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Starker Anstieg der Inzidenz im Kreis Meißen

Der Inzidenzwert machte am Freitag im Landkreis Meißen einen Sprung. Forscher: Masken könnten bei Menschen mit Demenz zu Problemen führen.

Testen ist für alle Ungeimpften zunehmend wichtig. Die neue 3G-Regel besagt, dass man nachweisen muss, geimpft, genesen oder getestet zu sein. Es geht z. B. um die Gastronomie oder Fitnessstudios. Die Inzidenz im Kreis Meißen stieg am Freitag auf 15,4.
Testen ist für alle Ungeimpften zunehmend wichtig. Die neue 3G-Regel besagt, dass man nachweisen muss, geimpft, genesen oder getestet zu sein. Es geht z. B. um die Gastronomie oder Fitnessstudios. Die Inzidenz im Kreis Meißen stieg am Freitag auf 15,4. © Oliver Berg/dpa

Meißen. Jetzt geht es wieder mal recht kräftig nach oben. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert des Robert-Koch-Instituts für den Landkreis Meißen beträgt 15,4 (Vortag: 10,3). Das teilte das Landratsamt am Freitag mit. Im Vergleich zum Vortag sind zehn weitere positiv auf das Coronavirus getestete Personen hinzugekommen.

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Damit gibt es im Landkreis Meißen 17.341 positiv getestete Personen. Gegenüber dem Vortag wurden neun Fälle korrigiert. Gegenwärtig befinden sich 56 positiv getestete Personen ebenso in behördlich angeordneter Quarantäne wie 55 Kontaktpersonen.

Unabhängig vom Status der Quarantäne sind aktuell drei Einwohner des Landkreises Meißen stationär aufgenommen. Davon wird eine Person auf der Intensivstation behandelt. Unverändert zu den Vortagen sind bislang 603 Personen in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion verstorben.

Von den aktuell 56 (Vortag: 49) aktiven Corona-Infizierten leben die meisten in Radebeul (17). Es folgen Meißen (12), Moritzburg und Riesa (je 4) sowie Gröditz, Großenhain und Thiendorf (je 3). Die höchste Inzidenz im Landkreis gibt es in Moritzburg (36) vor Gröditz (28,7) und Thiendorf (26,6), (Stand 23. August).

© Gesundheitsamt Meißen
© Gesundheitsamt Meißen
© Gesundheitsamt Meißen
© Gesundheitsamt Meißen
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© Gesundheitsamt Meißen
© Gesundheitsamt Meißen

Masken-Verzicht ist keine Option

Masken schützen effektiv vor dem Coronavirus, haben aber möglicherweise auch eine unerwünschte Nebenwirkung. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften weisen in einer aktuellen Arbeit darauf hin, dass die Mund-Nasen-Bedeckungen die soziale Kognition beeinträchtigen, also die Fähigkeit, Emotionen und mentale Zustände anderer Personen zu erkennen. Geistige Abbauprozesse könnten damit, so die Hypothese, beschleunigt werden. Besonders betroffen könnten Ältere und Menschen mit Demenz sein. Auch die Universität Bamberg fand in einer Studie aus dem Vorjahr heraus, dass Emotionen deutlich schlechter durch Mimik wahrzunehmen sind, wenn bis zu 70 Prozent des unteren Gesichts bedeckt sind.

Zudem hat eine Untersuchung der Forscher des Max-Planck-Instituts in Leipzig selbst gezeigt, dass auch die Augenpartie es nicht allen ermöglicht, Emotionen zu lesen. Ältere Menschen schnitten in Tests schlechter ab als jüngere. Ihnen fällt es demnach schwerer, Gemütslagen anhand der Augen zu erkennen.

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„Ältere und Menschen mit Demenz sind bereits in ihrer sozialen Kognition beeinträchtigt“, sagt Matthias Schroeter vom Max-Planck-Institut. „Deshalb sollten die Effekte von Masken hier besonders berücksichtigt werden.“ Die Folge könnte eine schlechtere soziale Kommunikation sein, über alle Altersklassen hinweg. Zudem könnten sich kognitive Abbauprozesse vor allem bei denen beschleunigen, die davon ohnehin bereits betroffen sind.

Die Wissenschaftler plädieren, sollten sich ihre Vermutungen bewahrheiten, für Gegenmaßnahmen. Möglich wäre es beispielsweise, auf durchsichtige Masken etwa aus Folie zu setzen. Statt auf Mimik in Gesprächen sollte man mehr auf klare Sprache und Gestik setzen. Auf Masken zu verzichten, sei dagegen keine Option. Schroeter: „Selbst wenn Untersuchungen diese Risiken bestätigen, überwiegt der Nutzen. Gerade bei Älteren und Menschen mit Demenz, die besonders gefährdet sind gegenüber schweren Krankheitsverläufen.“

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