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Wie ein Ebersbacher doch noch behandelt wurde

Der Oberländer sollte einen negativen Corona-Test vorlegen. Doch in der Zeit vor Schnelltests in Apotheken und Centern war das ein Problem. Dann berichtete die SZ.

Hans-Giso Richter
aus Ebersbach hatte wegen eines geforderten Coronatests beim Arzt ein Problem. Nun gibt es eine Lösung.
Hans-Giso Richter aus Ebersbach hatte wegen eines geforderten Coronatests beim Arzt ein Problem. Nun gibt es eine Lösung. © Matthias Weber

Endlich! Hans-Giso Richter aus Ebersbach kann seine Therapie bekommen und ist hoffentlich damit bald seine Schmerzen los. Der Rentner aus Ebersbach war überraschend auf ein Problem gestoßen, für das es offenbar bislang keine generelle Regelung gab. Die Bestrahlungspraxis, in der er wegen einer schlimmen Entzündung einen Behandlungstermin hatte, verlangte von ihm, dass er einen negativen Corona-Test vorlegt. Damit wollte man vor allem auch andere Patienten schützen. Denn üblicherweise gehen dort vor allem Krebspatienten ein und aus, deren Immunsystem ohnehin geschwächt ist. Da wollte man das Risiko einer Corona-Infektion so gering wie möglich halten. Diese Vorgehensweise ist völlig legitim, bestätigte die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) auf Nachfrage der SZ. Die Facharztpraxen können das verlangen, das ist ihnen frei gestellt, hieß es von der KVS dazu.

Doch wo kann er sich testen lassen? Hans-Giso Richter stand vor einen Riesen-Problem und musste seine Behandlung erst einmal wieder absagen. Er telefonierte herum und bekam nirgends eine hilfreiche Auskunft. Die Testzentren, in denen jedermann sich einem Schnelltest unterziehen kann, gab es da noch nicht. Sie sind erst vor wenigen Tagen an den Start gegangen. Und auch Apotheken haben das erst später angeboten. Die Hotline der KVS wollte ihn gar in eine Corona-Praxis im Erzgebirge verweisen. In seiner Not schrieb er sogar an die Gesundheitsministerin und wendete sich an die SZ.

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Nicht jede Praxis kann testen

Gleich nachdem SZ darüber berichtet hatte, meldete sich das Sozialministerium bei ihm, erzählt Richter nun. "Man bedauerte, wie es mir ergangen ist und es wurde alles in die Wege geleitet für einen Test und Termine für die Behandlung im Januar", erzählt der Ebersbacher. Auch seine Krankenkasse war involviert und hat sich um die Terminabwicklung mit gekümmert.

Inzwischen gibt es offenbar auch eine generelle Lösung für solche Fälle, wie den von Hans-Giso Richter. In der Strahlen-Praxis werde er jetzt einmal wöchentlich getestet. Denn Strahlenpatienten wie er müssen gewöhnlich zu mehreren Terminen zur Behandlung kommen. Abgerechnet wird das über die Krankenkasse.

Laut Testverordnung des Bundes, die am 25. Januar aktualisiert wurde, können ausgewählte medizinische Einrichtungen jetzt ihre Patienten einmal wöchentlich testen, bestätigt das Sächsische Sozialministerium auf Nachfrage der SZ. Das bedeute aber nicht, dass generell jede Facharztpraxis Patienten ohne Symptome testen kann, heißt es vom Ministerium. Zu den "ausgewählten medizinischen Einrichtungen" zählen zum Beispiel Krankenhäuser, Praxen, die ambulante OPs durchführen, Vorsorge- oder Rehaeinrichtungen, Dialyse-Praxen und Tageskliniken - und eben auch solche, die wiederkehrende Behandlungen durchführen, wie zum Beispiel Strahlentherapie.

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