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Deutschland & Welt

Spahn: Britische Mutation breitet sich aus

Bisher war unklar, wie stark sich ansteckendere Virusvarianten ausbreiten. Jetzt gibt es den jüngsten Stand – und Hoffnung auf mehr Tests.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn äußerte sich bei einer Pressekonferenz zu Coronavirus-Mutationen und Schnelltests.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn äußerte sich bei einer Pressekonferenz zu Coronavirus-Mutationen und Schnelltests. © dpa/Bernd Von Jutrczenka

Berlin. Die ansteckenderen Varianten des Coronavirus breiten sich in Deutschland schnell aus. Nach neuen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) stieg der Anteil der in Großbritannien entdeckten Mutation binnen zwei Wochen von knapp 6 auf mehr als 22 Prozent. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin aus. "Wir müssen damit rechnen, dass die Variante bald auch bei uns die dominierende werden könnte", sagte Spahn.

Der Anteil der britischen Variante, die Schätzungen zufolge um mindestens 35 Prozent ansteckender als die herkömmliche, verdoppele sich jede Woche. Die zunächst in Südafrika aufgetretene Mutation habe in Deutschland ferner einen Anteil von 1,5 Prozent, teilte Spahn mit. Das RKI habe 23.000 positive Testergebnisse in einer repräsentativen Stichprobe und weitere Daten ausgewertet.

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Spahn machte deutlich, dass dennoch die Infektionszahlen insgesamt zunächst weiter gesunken seien. Das zeige, dass die Schutzmaßnahmen wirkten. Die stärkere Verbreitung der Varianten sieht Spahn auch als wichtig für die Debatte um Lockdown-Lockerungen an. An diesem Freitag wollten RKI-Chef Lothar Wieler und er weitere Einschätzungen abgeben.

Die britische Virusvariante gilt nach Schätzungen als um mindestens 35 Prozent ansteckender als die herkömmliche. Bei den Analysen werden nicht alle Corona-Tests auf Varianten untersucht. Experten hatte auf regionale Unterschiede und mögliche Lücken hingewiesen.

Schnelltests für alle ab März

Bald sollen alle Bürgerinnen und Bürger in Testzentren oder Apotheken kostenlose Schnelltests auf das Corona-Virus machen lassen können. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, von März an wolle man "jedem, der möchte, einen Antigen-Schnelltest anbieten können". Die Kosten würden aus dem Bundeshaushalt finanziert, erklärte Spahn. Auf Nachfrage erklärte er, Schnelltests seien ausreichend verfügbar, allerdings könne er nicht garantieren, dass es sie immer, an jedem Ort und zu jeder Zeit gebe.

Spahn zufolge sollen Anfang März auch die ersten Selbsttests für Laien erhältlich sein. Die Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte stehe bevor. Die PCR-Tests blieben aber "der Goldstandard", sagte der Gesundheitsminister und forderte alle Menschen mit Symptomen wie Husten oder Fieber auf, sich einen Termin für einen PCR-Test geben zu lassen. Auch jeder positive Schnell- oder Selbsttest müsse durch einen PCR-Test bestätigt werden.

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Bisher werden die Antigen-Schnelltests vor allem in Pflegeheimen und in Krankenhäusern verwendet, um Personal, Patienten, Bewohner und Besucher zu testen. Die Testungen müssen von geschultem Personal vorgenommen werden. Ein positives Ergebnis sollte laut Empfehlung des Robert-Koch Instituts durch einen PCR-Test bestätigt werden, da die Schnelltests als nicht so zuverlässig gelten wie ein PCR-Test, der im Labor ausgewertet wird. (dpa/epd)

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