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167 neue Corona-Fälle übers Wochenende

Die Inzidenz sinkt weiter. Ein tschechischer Arzt hat am Wochenende extra seine Praxis in Görlitz geöffnet, um Grenzpendler zu testen.

Schnelltests am Wochenende vor der Praxis des tschechischen Arztes Vratislav Prejzek in Görlitz.
Schnelltests am Wochenende vor der Praxis des tschechischen Arztes Vratislav Prejzek in Görlitz. © Danilo Dittrich

Es geht weiter hinunter mit der 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Görlitz. Bei 250,47 lag sie am Sonntag. 167 neue Corona-Infektionen sind übers Wochenende registriert worden: 133 am Sonnabend und 34 am Sonntag. Insgesamt sind derzeit 2.190 Personen infiziert. 196 davon werden stationär behandelt, 26 intensivmedizinisch.

Landrat Bernd Lange äußerte sich am Sonntag zur aktuellen Entwicklung: „Ich bin sehr erleichtert, dass die Inzidenz weiter sinkt und die getroffenen Maßnahmen nun offensichtlich greifen“, sagte er. Er danke den Bürgern, die mit Geduld und Verständnis die Regelungen einhalten. „Lassen Sie uns weiterhin gemeinsam alles dafür tun, die Verbreitung des Virus einzudämmen, dann werden wir diese schwierige Zeit hoffentlich bald überwinden“, so Lange. 10.295 Personen sind inzwischen genesen, 657 in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion bislang verstorben.

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Der Landkreis weist nochmals auf die am Montag beginnende Testpflicht für Grenzpendler hin. Wer aus Polen oder Tschechien kommt und im Landkreis Görlitz arbeitet, kann sich unter anderem in den neu eingerichteten Testcentern an der Aral-Tankstelle in Kodersdorf und bei Birkenstock in Görlitz testen lassen. Ein weiteres wird in den nächsten Tagen in der Turnhalle Kantstraße in Zittau eröffnet. Anerkannt werden Schnelltests und PCR-Tests, die in der Tschechischen Republik oder in der Republik Polen vorgenommen worden sind und den RKI-Test-Vorgaben entsprechen. Es gibt keine Pflicht, den Test an einem bestimmten Tag vorzunehmen. In Görlitz öffnete außerdem der tschechische Allgemeinmediziner Vratislav Prejzek seine Praxis in Königshufen am Wochenende, um Pendler zu testen. In der Woche wird bei ihm weiterhin routinemäßig getestet. Unternehmer ab 200 Mitarbeitern bietet Prejzek auch an, in der Firma zu testen.

Der tschechische Arzt Vratislav Prejzek öffnete seine Praxis in Görlitz-Königshufen am Wochenende, um Grenzpendler Schnelltests zu ermöglichen.
Der tschechische Arzt Vratislav Prejzek öffnete seine Praxis in Görlitz-Königshufen am Wochenende, um Grenzpendler Schnelltests zu ermöglichen. © Danilo Dittrich

180 Impfungen pro Tag im Landkreis

Am Freitag stimmten sich die sächsischen Landkreise mit dem DRK-Landesverband über die Impfkampagne ab. Das hatte der Görlitzer Landrat Bernd Lange zuletzt auch eingefordert.

Wie seine Sozialbeigeordnete Martina Weber gegenüber SZ und sächsische.de nach der Videokonferenz erklärte, verimpft das DRK sowohl im Impfzentrum in Löbau als auch über das mobile Impfteam des ASB in den Pflegeheimen zusammen täglich 180 Impfdosen im Landkreis.

Zentrum und Impfteam stimmen sich auch ab, so dass wenn der eine weniger als gedacht impft, die noch nicht verbrauchten Impfdosen an den anderen weitergeleitet werden. Der Landkreis wiederum meldet dem DRK, welche Heime nicht unter Quarantäne stehen, um so ein schnelles Impfen in diesen Altenheimen zu erreichen. Die Kreise werden sich künftig regelmäßig mit dem DRK sowohl in Dresden als auch in Löbau über die Impfstrategie abstimmen.

Mehr Impfdosen werden aber kurzfristig nicht zur Verfügung stehen. Und seit Freitagnachmittag stehen selbst die 180 Impfdosen in Frage, da Pfizer vorübergehend bis Ende Januar weniger Impfstoff liefern will. Grund ist der Umbau eines Impfstoffwerkes.

Im Landkreis Görlitz leben 25.000 Menschen über 80 Jahre, 3.700 von ihnen in Altenheimen. 17 von diesen Heimen stehen unter Quarantäne. Am Freitag waren 498 Bewohner von Heimen coronapositiv, das waren 21 Prozent aller aktuell Infizierten im Landkreis. So lange so viele Infektionen in diesen besonders gefährdeten Gruppen festgestellt werden, wird sich auch die Lage in den Kliniken nicht so rasch entspannen, tragen doch Senioren ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19.

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