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Corona: So viele Dresdner sind jetzt geimpft

Der Impfstoff ist knapp, trotzdem wird in der Messe täglich geimpft. Wer jetzt dran ist und wo sich jeder über freie Termine erkundigen kann. Der Überblick.

Im Dresdner Impfzentrum werden täglich Hunderte Menschen gegen das Coronavirus geimpft.
Im Dresdner Impfzentrum werden täglich Hunderte Menschen gegen das Coronavirus geimpft. ©  dpa/Robert Michael (Archiv)

Dresden. Sachsen impft. Trotz des knappen Impfstoffes arbeiten die Impfzentren und die mobilen Impfteams ununterbrochen weiter. Bei der vollständig geimpften Bevölkerung steht Sachsen inzwischen sogar auf Platz eins, zusammen mit Thüringen.

Wie ist der Stand in Dresden? Gibt es aktuell freie Termine? Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zur Lage in der sächsischen Landeshauptstadt.

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Wie viele Menschen sind bisher in Dresden geimpft worden?

Im Dresdner Impfzentrum sowie in den Alten- und Pflegeheimen haben inzwischen 38.405 Menschen ihre erste Impfung erhalten, 25.497 von ihnen sind laut Sächsischem Sozialministerium schon ein zweites Mal geimpft worden. Sie gelten nun als vollständig geimpft.

Bei den Erstimpfungen konnte das Tempo im März kaum gesteigert werden. Zwischen dem 1. und 25. März erhielten 13.771 Menschen ihren ersten Piks. Im gesamten Februar waren es 13.961. Ein Grund dürfte der mehrtägige Astrazeneca-Impfstopp in der vergangenen Woche sein, ein anderer, dass Termine abgesagt oder sausen gelassen werden, bei denen das Astrazeneca-Vakzin verabreicht werden sollte. Darüber hinaus sind die Impfstofflieferungen nach wie vor nicht so üppig, dass Deutschland von der festgelegten Impfreihenfolge abrücken möchte.

Sind die Altenheimbewohner denn inzwischen geschützt?

Die meisten Alten- und Pflegeheimbewohner, die geimpft werden wollten und durften, haben ihre Schutzimpfung mittlerweile erhalten. Bei der Diakonie, die in Dresden mehrere Altenpflegeheime betreibt, gebe es keine Bewohner mehr, die geimpft werden wollten, aber noch nicht vollständig geimpft wurden, sagt Sprecherin Natalie Fechner. Dasselbe gelte für die drei Awo-Heime, so Sprecher Andreas Szabó. Je nach Einrichtung liege die Impfquote bei 60 bis 100 Prozent.

Dennoch seien die vier mobilen Impfteams voraussichtlich bis zum 30. Juni im Einsatz, sagt Ulrike Peter, die Sprecherin des zuständigen Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Dresden. So konnten eine Reihe von Bewohnern zunächst nicht geimpft werden, die irgendwann in den vergangenen Wochen unter Quarantäne standen. Das werde jetzt nachgeholt. Hinzu kommen Senioren, die erst kürzlich ins Heim gezogen sind und beim Besuch des Impfteams noch nicht da waren.

Macht sich das in den Krankenhäusern bemerkbar?

Die zugelassenen Impfstoffe sollen alle vor einem schweren Covid-19-Verlauf schützen. "In den vergangenen Wochen haben wir in der Corona-Notaufnahme beziehungsweise der Krankenhausleitstelle Dresden/Ostsachsen den Eindruck gewonnen, dass tatsächlich weniger Pflegeheimbewohner angemeldet werden", so das Dresdner Uniklinikum auf SZ-Anfrage. Dabei handele es sich um einen ersten Eindruck, den man noch nicht mit Zahlen belegen könne.

Weniger ausgeprägt ist dieser Eindruck im Städtischen Klinikum. Dort sind am Donnerstag 69 Covid-19-Patienten im Alter zwischen 57 und 87 Jahren stationär versorgt worden. "Diese Belegung spiegelt im Großen und Ganzen das Alter unserer Patienten aus den vergangenen zwölf Monaten wider", so Sprecherin Viviane Piffczyk. "Zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir daher noch keine belegbare Wirkung."

Eine mögliche Erklärung: Mit der steigenden Zahl an Neuinfektionen würden nun vermehrt ältere Patienten, die aus dem häuslichen Umfeld kommen, also nicht in Heimen leben, in den Krankenhäusern versorgt, heißt es aus dem Uniklinikum. Die Corona-Verantwortlichen gehen davon aus, dass viele 80-Jährige, die zu Hause wohnen, noch ungeimpft sind. "Dem Uniklinikum wird immer wieder berichtet, dass gerade alleinlebende und selbstversorgende Ältere mit den Terminvergabeangeboten überfordert sind."

