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Radeberg: Klinik richtet dauerhafte Corona-Station ein

Ab 1. März will das Krankenhaus zum Normalbetrieb zurückkehren. Laut Klinikchef müssen allerdings weiterhin Corona-Patienten behandelt werden.

Ärzte und Pfleger wurden vor dem Einsatz von Beatmungsgeräten im Radeberger Krankenhaus besonders geschult. Die Betreuung von Corona-Patienten wird vermutlich auch in den nächsten Jahren zu ihren Aufgaben gehören.
Ärzte und Pfleger wurden vor dem Einsatz von Beatmungsgeräten im Radeberger Krankenhaus besonders geschult. Die Betreuung von Corona-Patienten wird vermutlich auch in den nächsten Jahren zu ihren Aufgaben gehören. © PR/Asklepios Kliniken Sachsen

Radeberg. Die Zahlen sind erfreulich: Am Montag lagen 14 Patienten auf der Corona-Station der Asklepios ASB-Klinik in Radeberg, zwei davon in Intensivbetten. Am Dienstag waren es nur noch zwölf, davon einer in Intensivbetreuung.

Klinik-Chef: "Corona wird uns nicht mehr verlassen"

Dennoch geht der Asklepios-Regionalgeschäftsführer Patrick Hilbrenner davon aus, dass Corona-Patienten dauerhaft zum Klinikalltag gehören werden. „Corona wird uns nicht mehr verlassen. Die Krankheit wird, ähnlich wie die Grippe, immer wieder präsent sein. Wir werden uns dauerhaft um Covid-Patienten kümmern und für sie eine Isolierstation vorhalten.“

Besondere Vorkehrungen wegen der zunehmenden Verbreitung neuer Varianten von SarsCov2 müsste die Klinik nicht ergreifen. „Das macht keinen Unterschied. Wir haben bereits höchste Hygienevorkehrungen, die werden beibehalten.“

In den zurückliegenden Monaten der Pandemie haben Pfleger und Ärzte viel Erfahrung im Umgang mit der Viruserkrankung gesammelt. „Von der Aufnahme, der Einhaltung der umfangreichen Hygieneregeln bis zur optimalen Behandlung der Corona-Kranken ist das mittlerweile Standard für sie“, sagt Hilbrenner.

Geburtstag mit Tropf von der Decke statt Sektflasche

So können immer wieder schwerkranke Patienten geheilt entlassen werden, wie der über 50-Jährige, der im Januar eingeliefert wurde, einen Tag vor seinem Geburtstag. Der Patient hatte Atemnot, war extrem schwach und hatte überall Schmerzen.

„Eine beidseitige Covid-19-Lungenentzündung war die Ursache. Sein Zustand machte eine Sauerstoffgabe über die Nase erforderlich“, sagt Dr. Joseph Albin Nees, Chefarzt der Inneren Abteilung.

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Nach einer Woche war der Mann wieder so fit, dass er in seinem Zimmer herumlaufen konnte. Zehn Schritte ist es lang, das Ganze 25 Mal hin und wieder zurück, er macht 500 Schritte, zwei Mal am Tag, hat er ausgerechnet.

Seinen Geburtstag feierte er statt mit Sektflaschen mit dem Tropf von der Decke. „Aber Ärzte und Pflegepersonal haben mir gratuliert. Ich habe mich gefühlt, als hätte ich noch einmal ein neues Leben geschenkt bekommen.“

Nach zwei Wochen konnte der Patient entlassen werden. Jetzt erholt er sich zu Hause von den Folgen seiner Corona-Infektion. Inzwischen ist auch bei den Mitarbeitern der Krankenstand auf Normalniveau zurückgegangen. „

Er liegt im Schnitt vergangener Jahre. Auch hier merken wir, dass Corona auf dem Rückzug ist. Jetzt hoffen wir, dass die Zahl der belegten Betten wieder ansteigt. Derzeit sind wir nur zu etwa der Hälfte ausgelastet“, sagt der Klinikchef.

Das Wichtigste zum Coronavirus in der Region:

Ab 1. März sollen planbare Operationen nicht mehr verschoben werden. „Wir wollen ab diesem Tag zum Normalbetrieb zurückkehren. Zuvor werden wir mit den niedergelassenen Ärzten Kontakt aufnehmen und darauf hinweisen, dass wir wie vor Corona weitergehende Behandlungen vornehmen.“

Ärgerlich ist laut Patrick Hilbrenner der Stand der Impfungen des Personals. 60 bis 80 Mitarbeiter warten noch auf die erste Impfung. Nach seinen Angaben gibt es leichte Hoffnung, dass Dosen der Firma AstraZeneca für das Radeberger Krankenhaus zur Verfügung gestellt werden.

Über den Sommer rechnet er mit einer Entspannung der Lage. „Alles deutet darauf hin, dass das Virus Wärme nicht so gut verträgt. Wir müssen alles daran setzen, dass möglichst Viele vor dem nächsten Winter geimpft sind. So eine Zeit wie jetzt mit den hohen Fallzahlen möchte sicher niemand mehr erleben.“

Landratsamt meldet sinkende Infektionszahlen

Inzwischen meldet auch das Landratsamt Bautzen sinkende Infektionszahlen. Nach Angaben der Kreisverwaltung wurden am Dienstag fünf Coronavirus-Neuinfektionen registriert. Unter den Neuinfektionen befindet sich auch ein Patient, der bereits im November vergangenen Jahres an Corona erkrankt war und sich nun erneut infiziert hat.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 113,33 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. 1.140 Infizierte und Kontaktpersonen ersten Grades befinden sich derzeit in Quarantäne. Weitere 46 Patienten gelten als genesen. 442 Personen sind aktuell infiziert.

Sechs Patienten im Alter von 61 bis 92 Jahren sind verstorben. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion seit Pandemiebeginn erhöht sich damit im Kreis Bautzen auf 545.

In den Krankenhäusern im Landkreis werden gegenwärtig nach Meldung der Klinikleitstelle Dresden/Ostsachsen 124 Corona-Patienten behandelt, 19 davon auf einer Intensivstation.

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