden. "Eltern und Schüler beklagen sich bei uns im Lockdown nicht nur über die technischen Unzulänglichkeiten der Lernplattform LernSax. Viele Eltern berichten uns über die stark nachlassende Motivation ihrer Kinder für schulische Belange", so Kühnold. Schüler bekämen oft nur Aufgaben in LernSax bereitgestellt und müssten diese dann termingerecht abgeben. Wie die Kinder das bewältigen und wo Probleme liegen, erfahren Sie hier (SZ+)

Homeschooling ist weder für die Schüler noch für die Eltern leicht.
Homeschooling ist weder für die Schüler noch für die Eltern leicht. © Bistrosch

7.02 Uhr: Mit Maske weniger leistungsfähig bei Sport - kein Risiko bei Gesunden

Sport bedeutet Anstrengung - und mit einem Mund-Nasen-Schutz wird es noch anstrengender. Das zeigen Forscher in einer im "European Respiratory Journal" vorgestellten Studie. Wohl weil es den Probanden schwerer fiel, ein- und auszuatmen, konnten sie mit chirurgischer oder FFP2-Maske demnach rund 10 Prozent weniger Leistung bringen. "Diese Reduktion ist gering - entscheidend ist, dass sie nicht auf ein Risiko für gesunde Menschen hindeutet, die mit einer Gesichtsmaske trainieren, selbst wenn sie an ihre äußersten Kapazitäten kommen", erklärt der Kardiologe Massimo Mapelli von der Universität Milan, Mitautor der Studie. Allerdings ist die Studie klein: Lediglich zwölf Frauen und Männer wurden einbezogen, alle keine professionellen Sportler, im Durchschnitt 40 Jahre alt und gesund.

Während die Probanden jeweils mit und ohne Maske auf einem Fahrradergometer trainierten, maßen die Forscher Herzaktivität, Blutdruck, Atmung und Sauerstoffgehalt im Blut. Ihre Erkenntnisse deuten darauf hin, dass medizinische Masken von gesunden Menschen selbst bei intensiver Bewegung ohne Probleme getragen werden können. "Während wir darauf warten, dass mehr Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden, könnten diese Erkenntnisse dazu beitragen, dass es sicherer wird, Fitnessstudios zu öffnen", so Mapelli. Ob die sportliche Betätigung mit Maske bei Menschen etwa mit Herz- oder Lungenkrankheiten ebenso sicher sei, müsse allerdings noch eingehend untersucht werden.

6.47 Uhr: Gräfe: "Spielleitung in Corona-Zeiten anspruchsvoller geworden"

Ein Fußball-Spiel ohne Zuschauer stellt Schiedsrichter Manuel Gräfe vor andere Herausforderungen. "Die Spielleitung ist in Corona-Zeiten anspruchsvoller geworden", schrieb der 47-Jährige in einer Kolumne für den "kicker". "Die Heimteams verzichten ohne das Publikum im Rücken auf die eine oder andere Unsportlichkeit. Dafür testen die Auswärtsteams, denen aktuell kein Chor an Pfiffen begegnet, die Grenzen aus. Das Publikum fehlt den Teams als Multiplikator und als Korrektiv", schrieb Gräfe.

Einen Vorteil durch die fehlende Geräuschkulisse habe er nicht. "Dass es einem Schiedsrichter viel nützt, dass er jetzt jedes vermeintliche Foul hört, empfinde ich nicht so", schrieb Gräfe. "Nicht jeder Kontakt ist ein Foul. Bei abgefälschten Bällen, aus denen zum Beispiel Ecken resultieren, kann das Geräusch durchaus ein Hilfsmittel sein. Aber für mich ist maßgeblich, was ich sehe - nicht, was ich höre", schrieb der Berliner.

6.26 Uhr: Landkreis Görlitz: Corona-Innovationen in Höchstgeschwindigkeit

Wissenschaftler und Ingenieure aus dem Landkreis Görlitz haben in den vergangenen zwölf Monaten Corona-Innovationen in Höchstgeschwindigkeit entwickelt. Die Neuerungen entstanden unter anderem im Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz, dem Görlitzer Casus-Zentrum für digitale interdisziplinäre Systemforschung und beim Elektronik-Entwickler "Digades" in Zittau. "Bei unseren Projekt, einer Atemschutzmaske aus dem 3-D-Drucker, ging darum, einen Beitrag zur kurzfristigen Schließung regionaler Versorgungslücken zu leisten", sagt Sebastian Scholz, Leiter des Kunststoffzentrums.

Forschungsgelder flossen unter anderem auch in einen Corona-Warn-Buzzer, der als eigenständige Rückverfolgungs-App ohne Smartphone funktioniert, eine Plattform für passgenaue Teststrategien und die Entwicklung eines Raumluftreinigers. Der Freistaat Sachsen unterstützt Unternehmen und Forschungseinrichtungen bei Innovationen zum Thema "Corona" mit rund 16 Millionen Euro aus dem Pandemie-Bewältigungsfonds.

Casus-Institutsleiter Dr. Michael Bussmann im Institutsgebäude am Untermarkt in Görlitz.
Casus-Institutsleiter Dr. Michael Bussmann im Institutsgebäude am Untermarkt in Görlitz. © Miriam Schönbach/dpa-Zentralbild

6.12 Uhr: Politökonomin Göpel: Gegen Klimawandel ist Corona-Krise "pillepalle"

Die Politökonomin Maja Göpel plädiert für eine radikale Wende hin zu nachhaltigerem Wirtschaften. In ihrem Bestseller "Unsere Welt neu denken" beschreibt sie die Klimakrise und zeigt auf, was aus ihrer Sicht falsch läuft. "Ich finde schon, dass Corona lehrt, das Leben zu schützen." Verglichen mit der Umweltzerstörung, dem Absinken von Grundwasserspiegeln oder dem rasanten Artensterben sei die Corona-Pandemie "pillepalle".

"Bisher haben wir an den großen Kreisläufen nichts getan", sagte die Wissenschaftlerin, die Scientists for Future mitgründete und wissenschaftliche Direktorin des New Instituts in Hamburg ist. So sei 2008 nach der Bankenkrise ein "verrottetes System" wieder aufgebaut worden. Es brauche meist "Schocks von außen", um Routinen zu unterbrechen. Wichtig ist ihr in Corona-Zeiten, von Eltern und Kindern nicht immer mehr zu fordern. "Wir sollten den Druck von der Schule nehmen, Bildung ist etwas anderes als Einbimsen und Ausspucken. Wir sollten loslassen vom Notendruck", schlägt Göpel vor, die bei Potsdam wohnt und auch an der Leuphana Universität in Lüneburg lehrt.

5.44 Uhr: Sachsen lockert Corona-Regeln - Stufenplan hängt von Infektionen ab

Drei Monate nach Beginn des Lockdowns lockert Sachsen wie andere Bundesländer ab Montag einige Corona-Regeln. Der Freistaat will angesichts leidvoller Erfahrungen mit den bundesweit höchsten Inzidenzzahlen im Dezember aber Vorsicht walten lassen. Deshalb werden einzelne Öffnungsschritte an umfassende Testpflichten geknüpft. Grundsätzlich orientiert sich der Freistaat aber an den Vereinbarungen, die Bund und Länder am vergangenen Mittwoch trafen. So öffnen am Montag wieder Buchläden, Gartenmärkte, Baumärkte und Blumengeschäfte mit einem Hygienekonzept und begrenzter Kundenzahl. Ausgangsbeschränkungen werden aufgehoben. Weitere Lockerungen hängen vom Unterschreiten bestimmter Werte bei den Corona-Neuinfektionen ab.

5.20 Uhr: 5.011 Corona-Neuinfektionen und 34 neue Todesfälle registriert

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 5.011 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Montag hervor. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 34 neue Todesfälle verzeichnet - und damit ein neuer Tiefstand im Jahr 2021. Der Wert ist aber mit Vorsicht zu genießen: Er bezieht sich explizit nicht darauf, wie viele Menschen binnen eines Tages gestorben sind. Es geht um die Zahl der Meldungen an das RKI. Darin können auch Todesfälle enthalten sein, die schon einige Zeit zurückliegen. Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen zudem meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 4.732 Neuinfektionen und 60 neue Todesfälle verzeichnet. Am Montag davor lag die Zahl der neuen Todesfällen bei 62, am Montag den 11.1. lag der Wert bei 343. Niedriger als an diesem Montag war die Zahl der neuen Todesfälle zuletzt am 1. November 2020 gewesen: An dem Sonntag wurden 29 neue Fälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 68,0 - und damit höher als am Vortag (66,1). Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stagnierte sie allerdings, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte. Vor vier Wochen, am 8. Februar, hatte die Inzidenz bei 76 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.505.193 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.310.900 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 71.934.Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 1,06 (Vortag 1,06). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 106 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Montag 4.57 Uhr: Italien verschärft Corona-Beschränkungen: Kampanien ist Rote Zone

Italien hat wegen steigender Corona-Zahlen in mehreren Regionen die Beschränkungen verschärft. Viele Schulen bleiben dort ab Montag wieder geschlossen, Restaurants in betroffenen Gebieten dürfen nicht mehr für Gäste öffnen. Die süditalienische Urlaubsregion Kampanien, zu der Neapel und die Amalfiküste gehören, ist nun als dritte Region in dem 60-Millionen-Einwohner-Land eine Rote Zone mit den schärfsten Corona-Sperren. Das hatte das Gesundheitsministerium in Rom am Freitag festgelegt. Bisher sind schon die Basilikata im Süden und die kleine Adria-Region Molise solche Roten Zonen. In diese Gebieten müssen alle Schulen zu sein.

Die Menschen sollen ihre Wohnungen möglichst selten verlassen. Italiens Regierung kämpft seit Herbst 2020 mit dem Instrument einer regionalen Einteilung in mehrere, farblich gekennzeichnete Risikozonen gegen die Pandemie. Am Montag wurden in diesem System auch weitere Gebiete wegen steigender Werte hochgestuft zu Orangen Zonen. Darunter ist Venetien im Norden. Die benachbarte Lombardei, wo rund zehn Millionen Menschen leben, gehört ohnehin schon zu der mittleren Risikozone. Das gilt ebenso für die Toskana und Umbrien. Der Agrarverband Coldiretti rechnete vor, dass seit Montag zwei von drei Restaurants für Gäste dicht sind. Außer-Haus-Verkauf ist aber möglich.

Corona-Pandemie: Das geschah am Sonntag

17.54 Uhr: Studie gestartet: Großbritannien infiziert Freiwillige mit Corona

In Großbritannien sind die ersten Freiwilligen im Zuge einer Studie mit Corona infiziert worden. Die sogenannten Human-Challenge-Analysen hätten am Samstag begonnen, bestätigte das britische Gesundheitsministerium am Sonntag. Nach früheren Angaben der britischen Regierung handelt es sich um die erste Studie weltweit, bei der Menschen gezielt mit Sars-CoV-2 infiziert werden.

"Das Human-Challenge-Programm wird die Entwicklung von Impfstoffen und Behandlungen gegen Covid-19 verbessern und beschleunigen", sagte eine Sprecherin des Ministeriums. "Die erste Gruppe von Freiwilligen hat nun am Royal Free Hospital in London mit der Virus-Charakterisierungs-Studie begonnen." Die Probanden würden "in einer sicheren und kontrollierten Umgebung dem Virus ausgesetzt, rund um die Uhr überwacht von Medizinern und Wissenschaftlern", hieß es.

17.20 Uhr: Tschechische Regierung warnt vor kritischer Woche - Proteste in Prag

In Tschechien wird mit einer weiteren Zunahme der Anzahl der Covid-19-Intensivpatienten gerechnet. "Die nächste Woche wird am kritischsten", sagte Gesundheitsminister Jan Blatny am Sonntag im Fernsehsender CT. Er gehe davon aus, dass bis zu 300 Ärzte und 1000 Krankenpfleger aus dem ambulanten Bereich zum Einsatz in den Krankenhäusern verpflichtet werden müssen.

