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Deutschland & Welt

Corona: Sachsen kippt Masken-Regelung im Auto

Ab Montag keine Maskenpflicht für Autofahrer, "Click & Meet" geht in Sachsen los, Vogtland bleibt Hotspot - unser Newsblog.

Ab Montag muss der Fahrer keine Maske mehr tragen. Für Insassen gilt die Regel aber noch.
Ab Montag muss der Fahrer keine Maske mehr tragen. Für Insassen gilt die Regel aber noch. © dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

17.54 Uhr: Studie gestartet: Großbritannien infiziert Freiwillige mit Corona

In Großbritannien sind die ersten Freiwilligen im Zuge einer Studie mit Corona infiziert worden. Die sogenannten Human-Challenge-Analysen hätten am Samstag begonnen, bestätigte das britische Gesundheitsministerium am Sonntag. Nach früheren Angaben der britischen Regierung handelt es sich um die erste Studie weltweit, bei der Menschen gezielt mit Sars-CoV-2 infiziert werden.

Die gesunde Drittelstunde
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Impfen lassen? Neue Therapien? Was zahlen Kassen? Fragen rund um das Thema Gesundheit: hier gibt es Antworten. Redakteur Jens Fritzsche im Gespräch mit Experten.

"Das Human-Challenge-Programm wird die Entwicklung von Impfstoffen und Behandlungen gegen Covid-19 verbessern und beschleunigen", sagte eine Sprecherin des Ministeriums. "Die erste Gruppe von Freiwilligen hat nun am Royal Free Hospital in London mit der Virus-Charakterisierungs-Studie begonnen." Die Probanden würden "in einer sicheren und kontrollierten Umgebung dem Virus ausgesetzt, rund um die Uhr überwacht von Medizinern und Wissenschaftlern", hieß es.

17.20 Uhr: Tschechische Regierung warnt vor kritischer Woche - Proteste in Prag

In Tschechien wird mit einer weiteren Zunahme der Anzahl der Covid-19-Intensivpatienten gerechnet. "Die nächste Woche wird am kritischsten", sagte Gesundheitsminister Jan Blatny am Sonntag im Fernsehsender CT. Er gehe davon aus, dass bis zu 300 Ärzte und 1000 Krankenpfleger aus dem ambulanten Bereich zum Einsatz in den Krankenhäusern verpflichtet werden müssen.

Am Sonntag waren knapp 7.900 Menschen in stationärer Behandlung. Davon waren mehr als 1.700 in einem schweren Zustand oder mussten beatmet werden.

Der Lockdown war zuletzt noch verschärft worden. In Prag versammelten sich am Nachmittag Corona-Leugner, Gegner der Schutzmaßnahmen und Kritiker der Regierung zu zwei Kundgebungen. Die Polizei kontrollierte den Zugang zu zwei großen Plätzen im Stadtzentrum, um die Begrenzung der Teilnehmerzahl auf jeweils 100 Personen durchzusetzen. Die Demonstranten skandierten Slogans wie "Lasst uns durch" und "Stasi". Hunderte Bereitschaftsbeamte in voller Montur waren im Einsatz. Es kam zu kleineren Zusammenstößen. Mehrere Personen seien festgenommen worden, teilte die Polizei mit.

Ein Polizist beobachtet in Prag einen Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Masssnahmen.
Ein Polizist beobachtet in Prag einen Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Masssnahmen. © CTK

16.50 Uhr: Allergologen: Masken können bei Heuschnupfen helfen

Die gegen das Coronavirus eingesetzten Masken können auch Pollen auffangen und so Heuschnupfen-Symptome in der Pollensaison verringern. "Egal welche Maske man trägt, es ist sehr wahrscheinlich, dass Pollen durch das Material abgehalten werden", sagte der Allergologe und Leiter der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst, Karl-Christian Bergmann. Dadurch könnte die Menge eingeatmeter Pollen zumindest reduziert werden.

Der Allergologe Arthur Helbling konkretisierte in einem Interview mit dem Schweizer Allergiezentrum, dass FFP2-Masken zwar besser filterten, die Entzündungssymptome bei Heuschnupfen aber "kaum zusätzlich" verringerten. Bereits gewöhnliche Hygienemasken seien für die meisten Pollen schon nicht mehr durchlässig, so Helbling, Leiter der Allergologisch-Immunologischen Poliklinik am Inselspital Bern. Wer trotz Maske niesen müsse, solle diese regelmäßig wechseln. "Ist die Maske feucht, bietet sie kaum mehr Schutz, weder vor Pollen noch vor Viren."

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16.05 Uhr: Britischer Virus-Typ breitet sich im Kreis Görlitz aus

Die britische Mutation des Coronavirus setzt sich jetzt auch im Landkreis Görlitz immer stärker durch. Übers Wochenende wurde bei 16 positiven Corona-Tests die britische Variante nachgewiesen. Da nur ein Bruchteil der positiven Tests auf die Mutation geprüft wird, dürfte ihr Anteil weitaus größer sein, als es die offiziellen Zahlen nahelegen.

Stabil ist hingegen die Lage in den Krankenhäusern im Landkreis. Dort befinden sich nur 53 Corona-Patienten auf den Stationen. Acht von ihnen benötigen eine intensivmedizinische Betreuung, sechs davon werden nach Angaben des bundesweiten Intensivregisters Divi beatmet.

15.20 Uhr: Corona-Inzidenz in Dresden steigt deutlich an

Das Dresdner Gesundheitsamt hat am Sonntag 16 weitere Corona-Infektionen gemeldet, am Samstag waren es 65. Damit haben sich bisher 22.509 Menschen in der Stadt nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

Bei 20.705 Personen geht das Gesundheitsamt davon aus, dass sie die Infektion bereits überstanden haben. Abzüglich aller Verstorbenen bedeutet dies, dass zurzeit 870 Infektionen aktiv sind, 14 weniger als am Samstag angegeben.

13.45 Uhr: Tui wünscht sich klare Vorgaben für Reisen

Der Touristikkonzern Tui hat die verantwortlichen Politiker aufgefordert, den Reiseanbietern klare Vorgaben für Urlaubsreisen unter Corona-Bedingungen zu machen. "Wer jetzt eine Reise bucht, möchte wissen, wann er wieder ins Flugzeug steigen oder an Bord eines Schiffes gehen kann", sagte der Vorsitzende der Tui- Deutschland-Geschäftsführung, Marek Andryszak, dem Portal "T-Online" (Sonntag). "Mein Appell an die Politik lautet deshalb: Gehen Sie mit uns eine Partnerschaft ein, machen Sie Vorgaben fürs Verreisen. Und wir setzen das dann um."

Nach Ansicht von Andryszak könnte es "eine klare Ansage geben, dass jeder Urlauber vor der Abreise einen negativen Test vorweisen muss, der nicht älter als 48 Stunden ist". Die Reiseanbieter sollten diesen kontrollieren. "Wer keinen hat, fliegt nicht mit. Und genauso könnte man es bei der Rückreise halten."

13.15 Uhr: Regierung erwartet deutlichen Anstieg der Insolvenzen

Die Bundesregierung erwartet als Folge der Corona-Pandemie eine erheblich steigende Zahl an Firmenpleiten. "Nach Einschätzung der Bundesregierung wird sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2021 deutlich erhöhen", heißt es in einer Regierungsantwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion, die der "Augsburger Allgemeinen" vorliegt.

Aktuelle Einschätzungen gingen davon aus, dass es im Vergleich zu 2019 mit 18 749 Fällen einen Anstieg im vierstelligen oder niedrigen fünfstelligen Bereich geben werde, zitierte die Zeitung aus der Antwort. Dennoch sei "keine massive Insolvenzwelle in der Breite der Realwirtschaft zu erwarten", heißt es demzufolge in dem Schreiben des zuständigen Justizministeriums. Solche Prognosen seien "allerdings mit hoher Unsicherheit behaftet".

12.50 Uhr: Grenzüberschreitendes Forschungsprojekt zu Virusvarianten startet

In einem grenzüberschreitenden Projekt zur Ausbreitung von Coronavirus-Varianten werden künftig in Dresden Proben aus Sachsen, Tschechien und Polen analysiert. So sollen ab Montag am Universitätsklinikum wöchentlich 150 Tests gesammelt und sequenziert werden. "Die Sequenzierungen werden uns helfen, einen noch genaueren Überblick über Auftreten und Verbreitung von Mutationen zu erhalten sowie gegebenenfalls entsprechende Schutzmaßnahmen anzupassen", erläuterte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Sonntag. "Das Coronavirus lässt sich nur gemeinsam bekämpfen." Der Bund unterstützt das Projekt finanziell.

12.15 Uhr: Maskenpflicht am Steuer fällt ab Montag in Sachsen weg

Sachsen kippt die seit 15. Februar geltende Masken-Regelung im Auto. Demnach müssen künftig nur noch die Fahrzeuginsassen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie nicht zu einem Hausstand gehören. Die Person hinterm Lenkrad sei von dieser Pflicht ausgenommen, stellte Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) in der Kabinettspressekonferenz am Freitag klar. Mit dieser Veränderung trage man Bedenken Rechnung, die nach Inkrafttreten der Corona-Schutzverordnung Mitte des vergangenen Monats von verschiedenen Akteuren geäußert geworden waren.

Unter anderem hatte sich der ADAC Sachsen in einem offenen Brief an CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer gewandt und gewarnt, für Brillenträger könne das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes riskant werden, wenn die Gläser beschlagen. „Am Steuer ist eine Sichtbehinderung aber nicht nur unerwünscht, sie ist schlichtweg gefährlich“, so ADAC-Regionalchef Klaus Klötzner. Paragraf 23 der Straßenverkehrsordnung besage, dass „jegliche Sichtbehinderung ausgeschlossen“ sein müsse.

Auch mit einer anderen Passage des Paragrafen sei das Maskengebot kollidiert, so der ADAC. Vorgeschrieben sei, dass das Gesicht des Fahrzeugführers immer erkennbar sein muss. „Greift man am Steuer nun zur Sonnenbrille, während man Maske trägt, stellte das ebenfalls ein Vergehen dar“, so Klötzner. Autofahrer hätten vor der Frage gestanden, ob sie sich im Auto für Verkehrssicherheit oder den gegenseitigen Gesundheitsschutz entscheiden sollen. Ein durchweg regelkonformes Handeln sei mit der alten Verordnung nicht möglich gewesen.

11.40 Uhr: Nordrhein-Westfalen nimmt Covid-Patienten aus der Slowakei auf

Nordrhein-Westfalen nimmt schwer kranke Covid-Patienten aus der Slowakei auf. Aktuell habe die Landesregierung der slowakischen Seite insgesamt zehn Krankenhausplätze angeboten, erklärte der Düsseldorfer Europa-Minister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) am Wochenende. Die ersten beiden Patienten sind bereits vom Klinikum Dortmund aufgenommen worden, wie das Krankenhaus am Sonntag auf Anfrage bestätigte. Die betroffenen Patienten seien schwerst erkrankt und würden beatmet. Das Klinikum Dortmund hatte in der Vergangenheit bereits zwei Corona-Patienten aus den Niederlanden behandelt.

11.14 Uhr: So funktioniert "Click & Meet" ab Montag in Sachsen

Mal wieder im Laden stehen, eine Hose vorm Spiegel anprobieren und eine Bluse in die Hand nehmen? Das geht bald wieder! Unter dem Namen "Click & Meet" soll ab Montag, den 8. März das Shoppen per Termin möglich sein. Wie es funktioniert und was das für die Händler bedeutet, lesen Sie hier.

10.50 Uhr: Maskenaffäre kostet den CDU-Bundestagsabgeordneten den Job

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel zieht sich im Zuge der Affäre um Geschäfte mit der Beschaffung von Corona-Masken aus der Politik zurück. Er werde sein Bundestagsmandat Ende August niederlegen und auch nicht mehr für den nächsten Bundestag kandidieren, teilte Löbel am Sonntag mit. Zugleich werde er seine Mitgliedschaft in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sofort beenden. "Ich übernehme die Verantwortung für mein Handeln und ziehe die notwendigen politischen Konsequenzen."

Löbel hatte am Freitag eine Beteiligung an Geschäften mit Corona-Schutzmasken eingeräumt. Löbels Firma kassierte demnach Provisionen von rund 250.000 Euro, weil sie Kaufverträge über Masken zwischen einem baden-württembergischen Lieferanten und zwei Privatunternehmen in Heidelberg und Mannheim vermittelt hatte.

Nikolas Löbel
Nikolas Löbel © dpa

10.05 Uhr: Schulen öffnen: Englische Lehrer singen Take-That-Song für Schüler

Musikalische Vorfreude: Mit einer Lockdown-Version des Take-That-Hits "Back for Good" begrüßen drei Lehrer in England ihre Schüler nach monatelanger Schließung zurück an der Schule. "Und wir werden zusammen sein, Daumen gedrückt, diesmal für immer. Wir werden kämpfen, und wir werden für immer in unserer Hoffnung vereint sein, wir werden nie wieder im Lockdown sein", singen die Leiter der King's School in Rochester, rund 50 Kilometer südöstlich von London.

In England öffnen an diesem Montag die Schulen wieder. Es ist der erste Schritt im stufenweisen Regierungsplan für eine Lockerung der Corona-Maßnahmen. Frühestens am 21. Juni sollen alle Restriktionen wieder aufgehoben sein.

9.37 Uhr: Noch zwei sächsische Landkreise über 100er-Corona-Inzidenzwert

Die Corona-Wocheninzidenz ist in Sachsen erneut gestiegen. Am Sonntag gab das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin den Wert mit knapp 82 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an - nach 78 am Vortag. Allerdings lagen nur noch zwei Landkreise über der kritischen 100er-Marke: der Vogtlandkreis (243) und der Landkreis Nordsachsen (112). Im Erzgebirgskreis sank die Inzidenz auf 99. Am geringsten ist das Infektionsgeschehen in Leipzig mit einer 7-Tage-Inzidenz von 49.

Insgesamt wurden dem RKI bis Sonntagmorgen (Stand: 3.11 Uhr) 574 neue Corona-Infektionen aus Sachsen gemeldet sowie drei weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl seit Ausbruch der Pandemie vor gut einem Jahr stieg damit auf knapp 198.000 bestätigte Infektionen sowie 7.986 Menschen, die im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben sind.

Bundesweit gehört Sachsen weiter zu den Ländern mit dem höchsten Infektionsgeschehen - gleichauf mit Sachsen-Anhalt und hinter Thüringen.

9.08 Uhr: Immunologe: Menschen mit meisten Kontakten vorrangig impfen

Der Immunologe Michael Meyer-Hermann empfiehlt, Menschen für Corona-Impfungen nach der Menge ihrer Kontakte zu priorisieren. Jene mit vielen Kontakten zuerst zu impfen "hätte eine viel größere Wirkung", als weiter nach Alter vorzugehen, sagte der Experte vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. Durch die Impfung zuerst der älteren Bevölkerung sei die Todesrate deutlich gesenkt worden - aber dies sei die Gruppe mit den wenigsten Kontakten, eine Auswirkung auf die Epidemie sei daher nicht zu erwarten.

Wegen der Ausbreitung der Virusvariante B.1.1.7 hält er die beschlossenen Lockerungen für gefährlich und erwartet, dass die Infektionszahlen "explosionsartig ansteigen werden" wie zuvor in Irland, England, Portugal und Tschechien. Aus Gesprächen mit Bundes- und Landesregierungen wisse er: "Man kann nicht sagen, dass die Politik nicht weiß, welche Folgen Maßnahmen haben werden."

Michael Meyer-Hermann
Michael Meyer-Hermann © dpa

8.32 Uhr: Polizei löst Party in Saarbrücken mit 35 Menschen auf

Die Polizei in Saarbrücken hat eine größere Party in einem Mehrparteienhaus mit 35 Menschen beendet. Wie die Polizei mitteilte, feierten zahlreiche Menschen in der Nacht zu Sonntag ohne Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln einen Geburtstag in den Kellerräumlichkeiten des Hauses. Die Partygäste trugen keine Mund-Nasen-Bedeckungen, einige machten den Beamten gegenüber falsche Angaben über ihre Meldeadressen. Eine Person habe versucht, eine gänzlich falsche Identität anzugeben.

