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Corona: So sieht es in den Kliniken aus

Die Zahl der Corona-Patienten sinkt. Die Lage auf den Pandemiestationen hat sich entspannt. Trotzdem sind die Kliniken vorsichtig.

In den Krankenhäusern des Landkreises Mittelsachsen werden immer weniger Patienten mit einer Corona-Infektion behandelt. Unter diesen sind aber noch schwere Fälle, die auf der Intensivstation betreut und beatmet werden müssen.
In den Krankenhäusern des Landkreises Mittelsachsen werden immer weniger Patienten mit einer Corona-Infektion behandelt. Unter diesen sind aber noch schwere Fälle, die auf der Intensivstation betreut und beatmet werden müssen. © dpa/Robert Michael

Mittelsachsen. Am 3. Januar wurden 187 Personen mit einer Coronainfektion in mittelsächsischen Krankenhäusern behandelt. Das war eine der höchsten Zahlen in den vergangenen Monaten. Im Januar schwankte die Patientenzahl stark. Seit dem 2. Februar ist ein Abwärtstrend zu beobachten. Und seit dem 11. Februar ist die weiter sinkende Zahl zweistellig.

Wie viele Corona-Patienten werden derzeit in den Kliniken behandelt?

Im Klinikum Döbeln wurden am Montag zehn Patienten mit einer Coronainfektion behandelt. Keiner davon musste beatmet werden.

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In der Helios Klinik Leisnig befanden sich 15 Patienten mit Covid-19 auf der Normalstation. Vier Personen wurden auf der Intensivstation betreut.

„Im Kreiskrankenhaus Freiberg befinden sich neun Patienten auf der Normalstation, zwei davon müssen auf der ITS beatmet werden“, sagt Dr. Ulrike Träger, Sprecherin der Vereinigte Gesundheitseinrichtungen Mittelsachsen GmbH.

In der Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH wurden fünf Coronapatienten auf der Normalstation und zwei auf ITS behandelt, von denen einer beatmet wurde.

Stehen genügend Betten zur Verfügung, falls sich die Pandemie erneut verschärft?

Derzeit stehen im Klinikum Döbeln vier Betten für Neuerkrankte auf einer Covid- Station zur Verfügung. „Wir sind vorbereitet und bei Bedarf in der Lage, eine weitere Station vorzuhalten und somit mehr Betten zur Verfügung zu stellen“, erklärt Verwaltungsleiter Martin Preißer.

„Da im Landkreis Mittelsachsen und den angrenzenden Kreisen eine sehr dynamische Entwicklung an Covid-19-Infektionen herrschte, haben wir die Lage täglich neu bewertet und konnten auch kurzfristige Anpassungen der Bettenkapazitäten vornehmen“, erklärt Juliane Dylus, Sprecherin der Helios Klinik Leisnig.

Die verfügbare Bettenzahl sei also keine fixe Zahl, sondern richtet sich nach der Zahl der Notfälle und der personellen Kapazitäten. „Sollten wir in unserer Klinik an unsere räumlichen oder personellen Kapazitätsgrenzen zur Behandlung von an Covid-19-erkrankten Patienten gelangen und temporär keine neuen an Covid-19 erkrankten Patienten mehr aufnehmen können, dann ist es uns möglich, Patienten innerhalb unseres regionalen und überregionalen Netzwerkes verlegen zu können“, so Dylus.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Im Freiberger Krankenhaus wird eine von zwei Isolierstationen für Corona-Patienten derzeit nicht mehr betrieben. „Wir behalten uns weiterhin die Option vor, um situationsgerecht genügend freie Betten zur Verfügung stellen zu können“, so Ulrike Träger.

In Mittweida stehen ausreichend Kapazitäten zur Versorgung von Covid-19-Patienten zur Verfügung, erklärt Ines Schreiber, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Die Situation auf der Pandemiestation habe sich inzwischen entspannt. Die Klinik kehre nach und nach zum Regelbetrieb zurück, das heißt, auf der 44-Betten-Station wird nur noch der räumlich-abgegrenzte Bereich mit bis zu 16 Betten zur Versorgung von Covid-19-Patienten genutzt.

Wie stellt sich die Lage der Mitarbeiter auf den Corona-Stationen derzeit dar?

Durch die sinkenden Fallzahlen entspanne sich auch die Lage für die Mitarbeiter auf der Corona-Station im Döbelner Klinikum etwas, meint Martin Preißer.

Gleiches gelte für die Freiberger Klinik. „Die Zahlen an Covid-19 erkrankten stationären Patienten gehen glücklicherweise deutlich zurück. Diese Entspannung ist auch unter den Mitarbeitern zu spüren“, so Ulrike Träger.

