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Dresden: Was, wenn der Selbsttest positiv ausfällt?

Nächste Woche werden sich die Dresdner womöglich selbst auf das Coronavirus testen können. Die Stadt hat bereits Regeln aufgestellt - und Strafen festgelegt.

Nächste Woche könnten die ersten Laien-Coronatests auf den Markt kommen. Dresden hat bereits geregelt, wie mit positiven Ergebnissen am Küchentisch umgegangen werden sollte.
Nächste Woche könnten die ersten Laien-Coronatests auf den Markt kommen. Dresden hat bereits geregelt, wie mit positiven Ergebnissen am Küchentisch umgegangen werden sollte. © dpa/Soeren Stache (Symbolfoto)

Dresden. In Apotheken, Drogerien und Supermärkten soll es sie geben: Vermutlich schon ab nächster Woche können sich die Dresdner Corona-Selbsttests in den Einkaufswagen legen, zwischen Tomaten, Duschbad und Käse. Aber was passiert, wenn das Ergebnis zu Hause positiv ausfällt? Darf ich dann die Wohnung nicht mehr verlassen? Und sollte mein Hausarzt zur Sicherheit einen zweiten Test machen? Die Dresdner Stadtverwaltung hat bereits Regeln aufgestellt, wie mit den Ergebnissen der neuen Selbsttests umgegangen werden muss. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was sollte ich tun, wenn der Selbsttest positiv ausfällt?

Sollte dies der Fall sein, so gilt man zunächst als Corona-Verdachtsperson. Soll heißen: Es besteht ein starker Verdacht auf eine Infektion. Denn die Tests liegen in diesen Fällen kaum daneben. Aber: Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Deshalb empfiehlt das Dresdner Gesundheitsamt im Falle eines positiven Selbsttests dringend, schnellstens einen genaueren PCR-Test durchführen zu lassen, zum Beispiel beim Hausarzt. Eine Meldepflicht gegenüber dem Gesundheitsamt gibt es dagegen nicht. Wessen Selbsttest positiv ausfällt, muss sich also nicht bei der Behörde melden.

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Muss ich denn in Quarantäne?

Ja, und zwar umgehend. Noch schnell in den Supermarkt zu fahren, um für die Quarantäne-Zeit vorzusorgen, ist nicht mehr erlaubt. Das Haus darf nur noch für dringende Arztbesuche verlassen werden. Dazu zählt ein Termin für einen PCR-Test. Sollte dieser Test negativ ausfallen, so gilt die Quarantäne sofort als aufgehoben. Sollte sich das Selbsttest-Ergebnis jedoch bestätigen, muss sich der Betroffene an die zehntägige Quarantänezeit halten.

Und was ist mit meiner Familie?

Wer im selben Haushalt lebt, ist vorerst nicht an die eigenen vier Wände gefesselt. Familie beziehungsweise Mitbewohner wären erst enge Kontaktpersonen, wenn auch die Gegenprobe, also der PCR-Test, positiv ausfällt. Dann müssten auch sie zu Hause bleiben. Im Übrigen ist der Infizierte verpflichtet, alle engen Kontaktpersonen dem Gesundheitsamt selbständig zu melden, sobald der PCR-Test positiv ausfällt.

Eine Liste mit Spalten für Namen, Adressen und letztem Kontakt stellt das Gesundheitsamt auf seiner Internetseite als Vordruck zur Verfügung. Außerdem muss ein nachweislich Infizierter die Kontaktpersonen darüber informieren, dass sie ebenfalls infiziert sein könnten und zu Hause bleiben müssen.

Muss ich denn einen PCR-Test machen lassen?

Ja, sagt das Gesundheitsamt. Dazu seien die Betroffenen in der Pflicht. Zwar gelten die Tests als relativ sicher bei positiven Ergebnissen. Häufiger könnte es aber negative Ergebnisse bei Menschen geben, die das Virus eigentlich haben. Damit der Test ausschlägt, ist nämlich eine vergleichsweise hohe Virusmenge nötig, die insbesondere zu Beginn und zum Ende einer Infektion nicht vorhanden sein kann.

Was passiert, wenn ich gegen die Regeln verstoße?

In der Realität wird es für die Behörden kaum überprüfbar sein, wer überhaupt einen Selbsttest gemacht hat und wessen Ergebnis positiv ausgefallen ist. Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk appelliert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an die Selbstverantwortung. Es sei schon ein Erfolg, wenn 90 oder mehr Prozent der Bürger ihr Verhalten änderten, wenn sie wüssten, dass sie für andere ansteckend sind.

Das Wichtigste zum Coronavirus in Dresden:

Sollte sich aber herausstellen, dass jemand trotz eines positiven Selbsttest-Ergebnisses, also als Verdachtsperson, die Quarantäneregeln bricht, so verstößt dieser gegen die städtische Allgemeinverfügung und begeht eine Ordnungswidrigkeit. Diese kann mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

Was sollte ich tun, wenn ich auf Nummer sicher gehen möchte?

Wer sich unsicher ist, ob er einen Selbsttest bei sich richtig durchgeführt hat, hat mehrere Möglichkeiten, um Gewissheit zu bekommen. So gibt es in Dresden mehrere Anbieter von professionellen Schnelltests, darunter Apotheken und Hilfsorganisationen wie das DRK und die Johanniter. Außerdem gibt es im Internet mehrere Anleitungen zur richtigen Durchführung, zum Beispiel vom Universitätsklinikum Essen.

Die Anbieter der Selbsttests sind darüber hinaus aktuell dabei, die Beipackzettel mit Anwendungshinweisen zu aktualisieren. Ersten Informationen zufolge ist wohl nicht bei jedem Test ein tiefer Nasen- und Rachenabstrich nötig. Es genügt offenbar auch ein Abstrich aus der Nasenmuschel.

Wer nicht nur wissen möchte, ob er das Virus in sich trägt, sondern außerdem typische Symptome wie Husten, Fieber, Geschmacks- oder Geruchsstörungen spürt, sollte weder einem Selbsttest vertrauen noch ein Schnelltest-Zentrum aufsuchen, sondern sich generell bei seinem Hausarzt melden. Dieser entscheidet dann, ob ein PCR-Test durchgeführt wird.

Weitere Informationen zum Verhalten von Infizierten, Verdachts- und Kontaktpersonen finden Sie hier.

Auf Sächsische.de möchten wir ganz unterschiedliche Erfahrungsberichte von Corona-Infizierten aus Dresden teilen. Wenn Sie die Erkrankung bereits überstanden haben und uns davon erzählen möchten, schreiben Sie uns an [email protected]ächsische.de.

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