Es seien sogar Gäste aus Hessen angereist, um bei den Feierlichkeiten dabei zu sein, teilte die Polizei weiter mit. Dem durch die Einsatzkräfte ausgesprochenen Platzverweis seien die feierfreudigen Gäste teilweise nur widerwillig nachgekommen. Die Polizei habe gegen alle Beteiligten ein Verfahren wegen Verstößen gegen die Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eingeleitet.

8.09 Uhr: Kostenlose Schnelltests - Kritik an Spahn

Ab Montag soll jeder Bürger nach der jüngsten Vereinbarung von Bund und Ländern wöchentlich einen kostenlosen Corona-Schnelltest erhalten können - doch zum Start wird das wohl nicht gleich überall der Fall sein. Die Koalitionspartner SPD und auch CSU machen dafür Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verantwortlich und attackieren ihn hart. In der CDU wird dies aber zurückgewiesen.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Mitte Februar hat Gesundheitsminister Jens Spahn kostenlose Schnelltests für alle versprochen. Und er hat behauptet, er habe für Deutschland 500 Millionen Tests vertraglich gesichert. Das war ein großes Versprechen und hat sehr hohe Erwartungen geweckt, die er nicht einhalten konnte." Ihr Land habe nun selbst Tests beschafft, sagte Dreyer, die am Sonntag in einer Woche die Landtagswahl gewinnen will.

Sonntag, 7.45 Uhr: RKI registriert 8.103 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 8.103 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 96 neue Todesfälle verzeichnet. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 7.890 Neuinfektionen und 157 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 66,1 - und damit im Vergleich zum Vortag (65,6) etwas höher. Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stagnierte sie allerdings, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte.

Corona-Pandemie: Das geschah am Samstag

17.49 Uhr: Corona-Hilfen aus Europäischem Garantiefonds fließen spärlich

Der zu Beginn der Corona-Krise vereinbarte Europäische Garantiefonds für kleine und mittlere Unternehmen hat bisher nur wenig geholfen. Bis zu 200 Milliarden Euro sollte das Instrument mobilisieren, doch wurde bis Ende Januar nur ein Finanzierungsvertrag über 100 Millionen Euro gezeichnet. Das sei die neueste verfügbare Zahl, bestätigte die Europäische Investitionsbank EIB auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Hintergrund sind monatelange Verzögerungen bei der Gründung des neuen Fonds, der im April 2020 als Teil eines 540-Milliarden-Pakets von den EU-Staaten verabredet worden war. Die Idee war, dass die EU-Staaten den Garantiefonds mit 25 Milliarden Euro bestücken und dass die EIB damit Unternehmenskredite absichert - vor allem für den Mittelstand. So sollten bis zu 200 Milliarden Euro an Liquidität mobilisiert werden. "Rasch geeignete Hilfe", versprach EIB-Präsident Werner Hoyer im Mai 2020.

Doch dauerte es nach Angaben der EIB bis Juli, bis ausreichend Kapital durch die nötige Zahl von Mitgliedsstaaten gezeichnet war. Anschließend verzögerte sich die beihilferechtliche Freigabe durch die EU-Kommission, weil Anträge einiger beteiligter EU-Staaten fehlten. Deutschland lieferte dieses Papier nach Angaben der EU-Kommission erst am 20. November. Am 14. Dezember erteilte die Brüsseler Behörde die letzte Genehmigung.

Erst danach konnte die EIB Finanzierungsverträge abschließen. Projekte bewilligte das zuständige Gremium allerdings bereits seit Oktober - bis Ende Januar waren es nach EIB-Angaben Vorhaben für 6,3 Milliarden Euro. Durch die vom Fonds abgesicherten Kredite erhofft man sich Investitionen für insgesamt 50,6 Milliarden Euro. Diese "Hebelung" entsteht, wenn private oder andere öffentliche Geldgeber mit einsteigen.

17.18 Uhr: Rund 200 Menschen nach Corona-Ausbruch in Kita in Quarantäne

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Kindergarten in Geislingen an der Steige in Baden-Württemberg müssen etwa 200 Menschen in Quarantäne. Bei insgesamt neun Kindern und Erziehern aus mehreren Gruppen des Kindergartens sei das Coronavirus nachgewiesen worden, wobei es sich in mindestens zwei Fällen um die zunächst in Großbritannien entdeckte ansteckendere Corona-Variante handle, teilte das Landratsamt Göppingen am Samstag mit. Zudem sei das Virus bereits in mindestens fünf Fällen im familiären Umfeld einzelner Kindergartenkinder oder -mitarbeiter entdeckt worden, auch hier teils in mutierter Form.

Das Gesundheitsamt ordnete daraufhin laut Landratsamt eine Quarantäne für alle positiv getesteten Kinder und Erwachsene, deren Kontaktpersonen sowie weitere Haushaltsangehörige an. Alleine in der Stadt Geislingen seien in diesem Zusammenhang mindestens 200 Quarantänen notwendig.

16.53 Uhr: Chef von Pfizer Deutschland würde auch Konkurrenz-Vakzin nehmen

Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland, Peter Albiez, würde sich auch mit dem Impfstoff des Konkurrenten Astrazeneca impfen lassen. "Den würd' ich nehmen, den Impfstoff, ja", sagte Albiez im Live-Programm von "Bild" auf eine entsprechende Frage. Jeder von der EU-Arzneimittelbehörde EMA geprüfte Impfstoff sei sicher und verträglich. "Jede Impfung schützt einen selbst, und jede Impfung ist ein wichtiger Schritt", sagte der Pfizer-Manager. Nötig sei "eine größere Dynamik" beim Impfen. Albiez forderte, in den kommenden Monaten dafür "alles zu mobilisieren".

In der EU sind bisher drei Corona-Impfstoffe zugelassen worden. Sie stammen von den Herstellern Pfizer/Biontech, Moderna und AstraZeneca. Am 11. März wird die EMA voraussichtlich auch die Zulassung des Impfstoffes des US-Herstellers Johnson&Johnson empfehlen.

16.25 Uhr: Hunderte Arbeiter sitzen wegen Infektionsfällen auf Kreuzfahrtschiff fest

Wegen zwei Coronavirus-Fällen auf dem neugebauten Kreuzfahrtschiff „Odyssey of the Seas“ sitzen Hunderte Arbeiter auf diesem fest. Sie dürfen das Schiff nach Anordnung des Hafenärztlichen Dienstes vorerst nicht verlassen, wie die Meyer-Werft am Samstag mitteilte. Bei zwei Arbeitern war demnach das Virus festgestellt worden, der Luxusliner liege daher vorerst in Bremerhaven fest, wie ein Werftsprecher sagte. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Der Meyer-Werft zufolge waren die Fälle am Mittwoch bekannt und am Donnerstag mit PCR-Tests bestätigt worden. Die Infizierten seien separiert worden. Ob sie zwischenzeitlich von Bord gebracht wurden, war laut Sprecher nicht bekannt. Weitere Fälle gebe es bislang nicht. Die Mannschaft werde täglich getestet, über das weitere Vorgehen werde noch mit den Behörden beraten, hieß es.

Die „Odyssey of the Seas“ war am vergangenen Wochenende über die Ems Richtung Nordsee überführt worden. Die Endausrüstung der „Odyssey of the Seas“ soll nun in Bremerhaven stattfinden.
Die „Odyssey of the Seas“ war am vergangenen Wochenende über die Ems Richtung Nordsee überführt worden. Die Endausrüstung der „Odyssey of the Seas“ soll nun in Bremerhaven stattfinden. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

15.58 Uhr: NRW nimmt schwerkranke Corona-Patienten aus der Slowakei auf

Nordrhein-Westfalen nimmt kurzfristig schwerkranke Covid-19-Patienten aus der besonders von der Pandemie betroffenen Slowakei auf. Am Samstag wurden am Flughafen Dortmund die ersten beiden Patienten erwartet, die mit einer Chartermaschine nach Deutschland kommen sollten, teilte die Landesregierung mit. Sie sollen am Klinikum Dortmund behandelt werden. In den nächsten Tagen könnten weitere Patienten kommen. Insgesamt habe NRW der Slowakei zehn Plätze zur Behandlung von Covid-19-Patienten angeboten.

Die Slowakei ist besonders von der Corona-Pandemie betroffen. Bezogen auf die Bevölkerungszahl hat das Land mittlerweile die höchste Zahl an Corona-Toten weltweit, und die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt weiter.

15.36 Uhr: Weiterhin drei Landkreise in Sachsen über kritischem 100er-Wert

Das Corona-Infektionsgeschehen in Sachsen stagniert weiter. Wie das Gesundheitsministerium am Sonnabend bekannt gab, stieg die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen binnen 24 Stunden um 583 Fälle. Am Freitag waren es 517, am Sonnabend vor einer Woche 459. Damit gibt es seit Beginn der Pandemie im März 2020 im Freistaat 197.934 von Laboren bestätigte Fälle. 7.981 Menschen starben, von Freitag auf Sonnabend kamen sieben Todesfälle dazu. 182.550 Menschen in Sachsen gelten als genesen.

Drei Landkreise in Sachsen bleiben unterdessen über dem kritischen Wochenwert von 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Das sind der Vogtlandkreis (201), der Erzgebirgskreis (103) und der Landkreis Nordsachsen (124), wie aus einer Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag hervorgeht (Stand: 6. März, 3.11 Uhr). Für Sachsen insgesamt wurde der Wert mit 78 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen ausgewiesen. Das ist der dritthöchste Wert bundesweit nach Thüringen und Sachsen-Anhalt.

14.57 Uhr: Protest gegen Corona-Auflagen in Leipzig geringer als erwartet

Gegner der Corona-Maßnahmen haben für ihren Protest in Leipzig weit weniger Menschen mobilisieren können als angekündigt. Die Polizei sprach am Samstagnachmittag in einer ersten Schätzung von etwa 350 Fahrzeugen bei den verschiedenen Autokorsos, die sich auch aus anderen Städten Sachsens und Sachsen-Anhalts auf den Weg in die Messestadt gemacht hatten. Angemeldet waren etwa 1.000 Fahrzeuge. Die Teilnehmer hatten Plakate an die Autoscheiben geheftet und dabei etwa die Impfungen kritisiert.

Nach Angaben der Polizei hatten mehrere Teilnehmer an einem Startpunkt in Leipzig-Grünau ihre Autokennzeichen abgeklebt. Dagegen seien die Einsatzkräfte vorgegangen, hieß es. An einem Gegenprotest beteiligten sich laut Polizei ersten Schätzungen zufolge mehr als 1.000 Menschen in der Stadt. Sie machten sich unter dem Motto "Querdenken ausbremsen" per Fahrrad und Motorrad aus verschiedenen Stadtteilen auf den Weg zum Augustusplatz im Zentrum. Dort gab es am Nachmittag eine Kundgebung.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um die verschiedenen Routen abzusichern. Teilnehmer eines Fahrradkorsos versuchten demnach, eine nicht genehmigte Strecke einzuschlagen. "Das Geschehen ist im Moment übersichtlich", erklärte ein Polizeisprecher am Nachmittag. Auch auf die Verkehrsbehinderungen hätten sich die Leipziger offensichtlich eingestellt.

14.43 Uhr: Baden-Württemberg liefert keine Impfdosen mehr an Krankenhäuser

Angesichts eines weiter großen Mangels an Corona-Impfstoffen stellt die baden-württembergische Landesregierung den Krankenhäusern im Südwesten vorerst keine gesonderten Impfdosen mehr für das Personal zur Verfügung. Man habe entschieden, "zum jetzigen Zeitpunkt keinen weiteren Impfstoff mehr exklusiv an die Krankenhäuser zu geben", teilte das Landesgesundheitsministerium am Samstag in Stuttgart auf Anfrage mit. Stattdessen wolle man neue Impfdosen komplett an die Impfzentren liefern. Klinik-Mitarbeiter, die noch keine Erstimpfung erhalten haben, müssen sich nun in Impfzentren um Termine bemühen.

14.23 Uhr: SPD-Chef Walter-Borjans wirft Union Unzuverlässigkeit vor

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hat der Union mit Blick auf Ungereimtheiten bei der Maskenbeschaffung Unzuverlässigkeit vorgeworfen. Man müsse annehmen, „dass Vetternwirtschaft und Raffgier sich genau da breit machten, wo es um die Lösung der wichtigsten Themen in dieser Corona-Krise geht“, sagte Walter-Borjans am Samstag beim digitalen Parteitag der NRW-SPD.

Hintergrund sind Ermittlungen gegen den CSU-Abgeordneten Georg Nüßlein und Berichte über weitere Unions-Abgeordnete, die an der Maskenbeschaffung mitverdient haben sollen. Es müsse eine Alternative zu den Konservativen geben, auf die die Menschen im Land sich verlassen können“, sagte Walter-Borjans. „Konservative Politik ist die grundfalsche Richtung, diesen Umbruch für alle nutzbar zu machen.“

13.54 Uhr: Spahn verteidigt Teststrategie gegen Kritik

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Corona-Teststrategie der Bundesregierung gegen Kritik verteidigt. "Es war nie vereinbart, dass der Bund diese Tests beschafft", sagte Spahn am Samstag bei einer digitalen Gesprächsrunde mit dem rheinland-pfälzischen CDU-Spitzenkandidaten Christian Baldauf. "Was vereinbart war, ist, dass wir mithelfen, dass sie zugänglich sind, dass sie verfügbar sind."

"Die Schnelltests sind mehr als genug verfügbar", bekräftigte der Bundesgesundheitsminister. "Deswegen können wir ab Montag als Bund auch sagen, wir übernehmen die Kosten für einen Bürgertest für jeden, der sich mindestens einmal die Woche testen lassen will." Die Strukturen dafür würden entstehen. "Sie werden noch nicht überall am Montag gleich vollständig da sein." Aber viele Bundesländer und viele Kommunen hätten gesagt, dass sie am Montag damit starten können.

Zudem seien die Selbsttests, die in Drogerien, Discountern und Apotheken erhältlich sind, eine Hilfe, um private Situationen wie beispielsweise Familientreffen abzusichern, sagte Spahn. In den Ländern würden diese Tests auch in Kitas und Schulen helfen.

13.29 Uhr: Aldi überrascht von riesiger Nachfrage nach Corona-Selbsttests

Der Discounter Aldi ist vom Ansturm auf die ersten Corona-Selbsttests im Einzelhandel am Samstag selbst überrascht gewesen. "Die Artikel, die wir stationär in den Filialen vorrätig hatten, waren am Vormittag in den meisten unserer Filialen erwartungsgemäß ausverkauft", teilten Aldi Süd und Aldi Nord mit. Das Interesse an den Tests habe den Discounter "in dieser Intensität doch überrascht".

Aldi bat Kunden, die leer ausgingen, um Verständnis. In der neuen Woche werde bereits mit den nächsten Lieferungen gerechnet. Schon vorab hatte der Discounter darauf hingewiesen, dass die Aktionsware bereits am ersten Aktionstag vergriffen sein könnte.

13.09 Uhr: Erste Impfungen für Menschenaffen im Zoo

Im Zoo von San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien sind die ersten Menschenaffen gegen Covid-19 geimpft worden. Das bestätigte der Betreiber des Zoos, die San Diego Zoo Wildlife Alliance, auf Twitter. „Der Impfstoff wurde speziell für Tiere entwickelt“, hieß es weiter. Geimpft wurden laut „National Geographic“ vier Orang-Utans und fünf Bonobos, demnächst sollen vier weitere Affen an der Reihe sein. Die Tiere erhielten jeweils nach drei Wochen ihre zweite Dosis.

„Den Tieren geht es gut und wir haben keine unerwünschten Reaktionen auf den Impfstoff festgestellt“, sagte Darla Davis, Sprecherin der Wildlife Alliance, dem Sender CNN. Zuvor waren im Januar acht Gorillas des Zoos positiv auf das Virus getestet worden - und waren damit die ersten positiv getesteten Menschenaffen weltweit. Die Symptome waren jedoch mild und beschränkten sich auf Husten, Verstopfung und Müdigkeit. Die Affen haben sich seitdem vollständig erholt. Es wurde vermutet, dass sich die Tiere trotz Sicherheitsvorkehrungen des Zoos bei einem asymptomatischen Mitarbeiter angesteckt hatten.