Am Sonntag waren knapp 7.900 Menschen in stationärer Behandlung. Davon waren mehr als 1.700 in einem schweren Zustand oder mussten beatmet werden.

Der Lockdown war zuletzt noch verschärft worden. In Prag versammelten sich am Nachmittag Corona-Leugner, Gegner der Schutzmaßnahmen und Kritiker der Regierung zu zwei Kundgebungen. Die Polizei kontrollierte den Zugang zu zwei großen Plätzen im Stadtzentrum, um die Begrenzung der Teilnehmerzahl auf jeweils 100 Personen durchzusetzen. Die Demonstranten skandierten Slogans wie "Lasst uns durch" und "Stasi". Hunderte Bereitschaftsbeamte in voller Montur waren im Einsatz. Es kam zu kleineren Zusammenstößen. Mehrere Personen seien festgenommen worden, teilte die Polizei mit.

Ein Polizist beobachtet in Prag einen Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Masssnahmen.
Ein Polizist beobachtet in Prag einen Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Masssnahmen. © CTK

16.50 Uhr: Allergologen: Masken können bei Heuschnupfen helfen

Die gegen das Coronavirus eingesetzten Masken können auch Pollen auffangen und so Heuschnupfen-Symptome in der Pollensaison verringern. "Egal welche Maske man trägt, es ist sehr wahrscheinlich, dass Pollen durch das Material abgehalten werden", sagte der Allergologe und Leiter der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst, Karl-Christian Bergmann. Dadurch könnte die Menge eingeatmeter Pollen zumindest reduziert werden.

Der Allergologe Arthur Helbling konkretisierte in einem Interview mit dem Schweizer Allergiezentrum, dass FFP2-Masken zwar besser filterten, die Entzündungssymptome bei Heuschnupfen aber "kaum zusätzlich" verringerten. Bereits gewöhnliche Hygienemasken seien für die meisten Pollen schon nicht mehr durchlässig, so Helbling, Leiter der Allergologisch-Immunologischen Poliklinik am Inselspital Bern. Wer trotz Maske niesen müsse, solle diese regelmäßig wechseln. "Ist die Maske feucht, bietet sie kaum mehr Schutz, weder vor Pollen noch vor Viren."

16.05 Uhr: Britischer Virus-Typ breitet sich im Kreis Görlitz aus

Die britische Mutation des Coronavirus setzt sich jetzt auch im Landkreis Görlitz immer stärker durch. Übers Wochenende wurde bei 16 positiven Corona-Tests die britische Variante nachgewiesen. Da nur ein Bruchteil der positiven Tests auf die Mutation geprüft wird, dürfte ihr Anteil weitaus größer sein, als es die offiziellen Zahlen nahelegen.

Stabil ist hingegen die Lage in den Krankenhäusern im Landkreis. Dort befinden sich nur 53 Corona-Patienten auf den Stationen. Acht von ihnen benötigen eine intensivmedizinische Betreuung, sechs davon werden nach Angaben des bundesweiten Intensivregisters Divi beatmet.

15.20 Uhr: Corona-Inzidenz in Dresden steigt deutlich an

Das Dresdner Gesundheitsamt hat am Sonntag 16 weitere Corona-Infektionen gemeldet, am Samstag waren es 65. Damit haben sich bisher 22.509 Menschen in der Stadt nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

Bei 20.705 Personen geht das Gesundheitsamt davon aus, dass sie die Infektion bereits überstanden haben. Abzüglich aller Verstorbenen bedeutet dies, dass zurzeit 870 Infektionen aktiv sind, 14 weniger als am Samstag angegeben.

13.45 Uhr: Tui wünscht sich klare Vorgaben für Reisen

Der Touristikkonzern Tui hat die verantwortlichen Politiker aufgefordert, den Reiseanbietern klare Vorgaben für Urlaubsreisen unter Corona-Bedingungen zu machen. "Wer jetzt eine Reise bucht, möchte wissen, wann er wieder ins Flugzeug steigen oder an Bord eines Schiffes gehen kann", sagte der Vorsitzende der Tui- Deutschland-Geschäftsführung, Marek Andryszak, dem Portal "T-Online" (Sonntag). "Mein Appell an die Politik lautet deshalb: Gehen Sie mit uns eine Partnerschaft ein, machen Sie Vorgaben fürs Verreisen. Und wir setzen das dann um."

Nach Ansicht von Andryszak könnte es "eine klare Ansage geben, dass jeder Urlauber vor der Abreise einen negativen Test vorweisen muss, der nicht älter als 48 Stunden ist". Die Reiseanbieter sollten diesen kontrollieren. "Wer keinen hat, fliegt nicht mit. Und genauso könnte man es bei der Rückreise halten."

13.15 Uhr: Regierung erwartet deutlichen Anstieg der Insolvenzen

Die Bundesregierung erwartet als Folge der Corona-Pandemie eine erheblich steigende Zahl an Firmenpleiten. "Nach Einschätzung der Bundesregierung wird sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2021 deutlich erhöhen", heißt es in einer Regierungsantwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion, die der "Augsburger Allgemeinen" vorliegt.

Aktuelle Einschätzungen gingen davon aus, dass es im Vergleich zu 2019 mit 18 749 Fällen einen Anstieg im vierstelligen oder niedrigen fünfstelligen Bereich geben werde, zitierte die Zeitung aus der Antwort. Dennoch sei "keine massive Insolvenzwelle in der Breite der Realwirtschaft zu erwarten", heißt es demzufolge in dem Schreiben des zuständigen Justizministeriums. Solche Prognosen seien "allerdings mit hoher Unsicherheit behaftet".

12.50 Uhr: Grenzüberschreitendes Forschungsprojekt zu Virusvarianten startet

In einem grenzüberschreitenden Projekt zur Ausbreitung von Coronavirus-Varianten werden künftig in Dresden Proben aus Sachsen, Tschechien und Polen analysiert. So sollen ab Montag am Universitätsklinikum wöchentlich 150 Tests gesammelt und sequenziert werden. "Die Sequenzierungen werden uns helfen, einen noch genaueren Überblick über Auftreten und Verbreitung von Mutationen zu erhalten sowie gegebenenfalls entsprechende Schutzmaßnahmen anzupassen", erläuterte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Sonntag. "Das Coronavirus lässt sich nur gemeinsam bekämpfen." Der Bund unterstützt das Projekt finanziell.

12.15 Uhr: Maskenpflicht am Steuer fällt ab Montag in Sachsen weg

Sachsen kippt die seit 15. Februar geltende Masken-Regelung im Auto. Demnach müssen künftig nur noch die Fahrzeuginsassen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie nicht zu einem Hausstand gehören. Die Person hinterm Lenkrad sei von dieser Pflicht ausgenommen, stellte Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) in der Kabinettspressekonferenz am Freitag klar. Mit dieser Veränderung trage man Bedenken Rechnung, die nach Inkrafttreten der Corona-Schutzverordnung Mitte des vergangenen Monats von verschiedenen Akteuren geäußert geworden waren.

Unter anderem hatte sich der ADAC Sachsen in einem offenen Brief an CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer gewandt und gewarnt, für Brillenträger könne das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes riskant werden, wenn die Gläser beschlagen. „Am Steuer ist eine Sichtbehinderung aber nicht nur unerwünscht, sie ist schlichtweg gefährlich“, so ADAC-Regionalchef Klaus Klötzner. Paragraf 23 der Straßenverkehrsordnung besage, dass „jegliche Sichtbehinderung ausgeschlossen“ sein müsse.

Auch mit einer anderen Passage des Paragrafen sei das Maskengebot kollidiert, so der ADAC. Vorgeschrieben sei, dass das Gesicht des Fahrzeugführers immer erkennbar sein muss. „Greift man am Steuer nun zur Sonnenbrille, während man Maske trägt, stellte das ebenfalls ein Vergehen dar“, so Klötzner. Autofahrer hätten vor der Frage gestanden, ob sie sich im Auto für Verkehrssicherheit oder den gegenseitigen Gesundheitsschutz entscheiden sollen. Ein durchweg regelkonformes Handeln sei mit der alten Verordnung nicht möglich gewesen.

11.40 Uhr: Nordrhein-Westfalen nimmt Covid-Patienten aus der Slowakei auf

Nordrhein-Westfalen nimmt schwer kranke Covid-Patienten aus der Slowakei auf. Aktuell habe die Landesregierung der slowakischen Seite insgesamt zehn Krankenhausplätze angeboten, erklärte der Düsseldorfer Europa-Minister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) am Wochenende. Die ersten beiden Patienten sind bereits vom Klinikum Dortmund aufgenommen worden, wie das Krankenhaus am Sonntag auf Anfrage bestätigte. Die betroffenen Patienten seien schwerst erkrankt und würden beatmet. Das Klinikum Dortmund hatte in der Vergangenheit bereits zwei Corona-Patienten aus den Niederlanden behandelt.

11.14 Uhr: So funktioniert "Click & Meet" ab Montag in Sachsen

Mal wieder im Laden stehen, eine Hose vorm Spiegel anprobieren und eine Bluse in die Hand nehmen? Das geht bald wieder! Unter dem Namen "Click & Meet" soll ab Montag, den 8. März das Shoppen per Termin möglich sein. Wie es funktioniert und was das für die Händler bedeutet, lesen Sie hier.

10.50 Uhr: Maskenaffäre kostet den CDU-Bundestagsabgeordneten den Job

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel zieht sich im Zuge der Affäre um Geschäfte mit der Beschaffung von Corona-Masken aus der Politik zurück. Er werde sein Bundestagsmandat Ende August niederlegen und auch nicht mehr für den nächsten Bundestag kandidieren, teilte Löbel am Sonntag mit. Zugleich werde er seine Mitgliedschaft in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sofort beenden. "Ich übernehme die Verantwortung für mein Handeln und ziehe die notwendigen politischen Konsequenzen."

Löbel hatte am Freitag eine Beteiligung an Geschäften mit Corona-Schutzmasken eingeräumt. Löbels Firma kassierte demnach Provisionen von rund 250.000 Euro, weil sie Kaufverträge über Masken zwischen einem baden-württembergischen Lieferanten und zwei Privatunternehmen in Heidelberg und Mannheim vermittelt hatte.

Nikolas Löbel
Nikolas Löbel © dpa/Jörg Carstensen

10.05 Uhr: Schulen öffnen: Englische Lehrer singen Take-That-Song für Schüler

Musikalische Vorfreude: Mit einer Lockdown-Version des Take-That-Hits "Back for Good" begrüßen drei Lehrer in England ihre Schüler nach monatelanger Schließung zurück an der Schule. "Und wir werden zusammen sein, Daumen gedrückt, diesmal für immer. Wir werden kämpfen, und wir werden für immer in unserer Hoffnung vereint sein, wir werden nie wieder im Lockdown sein", singen die Leiter der King's School in Rochester, rund 50 Kilometer südöstlich von London.

In England öffnen an diesem Montag die Schulen wieder. Es ist der erste Schritt im stufenweisen Regierungsplan für eine Lockerung der Corona-Maßnahmen. Frühestens am 21. Juni sollen alle Restriktionen wieder aufgehoben sein.

9.37 Uhr: Noch zwei sächsische Landkreise über 100er-Corona-Inzidenzwert

Die Corona-Wocheninzidenz ist in Sachsen erneut gestiegen. Am Sonntag gab das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin den Wert mit knapp 82 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an - nach 78 am Vortag. Allerdings lagen nur noch zwei Landkreise über der kritischen 100er-Marke: der Vogtlandkreis (243) und der Landkreis Nordsachsen (112). Im Erzgebirgskreis sank die Inzidenz auf 99. Am geringsten ist das Infektionsgeschehen in Leipzig mit einer 7-Tage-Inzidenz von 49.

