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Corona-Protest an B96: "Finger weg von unseren Kindern!"

Die Polizei hat am Sonntag über 200 Teilnehmer von Zittau bis Oppach gezählt. Doch warum fiel die Zählung die Woche zuvor aus?

Am Sonntagvormittag haben wieder zahlreiche Menschen entlang der B96 gestanden, wie hier in Ebersbach.
Am Sonntagvormittag haben wieder zahlreiche Menschen entlang der B96 gestanden, wie hier in Ebersbach. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Sonntag für Sonntag fährt die Polizei entlang der B96. Sonntag für Sonntag ist der Anlass derselbe: der "Stille Protest" anlässlich der (Corona-)Politik. Nur vorige Woche konnte die Behörde erstmals keine Aussagen über Teilnehmerzahl und Kundgebungsmittel liefern.

Der Grund: Die politische Wanderung mit dem Sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU), dem Oybiner Bürgermeister Tobias Steiner (SPD) und Direktkandidat Florian Oest - anlässlich der Bundestagswahl am 26. September. "Diese musste abgesichert werden, weswegen die B96 an dem Vormittag nicht bestreift werden konnte", teilt die Polizei mit.

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Die Wahl ist nun vorbei, die B96-Demo geblieben - Beamte waren wieder im Einsatz. Dieses Mal zählten sie 231 Teilnehmer von Zittau bis Oppach - das sind 66 weniger als vor zwei Wochen. Bis auf Friedersdorf konnte die Polizei auch in allen Orten Demonstranten vorfinden.

Allen voran in Oppach (75), der sich seit Beginn der "Stillen Proteste" im vorigen Jahr zum "Hot Spot" entwickelt hat - insbesondere der Platz vor der Erntekranzbaude, vor der sich dieses Mal alle Teilnehmer versammelten. Dahinter folgten dieses Mal Eibau (51), Ebersbach (40), Oderwitz (26), Zittau (20), Mittelherwigsdorf (12) und Neusalza-Spremberg (7).

Auch die südliche Oberlausitz insgesamt gilt seit Langem als Schwerpunkt der Demonstration. Zum Vergleich: Im gesamten Revierbereich Bautzen zählte die Polizei am Sonntagvormittag 99 Teilnehmer - 19 weniger als vor zwei Wochen. In Hoyerswerda standen 4 Menschen, nachdem 14 Tage zuvor keiner zu sehen war.

In Oppach zeigten die Teilnehmer wieder einmal so viele Flaggen und Plakate, dass die Polizei keine genauen Zahlen nennen konnte. Sie spricht von "zahlreichen". In anderen Orten waren die Fahnen vom Deutschen Reich (19), der Oberlausitz (9) sowie von Deutschland (7) und Sachsen (7) vornehmlich vertreten, einmal auch die Wirmer- und Russland-Flagge. Auf Plakaten standen vornehmlich bekannte Sprüche: In Neusalza-Spremberg stand "Kaiser TV", in Eibau "Keine Impfpflicht", in Oderwitz "Wir Sachsen gegen den Corona-Wahnsinn und in Zittau "Finger weg von unseren Kindern".

Strafrechtliche Relevanz hat das Gezeigte nicht, teilt die Polizei mit. Sie stellte eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Nur die Demo an der Dresdner Straße in Zittau war angemeldet.

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