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So laufen die Corona-Impfungen in Dresden

Sachsen hinkt beim Impfen hinterher. Und wie ist die Lage in den Dresdner Kliniken und Pflegeheimen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Auch in Dresden werden zunächst die Bewohner und Mitarbeiter in den Pflegeheimen geimpft.
Auch in Dresden werden zunächst die Bewohner und Mitarbeiter in den Pflegeheimen geimpft. © Hendrik Schmidt/dpa

Dresden. Viele Dresdner warten auf die Corona-Schutzimpfung und hoffen damit auf die Rückkehr von etwas Normalität mit geöffneten Schulen, Kitas, Restaurants und Theatern. Doch das wird noch etwas dauern. Die Lage im Überblick.

Wer wird zuerst geimpft?

Es gibt noch nicht genügend Impfstoff für alle, die sich auch impfen lassen wollen. Daher musste entschieden werden, wer zuerst an der Reihe ist. Höchste Priorität haben die Dresdner, die 80 Jahre und älter sind. Das sind rund 44.000 Personen. Außerdem zählen Pflegeheimbewohner, das dortige Personal sowie ambulante Altenpfleger zur ersten Impfgruppe. In den 100 Dresdner Heimen werden etwa 6.500 Menschen betreut, wobei ein Teil von ihnen gleichzeitig zur Gruppe der über 80-jährigen gehört. Außerdem zählt Dresden etwa 4.400 Beschäftigte in stationären Pflegeeinrichtungen und rund 2.500 Beschäftigte in der ambulanten Pflege. Auch besonders gefährdete Ärzte und Pfleger in Krankenhäusern sowie Rettungssanitäter werden geimpft. Allein die Dresdner Krankenhäuser beschäftigen mehr als 10.000 Mitarbeiter.

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Haben alle impfwilligen Menschen der höchsten Gruppe ihre Spritze erhalten, folgt die zweite Gruppe. Dazu zählen unter anderem alle Dresdner, die 70 Jahre und älter sind, Personen mit Demenz, einer geistigen Behinderung, einer Organtransplantation, Trisomie 21, sowie gegebenenfalls enge, pflegende Kontaktpersonen. Dass die zweite Impfphase deutlich länger dauern wird, lassen die Einwohnerzahlen vermuten. In Dresden gibt es mehr als 50.000 Menschen, die zwischen 70 und 79 Jahre alt sind.

Wie wird in den Altenheimen geimpft?

Die mobilen Impfteams des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), der Johanniter und des Malteser Hilfsdienstes fahren derzeit Einsätze in Sachsen und auch in Dresden. Seit dem 31. Dezember sind die Impfflotten der drei Hilfsorganisationen in der Landeshauptstadt unterwegs. In gemeinsamer Abstimmung mit Kassenärztlichen Vereinigung (KVS) und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) versorgen sie besonders gefährdete Bewohner der Altenheime sowie ihr Pflegepersonal mit der Corona-Schutzimpfung.

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Je nach Verfügbarkeit des Impfstoffes könnten ab Januar dieses Jahres mindestens 13 mobile Impfteams die Arbeit der stationären Impfzentren in Sachsen ergänzen. Sie versorgen Impfwillige mit der freiwilligen Schutzimpfung.

Die drei Hilfsorganisationen stellen dafür Fahrzeuge sowie den nichtärztlichen Teil des Personals zur Verfügung. Zur mobilen Impfflotte gehören ein von der Kassenärztlichen Vereinigung bestellter verantwortlicher Arzt und eine medizinische Fachkraft sowie weitere Sanitäter und Impfhelfer. Die Impfungen werden gemeinsam vorbereitet, durchführt und dokumentiert.

In welchen Pflegeheimen die ersten Impfungen bereits erfolgt sind, kann die Stadt nicht sagen. Es sei aber bekannt, dass in den ersten zwei Objekten der städtischen Tochtergesellschaft Cultus, nämlich im Wohnpark Elsa-Fenske und im Haus Maillebahn in Pillnitz, Impfungen durchgeführt wurden, heißt es aus dem Rathaus.