Insgesamt wurden dem RKI bis Sonntagmorgen (Stand: 3.11 Uhr) 574 neue Corona-Infektionen aus Sachsen gemeldet sowie drei weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl seit Ausbruch der Pandemie vor gut einem Jahr stieg damit auf knapp 198.000 bestätigte Infektionen sowie 7.986 Menschen, die im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben sind.

Bundesweit gehört Sachsen weiter zu den Ländern mit dem höchsten Infektionsgeschehen - gleichauf mit Sachsen-Anhalt und hinter Thüringen.

9.08 Uhr: Immunologe: Menschen mit meisten Kontakten vorrangig impfen

Der Immunologe Michael Meyer-Hermann empfiehlt, Menschen für Corona-Impfungen nach der Menge ihrer Kontakte zu priorisieren. Jene mit vielen Kontakten zuerst zu impfen "hätte eine viel größere Wirkung", als weiter nach Alter vorzugehen, sagte der Experte vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. Durch die Impfung zuerst der älteren Bevölkerung sei die Todesrate deutlich gesenkt worden - aber dies sei die Gruppe mit den wenigsten Kontakten, eine Auswirkung auf die Epidemie sei daher nicht zu erwarten.

Wegen der Ausbreitung der Virusvariante B.1.1.7 hält er die beschlossenen Lockerungen für gefährlich und erwartet, dass die Infektionszahlen "explosionsartig ansteigen werden" wie zuvor in Irland, England, Portugal und Tschechien. Aus Gesprächen mit Bundes- und Landesregierungen wisse er: "Man kann nicht sagen, dass die Politik nicht weiß, welche Folgen Maßnahmen haben werden."

Michael Meyer-Hermann
Michael Meyer-Hermann © dpa

8.32 Uhr: Polizei löst Party in Saarbrücken mit 35 Menschen auf

Die Polizei in Saarbrücken hat eine größere Party in einem Mehrparteienhaus mit 35 Menschen beendet. Wie die Polizei mitteilte, feierten zahlreiche Menschen in der Nacht zu Sonntag ohne Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln einen Geburtstag in den Kellerräumlichkeiten des Hauses. Die Partygäste trugen keine Mund-Nasen-Bedeckungen, einige machten den Beamten gegenüber falsche Angaben über ihre Meldeadressen. Eine Person habe versucht, eine gänzlich falsche Identität anzugeben.

Es seien sogar Gäste aus Hessen angereist, um bei den Feierlichkeiten dabei zu sein, teilte die Polizei weiter mit. Dem durch die Einsatzkräfte ausgesprochenen Platzverweis seien die feierfreudigen Gäste teilweise nur widerwillig nachgekommen. Die Polizei habe gegen alle Beteiligten ein Verfahren wegen Verstößen gegen die Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eingeleitet.

8.09 Uhr: Kostenlose Schnelltests - Kritik an Spahn

Ab Montag soll jeder Bürger nach der jüngsten Vereinbarung von Bund und Ländern wöchentlich einen kostenlosen Corona-Schnelltest erhalten können - doch zum Start wird das wohl nicht gleich überall der Fall sein. Die Koalitionspartner SPD und auch CSU machen dafür Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verantwortlich und attackieren ihn hart. In der CDU wird dies aber zurückgewiesen.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Mitte Februar hat Gesundheitsminister Jens Spahn kostenlose Schnelltests für alle versprochen. Und er hat behauptet, er habe für Deutschland 500 Millionen Tests vertraglich gesichert. Das war ein großes Versprechen und hat sehr hohe Erwartungen geweckt, die er nicht einhalten konnte." Ihr Land habe nun selbst Tests beschafft, sagte Dreyer, die am Sonntag in einer Woche die Landtagswahl gewinnen will.

Sonntag, 7.45 Uhr: RKI registriert 8.103 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 8.103 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 96 neue Todesfälle verzeichnet. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 7.890 Neuinfektionen und 157 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 66,1 - und damit im Vergleich zum Vortag (65,6) etwas höher. Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stagnierte sie allerdings, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte.

Corona-Pandemie: Das geschah am Samstag

17.49 Uhr: Corona-Hilfen aus Europäischem Garantiefonds fließen spärlich

Der zu Beginn der Corona-Krise vereinbarte Europäische Garantiefonds für kleine und mittlere Unternehmen hat bisher nur wenig geholfen. Bis zu 200 Milliarden Euro sollte das Instrument mobilisieren, doch wurde bis Ende Januar nur ein Finanzierungsvertrag über 100 Millionen Euro gezeichnet. Das sei die neueste verfügbare Zahl, bestätigte die Europäische Investitionsbank EIB auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Hintergrund sind monatelange Verzögerungen bei der Gründung des neuen Fonds, der im April 2020 als Teil eines 540-Milliarden-Pakets von den EU-Staaten verabredet worden war. Die Idee war, dass die EU-Staaten den Garantiefonds mit 25 Milliarden Euro bestücken und dass die EIB damit Unternehmenskredite absichert - vor allem für den Mittelstand. So sollten bis zu 200 Milliarden Euro an Liquidität mobilisiert werden. "Rasch geeignete Hilfe", versprach EIB-Präsident Werner Hoyer im Mai 2020.

Doch dauerte es nach Angaben der EIB bis Juli, bis ausreichend Kapital durch die nötige Zahl von Mitgliedsstaaten gezeichnet war. Anschließend verzögerte sich die beihilferechtliche Freigabe durch die EU-Kommission, weil Anträge einiger beteiligter EU-Staaten fehlten. Deutschland lieferte dieses Papier nach Angaben der EU-Kommission erst am 20. November. Am 14. Dezember erteilte die Brüsseler Behörde die letzte Genehmigung.

Erst danach konnte die EIB Finanzierungsverträge abschließen. Projekte bewilligte das zuständige Gremium allerdings bereits seit Oktober - bis Ende Januar waren es nach EIB-Angaben Vorhaben für 6,3 Milliarden Euro. Durch die vom Fonds abgesicherten Kredite erhofft man sich Investitionen für insgesamt 50,6 Milliarden Euro. Diese "Hebelung" entsteht, wenn private oder andere öffentliche Geldgeber mit einsteigen.

17.18 Uhr: Rund 200 Menschen nach Corona-Ausbruch in Kita in Quarantäne

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Kindergarten in Geislingen an der Steige in Baden-Württemberg müssen etwa 200 Menschen in Quarantäne. Bei insgesamt neun Kindern und Erziehern aus mehreren Gruppen des Kindergartens sei das Coronavirus nachgewiesen worden, wobei es sich in mindestens zwei Fällen um die zunächst in Großbritannien entdeckte ansteckendere Corona-Variante handle, teilte das Landratsamt Göppingen am Samstag mit. Zudem sei das Virus bereits in mindestens fünf Fällen im familiären Umfeld einzelner Kindergartenkinder oder -mitarbeiter entdeckt worden, auch hier teils in mutierter Form.

Das Gesundheitsamt ordnete daraufhin laut Landratsamt eine Quarantäne für alle positiv getesteten Kinder und Erwachsene, deren Kontaktpersonen sowie weitere Haushaltsangehörige an. Alleine in der Stadt Geislingen seien in diesem Zusammenhang mindestens 200 Quarantänen notwendig.

16.53 Uhr: Chef von Pfizer Deutschland würde auch Konkurrenz-Vakzin nehmen

Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland, Peter Albiez, würde sich auch mit dem Impfstoff des Konkurrenten Astrazeneca impfen lassen. "Den würd' ich nehmen, den Impfstoff, ja", sagte Albiez im Live-Programm von "Bild" auf eine entsprechende Frage. Jeder von der EU-Arzneimittelbehörde EMA geprüfte Impfstoff sei sicher und verträglich. "Jede Impfung schützt einen selbst, und jede Impfung ist ein wichtiger Schritt", sagte der Pfizer-Manager. Nötig sei "eine größere Dynamik" beim Impfen. Albiez forderte, in den kommenden Monaten dafür "alles zu mobilisieren".

In der EU sind bisher drei Corona-Impfstoffe zugelassen worden. Sie stammen von den Herstellern Pfizer/Biontech, Moderna und AstraZeneca. Am 11. März wird die EMA voraussichtlich auch die Zulassung des Impfstoffes des US-Herstellers Johnson&Johnson empfehlen.

16.25 Uhr: Hunderte Arbeiter sitzen wegen Infektionsfällen auf Kreuzfahrtschiff fest

Wegen zwei Coronavirus-Fällen auf dem neugebauten Kreuzfahrtschiff „Odyssey of the Seas“ sitzen Hunderte Arbeiter auf diesem fest. Sie dürfen das Schiff nach Anordnung des Hafenärztlichen Dienstes vorerst nicht verlassen, wie die Meyer-Werft am Samstag mitteilte. Bei zwei Arbeitern war demnach das Virus festgestellt worden, der Luxusliner liege daher vorerst in Bremerhaven fest, wie ein Werftsprecher sagte. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Der Meyer-Werft zufolge waren die Fälle am Mittwoch bekannt und am Donnerstag mit PCR-Tests bestätigt worden. Die Infizierten seien separiert worden. Ob sie zwischenzeitlich von Bord gebracht wurden, war laut Sprecher nicht bekannt. Weitere Fälle gebe es bislang nicht. Die Mannschaft werde täglich getestet, über das weitere Vorgehen werde noch mit den Behörden beraten, hieß es.

Die „Odyssey of the Seas“ war am vergangenen Wochenende über die Ems Richtung Nordsee überführt worden. Die Endausrüstung der „Odyssey of the Seas“ soll nun in Bremerhaven stattfinden.
Die „Odyssey of the Seas“ war am vergangenen Wochenende über die Ems Richtung Nordsee überführt worden. Die Endausrüstung der „Odyssey of the Seas“ soll nun in Bremerhaven stattfinden. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

15.58 Uhr: NRW nimmt schwerkranke Corona-Patienten aus der Slowakei auf

Nordrhein-Westfalen nimmt kurzfristig schwerkranke Covid-19-Patienten aus der besonders von der Pandemie betroffenen Slowakei auf. Am Samstag wurden am Flughafen Dortmund die ersten beiden Patienten erwartet, die mit einer Chartermaschine nach Deutschland kommen sollten, teilte die Landesregierung mit. Sie sollen am Klinikum Dortmund behandelt werden. In den nächsten Tagen könnten weitere Patienten kommen. Insgesamt habe NRW der Slowakei zehn Plätze zur Behandlung von Covid-19-Patienten angeboten.

Die Slowakei ist besonders von der Corona-Pandemie betroffen. Bezogen auf die Bevölkerungszahl hat das Land mittlerweile die höchste Zahl an Corona-Toten weltweit, und die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt weiter.

15.36 Uhr: Weiterhin drei Landkreise in Sachsen über kritischem 100er-Wert

Das Corona-Infektionsgeschehen in Sachsen stagniert weiter. Wie das Gesundheitsministerium am Sonnabend bekannt gab, stieg die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen binnen 24 Stunden um 583 Fälle. Am Freitag waren es 517, am Sonnabend vor einer Woche 459. Damit gibt es seit Beginn der Pandemie im März 2020 im Freistaat 197.934 von Laboren bestätigte Fälle. 7.981 Menschen starben, von Freitag auf Sonnabend kamen sieben Todesfälle dazu. 182.550 Menschen in Sachsen gelten als genesen.

Drei Landkreise in Sachsen bleiben unterdessen über dem kritischen Wochenwert von 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Das sind der Vogtlandkreis (201), der Erzgebirgskreis (103) und der Landkreis Nordsachsen (124), wie aus einer Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag hervorgeht (Stand: 6. März, 3.11 Uhr). Für Sachsen insgesamt wurde der Wert mit 78 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen ausgewiesen. Das ist der dritthöchste Wert bundesweit nach Thüringen und Sachsen-Anhalt.

