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Kreis Meißen: Erneut starker Anstieg der Inzidenz

Das Robert-Koch-Institut meldet für den Landkreis Meißen eine Inzidenz von 551. Auf der Intensivstation liegen 19 Patienten. Forscher sehen viele Corona-Spätfolgen.

Von Ulf Mallek
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Blick durch eine Glastür auf den Flur von einem Intensiv- und Überwachungsbereich. Insgesamt 19 Bewohner des Landkreises Meißen liegen wegen Corona auf der Intensivstation. Insgesamt sind 74 Covid-Patienten im Krankenhaus.
Blick durch eine Glastür auf den Flur von einem Intensiv- und Überwachungsbereich. Insgesamt 19 Bewohner des Landkreises Meißen liegen wegen Corona auf der Intensivstation. Insgesamt sind 74 Covid-Patienten im Krankenhaus. © Danny Gohlke/dpa

Meißen. Die Inzidenz geht ungebremst immer weiter aufwärts. Das Robert-Koch-Institut meldet für Freitag einen Sieben-Tage-Inzidenzwert für den Landkreis Meißen von 551,2 (Vortag: 506,3). Gegenüber Donnerstag sind 270 weitere positiv auf das Coronavirus getestete Personen hinzugekommen, teilte das Landratsamt mit. Seit Beginn der Pandemie gibt es im Landkreis Meißen bislang 20.701 positiv getestete Personen, wobei gegenüber dem Vortag ein Fall korrigiert wurde. Gegenwärtig befinden sich 2.065 positiv getestete Personen in behördlich angeordneter Quarantäne, ebenso 265 Kontaktpersonen.

Unabhängig vom Status der Quarantäne sind aktuell 74 Einwohner des Landkreises Meißen stationär aufgenommen. Davon liegen 19 Personen auf der Intensivstation. 620 Personen sind im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion verstorben, das bedeutet einen weiteren Todesfall im Vergleich zum Vortag.

© Gesundheitsamt Meißen
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Von den aktuell 2.065 (Vortag: 1.904) aktiven Corona-Infizierten leben die meisten in Radebeul (266). Es folgen Meißen (227), Riesa (221), Coswig (183) sowie Großenhain (150), Moritzburg (133), Weinböhla (104) und Klipphausen (102). Acht Kitas, sechs Schulen, vier Seniorenheime, drei Krankenhäuser und zwei ambulante Pflegedienste sind von neuen Corona-Fällen betroffen.

Die Hälfte leiden unter Spätfolgen

Je länger die Corona-Pandemie dauert, desto mehr rücken auch mögliche Langzeitfolgen in den Fokus der Wissenschaft. Bei einer Dauer von mehr als drei Monaten spricht man von einem Post-Covid-Syndrom (PCS). Die WHO hat nun eine klinische Falldefinition veröffentlicht, die anhaltende Erschöpfung, Kurzatmigkeit und Kognitionsstörung sowie 25 weitere häufige Symptome umfasst.

Auch Covid-Patienten mit milden Verläufen leiden unter Langzeitfolgen. Eine aktuelle Untersuchung an der Charité Berlin bestätigt das. Im Ergebnis zeigte sich, dass sechs Monate nach der Akuterkrankung mehr als die Hälfte von über einer Viertelmillion Covid-Patienten an Spätfolgen litten. Am häufigsten waren eine verminderte Leistungsfähigkeit, Atmungsprobleme sowie neuropsychiatrische Symptome. Dazu zählen verminderte Leistungsfähigkeit (44 Prozent), generalisierte Angststörung (29,6 Prozent), Konzentrationsstörungen (23,8 Prozent) und Erschöpfung und/oder Muskelschwäche (37,5 Prozent). Nach Ansicht des Autorenteams könnte die hohe Zahl an Covid-Folgeerkrankungen künftig die Kapazität der Gesundheitssysteme stark belasten.