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Sachsen will Maskenpflicht im Unterricht abschaffen

Kultusminister Christian Piwarz will die Maskenpflicht in der Schule lockern. Nach den Herbstferien soll aber weiter getestet werden.

Von Andrea Schawe
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Im Unterricht müssen Schülerinnen und Schüler in Sachsen künftig keine Maske mehr tragen.
Im Unterricht müssen Schülerinnen und Schüler in Sachsen künftig keine Maske mehr tragen. © dpa

Dresden. Sachsens Schüler und Lehrer sollen künftig im Unterricht keine Masken mehr tragen müssen. Kultusminister Christian Piwarz (CDU) schlägt vor, für die Zeit nach den Herbstferien die Maskenpflicht im Unterricht abzuschaffen. Bei einer Inzidenz ab 35 soll aber im Schulgebäude weiterhin eine Maske getragen werden müssen, am Platz und im Unterricht soll das nicht mehr nötig sein.

"Wir müssen die Abschaffung der Maskenpflicht ernsthaft diskutieren", sagte Piwarz. Kaum eine Bevölkerungsgruppe müsse am Tag so lange Maske tragen wie die Schülerinnen und Schüler an den weiterführenden Schulen. "Wir dürfen von Kindern und Jugendlichen nicht mehr abverlangen als von Erwachsenen."

Nach der derzeit gültigen Coronaverordnung für den Kita- und Schulbetrieb müssen Schülerinnen und Schüler in Sachsen ab Klasse 5 sowie Lehrkräfte eine Maske auch im Unterricht tragen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz 35 übersteigt. Ausgenommen sind Schülerinnen und Schüler an Grund- und Förderschulen.

Testpflicht an Schulen in Sachsen bleibt bestehen

Mehrere Länder hatten Lockerungen bei der Maskenpflicht an Schulen angekündigt oder bereits umgesetzt. In Bayern soll die Pflicht ab nächster Woche im Unterricht wegfallen. Auch in Baden-Württemberg wird ein solcher Schritt erwogen. Im Saarland muss ab diesem Freitag in Schulen generell keine Maske mehr getragen werden. In Berliner Schulen wird ab Montag die Maskenpflicht bis zur einschließlich sechsten Klasse aufgehoben. In Brandenburg ist das bereits der Fall. Nordrhein-Westfalen will in der nächsten Woche entscheiden, wie es mit dem Thema nach den Herbstferien weitergeht.

Unterstützung kommt von der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag. "Das ist der richtige Weg, um Schülern und Lehrern den Unterricht wieder zu vereinfachen", sagt der bildungspolitische Sprecher Holger Gasse. Die Erfahrung nach den Sommerferien habe gezeigt, dass das Test-System an den Schulen vollkommen ausreiche.

Lehrerverband kritisiert Lockerungen bei Maskenpflicht

Der Deutsche Lehrerverband und die Bildungsgewerkschaft GEW lehnen Lockerungen bei der Maskenpflicht an Schulen ab. "Der Verzicht auf Testungen und die zu frühe Abschaffung der Maskenpflicht sowie die zu starke Reduzierung von Quarantänemaßnahmen erhöht die Gefahr, dass die Schule zur Black Box wird, was eine Kontrolle von Infektionen nicht mehr zulässt", sagte der Präsident des Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger. Die GEW-Vorsitzende Maike Finnern betonte, eine Maskenpflicht bleibe als "Teil des Maßnahmenbündels abhängig vom Infektionsgeschehen sinnvoll".

Die Testpflicht an Sachsens Schulen für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrerinnen und Lehrer, die nicht geimpft oder genesen sind, soll auch nach den Herbstferien bestehen bleiben. Geplant ist zudem, zeitlich begrenzt in der ersten Woche nach den Herbstferien wieder dreimal wöchentlich zu testen, kündigte Piwarz an. "Damit haben wir einen guten Überblick über das Infektionsgeschehen an den Schulen und können gegebenenfalls einschreiten." Derzeit müssen sich Schüler und Lehrer zweimal in der Woche testen lassen. Das ist Bedingung für den Zutritt zur Schule.