14.57 Uhr: Protest gegen Corona-Auflagen in Leipzig geringer als erwartet

Gegner der Corona-Maßnahmen haben für ihren Protest in Leipzig weit weniger Menschen mobilisieren können als angekündigt. Die Polizei sprach am Samstagnachmittag in einer ersten Schätzung von etwa 350 Fahrzeugen bei den verschiedenen Autokorsos, die sich auch aus anderen Städten Sachsens und Sachsen-Anhalts auf den Weg in die Messestadt gemacht hatten. Angemeldet waren etwa 1.000 Fahrzeuge. Die Teilnehmer hatten Plakate an die Autoscheiben geheftet und dabei etwa die Impfungen kritisiert.

Nach Angaben der Polizei hatten mehrere Teilnehmer an einem Startpunkt in Leipzig-Grünau ihre Autokennzeichen abgeklebt. Dagegen seien die Einsatzkräfte vorgegangen, hieß es. An einem Gegenprotest beteiligten sich laut Polizei ersten Schätzungen zufolge mehr als 1.000 Menschen in der Stadt. Sie machten sich unter dem Motto "Querdenken ausbremsen" per Fahrrad und Motorrad aus verschiedenen Stadtteilen auf den Weg zum Augustusplatz im Zentrum. Dort gab es am Nachmittag eine Kundgebung.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um die verschiedenen Routen abzusichern. Teilnehmer eines Fahrradkorsos versuchten demnach, eine nicht genehmigte Strecke einzuschlagen. "Das Geschehen ist im Moment übersichtlich", erklärte ein Polizeisprecher am Nachmittag. Auch auf die Verkehrsbehinderungen hätten sich die Leipziger offensichtlich eingestellt.

14.43 Uhr: Baden-Württemberg liefert keine Impfdosen mehr an Krankenhäuser

Angesichts eines weiter großen Mangels an Corona-Impfstoffen stellt die baden-württembergische Landesregierung den Krankenhäusern im Südwesten vorerst keine gesonderten Impfdosen mehr für das Personal zur Verfügung. Man habe entschieden, "zum jetzigen Zeitpunkt keinen weiteren Impfstoff mehr exklusiv an die Krankenhäuser zu geben", teilte das Landesgesundheitsministerium am Samstag in Stuttgart auf Anfrage mit. Stattdessen wolle man neue Impfdosen komplett an die Impfzentren liefern. Klinik-Mitarbeiter, die noch keine Erstimpfung erhalten haben, müssen sich nun in Impfzentren um Termine bemühen.

14.23 Uhr: SPD-Chef Walter-Borjans wirft Union Unzuverlässigkeit vor

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hat der Union mit Blick auf Ungereimtheiten bei der Maskenbeschaffung Unzuverlässigkeit vorgeworfen. Man müsse annehmen, „dass Vetternwirtschaft und Raffgier sich genau da breit machten, wo es um die Lösung der wichtigsten Themen in dieser Corona-Krise geht“, sagte Walter-Borjans am Samstag beim digitalen Parteitag der NRW-SPD.

Hintergrund sind Ermittlungen gegen den CSU-Abgeordneten Georg Nüßlein und Berichte über weitere Unions-Abgeordnete, die an der Maskenbeschaffung mitverdient haben sollen. Es müsse eine Alternative zu den Konservativen geben, auf die die Menschen im Land sich verlassen können“, sagte Walter-Borjans. „Konservative Politik ist die grundfalsche Richtung, diesen Umbruch für alle nutzbar zu machen.“

13.54 Uhr: Spahn verteidigt Teststrategie gegen Kritik

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Corona-Teststrategie der Bundesregierung gegen Kritik verteidigt. "Es war nie vereinbart, dass der Bund diese Tests beschafft", sagte Spahn am Samstag bei einer digitalen Gesprächsrunde mit dem rheinland-pfälzischen CDU-Spitzenkandidaten Christian Baldauf. "Was vereinbart war, ist, dass wir mithelfen, dass sie zugänglich sind, dass sie verfügbar sind."

"Die Schnelltests sind mehr als genug verfügbar", bekräftigte der Bundesgesundheitsminister. "Deswegen können wir ab Montag als Bund auch sagen, wir übernehmen die Kosten für einen Bürgertest für jeden, der sich mindestens einmal die Woche testen lassen will." Die Strukturen dafür würden entstehen. "Sie werden noch nicht überall am Montag gleich vollständig da sein." Aber viele Bundesländer und viele Kommunen hätten gesagt, dass sie am Montag damit starten können.

Zudem seien die Selbsttests, die in Drogerien, Discountern und Apotheken erhältlich sind, eine Hilfe, um private Situationen wie beispielsweise Familientreffen abzusichern, sagte Spahn. In den Ländern würden diese Tests auch in Kitas und Schulen helfen.

13.29 Uhr: Aldi überrascht von riesiger Nachfrage nach Corona-Selbsttests

Der Discounter Aldi ist vom Ansturm auf die ersten Corona-Selbsttests im Einzelhandel am Samstag selbst überrascht gewesen. "Die Artikel, die wir stationär in den Filialen vorrätig hatten, waren am Vormittag in den meisten unserer Filialen erwartungsgemäß ausverkauft", teilten Aldi Süd und Aldi Nord mit. Das Interesse an den Tests habe den Discounter "in dieser Intensität doch überrascht".

Aldi bat Kunden, die leer ausgingen, um Verständnis. In der neuen Woche werde bereits mit den nächsten Lieferungen gerechnet. Schon vorab hatte der Discounter darauf hingewiesen, dass die Aktionsware bereits am ersten Aktionstag vergriffen sein könnte.

13.09 Uhr: Erste Impfungen für Menschenaffen im Zoo

Im Zoo von San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien sind die ersten Menschenaffen gegen Covid-19 geimpft worden. Das bestätigte der Betreiber des Zoos, die San Diego Zoo Wildlife Alliance, auf Twitter. „Der Impfstoff wurde speziell für Tiere entwickelt“, hieß es weiter. Geimpft wurden laut „National Geographic“ vier Orang-Utans und fünf Bonobos, demnächst sollen vier weitere Affen an der Reihe sein. Die Tiere erhielten jeweils nach drei Wochen ihre zweite Dosis.

„Den Tieren geht es gut und wir haben keine unerwünschten Reaktionen auf den Impfstoff festgestellt“, sagte Darla Davis, Sprecherin der Wildlife Alliance, dem Sender CNN. Zuvor waren im Januar acht Gorillas des Zoos positiv auf das Virus getestet worden - und waren damit die ersten positiv getesteten Menschenaffen weltweit. Die Symptome waren jedoch mild und beschränkten sich auf Husten, Verstopfung und Müdigkeit. Die Affen haben sich seitdem vollständig erholt. Es wurde vermutet, dass sich die Tiere trotz Sicherheitsvorkehrungen des Zoos bei einem asymptomatischen Mitarbeiter angesteckt hatten.

12.34 Uhr: Barcelona plant Konzert mit 5.000 Zuschauern - und ohne Abstand

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie soll es in Barcelona wieder ein großes Popkonzert mit 5.000 Zuschauern geben. Die Eintrittskarten für den Auftritt der spanischen Indie Popband Love of Lesbian am 27. März waren binnen Stunden ausverkauft, wie die Veranstalter auf Twitter mitteilten. „Vielen Dank für die unglaubliche Antwort auf dieses Vorhaben. Die Kultur ist sicher und jetzt mehr denn je notwendig“, schrieben die Verantwortlichen beim Festivals per la Cultura Segura am Samstag.

Bei dem Konzert in der für bis zu 24.000 Gästen ausgelegten Mehrzweckhalle „Palau de Sant Jordi“ müssen die Fans erstmals keinen Sicherheitsabstand mehr halten. Allerdings gelten strenge Schutzmaßnahmen.So müssen alle, die überhaupt eine Eintrittskarte ergattert haben, am Tag des Konzerts in einem von drei speziellen Testzentren zwischen 8 Uhr und 16 Uhr einen Schnelltest machen, der negativ sein muss. Eingelassen werden nach Angaben der Veranstalter zudem nur registrierte Besucher im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, die ein Smartphone mit mindestens IOS 11 oder Android 7 besitzen, um ein Programm für den Corona-Schnelltest herunterladen zu können. Zudem werden die persönlichen Daten der Teilnehmer nach dem Konzert mit denen der Gesundheitsbehörden abgeglichen.

12.12 Uhr: "Querdenker"-Korsos sind auf dem Weg nach Leipzig

In Leipzig herrscht an diesem Sonnabend erneut Ausnahmezustand: Die „Querdenken“-Bewegung startete seit dem späten Vormittag mehrere Auto-Korsos aus Sachsen und Sachsen-Anhalt durch verschiedene Stadtteile Leipzigs, um gegen die Corona-Schutzmaßnahmen zu protestierten. Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ aus mehreren Vereinen, Parteien und Gewerkschaften mobilisiert zugleich Fahrradkorsos und Kundgebungen mit mehreren Tausend Teilnehmern in der Innenstadt.

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot aus mehreren Bundesländern massiv präsent, über dem Stadtgebiet sind mehrere Hubschrauber im Einsatz. Die Behörden appellierten an die Bevölkerung, sich auf einschneidende Verkehrsbeeinträchtigungen im Stadtgebiet und auf den Autobahnen und Zubringerstraßen einzustellen. Der Verfassungsschutz warnte zugleich davor, dass auch Rechtsextremisten und Reichsbürger „ihre Anschlussfähigkeit an die Mitte der Gesellschaft austesten und diese für ihre verfassungsfeindlichen Zielsetzungen instrumentalisieren“ wollten.

Autokorsos mit zusammen mehreren Hundert Fahrzeugen wollten im Laufe des Vormittags aus Richtung Dresden, Naumburg, Dessau, Limbach-Oberfrohna und Merseburg nach Leipzig rollen. Sie wurden von der Polizei begleitet. Allerdings waren die Gruppen deutlich kleiner als von den Veranstaltern angegeben. Eine kleine Gruppe aus Halle wurde vor dem Start auf einem Parkplatz blockiert und beendete ihre Aktion. Eine Gruppe aus Richtung Vogtland und Plauen sagte ihren Konvoi kurzfristig ab. Ursprüngliches Ziel der „Querdenker“-Korsos war das Impfzentrum auf der Leipziger Messe, davon wurde aber in Gesprächen mit dem Ordnungsamt der Stadt Abstand genommen. Die Polizei kontrolliert dennoch an der Messe Autos, das Impfen soll weitergehen. Bei zwei „Querdenker“-Demonstrationen im vergangenen November in der Leipzig Innenstadt war die Lage eskaliert.

Welche Aktionen heute geplant sind und warum die Gemengelage Konfliktpotenzial birgt, lesen Sie im Artikel "Was rollt da heute auf Leipzig zu?"

11.52 Uhr: Scholz fordert mehr Anstrengung bei Impfkampagne

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat (SPD) hat mehr Anstrengungen bei der Corona-Impf- und Testkampagne in Deutschland gefordert. Der verfügbare Impfstoff müsse überall auch genutzt werden, sagte der Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat am Samstag beim digitalen Parteitag der NRW-SPD. Überall müsse das Impfen so gut organisiert werden, dass die Impfdosen, die jetzt in großen Mengen kämen, auch genutzt würden.

Die vorab aufgezeichnete Rede von Scholz wurde in das Programm eingespielt. Scholz räumte Anfangsfehler bei der Beschaffung von Corona-Impfstoffen ein. Jetzt aber müssten "alle Kräfte auf die Beschaffung von so viel Impfstoff wie möglich konzentriert werden".

Die künftig verfügbaren Schnell- und Selbsttests machen laut Scholz Hoffnungen. "Wir sorgen jetzt dafür, dass wir mit dem Testen neue Möglichkeiten für Öffnungsstrategien finden." Das gebe den Menschen Hoffnung, aus dem Lockdown herauskommen zu können, "dass wir im Sommer auch mal wieder auf einer Bierbank sitzen können, dass wir Fußball sehen können, wenn die nächste Saison beginnt".