12.34 Uhr: Barcelona plant Konzert mit 5.000 Zuschauern - und ohne Abstand

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie soll es in Barcelona wieder ein großes Popkonzert mit 5.000 Zuschauern geben. Die Eintrittskarten für den Auftritt der spanischen Indie Popband Love of Lesbian am 27. März waren binnen Stunden ausverkauft, wie die Veranstalter auf Twitter mitteilten. „Vielen Dank für die unglaubliche Antwort auf dieses Vorhaben. Die Kultur ist sicher und jetzt mehr denn je notwendig“, schrieben die Verantwortlichen beim Festivals per la Cultura Segura am Samstag.

Bei dem Konzert in der für bis zu 24.000 Gästen ausgelegten Mehrzweckhalle „Palau de Sant Jordi“ müssen die Fans erstmals keinen Sicherheitsabstand mehr halten. Allerdings gelten strenge Schutzmaßnahmen.So müssen alle, die überhaupt eine Eintrittskarte ergattert haben, am Tag des Konzerts in einem von drei speziellen Testzentren zwischen 8 Uhr und 16 Uhr einen Schnelltest machen, der negativ sein muss. Eingelassen werden nach Angaben der Veranstalter zudem nur registrierte Besucher im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, die ein Smartphone mit mindestens IOS 11 oder Android 7 besitzen, um ein Programm für den Corona-Schnelltest herunterladen zu können. Zudem werden die persönlichen Daten der Teilnehmer nach dem Konzert mit denen der Gesundheitsbehörden abgeglichen.

12.12 Uhr: "Querdenker"-Korsos sind auf dem Weg nach Leipzig

In Leipzig herrscht an diesem Sonnabend erneut Ausnahmezustand: Die „Querdenken“-Bewegung startete seit dem späten Vormittag mehrere Auto-Korsos aus Sachsen und Sachsen-Anhalt durch verschiedene Stadtteile Leipzigs, um gegen die Corona-Schutzmaßnahmen zu protestierten. Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ aus mehreren Vereinen, Parteien und Gewerkschaften mobilisiert zugleich Fahrradkorsos und Kundgebungen mit mehreren Tausend Teilnehmern in der Innenstadt.

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot aus mehreren Bundesländern massiv präsent, über dem Stadtgebiet sind mehrere Hubschrauber im Einsatz. Die Behörden appellierten an die Bevölkerung, sich auf einschneidende Verkehrsbeeinträchtigungen im Stadtgebiet und auf den Autobahnen und Zubringerstraßen einzustellen. Der Verfassungsschutz warnte zugleich davor, dass auch Rechtsextremisten und Reichsbürger „ihre Anschlussfähigkeit an die Mitte der Gesellschaft austesten und diese für ihre verfassungsfeindlichen Zielsetzungen instrumentalisieren“ wollten.

Autokorsos mit zusammen mehreren Hundert Fahrzeugen wollten im Laufe des Vormittags aus Richtung Dresden, Naumburg, Dessau, Limbach-Oberfrohna und Merseburg nach Leipzig rollen. Sie wurden von der Polizei begleitet. Allerdings waren die Gruppen deutlich kleiner als von den Veranstaltern angegeben. Eine kleine Gruppe aus Halle wurde vor dem Start auf einem Parkplatz blockiert und beendete ihre Aktion. Eine Gruppe aus Richtung Vogtland und Plauen sagte ihren Konvoi kurzfristig ab. Ursprüngliches Ziel der „Querdenker“-Korsos war das Impfzentrum auf der Leipziger Messe, davon wurde aber in Gesprächen mit dem Ordnungsamt der Stadt Abstand genommen. Die Polizei kontrolliert dennoch an der Messe Autos, das Impfen soll weitergehen. Bei zwei „Querdenker“-Demonstrationen im vergangenen November in der Leipzig Innenstadt war die Lage eskaliert.

Welche Aktionen heute geplant sind und warum die Gemengelage Konfliktpotenzial birgt, lesen Sie im Artikel "Was rollt da heute auf Leipzig zu?"

11.52 Uhr: Scholz fordert mehr Anstrengung bei Impfkampagne

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat (SPD) hat mehr Anstrengungen bei der Corona-Impf- und Testkampagne in Deutschland gefordert. Der verfügbare Impfstoff müsse überall auch genutzt werden, sagte der Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat am Samstag beim digitalen Parteitag der NRW-SPD. Überall müsse das Impfen so gut organisiert werden, dass die Impfdosen, die jetzt in großen Mengen kämen, auch genutzt würden.

Die vorab aufgezeichnete Rede von Scholz wurde in das Programm eingespielt. Scholz räumte Anfangsfehler bei der Beschaffung von Corona-Impfstoffen ein. Jetzt aber müssten "alle Kräfte auf die Beschaffung von so viel Impfstoff wie möglich konzentriert werden".

Die künftig verfügbaren Schnell- und Selbsttests machen laut Scholz Hoffnungen. "Wir sorgen jetzt dafür, dass wir mit dem Testen neue Möglichkeiten für Öffnungsstrategien finden." Das gebe den Menschen Hoffnung, aus dem Lockdown herauskommen zu können, "dass wir im Sommer auch mal wieder auf einer Bierbank sitzen können, dass wir Fußball sehen können, wenn die nächste Saison beginnt".

11.34 Uhr: Merkel: In der Pandemie nicht in alte Rollenmuster zurückfallen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat davor gewarnt, in der Corona-Pandemie in überwunden geglaubte Rollenmuster zurückzufallen. Es seien doch wieder vermehrt Frauen, die den Spagat zwischen Homeschooling, Kinderbetreuung und dem eigenen Beruf meisterten, sagte die Kanzlerin in ihrem am Samstag veröffentlichten Podcast, bei dem sie auf den Weltfrauentag am Montag blickt.

Im Gesundheitsbereich seien über 75 Prozent der Beschäftigten Frauen, aber nur knapp 30 Prozent in den Führungspositionen, bemängelte Merkel. „Es kann nicht sein, dass Frauen unsere Gesellschaften maßgeblich tragen und gleichzeitig nicht gleichberechtigt an wichtigen Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beteiligt sind.“.

Die Bundesregierung werde immer wieder daran arbeiten, dass Familie und Beruf besser zu vereinbaren seien. Dafür sei der Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder im Vorschulalter von großer Bedeutung. Es gehe um nicht mehr, aber auch nicht weniger als um gleiche Chancen von Männern und Frauen, sagt die Bundeskanzlerin weiter. „Dazu gehört auch: Frauen müssen endlich so viel verdienen können wie Männer!“, so Merkel. „Deshalb brauchen wir Parität in allen Bereichen der Gesellschaft.“

11.14 Uhr: Niedersachens MP schreibt Osterurlaub nicht ab

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil schließt Osterurlaub nicht aus, hält aber Aussagen darüber derzeit für verfrüht. „Ich kann Ihnen darauf noch keine verlässliche Antwort geben“, sagte der SPD-Politiker der „Rheinischen Post“ . Er ließ in dem Zusammenhang auch Kritik am Termin der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit dem Kanzleramt anklingen. „Es ist vorgesehen, dass wir bei der nächsten Bund-Länder-Runde am 22. März dazu Entscheidungen treffen. Das ist aus meiner Sicht sehr spät, weil die Menschen vorher Pläne machen müssen“, sagte Weil.

Er fügte hinzu: „Ich setze aber darauf, dass wir bis zum 22. März deutlich mehr darüber wissen, was wir durch neue Testkonzepte zusätzlich möglich machen können. Solche Konzepte können dann gegebenenfalls auch eine Grundlage dafür bieten, Ferienwohnungen und vielleicht sogar teilweise Hotels zu öffnen.“

10.41 Uhr: CSU rügt Versäumnisse bei Schnelltests

CSU-Generalsekretär Markus Blume wirft dem Bundesgesundheitsministerium Versäumnisse beim Thema Schnelltests vor. "Tests sind die Brücke bis zum Impfangebot für alle. Aber leider sehen wir auch hier wieder: Es wurde zu spät, zu langsam, zu wenig bestellt. Man muss deutlich sagen, es sind wohl Fehler im Bundesgesundheitsministerium passiert. Jetzt muss endlich geliefert werden", sagte Blume der "Welt".

Kritik an der Teststrategie der Regierung kommt auch von den Grünen. "Längst hätte sie eine Teststrategie vorlegen und viele Millionen Tests kaufen können, aber nach Monaten gründet sie jetzt erstmal eine Task Force", sagte Parteichefin Annalena Baerbock dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dies sei ein "Wegducken vor Verantwortung".

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Freitag betont, von den Schnelltests seien "mehr als genug da". Der CDU-Politiker betonte auch, dass der Bund ab diesem Montag die Kosten trägt, um allen Bürgern einen Schnelltest pro Woche anzubieten. Diese Tests werden von geschultem Personal durchgeführt. Viele Länder hätten angekündigt, loslegen zu wollen. Für das Einrichten der Teststellen etwa in Zentren oder Apotheken sind die Länder zuständig.

10.15 Uhr: Umgang mit überzähligen Impfdosen in Bundesländern klar geregelt

Bleiben bei Impfterminen einzelne Dosen übrig, gilt beim Verimpfen an andere Menschen die Priorisierung gemäß Impfverordnung. Die Vorgaben der Länder sind eindeutig und nahezu einheitlich, wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes bei den zuständigen Landesministerien ergab. Sogenannte Impfschleicher, die jüngst bundesweit in die Schlagzeilen gerieten, dürfte es folglich gar nicht geben.

Überzählige Impfdosen müssen demnach fast ausnahmslos für Menschen aus der Gruppe mit der höchsten Impfpriorisierung genutzt werden wie aus den Antworten von 13 Gesundheits- und Sozialministerien hervorgeht. Das sind etwa Rettungsdienstmitarbeiter, Helferinnen und Helfer in den Impfzentren oder medizinisches Personal. Einzige Ausnahme bilden Polizisten im Außendienst, die der zweiten Gruppe angehören. „Bei Restdosen wird zunächst geprüft, ob sich weitere Personen der vulnerablen Gruppe impfen lassen wollen“, teilte das Gesundheitsministerium in Sachsen mit. Das könnten Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen, im betreuten Wohnen und solche sein, die von ambulanten Pflegediensten versorgt werden. Auch Krankenhäuser in der Umgebung würden angefragt, hieß es.

Die Impfreihenfolge regelt eine Bundesverordnung. In der ersten Gruppe mit der höchsten Priorität sind über 80-Jährige Menschen, Pflegekräfte und Beschäftigte auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, Palliativstationen, Rettungsdiensten und Corona-Impfzentren. Ebenfalls vorrangig geimpft werden jetzt aber auch Erzieherinnen in Kitas oder Grundschullehrer aus der Gruppe 2.

9.50 Uhr: Weißflog: "Mir fehlen Ideen, wie man vorankommt"

Der frühere Weltklasse-Skispringer und heutige Hotelier Jens Weißflog kann die derzeitige Vorsicht bei Lockerungen in der Corona-Krise "nicht verstehen". Dies sagte der 56-Jährige in einem Interview von "Zeit online". "Wir fokussieren immer nur auf Inzidenzen, auf Zahlen. Mir fehlen Ideen, wie man vorankommt. Es gibt andere Länder, die es besser machen", sagte Weißflog. Man könne doch "in asiatische Länder schauen oder nach Neuseeland, nach Schweden, da wird doch ein weit normaleres Leben geführt als hier bei uns".

Bund und Länder hatten am Mittwoch einen Stufenplan präsentiert und dabei erklärt, bei welchen Inzidenzwerten und Voraussetzungen gewisse Lockerungsschritte in der Corona-Krise in den kommenden Wochen möglich sind. Über Bereiche wie Reisen, Hotels, Kultur und Gastronomie soll erst bei der nächsten Bund-Länder-Schalte am 22. März beraten werden. Der Olympiasieger und viermalige Gewinner der Vierschanzentournee Weißflog betreibt im sächsischen Oberwiesenthal ein Hotel und ein Restaurant, die seit dem 2. November pandemiebedingt geschlossen sind. "Wir haben 23 Mitarbeiter, fast alle sind in Kurzarbeit", sagte Weißflog.

Der ehemalige Skispringer Jens Weißflog kann die derzeitige Vorsicht bei Lockerungen in der Corona-Krise "nicht verstehen".
Der ehemalige Skispringer Jens Weißflog kann die derzeitige Vorsicht bei Lockerungen in der Corona-Krise "nicht verstehen". © Patrick Pleul/dpa

9.19 Uhr: Selbsttests nach Verkaufsstart schnell vergriffen

Der großflächige Verkauf von Corona-Selbsttests im Einzelhandel ist heute gestartet. Die Schwesterunternehmen Aldi Nord und Aldi Süd bieten nach eigenen Angaben Tests als Aktionsware direkt an der Kasse an. In einigen Filialen, etwa in Dresden, waren die Tests jedoch bereits kurz nach Verkaufsstart ausverkauft. Auch die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ schreibt, in Hannover seien die Corona-Schnelltests in vielen Aldi-Märkten schon früh vergriffen gewesen. In Berlin bildeten sich beispielsweise in Friedrichshain und Lichtenberg bereits um 7.00 Uhr lange Schlangen bei Aldi. Die meisten Menschen gingen aber leer aus, berichtet eine Tagesspiegel-Reporterin – es gab nur eine Handvoll Tests. „Kurz nach Öffnung, also nach spätestens 5 Minuten, war alles ausverkauft“, berichtet sie.

Auch der Aldi-Konkurrent Lidl und die Supermärkte von Rewe und Edeka haben das Thema auf dem Schirm und werden Selbsttests wohl in Kürze anbieten. Im Onlineshop von Lidl wurden die Tests sogar schon am Sonnabend beworben. Aufgrund der hohen Nachfrage war die Seite jedoch am Vormittag nicht erreichbar.

Was die Tests kosten, wie sie angewendet werden und was bei einem positiven Test zu tun ist - diese und weitere Fragen rund um den Selbsttest beantworten wir hier.

Aldi hat heute den Verkauf von Selbsttests gestartet. In einigen Filialen waren die Tests jedoch bereits nach kurzer Zeit ausverkauft.
Aldi hat heute den Verkauf von Selbsttests gestartet. In einigen Filialen waren die Tests jedoch bereits nach kurzer Zeit ausverkauft. © Heinrich Löbbers

9.11 Uhr: Impf-Knappheit laut Stiko erst im Mai vorbei

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, erwartet nach April ein deutlich höheres Impftempo in Deutschland. Er verstehe den Frust der Menschen über das Impfmanagement, sagte Mertens der „Augsburger Allgemeinen“. „Kern des Problems ist aber fraglos der bisher mangelnde Impfstoff. Ich gehe jedoch davon aus, dass im zweiten und dritten Quartal so viel zur Verfügung stehen wird, dass ihn die Zentren nicht mehr verimpfen können“, sagte der Vorsitzende der am Robert Koch-Institut angesiedelten Expertengruppe.

Kritik, dass Hausärzte nicht eher bei den Impfungen eingesetzt würden, wies er zurück. Es habe gute Argumente gegeben, die Praxen erst einzubeziehen, wenn genug Impfstoff ausgeliefert werde. Neben der ausreichenden Kühlung der Impfdosen müsse auch die korrekte Impfreihenfolge sichergestellt werden, gab Mertens zu bedenken. „Mancher könnte sich dabei gegenüber „seinen Patienten“ schwertun.

“Lockerungen für Geimpfte etwa mittels ihres Impfpasses sind aus Mertens' Sicht nur schwer zu verhindern, auch wenn sich die Impfkommission, Politik und Ethikrat gegen eine Impfpflicht ausgesprochen hätten. Ärzte müssten sowieso jede Impfung dokumentieren. „Bei Dingen, die einer freien Vertragsgestaltung unterliegen, vom Konzertbesuch bis zu einer Reise, wäre der Staat schlecht beraten, wenn er sich einmischen würde“, sagte Mertens der Zeitung. Er nannte aber einen entscheidenden Unterschied: „Elementare Dinge des Alltags müssen auch ohne Impfschutz möglich sein, die ÖPNV-Nutzung oder der Aufenthalt in einem Krankenhaus.“

8.38 Uhr: Kanzleramtchef skeptisch bei Osterurlaub

Kanzleramtschef Helge Braun macht wenig Hoffnungen für Reisen über Ostern und bleibt auch mit Blick auf den Sommerurlaub vorsichtig. „Ich bin sehr skeptisch, was Reisen an Ostern angeht“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Für den Sommerurlaub sei es „ein bisschen kühn, darüber schon zu spekulieren“. Braun betonte aber: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir uns im Sommer - wie im vergangenen Jahr - draußen ziemlich normal bewegen können.“ Das Thema Reisen sei komplizierter, weil sich das Virus durch die Mobilität der Menschen verbreite. „Aber ich gehe davon aus, dass wir ab Pfingsten über Reisen und Freizeit deutlich entspannter reden können“, sagte der Kanzleramtschef.

