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Der Landkreis Meißen erreicht fast die Inzidenz von 1.000

Die meisten aktiven Coronafälle gibt es in Radebeul. Der Meißner Kreiselternrat fordert mehr Flexibilität für den Unterricht während der Pandemie.

Von Ulf Mallek
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Mobiles Impfen auch an der TU Dresden: Jetzt sollen die Anstrengungen fürs Boostern überall verstärkt werden. Nötig ist es, denn die Inzidenz im Landkreis Meißen erreicht am Freitag 941,9. Schon wieder ein neuer Rekord.
Mobiles Impfen auch an der TU Dresden: Jetzt sollen die Anstrengungen fürs Boostern überall verstärkt werden. Nötig ist es, denn die Inzidenz im Landkreis Meißen erreicht am Freitag 941,9. Schon wieder ein neuer Rekord. © René Meinig

Meißen. Schon wieder ein neuer Rekord: Die 1.000 ist in Reichweite. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert des Robert-Koch-Instituts für den Landkreis Meißen beträgt am Freitag 941,9 (Vortag: 859,5), teilte das Landratsamt mit. Gegenüber Donnerstag sind 449 weitere positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestete Personen hinzugekommen. Mit fünf im Vergleich zum Vortag korrigierten Fällen gibt es im Landkreis Meißen damit seit Beginn der Pandemie 23.001 positiv getestete Fälle. Gegenwärtig befinden sich 3.482 Personen in behördlich angeordneter Quarantäne, ebenso 178 Kontaktpersonen.

Unabhängig vom Status der Quarantäne sind aktuell 95 Einwohner des Landkreises Meißen stationär aufgenommen. Davon werden 21 Personen auf der Intensivstation behandelt. Gegenüber dem Vortag gibt es zwei weitere Todesfälle, sodass sich die Zahl der Verstorbenen auf insgesamt 637 erhöht.

© Gesundheitsamt Meißen
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Von den aktuell 3.482 (Vortag: 3.185) aktiven Corona-Infizierten leben die meisten in Radebeul (506). Es folgen Riesa (386), Meißen (374), Großenhain (268), Coswig (245) sowie Radeburg (191), Moritzburg (171), Klipphausen (152) und Weinböhla (151) sowie Nossen (147). In Diera-Zehren (27) leben laut dem Gesundheitsamt Meißen die wenigsten Corona-Fälle.

Ganze Klassen müssen in Quarantäne

Da immer mehr Schüler in Quarantäne müssen, könne man kaum noch von einem Regelbetrieb der Schulen sprechen. Das teilte der Meißner Kreiselternrat am Freitag mit. Das Gesundheitsamt Meißen komme mit der Nachverfolgung in den Klassen nicht mehr hinterher. Also sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass ganze Klassen in Quarantäne gehen müssen und teilweise ganze Schulen geschlossen werden.

Die Lernbedingungen zu Hause sind häufig alles andere als optimal. "Nach über eineinhalb Jahren Pandemie gibt es noch immer keine sinnvollen und nachhaltigen Konzepte der Pandemiebekämpfung an Schulen oder fürs häusliche Lernen." Die wenigsten Schulen im Kreis Meißen hätten es geschafft, genügend Technik und Software für Lehrkräfte und Schüler heranzuschaffen und die Ausbildung der Lehrer so weit zu forcieren, um wenigstens ansatzweise Unterricht online stattfinden zu lassen. Hinzu komme, dass Schulleitungen und Lehrpersonal permanent mit Aufgaben überrumpelt werden, die nichts mit Lehren zu tun haben. Durch diesen erhöhten Druck sei der Krankenstand sehr hoch und in Verbindung mit dem seit Jahren chronischen Lehrermangel sei hoher Unterrichtsausfall flächendeckend an der Tagesordnung.

Die Eltern fordern, dass Schule und Bildung endlich oberste Priorität haben müssen. Alle Maßnahmen, die verabschiedet werden, müssen auf Auswirkungen auf das Bildungssystem geprüft werden. Kurzfristige Möglichkeiten für Schulen den Unterricht flexibler zu gestalten, sollten die Schulen unbürokratisch und selbstständig treffen können.