11.34 Uhr: Merkel: In der Pandemie nicht in alte Rollenmuster zurückfallen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat davor gewarnt, in der Corona-Pandemie in überwunden geglaubte Rollenmuster zurückzufallen. Es seien doch wieder vermehrt Frauen, die den Spagat zwischen Homeschooling, Kinderbetreuung und dem eigenen Beruf meisterten, sagte die Kanzlerin in ihrem am Samstag veröffentlichten Podcast, bei dem sie auf den Weltfrauentag am Montag blickt.

Im Gesundheitsbereich seien über 75 Prozent der Beschäftigten Frauen, aber nur knapp 30 Prozent in den Führungspositionen, bemängelte Merkel. „Es kann nicht sein, dass Frauen unsere Gesellschaften maßgeblich tragen und gleichzeitig nicht gleichberechtigt an wichtigen Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beteiligt sind.“.

Die Bundesregierung werde immer wieder daran arbeiten, dass Familie und Beruf besser zu vereinbaren seien. Dafür sei der Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder im Vorschulalter von großer Bedeutung. Es gehe um nicht mehr, aber auch nicht weniger als um gleiche Chancen von Männern und Frauen, sagt die Bundeskanzlerin weiter. „Dazu gehört auch: Frauen müssen endlich so viel verdienen können wie Männer!“, so Merkel. „Deshalb brauchen wir Parität in allen Bereichen der Gesellschaft.“

11.14 Uhr: Niedersachens MP schreibt Osterurlaub nicht ab

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil schließt Osterurlaub nicht aus, hält aber Aussagen darüber derzeit für verfrüht. „Ich kann Ihnen darauf noch keine verlässliche Antwort geben“, sagte der SPD-Politiker der „Rheinischen Post“ . Er ließ in dem Zusammenhang auch Kritik am Termin der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit dem Kanzleramt anklingen. „Es ist vorgesehen, dass wir bei der nächsten Bund-Länder-Runde am 22. März dazu Entscheidungen treffen. Das ist aus meiner Sicht sehr spät, weil die Menschen vorher Pläne machen müssen“, sagte Weil.

Er fügte hinzu: „Ich setze aber darauf, dass wir bis zum 22. März deutlich mehr darüber wissen, was wir durch neue Testkonzepte zusätzlich möglich machen können. Solche Konzepte können dann gegebenenfalls auch eine Grundlage dafür bieten, Ferienwohnungen und vielleicht sogar teilweise Hotels zu öffnen.“

10.41 Uhr: CSU rügt Versäumnisse bei Schnelltests

CSU-Generalsekretär Markus Blume wirft dem Bundesgesundheitsministerium Versäumnisse beim Thema Schnelltests vor. "Tests sind die Brücke bis zum Impfangebot für alle. Aber leider sehen wir auch hier wieder: Es wurde zu spät, zu langsam, zu wenig bestellt. Man muss deutlich sagen, es sind wohl Fehler im Bundesgesundheitsministerium passiert. Jetzt muss endlich geliefert werden", sagte Blume der "Welt".

Kritik an der Teststrategie der Regierung kommt auch von den Grünen. "Längst hätte sie eine Teststrategie vorlegen und viele Millionen Tests kaufen können, aber nach Monaten gründet sie jetzt erstmal eine Task Force", sagte Parteichefin Annalena Baerbock dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dies sei ein "Wegducken vor Verantwortung".

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Freitag betont, von den Schnelltests seien "mehr als genug da". Der CDU-Politiker betonte auch, dass der Bund ab diesem Montag die Kosten trägt, um allen Bürgern einen Schnelltest pro Woche anzubieten. Diese Tests werden von geschultem Personal durchgeführt. Viele Länder hätten angekündigt, loslegen zu wollen. Für das Einrichten der Teststellen etwa in Zentren oder Apotheken sind die Länder zuständig.

10.15 Uhr: Umgang mit überzähligen Impfdosen in Bundesländern klar geregelt

Bleiben bei Impfterminen einzelne Dosen übrig, gilt beim Verimpfen an andere Menschen die Priorisierung gemäß Impfverordnung. Die Vorgaben der Länder sind eindeutig und nahezu einheitlich, wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes bei den zuständigen Landesministerien ergab. Sogenannte Impfschleicher, die jüngst bundesweit in die Schlagzeilen gerieten, dürfte es folglich gar nicht geben.

Überzählige Impfdosen müssen demnach fast ausnahmslos für Menschen aus der Gruppe mit der höchsten Impfpriorisierung genutzt werden wie aus den Antworten von 13 Gesundheits- und Sozialministerien hervorgeht. Das sind etwa Rettungsdienstmitarbeiter, Helferinnen und Helfer in den Impfzentren oder medizinisches Personal. Einzige Ausnahme bilden Polizisten im Außendienst, die der zweiten Gruppe angehören. „Bei Restdosen wird zunächst geprüft, ob sich weitere Personen der vulnerablen Gruppe impfen lassen wollen“, teilte das Gesundheitsministerium in Sachsen mit. Das könnten Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen, im betreuten Wohnen und solche sein, die von ambulanten Pflegediensten versorgt werden. Auch Krankenhäuser in der Umgebung würden angefragt, hieß es.

Die Impfreihenfolge regelt eine Bundesverordnung. In der ersten Gruppe mit der höchsten Priorität sind über 80-Jährige Menschen, Pflegekräfte und Beschäftigte auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, Palliativstationen, Rettungsdiensten und Corona-Impfzentren. Ebenfalls vorrangig geimpft werden jetzt aber auch Erzieherinnen in Kitas oder Grundschullehrer aus der Gruppe 2.

9.50 Uhr: Weißflog: "Mir fehlen Ideen, wie man vorankommt"

Der frühere Weltklasse-Skispringer und heutige Hotelier Jens Weißflog kann die derzeitige Vorsicht bei Lockerungen in der Corona-Krise "nicht verstehen". Dies sagte der 56-Jährige in einem Interview von "Zeit online". "Wir fokussieren immer nur auf Inzidenzen, auf Zahlen. Mir fehlen Ideen, wie man vorankommt. Es gibt andere Länder, die es besser machen", sagte Weißflog. Man könne doch "in asiatische Länder schauen oder nach Neuseeland, nach Schweden, da wird doch ein weit normaleres Leben geführt als hier bei uns".

Bund und Länder hatten am Mittwoch einen Stufenplan präsentiert und dabei erklärt, bei welchen Inzidenzwerten und Voraussetzungen gewisse Lockerungsschritte in der Corona-Krise in den kommenden Wochen möglich sind. Über Bereiche wie Reisen, Hotels, Kultur und Gastronomie soll erst bei der nächsten Bund-Länder-Schalte am 22. März beraten werden. Der Olympiasieger und viermalige Gewinner der Vierschanzentournee Weißflog betreibt im sächsischen Oberwiesenthal ein Hotel und ein Restaurant, die seit dem 2. November pandemiebedingt geschlossen sind. "Wir haben 23 Mitarbeiter, fast alle sind in Kurzarbeit", sagte Weißflog.

Der ehemalige Skispringer Jens Weißflog kann die derzeitige Vorsicht bei Lockerungen in der Corona-Krise "nicht verstehen".
Der ehemalige Skispringer Jens Weißflog kann die derzeitige Vorsicht bei Lockerungen in der Corona-Krise "nicht verstehen". © Patrick Pleul/dpa

9.19 Uhr: Selbsttests nach Verkaufsstart schnell vergriffen

Der großflächige Verkauf von Corona-Selbsttests im Einzelhandel ist heute gestartet. Die Schwesterunternehmen Aldi Nord und Aldi Süd bieten nach eigenen Angaben Tests als Aktionsware direkt an der Kasse an. In einigen Filialen, etwa in Dresden, waren die Tests jedoch bereits kurz nach Verkaufsstart ausverkauft. Auch die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ schreibt, in Hannover seien die Corona-Schnelltests in vielen Aldi-Märkten schon früh vergriffen gewesen. In Berlin bildeten sich beispielsweise in Friedrichshain und Lichtenberg bereits um 7.00 Uhr lange Schlangen bei Aldi. Die meisten Menschen gingen aber leer aus, berichtet eine Tagesspiegel-Reporterin – es gab nur eine Handvoll Tests. „Kurz nach Öffnung, also nach spätestens 5 Minuten, war alles ausverkauft“, berichtet sie.

Auch der Aldi-Konkurrent Lidl und die Supermärkte von Rewe und Edeka haben das Thema auf dem Schirm und werden Selbsttests wohl in Kürze anbieten. Im Onlineshop von Lidl wurden die Tests sogar schon am Sonnabend beworben. Aufgrund der hohen Nachfrage war die Seite jedoch am Vormittag nicht erreichbar.

Was die Tests kosten, wie sie angewendet werden und was bei einem positiven Test zu tun ist - diese und weitere Fragen rund um den Selbsttest beantworten wir hier.

Aldi hat heute den Verkauf von Selbsttests gestartet. In einigen Filialen waren die Tests jedoch bereits nach kurzer Zeit ausverkauft.
Aldi hat heute den Verkauf von Selbsttests gestartet. In einigen Filialen waren die Tests jedoch bereits nach kurzer Zeit ausverkauft. © Heinrich Löbbers

9.11 Uhr: Impf-Knappheit laut Stiko erst im Mai vorbei

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, erwartet nach April ein deutlich höheres Impftempo in Deutschland. Er verstehe den Frust der Menschen über das Impfmanagement, sagte Mertens der „Augsburger Allgemeinen“. „Kern des Problems ist aber fraglos der bisher mangelnde Impfstoff. Ich gehe jedoch davon aus, dass im zweiten und dritten Quartal so viel zur Verfügung stehen wird, dass ihn die Zentren nicht mehr verimpfen können“, sagte der Vorsitzende der am Robert Koch-Institut angesiedelten Expertengruppe.

Kritik, dass Hausärzte nicht eher bei den Impfungen eingesetzt würden, wies er zurück. Es habe gute Argumente gegeben, die Praxen erst einzubeziehen, wenn genug Impfstoff ausgeliefert werde. Neben der ausreichenden Kühlung der Impfdosen müsse auch die korrekte Impfreihenfolge sichergestellt werden, gab Mertens zu bedenken. „Mancher könnte sich dabei gegenüber „seinen Patienten“ schwertun.

“Lockerungen für Geimpfte etwa mittels ihres Impfpasses sind aus Mertens' Sicht nur schwer zu verhindern, auch wenn sich die Impfkommission, Politik und Ethikrat gegen eine Impfpflicht ausgesprochen hätten. Ärzte müssten sowieso jede Impfung dokumentieren. „Bei Dingen, die einer freien Vertragsgestaltung unterliegen, vom Konzertbesuch bis zu einer Reise, wäre der Staat schlecht beraten, wenn er sich einmischen würde“, sagte Mertens der Zeitung. Er nannte aber einen entscheidenden Unterschied: „Elementare Dinge des Alltags müssen auch ohne Impfschutz möglich sein, die ÖPNV-Nutzung oder der Aufenthalt in einem Krankenhaus.“

8.38 Uhr: Kanzleramtchef skeptisch bei Osterurlaub

Kanzleramtschef Helge Braun macht wenig Hoffnungen für Reisen über Ostern und bleibt auch mit Blick auf den Sommerurlaub vorsichtig. „Ich bin sehr skeptisch, was Reisen an Ostern angeht“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Für den Sommerurlaub sei es „ein bisschen kühn, darüber schon zu spekulieren“. Braun betonte aber: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir uns im Sommer - wie im vergangenen Jahr - draußen ziemlich normal bewegen können.“ Das Thema Reisen sei komplizierter, weil sich das Virus durch die Mobilität der Menschen verbreite. „Aber ich gehe davon aus, dass wir ab Pfingsten über Reisen und Freizeit deutlich entspannter reden können“, sagte der Kanzleramtschef.

