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Durchhalteparolen reichen nicht aus

Die Tourismusbranche in Sachsen leidet massiv unter dem Coronavirus. Die Betriebe brauchen eine echte Perspektive. Ein Kommentar.

© Jürgen Lösel

Die Corona-Pandemie hat dem sächsischen Tourismus stark zugesetzt. Die insgesamt vier Monate Lockdown 2020, inklusive der in Sachsen besonders umsatzsstarken Weihnachtszeit, hinterlassen ihre Spuren. Besserung ist nicht in Sicht. Immerhin ging in diesem Jahr schon die komplette Wintersaison flöten. Bei den guten Schneebedingungen war das besonders schmerzlich.

Deswegen reicht es nicht, dauernd zu wiederholen, dass alles besser wird, „wenn wir jetzt noch ein wenig durchhalten“, wie Ministerpräsident Michael Kretschmer erst kürzlich wieder sagte. „Durchhalten“ ist für viele Betriebe eine Existenzfrage. Das gilt übrigens nicht nur für die Tourismusbranche, sondern genauso für Gastronomen, die Kreativwirtschaft, die Kulturbetriebe. Der Staat kann nicht sämtliche Umsätzausfälle für jeden kompensieren. Irgendwann werden manche aufgeben müssen.

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Chance für Sachsen

Es ist zwar ehrlich, den Menschen zu sagen, dass der Osterurlaub in diesem Jahr wohl ausfallen muss. Diejenigen, die in der Branche arbeiten, brauchen aber mehr als nur Durchhalteparolen – sie brauchen echte Perspektiven.

Das Coronavirus wird nicht verschwinden, weder in sechs Wochen noch im kommenden Jahr. Es muss aber möglich sein, damit zu leben – und auch zu reisen. Für einen realistischen Betrieb unter Pandemiebedingungen liegen schon Ideen auf dem Tisch. Die Betriebe haben Testroutinen, kluge Lösungen zur Nachverfolgung und innovative Schutz- und Hygienemaßnahmen vorgeschlagen. Diese müssen in den Öffnungsplänen auch berücksichtigt werden.

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Der Inlandstourismus wird sich wohl schneller erholen als der Auslandstourismus. Das ist für Sachsen eine Chance, schon jetzt kommen 90 Prozent der Urlauber im Freistaat aus Deutschland. Die Gäste werden bei der Anreise das eigene Auto und weniger öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Auch das muss eingeplant werden. Aktivtourismus in der Natur wird eine größere Rolle spielen – das haben die Zahlen in der Sächsischen Schweiz und auch in der Oberlausitz schon im Sommer 2020 gezeigt. Sachsen muss sich deutschlandweit vermarkten, wenn der Neustart erfolgreich sein soll.

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