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Stadtjubiläum abgesagt - vorerst

Löbau hat jetzt die Entscheidung getroffen. Was ist mit Bierzug und Schiss'n - wird es wieder ein Jahr ohne große Feste?

In Löbau wird das Stadtjubiläum in diesem Jahr nicht gefeiert.
In Löbau wird das Stadtjubiläum in diesem Jahr nicht gefeiert. © Rafael Sampedro/Archiv

800 Jahre Löbau - das wird in diesem Jahr nicht groß gefeiert. Wie auch schon andere Kommunen ihre anstehenden Jubiläumsfeiern abgesagt haben, gibt das jetzt auch Löbau bekannt. "Es wird in diesem Jahr keine 800-Jahr-Feier geben", bestätigt Guido Storch, stellvertretender Oberbürgermeister, auf Nachfrage der SZ. Dazu habe man sich jetzt im Rathaus entschieden. Geplant waren etliche kleinere Festlichkeiten über das Jahr verteilt sowie ein großes Festwochenende mit Festumzug. Das sollte Anfang Juni stattfinden. "Wir sind aber weder in der Lage, buntes Markttreiben zu organisieren noch einen Umzug", so Storch.

Selbst, wenn es Lockerungen gibt und Veranstaltungen in gewissem Rahmen möglich sind, müsse es sicher Hygienekonzepte geben. Das sei momentan nicht machbar. Einen Festumzug, wo Menschen die Straße säumen, könne es auf keinen Fall geben. Und auch ein Fest in der Innenstadt ist mit ausreichend Abstand zwischen den Teilnehmern schwer umzusetzen. Deshalb habe man sich nun zur Absage entschieden. Gänzlich ausfallen soll das Stadtjubiläum aber keinesfalls. "Wir werden das nachholen", versichert Storch. "Dann feiern wir eben 800 plus eins oder plus zwei."

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Außerdem überlege man, was man den Löbauern alternativ anbieten könnte unter den aktuellen Voraussetzungen. So könnte es zum Beispiel ein schönes Feuerwerk geben. "Es muss ja etwas sein, wo nicht viele Leute konzentriert an einem Platz sind, woran aber dennoch viele teilhaben können", fasst Guido Storch die Überlegungen zusammen. Konkret kann er aber noch nicht sagen, was es sein wird. Zusätzlich geht die Stadt davon aus, dass auch andere über das Jahr verteilt kleinere Höhepunkt gestalten werden, zum Beispiel die Kirchgemeinde mit kleineren Konzerten oder ähnlichem.

Bierzug voraussichtlich erst wieder 2022

Eine weitere Absage gibt es jetzt aus der Gemeinde Kottmar. Auch der Bierzug am letzten Juni-Wochenende wird nicht stattfinden - schon zum zweiten Mal in Folge. Das hat der Gemeinderat jetzt entschieden. Die Situation sei zu unsicher, man könne keine Verträge abschließen, weil niemand wisse, wie sich die Lage bis dahin entwickeln werde, so Bürgermeister Michael Görke (parteilos) gegenüber SZ. Normalerweise sind zum jetzigen Zeitpunkt im Jahr die Verträge mit Dienstleistern bereits abgeschlossen, die Vorbereitungen mit allen Teilnehmern in vollem Gange. Der nächste - der 28. - Bierzug ist jetzt für den 26. Juni 2022 anvisiert.

Jacobimarkt-Organisator sieht noch Chancen

Jacobimarkt-Veranstalter René Linke (links) gibt trotz Pandemie noch nicht auf: Er kann das Volksfest auch kurzfristig auf die Beine stellen, wenn es eine Genehmigung gibt.
Jacobimarkt-Veranstalter René Linke (links) gibt trotz Pandemie noch nicht auf: Er kann das Volksfest auch kurzfristig auf die Beine stellen, wenn es eine Genehmigung gibt. © Rafael Sampedro/Archiv

Vor dem Problem, dass in der jetzigen unsicheren Situation keine Verträge mit Schaustellern und Händlern abgeschlossen werden können, steht auch René Linke als Organisator des Neugersdorfer Jacobimarktes. Das größte Volksfest in Ostsachsen fiel ebenfalls bereits im Vorjahr der Pandemie zum Opfer. Immerhin stemmte Linke kurzfristig am Jakobimarkt-Termin einen kleinen Markt auf seinem Privatgelände, um wenigstens ein bisschen Volksfeststimmung aufkommen zu lassen. Nun steht er vor dem gleichen Dilemma, wie schon 2020. Längst müssten die Vorbereitungen gestartet, Schausteller unter Vertrag genommen sein, wenn das Volksfest im Juli zum traditionellen Termin starten soll. Ob er aber überhaupt eine Genehmigung für eine Großveranstaltung bekommt, weiß Linke zum jetzigen Zeitpunkt nicht. "Ich habe alle Anträge gestellt", sagt er. Einen Bescheid hat er von den Behörden bisher nicht bekommen. "Da lehnt sich jetzt natürlich niemand hinaus, denn keiner weiß, wie die Lage im Sommer ist."

Er rechnet damit, dass vielleicht vier Wochen vor dem Schiss'n-Termin eine Zu- oder Absage kommt. Die Chancen sieht Linke bei 50 zu 50. Er sei in der Lage mit seinem Team innerhalb von drei Wochen das Fest auf die Beine zu stellen, sagt der Neugersdorfer. Die Schausteller stehen in der Warteschleife, die Verträge vorbereitet. Wenn die Genehmigung kommt, müssen sie nur ausgedruckt und verschickt werden, dank Linkes langjähriger Erfahrung und vielen Kontakte zu den Schaustellern gehe das fix. Linke hat die Hoffnung auf einen Jacobimarkt 2021 noch nicht aufgegeben. "Ich bin der letzte, der absagt."

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