„Wenn wir jedem in Deutschland ein Impfangebot gemacht haben, dann können wir zur Normalität in allen Bereichen zurückkehren“, betonte Braun. Als Zwischenstadium zur Normalität könne er sich vorstellen, dass „Geimpfte, Genesene und aktuell Getestete“ ihre Freiheitsrechte schon früher nutzen können, fügte Braun hinzu. Voraussetzung sei, dass sie niemanden gefährdeten. „Dafür gibt es Anzeichen. Wir brauchen aber weitere Studien“, sagte er.

8.07 Uhr: Corona-Kritik und Gegenprotest in Leipzig

Leipzig steht erneut ein unübersichtliches Demonstrationsgeschehen bevor. Kritiker der Corona-Maßnahmen haben zahlreiche Autokorsos mit Hunderten Fahrzeugen aus Dresden, Zwickau und einige Städten aus Sachsen-Anhalt angekündigt. Weil zugleich einige Gegendemonstrationen angekündigt wurden, bereitet sich die Polizei in Leipzig auf einen Großeinsatz vor. Eine solch mobile Lage sei neu, betonte ein Polizeisprecher. Es gelte in erster Linie eine Konfrontation der beiden Lager zu verhindern und dafür zu sorgen, dass die Autokorsos auf der genehmigten Strecke bleiben. Welche Aktionen heute geplant sind und warum die Gemengelage Konfliktpotenzial birgt, lesen Sie im Artikel "Was rollt da heute auf Leipzig zu?"

7.23 Uhr: Krematorien in Sachsen arbeiten wieder normal

Mit der sich abschwächenden Corona-Pandemie hat sich auch die Platznot in den Krematorien einiger Städte vom Jahresbeginn wieder entspannt. Weil aber so viele Menschen in den vergangenen Wochen auch infolge der Pandemie gestorben sind, gibt es auf manchen Friedhöfen jetzt viele Bestattungen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei einigen sächsischen Kommunen ergab. Oft zögerten Angehörige jedoch mit der Beisetzung, um später möglicherweise in größerem Kreis von ihren Verstorbenen Abschied nehmen zu können. In Sachsen gibt es laut Sozialministerium 1.220 kirchliche und 500 kommunale Friedhöfe sowie neun Bestattungswälder.

Sonnabend, 7 Uhr: RKI registriert 9.557 Neuinfektionen und 300 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9.557 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 300 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Samstag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9.762 Neuinfektionen und 369 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.11 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bundesweit bei 65,6 - und damit im Vergleich zum Vortag (65,4) und zum Samstag letzter Woche (63,8) etwas höher. Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stagnierte sie allerdings, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.492.079 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.299.400 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 71.804.

Corona-Pandemie: Das geschah am Freitag

Sachsen beschließt neue Corona-Schutzverordnung

Sachsen lockert ab kommenden Montag wie angekündigt Beschränkungen in der Corona-Pandemie. Grundlage ist die Vereinbarung von Bund und Ländern vom vergangenen Mittwoch. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) appellierte am Freitagabend nach einer Kabinettssitzung an die Bürger, vorsichtig zu bleiben. Das Virus verzeihe nicht, "selbst die kleinsten Fehler nicht", sagte die Ministerin und verwies auf die Mutationen des Coronavirus, die sich im Freistaat derzeit jede Woche verdoppeln würden. Inzwischen gebe es 649 Nachweise auf Mutationen und sechs Todesfälle.

Grundsätzlich werden die geltenden Corona-Maßnahmen im Wesentlichen fortgeführt. Kontaktbeschränkungen werden gelockert. Bislang geltende Beschränkungen wie die nächtliche Ausgangssperre fallen gänzlich weg.

Das sind die neuen Beschlüsse für Sachsen, die ab 8. März gelten:

  • Verlängerung des Lockdowns bis 31. März, also drei Tage länger als der von Bund und Ländern vereinbarte 28. März, Ausnahmen gelten weiterhin für Supermärkte, Drogerien und andere Läden, die Lebensmittel verkaufen.
  • Die Kontaktbeschränkungen werden ab kommender Woche gelockert, Treffen von zwei Haushalten, mit bis zu fünf Personen, sollen wieder möglich sein. Kinder unter 15 Jahren werden nicht mitgezählt. In Regionen, in denen die 7-Tage-Inzidenz unter 35 Infektionen je 100.000 Einwohner liegt, sollen Treffen von bis zu drei Haushalten und bis zu zehn Personen möglich werden.
  • "Notbremse": Steigt die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Kreis, einer kreisfreien Stadt wieder über den Wert von 100, gelten die bisherigen Kontaktbeschränkungen. Dann darf sich ein Hausstand nur mit maximal einer Person eines anderen Hausstandes treffen. Zudem wurde ein weiterer Faktor beschlossen: Wenn 1.300 Krankenhausbetten in Sachsen mit Corona-Patienten belegt sind, gilt das gleich wie bei der 100er Inzidenz.
  • Schule: Ab 10. März sollen Förderschulen wieder öffnen. Unterricht findet in kleineren Gruppen statt. Ab dem 15. März werden alle übrigen Schüler an den weiterführenden Schulen wieder in die Schulen gelassen - allerdings im Wechselunterricht. Voraussetzung ist aber eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. In Regionen, die diesen Grenzwert überschreiten, wird der Präsenzunterricht ausgesetzt. Zur Absicherung der Schulöffnungen sollen zudem Schnelltests bis 15. März flächendeckend den sächsischen Schulen zur Verfügung stehen. Sobald die Tests ausreichend bereitstehen, sollen diese verpflichtend werden. Demnach sollen Schüler sich einmal, Lehrer zweimal pro Woche testen lassen müssen.
  • Ausgangssperre: Ausgangsbeschränkungen wie der 15-Kilometer-Radius für Einkaufen und Bewegung im Freien sowie die nächtliche Ausgangssperre gelten ab Montag nicht mehr. In Regionen mit Inzidenz über 100 können die Landkreise jedoch erneute Ausgangsbeschränkungen und ein Alkoholverbot in Innenstädten erlassen.
  • Der Einzelhandel darf ab Montag für Terminshopping (Click & Meet) öffnen, falls die 7-Tage-Inzidenz von 100 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten wird. Ohne Inzidenz-Einschränkungen dürfen Blumenläden, Buchhandlungen, Garten- und Baumärkte öffnen. Sinkt die Inzidenz in Sachsen oder in der Region unter 50 soll der Einzelhandel mit einer Beschränkung der Kundenzahl je nach Verkaufsfläche wieder normal öffnen dürfen, also ohne Click & Meet.
  • Bei Inzidenzen unter 100 möglich, wenn an fünf Tagen hintereinander: Öffnung von Museen, botanische und zoologische Gärten sowie Gedenkstätten ab dem 15. März - unter Voraussetzung von Terminvergaben und Kontaktnachverfolgung, weitere körpernahe Dienstleistungen mit Testpflicht für Kunden - wenn die Tests vorhanden sind, Individualsport, allein oder zu zweit sowie in Gruppen von bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren soll im Außenbereich möglich sein, Fahrschulen dürfen öffnen – unter Voraussetzung der Testungen des Personals, Kunden müssen einen tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttest vorlegen.
  • Öffnungen bei einer Inzidenz unter 50 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen: Einzelhandel mit Quadratmeterbegrenzungen, Museen, Galerien und Zoos - ohne Termine und Kontaktnachverfolgung, kontaktfreier Sport mit maximal zehn Personen im Außenbereich
  • Kontaktloser Sport, wie etwa das Laufen im Freien, soll in Kleingruppen wieder erlaubt sein. Auf die Öffnung von Fitnessstudios müssen Sportler jedoch weiter warten.
  • Frühestens ab 22. März sind weitere Öffnungen möglich, wenn die die Inzidenz von 100 unterschritten bleibt: Außenbereiche der Gastronomie, Kinos, Theater, Bibliotheken und Konzerthäuser mit aktuellen Test, kontaktfreier Sport im Innenbereich, Kontaktsport im Außenbereich und Fahrschulen mit tagesaktuellem Schnelltest. Wenn die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen die 50 unterschreitet, können Gastronomie-Außenbereiche ohne Termin und Test genauso genutzt werden wie Kinos und Theater, auch im Sport sind dann keine tagesaktuellen Test mehr nötig.

21.53 Uhr: Corona-Notstand in Olympia-Stadt Tokio erneut verlängert

Die Olympia-Stadt Tokio bleibt für zwei weitere Wochen im Corona-Notstand. Diese Entscheidung der japanischen Regierung verkündete Ministerpräsident Yoshihide Suga am Freitag, weil die medizinische Versorgung im Großraum der Millionenstadt noch immer stark durch Corona-Patienten belastet sei. Der am 7. Januar verhängte Notstand für Tokio und drei Nachbar-Präfekturen gilt nun bis mindestens 21. März. Eigentlich sollten die Maßnahmen am Sonntag beendet werden. Tokio ist im Sommer Gastgeber für die Olympischen Spiele und die Paralympics.

Die Spiele waren wegen der Corona-Krise um ein Jahr verschoben worden. In Tokio war die Zahl der Neuinfektionen zuletzt deutlich gesunken. Japan ist deutlich besser durch die Pandemie gekommen als viele andere Länder. Dennoch hatte sich Tokios Gouverneurin Yoriko Koike besorgt gezeigt, dass ein Ende des Notstands zu einem neuerlichen Anstieg der Coronafälle führen könnte. Regierungschef Suga, der wegen seiner Corona-Politik stark in der Kritik steht, sagte im Parlament: "Ich werde alles tun, um ein erneutes Wachstum der Neuinfektionen und einen weiteren Notstand zu verhindern."

Ein Mann mit einem Mund-Nasen-Schutz geht in der Nähe der im Wasser schwimmenden olympischen Ringe im Stadtteil Odaiba vorbei.
Ein Mann mit einem Mund-Nasen-Schutz geht in der Nähe der im Wasser schwimmenden olympischen Ringe im Stadtteil Odaiba vorbei. © Eugene Hoshiko/AP/dpa

21.34 Uhr: Brinkhaus und Dobrindt verurteilen Maskengeschäfte von Abgeordneten

Die Führung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat Geschäfte von Abgeordneten bei der Beschaffung von Corona-Masken scharf verurteilt. "Ein Tätigwerden im Rahmen des Mandats darf nicht mit persönlichen finanziellen Interessen verbunden werden, schrieben Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt am Freitag an alle Abgeordneten der Union. "Wir sagen daher sehr deutlich, das Beziehen von Geldleistungen für die Vermittlung von medizinischer Schutzausrüstung im Rahmen der Pandemiebekämpfung von Abgeordneten stößt auf unser vollkommenes Unverständnis und wird von uns entschieden verurteilt." Sie erwarteten, dass solche Sachverhalte vollkommen transparent dargestellt und aufgeklärt würden. "So ein Verhalten entspricht nicht unseren Standards, schadet dem Ansehen der Politik insgesamt und ist nicht zu akzeptieren."

21.05 Uhr: Appell im Bundestag: Corona darf nicht Rückschritt für Frauen bringen

Vor dem Internationalen Frauentag haben Politikerinnen im Bundestag über die Fraktionsgrenzen hinweg dazu aufgerufen, Frauen nicht zu den Verlierern der Corona-Krise werden zu lassen. "Frauen in der Krise, das sind die Superheldinnen", sagte die Vizevorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Nadine Schön (CDU). Man müsse dafür sorgen, dass die Krise für Frauen "nicht zum Rückschritt wird". Das Corona-Jahr dürfe für sie nicht dauerhaft zum Karriereknick werden. Ihre SPD-Kollegin Katja Mast wies darauf hin, dass die Pandemie alte Rollenverteilungen verstärke. "Diese Muster müssen wir durchbrechen." Die SPD-Politikerin rief dazu auf, die 2020er Jahre zum Jahrzehnt der Frauen zu machen und bis 2030 in den Parlamenten Parität zu schaffen.