„Wenn wir jedem in Deutschland ein Impfangebot gemacht haben, dann können wir zur Normalität in allen Bereichen zurückkehren“, betonte Braun. Als Zwischenstadium zur Normalität könne er sich vorstellen, dass „Geimpfte, Genesene und aktuell Getestete“ ihre Freiheitsrechte schon früher nutzen können, fügte Braun hinzu. Voraussetzung sei, dass sie niemanden gefährdeten. „Dafür gibt es Anzeichen. Wir brauchen aber weitere Studien“, sagte er.

8.07 Uhr: Corona-Kritik und Gegenprotest in Leipzig

Leipzig steht erneut ein unübersichtliches Demonstrationsgeschehen bevor. Kritiker der Corona-Maßnahmen haben zahlreiche Autokorsos mit Hunderten Fahrzeugen aus Dresden, Zwickau und einige Städten aus Sachsen-Anhalt angekündigt. Weil zugleich einige Gegendemonstrationen angekündigt wurden, bereitet sich die Polizei in Leipzig auf einen Großeinsatz vor. Eine solch mobile Lage sei neu, betonte ein Polizeisprecher. Es gelte in erster Linie eine Konfrontation der beiden Lager zu verhindern und dafür zu sorgen, dass die Autokorsos auf der genehmigten Strecke bleiben. Welche Aktionen heute geplant sind und warum die Gemengelage Konfliktpotenzial birgt, lesen Sie im Artikel "Was rollt da heute auf Leipzig zu?"

7.23 Uhr: Krematorien in Sachsen arbeiten wieder normal

Mit der sich abschwächenden Corona-Pandemie hat sich auch die Platznot in den Krematorien einiger Städte vom Jahresbeginn wieder entspannt. Weil aber so viele Menschen in den vergangenen Wochen auch infolge der Pandemie gestorben sind, gibt es auf manchen Friedhöfen jetzt viele Bestattungen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei einigen sächsischen Kommunen ergab. Oft zögerten Angehörige jedoch mit der Beisetzung, um später möglicherweise in größerem Kreis von ihren Verstorbenen Abschied nehmen zu können. In Sachsen gibt es laut Sozialministerium 1.220 kirchliche und 500 kommunale Friedhöfe sowie neun Bestattungswälder.

Sonnabend, 7 Uhr: RKI registriert 9.557 Neuinfektionen und 300 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9.557 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 300 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Samstag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9.762 Neuinfektionen und 369 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.11 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bundesweit bei 65,6 - und damit im Vergleich zum Vortag (65,4) und zum Samstag letzter Woche (63,8) etwas höher. Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stagnierte sie allerdings, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.492.079 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.299.400 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 71.804.

Corona-Pandemie: Das geschah am Freitag

Sachsen beschließt neue Corona-Schutzverordnung

Sachsen lockert ab kommenden Montag wie angekündigt Beschränkungen in der Corona-Pandemie. Grundlage ist die Vereinbarung von Bund und Ländern vom vergangenen Mittwoch. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) appellierte am Freitagabend nach einer Kabinettssitzung an die Bürger, vorsichtig zu bleiben. Das Virus verzeihe nicht, "selbst die kleinsten Fehler nicht", sagte die Ministerin und verwies auf die Mutationen des Coronavirus, die sich im Freistaat derzeit jede Woche verdoppeln würden. Inzwischen gebe es 649 Nachweise auf Mutationen und sechs Todesfälle.

Grundsätzlich werden die geltenden Corona-Maßnahmen im Wesentlichen fortgeführt. Kontaktbeschränkungen werden gelockert. Bislang geltende Beschränkungen wie die nächtliche Ausgangssperre fallen gänzlich weg.

Das sind die neuen Beschlüsse für Sachsen, die ab 8. März gelten:

  • Verlängerung des Lockdowns bis 31. März, also drei Tage länger als der von Bund und Ländern vereinbarte 28. März, Ausnahmen gelten weiterhin für Supermärkte, Drogerien und andere Läden, die Lebensmittel verkaufen.
  • Die Kontaktbeschränkungen werden ab kommender Woche gelockert, Treffen von zwei Haushalten, mit bis zu fünf Personen, sollen wieder möglich sein. Kinder unter 15 Jahren werden nicht mitgezählt. In Regionen, in denen die 7-Tage-Inzidenz unter 35 Infektionen je 100.000 Einwohner liegt, sollen Treffen von bis zu drei Haushalten und bis zu zehn Personen möglich werden.
  • "Notbremse": Steigt die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Kreis, einer kreisfreien Stadt wieder über den Wert von 100, gelten die bisherigen Kontaktbeschränkungen. Dann darf sich ein Hausstand nur mit maximal einer Person eines anderen Hausstandes treffen. Zudem wurde ein weiterer Faktor beschlossen: Wenn 1.300 Krankenhausbetten in Sachsen mit Corona-Patienten belegt sind, gilt das gleich wie bei der 100er Inzidenz.
  • Schule: Ab 10. März sollen Förderschulen wieder öffnen. Unterricht findet in kleineren Gruppen statt. Ab dem 15. März werden alle übrigen Schüler an den weiterführenden Schulen wieder in die Schulen gelassen - allerdings im Wechselunterricht. Voraussetzung ist aber eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. In Regionen, die diesen Grenzwert überschreiten, wird der Präsenzunterricht ausgesetzt. Zur Absicherung der Schulöffnungen sollen zudem Schnelltests bis 15. März flächendeckend den sächsischen Schulen zur Verfügung stehen. Sobald die Tests ausreichend bereitstehen, sollen diese verpflichtend werden. Demnach sollen Schüler sich einmal, Lehrer zweimal pro Woche testen lassen müssen.
  • Ausgangssperre: Ausgangsbeschränkungen wie der 15-Kilometer-Radius für Einkaufen und Bewegung im Freien sowie die nächtliche Ausgangssperre gelten ab Montag nicht mehr. In Regionen mit Inzidenz über 100 können die Landkreise jedoch erneute Ausgangsbeschränkungen und ein Alkoholverbot in Innenstädten erlassen.
  • Der Einzelhandel darf ab Montag für Terminshopping (Click & Meet) öffnen, falls die 7-Tage-Inzidenz von 100 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten wird. Ohne Inzidenz-Einschränkungen dürfen Blumenläden, Buchhandlungen, Garten- und Baumärkte öffnen. Sinkt die Inzidenz in Sachsen oder in der Region unter 50 soll der Einzelhandel mit einer Beschränkung der Kundenzahl je nach Verkaufsfläche wieder normal öffnen dürfen, also ohne Click & Meet.
  • Bei Inzidenzen unter 100 möglich, wenn an fünf Tagen hintereinander: Öffnung von Museen, botanische und zoologische Gärten sowie Gedenkstätten ab dem 15. März - unter Voraussetzung von Terminvergaben und Kontaktnachverfolgung, weitere körpernahe Dienstleistungen mit Testpflicht für Kunden - wenn die Tests vorhanden sind, Individualsport, allein oder zu zweit sowie in Gruppen von bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren soll im Außenbereich möglich sein, Fahrschulen dürfen öffnen – unter Voraussetzung der Testungen des Personals, Kunden müssen einen tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttest vorlegen.
  • Öffnungen bei einer Inzidenz unter 50 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen: Einzelhandel mit Quadratmeterbegrenzungen, Museen, Galerien und Zoos - ohne Termine und Kontaktnachverfolgung, kontaktfreier Sport mit maximal zehn Personen im Außenbereich
  • Kontaktloser Sport, wie etwa das Laufen im Freien, soll in Kleingruppen wieder erlaubt sein. Auf die Öffnung von Fitnessstudios müssen Sportler jedoch weiter warten.
  • Frühestens ab 22. März sind weitere Öffnungen möglich, wenn die die Inzidenz von 100 unterschritten bleibt: Außenbereiche der Gastronomie, Kinos, Theater, Bibliotheken und Konzerthäuser mit aktuellen Test, kontaktfreier Sport im Innenbereich, Kontaktsport im Außenbereich und Fahrschulen mit tagesaktuellem Schnelltest. Wenn die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen die 50 unterschreitet, können Gastronomie-Außenbereiche ohne Termin und Test genauso genutzt werden wie Kinos und Theater, auch im Sport sind dann keine tagesaktuellen Test mehr nötig.

21.53 Uhr: Corona-Notstand in Olympia-Stadt Tokio erneut verlängert

Die Olympia-Stadt Tokio bleibt für zwei weitere Wochen im Corona-Notstand. Diese Entscheidung der japanischen Regierung verkündete Ministerpräsident Yoshihide Suga am Freitag, weil die medizinische Versorgung im Großraum der Millionenstadt noch immer stark durch Corona-Patienten belastet sei. Der am 7. Januar verhängte Notstand für Tokio und drei Nachbar-Präfekturen gilt nun bis mindestens 21. März. Eigentlich sollten die Maßnahmen am Sonntag beendet werden. Tokio ist im Sommer Gastgeber für die Olympischen Spiele und die Paralympics.

Die Spiele waren wegen der Corona-Krise um ein Jahr verschoben worden. In Tokio war die Zahl der Neuinfektionen zuletzt deutlich gesunken. Japan ist deutlich besser durch die Pandemie gekommen als viele andere Länder. Dennoch hatte sich Tokios Gouverneurin Yoriko Koike besorgt gezeigt, dass ein Ende des Notstands zu einem neuerlichen Anstieg der Coronafälle führen könnte. Regierungschef Suga, der wegen seiner Corona-Politik stark in der Kritik steht, sagte im Parlament: "Ich werde alles tun, um ein erneutes Wachstum der Neuinfektionen und einen weiteren Notstand zu verhindern."

Ein Mann mit einem Mund-Nasen-Schutz geht in der Nähe der im Wasser schwimmenden olympischen Ringe im Stadtteil Odaiba vorbei.
Ein Mann mit einem Mund-Nasen-Schutz geht in der Nähe der im Wasser schwimmenden olympischen Ringe im Stadtteil Odaiba vorbei. © Eugene Hoshiko/AP/dpa

21.34 Uhr: Brinkhaus und Dobrindt verurteilen Maskengeschäfte von Abgeordneten

Die Führung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat Geschäfte von Abgeordneten bei der Beschaffung von Corona-Masken scharf verurteilt. "Ein Tätigwerden im Rahmen des Mandats darf nicht mit persönlichen finanziellen Interessen verbunden werden, schrieben Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt am Freitag an alle Abgeordneten der Union. "Wir sagen daher sehr deutlich, das Beziehen von Geldleistungen für die Vermittlung von medizinischer Schutzausrüstung im Rahmen der Pandemiebekämpfung von Abgeordneten stößt auf unser vollkommenes Unverständnis und wird von uns entschieden verurteilt." Sie erwarteten, dass solche Sachverhalte vollkommen transparent dargestellt und aufgeklärt würden. "So ein Verhalten entspricht nicht unseren Standards, schadet dem Ansehen der Politik insgesamt und ist nicht zu akzeptieren."

21.05 Uhr: Appell im Bundestag: Corona darf nicht Rückschritt für Frauen bringen

Vor dem Internationalen Frauentag haben Politikerinnen im Bundestag über die Fraktionsgrenzen hinweg dazu aufgerufen, Frauen nicht zu den Verlierern der Corona-Krise werden zu lassen. "Frauen in der Krise, das sind die Superheldinnen", sagte die Vizevorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Nadine Schön (CDU). Man müsse dafür sorgen, dass die Krise für Frauen "nicht zum Rückschritt wird". Das Corona-Jahr dürfe für sie nicht dauerhaft zum Karriereknick werden. Ihre SPD-Kollegin Katja Mast wies darauf hin, dass die Pandemie alte Rollenverteilungen verstärke. "Diese Muster müssen wir durchbrechen." Die SPD-Politikerin rief dazu auf, die 2020er Jahre zum Jahrzehnt der Frauen zu machen und bis 2030 in den Parlamenten Parität zu schaffen.

In der weitgehend von Frauen geführten Debatte verlangte die FDP-Abgeordnete Nicole Bauer "Respekt vor den vielen Frauen, die an Supermarktkassen, in den Kitas, in den Krankenhäusern, in Altenheimen jeden Tag während der Pandemie ihren Einsatz brachten". Nötig sei ein "Kulturwandel in Parteien und Unternehmen". Familien- und Frauenministerin Franziska Giffey betonte mit Blick auf die Corona-Krise: "Frauen halten an vielen Stellen den Laden am Laufen." Die SPD-Politikerin verlangte unter anderem eine Aufwertung der sozialen Berufe und eine gleiche Bezahlung von Männern und Frauen.

Die frauenpolitische Sprecherin der Grünen, Ulle Schauws, betonte: "Die Pandemie zeigt uns schmerzhaft als Gesellschaft auf, dass der Weg zu echter Gleichberechtigung noch weit ist." Es gebe kein Erkenntnis-, sondern ein Handlungsproblem. "Was es braucht, ist eine feministische Regierung, die Gleichstellung als zentrales Demokratiethema versteht und es durchgängig im Regierungshandeln durchsetzt."

20.42 Uhr: Schweden will bis zum Sommer Impfbescheinigung einführen

Die schwedische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Sommer ein digitales System für den Nachweis von Impfungen zu entwickeln. Digitalisierungsminister Anders Ygeman sagte am Freitag, jeder Schwede, der gegen das Covid-19-Virus geimpft wurde, soll dafür eine international gültige Bestätigung bekommen, entweder als App oder ein Dokument zum Herunterladen. Ygeman sagte er, er gehe davon aus, dass Reiseunternehmen und Länder in Zukunft einen entsprechenden Impfnachweis verlangen werden. Es sei aber auch vorstellbar, dass man beim Besuch eines Friseurs, Masseurs oder eines Restaurants oder Konzerts einen entsprechenden Nachweis brauche.

Sollte die EU mit einem Regelwerk für einen Impfpass kommen, werde Schweden sich dem anpassen. Die EU-Kommission hat angekündigt, am 17. März den Gesetzentwurf für einen "digitalen grünen Pass" vorlegen, der Corona-Impfungen, Covid-Erkrankungen und negative Tests vermerken soll.

Eine Gesundheitsarbeiterin verabreicht einem Mann den Impfstoff COVID-19 von Biontech/Pfizer in einer provisorischen Impfklinik in einer Kirche in Sollentuna, nördlich von Stockholm.
Eine Gesundheitsarbeiterin verabreicht einem Mann den Impfstoff COVID-19 von Biontech/Pfizer in einer provisorischen Impfklinik in einer Kirche in Sollentuna, nördlich von Stockholm. © Fredrik Sandberg/TT NEWS AGENCY/AP/dpa

20.21 Uhr: Düsseldorfer Arzthelferin mit Corona - 270 Menschen in Quarantäne

270 Menschen sind wegen des Kontakts mit einer Arzthelferin aus Düsseldorf in Quarantäne. Die Frau, die zeitweise ohne Schutzmaske und trotz Krankheitssymptomen gearbeitet haben soll, ist mit dem Coronavirus infiziert. Die 270 Menschen gelten als Kontaktpersonen der Kategorie I, wie die Stadt am Freitag mitteilte. Die Arzthelferin war mit bis zu 600 Personen in Kontakt gekommen. Sie ist mit der britischen Virus-Variante B.1.1.7 infiziert, die als deutlich ansteckender als das ursprüngliche Virus gilt.

20.06 Uhr: Britischer Minister: Impfungen haben starken Effekt auf Sterbefälle

Das Impfprogramm in Großbritannien macht sich nach den Worten von Gesundheitsminister Matt Hancock durch einen immer stärkeren Rückgang der coronabedingten Todesfälle bemerkbar. Demnach ist die Zahl der Sterbefälle allein in der vergangenen Woche um 41 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen ging im gleichen Zeitraum nur um 29 Prozent zurück, die der Neuinfektionen um 34 Prozent. Das zeige, dass die bislang untrennbare Verbindung zwischen Infektionen, Krankenhauseinweisungen und Todesfällen dank des Impfprogramms nun unterbrochen sei, so Hancock bei einer Pressekonferenz im Londoner Regierungssitz Downing Street am Freitagabend. In Großbritannien wurden bis Freitag knapp 21 Millionen Menschen mit mindestens einer ersten Dosis geimpft. Das entspricht nach Hancocks Angaben 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung.

