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Wirte müssen jetzt Namen aufschreiben

Die Covid-Warngrenze ist schon am Montag überschritten worden. Deshalb erlässt der Landkreis Meißen eine neue Corona-Verordnung.

Rückblick in den Mai: Proteste der Wirte und Gastronomen auf dem Meißner Markt, leere Stühle als Symbol. Jetzt sind die Gaststätten zwar geöffnet, aber die Wirte müssen neuerdings zur Kontaktverfolgung die Personalien ihrer Gäste notieren.
Rückblick in den Mai: Proteste der Wirte und Gastronomen auf dem Meißner Markt, leere Stühle als Symbol. Jetzt sind die Gaststätten zwar geöffnet, aber die Wirte müssen neuerdings zur Kontaktverfolgung die Personalien ihrer Gäste notieren. © Claudia Hübschmann

Meißen.  Das Virus legt einen Gang zurück. Das Landratsamt meldet am Dienstag insgesamt 393 positiv auf das Sars-Cov-2-Virus getestete Personen, von denen sich 108 in behördlich angeordneter Quarantäne befinden. Gegenüber dem Vortag ist das nur noch ein Anstieg von acht positiven Tests. Für 118 Kontaktpersonen von positiven Fällen wurde ebenfalls häusliche Insolation angeordnet. Nach wie vor werden elf erkrankte Personen stationär behandelt, eine davon auf der Intensivstation. Die Zahl der Verstorbenen liegt jetzt bei 21.

Nach der sächsischen Corona-Schutz-Verordnung müssen spätestens bei 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Inzidenzwert) erste verschärfende Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens getroffen werden. Janet Putz, stellvertretende Landrätin: „Da der Inzidenzwert am Sonntag überschritten wurde, haben wir eine Allgemeinverfügung erlassen. Danach sind Veranstalter sowie Betreiber von Sportstätten, gastronomischen Einrichtungen, Hotels, Beherbergungsstätten und Betrieben ab sofort verpflichtet, die Kontaktdaten der Besucher/innen und Gäste zu erfassen.“ Das gilt auch für Veranstaltungen im öffentlichen Raum.

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Der Anstieg geht weiter, wenn auch gebremst. 
Der Anstieg geht weiter, wenn auch gebremst.  © Gesundheitsamt Meißen
Die Kurven wollen nach oben.
Die Kurven wollen nach oben. © Gesundheitsamt Meißen
Radebeul liegt vorn.
Radebeul liegt vorn. © Gesundheitsamt Meißen
Die mittlere Altersgruppe ist am stärksten betroffen.
Die mittlere Altersgruppe ist am stärksten betroffen. © Gesundheitsamt Meißen
Die gelbe Linie ist durchbrochen, die rote nicht mehr fern.
Die gelbe Linie ist durchbrochen, die rote nicht mehr fern. © Gesundheitsamt Meißen

Frau Putz sagte vor dem Krisenstab des Landkreises, dass sobald der Inzidenzwert auf unter 35 sinkt, die Aufrechterhaltung dieser Regelung überprüft werde. Der aktuelle Wert liegt bei 35,9 und weist damit im Vergleich zum Montag (36,4) eine leicht sinkende Tendenz auf. „Ob dieser Trend anhält, kann derzeit nicht eingeschätzt werden“, so Dr. Ulrike Thieme vom Gesundheitsamt. „Unser Amt bereitet sich auf einen weiteren Anstieg der Infektionszahlen vor.“ Sieben Ermittlerteams arbeiten auf Hochtouren an der Kontaktnachverfolgung der aktuellen Fälle. Zudem wurde die Zahl der Mitarbeiter an der Corona-Hotline aufgestockt und deren zeitliche Erreichbarkeit ausgedehnt.

„Wir überprüfen zudem die genehmigungspflichtigen Hygienekonzepte der in den nächsten Tagen anstehenden Veranstaltungen“, so Frau Dr. Thieme. Möglicherweise müsse da nachgebessert werden.

Erhebliche Zweifel am Fasching

Auf dem Prüfstand steht die bisher mögliche Reduzierung der Mindestabstände in Theatern, Kinos, bei Konzertveranstaltungen und Tagungen. Aber auch Teilnehmerbegrenzungen, Alkoholverbote, die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sowie die Lenkung der Besucherströme im Einbahnstraßensystem können mit dazu beitragen, Ansteckungsrisiken zu reduzieren. „Uns liegt viel daran, dass Veranstaltungen weiterhin stattfinden“, so Janet Putz. „Allerdings muss stets das aktuelle Infektionsgeschehen im Blick behalten werden. Zudem sollten die Verantwortlichen prüfen, ob bestimmte Veranstaltungen vor dem Hintergrund ihres Charakters mit den bereits jetzt zu beachtenden coronabedingten Schutzmaßnahmen überhaupt sinnvoll durchführbar sind.“ Erhebliche Zweifel bestehen an den geplanten Faschingsveranstaltungen. Zu den Weihnachtsmärkten machte Frau Putz keine Angaben.

Die Elblandkliniken bereiten sich auf einen Anstieg der stationär zu versorgenden Corona-Patienten vor. Der Vorstand des Klinikums, Frank Ohi, warb in diesem Zusammenhang für die Grippe-Schutzimpfung. „Eine gleichzeitige Infektion mit Influenza- und Sars-Cov-2-Viren führt zu einem zusätzlichen Risiko für den Betroffenen und sein Umfeld, das reduziert werden kann. Eine Schutzimpfung erleichtert zudem die Diagnose bei einem Verdacht auf eine Corona-Infektion.“

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