In der weitgehend von Frauen geführten Debatte verlangte die FDP-Abgeordnete Nicole Bauer "Respekt vor den vielen Frauen, die an Supermarktkassen, in den Kitas, in den Krankenhäusern, in Altenheimen jeden Tag während der Pandemie ihren Einsatz brachten". Nötig sei ein "Kulturwandel in Parteien und Unternehmen". Familien- und Frauenministerin Franziska Giffey betonte mit Blick auf die Corona-Krise: "Frauen halten an vielen Stellen den Laden am Laufen." Die SPD-Politikerin verlangte unter anderem eine Aufwertung der sozialen Berufe und eine gleiche Bezahlung von Männern und Frauen.

Die frauenpolitische Sprecherin der Grünen, Ulle Schauws, betonte: "Die Pandemie zeigt uns schmerzhaft als Gesellschaft auf, dass der Weg zu echter Gleichberechtigung noch weit ist." Es gebe kein Erkenntnis-, sondern ein Handlungsproblem. "Was es braucht, ist eine feministische Regierung, die Gleichstellung als zentrales Demokratiethema versteht und es durchgängig im Regierungshandeln durchsetzt."

20.42 Uhr: Schweden will bis zum Sommer Impfbescheinigung einführen

Die schwedische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Sommer ein digitales System für den Nachweis von Impfungen zu entwickeln. Digitalisierungsminister Anders Ygeman sagte am Freitag, jeder Schwede, der gegen das Covid-19-Virus geimpft wurde, soll dafür eine international gültige Bestätigung bekommen, entweder als App oder ein Dokument zum Herunterladen. Ygeman sagte er, er gehe davon aus, dass Reiseunternehmen und Länder in Zukunft einen entsprechenden Impfnachweis verlangen werden. Es sei aber auch vorstellbar, dass man beim Besuch eines Friseurs, Masseurs oder eines Restaurants oder Konzerts einen entsprechenden Nachweis brauche.

Sollte die EU mit einem Regelwerk für einen Impfpass kommen, werde Schweden sich dem anpassen. Die EU-Kommission hat angekündigt, am 17. März den Gesetzentwurf für einen "digitalen grünen Pass" vorlegen, der Corona-Impfungen, Covid-Erkrankungen und negative Tests vermerken soll.

Eine Gesundheitsarbeiterin verabreicht einem Mann den Impfstoff COVID-19 von Biontech/Pfizer in einer provisorischen Impfklinik in einer Kirche in Sollentuna, nördlich von Stockholm.
Eine Gesundheitsarbeiterin verabreicht einem Mann den Impfstoff COVID-19 von Biontech/Pfizer in einer provisorischen Impfklinik in einer Kirche in Sollentuna, nördlich von Stockholm. © Fredrik Sandberg/TT NEWS AGENCY/AP/dpa

20.21 Uhr: Düsseldorfer Arzthelferin mit Corona - 270 Menschen in Quarantäne

270 Menschen sind wegen des Kontakts mit einer Arzthelferin aus Düsseldorf in Quarantäne. Die Frau, die zeitweise ohne Schutzmaske und trotz Krankheitssymptomen gearbeitet haben soll, ist mit dem Coronavirus infiziert. Die 270 Menschen gelten als Kontaktpersonen der Kategorie I, wie die Stadt am Freitag mitteilte. Die Arzthelferin war mit bis zu 600 Personen in Kontakt gekommen. Sie ist mit der britischen Virus-Variante B.1.1.7 infiziert, die als deutlich ansteckender als das ursprüngliche Virus gilt.

20.06 Uhr: Britischer Minister: Impfungen haben starken Effekt auf Sterbefälle

Das Impfprogramm in Großbritannien macht sich nach den Worten von Gesundheitsminister Matt Hancock durch einen immer stärkeren Rückgang der coronabedingten Todesfälle bemerkbar. Demnach ist die Zahl der Sterbefälle allein in der vergangenen Woche um 41 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen ging im gleichen Zeitraum nur um 29 Prozent zurück, die der Neuinfektionen um 34 Prozent. Das zeige, dass die bislang untrennbare Verbindung zwischen Infektionen, Krankenhauseinweisungen und Todesfällen dank des Impfprogramms nun unterbrochen sei, so Hancock bei einer Pressekonferenz im Londoner Regierungssitz Downing Street am Freitagabend. In Großbritannien wurden bis Freitag knapp 21 Millionen Menschen mit mindestens einer ersten Dosis geimpft. Das entspricht nach Hancocks Angaben 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung.

19.40 Uhr: Tschechien bittet Deutschland um Übernahme von Covid-19-Patienten

Tschechien nimmt in der Corona-Krise nach langem Zögern nun doch Hilfsangebote aus dem Ausland an. Man habe Deutschland, Polen und die Schweiz um die Übernahme und Behandlung von mindestens einem Dutzend Covid-19-Patienten gebeten, teilte das Gesundheitsministerium in Prag am Freitagnachmittag mit. Grund sei die Überlastung der Krankenhäuser, so dass die üblichen Behandlungsstandards nicht mehr gewährleistet werden könnten.

Der Freistaat Sachsen unterstützt Tschechien bei der weiteren Bekämpfung der Corona-Pandemie, teilte die sächsische Staatskanzlei am Freitagnachmittag mit. Dies beinhalte die Aufnahme tschechischer Intensivpatienten, die Lieferung von Impfstoff und Schnelltests in die besonders betroffenen Grenzregionen. Voraussetzung für die Aufnahme der Patienten sei das jetzt offiziell vorliegende Hilfeersuchen der Tschechischen Staatsregierung an den Bund. Bereits in den vergangenen Tagen hatte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer dem tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babiš seine Unterstützung versichert.

Kretschmer betonte: "Die wirksame Eindämmung der Corona-Pandemie gelingt nur gemeinsam. Die tschechischen Nachbarn sind unsere Freunde – wir sind dankbar für das gewachsene Vertrauen und das Miteinander. In Zeiten der Krise ist eine Hilfe für uns selbstverständlich." In den sächsischen Krankenhäusern können der Mitteilung nach vorerst bis zu neun COVID-19-Patienten mit schweren Lungenkrankheiten aus dem Nachbarland aufgenommen werden. Dafür stünden freie Intensivbetten zur Verfügung. Neben Sachsen werden auch weitere Bundesländer tschechische Covid-Patienten aufnehmen. Gemeinsam mit Bayern und Thüringen seien bereits insgesamt 16.800 Impfdosen an die tschechischen Grenzregionen geliefert worden.

Konkrete Patienten seien noch nicht ausgewählt worden, hieß es aus dem Prager Gesundheitsministerium. Die Entscheidung liege beim jeweiligen behandelnden Arzt. "Wir sind in einer Situation, in der wir niemals sein wollten", sagte Gesundheitsminister Jan Blatny. Noch wenige Stunden zuvor hatte er ausländische Hilfe nicht sofort für nötig gehalten. Doch der Druck auf die Krankenhäuser wächst nach Angaben der Behörden stetig. Tschechien hat derzeit EU-weit die höchste Neuinfektionsrate, sie ist gut zehnmal so hoch wie in Deutschland. Innerhalb von sieben Tagen steckten sich nach Berechnungen mehr als 800 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus an. Seit Pandemiebeginn gab es knapp 1,3 Millionen nachgewiesene Infektionen und 21.325 Todesfälle.

Ein Corona-Patient wird auf dem Flughafen von Cheb in einen Hubschrauber verladen. Aus dem überlasteten örtlichen Krankenhaus werden die Infizierten zu anderen medizinischen Einrichtungen transportiert. Bald kommen auch welche nach Sachsen.
Ein Corona-Patient wird auf dem Flughafen von Cheb in einen Hubschrauber verladen. Aus dem überlasteten örtlichen Krankenhaus werden die Infizierten zu anderen medizinischen Einrichtungen transportiert. Bald kommen auch welche nach Sachsen. © Slavomír Kubeš/CTK/dpa

18.40 Uhr: WHO-Bericht über Corona-Untersuchung in China erst Mitte März

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Pläne für die Veröffentlichung erster Ergebnisse ihrer Untersuchung zum Ursprung des Coronavirus in China aufgegeben. Statt eines Vorabberichts werde nun erst der Gesamtbericht vorgestellt, voraussichtlich in der Woche nach dem 14. März, sagte der WHO-Teamchef Peter Ben Embarek am Freitag in Genf. Er war mit rund einem Dutzend Kollegen im Januar nach China gereist. Gründe für die Änderung der Pläne nannte die WHO nicht. Die Reise kam erst nach monatelangen Verhandlungen mit den chinesischen Behörden zustande. Das Unterfangen ist höchst komplex, weil China verhindern will, als Auslöser und Schuldiger der Pandemie an den Pranger gestellt zu werden. Das Expertenteam suchte in China nach dem Ursprung der Pandemie.

Die bei einer ersten Pressekonferenz zum Ende der Reise in China vorgestellten Ergebnisse waren nach Einschätzung von Experten dürftig. WHO-Teamchef Peter Ben Embarek bestätigte dort, dass das Virus, wie bereits angenommen, wahrscheinlich von Fledermäusen über einen Zwischenwirt auf den Menschen übergesprungen war.

18.21 Uhr: Mehr als drei Millionen Corona-Infizierte in Italien

Italien hat bei der Gesamtzahl der offiziell mit Corona infizierten Menschen die Drei-Millionen-Schwelle überschritten. Die Gesundheitsbehörden in dem Mittelmeerland zählten am Freitag über 24.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Damit gibt es in Italien, wo die Pandemie seit Februar 2020 mit einer ersten großen Welle um sich gegriffen hatte, bisher offiziell 3,02 Millionen Virus-Infizierte. In Europa hatten Großbritannien, Frankreich und Spanien diese Marke nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität (USA) schon vorher überschritten.

Bei den Opfern steuert das 60-Millionen-Einwohner-Land auf bald 100.000 registrierte Corona-Tote zu. Am Freitag wurden 297 Covid-19-Tote in 24 Stunden gezählt. Insgesamt verschlechtert sich die Infektionslage in vielen Teilen Italiens stark. Es wurde erwartet, dass Gesundheitsminister Roberto Speranza mehrere Regionen ab nächster Woche zu neuen Roten Zonen erklärt, in denen ein Teil-Lockdown mit strengen Bewegungseinschränkungen und Schulschließungen gilt.

Zwei Mitarbeiter des roten Kreuzes stehen vor einem Zelt, welches für ein Impfstoffzentrum auf der Piazza dei Cinquecento in Rom errichtet wurde.
Zwei Mitarbeiter des roten Kreuzes stehen vor einem Zelt, welches für ein Impfstoffzentrum auf der Piazza dei Cinquecento in Rom errichtet wurde. © Alfredo Falcone/LaPresse via ZUMA Press/dpa

18 Uhr: Eilantrag erfolglos - Keine sofortige Corona-Impfung für Krebskranken

Das Bundesverfassungsgericht hat den Eilantrag eines älteren krebskranken Mannes aus Bayern abgewiesen, der vor seiner Chemotherapie sofort gegen das Coronavirus geimpft werden wollte. Der Mann, der eigentlich erst in der zweiten Impfgruppe an der Reihe ist, habe "nicht hinreichend nachvollziehbar vorgetragen", warum ihm durch das Abwarten ein schwerer Nachteil entstehe, heißt es in der Entscheidung. Der Beschluss vom 22. Februar wurde am Freitag in Karlsruhe veröffentlicht. Der Mann hatte sich zuvor schon vergeblich an die bayerischen Verwaltungsgerichte gewandt. Der Verwaltungsgerichtshof in München hatte seinen Eilantrag am 10. Februar mit der Begründung abgewiesen, dies sei "kein atypischer Einzelfall". Auch die Verfassungsrichter schreiben, der Mann habe nicht dargelegt, warum er nicht auch in Gruppe zwei eine erste Impfung "alsbald erhalten könne". Außerdem habe er "nicht hinreichend vorgetragen, dass ihm eine risikoverringernde Isolation unmöglich sei".

