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Meißen: Ab nächste Woche Einschränkungen in den Kitas

Der Landkreis Meißen hat einen neuen Krisenstab-Chef und eine neue Amtsärztin. Die Verwirrung um die unterschiedlichen Corona-Zahlen wird abrupt beendet.

Der neue Landrat Ralf Hänsel leitete am Dienstag zum ersten Mal den Krisenstab des Landkreises. Meißen ist mit einer Inzidenz weit über 300 ein Super-Hotspot geworden.
Der neue Landrat Ralf Hänsel leitete am Dienstag zum ersten Mal den Krisenstab des Landkreises. Meißen ist mit einer Inzidenz weit über 300 ein Super-Hotspot geworden. © Claudia Hübschmann

Meißen. Veränderung im Krisenstab Infektionsschutz des Landkreises Meißen. Landrat Ralf Hänsel, der bislang als Vertreter der Städte und Gemeinden an den Sitzungen teilnahm, leitete am Dienstag zum ersten Mal das Gremium. Neu im Krisenstab waren Dr. Simone Bertuleit, die als neue Amtsärztin ab sofort das Gesundheitsamt führt, und Mirko Knöfel, Bürgermeister der Gemeinde Klipphausen, als neuer Vertreter der Städte und Gemeinden. Petra Albrecht, die bisherige Amtsärztin, geht in den Ruhestand.

Der Inzidenzwert des Robert-Koch-Instituts, der ab sofort maßgeblich ist, liegt am Dienstag bei 242,8. Der Landkreis Meißen meldet dagegen 350,7 (Vortag: 319,3). Im Landkreis Meißen sind bislang 3.117 Personen positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden. Das sind 145 mehr als am Vortag. Der Zuwachs am Montag betrug 63, am Sonntag 103 und am Samstag 134 neue Fälle. Aktuell befinden sich 859 Personen in behördlich angeordneter Quarantäne. Es sind zudem 812 Kontaktpersonen von positiven Fällen in behördlich angeordneter Quarantäne.

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Unabhängig vom Status der Quarantäne sind gegenwärtig 100 Einwohner des Landkreises Meißen stationär aufgenommen. 18 von ihnen werden auf der Intensivstation behandelt. 96 Personen sind insgesamt verstorben. Das sind vier weitere Verstorbene im Vergleich zum Vortag.

Die meisten der jetzt 859 aktiven Corona-Erkrankten im Landkreis sind in Radebeul (103), Riesa (90), Meißen (80) und Großenhain (78). Danach folgen Coswig (72), Schönfeld/Lampertswalde (55) und Nossen (37).

© Gesundheitsamt Meißen
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Ab Dienstag und bis 28. Dezember gilt die Vierte Allgemeinverfügung des Landkreises Meißen. Sie regelt unter anderem das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung an unterschiedlichen Orten sowie die Abgabe und den Konsum von Alkoholika. Zudem ist das Verlassen der Wohnung ohne triftigen Grund untersagt. Triftige Gründe zählt die Allgemeinverfügung auf.

„Auch wenn der Landkreis Meißen den maßgeblichen Inzidenzwert des RKI von 200 noch nicht an fünf aufeinanderfolgenden Tagen überschritten hat, gelten bereits strenge Beschränkungen. Die Landkreise haben sich daher auf einheitliche Regelungen verständigt“, so Landrat Ralf Hänsel. „Viel mehr Spielraum bleibt nun nicht mehr, wenn die jetzt geltenden Maßnahmen nicht greifen. Ich bitte die Einwohner daher eindringlich, sich zu informieren, verantwortlich zu handeln und sich an die Regeln zu halten“, appellierte Ralf Hänsel.

Seit heute gilt auch die Fünfte Allgemeinverfügung des Landkreises Meißen. Sie regelt das Verhalten von Kontaktpersonen und von positiv auf das Corona-Virus getesteten Personen. Sie weist die Betroffenen zum eigenverantwortlichen Handeln und zum Verbleib in häuslicher Quarantäne an, auch wenn noch kein entsprechender Bescheid des Gesundheitsamtes vorliegt.

Veränderungen gibt es auch bei der täglichen Meldung der Fallzahlen. Da nach der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung der Inzidenzwert des RKI maßgeblich ist, wird das Landratsamt den auf der aktuellen Datenlage des Gesundheitsamtes basierenden Inzidenzwert nicht mehr veröffentlichen. Die täglichen grafischen Übersichten werden auch nicht mehr geliefert.

Corona-Patienten jetzt auch in Radebeul

Thema im Krisenstab war auch die Kindertagesbetreuung. Kitas sollen bei einem Überschreiten des Inzidenzwertes von 200 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen in den eingeschränkten Regelbetrieb wechseln. „Es ist zu erwarten, dass wir am Freitag zum fünften Mal in Folge den Inzidenzwert von 200 nach RKI überschreiten werden. Eltern und Kitas sollten sich bereits auf einen eingeschränkten Regelbetrieb ab der kommenden Woche einstellen“, informierte die stellvertretende Landrätin Janet Putz im Krisenstab.

Die größte Sorge in den Elblandkliniken ist die der vergangenen Wochen: die personelle Situation, denn die Betreuung stationärer Covid-19-Patienten ist sehr zeitintensiv. In dieser Woche werden nun auch am Standort Radebeul Intensivbetten für Covid-19-Patienten geschaffen. Kritisch sieht Klinikvorstand Frank Ohi die Zeit über die Feiertage. „Wir erwarten sieben bis 14 Tage nach dieser Zeit einen Schub an Patienten, wenn sich über Weihnachten viele Menschen – auch aus den Risikogruppen – treffen.“

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