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Kreis Meißen: Inzidenz fällt in Richtung eins

Am Donnerstag gab es im Landkreis Meißen keinen einzigen neuen Corona-Fall. Forscher: Die Pandemie führt zu neuer Bildungsungerechtigkeit.

Leeres Klassenzimmer: Die Schulschließungen während der Pandemie hatten negative Folgen für die Schüler. Besonders betroffen sind bildungsferne Milieus, so eine neue Studie. Die Inzidenz im Landkreis Meißen fällt am Donnerstag auf 1,4.
Leeres Klassenzimmer: Die Schulschließungen während der Pandemie hatten negative Folgen für die Schüler. Besonders betroffen sind bildungsferne Milieus, so eine neue Studie. Die Inzidenz im Landkreis Meißen fällt am Donnerstag auf 1,4. © Annette Riedl/dpa

Meißen. Es geht weiter herunter, wieder in Richtung null. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert des Robert-Koch-Instituts für den Landkreis Meißen beträgt 1,2 (Vortag: 1,7), teilte das Landratsamt am Donnerstag mit. Gegenüber dem Vortag sind keine positiv getesteten Personen hinzugekommen.

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Vier positiv getestete Personen befinden sich aktuell in behördlich angeordneter Quarantäne, ebenso 18 Kontaktpersonen. Im Landkreis Meißen gibt es bislang 17.259 positiv Getestete, sieben Fälle wurden korrigiert. Unabhängig vom Status der Quarantäne sind aktuell vier Einwohner des Landkreises Meißen stationär aufgenommen. Davon wird eine Person auf der Intensivstation behandelt. Weiterhin unverändert beläuft sich die Zahl der Verstorbenen auf 601 Personen.

© Gesundheitsamt Meißen
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In der Region Dresden sind immer noch 46 Betten (Sachsen: 125 Betten) auf der Normalstation mit Covid-Patienten belegt. Das ist eine Auslastung von 26 Prozent. Auf der Intensivstation sind zehn Betten belegt (Sachsen: 30). Das ist eine Auslastung rund 14 Prozent. Die vier aktuell aktiven Infizierten im Landkreis Meißen kommen laut Landratsamt aus Gröditz, Meißen (je 1) und Riesa (2). In allen anderen Gemeinden treten gegenwärtig keine aktiven Fälle auf.

Alle Gemeinden im Landkreis Meißen haben eine Inzidenz von null, bis auf Gröditz (14,3), Riesa (6,7) und Meißen (3,5). (Stand 19. Juli)

Neue Forschungen der Universität Augsburg zur Schule in der Pandemie zeigen: Ängste, Depressionen, Einsamkeit, Gereiztheit, Einschlafprobleme, Kopfschmerzen, Niedergeschlagenheit, Bauchschmerzen und Nervosität haben im Vergleich zu Erhebungen aus den früheren Jahren in allen Altersgruppen deutlich zugenommen. „Wer sozial isoliert wird, keine Kontakte mehr hat, Freunde nicht mehr treffen kann und ständig Abstand halten muss, hat schwierige Voraussetzungen, um sich gesund entwickeln zu können“, so Prof. Klaus Zierer. Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Milieus würden stärker unter den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie leiden. „Die Coronakrise“, so Zierer, „hat zu einer Verschärfung von Bildungsungerechtigkeit geführt.“

Weniger Sport, mehr Zeit am Bildschirm verbracht

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Mit Blick auf die körperliche Verfassung lässt sich an der Datenlage zwar erkennen, dass Kinder und Jugendliche während der Pandemie nicht weniger Zeit im Freien verbrachten, aber doch weniger systematisches Training in Sportvereinen hatten und zudem die Bildschirmzeiten bedingt durch die Schulschließungen gestiegen sind. „Wer bis zu neun Stunden am Tag vor den Rechnern sitzt, der hat keine Zeit mehr für Bewegung“, sagt Zierer. Die Folge sei eine Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit und eine Zunahme des Körpergewichts.

Um die Krise zu bewältigen, bedarf es eines pädagogischen Masterplans. Schule und Bildung muss neu gedacht werden, fordert Zierer. Er rät zu einer längst überfälligen Lehrplanreform. Maßnahmen zur individuellen Förderung, beispielsweise durch Sommerschulen, die Stärkung der Elternkooperation und eine Digitalisierung mit Augenmaß seien nötig.

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