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Corona: 18 Todesfälle im Landkreis Meißen

Das sind dreimal mehr Tote als am Dienstag. Sächsische Krematorien erreichen Kapazitätsgrenzen. Inzidenzwert sinkt jedoch weiterhin.

Auch das Meißner Krematorium arbeitet am Rande der Kapazitätsgrenze wie viele Krematorien in Sachsen. Nur am Nachmittag des Heiligabends gebe es für die Mitarbeiter eine kurze Verschnaufpause, sagt der Geschäftsführer Jörg Schaldach.
Auch das Meißner Krematorium arbeitet am Rande der Kapazitätsgrenze wie viele Krematorien in Sachsen. Nur am Nachmittag des Heiligabends gebe es für die Mitarbeiter eine kurze Verschnaufpause, sagt der Geschäftsführer Jörg Schaldach. © Robert Michael/dpa-Zentralbild

Meißen. Das Coronavirus breitet sich langsamer aus. Gegenüber zum Vortag gibt es im Landkreis Meißen am Mittwoch 216 neue mit dem Sars-CoV-2-Virus infizierte Personen, teilte das Landratsamt mit. Das sind im Vergleich zum Mittwoch der vergangenen Woche drei Fälle weniger. Damit wurden bislang 6.885 Personen positiv getestet, wovon sich aktuell 1.663 in behördlich angeordneter Quarantäne befinden. Der Anstieg am Dienstag betrug 195, am Montag 76 und am Sonntag nur 46 Fälle. Am Freitag erreichte der Landkreis Meißen jedoch den Rekordwert 303.

989 Kontaktpersonen befinden sich derzeit in behördlich angeordneter Quarantäne. Das sind 42 mehr als am Dienstag. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert des RKI für den Landkreis fällt trotzdem weiter. Er beträgt nun 439,4 (Vortag: 448,9). Der errechnete Wert des Gesundheitsamtes Meißen ist deutlich höher und liegt bei 489,8 (Vortag: 491,1).

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Die meisten der aktuell 1.663 aktiven Infizierten wohnen in Riesa (314), Radebeul (230), Meißen (145) und Großenhain (131). Es folgen Coswig (90), Strehla (72), Käbschütztal (69), Radeburg (65), Weinböhla (62), Klipphausen (61) und Nossen (51). Die wenigsten Fälle gibt es in Stauchitz und Diera-Zehren (jeweils 15).

Unabhängig vom Status der Quarantäne sind aktuell 129 Einwohner des Landkreises Meißen stationär aufgenommen. Wie am Vortag werden noch immer 14 von ihnen auf der Intensivstation behandelt. 18 weitere Personen sind verstorben, also dreimal mehr Menschen als am Dienstag. Insgesamt sind 265 Personen seit Beginn der Pandemie im Landkreis Meißen verstorben.

Sächsische Krematorien überlastet

Die hohe Anzahl an Toten nicht nur im Landkreis Meißen ist für die sächsischen Krematorien eine belastende Situation. Es gebe Kapazitätsgrenzen und die Bestatter seien wegen Corona an der "Grenze des Machbaren" angelangt, sagte Innungsobermeister Tobias Wenzel am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. So werden in Zittau die Toten außerhalb des Krematoriums gelagert. "Das große Problem sind nun die Feiertage, davor haben alle Angst", gibt Tobias Wenzel die Stimmung der Branche wieder.

So arbeitet das Meißner Krematorium von Montag bis Sonntag von 0 bis 24 Uhr, um die zahlreichen gestorbenen Menschen verbrennen zu können. Um die Särge zu lagern, werde die Feierhalle zusätzlich genutzt, erklärte Jörg Schaldach, Geschäftsführer des städtischen Bestattungswesen in Meißen. "Unsere Feierhalle kann gekühlt werden und ist als Notfallplan gedacht." Der wurde nun umgesetzt. Auch wenn die Todesfälle zunehmen, dankte er dem Meißner Standesamt, das schnell und hilfsbereit mit ihm zusammenarbeite.

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Nach seiner Meinung gehe die "Corona-Katastrophe" noch bis April 2021. Deswegen wünscht er sich jetzt, dass alle Rentner zu Hause bleiben. Viele gehen aber gern selbst auf Schnäppchenjagd in mehrere Supermärkte, sagte er am Telefon. "Doch die zehn Pfennige weniger für das Stück Butter lohnen sich nicht, wenn sie dafür mit ihrem Leben bezahlen müssen."

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