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Meißens Landrat: Lasst euch impfen und schränkt das Feiern ein

Die Inzidenz im Kreis Meißen überschreitet die 800. Fast 100 Covid-Patienten sind im Krankenhaus, zwei Schulen müssen schließen. Kontrollteams sind unterwegs.

Von Ulf Mallek
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Landrat Ralf Hänsel (M.), hier im Meißner Krankenhaus mit Vorstand Rainer Zugehör (l.) und Hygienechef Christoph Kutschker, appelliert an die Einwohner des Landkreises Meißen. Die Inzidenz hat am Donnerstag den Wert von 859,5 erreicht.
Landrat Ralf Hänsel (M.), hier im Meißner Krankenhaus mit Vorstand Rainer Zugehör (l.) und Hygienechef Christoph Kutschker, appelliert an die Einwohner des Landkreises Meißen. Die Inzidenz hat am Donnerstag den Wert von 859,5 erreicht. © Claudia Hübschmann

Meißen. Schon wieder neue Rekorde. Die Corona-Situation im Landkreis Meißen spitzt sich immer weiter zu. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert des Robert-Koch-Instituts beträgt am Donnerstag 859,5 (Vortag; 718,9), teilte das Landratsamt mit. Gegenüber Mittwoch sind weitere 487 positiv auf das Coronavirus getestete Personen hinzugekommen. Damit gibt es im Landkreis Meißen seit Beginn der Pandemie 22.557 Corona-Fälle, wobei im Vergleich zum Vortag zwei Fälle korrigiert wurden. Gegenwärtig gilt für 3.185 positiv getestete Personen eine behördlich angeordnete Quarantäne, ebenso für 216 Kontaktpersonen.

Unabhängig vom Status der Quarantäne sind aktuell 99 Einwohner des Landkreises Meißen stationär aufgenommen. Davon liegen 22 Personen auf der Intensivstation. Gegenüber dem Vortag gibt es fünf weitere Todesfälle. Die Zahl der Verstorbenen beläuft sich damit auf insgesamt 635 Personen. Bei den über 80-jährigen Erkrankten ist derzeit eine Todesrate von sieben Prozent festzustellen, so das Landratsamt.

Die Hauptinfektionsfälle treten in der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen auf. Den stärksten Anstieg von neuen Fällen gibt es aber in der Gruppe der 5- bis 14-Jährigen. Zwei Schulen im Landkreis Meißen sind durch das Landesamt für Schule und Bildung geschlossen worden, eine Grundschule in Großenhain und die Oberschule „Anne Frank“ Stauchitz.

Das Meißner Gesundheitsamt appelliert eindringlich an die Eigenverantwortung aller Bürger. "Positiv getestete Personen müssen sich unverzüglich absondern. Sie sind verpflichtet, ihre Hausstandangehörigen und weitere enge Kontaktpersonen über das positive Testergebnis zu informieren. Wichtig ist, dass dies so schnell wie möglich erfolgt." Nach der geltenden Allgemeinverfügung müssen sich die Hausstandangehörigen von Infizierten in Quarantäne begeben, auch wenn ihnen hierzu keine Information durch das Gesundheitsamt vorliegt. Zudem sollten sich auch ohne vorliegenden Quarantäne-Bescheid alle engen Kontaktpersonen sofort in Quarantäne begeben. Ausgenommen sind geimpfte und genesene Haushaltsangehörige und Kontaktpersonen.

© Gesundheitsamt Meißen
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Soldaten helfen wieder

Das Gesundheitsamt erhält seit dieser Woche erneut Unterstützung durch die Bundeswehr. Zehn Soldaten sind jetzt im Einsatz. Voraussichtlich ab nächster Woche werden auch die Elblandkliniken wieder an allen drei Standorten – Meißen, Radebeul und Riesa – durch die Bundeswehr unterstützt.

Zudem sind drei Kontrollteams seit Mittwoch im gesamten Landkreis Meißen unterwegs, um die Einhaltung der Corona-Schutz-Maßnahmen, insbesondere die 2G-Regel, zu kontrollieren. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und des Kreisordnungsamtes arbeiten dazu mit Kollegen der Polizeidirektion Dresden zusammen. Im Mittelpunkt der Kontrollen stehen Veranstaltungen, Einrichtungen von Freizeit, Kultur und Gastronomie.

Das Landratsamt Meißen wird seine Standorte weiterhin geöffnet lassen. Vorzugsweise sollte vor dem Besuch ein Termin vereinbart werden. Da viele Mitarbeiter aus unterschiedlichen Fachbereichen jetzt das Gesundheitsamt unterstützen, kann es sein, dass Anliegen mehr Zeit für die Bearbeitung benötigen. Dafür bittet das Landratsamt um Verständnis.

Landrat Ralf Hänsel fordert alle Einwohner zu Vorsicht und gegenseitiger Rücksicht auf. „Um die aktuell schwierige Situation zu meistern, gilt es für uns alle, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Zudem ist das Impfen die wichtigste Form, sich und andere – vor allem Kinder und Menschen, für die es keine Impfempfehlung gibt – zu schützen. Insbesondere in der beginnenden Karnevalszeit sollte jeder prüfen, ob und in welcher Form gefeiert werden sollte.“

Von den aktuell 3.185 (Vortag: 2.542) aktiven Corona-Infizierten leben die meisten in Radebeul (436). Es folgen Riesa (360), Meißen (353), Großenhain (248), Coswig (233) sowie Radeburg (169), Moritzburg (158), Klipphausen (149) und Weinböhla (142) sowie Nossen (134). In Diera-Zehren (23) leben laut dem Gesundheitsamt Meißen die wenigsten Corona-Fälle. Die höchste Inzidenz im Landkreis Meißen hat Radeburg (1.036,3) vor Ebersbach (899,9) und Strehla (895,3). Die niedrigste Niederau (221,1). (Stand 8. November 2021)