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Corona: So vorsichtig sind die Sachsen im Urlaub

Eine Mehrheit spricht sich für strengere Einreiseregeln bei der Rückkehr aus. Wie mehrere Umfragen zeigen, ist der Urlaub in diesem Jahr aber für viele anders als sonst.

Lieber auf Abstand: Viele Sachsen gehen auch im Urlaub auf Nummer sicher.
Lieber auf Abstand: Viele Sachsen gehen auch im Urlaub auf Nummer sicher. © dpa

Die Urlaubsrückkehrer stehen derzeit im Fokus der Politik. Strengere Regeln bei der Wiedereinreise nach Deutschland sollen verhindern, dass sich das Coronavirus hierzulande stark ausbreiten kann. Künftig sollen alle Einreisenden ab sechs Jahren über einen negativen Testnachweis, Genesenennachweis oder Nachweis einer vollständigen Impfung verfügen müssen - egal von wo und auf welchem Weg sie nach Deutschland kommen. Diese Regelung tritt schon am 1. August in Kraft.

Wie mehrere repräsentative Umfragen von sächsische.de und den Meinungsforschern von Civey zeigen, starten viele Sachsen vorsichtig in den Urlaub und passen ihre Pläne und ihr Verhalten der Corona-Infektionslage an. Eine deutliche Mehrheit spricht sich außerdem für scharfe Kontrollen bei der Rückkehr aus. Das sind die Ergebnisse im Überblick:

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1. Mehrheit für strengere Kontrollen bei Rückkehr

Wir wollten wissen, ob die Sachsen der Meinung sind, dass es für alle Reiserückkehrer noch strengere Kontrollen, zum Beispiel verpflichtende Corona-Tests, geben sollte? Das deckt sich in etwa mit den Vorgaben, die das Kabinett am Freitag billigte. Das Ergebnis: Exakt zwei Drittel der Sachsen unterstützen dieses Vorhaben und beantworten die Frage mit "Ja, auf jeden Fall" oder "Eher ja". Rund 27 Prozent lehnen diese Maßnahmen hingegen ab. Rund sechs Prozent sind bei der Frage unentschieden.

2. Viele informieren sich über Corona-Lage am Reiseziel

Wie hoch sind die Infektionszahlen im potenziellen Urlaubsland? Welche Gefahr geht dort von ansteckenderen Mutationen aus? Diese und andere Fragen spielen für viele Urlauber aus Sachsen eine wichtige Rolle bei der Auswahl des Urlaubsziels. Rund 55 Prozent der Sachsen beantworten eine entsprechende Frage mit "Ja, auf jeden Fall" oder "Eher ja". Für immerhin rund 40 Prozent der Sachsen spielt die Corona-Lage am Reisezielt hingegen keine Rolle bei der Urlaubsplanung. Rund fünf Prozent sind bei der Frage unentschieden.

3. Fast alle kennen die Corona-Regeln am Reiseziel

Maske beim Einkaufen auf oder runter? Mit wie vielen Menschen darf ich mich treffen? Für welche Aktivitäten muss man einen Test oder Impfnachweis vorlegen? Diese und andere Corona-Regeln können je nach Bundesland oder je nach Nation unterschiedlich sein - oftmals abhängig vom Infektionsgeschehen. Wie unsere Umfrage zeigt, informiert sich eine deutliche Mehrheit der sächsischen Urlauber über die Corona-Beschränkungen vor Ort. Rund 82 Prozent der Sachsen geben an, dies zu tun. Nur rund 15 Prozent machen dies nicht. Rund vier Prozent sind bei der Frage unentschieden.

4. Viele Sachsen bleiben lieber in Deutschland

Das Reiseverhalten der Sachsen hat sich in Zeiten der Corona-Pandemie gewandelt. Das zeigt eine weitere Umfrage von sächsische.de und den Meinungsforschern von Civey. Wir wollten wissen, wie genau sich das Reiseverhalten geändert hat und haben dafür verschiedene Antwortmöglichkeiten vorgegeben. Etwa ein Drittel der Sachsen (32,7 Prozent) gibt an, mehr Urlaub in Deutschland zu machen. Zudem sagen rund 20 Prozent der Sachsen, weniger Flugreisen zu machen. Die Antwortmöglichkeiten "Weniger Reisen in Gruppe" und "Mehr Urlaub im eigenen Bundesland" haben jeweils rund zehn beziehungsweise elf Prozent gewählt. Für die Antwortmöglichkeit "Mehr Camping-Urlaub" entschieden sich nur rund fünf Prozent.

Zugleich sagen aber auch rund 29 Prozent, dass sie ihr Reiseverhalten nicht verändert haben. Rund 25 Prozent können keiner der vorgegebenen Antwortmöglichkeiten zustimmen.

5. Auto ist das Transportmittel Nummer eins

Wenn viele Sachsen in Corona-Zeiten lieber in Deutschland Urlaub machen, hat dies auch Auswirkungen auf die Wahl des Transportmittels zum Urlaubsziel. Hier ist das Auto mit rund 71 Prozent das eindeutig beliebteste Mittel der Wahl - wohl auch, weil dort die Gefahr einer Corona-Infektion gering ist. Rund 14 Prozent der sächsischen Urlauber nehmen das Flugzeug. Die Transportmittel Zug (8,7), Reisebus (3,1) und Camper (2,6) spielen nur eine untergeordnete Rolle.

6. Viele vermeiden große Menschenansammlungen

Viele Sachsen nehmen die Warnungen, auch im Urlaub die Abstandsregeln und weitere Corona-Vorsichtmaßnahmen einzuhalten, ernst. Wir wollten wissen, worauf die Sachsen in diesem Sommerurlaub wegen der aktuellen Corona-Lage verzichten - und haben mehrere Antwortmöglichkeiten vorgegeben. Rund 38 Prozent sagen, dass sie Orte mit großen Menschenansammlungen vermeiden. Ebenfalls häufig genannt (36,6 Prozent) wird der Verzicht auf eine Flugreise. Auf eine Übernachtung im Hotel wollen hingegen nur rund 14 Prozent verzichten. Rund 15 Prozent wollen auf etwas anderes verzichten. Zugleich geben aber auch rund 37 Prozent der Sachsen an, auf nichts verzichten zu wollen.

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In diesem Artikel wurden sechs Umfragen ausgewertet, die sächsische.de in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsunternehmen Civey durchgeführt hat. Die Stichproben-Größen für die genannten Sachsen-Zahlen in der Reihenfolge der aufgeführten Umfrage: 321, 308, 327, 323, 342, 298. Stichproben für Sachsen entsprechen jeweils der Grundgesamtheit der Wahlbevölkerung im Land. Detailangaben zu Befragungszeitraum, Stichprobengröße und statistischem Fehler entnehmen Sie den jeweiligen Grafiken. Wie Umfragen mit Civey funktionieren, wird in diesem Artikel (mit Video) erklärt.

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