19.40 Uhr: Tschechien bittet Deutschland um Übernahme von Covid-19-Patienten

Tschechien nimmt in der Corona-Krise nach langem Zögern nun doch Hilfsangebote aus dem Ausland an. Man habe Deutschland, Polen und die Schweiz um die Übernahme und Behandlung von mindestens einem Dutzend Covid-19-Patienten gebeten, teilte das Gesundheitsministerium in Prag am Freitagnachmittag mit. Grund sei die Überlastung der Krankenhäuser, so dass die üblichen Behandlungsstandards nicht mehr gewährleistet werden könnten.

Der Freistaat Sachsen unterstützt Tschechien bei der weiteren Bekämpfung der Corona-Pandemie, teilte die sächsische Staatskanzlei am Freitagnachmittag mit. Dies beinhalte die Aufnahme tschechischer Intensivpatienten, die Lieferung von Impfstoff und Schnelltests in die besonders betroffenen Grenzregionen. Voraussetzung für die Aufnahme der Patienten sei das jetzt offiziell vorliegende Hilfeersuchen der Tschechischen Staatsregierung an den Bund. Bereits in den vergangenen Tagen hatte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer dem tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babiš seine Unterstützung versichert.

Kretschmer betonte: "Die wirksame Eindämmung der Corona-Pandemie gelingt nur gemeinsam. Die tschechischen Nachbarn sind unsere Freunde – wir sind dankbar für das gewachsene Vertrauen und das Miteinander. In Zeiten der Krise ist eine Hilfe für uns selbstverständlich." In den sächsischen Krankenhäusern können der Mitteilung nach vorerst bis zu neun COVID-19-Patienten mit schweren Lungenkrankheiten aus dem Nachbarland aufgenommen werden. Dafür stünden freie Intensivbetten zur Verfügung. Neben Sachsen werden auch weitere Bundesländer tschechische Covid-Patienten aufnehmen. Gemeinsam mit Bayern und Thüringen seien bereits insgesamt 16.800 Impfdosen an die tschechischen Grenzregionen geliefert worden.

Konkrete Patienten seien noch nicht ausgewählt worden, hieß es aus dem Prager Gesundheitsministerium. Die Entscheidung liege beim jeweiligen behandelnden Arzt. "Wir sind in einer Situation, in der wir niemals sein wollten", sagte Gesundheitsminister Jan Blatny. Noch wenige Stunden zuvor hatte er ausländische Hilfe nicht sofort für nötig gehalten. Doch der Druck auf die Krankenhäuser wächst nach Angaben der Behörden stetig. Tschechien hat derzeit EU-weit die höchste Neuinfektionsrate, sie ist gut zehnmal so hoch wie in Deutschland. Innerhalb von sieben Tagen steckten sich nach Berechnungen mehr als 800 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus an. Seit Pandemiebeginn gab es knapp 1,3 Millionen nachgewiesene Infektionen und 21.325 Todesfälle.

Ein Corona-Patient wird auf dem Flughafen von Cheb in einen Hubschrauber verladen. Aus dem überlasteten örtlichen Krankenhaus werden die Infizierten zu anderen medizinischen Einrichtungen transportiert. Bald kommen auch welche nach Sachsen.
Ein Corona-Patient wird auf dem Flughafen von Cheb in einen Hubschrauber verladen. Aus dem überlasteten örtlichen Krankenhaus werden die Infizierten zu anderen medizinischen Einrichtungen transportiert. Bald kommen auch welche nach Sachsen. © Slavomír Kubeš/CTK/dpa

18.40 Uhr: WHO-Bericht über Corona-Untersuchung in China erst Mitte März

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Pläne für die Veröffentlichung erster Ergebnisse ihrer Untersuchung zum Ursprung des Coronavirus in China aufgegeben. Statt eines Vorabberichts werde nun erst der Gesamtbericht vorgestellt, voraussichtlich in der Woche nach dem 14. März, sagte der WHO-Teamchef Peter Ben Embarek am Freitag in Genf. Er war mit rund einem Dutzend Kollegen im Januar nach China gereist. Gründe für die Änderung der Pläne nannte die WHO nicht. Die Reise kam erst nach monatelangen Verhandlungen mit den chinesischen Behörden zustande. Das Unterfangen ist höchst komplex, weil China verhindern will, als Auslöser und Schuldiger der Pandemie an den Pranger gestellt zu werden. Das Expertenteam suchte in China nach dem Ursprung der Pandemie.

Die bei einer ersten Pressekonferenz zum Ende der Reise in China vorgestellten Ergebnisse waren nach Einschätzung von Experten dürftig. WHO-Teamchef Peter Ben Embarek bestätigte dort, dass das Virus, wie bereits angenommen, wahrscheinlich von Fledermäusen über einen Zwischenwirt auf den Menschen übergesprungen war.

18.21 Uhr: Mehr als drei Millionen Corona-Infizierte in Italien

Italien hat bei der Gesamtzahl der offiziell mit Corona infizierten Menschen die Drei-Millionen-Schwelle überschritten. Die Gesundheitsbehörden in dem Mittelmeerland zählten am Freitag über 24.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Damit gibt es in Italien, wo die Pandemie seit Februar 2020 mit einer ersten großen Welle um sich gegriffen hatte, bisher offiziell 3,02 Millionen Virus-Infizierte. In Europa hatten Großbritannien, Frankreich und Spanien diese Marke nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität (USA) schon vorher überschritten.

Bei den Opfern steuert das 60-Millionen-Einwohner-Land auf bald 100.000 registrierte Corona-Tote zu. Am Freitag wurden 297 Covid-19-Tote in 24 Stunden gezählt. Insgesamt verschlechtert sich die Infektionslage in vielen Teilen Italiens stark. Es wurde erwartet, dass Gesundheitsminister Roberto Speranza mehrere Regionen ab nächster Woche zu neuen Roten Zonen erklärt, in denen ein Teil-Lockdown mit strengen Bewegungseinschränkungen und Schulschließungen gilt.

Zwei Mitarbeiter des roten Kreuzes stehen vor einem Zelt, welches für ein Impfstoffzentrum auf der Piazza dei Cinquecento in Rom errichtet wurde.
Zwei Mitarbeiter des roten Kreuzes stehen vor einem Zelt, welches für ein Impfstoffzentrum auf der Piazza dei Cinquecento in Rom errichtet wurde. © Alfredo Falcone/LaPresse via ZUMA Press/dpa

18 Uhr: Eilantrag erfolglos - Keine sofortige Corona-Impfung für Krebskranken

Das Bundesverfassungsgericht hat den Eilantrag eines älteren krebskranken Mannes aus Bayern abgewiesen, der vor seiner Chemotherapie sofort gegen das Coronavirus geimpft werden wollte. Der Mann, der eigentlich erst in der zweiten Impfgruppe an der Reihe ist, habe "nicht hinreichend nachvollziehbar vorgetragen", warum ihm durch das Abwarten ein schwerer Nachteil entstehe, heißt es in der Entscheidung. Der Beschluss vom 22. Februar wurde am Freitag in Karlsruhe veröffentlicht. Der Mann hatte sich zuvor schon vergeblich an die bayerischen Verwaltungsgerichte gewandt. Der Verwaltungsgerichtshof in München hatte seinen Eilantrag am 10. Februar mit der Begründung abgewiesen, dies sei "kein atypischer Einzelfall". Auch die Verfassungsrichter schreiben, der Mann habe nicht dargelegt, warum er nicht auch in Gruppe zwei eine erste Impfung "alsbald erhalten könne". Außerdem habe er "nicht hinreichend vorgetragen, dass ihm eine risikoverringernde Isolation unmöglich sei".

17.31 Uhr: Geldstrafe nach Beleidigungs-Mail an Virologen Drosten

Eine beleidigende E-Mail an den Virologen Christian Drosten hat für einen 58-Jährigen eine Geldstrafe nach sich gezogen. "Der Verurteilte hatte im Mai 2020 in einer E-Mail an das Virologische Institut der #Charité unter dem Betreff "Coronagoebbels" dessen Leiter, Prof. Dr. Christian Drosten, beleidigt", twitterte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Freitag. Eine Geldstrafe in Höhe eines Monatsgehalts gegen den "mutmaßlichen Verschwörungstheoretiker" sei mittlerweile rechtskräftig, hieß es. Wann der Strafbefehl erwirkt wurde und um welche Summe es geht, blieb auf Anfrage offen.

Drosten selbst hatte in der Vergangenheit wiederholt von massiven Anfeindungen und Morddrohungen gegen sich gesprochen. Der Wissenschaftler gilt auch über Deutschland hinaus als Experte für Coronaviren. Er ist seit Beginn der Pandemie mit seinen Einschätzungen zu Sars-CoV-2 und Empfehlungen an die Politik auch in der breiten Öffentlichkeit bekannt geworden.

16.39 Uhr: Sachsens Verfassungsschutz: "Querdenker" bisher nicht extremistisch

Der sächsische Verfassungsschutz sieht hinter den Anti-Corona-Protesten und der "Querdenken"-Bewegung bislang keine extremistischen Bestrebungen. "Gleichwohl beobachten wir, dass sich auch Rechtsextremisten und Reichsbürger unter den Versammlungsteilnehmern befinden", sagte Verfassungsschutzpräsident Dirk-Martin Christian am Freitag in Dresden. "Sie verfolgen dabei das Ziel, ihre Anschlussfähigkeit an die Mitte der Gesellschaft auszutesten und diese für ihre verfassungsfeindlichen Zielsetzungen zu instrumentalisieren."

Vor diesem Hintergrund wollte Christian nicht ausschließen, dass die rechtsextremistische Szene auch die geplanten Demonstrationen am Samstag in Leipzig zum willkommenen Anlass nimmt, um öffentlich Präsenz zu zeigen und für ihre verfassungsfeindlichen Ziele zu werben. Konkrete Erkenntnisse zur Mobilisierung im rechtsextremistischen Spektrum lägen aber aktuell nicht vor: "Insgesamt ist und bleibt die Veranstaltungs- und Mobilisierungslage dynamisch. Dies trifft auch für die Aufrufe im Internet und in den sozialen Medien zu Gegenprotestmaßnahmen zu."

Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes werden sich an den Gegenprotesten "mehrheitlich nichtextremistische Personen" beteiligen. Das Landesamt geht aber davon aus, dass die autonome Szene in Leipzig versuchen wird, den Verlauf des "Querdenker"-Aufzugs im Zentrum zu verhindern: "Aktionsformen wie ziviler Ungehorsam und Blockadeversuche mit Fahrrädern dürften dabei zum gewohnten Repertoire der gewaltbereiten autonomen Szene gehören, ebenso wie Sachbeschädigungen an Fahrzeugen des Autokorsos, tätliche Angriffe auf Polizisten sowie dezentrale Aktionen gegen den politischen Gegner", hieß es.

Am Wochenende wird es in Leipzig wieder einen Großeinsatz der Polizei geben, weil Corona-Gegner und Gegendemonstranten erwartet werden.
Am Wochenende wird es in Leipzig wieder einen Großeinsatz der Polizei geben, weil Corona-Gegner und Gegendemonstranten erwartet werden. © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild (Archiv)

16.29 Uhr: Kritik wegen Corona-Tests: Kretschmer nimmt Bund in Schutz

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat den Bund im Zusammenhang mit Kritik an der Bereitstellung von Corona-Tests in Schutz genommen. Seine Amtskollegin aus Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), hatte der Bundesregierung vorgeworfen, dass Corona-Selbsttests nicht dort ankämen, wo sie vor allem gebraucht würden. Sie habe kein Verständnis dafür, warum Selbsttests, die jetzt auf den Markt kommen, in Discounter gingen, aber nicht geordert worden seien für Kita und Schule, hatte Schwesig am Donnerstag in Schwerin gesagt.

"Schnelltests sind im Übermaß produziert und lieferbar. Die neuen Selbsttest sind erst seit wenigen Tagen zugelassen. Der Vorwurf an den Bund ist billig", sagte Kretschmer am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Die Zusage des Bundes, die Hälfte der Kosten für die Testung in Schulen und Kitas zu übernehmen, sei eine wichtige Unterstützung. "Auf Corona-Wahlkampf hat keiner in Deutschland Lust", fügte Kretschmer hinzu. In Mecklenburg-Vorpommern wird am 26. September parallel zum Bundestag ein neues Landesparlament gewählt.

16.17 Uhr: Wie ist die Lage von Veranstaltern von Großevents?

Die Eventbranche leidet unter den Folgen der Corona-Krise wie kaum eine andere. André Egger von der Laufszene Events GmbH organisiert mit seiner Agenur große Laufveranstaltungen. Im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie, redet der Dresdner über die Lage seiner Branche, über Öffnungen als wichtige Perspektive und den möglichen Nutzen von Schnell- und Selbsttests für Großevents. Die Folge CoronaCast hören Sie direkt über den eingebetteten Player. Weitere Abspielmöglichkeiten und Hintergründe zum Thema erfahren Sie in diesem Artikel: "Öffnungen sind für uns eine Perspektive"

16.01 Uhr: Start-up-Initiative gegen bundesweite Einführung der Luca-App

Die Start-up-Initative "Wir für Digitalisierung" hat sich gegen eine exklusive Einführung der Luca-App zur bundesweiten Kontaktverfolgung in der Corona-Pandemie ausgesprochen. "Eine einheitliche Lösung kann, auch mit Blick auf die Erfahrung mit der Corona-Warn-App, nur zum Scheitern verurteilt sein", erklärte am Freitag Jan Kus, Geschäftsführer der Railslove GmbH, die mit der Recover-App eine konkurrierende Lösung zur Luca-App anbietet. Am Montag wollen die Bundesländer eine Entscheidung über eine bundeseinheitliche App zur digitalen Nachverfolgung der Kontakte treffen. Diese soll dann in allen Ländern zum Einsatz kommen. Die Luca-App gilt dabei als favorisierte Lösung. Die Initiative strebe eine "kollaborative, offene und gemeinsame Schnittstelle" an, an die sich alle Kontaktdatenerfassungssysteme anbinden könnten, darunter auch Luca. Die Kontaktdaten aus den verschiedenen Erfassungslösungen könnten dann über eine einheitliche Schnittstelle zur Nachverfolgung an Systeme der Gesundheitsämter übernittelt werden.

Die Luca-App hatte in den vergangenen Wochen viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Das System wurde vom Musiker Smudo von den Fantastischen Vier mitentwickelt. "Ich bin davon überzeugt, dass Luca uns in Kombination mit Testungen, der Corona-App und den AHA-Regeln in ein immer normaleres Leben führen wird", sagte Smudo der Deutschen Presse-Agentur. "Für uns ist das eine reelle Öffnungsstrategie."

Die Luca-App im Google Play Store auf einem Android-Smartphone. Sie soll die Kontaktnachverfolgung zur Eindämmung der Corona-Pandemie erleichtern, zum Beispiel nach Besuchen in Cafés oder Restaurants, und dort die bislang praktizierte Zettelwirtschaft abl
Die Luca-App im Google Play Store auf einem Android-Smartphone. Sie soll die Kontaktnachverfolgung zur Eindämmung der Corona-Pandemie erleichtern, zum Beispiel nach Besuchen in Cafés oder Restaurants, und dort die bislang praktizierte Zettelwirtschaft abl © Christoph Dernbach/dpa

15.30 Uhr: Corona-Pandemie belastet Menschen mit niedrigen Einkommen stärker

Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen bisher insbesondere viele Menschen mit niedrigen Einkommen und verringern deren Aufstiegschancen. Das geht aus einem Entwurf für den Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Nach den vorläufigen Zahlen hatten im August rund 30 Prozent der Befragten mit besonders niedrigen Einkommen seit Beginn der Pandemie Probleme, ihre laufenden Ausgaben zu decken. Hochgerechnet 15,5 Millionen Haushalte mussten bis zu diesem Zeitpunkt Einkommenseinbußen in der Pandemie hinnehmen. Besonders betroffen waren laut Berichtsentwurf Gering- und Normalverdiener.