Sind Pfleger und Ärzte denn geschützt?

Können die Krankenhäuser die dritte Corona-Welle mit ihren vorhandenen Betten und Mitarbeitern überwinden? Die Antwort auf diese Frage hängt auch davon ab, wie viele Ärzte und Pfleger arbeiten können, also nicht selbst an Covid-19 erkranken, während sie Schwerstkranken helfen. In den Krankenhäusern der Stadt sind bisher mehr als 5.500 Ärzte, Pflegekräfte und Klinikmitarbeiter vollständig geimpft.

Das Universitätsklinikum sprach am Freitag von rund 3.500 vollständig Geimpften. Das sei gut die Hälfte aller Mitarbeiter und ein sehr hoher Teil derjenigen, die direkten Patientenkontakt haben, teilt das Uniklinikum mit. Gern würden weitere Mitarbeiter vor Corona geschützt werden, doch aktuell werde kein neuer Impfstoff geliefert.

Deshalb hätten sich nicht wenige Ärzte und Pfleger selbstständig um einen Termin in den Impfzentren bemüht. Der Vorstand des Klinikums gehe davon aus, dass spätestens im Mai weitere Dosen an die Krankenhäuser geliefert werden. Dann könnte innerhalb kürzester Zeit auch die restliche Belegschaft geimpft werden.

Das Wichtigste zum Coronavirus in Dresden:

Im Städtischen Klinikum sind 2.004 Mitarbeiter vollständig geimpft, so Sprecherin Viviane Piffczyk. Die Mehrheit derjenigen, denen der Astrazeneca-Impfstoff angeboten wurde, hätte diesen auch genommen. Nur wenige hätten den Impfstoff abgelehnt.

Dagegen warten noch mehr als 470 Mitarbeiter, überhaupt erstgeimpft zu werden. Darunter wären knapp 200, die schon infiziert waren. "Auch wenn die Mitarbeiter wieder genesen sind, können diese entsprechend der aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission erst sechs Monate nach der Infektion geimpft werden", so Piffczyk weiter.

Das Diakonissenkrankenhaus spricht von mindestens 200 weiteren Impfdosen, die an den Standorten Dresden und Niesky benötigt werden. Etwa 400 impfwillige Mitarbeiter seien bisher geimpft worden. "Die Immunisierung des Krankenhauspersonals sollte unserer Meinung nach oberste Priorität haben, insbesondere vor dem Hintergrund des derzeitigen Anstiegs von Covid-19-Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen", sagt Sprecher Victor Franke. "Dies wäre eine notwendige Vorbereitung auf die beginnende dritte Welle."

Wer darf aktuell geimpft werden?

Aktuell dürfen sich in Sachsen alle Menschen ab 70 Jahren impfen lassen. Darüber hinaus sind bestimmte Berufsgruppen berechtigt, einen Termin zu vereinbaren - darunter Lehrer und Erzieher, aber auch Mitarbeiter von Pflegediensten. Eine Liste der Impfberechtigten ist hier zu finden.

Ob es sich derzeit lohnt, sich beim Impfportal anzumelden beziehungsweise die Nummer der Buchungshotline zu wählen, kann ab sofort jeder selbst einschätzen. Denn das DRK hat in Zusammenarbeit mit einem Schweizer Unternehmen eine Terminübersicht entwickelt - und zwar für alle sächsischen Impfzentren. Dort werden die Termine für die nächsten zwei Wochen angezeigt. Dresdner haben somit auch die Möglichkeit, zum Beispiel im Pirnaer Impfzentrum einen Termin zu vereinbaren, sollte dort früher einer frei sein als in Dresden.

Mit Stand vom Freitagnachmittag zeigte die Seite allerdings keinen einzigen freien Termin. Gebucht werden muss weiterhin online oder über die Terminhotline (0800 0899 089). Vor Ort in den Impfzentren ist dies nicht möglich.

Zwar nehmen Menschen Impftermine immer wieder nicht wahr. Weil sie aber oft nicht rechtzeitig abgesagt werden, können die Termine auch nicht kurzfristig zur Buchung freigegeben werden. Sie dafür am nächsten Tag anzubieten - immerhin müsste ja der Impfstoff übrig sein - ist auch nicht ohne Weiteres möglich. Denn an diesem Tag finden bereits die für diesen Tag geplanten Termine statt. Es wären zusätzliche Ärzte und zusätzliche Impfkabinen nötig.

Im April soll deutlich mehr Impfstoff geliefert werden. Dann ist auch mit neuen buchbaren Terminen zu rechnen.

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