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Deutschland & Welt

Großbritannien: Tausende Lkw stecken fest

Frankreich hat die Grenzen geschlossen, auch deutsche Fahrer sitzen fest. Experten befürchten Versorgungs-Engpässe. Die Situation weckt Erinnerungen.

Tausende Lkw sitzen vor der britisch-französischen Grenze fest.
Tausende Lkw sitzen vor der britisch-französischen Grenze fest. © Foto: Steve Parsons/PA Wire/dpa

Frankfurt/Main. Tausende Lkw-Fahrer sitzen nach Angaben des Branchenverbandes BGL wegen der Sperrung des Ärmelkanals in Großbritannien fest. Darunter seien auch viele Deutsche, die Umstände seien desolat, teilte der Bundesverband Güterverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) am Dienstag mit. "Statt sich auf dem Weg nach Hause zu befinden, campieren diese Menschen nun am Wegesrand, oft ohne Zugang zu sanitären Einrichtungen oder Versorgungsmöglichkeiten."

Der BGL forderte, den Fahrern die Rückkehr nach Hause zu ermöglichen. Seit Beginn der Pandemie hätten sie mitgearbeitet, um die Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung sicherzustellen. "Jetzt sind genau diese Fahrer unter Bedingungen festgehalten, die unter humanitären Aspekten schlicht nicht tragbar sind", kritisierte der BGL.

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Die Situation weckt Erinnerungen an das Frühjahr, als Polen die Grenze nach Deutschland geschlossen hatte und es auf der Deutschen Seite der Grenze zu einem dutzende Kilometer langen Stau gekommen war. Tagelang mussten Lkw-Fahrer damals in ihren Fahrzeugen ausharren, das rote Kreuz und die Bundeswehr waren mit Decken und Nahrung im Einsatz. Damals war von einer "humanitären Katastrophe" die Rede.

Kann die Versorgung gewährleistet werden?

Der britische Einzelhandelsverband BRC (British Retail Consortium) hatte bereits zuvor vor Folgen für Verbraucher gewarnt, sollte der Warenverkehr am Ärmelkanal nicht wieder aufgenommen werden. "Es gibt ein potenzielles Problem direkt nach Weihnachten und da geht es um frische Produkte. Wir reden hier über Dinge wie Salat, Gemüse, frisches Obst, die hauptsächlich aus Europa kommen in dieser Jahreszeit", sagte Andrew Opie, der beim BRC für Lebensmittel zuständig ist, der BBC am Dienstag.

Das Problem seien leere Lastwagen, die auf der englischen Seite des Kanals steckenbleiben. Sollten sie sich nicht noch am Dienstag wieder in Bewegung setzen, kämen Früchte wie Himbeeren oder Erdbeeren nicht mehr rechtzeitig an. «Solange es heute noch geklärt werden kann, wird es nur minimalen Einfluss auf Verbraucher haben», sagte Opie.

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Die Regierung in London hofft auf eine rasche Einigung mit Paris auf Maßnahmen, um den Warenverkehr wieder aufzunehmen. Frankreich hatte am Sonntag überraschend den kompletten Warenverkehr von Großbritannien am Ärmelkanal gestoppt, nachdem die britische Regierung ihre Erkenntnisse über die neue Virus-Variante mitgeteilt hatte. Der Regierung zufolge hatten sich in der Nacht auf Dienstag etwa 1.000 Lastwagen auf dem Weg nach Dover angestaut. Laut BBC stieg diese Zahl am Morgen jedoch rasch an. (dpa mit SZ/mxh)

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