Die Mitarbeiter der Helios Klinik Leisnig hätten die herausfordernde Situation mit einem enormen persönlichen Engagement gemeistert. Dank dieses Zusammenhaltes und der Flexibilität jedes Einzelnen sei es gegenwärtig möglich, Personalausfälle auszugleichen und für die Patienten als wichtiger Grund- und Regelversorger in der Region da zu sein, so Sprecherin Juliane Dylus.

Die Bundeswehr hat das Klinikum Mittweida vom 6. Januar bis zum 19. Februar unterstützt. „Die sechs Einsatzkräfte erledigten hier vor allem einfache, nicht-pflegerische Tätigkeiten und haben so dazu beigetragen, den Stationsbetrieb aufrecht zu erhalten“, erklärt Ines Schreiber.

Die Soldaten wurden unter anderem für Hol- und Bringedienste, wie den Transfer von Stationsbedarf, Hilfestellung bei der Essensversorgung, Reinigungsleistungen, das Desinfizieren, eingesetzt. „Die Zeitsoldaten sind aus Thüringen nach Sachsen gekommen, um hier zivile Bereiche während der Pandemie zu unterstützen“, so die Sprecherin.

Wurden die Mitarbeiter in den Krankenhäusern bereits geimpft?

Knapp 200 Mitarbeiter sind im Döbelner Klinikum bisher geimpft worden. Von diesen müssen 35 noch eine Zweitimpfung erhalten.

In Freiberg wurde ein Drittel des Personals geimpft. „Nun warten wir nun auf weiteren Impfstoff“, so Ulrike Träger.

Auch in der Helios Klinik Leisnig hat bis Anfang Februar ein Drittel der Angestellten die Erst- und Zweitimpfung erhalten. Zuerst wurden jene Kollegen des ärztlichen Dienstes und der Pflege mit besonders hohem Expositionsrisiko, zum Beispiel in der Notaufnahme und in der medizinischen Betreuung von Covid-19-Patienten sowie mit engem Kontakt zu gefährdeten Gruppen geimpft.

In Mittweida erfolgte am 6. Januar der Impfstart. Inzwischen haben sich insgesamt mehr als 250 Mitarbeiter der LMK impfen lassen. In dieser Woche finden die vorerst letzten Termine der Zweitimpfung statt.

Wird das Besuchsverbot in absehbarer Zeit gelockert oder aufgehoben?

In dieser Beziehung sind sich die Kliniken in Mittelsachsen einig. „Nach aktuellem Stand und der weiter unsicheren Lage bleibt das Besuchsverbot im Döbelner Krankenhaus zunächst bestehen“, sagt der Verwaltungsleiter.

Im Kreiskrankenhaus Freiberg besteht seit dem 22. Oktober vergangenen Jahres eine eingeschränkte Besuchsregelung, „an der wir zunächst weiterhin festhalten. Mit Lockerungen sind wir vorsichtig. Hierzu stehen wir in ständigem Austausch mit dem Cluster Chemnitz“, so die Pressesprecherin.

Auch Juliane Dylus von der Helios Klinik erklärt: „So es die derzeitige positive Entwicklung des Inzidenzwertes zulässt, werden wir in naher Zukunft planbare Eingriffe und Operationen stufenweise wieder ausweiten. Das Besuchsverbot müssen wir jedoch zum Schutz unserer Patienten weiter aufrechterhalten.“

In Mittweida gibt es Besuchseinschränkungen zum Schutz von Personal und Patienten. Ausnahmen bestehen zur Entbindung, auf der Kinderstation, für Patienten am unmittelbaren Lebensende sowie dringliche Aufklärungsgespräche mit Vorsorgebevollmächtigten oder Betreuern.

Wie ist die aktuelle Corona-Lage im Landkreis Mittelsachsen?

Das Gesundheitsamt des Landkreises Mittelsachsen meldete am Montag vier Neuinfektionen. Die Gesamtzahl liegt damit bei 15.353. Davon entfallen 3.071 (+2) auf den Altkreis Döbeln und 5.925 (+2) auf die Region Mittweida und 6.357 (+/0) auf den Bereich Freiberg.

52 (-9) Patienten werden in den Krankenhäusern im Landkreis – einschließlich des Diakomed Diakoniekrankenhauses Chemnitzer Land in Hartmannsdorf – behandelt. 15 von ihnen, einer mehr als am Wochenende, müssen beatmet werden. Weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gab es nicht. Die Zahl stagniert seit vier Tagen bei 545. Laut Robert-Koch-Institut liegt der aktuelle Inzidenzwert für Mittelsachsen bei 55,6.

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