In den drei Heimen des DRK in Dresden mit rund 400 Bewohnern haben die Impfungen laut Sprecherin Ulrike Peter noch nicht begonnen. "Wir brauchen erst die Unterschriften von den Bewohnern, und durch die Feiertage gab es mit den Unterlagen leichte Verzögerungen."

Wie weit sind die Impfungen in den Kliniken?

In Dresdner Krankenhäusern gab es bislang, Stand Samstag, 729 Impfungen beim Personal, so das Sächsische Sozialministerium auf Anfrage. Zahlen für Montag werden gerade aktualisiert. Jedes der drei Krankenhaus-Cluster in Sachsen habe 12 675 Impfdosen erhalten. Wieviel verimpft wird, liegt in der Verantwortung der Krankenhäuser, so das Ministerium.

Die Corona-Schutzimpfungen haben am Universitätsklinikum wie geplant am 28. Dezember begonnen. "Bisher konnten 502 Mitarbeiter geimpft werden", so Robin R. Weidemann von der Geschäftsleitung des Klinikums. Das Uniklinikum richtet sich dabei nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO): Personal mit besonders hohem Infektionsrisiko in medizinischen Einrichtungen wie in Notaufnahmen und Coronastationen sowie mit Kontakt zu besonders gefährdeten Menschen wie etwa der Onkologie werden zuerst geimpft. Diese Woche sollen laut Klinikum-Sprecher Holger Ostermeyer weitere 400 Mitarbeiter geimpft werden.

Das Wichtigste zum Coronavirus in Dresden:

"Die Kliniken haben den Bedarf für die Impfung ihrer Mitarbeiter erfasst und gemeldet. Dieser Bedarf ist aktuell höher als die derzeit verfügbaren Impfstoffe", so Weidemann auf SZ-Anfrage. Entsprechend dem aktuellen Bestand können die Kliniken des Clusters Dresden und Ostsachsen einen gewissen Anteil des gemeldeten Bedarfes abrufen. Die Einhaltung der Priorisierungsempfehlungen liege in der Verantwortung der Kliniken. Patienten, die über 80 Jahre alt sind und sowieso gerade in Behandlung in der Klinik sind, dürfen dort aber derzeit nicht geimpft werden. Zurzeit sei das nicht vorgesehen und nicht erlaubt.

Die Covid-Schutzimpfungen für Mitarbeiter des Städtischen Klinikums haben am 4. Januar begonnen, so Sprecherin Viviane Piffczyk. Ähnlich wie am Universitätsklinikum werden auch hier zuerst die Mitarbeiter in den Covid-Bereichen sowie in den Hochrisikobereichen wie der Onkologie, Geriatrie oder Nephrologie, aber auch Personen, die verstärkt Aerosolen ausgesetzt sind, wie Anästhesisten oder Gastroenterologen geimpft. Zuletzt erhalten Mitarbeiter der Verwaltung die Möglichkeit zur Impfung. Unklar bleibt auch, wie viele Impfdosen in dieser Woche zur Verfügung stehen. Piffczyk betont, die zur Verfügung gestellten Impfdosen seien ausschließlich für Mitarbeiter des Klinikums gedacht. Also nicht für Patienten, die vom Alter her auch in der ersten Gruppe wäre. Dies habe organisatorische Hintergründe. "Für die Schutzimpfung bedarf es zweier Impfungen innerhalb von 21 Tagen. Der durchschnittliche stationäre Aufenthalt ist deutlich kürzer", so die Sprecherin. Es wäre logistisch und organisatorisch nicht zu leisten, die Wiederholungsimpfung zwischen Klinikum, gegeben falls Reha-Einrichtungen oder zentralen Impfstellen zu koordinieren. Das betreffe sowohl die Terminabstimmung als auch die Verteilung des Impfstoffes an die entsprechende Impfstelle. Das Diakonissenkrankenhaus und das Josephstift äußerten sich bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht.

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