17.31 Uhr: Geldstrafe nach Beleidigungs-Mail an Virologen Drosten

Eine beleidigende E-Mail an den Virologen Christian Drosten hat für einen 58-Jährigen eine Geldstrafe nach sich gezogen. "Der Verurteilte hatte im Mai 2020 in einer E-Mail an das Virologische Institut der #Charité unter dem Betreff "Coronagoebbels" dessen Leiter, Prof. Dr. Christian Drosten, beleidigt", twitterte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Freitag. Eine Geldstrafe in Höhe eines Monatsgehalts gegen den "mutmaßlichen Verschwörungstheoretiker" sei mittlerweile rechtskräftig, hieß es. Wann der Strafbefehl erwirkt wurde und um welche Summe es geht, blieb auf Anfrage offen.

Drosten selbst hatte in der Vergangenheit wiederholt von massiven Anfeindungen und Morddrohungen gegen sich gesprochen. Der Wissenschaftler gilt auch über Deutschland hinaus als Experte für Coronaviren. Er ist seit Beginn der Pandemie mit seinen Einschätzungen zu Sars-CoV-2 und Empfehlungen an die Politik auch in der breiten Öffentlichkeit bekannt geworden.

16.39 Uhr: Sachsens Verfassungsschutz: "Querdenker" bisher nicht extremistisch

Der sächsische Verfassungsschutz sieht hinter den Anti-Corona-Protesten und der "Querdenken"-Bewegung bislang keine extremistischen Bestrebungen. "Gleichwohl beobachten wir, dass sich auch Rechtsextremisten und Reichsbürger unter den Versammlungsteilnehmern befinden", sagte Verfassungsschutzpräsident Dirk-Martin Christian am Freitag in Dresden. "Sie verfolgen dabei das Ziel, ihre Anschlussfähigkeit an die Mitte der Gesellschaft auszutesten und diese für ihre verfassungsfeindlichen Zielsetzungen zu instrumentalisieren."

Vor diesem Hintergrund wollte Christian nicht ausschließen, dass die rechtsextremistische Szene auch die geplanten Demonstrationen am Samstag in Leipzig zum willkommenen Anlass nimmt, um öffentlich Präsenz zu zeigen und für ihre verfassungsfeindlichen Ziele zu werben. Konkrete Erkenntnisse zur Mobilisierung im rechtsextremistischen Spektrum lägen aber aktuell nicht vor: "Insgesamt ist und bleibt die Veranstaltungs- und Mobilisierungslage dynamisch. Dies trifft auch für die Aufrufe im Internet und in den sozialen Medien zu Gegenprotestmaßnahmen zu."

Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes werden sich an den Gegenprotesten "mehrheitlich nichtextremistische Personen" beteiligen. Das Landesamt geht aber davon aus, dass die autonome Szene in Leipzig versuchen wird, den Verlauf des "Querdenker"-Aufzugs im Zentrum zu verhindern: "Aktionsformen wie ziviler Ungehorsam und Blockadeversuche mit Fahrrädern dürften dabei zum gewohnten Repertoire der gewaltbereiten autonomen Szene gehören, ebenso wie Sachbeschädigungen an Fahrzeugen des Autokorsos, tätliche Angriffe auf Polizisten sowie dezentrale Aktionen gegen den politischen Gegner", hieß es.

Am Wochenende wird es in Leipzig wieder einen Großeinsatz der Polizei geben, weil Corona-Gegner und Gegendemonstranten erwartet werden.
Am Wochenende wird es in Leipzig wieder einen Großeinsatz der Polizei geben, weil Corona-Gegner und Gegendemonstranten erwartet werden. © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild (Archiv)

16.29 Uhr: Kritik wegen Corona-Tests: Kretschmer nimmt Bund in Schutz

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat den Bund im Zusammenhang mit Kritik an der Bereitstellung von Corona-Tests in Schutz genommen. Seine Amtskollegin aus Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), hatte der Bundesregierung vorgeworfen, dass Corona-Selbsttests nicht dort ankämen, wo sie vor allem gebraucht würden. Sie habe kein Verständnis dafür, warum Selbsttests, die jetzt auf den Markt kommen, in Discounter gingen, aber nicht geordert worden seien für Kita und Schule, hatte Schwesig am Donnerstag in Schwerin gesagt.

"Schnelltests sind im Übermaß produziert und lieferbar. Die neuen Selbsttest sind erst seit wenigen Tagen zugelassen. Der Vorwurf an den Bund ist billig", sagte Kretschmer am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Die Zusage des Bundes, die Hälfte der Kosten für die Testung in Schulen und Kitas zu übernehmen, sei eine wichtige Unterstützung. "Auf Corona-Wahlkampf hat keiner in Deutschland Lust", fügte Kretschmer hinzu. In Mecklenburg-Vorpommern wird am 26. September parallel zum Bundestag ein neues Landesparlament gewählt.

16.17 Uhr: Wie ist die Lage von Veranstaltern von Großevents?

Die Eventbranche leidet unter den Folgen der Corona-Krise wie kaum eine andere. André Egger von der Laufszene Events GmbH organisiert mit seiner Agenur große Laufveranstaltungen. Im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie, redet der Dresdner über die Lage seiner Branche, über Öffnungen als wichtige Perspektive und den möglichen Nutzen von Schnell- und Selbsttests für Großevents. Die Folge CoronaCast hören Sie direkt über den eingebetteten Player. Weitere Abspielmöglichkeiten und Hintergründe zum Thema erfahren Sie in diesem Artikel: "Öffnungen sind für uns eine Perspektive"

16.01 Uhr: Start-up-Initiative gegen bundesweite Einführung der Luca-App

Die Start-up-Initative "Wir für Digitalisierung" hat sich gegen eine exklusive Einführung der Luca-App zur bundesweiten Kontaktverfolgung in der Corona-Pandemie ausgesprochen. "Eine einheitliche Lösung kann, auch mit Blick auf die Erfahrung mit der Corona-Warn-App, nur zum Scheitern verurteilt sein", erklärte am Freitag Jan Kus, Geschäftsführer der Railslove GmbH, die mit der Recover-App eine konkurrierende Lösung zur Luca-App anbietet. Am Montag wollen die Bundesländer eine Entscheidung über eine bundeseinheitliche App zur digitalen Nachverfolgung der Kontakte treffen. Diese soll dann in allen Ländern zum Einsatz kommen. Die Luca-App gilt dabei als favorisierte Lösung. Die Initiative strebe eine "kollaborative, offene und gemeinsame Schnittstelle" an, an die sich alle Kontaktdatenerfassungssysteme anbinden könnten, darunter auch Luca. Die Kontaktdaten aus den verschiedenen Erfassungslösungen könnten dann über eine einheitliche Schnittstelle zur Nachverfolgung an Systeme der Gesundheitsämter übernittelt werden.

Die Luca-App hatte in den vergangenen Wochen viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Das System wurde vom Musiker Smudo von den Fantastischen Vier mitentwickelt. "Ich bin davon überzeugt, dass Luca uns in Kombination mit Testungen, der Corona-App und den AHA-Regeln in ein immer normaleres Leben führen wird", sagte Smudo der Deutschen Presse-Agentur. "Für uns ist das eine reelle Öffnungsstrategie."

Die Luca-App im Google Play Store auf einem Android-Smartphone. Sie soll die Kontaktnachverfolgung zur Eindämmung der Corona-Pandemie erleichtern, zum Beispiel nach Besuchen in Cafés oder Restaurants, und dort die bislang praktizierte Zettelwirtschaft abl
Die Luca-App im Google Play Store auf einem Android-Smartphone. Sie soll die Kontaktnachverfolgung zur Eindämmung der Corona-Pandemie erleichtern, zum Beispiel nach Besuchen in Cafés oder Restaurants, und dort die bislang praktizierte Zettelwirtschaft abl © Christoph Dernbach/dpa

15.30 Uhr: Corona-Pandemie belastet Menschen mit niedrigen Einkommen stärker

Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen bisher insbesondere viele Menschen mit niedrigen Einkommen und verringern deren Aufstiegschancen. Das geht aus einem Entwurf für den Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Nach den vorläufigen Zahlen hatten im August rund 30 Prozent der Befragten mit besonders niedrigen Einkommen seit Beginn der Pandemie Probleme, ihre laufenden Ausgaben zu decken. Hochgerechnet 15,5 Millionen Haushalte mussten bis zu diesem Zeitpunkt Einkommenseinbußen in der Pandemie hinnehmen. Besonders betroffen waren laut Berichtsentwurf Gering- und Normalverdiener.

Die Bildungs- und Aufstiegschancen von einkommensschwachen Menschen werden dem Entwurf zufolge durch die Pandemie weiter eingeschränkt. So berichteten insbesondere Eltern aus niedrigen Einkommensschichten von weniger Unterstützung von Seiten der Schulen beim Homeschooling und sorgten sich um die soziale Mobilität ihrer Kinder. Die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt könnten dem Bericht zufolge insbesondere Langzeitarbeitslose treffen. Diese sähen sich verstärkt mit dem Problem eines teilweise verschlossenen Arbeitsmarktes konfrontiert.

15.12 Uhr: 517 Corona-Neuinfektionen und 43 weitere Tote in Sachsen

In Sachsen wurden nach Angaben des Sozialministeriums vom Mittwochnachmittag binnen eines Tages 517 Neuinfektionen sowie 43 weitere Todesfälle registriert. Vor genau einer Woche waren es 663 Neuinfektionen. Seit Beginn der Pandemie gibt es nun insgesamt 197.351 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 7.974 Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. Rund 182.100 Menschen gelten schätzungsweise als wieder genesen.

Besonders von der Pandemie betroffen ist weiterhin der Vogtlandkreis, wo innerhalb es innerhalb der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner 215,9 Neuinfektionen gab. Der niedrigste Wert dieser Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell in der Stadt Leipzig (41,1). Damit liegt der Wert in Leipzig als einziger der kreisfreien Städte und Landkreise unter 50, in drei Landkreisen übersteigt die 7-Tage-Inzidenz den Wert von 100. Für den gesamten Freistaat wird die Inzidenz mit 78,6 (Vortag: 77,2) beziffert, deutschlandweit beträgt sie laut Robert Koch-Institut (RKI) durchschnittlich 65,4. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

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15 Uhr: Ganz Griechenland Corona-Risikogebiet - Teile Kroatiens nicht mehr

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung erstmals ganz Griechenland ab Sonntag als Corona-Risikogebiet eingestuft. Für Teile Kroatiens - darunter die bei Urlaubern sehr beliebte Halbinsel Istrien - werden gleichzeitig sämtliche Einreisebeschränkungen wegen der Pandemie aufgehoben, wie das Robert Koch-Institut am Freitag im Internet mitteilte. Wegen besonders hoher Infektionszahlen werden Ungarn, Schweden und Jordanien als Hochrisikogebiete eingestuft.

Griechenland zählte bisher zu den wenigen Ländern, die nie ganz als Corona-Risikogebiet eingestuft wurden. Zuletzt waren unter anderem die griechischen Inseln in der Ägäis, Kreta sowie die Ionischen Inseln vor der Westküste Griechenlands (darunter Korfu) ausgenommen. Ab Sonntag müssen sich auch Rückkehrer aus diesen Regionen nach Einreise nach Deutschland innerhalb von 48 Stunden auf Corona testen lassen. Zudem müssen sie für zehn Tage in Quarantäne, von der sie sich erst nach fünf Tagen durch einen weiteren negativen Test befreien können.

Als Risikogebiete werden die Länder und Regionen ausgewiesen, in denen die Zahl der Neuinfektionen 50 pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen (Inzidenz) übersteigt. Als Hochrisikogebiete gelten Länder mit einer Inzidenz über 200. Wenn man aus diesen Regionen nach Deutschland kommt, muss man schon bei Einreise einen negativen Test vorweisen.

Ein Mann geht auf dem Hauptmarkt von Athen an geschlossenen Geschäften vorbei.
Ein Mann geht auf dem Hauptmarkt von Athen an geschlossenen Geschäften vorbei. © Socrates Baltagiannis/dpa

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