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Die Corona-Pandemie trifft Frauen doppelt

Wegen Kinderbetreuung arbeiten sie weniger, müssen dafür mehr den Alltag der Familie organisieren. Im Landkreis Meißen ist die Corona-Lage stabil.

Drei Mütter schieben ihre Kinderwagen eine Landstraße entlang. Frauen mit Kindern waren durch die Corona-Pandemie doppelt belastet. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie. Im Landkreis Meißen ist die Corona-Situation sehr stabil.
Drei Mütter schieben ihre Kinderwagen eine Landstraße entlang. Frauen mit Kindern waren durch die Corona-Pandemie doppelt belastet. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie. Im Landkreis Meißen ist die Corona-Situation sehr stabil. © Felix Kästle/dpa

Meißen. Der Landkreis Meißen stemmt sich kräftig gegen den steigenden Corona-Trend. Die Zahl der bisher positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Personen im Landkreis Meißen liegt seit Montag dieser Woche unverändert bei 268. Davon befinden sich noch sechs Personen in behördlich angeordneter Quarantäne. Zudem sind 25 Kontaktpersonen von positiven Fällen identifiziert worden. Unabhängig vom Status der Quarantäne ist aktuell keine Person stationär im Krankenhaus aufgenommen. 20 Personen sind bislang gestorben.

Die Meißner Kurve flacht sich wieder ab.
Die Meißner Kurve flacht sich wieder ab. © Gesundheitsamt Meißen
Alles schön stabil.
Alles schön stabil. © Gesundheitsamt Meißen
Radebeul vorn.
Radebeul vorn. © Gesundheitsamt Meißen
Die mittlere Altersgruppe ist am stärksten betroffen. 
Die mittlere Altersgruppe ist am stärksten betroffen.  © Gesundheitsamt Meißen
Ganz weit weg von der roten Linie.
Ganz weit weg von der roten Linie. © Gesundheitsamt Meißen

Frauen und Männer haben die Einschränkungen während der Corona-Pandemie unterschiedlich wahrgenommen. Während Mütter verstärkt unter Stress gerieten, weil die Kinderbetreuung wegfiel, sorgten sich Männer vor allem um die wirtschaftliche Lebensgrundlage. Dies kann das geschlechtsspezifische Lohngefälle in Deutschland auch nach Ende der Beschränkungen weiter vergrößern. Zu diesem Schluss kamen jetzt Soziologen der Goethe-Universität Frankfurt am Main.  In einer neuen Studie haben sie die Aussagen aus einer während der ersten vier Wochen der Coronabeschränkungen durchgeführten Onlineumfrage analysiert. Die Befragten sollten ihre persönlichen Sorgen und Erfahrungen mit eigenen Worten beschreiben. Mit Hilfe von quantitativen Textanalysen konnten so die Antworten von mehr als 1.100 Personen systematisch ausgewertet werden.

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Dabei zeigte sich, dass sich die Menschen vor allem um soziale Kontakte sorgten, wobei es auch  interessante Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. So sorgen sich Frauen vermehrt um das Thema Kinderbetreuung. Bei Männern dominieren vor allem wirtschaftliche Fragen, etwa in Bezug auf die Sicherheit des eigenen Berufs oder die gesamtgesellschaftlichen ökonomischen Konsequenzen von Corona. Themen des Alltags, etwa das Einkaufen von Lebensmitteln, sind  bei beiden Geschlechtern gleichermaßen präsent.

Deutlich erkennbar ist das Muster der traditionellen Arbeitsteilung, bei der Frauen sich vermehrt um Haushalt und Kindererziehung kümmern, während Männer eher bezahlter Vollzeitarbeit nachgehen. Die Corona-Pandemie trifft Frauen daher doppelt: Zum einen reduzieren Frauen  in höherem Maße die bezahlten Arbeitsstunden. Zum anderen kümmern sie sich mehr um die Organisation der Kinderbetreuung und des Alltags der Familie. Es ist wahrscheinlich, dass beide Prozesse Folgen für den Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern haben werden. So könnte sich das im Durchschnitt ohnehin geringere Lohnniveau von Frauen trotz aller politischen Bemühungen weiter verfestigen oder sogar noch verstärken.

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