Die Bildungs- und Aufstiegschancen von einkommensschwachen Menschen werden dem Entwurf zufolge durch die Pandemie weiter eingeschränkt. So berichteten insbesondere Eltern aus niedrigen Einkommensschichten von weniger Unterstützung von Seiten der Schulen beim Homeschooling und sorgten sich um die soziale Mobilität ihrer Kinder. Die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt könnten dem Bericht zufolge insbesondere Langzeitarbeitslose treffen. Diese sähen sich verstärkt mit dem Problem eines teilweise verschlossenen Arbeitsmarktes konfrontiert.

15.12 Uhr: 517 Corona-Neuinfektionen und 43 weitere Tote in Sachsen

In Sachsen wurden nach Angaben des Sozialministeriums vom Mittwochnachmittag binnen eines Tages 517 Neuinfektionen sowie 43 weitere Todesfälle registriert. Vor genau einer Woche waren es 663 Neuinfektionen. Seit Beginn der Pandemie gibt es nun insgesamt 197.351 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 7.974 Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. Rund 182.100 Menschen gelten schätzungsweise als wieder genesen.

Besonders von der Pandemie betroffen ist weiterhin der Vogtlandkreis, wo innerhalb es innerhalb der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner 215,9 Neuinfektionen gab. Der niedrigste Wert dieser Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell in der Stadt Leipzig (41,1). Damit liegt der Wert in Leipzig als einziger der kreisfreien Städte und Landkreise unter 50, in drei Landkreisen übersteigt die 7-Tage-Inzidenz den Wert von 100. Für den gesamten Freistaat wird die Inzidenz mit 78,6 (Vortag: 77,2) beziffert, deutschlandweit beträgt sie laut Robert Koch-Institut (RKI) durchschnittlich 65,4. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

15 Uhr: Ganz Griechenland Corona-Risikogebiet - Teile Kroatiens nicht mehr

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung erstmals ganz Griechenland ab Sonntag als Corona-Risikogebiet eingestuft. Für Teile Kroatiens - darunter die bei Urlaubern sehr beliebte Halbinsel Istrien - werden gleichzeitig sämtliche Einreisebeschränkungen wegen der Pandemie aufgehoben, wie das Robert Koch-Institut am Freitag im Internet mitteilte. Wegen besonders hoher Infektionszahlen werden Ungarn, Schweden und Jordanien als Hochrisikogebiete eingestuft.

Griechenland zählte bisher zu den wenigen Ländern, die nie ganz als Corona-Risikogebiet eingestuft wurden. Zuletzt waren unter anderem die griechischen Inseln in der Ägäis, Kreta sowie die Ionischen Inseln vor der Westküste Griechenlands (darunter Korfu) ausgenommen. Ab Sonntag müssen sich auch Rückkehrer aus diesen Regionen nach Einreise nach Deutschland innerhalb von 48 Stunden auf Corona testen lassen. Zudem müssen sie für zehn Tage in Quarantäne, von der sie sich erst nach fünf Tagen durch einen weiteren negativen Test befreien können.

Als Risikogebiete werden die Länder und Regionen ausgewiesen, in denen die Zahl der Neuinfektionen 50 pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen (Inzidenz) übersteigt. Als Hochrisikogebiete gelten Länder mit einer Inzidenz über 200. Wenn man aus diesen Regionen nach Deutschland kommt, muss man schon bei Einreise einen negativen Test vorweisen.

Ein Mann geht auf dem Hauptmarkt von Athen an geschlossenen Geschäften vorbei.
Ein Mann geht auf dem Hauptmarkt von Athen an geschlossenen Geschäften vorbei. © Socrates Baltagiannis/dpa

14.46 Uhr: Bilanz der Corona-Demos in Österreich: Bisher 85.000 Teilnehmer

In Österreichs Hauptstadt Wien hat die Polizei erneut zahlreiche für das Wochenende geplante Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen verboten. Zwölf der 36 angemeldeten Versammlungen seien aus Gründen des Gesundheitsschutzes untersagt worden, teilte die Polizei am Freitag mit. Die Erfahrung zeige, dass bei Kundgebungen mit mehreren tausend Menschen der verordnete Mindestabstand nicht eingehalten werden könne. In jüngster Zeit hätten Teilnehmer die Schutzmaßnahmen oft ignoriert.

Eine behördliche Bilanz veranschaulicht den Umfang der Protest-Bewegung. So wurden seit 26. Dezember 2020 laut einer Statistik des Innenministeriums österreichweit insgesamt 673 Versammlungen im Zusammenhang mit Corona-Protesten registriert. Bei den Demonstrationen wurden 7.175 Anzeigen unter anderem wegen Verletzung des Mindestabstands und der Maskenpflicht ausgesprochen. 171 Personen wurden festgenommen. Insgesamt haben der Statistik zufolge rund 85.000 Personen demonstriert, etwa 20.000 Polizisten waren im Einsatz.

Im Gegensatz zu Deutschland hat Österreich bereits seit Anfang Februar wieder alle Geschäfte geöffnet. Vor dem Hintergrund steigender Coronazahlen wird die Regierung Mitte März entscheiden, ob es zu weiteren Lockerungen wie der Öffnung der Gastronomie im Freien Ende März kommt.

14.30 Uhr: Schweigeminute und Glocken: Schweiz gedenkt der Corona-Todesopfer

Mit einer Gedenkminute und Glockengeläut hat die Schweiz der Opfer der Corona-Pandemie gedacht. Mehr als 9.300 Infizierte sind seit vergangenem Frühjahr gestorben. Der erste Todesfall war am 5. März 2020 bekannt geworden. Bundespräsident Guy Parmelin hatte dazu aufgerufen, auch an die Angehörigen der Verstorbenen sowie die Patienten in Krankenhäusern und Menschen, die nach einer Corona-Infektion noch mit Komplikationen kämpfen, zu denken. Im ganzen Land läuteten teils für 15 Minuten die Kirchenglocken. Auch im Kabinett legten die sieben Regierungsmitglieder eine Schweigeminute ein.

Auf eine Gedenkfeier hatte die Regierung angesichts der epidemiologischen Lage verzichtet. Die Zahl der Fälle ist zuletzt leicht gestiegen. Am Freitag waren es noch 1.222 neugemeldete Infektionen, bei 8,6 Millionen Einwohnern. Auf 14 Tage berechnet liegt die Inzidenz bei rund 164 Fällen pro 100.000 Einwohner.

14.17 Uhr: Kostenlose Schnelltests im Landkreis Nordsachsen - Schulen offen

Der Landkreis Nordsachsen will das Infektionsrisiko seiner Einwohner mit Hilfe kostenloser Schnelltests eindämmen. Dazu stünden 25.000 Tests zur Verfügung, die in Delitzsch, Eilenburg, Torgau, Oschatz, Schkeuditz und Taucha der Bevölkerung angeboten würden, informierte Landrat Kai Emanuel (parteilos) am Freitag. Start sei diesen Samstag, eine Anmeldung sei nicht nötig. "Angesprochen sind vor allem diejenigen, die einen solchen Test für ihre Berufsausübung benötigen, um Infektionsrisiken zu minimieren." Die Aktion solle helfen, die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis unter die "rote Linie" von 100 zu bringen; am Freitag lag sie bei 132.

Die Kitas, Kindertagespflege und Grund- sowie Förderschulen in Nordsachsen bleiben vorerst weiter geöffnet. Darauf hätten sich der Freistaat Sachsen und der Landkreis Nordsachsen verständigt, teilte das Kultusministerium am Freitag mit. Vor dem Hintergrund, dass am Montag (8. März) eine neue Corona-Schutz-Verordnung greift und es außerdem kaum Infektionen an Schulen gibt, werde diese Regelung trotz der hohen Zahl an Neuinfektionen möglich. In dieser Woche wurden den Angaben nach 15 Infektionen an Schulen in Nordsachen festgestellt, darunter 12 bei Schülern und 3 bei Lehrern. Der Landrat hat zugesichert, dass der Landkreis noch einmal verstärkte Anstrengungen unternimmt, um eine weitere Ausbreitung des Virus gerade auch in Schulen und Kitas zu verhindern. Damit soll der Inzidenzwert gesenkt werden.

Corona-Schnelltests liegen zur Auswertung in einem Testzentrum in Naumburg.
Corona-Schnelltests liegen zur Auswertung in einem Testzentrum in Naumburg. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild (Symbolbild)

14.05 Uhr: Landkreis lädt zu Corona-Massentest in Hoyerswerda

Nach dem Corona-Massentest in Radeberg plant der Landkreis Bautzen einen weiteren solchen Test kommende Woche in Hoyerswerda. "Grund sind gehäuft auftretende Virusmutationen in und um Hoyerswerda, insbesondere auch in Bernsdorf", informierte das Landratsamt am Freitag. Der Test am Dienstag und Mittwoch in der Veranstaltungshalle "Vis à Vis" sei gratis, Interessierte müssten sich aber online anmelden. Die Kreisbehörde gab die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag mit 97 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche an. Zuletzt seien 41 neue Infektionen bekannt geworden und drei weitere Patienten gestorben.

13.53 Uhr: 50.000 Impfdosen zusätzlich für Corona-Hotspots in Grenznähe

Die besonders von der Corona-Krise betroffenen Regionen an der bayerisch-tschechischen Grenze sollen noch einmal 50.000 zusätzliche Dosen Impfstoff bekommen. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag in einer Regierungserklärung im Landtag in München an. Man werde niemandem etwas wegnehmen, aber mit dem Anstieg der Liefermengen etwas mehr in diese Gebiete geben. Dies sei eine Frage der Solidarität, man wolle damit ein Signal setzen. Wo wegen hoher Sieben-Tage-Inzidenzen keine Öffnungen erfolgen könnten, müsse schneller immunisiert werden.

13.34 Uhr: GEW warnt vor Risiken durch Schulöffnungen in Sachsen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat vor großen Risiken durch die geplante Öffnung der Schulen für alle Kinder und Jugendlichen in Sachsen noch vor Ostern gewarnt. Am Freitag verwies Landeschefin Uschi Kruse auf wieder steigende Infektionszahlen und geplante Öffnungen auch in anderen Bereichen. "Wenn wir offen oder hinter vorgehaltener Hand die konsequente Corona-Bekämpfung aufgeben, dann schließt schlichtweg das Virus die Schulen und Kindertagesstätten." Aus Sicht der GEW wäre es besser, mit der Öffnung der weiterführenden Schulen bis nach Ostern zu warten. "Einschließlich der Ferien vor und nach dem Fest wären vier kontaktarme Wochen entstanden, die nun realistisch betrachtet gegen fünf Unterrichtstage in Präsenz getauscht werden", hieß es.

Bisher konnten in Sachsen nur Schüler der Abschlussklassen und Grundschüler den Unterricht besuchen. Mit Hygienemaßnahmen sollen die Schulen nun für alle weiteren Schüler schrittweise geöffnet werden. Mit Ausnahme der Primarstufe soll aber eine Testpflicht für Schüler sowie für das gesamte Personal gelten.

13.13 Uhr: Weniger Covid-19-Patienten - aber nicht mehr freie Intensivbetten

Trotz des rückläufigen Trends bei der Zahl der Covid-19-Patienten ist die Zahl freier Betten auf Intensivstationen in Deutschland seit Jahresbeginn ungefähr konstant geblieben. Operationen, die verschoben worden waren, würden derzeit wieder durchgeführt oder sogar verstärkt nachgeholt, erklärte eine Sprecherin der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) der Deutschen Presse-Agentur. "Entsprechend liegen die Patienten nach großen Herz-OPs oder schweren Tumor-Resektionen derzeit wieder in größerer Zahl auf den Intensivstationen."

Ohnehin sei die Behandlung der Vielzahl von Covid-19-Patienten Ende Dezember, Anfang Januar nur möglich geworden, weil andere Patienten früher als üblich auf andere Stationen verlegt worden seien. Die Bettenauslastung auf den Intensivstationen sei "nach wie vor sehr stabil hoch", so die Sprecherin. Im Divi-Intensivregister sind rund 3700 freie Intensivbetten ausgewiesen (Stand Donnerstag). Rund 2800 Covid-19-Fälle sind noch in Behandlung. Das ist weniger als halb so viel wie zu Jahresbeginn, aber nur etwas weniger als während der Hochphase der ersten Welle im Frühjahr 2020.

12.52 Uhr: Mehr als 300 Millionen Euro an November- und Dezemberhilfe in Sachsen ausgezahlt

An Unternehmen und Selbstständige in Sachsen sind bisher 304 Millionen Euro an November- und Dezemberhilfen ausgezahlt. Davon seien 28 Millionen Euro innerhalb der vergangenen sieben Tage geflossen, wie das Wirtschaftsministerium am Freitag in Dresden mitteilte. So seien nun fast 92 Prozent der Anträge auf November- und 83 Prozent der Anträge auf Dezemberhilfen abschließend bearbeitet. Das Ministerium wies darauf hin, dass inzwischen auch größere vom Lockdown betroffene Unternehmen die sogenannte Überbrückungshilfe III beantragen könnten. Die bisher geltende Höchstgrenze beim Umsatz von 750 Millionen Euro entfalle, hieß es. Seit Mitte Februar seien an Antragsteller aus Sachsen Abschläge von 49 Millionen Euro ausgezahlt worden.

12.45 Uhr: Tschechien führt Quarantäne-Bonus ein

Tschechien führt im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine Quarantäne-Bonuszahlung ein. Präsident Milos Zeman unterzeichnete am Freitag ein entsprechendes Gesetz. Arbeitnehmer erhalten umgerechnet bis zu 14 Euro täglich, solange sie sich in behördlich angeordneter häuslicher Quarantäne befinden. Die Auszahlung erfolgt zusätzlich zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall in Höhe von 60 Prozent des Durchschnittsverdiensts. Nach Darstellung der Regierung gaben bisher viele Infizierte ihre Risikokontakte nicht an - aus Sorge, damit Freunden und Verwandten finanzielle Nachteile zu verursachen.

Tschechien hat derzeit EU-weit die höchste Neuinfektionsrate, sie ist gut zehnmal so hoch wie hierzulande. Innerhalb von sieben Tagen steckten sich nach Berechnungen mehr als 800 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus an. Seit Pandemiebeginn gab es knapp 1,3 Millionen nachgewiesene Infektionen und 21.325 Todesfälle.

12.21 Uhr: Mehr als 50 Neuinfektionen in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 52 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 22.428 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Vier Menschen verstarben seit Donnerstag in Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer seit Pandemiebeginn vor einem Jahr auf 934 Opfer. Zudem wurden binnen eines Tages fünf weitere Patienten ins Krankenhaus einwiesen. Als genesen gelten mittlerweile 20.653 Dresdner - 72 mehr als am Donnerstag.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, fiel seit dem Vortag leicht von 72 auf 71,5. Da für mögliche Neubewertungen der Corona-Bestimmungen allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zugrunde gelegt werden, gibt die Stadt auch diesen Wert an. Er liegt heute bei 62,9, tags zuvor waren es noch 61,6.

12.00 Uhr: Bundesrat billigt Corona-Hilfen

Familien, Geringverdiener und Unternehmen sollen zusätzliche Hilfen und steuerliche Entlastungen zur Bewältigung der Corona-Pandemie bekommen. Der Bundesrat billigte am Freitag zwei Gesetzespakete, die unter anderem einen Zuschuss von 150 Euro für Familien mit Kindern sowie für Bezieher von Grundsicherung vorsehen, um pandemiebedingten Härten abzufedern. Das Dritte Corona-Steuerhilfepaket und das Sozialschutz-Paket-III waren vorher bereits im Bundestag beschlossen worden. Der Bundesrat kritisierte jedoch die Kosten aus dem Sozialschutz-Gesetz für die Länder und Kommunen.

Das neue Steuerhilfepaket sieht vor, dass Familien in diesem Jahr wie schon 2020 einen einmaligen Kinderbonus von 150 Euro für jedes kindergeldberechtigte Kind bekommen. Zudem soll den seit Monaten geschlossenen Restaurants steuerlich geholfen werden. Bis Ende 2022 soll auf Speisen weiter der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 statt 19 Prozent anfallen. Und Unternehmen sollen ihre steuerlichen Verluste aus 2020 und 2021 in größerem Umfang als bislang mit Gewinnen aus dem Vorjahr verrechnen können.

