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Verhaltener Start für Sachsens Tourismus

Für den Tourismus in Sachsen gibt es eine vorsichtige – und eher langfristige – Perspektive. In vielen Regionen hofft man auf den Sommer.

Die Sächsische Schweiz war 2020 das beliebteste Reiseziel in Sachsen.
Die Sächsische Schweiz war 2020 das beliebteste Reiseziel in Sachsen. © Jürgen Lösel

Dresden. Nach Monaten des Stillstands gibt es sie nun, die Perspektive für die Tourismusbetriebe in Sachsen. Allerdings ist sie in vielen Regionen immer noch weit entfernt. „Die Stimmungslage ist verhalten optimistisch“, sagt Andrea Kis vom Landestourismusverband Sachsen. Zwar gebe es ein Öffnungsfenster und die langersehnte Perspektive, aber die Inzidenzwerte sind in Sachsen noch relativ hoch.

Sachsens Regierung hat die Möglichkeit für Tourismus erstmals seit November 2020 vorsichtig eröffnet. Mit der neuen Corona-Verordnung sind Übernachtungen in Ferienwohnungen und die Öffnung von Campingplätzen bei Inzidenzen unter 100 möglich. Touristische Übernachtungen in Hotels und Pensionen sind erst bei Inzidenzwerten unter 50 erlaubt.

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Derzeit liegt nur Leipzig unter dem Wert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. In Dresden könnte es in der kommenden Woche Lockerungen geben. Mit Blick auf die Inzidenzwerte könnten es einige Regionen in Sachsen frühestens zu Pfingsten schaffen, zumindest teilweise zu öffnen.

Camping besonders beliebt

Ein großes Interesse gebe es an Angeboten im Bereich Camping und Ferienwohnungen, sagt Andrea Kis. „Die guten Buchungsprognosen können aber schnell kippen, wenn andere Destinationen in Deutschland schneller öffnen.“ Viele Landkreise in Sachsen haben noch so hohe Infektionszahlen, dass sie zu den letzten gehören könnten, die öffnen.

Die Feriensaison startet in Deutschland Mitte Juni. Vor diesem Hintergrund brauche es dringend Regelungen, dass Geimpfte, Genesene und Getestete schnellstmöglich wieder in Deutschland reisen können, fordert der Landestourismusverband. Auch Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) forderte mit Blick auf die verschiedenen Öffnungsregeln zwischen Ostsee und Alpen „zügig eine bundesweit einheitliche und europaweite Lösung“, um den Status von Geimpften, Getesteten oder Genesenen sicher nachweisen zu können.

Denn die großen Reiseveranstalter werben auch für Urlaub in Spanien, Portugal, der Karibik und vielen weiteren Ländern. In der Schweiz haben Hotels, Restaurants und Wellnessbereiche sowie Camping seit Monaten geöffnet – ohne signifikanten Anstieg der Inzidenz. Österreich lockert ab dem 19. Mai 2021.

Sommerferien gut gebucht

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen im letzten Sommer sind die Touristiker in Sachsen aber optimistisch, was die Sommerferien betrifft – immer unter dem Vorbehalt, dass Öffnungen möglich sind. Die Erfahrungen etwa im Saarland oder in Augustusburg hätten gezeigt, dass Tourismus kein Infektionstreiber ist, so der Landestourismusverband. Deshalb müsse es möglich sein, die Außengastronomie, Outdoorangebote wie Klettergärten, Sommerrodelbahnen oder Freizeitparks so schnell wie möglich zu öffnen.

Das Interesse bei den Gästen ist da. Seit dieser Woche gibt es in Leipzig und Umgebung einen deutlichen Anstieg der Anfragen, wann und was wieder möglich wird. Die Stadt setzt auf Angebote für Familien und blickt optimistisch auf die Sommerferien, sagt Andrea Kis. Allerdings buchen die Gäste kurzfristiger und erwarten auch kurzfristige Stornierungsmöglichkeiten. Viele würden auch auf Nummer sicher gehen und an mehreren Orten buchen.

Im Erzgebirge schätzt der Tourismusverband die Buchungsanfragen mindestens genauso hoch ein wie im vergangenen Jahr, je nach Öffnungsmöglichkeiten sogar noch etwas stärker. Und das, obwohl der Kreis derzeit zu den zehn am stärksten betroffenen Gebieten in Deutschland gehört – und Öffnungen noch weit entfernt sind. Der Zeitraum der Buchungen reiche vom Frühjahr, über den Sommer und Herbst bis in die Adventszeit, so der Tourismusverband. Auch die Wintersaison 2022 haben einige Gäste bereits im Blick. „Aktuell sind in allen Segmenten, also Ferienwohnungen und -häusern, Hotels und Pensionen noch freie Kapazitäten vorhanden“, teilt der Verband mit.

Im Vogtland – lange sachsenweiter Hotspot – müsse sich die Lage erst wieder stabilisieren, heißt es. Aufgrund des Impffortschrittes und des sichtbaren Trends der rückläufigen Inzidenzzahlen hoffe man, dass zumindest ein Teil wieder bald geöffnet werden kann. Großes Interesse gibt es auch hier an Campingplätzen und Ferienwohnungen.

Verunsicherte Gäste

Auch in der Sächsischen Schweiz hoffen die Touristiker auf den Sommer. Die Region war das beliebteste Reiseziel in Sachsen im Jahr 2020: Sie musste mit 21 Prozent weniger Gästen und einem Rückgang von 14 Prozent bei den Übernachtungen die geringsten Einbußen verkraften. Derzeit sind aber die Inzidenzen so hoch, dass noch nicht geöffnet werden kann.

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Im Zittauer Gebirge ist die Buchungslage dagegen noch sehr verhalten. Die Gäste seien in „Achtung“-Stellung und würden auf das Los-Zeichen warten. „Viele möchten einfach sicher sein, dass ihr Urlaub stattfindet und nicht permanente Verschiebungen des Reisezeitraums in Kauf nehmen“, so der Tourismusverband. Im Lausitzer Seenland ist die Nachfrage groß, insbesondere für autarke Unterkünfte wie Ferienwohnungen und Camping. Viele Gäste seien aber verunsichert, haben umgebucht und verschoben, heißt es. „Kulanz sei sowohl vonseiten der Gäste als auch der Vermieter nötig.“ Auch im Spätsommer ist Buchungslage der Hotels bereits recht gut, was auf Saisonverlängerung Richtung Herbst hoffen lässt.

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