Außerdem soll durch das Sozialschutz-Paket der erleichterte Zugang zur Grundsicherung verlängert werden - damit bleiben langwierige Prüfungen bis Jahresende ausgesetzt. Erwachsene Geringverdiener, Langzeitarbeitslose und Sozialhilfebezieher sollen darüber hinaus einen Zuschuss von einmalig 150 Euro bekommen. Vom Bundessozialministerium war das vorher etwa mit höheren Ausgaben für Hygieneartikel und zusätzlichen Mahlzeiten zuhause begründet worden. Das Geld soll im ersten Halbjahr fließen.

11.50 Uhr: Große Mehrheit der Sachsen will sich impfen lassen

Das wirksamste Mittel gegen die Corona-Pandemie ist das Impfen. Darüber herrscht breite Einigkeit in der Wissenschaft und der Politik. Aber auch in der Bevölkerung? Dem Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Meinungsforscher von Civey zufolge kann man schlussfolgern: überwiegend ja. Demnach geben mehr als drei Viertel (77,1 Prozent) der Deutschen an, dass sie sich impfen lassen wollen, sobald ihnen das ermöglicht werde. Die Bereitschaft zum Impfen ist also groß - auch in Sachsen. Ein Teilergebnis der Umfrage zeigt, dass im Freistaat die Impfwilligen ebenfalls deutlich in der Mehrheit zu sein scheinen. Alle Ergebnisse der Umfrage und den bevorzugten Impfstoff der Sachsen lesen Sie im Artikel Fast drei Viertel der Sachsen wollen sich gegen Corona impfen lassen (SZ+)

Solch einen Eintrag im Impfausweis wollen viele: Bei "Comirnaty" handelt es sich um den Impfstoff von von Biontech/Pfizer.
Solch einen Eintrag im Impfausweis wollen viele: Bei "Comirnaty" handelt es sich um den Impfstoff von von Biontech/Pfizer. © Andreas Arnold/dpa

11.25 Uhr: Frankreich begrüßt Impfstoff-Lieferstopp für Australien

Frankreich hat den europäischen Lieferstopp von Corona-Impfstoff für Australien begrüßt. "Das zeigt, dass wir als Europäer fähig sind, nicht naiv zu sein und unsere Interessen zu verteidigen", sagte Europa-Staatssekretär Clément Beaune im Sender RTL France. Italien habe richtig gehandelt, die Lieferung zu verhindern. Es habe sich um viele Impfstoffdosen gehandelt, und in Australien sei der Bedarf weniger dringend als in Europa. "Wir blockieren. Und wir behalten ihn", sagte der Vertraute von Staatschef Emmanuel Macron mit Blick auf den Impfstoff.

Italien hatte EU-Kreisen zufolge die Lieferung von 250.000 Dosen Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca an Australien verhindert - und damit erstmals die Ausfuhr von Corona-Impfstoff aus der EU in einen Drittstaat gestoppt. Ende Januar hatte die Europäische Union Exportkontrollen für Corona-Impfstoff gestartet. Im Visier sind Hersteller, die ihre EU-Lieferpflichten nicht erfüllen.

10.58 Uhr: Schnelltests sind laut Spahn "mehr als genug" da

Vor dem Start kostenloser Schnelltests für alle Bürger sieht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) keine Engpässe bei der Verfügbarkeit. "Von diesen Schnelltests sind mehr als genug da", sagte er am Freitag in Berlin. Ab Montag übernimmt der Bund die Kosten für einen Schnelltest pro Woche für jeden Bürger. Dies soll Spahn zufolge in lokalen Testzentren erfolgen. Er warb aber um Verständnis dafür, wenn die Tests nicht von Beginn an überall sofort verfügbar sind, weil die Infrastruktur dafür noch aufgebaut werden muss. Spahn betonte, es müsse zwischen den durch Dritte vorgenommenen Tests und den seit vergangener Woche auch in Deutschland zugelassenen Selbsttests unterschieden werden. Was dabei die Unterschiede sind, erfahren Sie in diesem Artikel (SZ+)

Am Mittwoch hatten die Regierungschefs von Bund und Ländern einen Plan für Öffnungen beschlossen, der unter anderem durch regelmäßige Massentests abgesichert werden soll. Neben den Tests für jeden Bürger soll es regelmäßige Tests auch in Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen und Unternehmen geben. Welche Art Test jeweils zur Anwendung komme, liege an der jeweiligen Situation, sagte Spahn. So seien Lehrer vielerorts schon in der Anwendung der Schnelltests geschult. Für Schüler kämen indes eher Selbsttests infrage. Sie müssen nicht durch die Nase in den Rachen eingeführt werden, sondern es reicht ein Abstrich aus Mund oder Nase.

10.31 Uhr: Schulschließungen in Nordsachsen möglich

Im Landkreis Nordsachsen könnten ab Montag Schulen und Kindertagesstätten geschlossen werden. In der Region werden seit Tagen Inzidenzwerte jenseits des 100er-Grenzwerts verzeichnet. Laut der Coronaschutz-Verordnung des Freistaats ist ein Weiterbetrieb damit eigentlich unzulässig. Allerdings könnten Sachsens Kultusministerium in Abstimmung mit dem Sozialministerium eine solche Schließung abwenden, schreibt das Landratsamt. Nordsachsens Landrat Kai Emanuel hat sich eigenen Angaben zufolge bereits bei den Ministerien für „mehr Entscheidungsspielraum für ein differenzierteres Vorgehen jenseits von starren Inzidenzgrenzen“ stark gemacht. Der CDU-Politiker geht derzeit davon aus, dass seinem Wunsch entsprochen werde, „da sich an unseren Schulen und Kitas keine Hotspots entwickelt haben, wir aber ziemlich genau wissen, woher die erhöhten Zahlen kommen.“

10.17 Uhr: Dresdner Dixielandfestival fällt erneut aus

Auch in diesem Jahr wird es in Dresden kein Dixielandfestival geben. Wie die Organisatoren auf ihrer Website mitteilen, müsse man das vom 16. bis 23. Mai geplante Event „mit großem Bedauern“ absagen. Bereits im vergangenen Jahr war das 50. Jubiläum wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen abgesagt worden.

Solche Bilder aus Dresden wird es wohl frühestens 2022 wieder geben.
Solche Bilder aus Dresden wird es wohl frühestens 2022 wieder geben. © Robert Michael

9.56 Uhr: RKI-Chef: Wird noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten

Das Robert Koch-Institut (RKI) sieht "Signale einer Trendumkehr" bei der Corona-Pandemie in Deutschland. Es erwartet, dass die ansteckendere britische Mutante demnächst die Oberhand gewinnt: "Es ist absehbar, dass B.1.1.7 bald die vorherrschende Variante in Deutschland sein wird", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag in Berlin. "Dann wird es noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten." Die in Großbritannien entdeckte Variante sei "noch ansteckender und noch gefährlicher".

Zuletzt seien die Fallzahlen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) tendenziell wieder gestiegen, auch würden nach wie vor zu viele Todesfälle verzeichnet, sagte Wieler. Gemeinsames Ziel sei ein Frühling mit möglichst wenig Neuerkrankungen, schweren Verläufen und Todesfällen. "Das können wir erreichen." Er rief dazu auf, die Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckungen weiter konsequent einzuhalten und Impfangebote wahrzunehmen.

9.22 Uhr: Hunderte Dresdner Grundschüler weiter im Homeschooling

Seit gut drei Wochen dürfen die Dresdner Grundschüler wieder gemeinsam mit ihren Freunden und dem Lehrer lernen. Der tägliche Arbeitsplatz ist nicht mehr der heimische Küchentisch mit Mama und Papa, sondern die Schulbank im Klassenzimmer. Allerdings nutzen einige Dresdner Familien die aktuelle Regelung, dass in Sachsen die Pflicht zum Schulbesuch ausgesetzt ist. Zwar müssen auch diese Kinder den Unterrichtsstoff erarbeiten, können das aber weiterhin zu Hause tun. Die Eltern entscheiden, ob ihr Kind wieder in der Schule am Präsenzunterricht teilnimmt oder in der häuslichen Lernzeit arbeitet. Mehr dazu im Artikel Über 700 Dresdner Grundschüler lernen zu Hause (SZ+)

8.50 Uhr: Drei Kreise in Sachsen über 100er-Inzidenz

Die Zahl 100 rückt durch die neuen Corona-Regeln wieder stärker in den Fokus: Denn ab dieser Inzidenz, also der Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, sind Lockerungen nicht umsetzbar. Maßgeblich dabei sind die Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI), auch wenn diese durch Meldeverzögerungen von den Statistiken der Lokal- und Landesbehörden abweichen können. Heute liegen nach RKI-Zahlen drei Regionen in Sachsen über dem 100er-Grenzwert: Der Vogtlandkreis mit einer Inzidenz von 215,9, der Landkreis Nordsachsen (132) und der Erzgebirgskreis (101,5). Den Schwellwert von 50 unterschreitet am Freitagmorgen in Sachsen nur die Stadt Leipzig mit 41,1.

Schaut man auf den gesamten Freistaat, ist die Wocheninzidenz von 77,2 am Donnerstag auf nun 78,6 leicht gestiegen. Zum Vergleich: Am vergangenen Freitag lag der Wert bei 75,3, eine Woche davor bei 66. Vor exakt einem Monat, also am 5. Februar, wies das RKI für Sachsen noch eine Wocheninzidenz von 100,6 aus.

8.01 Uhr: Dresden führt Corona-Impftaxis ein

Die Stadt Dresden will Senioren finanziell helfen, damit sie sicher zu ihren Corona-Impfungen kommen. Der Stadtrat votierte jetzt einstimmig für einen Vorschlag von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und sagte weitere Unterstützungen zu. Damit sind ab sofort 500.000 Euro für die Taxifahrten der Senioren freigegeben. Gedacht sind die Fahrten für rund 30.000 Dresdner, die das 80. Lebensjahr vollendet haben, nicht in einem Pflegeheim untergebracht sind, keine private Unterstützung für den Weg zum Impftermin bekommen und für die der Weg mit Bus und Bahn zum Impfzentrum in der Messe nicht zumutbar wäre. Mehr zu den Impftaxis in Dresden (SZ+)

7.10 Uhr: Sachsens Wirte und Fachhändler sind enttäuscht

Sachsens Bau- und Gartenmärkte können wie die Buchhändler damit rechnen, nächste Woche wieder Kunden zum Einkaufsbummel zu empfangen. Wer aber Fachhändler für Kleidung, Spielwaren oder Möbel ist, darf in den nächsten Wochen voraussichtlich nur angemeldete Besucher (Click & Meet) einlassen und muss mindestens 40 Quadratmeter Platz für jeden bieten. Gastronomen klagen, es werde „auf Zeit gespielt“. Die Reaktionen auf die neuen Corona-Regeln (SZ+)

6.09 Uhr: Sachsens Regierung beschließt neue Corona-Schutzverordnung

Die sächsische Regierung will heute eine neue Corona-Schutzverordnung auf den Weg bringen. In wesentlichen Punkten folgt das Kabinett den am Mittwoch von Bund und Ländern vereinbarten Lockerungen, die abhängig von Inzidenzwerten erfolgen sollen. Sachsen will angesichts leidvoller Erfahrungen mit einer landesweiten Sieben- Tagen-Inzidenz von weit mehr als 400 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner im Dezember aber Vorsicht walten lassen. Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) machte am Donnerstag kein Hehl daraus, dass ihm die geplante Öffnung in Deutschland zu schnell und zu weit geht. Wichtigste Lockerung in Sachsen ist die Wiederaufnahme des Schulbetriebes für alle Kinder und Jugendlichen ab 15. März. Diese neuen Regeln für Sachsen sind geplant (SZ+)

Freitag, 5.01 Uhr: Hausärzteverband: Bund-Länder-Beschlüsse unverständlich

Der Deutsche Hausärzteverband hat die Bund-Länder-Beschlüsse zu möglichen Öffnungsschritten nach monatelangem Corona-Lockdown als schwer nachvollziehbar kritisiert. Der vorgelegte Stufenplan sei "teilweise unverständlich und wenig durchdacht", sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt der "Rheinischen Post" (Freitag). Nach langer Perspektivlosigkeit erwarteten die Bürger konkret umsetzbare Strategien und praktikable Maßnahmen, um aus der Pandemie rauszukommen. Dass aber etwa bei lokal begrenzten Virusausbrüchen weiter ganze Landkreise Beschränkungen unterliegen sollten, sei "weder erklärlich noch tauglich."

Mit Blick auf die Schnelltests bemängelte Weigeldt, es sei viel zu spät und zu wenig bestellt worden. Und niemand wisse derzeit, wann diese Tests in welchem Umfang und an welche Stellen geliefert würden. Es sei ein Ansturm auf die Hausarztpraxen zu befürchten, "der dann in Enttäuschung endet, weil keine Tests vorhanden sind."

Corona-Pandemie: Das geschah am Donnerstag

19.55 Uhr: Gericht kippt Corona-Ausgangsbeschränkungen in Sachsen

Das Oberverwaltungsgericht Bautzen hat zwei in Sachsens aktueller Corona-Schutzverordnung enthaltene Ausgangsbeschränkungen vorläufig außer Vollzug gesetzt. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten OVG-Beschluss hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Konkret geht es um die nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 6 Uhr und die Begrenzung auf einen 15-Kilometer-Radius für Sport und Bewegung im Freien.

Der Eilantrag der Klägerin aus Dresden richtete sich gegen die zwei entsprechenden Paragrafen der Schutzverordnung vom 12. Februar dieses Jahres. Die Frau hatte geltend gemacht, dass es ihr nicht mehr möglich sei, ihren regelmäßigen Sport mit längeren Fahrradtouren ausüben sowie nächtliche Spaziergänge unternehmen zu können. Das Sächsische Sozialministerium hatte beantragt, den Eilantrag abzulehnen. Das Gericht gab der Frau recht.

"Für die Bürgerinnen und Bürger im Freistaat Sachsen bedeutet dies, dass in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr keine erweiterte Ausgangsbeschränkung mehr gilt", teilte das Ministerium mit. Weiterhin werde der Sport und die Bewegung im Freien nicht mehr auf einen Radius von 15 Kilometern um die eigene Unterkunft begrenzt. Weitere Regelungen zur Ausgangsbeschränkung blieben aber in Kraft.

Relevanz hat die Entscheidung kaum noch, da die Beschränkungen in der ab kommenden Montag geltenden neuen Corona-Schutzverordnung nicht mehr enthalten sein sollen.

19.14 Uhr: Sachsen verlängert den Lockdown - erste Lockerungen ab Montag

Bund und Länder haben sich am Mittwoch auf Lockerungen der Corona-Regeln geeinigt. Vereinbart wurde verschiedene Öffnungsschritte von der Infektionslage abhängig zu machen. Doch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte bereits im Vorfeld mehrfach betont, dass Öffnungsschritte „maßvoll“ sein müssten. Bei der Konferenz mit der Kanzlerin bestand Sachsen dann auch auf einer Protokollnotiz: „Der Freistaat Sachsen hält die hier beschlossenen unkonditionierten Öffnungen angesichts der aktuellen und absehbaren Infektionslage sowie Impfquote für nicht vertretbar; er ist der Ansicht, dass Öffnungen mit einem verpflichtenden und funktionierenden Testregime gekoppelt sein müssen,“ hieß es da.

Nach der Kabinettssitzung am Donnerstag bekräftigte Kretschmer seine Bedenken: "Das Schlimmste, was passieren kann, dass wir den Erfolg der vergangenen zweieinhalb Monate, leichtfertig in einigen Wochen aufs Spiel setzen.“ Es bleibe die Situation, dass in Deutschland die Infektionen wieder steigen, obwohl der Lockdown noch wirke. Die Mutation übernehme sukzessive die Vorherrschaft. "Es ist Vorsicht angebracht. Ich glaube, Deutschland geht zu schnell und zu weit in der Öffnung", so Sachsens Ministerpräsident. „Die 100 ist, wenn man es laufen lässt, eine Lawine“, sagte Kretschmer weiter. Dann sei man auch schnell bei einer Inzidenz von 300 oder 400. Daher habe man die 100 als rote Linie definiert, erklärte der Ministerpräsident. "Das ist nicht mein Weg gewesen, sondern der der Mehrheit. Ich wäre dafür gewesen, bis Ostern die Dinge klein zu halten und mit Abrundungen wie Click & Meet etwas mehr zu ermöglichen. Aber Deutschland hat sich jetzt so entschieden."

Dass weiterhin Vorsicht geboten ist, zeigt ein Blick auf die Infektionszahlen. Wie Gesundheitsministerin Petra Köpping mitteilte, übernehme die britische Mutation des Coronavirus immer mehr die Oberhand. Inzwischen werde diese bei jeder dritten Infektion in Sachsen nachgewiesen - doppelt so viel wie vor einer Woche.

Und diese Regeln sollen bis Ende März in Sachsen gelten:

  • Verlängerung des Lockdowns bis 28. März
  • Die Kontaktbeschränkungen werden ab kommender Woche gelockert, Treffen von zwei Haushalten, mit bis zu fünf Personen, sollen wieder möglich sein. In Regionen, in denen die 7-Tage-Inzidenz unter 35 Infektionen je 100.000 Einwohner liegt, sollen Treffen von bis zu drei Haushalten möglich werden.
  • Der Einzelhandel darf ab Montag für Terminshopping (Click & Meet) öffnen. Auch Blumenläden, Buchhandlungen, Garten- und Baumärkte dürfen öffnen.
  • Ab 15. März dürfen Museen, botanische und zoologische Gärten sowie Gedenkstätten öffnen – unter Voraussetzung von Terminvergaben und Kontaktnachverfolgung.
  • Schule: Ab 10. März sollen Förderschulen wieder öffnen. Unterricht findet in kleineren Gruppen statt. Ab dem 15. März werden alle übrigen Schüler an den weiterführenden Schulen wieder in die Schulen gelassen - allerdings im Wechselmodell. Voraussetzung ist aber eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Mit Blick auf den Corona-Hotspot Vogtland erklärte Sachsens Kultusminister Christian Piwarz: „Es erscheint mir nicht realistisch, dass wir bis zum 15. März im Vogtland bei einer Inzidenz unter 100 sind.“ Demnach blieben dort dann die Schulen zunächst geschlossen. Zur Absicherung der Schulöffnungen sollen zudem Schnelltests bis 15. März flächendeckend den sächsischen Schulen zur Verfügung stehen. Sobald die Tests ausreichend bereitstehen, sollen diese verpflichtend werden. Demnach sollen Schüler sich einmal, Lehrer zweimal pro Woche testen lassen müssen.
  • Bei Inzidenzen unter 100 wird möglich: Weitere körpernahe Dienstleistungen mit Testpflicht für Kunden, wenn die Tests vorhanden sind, Individualsport, allein oder zu zweit sowie in Gruppen von bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren soll im Außenbereich möglich sein, auch Fahrschulen dürfen öffnen – unter Voraussetzung der Testungen des Personals
  • Öffnungen bei einer Inzidenz unter 50: Einzelhandel mit Quadratmeterbegrenzungen, Museen, Galerien und Zoos - ohne Termine und Kontaktnachverfolgung, kontaktfreier Sport mit maximal zehn Personen im Außenbereich
  • Frühestens ab 22. März sind weitere Öffnungen möglich, wenn die die Inzidenz von 100 unterschritten wird: Außenbereiche der Gastronomie, Kinos, Theater, Bibliotheken und Konzerthäuser, kontaktfreier Sport im Innenbereich, Kontaktsport im Außenbereich, Musikschulen mit Test
  • Kontaktloser Sport, wie etwa das Laufen im Freien, soll in Kleingruppen wieder erlaubt sein. Auf die Öffnung von Fitnessstudios müssen Sportler jedoch weiter warten
  • Arztpraxen sollen ab April den Corona-Impfstoff verimpfen können. Bereits in den kommenden Tagen startet Sachsen zudem ein Pilotprojekt mit 40 Praxen, in denen die Immunisierung bereits eher möglich sein soll.

18.18 Uhr: Viel Zuspruch für geplante Schulöffnungen in Sachsen noch vor Ostern

Die geplante Öffnung der Schulen für alle Kinder und Jugendlichen in Sachsen noch vor Ostern sorgt für Erleichterung. Aus pädagogischer Sicht sei das ein wichtiger Schritt, kommentierte der Sächsische Lehrerverband (SLV) am Donnerstag die kurz zuvor von Kultusminister Christian Piwarz (CDU) verkündete Lockerung. SPD-Bildungsexpertin Sabine Friedel sagte: "Es ist richtig, jetzt weitere vorsichtige Schritte bei der Schulöffnung zu planen. Dabei geht es nicht nur um Bildung und Noten." Für Kinder und Jugendliche werde so auch eine große seelische Belastung gemildert. Mehr dazu lesen Sie hier.

17.39 Uhr: 1.200 Teilnehmer bei Corona-Massentest in Radeberg

Am Corona-Massentest in Radeberg haben sich bis kurz vor Schluss insgesamt gut 1200 Menschen beteiligt. Dabei seien seit Dienstag zwei Infektionen mit dem Virus nachgewiesen worden, teilte das Landratsamt Bautzen am Donnerstag mit. Den größten Andrang verzeichneten die Tester am ersten Testtag, als bereits mehr als 820 Menschen dabei waren. Das Landratsamt hatte sich zu dem Massentest entschlossen, nachdem eine Ausbreitung von Virusvarianten in der Region nachweisbar war.

16.54 Uhr: Großteil der Kreise in Deutschland unter 100er-Inzidenz

Etwa sieben von acht Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland liegen zurzeit unter der für weitere Lockerungen relevanten Schwelle von maximal 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche. In rund 350 von etwas mehr als 400 erfassten Kreisen lag die sogenannte Inzidenz unter 100, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten am Mittwoch beschlossen, dass ab einer Inzidenz von 100 in einem Land oder einer Region etwa Einzelhandel oder Museen Termine zum Einkauf oder Besuch vergeben könnten. Für gut 150 Kreise und kreisfreie Städte gab das RKI am Donnerstag eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50 an, rund 50 Kreise lagen sogar unter der Schwelle von 35. Den Beschlüssen zufolge sollen ab 50 weitergehende Lockerungen in Kraft treten.

Die höchste Inzidenz der 13 Regionen in Sachsen hat nach wie vor der Vogtlandkreis. Dort lag sie am Donnerstag bei 215,9. Auch der Landkreis Nordsachsen und der Erzgebirgskreis lagen am Donnerstag über dem Schwellwert von 100. Vergleichsweise niedrig sind die Zahlen des RKI derzeit in der Stadt Leipzig mit 41,6. Welche Gemeinden in Sachsen besonders von Corona betroffen sind und wie groß die Unterschiede innerhalb der Landkreise sind, erfahren Sie hier.

16.14 Uhr: Mobilität in Sachsen teilweise über Vorkrisenniveau

Die Menschen in Sachsen zieht es mit dem Anstieg der Temperaturen trotz Einschränkungen durch die Corona-Pandemie vermehrt nach draußen. Wie aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, zog die Mobilität in der siebten Kalenderwoche (15. bis 21. Februar) an und lag sogar fünf Prozent über dem Vorkrisenniveau des Februars 2019.

Im bundesweiten Vergleich entwickeln sich die Zahlen verhaltener. Nach Angaben der Statistiker lag die Mobilität in Deutschland in der siebten Kalenderwoche elf Prozent, in der achten (22. bis 26. Februar) vier Prozent unter dem Referenzwert aus dem Februar 2019. Insgesamt sei seit Jahresanfang "eine Angleichung der Mobilität an das Vorkrisenniveau zu beobachten", schrieben die Statistiker.

15.38 Uhr: Deutlich weniger Privatinsolvenzen in Sachsen

In Sachsen hat es im Corona-Jahr 2020 weniger Privatinsolvenzen gegeben als im Jahr zuvor. Aus Daten der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel geht hervor, dass die Zahl der Privatinsolvenzen um 36,5 Prozent auf 2.741 sank. Im Vorjahr waren es noch 4.315. Deutschlandweit verzeichnete die Auskunftei mit einem Minus von 35,1 Prozent auf 56.324 Fälle den niedrigsten Stand sei 2004.

"Die rückläufigen Privatinsolvenzen sind nicht als Zeichen der Entspannung zu interpretieren, sondern als der Anfang einer Insolvenzwelle", sagte Crifbürgel-Geschäftsführer Frank Schlein am Donnerstag. Seiner Einschätzung nach hätte es in Deutschland ohne Corona-Pandemie in 2020 bis zu 25.000 mehr Privatinsolvenzverfahren gegeben. Jedoch hätten Kurzarbeit, Ersparnisse und eingeschränkter Konsum die finanzielle Schieflage der Menschen abgemildert.

13.28 Uhr: Astrazeneca-Impfstoff nun auch für Ältere empfohlen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zufolge empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) den Astrazeneca-Impfstoff nun auch für über 65-Jährige, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen wollen. Spahn erklärte am Donnerstag in Berlin, das sei eine gute Nachricht für alle Älteren, die auf eine Impfung warten. Sie könnten nun schneller geimpft werden. Mehr zur Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffs lesen Sie hier.

8.55 Uhr: Braun verteidigt Corona-Beschlüsse

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hält die Beschlüsse des Spitzentreffens von Bund und Ländern in der Corona-Krise für angemessen. "Man kann nicht eine Gesellschaft nach vier Monaten jetzt weiter im Winterschlaf halten. Deshalb sind diese Öffnungsschritte richtig", sagte Braun am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin." Allerdings stiegen die Infektionszahlen in Deutschland aktuell und die britische Mutante werde der häufigste Virustyp. "Wir müssen weiter vorsichtig sein, aber die Öffnungen können wir machen", sagte Braun. "Ganz wichtig ist, es gibt eine Notbremse. Das heißt, wenn die Inzidenz in einer Region oder einem Land wieder über 100 geht, dann muss man auch in den Lockdown wieder zurück."

Der Kanzleramtschef versicherte, dass es für die geplante Teststrategie ausreichende Kapazitäten in Deutschland gebe, was aus der Opposition bezweifelt wird. "Es sind sehr, sehr viele Schnelltest verfügbar. Bei den Hersteller liegen die in dreistelligen Millionenanzahlen auf Halde", sagte Braun. Bei den angenehmeren Eigentests laufe der Vertrieb erst an. In den ersten Wochen würden zunächst weiter vor allem die herkömmlichen Schnelltest eingesetzt.

5.15 Uhr: Impfoffensive im Landkreis Görlitz

Nachdem die Stadt Colditz bereits Corona-Impfungen in Eigenregie organisiert und durchgeführt hat, geht nun der Landkreis Görlitz einen ähnlichen Weg. Das Landratsamt will bis April mithilfe der jeweiligen Kommunen 18 lokale Impfzentren aufbauen, um vor allem Menschen über 80 Jahre schnell zu schützen. Die in den Zentren tätigen Ärzte werden über die Kassenärztliche Vereinigung entlohnt. Beim Landkreis liegen der organisatorische Aufwand, die Absprachen mit den Kommunen, die Frage nach dem Transport zu den Standorten.

Die Behörde sieht die lokalen Impfzentren auch als Überbrückungslösung, bis tatsächlich die Hausärzte flächendeckend mit den Impfungen beginnen. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte ein Pilotprojekt mit zunächst 40 Hausärzten angekündigt. Wie es zuletzt hieß, soll dies Ende dieser Woche oder Anfang nächster Woche starten. Mehr zur Impfoffensive im Artikel Kreis Görlitz plant 18 lokale Impfzentren (SZ+)

Donnerstag, 5.01 Uhr: EU-Kommissar warnt vor sozialer Krise nach der Pandemie

Angesichts der Folgen der Corona-Pandemie warnt EU-Sozialkommissar Nicolas Schmit vor einer sozialen Krise. Zwar habe es bislang keinen dramatischen Anstieg der Arbeitslosenzahlen gegeben, aber insbesondere für junge Menschen seien die Aussichten nicht rosig. "Wir müssen aufpassen und brauchen eine Politik, die dafür sorgt, dass wir nach dieser Krise nicht in eine neue soziale Krise hineinschlittern", sagte er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Heute will Schmit gemeinsam mit EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis einen Aktionsplan für ein sozialeres Europa vorstellen. Der Plan soll dafür sorgen, dass die sogenannte Säule sozialer Rechte in Europa umgesetzt wird. Sie umfasst verschiedene Prinzipien zu gemeinsamen Mindeststandards, darunter faire Löhne, Hilfen bei Arbeitslosigkeit, Gesundheitsversorgung oder Pflege.

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  • Der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland wird bis zum 28. März verlängert, aber es gibt dennoch vorsichtige Öffnungsschritte.
  • Kostenlose Corona-Schnelltests für alle Bürger sollen als Begleitung der ersten Öffnungen von nächster Woche an möglich werden. Der Bund will die Kosten dafür übernehmen. Konkret soll mindestens ein Schnelltest pro Woche möglich sein, den geschultes Personal etwa in Testzentren oder Praxen abnimmt.
  • Beim Impfen als zweiter Begleiter der Öffnungen soll künftig der maximale Abstand zwischen 1. und 2. Impfung ausgenutzt werden, um mehr Menschen schneller zu Impfen. Wenn ausreichend Impfstoff vorhanden ist, sollen die Impfzentren länger öffnen.
  • Die Kontaktbeschränkungen werden ab kommender Woche gelockert, Treffen von zwei Haushalten, mit bis zu fünf Personen, sollen wieder möglich sein. In Regionen, in denen die 7-Tage-Inzidenz unter 35 Infektionen je 100.000 Einwohner liegt, sollen Treffen von bis zu drei Haushalten möglich werden.
  • Ab einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen soll die Öffnungen des Einzelhandels mit einer Begrenzung von einem Kunden pro 10 Quadratmetern für die ersten 800 qm Verkaufsfläche und einem weiteren für jede weiteren 20 qm möglich sein. Der Freistaat Sachsen hält die Öffnungen angesichts der aktuellen und absehbaren Infektionslage sowie Impfquote für nicht vertretbar.
  • Liegt die Inzidenz über 50, kann ein Bundesland ab 8. März den Einzelhandel für sogenanntes Terminshopping („Click & Meet“) öffnen.
  • Liegt die Inzidenz stabil unter 50, kann ein Bundesland ab 8. März auch die Öffnung von Museen, Galerien, zoologischen und botanischen Gärten veranlassen - aber auch nur mit individuellen Zeitfenstern.
  • Ebenso können Individualsport alleine oder zu zweit und kontaktfreier Sport in Gruppen von bis zu zehn Personen im Außenbereich ab 8. März möglich sein, wenn die Inzidenz stabil unter 50 liegt. Ursprünglich hatte Kanzlerin Merkel diese Lockerungen erst ab einer stabilen Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner akzeptieren wollen.
  • Blumenläden, Buchhandlungen und Gartenmärkte sollen ebenfalls ab 8. März öffnen dürfen. Die Begrenzung je Kunde wird etwas großzügiger gehandhabt als bisher geplant.
  • Wenn die Inzidenz nach der Einzelhandelsöffnung weitere zwei Wochen lang unter 50 liegt, kann die Außengastronomie ab frühestens 22. März unter strengen Auflagen, vor allem bei der Personenzahl, wieder öffnen. Sitzen aber an einem Tisch Personen aus mehreren Hausständen, ist ein COVID-19 Schnell- oder Selbsttest der Tischgäste erforderlich.
  • Ebenso kann es dann auch zu Öffnung von Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos kommen. Auch kontaktfreier Sport im Innenbereich - also etwa in Fitnessstudios - soll bei einer Inzidenz von unter 50 wie bei der Gastronomie aber nur mit Vorlage von Corona-Schnell- oder Selbsttests möglich sein.
  • Generelle Öffnungen sind für Außengastronomie, Theater, Konzert- und Opernhäuser, Kinos und Fitnessstudios erst möglich, wenn zwei Wochen lang die Inzidenz stabil unter 50 gelegen hat. Auch das frühestens ab 22. März.
  • Zusätzliche Öffnungen sind dann erst wieder 14 Tage später möglich, sofern das Infektionsgeschehen stabil bleibt. Also frühestens ab 5. April. Das könnte also erst nach Ostern der Fall sein. Dann können Freizeitveranstaltungen mit bis zu 50 Teilnehmern im Außenbereich wieder stattfinden.
  • Neu eingeführt wird eine "Notbremse". Steigt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100, treten ab dem zweiten Werktag danach die Regeln wieder in Kraft, die bis zum 7. März gegolten haben, also strengere Kontaktbeschränkungen und mögliche erneute Schließungen.
  • Die Nächste Corona-Konferenz von Kanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder ist für den 22. März geplant
Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, bei der Corona-Video-Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin.
Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, bei der Corona-Video-Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild

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